Die Dame im Pelz. .Roman von G. W. Appleton. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Als ich mich umschaute, sah! ich auf der anderen Seite der Straße das strahlende Gesicht des Inspektors Beale. Er kam gleich zu uns herüber. Nun, Herr Doktor, sagte er zu mir. Sie scheinen ja vergangene Nacht schwer beschäftigt gewesen zu sein, heh? Alle Achtung vor Ihren Leistungeir! Ich kann mir zwar nicht Vörstetten, wie Sie's fertiggebracht Huden, aber jedenfalls war es ein verdammt feines Stück Arbeit, und Sie haben uns viel Mühe erspart. Daß wir Bertholdi eingefangen haben, wissen Sie wohl schon? Nein, antwortete ich; aber das ist ja ein großartiger Glücksfall und freut mich ungemein. Glück allerdings. Ich möchte nur wissen, wer ihn so schön angeschossen hat. Er hatte ein hübsches Loch in der Kniekehle. Das Ausreißen verging ihm, — fiel einem von unseren Leuten direkt in die Arme. War das Ihr Werk, Herr Doktor? Ich deutete aus Mortimer, der nun seinerseits antwortete: Diese kleine Leistung darf ich wohl mir zuschreiben. Wenigstens habe ich auf jemanden geschossen, nachdem er mir eine Kugel am -Ohr vorbeigejagt hatte. Unter den obwaltenden Umständen hielt ich mich dazu für berechtigt, Herr Beale. Der Inspektor lachte herzlich. Ich. kann Ihnen offen gestehen, versetzte er, daß ich an Ihrer Stelle ebenso ge- handelt, wahrscheinlich nur etwas höher gezielt hätte. Mann Gottes! Was hätte denn einer sonst tun sollen? Und was wird mit Cißen? fragte ich. Das wird natürlich eine kleine Vernehmung absetzen, bei der Sie und Ihr Freund Mortimer als Zeugen fungieren werden. Weiter nichts. Was mit Bertholdi geschieht, weiß ich selbst noch nicht genau. Da eine fremde Regierung um seine Auslieferung wegen Hockverrats nachgesucht hat, so befindet er sich zwischen Tür und Angel. Meiner Ansicht nach wird er bei uns verurteilt und aufgeknüpft werden. Könnte man denn nicht ein Geständnis aus ihm herauspressen? fragte ich. Ich bezweifle sehr stark, daß die Verschwörung gegen Fräulein Garcia hiermit schon vollkommen gesprengt ist. Das glaub' ich auch nicht, pflichtete er mir bei. Ich werde alle Hebel in Bewegung setzen, um etwas aus ihm 'rauszubringen, doch derartige.Burschen sind sehr verschwiegen, und ich möchte wetten, daß man bei diesem selbst mit Daumenschrauben nichts erreichen würde. Dagegen werde ich jetzt nach Wandsworth gehen, um Ihr Drenst- mädchen ins Gebet zu nehmen. Davon verspreche ich mir mehr, Aber ich bin der Meinung, daß; sie uns mehr nützt, Mittwoch, den 30. Oktober BO jvtSwi ii "ffiö wenn Sie Ihren Antrag zurückziehen, so daß sie freie Beweglichkeit hat. Für eine gute Beobachtung werde ich schon Sorge tragen, und wir können durch sie auf sehr wichtige Spuren gebracht werden. Ich war selbstverständlich sofort bereit, seinem Wunsche zu entsprechen. Ich sagte es ihm, und damit verabschiedeten wir uns. Im Fortgehen rief ihm Mortimer jedoch nochmal zurück. Nebenbei bemerkt, Herr Inspektor, fragte er ihn, ist unser nächtliches Abenteuer bereits in die Oeffentlichkeit gedrungen? Hat schon was in den Morgenblätteru gestanden? Nicht daß ich wüßte, erwiderte der Inspektor, wir haben bis jetzt nichts verlauten lassen, aber für die Abendblätter möchte ich nicht mehr gutsagen. Es ist ost wunderbar, wie Zeitungsmenschen die Sache in Erfahrung bringen. Ich werde später bei Ihnen Vorkommen, Herr Doktor, und Sie das Resultat meines Interviews mit dem Mädchen wissen lassen. Damit verschwand er in der Richtung nach seinem Bureau. Nun, Mortimer, sagte ich zu meinem Freunde, als der Inspektor fort war, hier möchte ich dich verlassen. Es ist, glaube ich, die höchste Zeit, daß ich mal nach meinen Patienten sehe — vorausgesetzt, daß ich überhaupt noch welche habe. Du bleibst heute doch bei uns? Du mußt doch hören, was der San Franziskoer Verbündete antwortet. Gewiß, antwortete Mortimer. Da jetzt der Festtage halber Gerichtsferien sind, habe ich ja nichts in der Stadt zu tun — hier dagegen gar mancherlei. Unter anderem hauptsächlich mit Helen, versetzte ich scherzhaft. Das gebe ich gern zu, lieber Junge, ohne jeden Vorbehalt. Schieb also los zu deinen Kranken; ich werde mich derweilen etwas angenehmer mit den Gesunden unterhalten. Es war, wie ich erwartet hatte. An vielen Stellen wurde ich sehr kühl empfangen. In nicht wenigen Familien wurde mir sogar rund heraus erklärt, daß man infolge meiner Vernachlässigung meinen bis dahin verhaßten Konkurrenten Dr. Bunvorthy zugezogen habe und auf meine ferneren Besuche verzichte. In einigen wenigen Fällen sand ich dagegen eine sehr freundliche Aufnahme, wie um mich für die Abweisungen, die ich an anderen erfahren hatte, einigermaßen zu entschädigen. Diese Patienten waren meistenteils junge Leute, die sich für meine eigenartigen Abenteuer derartig interessierten, daß sie sich auf meine Ankünft freuten wie auf das Erscheinen der Fortsetzung eines spannenden Zeitungsromans. Sie fragten mich denn auch so nach allen Richtungen hin aus, daß ich meiner armen Nerven wegen sehr froh war, als ich mich wieder auf dem Heimweg befand. Das Mittagbrot war gerade vorbei, als sich Inspektor Beale anmeldete. Ich empfing ihn allein in meinem Sprechzimmer. Also, Herr Doktor, begann er, ich habe eben mit dem Mädchen gesprochen, und ste hat alles gestanden bis zu einem gewissen Punkte. Allem Anschein nach ist sie die Londoner Geliebte von diesem Bertholdi und hat vor ihm und seinen Genossen eine riesige Angst. Als ich ihr sagte er sei verhaftet und habe seine Rolle in dieser^Welt wohl ausgespielt, zeigte sie wahrhaftig mehr Freude als Betrübnis. Aber es gibt noch eine Menge andere, vor denen sie sich fürchtet, und ich habe meine liebe Not gehabt, etwas aus ihr herauszubringen. Es existiert noch ein Hauptver- schwörer, von dem wir bis jetzt noch keine Ahnung haben. Wenn wir dem auf die Spur kommen und ihn fassen, wird erst die ganze Verschwörung aufgelöst sein. Verstanden? Das Weib verriet mir dann auch, daß Bertholdi mit Ihrem früheren Mädchen verhandelt und sie selbst an dessen Stelle geschoben habe. Sie haben also einige Tage eine Spionin beherbergt, die Sie samt Ihrer Schwester und Fräulein Garcia verabredetermaßen an jenem Abende vergiftet hat, an dem von Eisten mit mehreren Helfershelfern Fräulein Marcella dann ungestört bei Nacht und Nebel geraubt hat. 1 Das ist also der Sachverhalt, und Sie müssen nun den Verhaftungsbefehl gegen dieses Weib zurücknehmen lassen, damit wir weitere Spuren verfolgen können. Ich muß jetzt möglichst rasch in die Stadt zurück; morgen werden Sie wahrscheinlich Näheres hören. Nach diesen Eröffnungen empfahl er sich eiligst. Sie waren entschieden nicht dazu angetan, meine eigenen Befürchtungen zu zerstreuen, sondern schlugen mich wieder von neuem darnieder. Ich konnte jedoch weiter nichts tun, als die weitere Entwickelung abwarten. Ungeduldig harrte ich auf die Nachricht von San Franzisko. Endlich gegen fünf Uhr lief sie ein. Hastig öffnete ich die Depesche. Wie enttäuscht war ich aber, als ich nur die Worte las: „Anweisungen irjt Brief enthalten." Ich sagte sofort zu meinem Freund Mortimer: Setz deinen Hut auf, wir wollen mal nach dem Bahnhof gehen und dort die Abendzeitungen durchsehen. Sobald wir allein waren, zeigte ich ihm das Telegramm. Was nun? fragte ich ihn. Hm, erwiderte er, und nach einiger Ueberlegung fuhr er fort, da läßt sich weiter nichts machen. Tn' was wir gestern nacht beschlössen haben, heirate Marcella und vertraue dem Glück des Zufalls. Einmal niuß sich's auf jeden Fall aufklären, sei's nun früher oder später. Ich will's nun auch keinen Tag länger hinansschieben, antwortete ich, noch heute abend, gleich nach Tisch werde ich mit Marcella sprechen. Du hast ganz recht, das arme Weib braucht meinen Schutz jetzt nötiger als je. Unterdessen waren wir an der Station angelangt, und gleich am Eingang am Bücherstand prangte eine Zeitung, die auf der ersten Seite in großen, fetten Buchstaben, kündete: „Das Geheimnis von Highgate. Sensationelles Verbrechen. Ein Arzt und ein Anwalt beteiligt." Das ist ja recht nett, sagte Mortimer ironisch. Wenn auch nicht gerade berühmt, so werden wir doch wenigstens bekannt — ich bin neugierig, was der Inhalt dieses lieblichen Artikels alles sagen wird. Wir kauften uns ein Exemplar des Blattes und lasen einen solchen grotesken und übertriebenen Bericht über unsere nächtlichen Abenteuer, daß wir laut auflachen mußten. Wären wir mit Jagdflinten und Maximgeschützeu ausgezogen und hätten Drachen getötet, es hätten von uns keine größeren Wundertaten berichtet werden können, als es hier geschah. Erst am Schluß des Artikels kamen wir hinter seinen Urheber, denn da hieß es: „Die oben mitgeteilten Einzelheiten des Falles, über den man bald noch Genaueres erfahren wird, verdanken wir einem intelligenten Burschen namens Watson, der ihm als Augenzeuge bei gewohnt hat." Also Meister Billy Watson, sagte Mortimer, hat die Sache verbrochen. Er ist entschieden ein tüchtiger Geschäftsmann. Von mir allein hat er die Nacht zwanzig Schillinge bekommen. Und ich, sagte ich, habe ihm einen Revolver geliehen, den er im Eifer des Geschäfts zurückzugehen vergessen hat. .Aber es schadet nichts, er ist ein wackerer Bursche, trotz alledem. Marcella verdankt ihm ihr Leben, und ich —> großer Gott! — was verdanke ich dem Jungen nicht alles! Wenn mich nicht noch Ungemach trifft, werde ich ihm meine 78 — Dankbarkeit eines Tages in noch greifbarerer Form beweisen. Auf dem Rückwege begegnete uns vor meiner Wohnung der Briefträger. Er gab mir eilten Brief. Die Handschrift der Adresse war mir nicht bekannt. Ich machte ihn aus und las: „Wenn Sie Frieden wünschen und Ihnen Ihr Leben lieb ist, so lassen Sie von Garcias Tochter ab. Schicken Sie sie weg aus Ihrem Hause, und alle Belästigungen werden aufhören. Schlagen Sie diese Warnung in den Wind, so werden Sie eine Macht gegen sich heraufbeschwören, der gegenüber Sie ohnmächtig sind, die Sie vollständig vernichten lvird. Diesen Rat gibt Ihnen einer, der es gut mit Ihnen meint und Sie aus Ihrer gegenwärtigen gefahrvollen Lage retten möchte u nd beim Schreiben dieser Zeilen selbst viel aufs Spiel setzt." Nun, wenn meine Absicht, Marcella so bald wie möglich' zur Frau zu machen, irgendeines Anspornes bedurft hätte, so wäre er mit dieser Nachricht gegeben gewesen. Ich reichte das Schriftstück Mortimer. Lies es, sagte ich, und zerreiß es dann. Ich hab's gelesen, antwortete er, nachdem er den Inhalt überblickt hatte, aber zerreißen werde ich's auf keinen Fall. Ich will's für dich aufheben. Damit steckte er es in dis Tasche. Ter Tanz wird gleich von neuem beginnen, wie mir scheint, fuhr er dann fort. Aber vorläufig halte ich's für überflüssig, die Damen zu beunruhigen, gerade jetzt um die Weihnachtszeit; meinst du nicht auch? Ich biu ganz froh, daß wir den Postboten aufgefangen haben. Ich weist zwar nicht recht, wie es kam, — wahrscheinlich war es eine abgekartete Sache zwischen Helen und Mortimer — jedenfalls befand ich mich kurz nach Tisch mit Marcella allein. Ich nahm die Gelegenheit denn auch gleich wahr. Ich streckte hie Arme aus, und im nächsten Moment lag sie an meiner Brust. (Fortsetzung folgt.) Ost und West. Literarische Bemerkungen zur orientalischen Frage. Won Alexander von G l e i ch e n - R u st w u r m. In den „Persern" des Aeschylos beschreibt Königin Atossa ein Traumgesicht. Vor ihr standeu zwei reich geschmückte Schwestern, eine als Perserin, die andere als Griechin gekleidet, größer und schöner denn gewöhnliche Weiber. Die Riesinnen stritten auf das gewaltigste, bis Xerxes erschien, der Träumenden Sohp. Er besänftigte die feindlichen Schwestern, spannte beide vor einen Wagen und legte ihnen die gleichen Zügel an. Die eine reckte sich stolz im Joch der Sklaverei, doch die Griechin zerriß die Stränge, befreite sich und zerbrach das Gefährt. Wehklagend stürzte Xerxes zu Boden; der Traum seines Lebens war zerstört. Das Wesen des uralten, heute noch lebendigen Kampfes zwischen Orient und Okzident hat Aeschylos in den Versen Atossas festgelegt. Dieser Kampf ist unverändert geblieben, obwohl es sich nicht mehr um Perser und Griechen handelt. 'Die feindlichen Kulturen des Ostens und Westens befehden sich, gebend und nehmend, wie Wasser und Land. Jedem, der sie bisher versöhnen wollte, ward das Schicksal des Perserkönigs zuteil, und die ewig dauernde, unüberwindliche Feindschaft der Rassen hat Narbe um Narbe in das alte Gesicht der Erde geschlagen. Die Siegender Griechen und Römer in Asiens Ebenen, der Einfall nomadischer Stämme nach Europa zur Zeit der Völkerwanderung, die Kreuzzüge, der Fall Konstantinopels und andere wechselvolle Kämpfe gleichen Vorpostengefechten, ehe die Entscheidungsschlacht zwischen Ost und West das Urteil über die Rassen fällt. Es ist kein politischer Streit, es ist 'ein Krieg um das Dasein, wie er überall in der Natur stattfindet, mit zäher Dauer die Jahrtausende erfüllend. Einsichtige Männer haben von jeher behauptet, daß weder die Eroberungen Alexanders des Großen und der Römer int Altertum, noch der Einfluß Rußlands oder Großbritanniens in der Gegenwart den Geist des Orients auch nur im kleinsten umzugestalten vermochten. In diesem Sinne antwortete auch vor einigen Jahren der englische Schriftsteller Meredith Towsend durch einen bedeutenden Artikel: „Hat Europa wirklich Einfluß auf Asien ausgeübt?"*) Gewiß, die seefahrenden Völker haben Kolonien gegründet, Reiche erobert, Missionen und Handelsfaktoreien errichtet» Eisenbahnen und Telegraphen ziehen ihr Netz bis in den äußersten Osten — aber die Weltanschauung, die von Buddha, Zoroaster oder Konsutse ausging, blieb unberührt von dem Gedankengang der ewig fremden Einwanderer. Nach wie vor waren Europa und Asien in zwei feindlich verschiedene, sich parallel entwickelnde Sphären geteilt. *) Contemporary. Februar 1902. 679 Tie eine Sphäre behielt westlichen, die andere östlichen Kulturcharakter. Der Kamps zwischen beiden hat mit dem Anfang ihrer entgegengesetzten Zivilisation begonnen und ihre befruchtenden Keime tauschten sie nur im Sturm der Kriege. Der Streit um Troja ist symbolisch für alle Zeiten. Seit Ilions Fall hat der kriegerische Geist des Westens nicht mehr aufgehört, die Schätze des Ostens als eine ihm gehörige Beute anzusehen; man verachtete die uralte, tief eingewurzelte Kultur des Orients und wollte sie immer wieder mit den Waffen zerstören, doch bei jedem Zu- sammenprall entstand ein nnwillkürliches Jneinanderfliesten der Sb een, das den Sieger auf politischem Gebiet nicht immer als den Stärkeren zeigte. Daß auch heute Menschen, die lange in China oder Japan gelebt haben, geradezu fanatische Schwärmer für die europaseind- lichen Rassen geworden sind, beweist die verführerische Macht be§ östlichen Kestens. Rom hat wohl durch Eroberung der asiatischen Provinzen eine gewaltige Bresche in die fremde, abgeschlossene Welt geschlagen, aber gastfrei nahm es Götter und Sitten, philosophische Lehren und Wundermären bei sich auf. Aus den sanften Worten, die Christus in Palästina gepredigt hatte, und deren Kerngehalt der östlichen Kultur angehört, entwickelte der Westen seinen Glauben imb machte das Kreuz aus dem Symbol des Lebens zum Feldzeichen seiner Schlachten. „Hoc signo vinces" wurde zum Jubelrus des christlichen Europa, das im Mittelalter die großen Züge gegen die siegreich vorgedrungenen Mohammedaner wagte. Es war ein Hin- und Herwogen zwischen beiden Welten von.wechselndem Glück. Die arabischen Königreiche in Europa verschwanden wie die Reiche der Kreuzfahrer in Jerusalem. Aber der stumpf gewordene Geist des fränkischen Mittelalters wurde geschliffen, und orientalische Weisheit eroberte den Westen. Als später die Türken den morschen Baum des griechischen Kaisertums fällten und das heilige römische Reich deutscher Nation die Vorhut gegen den Islam übernehmen mußte, hatte sich die Grenze weiter denn je zugunsten des Orients verschoben, und die türkischen Heere vor Wien bezeichnen einen Vorstoß der asiatischen Welt in das Herz des Feindes nicht anders, als es vor wenig Jahren die.europäischen Heere in China taten. Der bleibende Erfolg lag immer nur im Austausch geistiger und materieller Güter, die wohl das äußere Bild der Nationen, nicht aber ihr inneres Wesen veränderten. Mit Ausnahme von abgeschlossenen Gebirgen und armen, wüst liegenden Ländereien ist im Zeitraum der letzten Jahrhunderte die europäische Kelt mit Schulen, Kirchen, Eisenbahnen und industriellen Unternehmen in alle asiatischen Länder gedrungen und errichtete feste Burgen, Angriffs- und Verteidigungsstationen ihrer Kultur. Inniger berührten sich die beiden Mächtigen Gruppen, so daß ein elektrischer Strom Rasse mit Rasse zu verbinden schien im Dienste des friedlichen Fortschrittgedankens. Ostasien ist nun das letzte Gebiet rein östlicher Kultur und Sitte geblieben, aber durch die Leichtigkeit des Verkehrs ist es der europäischen Welt näher gekommen, als den Griechen Troja, den Kreuzfahrern Jerusalem war. Auf einer Grenze von mehr als 1600 Meilen hängt das britische Kolonialreich mit China und Tibet zusammen, Frankreich hat Birma erobert, Deutschland eine Station in China errichtet, und Rnßlaud versuchte gegen die östliche Meeresküste vorzudringen. Tie Lage des Ostens schilderte der französische Geograph und Philosoph Elisoe Reclus bezeichnend mit folgenden Worten: „Tie Völker Europas und Asiens lebten einst in getrennten Welten. Nun haben die Vereinigten Staaten von Amerika ein neues Europa gebildet, so daß die gelben Völker zwischen zwei Erdteile westlicher Zivilisation eingekeilt sind." Von der alten und der neuen Kelt kommen dieselben Beispiele, dieselben Erfindungen und Gedanken, dieselben Religionen zu ihnen. Tie Erde ist zu eng für getrennte Entwicklungen, so daß ein Zusammenstoß unausbleiblich ist, ehe die Menschheit, von einem einzigen Fortschrittsgedanken durchdrungen, den alten Gegensatz von Ost und Kest vergessen kann. Er ist so tief eingewurzelt, daß ein Anhänger der natürlichen Entwicklungstheorie behaupten konnte, die Rassen stammten von verschiedenen Affenarten ab, und die Geschichte des menschlichen Fortschritts lehrt, daß man auf beiden Erdhälften nicht allein zu anderen Zielen gekommen ist, daß vor allem die Beweggründe verschieden waren, die den Menschen auf die Bahn des Fortschritts führten. Die geistigen Strömungen des Orients, mögen sie Buddha, Zoroaster, Koufutse oder Mohammed ihren Urheber nennen, sind von Urzeiten her auf Verbesserung und Vertiefung des Individuums gerichtet, während jeder Fortschritt im Westen einem sozialen Gedanken diente oder die äußeren Verhältnisse des Menschen betraf. Im Osten suchte man sich durch philosophische Re- slexiou innerlich der Natur und ihren Gewalten gegenüber unabhängig zu machen, im Westen bändigte man durch kühne Erfindungen die geheimnisvollen Naturkräfte. Der Söhn des Ostens lebt für sich allein und glaubt der Allgemeinheit zu dienen, indem er ihr nicht schadet; er opfert sich, wenn es, nötig ist, um vor sich selbst rein und edel dazustehen. Seine innere Kultur! Überragt die unsere, wie seine äußere Kultur von der unsrigen Übertroffen wird. Jede Weisheit des Orients gipfelt in der Gleichi- Lültißkei^ gegen fremdes Urteil. Im Okzident liegt das Ideal der Pflichterfüllung aber nicht nur darin, für andere zü leben, sonder« in dem Lohn, von ihnen anerkannt und gewürdigt zu werden. Die östliche Kultur ist die ältere, feierlichere der 1 beiden Schwestern, ja sie ist vielleicht immer die vornehmere gewesen. Aber die orientalischen Völker verloren den Pfad des fortschreitenden Lebens, in jener Erstarrung, die ihnen das Merk der Väter als unfehlbar zeigte und die Vorfahren zu Göttern werden ließ. Sie entsagten der Zukunft mit einer stillen, philosophisch großartigen Resignation. In seiner Antrittsrede als Professor an der Universität Jena sagte Schiller: „Wie er (der Mensch) Europa nachWestiudien und dem Südmeer trug, hat er Asien in Europa auferstehen lassen." Tarin ist die Wechselwirkung ausgedrückt, die fett dem Altertum bis in die Gegenwart den Kampf beider Hemisphären begleitet. Tie großen Epochen , der Geschichte verknüpfen sich ebenso miteinander, wie, sich die kleinen Ereignisse des Tages mit unerbittlicher Logik aneinanderreihen. Die Völkerwanderung, die an Chinas Grenzen begann, die Kreuzzüge, die Eroberung Indiens sind Glieder einer Kette, deren Last noch heute auf der zivilisierten Menschheit ruht. Die Balkanfrage und die ostafiatische Frage gehören ebenso ■— wie Schiller von den Kreuzzügen sagte — „zur Auflösung eines Rätsels, das dem Philosophen der Geschichte in der Völkerwanderung aufgegeben worden". In bem alten Vers orientalischer Weisheit: „Mir will ewiger Durst nur frommen nach dem Durste" ist jene tiefe Sehnsucht verborgen, die allen Idealen des Ostens eigen ist. Ter europäischen Weltanschauung hat sie sich bemächtigt in Gestalt des christlichen Erlösuugsbedürfnisses, so daß es immer wie eine Ironie des Schicksals erschien, wenn die westliche Staatsgewalt im Osten einen Glauben verbreiten wollte, dessen Keime dort vor Jahrtausenden in die Erde gesenkt waren. Tie Kämpfe der Gegenwart haben auch den Charakter der Kreuzzüge vollständig abgestreift, so vollständig, daß christliche Nationen offen ihre Interessengemeinschaft mit der gelben Rasse erklären konnten. Die Gegensätze haben sich nackt und bloß als Jntcressenkämpfe enthüllt, denen alle tdealen Banner und Mäntel von den Schultern gerissen sind. Tas Leben des Reisenden Pietro della Valle, der im feinen Osten zur Zeit der Renaissance ein neues Rom gründen wollte/ scheint mir ein Gleichnis für die bisherigen Kämpfe zwischen Orient und' Okzident. Nachdem Valles Pläne gescheitert waren und er sich zur Heimfahrt ungeschickt hatte, starb seine Geliebte Maani. Er beschloß, ihren Körper mit Harz, Balsam und kostbaren Spezereien zu erhalten, um ihn in seinem römischen Erbbegräbnis bci- zusetzen. Nach vielen Abenteuern erreichte er die sieben Hügel und versenkte bei einem herrlichen Leichenfest das Kostbarste, was er mitgebracht, den Leib der schönen Maani, in die Gruft der Kirche Aracoeli. So ist es im Laufe der Jahrhunderte auch uns ergangen mit dem Reichtum des Ostens, wir haben ihn eingesargt in die Gruft unserer Vorurteile, in die nach und nach ein Ideal nach dem andern versenkt worden ist. Optimistischer klingt Goethes Wort über den Zusammenstoß der feindlichen Welten aus den Noten und Abhandlungen zum „West-östlichen Tivan": „Wenn wir bedenken, welche Schritte Geist und Fleiß Hand in Hand getan haben, um aus dem beschränkten hebräisch-rabbi- nischen Kreise bis zur Tiefe und Weisheit des Sanskrit zu gelangen, so freut man sich, seit so viel Jahren Zeuge dieses Fortschreitens zu sein. Selbst die Kriege, die, so manches hindernd, zerstören, haben der gründlichen Einsicht viele Vorteile gebracht. Und so öffnet sich den jüngeren Freunden des Orients eine Pforte nach der andern, um die Geheimnisse jener Urwelt . . . kenne!« zu lernen." _____________ Kunkentelegarphle von heute. Obwohl erst eine kurze Reihe von Jahren vergangen ist, seit man die Aetherschwingungen praktisch anwendet, kann man doch heute schon von einer unmodernen und einer modernen Funken- telegraphie sprechen. Auf diesem Gebiet ist mit außerordentlicher Intensität praktisch und theoretisch gearbeitet worden. Tie wissenschaftlichen Grundlagen der Aethertelegraphie haben sich geändert und die Apparate, mit denen man hierbei arbeitet, eine vollständige Umgestaltung erfahren. Auch hier kann man eine höchst merkwürdige Erscheinung beobachten, die sich nicht selten in der Technik ereignet. Auf Grund der Wirkungen eines' ganz bestimmten Apparats wird eine bedeutende Erfindung gemacht. Tiefe gewinnt das Interesse großer Kreise für sich, viele tüchtige Techniker arbeiten die Gründung weiter aus, und wenn man nach ein paar Jahren die Anlagen betrachtet, so findet man zu seinem nicht geringen Erstaunen, daß der Apparat, der den Anstoß zu der ganzen Erfindung gegeben, bei der praktischen Verwertung des Gedankens in hochausgebildeter Form überhaupt nicht mehr angewendet wird. Er ist glatt eliminiert worden. Seine Funktionen werden viel besser und gründlicher durch andere Instrumente besorgt, die man indessen konstruiert hat. Tas erste drahtlose Telegramm, das im Jahre 1901 durch Marcoui von Neu-Fundland nach Poldhu, denk Ort der heutigen großen Funkenstation in England, gesandt wurde, ist mit Hilfe des von Brauch erfundenen Fritters empfangen worden. Dieser Fritter oder Kohärer bildete die Seele der ganzen Anlage. Seine Wirkung beruht aus der Erscheinung, daß eine mit sehr seinen Metallspänen, meistens Neusilberspänen, gefüllte Glasröhre, in 680 dis an jedem der beiden Enden ein Draht eingeschntolzM ift, für gewöhnlich den elektrischen Strom nicht leitet, daß fie aber sofort leitend wird, wenn elektrische Schwingungen darauf treffen. Mit Hilfe dieses kleinen Apparats schloß man von fernher ohne Drahtverbindung, durch das Ausstrahlen von elektrischen Wellen, einen Stromkreis, dessen Quelle sich an der Empfangsstation selbst befand, und war dadurch in der Lage, mit Hilfe eines Morseapparates Punkte und Striche auf einen ablausenden Papierstreifm M bringen. Tas ging auch sehr gut und lieferte befriedigende Resultate, solange man über eine gewisse Entfernung zwischen der gebenden und der empfangenden Station nicht hinausging. Als man f-edoch das Bedürfnis empfand, über mehrere tausend .KilometerHutweg zu telefunken, da erwiesen sich Fritter und Schrerbhebel des Morse als viel zu schwerfällige Apparate. Das empfindlichste Instrument, das wir besitzen, um elektrische Stromstöße direkt den menschlichen Sinnen kündbar zu machen, ist die Menrbran des Telephons. Diese läßt sich schon, durch ganz geringe elektrische Energiemengen in Schwingungen verletzen. Auch mit ihrer Hilfe kann man Morsezeichen geben, denn das telegraphische Alphabet fetzt sich ja bekantlich nur aus längeren und kürzeren Rhythiuen zusanrmen, die auf dem Papier als Punkte und Striche erscheinen, deM Ohr als längere oder kürzere Tone kund werden. Heute werden Funkentelegramme ausschließlich durch das Telephon ausgenommen. Die Stromquelle an der Empfangsstation ist gänzlich verschwunden. Die Zeichen werden direkt durch die Energie hervorgerufen, die an dem Gebeort erzeugt und mit Hilfe von Funkenstrecken als Aethetschwingungen in den Raum ausgestrahlt werden. Au die Stelle des schwerfälligen Fritters ist ein ganz anderer hochemfstindlicher Apparat getreten: Die Form der Energie, die die Empfangsstation mit Hilfe ihrer durch Türme hoch hinaufgeführten Luftdrähte, der Antenne, entgegennimmt, ist Wechselstrom, das heißt, ein elektrischer Strom, der die Richtung seines Fließens fortwährend, viele tausend Mal in der Sekunde, umkehrt. Dieser Wechselstrom ist für die Betätigung einer Telephonmembran unbrauchbar. Er vermag diese nicht so zu erschüttern, daß sie einen für menschliche Ohren hörbaren Ton hervorruft. Hierzu braucht man Gleichstrom, der immer in derselben Richtung fließt. Es war also notwendig, einen Apparat zu erfinden, der in ganz einfacher Form, und ohne daß bei dem Umformen ^Energie verloren geht, den in der Antenne ankommenden Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt. Das tut nun der von bent berühmten englischen Physiker Rutherford konstruierte Detektor. Er besteht aus einem dünnen Metallstab, der in einer überaus feinen Spitze eine Scheibe aus gleichem Material berührt. Diese Anordnung wirkt seltsamerweise wie ein Sieb auf den Wechselstrom. Sie läßt nämlich immer nur die eine Fließrichtung hindurch, während die andere gänzlich abgedrosselt wird. Auf diese Weise erhalten die Apparate der Empfangsstation Gleichstrom, der in genau denselben, Rhythmen auftritt, mit benen bis Funkenstrecken ber Senbestation arbeitens Mit Hilfe dieser Anordnung ist es der deutschen Großstation in Nauen bei Berlin nun schon gelungen, Entfernungen von nahezu sechstausend Kilometern drahtlos zu überbrücken. Man wird bald störungsfrei von Nauen nach New York und Kamerun telegraphieren können. Doch auch mit dieser Reichweite ist durchaus noch keine endgültige Grenze erreicht. Die modernen Apparate der Funkentelegraphie haben den Menschen zum Sieger über den Weltraum gemacht. VsNMrschtss. * Der geheizte K i r cb e n st u h l. Nachdem vor einiger Seit die große Renovierung der Nürnberger Sebalduskirche, deren Lederherstellung eine Arbeit von 19 Jahren beanspruchte und weit über 1 Million Mk. Kosten verursachte, glücklich zum Ab- schluß gelangt war, erwuchs der Nürnberger Kirchenbauverwaltung die schmierige und reizvolle Ausgabe, dem prächtigen alten gothi- kchen Gotteshause eine Heizung zu verschaffen, ohne die alten Formen des Baues anzutasten oder durch Einsügung moderner Heizkörper zu gesährden. Die Anlage einer modernen Heizung hätte die Innenarchitektur gestört. Die-Bauwelt macht interessante Mitteilungen, aus welchen! Wege die Kunst des modernen Ingenieurs diese schwierige Ausgabe gelöst hat. Man legte den Haupt- wert auf die Beseitigung der Fußbodenkälte, von dem Grundsätze ausgehend, daß ein warmer Fuß den ganzen Körper warm erhält. Nach langen und eingehenden Versuchen ist man zu einer sehr- sinnreichen Methode gekommen, die alten Kirchenstühle elektrisch zu heizen. Man legte starke, aus kleinen eisernen Böcken ruhende eiserne Röhren von 80 mm Durchmesser in die Kirchenbünke, genauer unter die Fußbänke. Da die Heizungskörper bei voller Einschaltung des Stromes eine Temperatur von 72 Grad Celsius erreichen, wurden sie mit durchlöcherten Abdeckblechen verhüllt. Die Bleche entsprechen in der Tönung genau den hölzernen Bänken, heben sich sür das Auge nicht ab, sind völlig unauffällig und bieten dabei den Füßen eine bessere Stütze. Die Heizung wurde zunächst aus sechs Bänke beschränkt, dann aber, als der Versuch das volle Gelingen des Planes erwies, aus 1200 Sitzplätze ausgedehnt. Die Heizrohre haben eine Länge von 600 m, die Kosten des Betriebes stellen sich für Sitzvlatz und Stunde Heizung einstweilen au 0,04 Mk., werden sich aber noch verbilligen lassen. Die Anlage, die eine interessante neue Lösung des Kirchenheizunas- problems barstellt, findet bei den Kirchenbesuchern ungeteilte Anerkennung. * Vom klugen Esel. Ein neues Beispiel dasür, rote ungerecht die Menschheit ist, wenn sie im Sprachgebrauch den Esel zu einem Sinnbild der Dummheit stempelt, erzählt der Direktor des Pariser Museums, Edmond Perrier, in einem interessanten Aussatz über das Wesen der Tiere, der in „Je sais tont" veröffentlicht wird. Im Museum von Patthon hielt man einen Esel, der Lasten des Laboratoriums zu schleppen hatte. Wenn das Tier nicht gerade gebraucht wurde, hielt man es in einem großen ummauerten Hole. Durch eine Tür konnte man von diesem Hofe in den Garten kommen, wo die schönsten, üppigsten und sastigsten Pflanzen grünen. Der Esel versäumte keine Gelegenheit, um heimlich in den Garten zu schlüpfen. Und das geschah besonders ost während der Zeit, in der ein Maurer an der Wand des Hoses Ausbesserungen auszusühren hatte. Man empfahl dem Maurer dringend, die Tür zum Garten stets sorgsam geschlossen zu halten, aber man sand den Esel trotz alledem immer wieder in dem Garten. Schließlich beschloß man, den listigen Meister Langohr zu belauschen, und da stellte sich denn heraus, daß der Esel die Türklinke nut den Zähnen öffnete, die Tür ausstieß und dann in den Garten ging. Der Maurer begnügte sich nunmehr nicht mehr damit, die Tur zuzuklinken, er legte auch einen Riegel vor, der am unteren Ende oer Tür angebracht war. Drei Tage lang ging alles gut; dann aber begann der Esel wieder auszubrechen, und inan sand ihn ^.ag um Tag immer wieder im Garten. Es zeigte sich, daß das Lter nach sorgsamer Beobachtung es gelernt hatte, auch den Riegel zu öffnen. Erst schlug es den Riegel zurück, dann klinkte es die Tür ans und inarschierte seelenvergnügt in den Garten. Nun entschloß sich der Maurer endlich, die Tür regelrecht mit dem Lchlichel abzuschließen. Diese Maßnahme mußte der Esel, der von dem Maurer ohnehin nicht gerade saust behandelt worden war, als eine besonders schwere Beleidigung empfunden haben, um so mehr, als er dagegen nichts tun konnte: jedenfalls ivar er von diesem ^.age an der erklärte Feind des Maurers. Und bald vollzog sich auch des Esels Rache. Jeden Morgen setzte sich der Maurer zt>m Frühstück gemächlich aus den Boden und beseuchtete sein Butterbrot nut einet Flasche Rotwein. Eines Tages kommt der Esel herbei tmd imrst ourch ein Versehen die Flasche um. Man tarnt sich vorstellen, welche Flut von Schimpfreden sich über den Meister Langohr ergoß; das Tier aber sah seinen Feind dabei mit einem so merkwurdtg höhnischen Ausdruck der Augen cm, daß der Maurer überzetigt war, der Esel habe sich betvnßt gerächt. Am, nächsten Tage war der Handiverket so vorsichtig, die Flasche nach jedem Schluck zuzukorken. Der Esel warf die Flasche wiederum um und schien sich über seinen Mißerfolg sehr zu' tvlmdern. Zwei Tage später aber hatte das Tier seine Taktik geändert: es beschränkte sich nicht mehr darauf, die Flasche umzuwersen, sondern zerbrach sie auch, bis der Maurer schließlich das Feld räumte und sich eine andere Stelle suchte, an der er von seinem Feinde ungestört srühstücken konnte. * Unbestechlich. Rekrut (vom Urlaub zurück): „Herr Feldwebel, diese Wurst schickt Ihnen meine Mutter und laßt sagen, Sie möchten sich dieselbe gut schmecken laßen. Feld- webel: „Du weißt doch, mein Sohn, daß ich von der Mannschaft keine Geschenke annehme. Also, was kostet bte Wurst >, — Rekrut: „Na also zwanzig Pfennig, Herr Feldwebel. — Feldwebel: „Gut, hier hast du eine,Mark, mein Sohn. Schreibe deiner Mutter, sie soll mir noch vier Würste schicken. * Voreilig. Stammgast: „Zu dumm! Jetzt habe ich schon zwei Salzheringe gegessen, damit ich an' rechten Durst hab', wenn frisch an'zapst wird . . . und getzt kommt ferner, bet die letzten drei Maß trintt, bte -noch in dem alten Faß. bnn sind. Rätsel Auflösung itt nächster Nummer. Auslösung bes Diamant-Rätsels in voriger Nummerr G USD FRIDA ENGLAND MAIBLUMEN GRILLPARZER ALEXANDER SORRENT BOZEN FEE R Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,