|TLui . I? !L ZWW M JUS 1IB Die von Gründingen. Roman von Freiherr von Schlicht. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Baron erwartete die beiden Komtessen in der Reit- vahn, sie fanden ihn damit beschäftigt, das Sattelzeug Und die Riemen eingehend zu prüfen. „Dars ich fragen, wer den Komtessen bei dem Einkauf der Pferde geraten hat?" erkundigte er sich nach der ersten Begrüßung. „Unser Bruder Hans," gab Mexa zur Antwort, wahrend Dagmar ihrem Pferd ein Stück Zucker reichte. „Das sollten Sie lieber am Schluß der Stunde tun, Komtesse," rief er ihr zu. „Pferde sind in mancher Hinsicht wie die Menschm, auch die verdienen ihre Belohnung erst nach getaner Arbeit, lobt man sie vorher, dann tun sie nicht immer ihre Pflicht." „Danke." Eine leise spöttische Ablehnung klang aus diesem Worte heraus, aber er schien sie nicht zu hören. „Bitte sehr, Komtesse. Im übrigen werden Sie im Lause der nächsten Wochen noch so oft Gelegenheit haben, zu mir .danke' zu sagen, daß ich glaube, es ist besser, wenn wir von vornherein diesen Dank fortlassen. Ein Kaufmann würde sagen: es erschwert unnötig den Geschäftsverkehr, und daß die Damen mir dankbar sind, oder es wenigstens sein werden, glaube ich auch so annehmen zu können." Der Hieb saß, und ärgerlich biß Dagmar sich auf die Lippen. Sie mußte sich eingestehen: Schuld hatte sie selbst. Warum behandelte sie den Baron nicht lediglich als das, toftg- er wär, mit kühler Höflichkeit? Dann setzte sie sich solchen Entgegnungen nicht aus, und verriet dadurch nicht, daß sie sich in Gedanken doch mit ihm beschäftigte, daß sie sich über sein Wesen ärgerte, und daß seine Keckheit, hierher zu kommen, sie empörte. „Worauf bezog sich Ihre. Frage vorhin, Herr Baron?" erkundigte sich Alexa jetzt. „Wer das sage ich Ihnen gleich: wenn Ihnen meine „Lady" nicht gefällt, wenn Sie an der etwas aussetzeu, Hann haben Sie es ein für allemal mit mir verdorben — was, Lady?" Und zärtlich schlang sie ihren Arm um den Hals des Pferdes, das ihr den Kopf zudrehte. Der Baron erhob in komischer Verzweiflung abwehrend die Künde: „Wie würde ich es wagen, Komtesse, den Liebling Ihres Herzens zu tadeln! Ganz ernsthaft: Lady ist ein ausgezeichnetes Pferd, nur hat es einen Fehler, es eignet sich nicht für eine Dame. Ich habe Ihnen nicht gleich sagen wollen, um Sie nicht zu betrüben, aber Lady hat einen zu kurzen Hals, und dadurch eine schlechte Sattellage. Die Schultern sind mir nicht schräg genug Und fallen nicht lang genug ab. Ja, es ist sehr schwer, für eine Dame ein passendes Pferd zu kaufen." Mexa stand ganz geknickt da. „Sie werden mir meine Lady doch nicht etwa fortnehmen wollen?" „Vorläufig noch nicht, Komtesse" beruhigte er sie, „aber wenn es sein muß, dann fügen Sie sich bitte in das Uni vermeidliche. Sie reiten ja nicht Ihrer Lady wegen, sondern um der edlen Reitkunst selbst willen, und da ist das Pferd doch nur das Mittel zum Zweck und nicht der Zweck selbst." „So passen Sie doch auf, Heinrich!" erklang da Dagmars scharfe Stimme. Der Baron, der ihr bisher den Rücken zugewandt hatte, um Mexa die Fehler ihres Pferdes zeigen zu können, drehte sich schnell um. Dagmar hatte sich in den Sattel heben lassen und wäre beinahe zur Erde geglitten, da ihr „Old fellow" einen kleinen Settensprung machte, während sie noch mit dem Ordnen ihres Reitkleides beschäftigt war. „In Zukunft hebe ich die Komtessen in den Sattel,"- wandte sich der Baron an die beidejn Stallknechte. „Merken Sie sich das." Und seine Worte an Dagmar richtend, fuhr er fort: „Es ist wichtiger, Komtesse, daß Sie, sobald Sie im Sattel sitzen, das rechte Knie um das Horn legen, als daß Sie Ihren Rock zurechtziehen. Dazu ist immer noch Zeit, und in Zukunft werde ich auch das besorgen." Der Tadel war gerechtfertigt. Hätte Dagmar gleich den richtigen Sitz eingenommen, so hätte die unerwartete Bewegung des Pferdes sie nicht beinahe aus dem Sattel gebracht. Trotzdem lag ihr eine Entgegnung auf den Lippen, aber sie schwieg. Warum widersprechen, warum ihm dadurch zeigen, daß seine Worte ihr nicht absolut gleichgültig waren? Der Baron hob Alexa aufs Pferd, und dann schickte er die beiden Stallknechte fort: „Sie können gehen — aber einer von Ihnen bleibt draußen vor der Tür, damit er gleich zur Stelle ist, wenn ich ihn brauche." Gleich daraus war der Baron mit seinen beiden Schülerinnen allein. „Wenn die Komtessen jetzt vielleicht so liebenswürdig sein wollten, mir etwas vorzureiten, so wäre ich Ihnen sehr dankbar. Tun Sie aber bitte, als ob ich gar nicht zugegen wäre. Versuchen Sie keine Kunststücke, die Ihnen vielleicht noch gar nicht gairz geläufig sind, sondern reiten Sie so, wie Sie es gewöhnt sind. Da ich noch nie den Vorzug hatte, die beiden Damen im Sattel zu sehen, muß ich mir erst ein Urteil darüber bilden^ wie weit Sie es in diesem Sport gebracht haben." Dagmar merkte von neuem: in der Berstellungskunst hatte sie an ihm einen ebenbürtigen Gegner gefunden.. Mancher andere hätte die Worte „noch nie" vielleicht absichtlich betont, um ihr dadurch auch den letzten Zweifel zu rauben, ob sie sich nicht vielleicht doch schon einmal 326 irgendwo begegnet wären, aber er sprach sie ganz' ruhig und gelassen aus. „Also wenn ich bitten dürfte — Komtesse Dagmar geht vielleicht aus die rechte und Komtesse Alexa aus die linke Hand Beide trabten gleichzeitig an, und in der Mitte der Reitbahn, die mit einem großen Kostenauswand gebaut sein mußte und auf das praktischste eingerichtet war, stand der Baron und verwandte keinen Blick von seinen Schülerinnen. Auch der Graf hatte zusehen wollen, denn die Gräfin hatte das für passender gefunden, aber der Baron hatte widersprochen und den Grafen gebeten, sie allein zu lassen: „Jeder Dritte stört — jeder Zuschauer lenkt — namentlich in den ersten Stunden — die Aufmerksamkeit des Reiters von seinem Pferde und die des Lehrers von seinen Schülerinnen ab." Auch da hatte der Graf zugestimmt, aber es der Gräfin doch nicht mitgeteilt, daß er dem Unterricht nicht beiwohnte. Warum auch? Er war ja sein freier Herr und konnte tun und lassen, was er wollte. „Bitte, meine Damen — keine schwierigen Kunststücke," bat der Baron, als Dagmar jetzt Renvers und Travers zeigen wollte, „bitte deutschen und englischen Trab, zwischendurch einen kleinen Galopp, die Uebergänge von einer Gangart in die andere, das Versammeln des Pferdes, das genügt vollständig. Das Versammeln ist nämlich alles. Ich weiß nicht, ob die Komtessen jemals früher im Zirkus Renz den Schulreiter Fillis sahen? Der brachte das Kunststück fertig, auf der Stelle, ohne daß der Gaul auch nur einen Schritt vorwärts kam, Trab und Galopp zu reiten." „Ich habe ihn gesehen," rief Alexa lebhaft, aber gleichzeitig gab sie dem Pferde einen ganz unangebrachten Ruck ins Maul. „Man spricht bei dem Reiten nur mit dem Munde, Komtesse, nicht mit den Händen. Die müssen immer still gehalten werden, anziehen, nachgeben, aber nur mit den Fingern, nicht mit der ganzen Faust und vor allen Dingen nicht mit dem ganzen Arm oder mit dem Oberkörper." Wohl eine halbe Stunde lang stand er dann noch als schweigsamer, aber aufmerksamer Beobachter in der Reitbahn. Kein Wort des Lobes oder des Tadels kam über seine Lippen, so daß beide Komtessen auf sein Urteil neugierig waren, als er jetzt „Halt" kommandierte. Selbst Dagmar war begierig, was er alles an ihr tadeln würde, denn daß er nichts zu loben hätte, war ihr klar. „Ich weiß nicht, meine Damen," begann der Baron, „ob Sie einmal während Ihres Klavierunterrichts die Erfahrung gemacht haben, daß jede neue Lehrerin die Methode ihrer Vorgängerin tadelt und dann sagt: Wir müssen wieder ganz von vorne anfangen. Das erklärt sie auch dann, wenn ihre Vorgängerin ein Genie war, während sie selbst eine elende Stümperin ist. Es hat eben jeder seine eigene Methode, die er für die allein richtige hält, es geht da gewissermaßen tote mit der Religion — jeder stirbt im Glauben feiner Ueberzeugung." „Also doch!" rief Alexa. „Ich hab's ja gleich gesagt, Dagmar, daß wir wieder ganz von vorne anfangen müssen! Ra, mir soll es richt sein wenn ich Nur endlich was lerne. Offen gestanden, Herr Baron: manchmal habe ich mich in Berlin doch vor den anderen Reiterinnen etwas geniert." „Das werden Sie hoffentlich in Zukunft nicht mehr nötig haben, Komtesse, denn Ihre Worte beweisen mir, daß Sie wirklich lernen wollen. Und Sie, Komtesse?" wandte er sich an Dagmar. „Ich schickte meine Worte, die ich vorhin sprach, gewissermaßen als Einleitung voraus, um 'meine Absicht zu rechtfertigen. Ich gab Ihnen dadurch dre Möglichkeit, mich ohne weiteres für einen Stümper, meinen Vorgänger aber für einen zweiten James Fillis zu halten. ; Sie dürfen auch ruhig auf mich schelten, je mehr, je lieber, denn ein Lehrer, der von seinen Zöglingen nicht als Mensch, wohl aber als Lehrer nicht gehaßt und für gänzlich unfähig erklärt wird, ist nach dem Ausspruch eines weisen Schuldirektors nicht einen Pfennig inert. Also bitte, schelten Sie immerhin, aber, nicht wahr — auch Sre sind damit einverstanden, daß wir ganz von vorne anfangen, es ist wirklich besser." Ste sah ihn anscheinend ganz erstaunt und verwundert an: „Me kommen Sie dazu, anzunehmen, daß ich nicht ebenso wre Alexa den Wunsch hätte, eine gute Reiterin zu werden? Und welche Methode Sie da anwenden — das ist doch lediglich Ihre Sache, ich bin die Schülerin — Sie find der .Reitlehrer." Sie hatte sich entschlossen, nachzugeben, aber sie wollte es nicht tun, ohne ihm ihre Ansicht Über das Verhältnis, in dem sie zueinander standen, klar zu machen. Aber wenn sie geglaubt hatte, daß ihre letzten — wie sie selbst zugeben! mußte: wenig taktvollen Worte auf ihn irgendwelchen! Eindruck machten, dann irrte sie sich. Mit ferner Mienen mit keiner Silbe verriet er, ob das Wort „Reitlehrer" ihn: irgcudwie getroffen habe. Im Gegenteil: er lachte luftig auf: „Na, Gott sei Dank — da sind wir uns ja einig.. Und wir könnten für heute den Unterricht beenden, um! denselben morgen — allerdings ohne Pferde, wieder aufc zunehmen." „Ohne Pferde?" fragte Alexa erstaunt. - „Gewiß, Komtesse. Allerdings ohne lebende. Ich werde mich nachher mit dem Stellmacher in Verbindung setzen, der muß uns bis morgen früh zwei Holzböcke bauen, Anf die schnallen wir dann die Sättel fest, und in den' nächsten Stunden erlernen wir auf diesem Pferde den ruhigen, tadellosen Sitz Und die Körperhaltung. Damit Ihnen die Zeit nicht lang wird, dürfen Sie dabei Ball spielen. Erstens ist das eine kleine Zerstreuung, vor allen. Dingen eine glänzende Vorübung, um den Oberkörper ruhig zu halten. Doch das erkläre ich Ihnen alles morgen. Wie ist es: wollen die Damen heute noch in der Bahn! reiten oder wollen wir den Unterricht schließen?" Draußen lachte das schönste Frühlingswetter. „Wollen wir nicht einen kleinen Spazierritt ins Freie machen?" bat Alexa. „In der Bahn reitet man doch nur, wenn man muß. Bitte, begleiten Sie uns, Herr Baron?" Der stimmte zu, das war für feine Schülerinnen eine kleine Belohnung dafür, daß sie so schnell seinen Wünschen nachgaben. Bei Dagmar hatte er Widerspruch und Widerstand erwartet, und die Art und Weise, in der sie ihm' beistimmte, bewies ihm auch, welche inneren Kämpfe ihrem „ja" vorangegangen waren. So rief er denn den draußen wartenden Stallknecht herbei, gab ihm den Auftrag, den Goldfuchs, den ihm! der Graf für die Dauer feines Aufenthalts ein für allemal zur Verfügung gestellt hatte, zu satteln, und bald daraus, ritten alle drei nach dem eine Stunde entfernten Meiereihof, den Alexa wegen feiner schönen Lage und der prachtvollen Wege, die dorthin führten, als Ausflugsort vor- geschlagen hatte. Dagmar hatte der Wahl mit einem: „Es ist ja ganz einerlei, wohin," beigestimmt und ritt auch jetzt gänzlich' teilnahmslos neben dem Baron und ihrer Schwester, die beide in fröhlicher Unterhaltung begriffen waren. 9Zuc hin Und wieder warf sie ein Wort ein, nicht etwa aus Inter- effe an den gleichgültigen Dingen, über die die Beiden!, sprachen, sondern lediglich, um nicht den Anschein zu erwecken, als ob sie sich etwa absichtlich nicht an der Unterhaltung beteiligte. Aber der Baron durchschaute sie doch, er erriet, daß ihr dieser Spazierritt in seiner Gesellschaft gar kein Vergnügen mache, und daß sie nur deshalb nicht zu Hause! geblieben war, um ihm Nicht zu zeigen, wie gleichgültig -i um nicht zu sagen: wie unangenehm — ihr seine Gesellschaft fei. . Das irritierte ihn aber nicht im geringsten. Die Hauptsache war ja, daß sie an seiner Seite ritt. Aber er hütete sich vorsichtig, seiner Freude darüber irgendwelchen Ausdruck zu geben. Er war gegen jte genau so höflich und! liebenswürdig, wie gegen Alexa, nicht um ein Atom freundlicher, ein paarmal widersprach er ihr sogar mit bestimmter Entschiedenheit, als sie Ansichten äußerte, die er nicht zu teilen vermochte. Dagmar sollte nicht glauben, daß er ihr zuliebe schwieg, und sie sollte daraus nicht folgern können, daß ihre Anwefeuheit für ihtn auch nur das geringste bedeute, daß diese ihn irgendwie glücklich mache. (Fortsetzung folgt.) In der schlecht. Skizze von Max Karl Böttcher, Ctze'mnitzl „Geh', Cäcilie, schließe das Limoueuhäus!" „Schon jetzt, Signor? Es ist erst sechs Uhr." „Geh' und tue, was ich Dir sage!!" . Unwillig stampfte die junge' Signora mit dem! Fuße auf Md machte eine große gebieterische Bewegung mit der Hand, und 827 Cäcilie, die junge, schwarzäugige Magd, verließ kopfschüttelnd den seinen Altan und ging nach dem Garten. Die Herrin sah ihr nach, bis das weiße Kopftuch zwischen den Zwergzypvessen verschwunden war. Dann trat sie bis an die Brüstung des Altans und blickte! in die blauen Fluten des Sees. Tas Glockenspiel von Maderno begann im selben Augenblick seine weichen Klänge durch die Abendstille zu fenben, und ganz, oben aus den Bergen, vielleicht vom Kirchlein St. Miguele, ertönte ebenfalls Feiertagsgeläute, aber schwach, wie die liebliche Stimme eines Kindes. Signora Bianka Bardolino faltete die Hände zum Gebet Und flüsterte: „Heilige Mutter Maria, laß ihn das eine Mal noch heil zurückkommen — nur das eine Mal noch. Ich will ihn anflehen, morgen zum heiligen Leidensfreitag will ich ihn anslehen, nie wieder solch Schändliches zu tun. Beschütze ihn heute noch!" Ta fam urplötzlich ein Zischen und Sausen durch die Luft wie machtvolles Flügelrauschen. Der See, der soeben noch im reinsten Blau erstrahlte, sichtete weiß auf, große Wasserschaum- flocken tänzelten auf den unruhigen Wellenkämmen, und ein feuchter, sickernder Nebel schob 'sich durch die Luft. Drüben sprühten die hohen, stolzen Zypressen von St. Bigtlio an ihren Gipfeln kleine Flammen aus. St. Elmsfeuer! Und einen Augenblick später raste >es in Sturmesbrausen durch die Luft. „O mi Madonna! Der Burraska!" schrie Sigrrora Bianka auf. Jener furchtbare, heimtückische Sturm, der Schrecken des Gardasees, der die sonst so friedlichen Wellen zu Meereswogen peitscht, hatte sich wie ein gieriges Raubtier Wer den See gemacht. „O mi Madonna! O santa Maria! Wie wird es Bernardo ergehen und seinen Helfern?" Sie trat in das Haus, schloß die Fensterläden bis auf einen, und an dieses Fenster setzte sie eine Lampe mit einem starken Reflektor, und der lange, spitze Lichtkegel stach grell in die sturmessinstere Nacht. Eäcilia kam still herein, kauerte sich zitternd an das Marieir- bild und schien zu beten, aber ihre Äugen huschten angstvoll von der Herrin zu der grellen Lampe, die da einem Signal gleich in die Nacht schimmerte. Tas heulte und stöhnte und peitschte draußen im Garten, und der See riß grimmig an den Quadern der Gartenmauern, und die langen, spitzen Wellen züngelten lüstern nach dem Altan. „Signora?! Signora, wo bleibt nur der Herr heute? 'Wo mag er nur sein?! Er ging mit tert Gewehr nach Mittag fort. Ich habe solche Angst um den Herrn." Ta trat Bianka vom Fenster zurück und fragte dumpf: „Kennst Tu den Weg durch die Toskolanerschlucht auf den Pizzocolo?" Eäcilia sprang auf: „Nach dem Schmug'glerbe'rg?!" „Kennst Tu ihn?" „Hundertmal bin ich ihn gegangen. Doch was soll das . ." „So mach' Dich fertig und komm'. Der Signor steht dort droben und ..." „Ter Signor?! Der Signor?! Heute vor dem Karfreitag der Signor am Schmugglerberg! Mein Gott, mir ist so wirr! Was macht unser Herr da droben?" Ta trat Bianka dicht zu Eäcilia und stieß hervor: „Was man nachts droben am Pizzocolo macht!" Eäcilia schrie auf: „Er ist ein Schmugglet! Mein Herr ein Schmuggler!" Und die treue Magd schlug die Hände vor das Antlitz und weinte. Dann aber faßte sie sich und sprang auf: „Und was soll ich, was wollen wir droben am Pizzocolo?" „Wir müssen ihm Kunde bringen, daß der See rast, daß er nicht jenseits durch die Schürfe zum Ufer herunter kann und dann Wer den See ins Haus. Sie merken nichts in den Bergen vom Burraska und müssen gewarnt wenden." „Ja, Herrin, ja, das wollen wir tun." Und sie rannte fort, aber unter der Tür blieb sie stehen und schauderte zusammen. „Es geht nicht, Signora, 63' geht nicht." „Es geht nicht? Warum nicht?" „Weil wir — weil ich und Sie — weil wir sonst des gleichen Verbrechens uns schuldig machen, und weil — weil. . ." „So sprich doch! Du marterst mich." Eäcilia schlug die Augen nieder und griff mit der Hand nach dem SchürzensauM, und errötend sagte sie: „Weil mein — weil mein — Liebster ein — Finanzer (Grenzwächter) ist." Ta brach die Signora zusammen: „Mein Gott, was habe ich da getan?! Eäcilia, ich beschwöre dich, ich flehe dich an, schweige, verrate uns nicht! Ach, Eäcilia, glaube nicht, was ich dir sagte. Es ist alles erlogen. All die Uhren und all der Schmuck, die der Signor in Gardone und Fasone und Maderno verkaufen läßt, ist nicht über die Grenze gepascht, ist alles ehrlich und rechtlich verzollt — ja, ja, ich habe im Wähne gesprochen und . . Tas arme Weib stürzte vor der Magd in die Knie und packte ihre Hände und bettelte und log und widersprach sich hundertmal in wahnsinniger Angst um ihren Mann. Aber Eäcilia hob die Herrin auf und streichelte sie und beruhigte sie und schwur, nie — nie jemals ein Wort davon zu verraten. Und sie wollte gern und gleich mit der Herrin nach der Schlucht gehen bis hinauf nach dem Pizzocolo. Es waren drei Stunden Wegs, und jetzt in der Nacht und und bei dem Sturme konnte man vier rechnen. Sie ging in ihre Kammer, um ein dickeres Kopftuch und den Bergstock zu holen. Beim schwachen Lichtschein fiel ihr Blick auf eine schlecht ausgeführte Photographie, die auf dem Spinde lang. Ein schmucker, junger Bursch' in Zollwächtersuniform, mit fröhlichen, ehrlichen Äugen und kleinem, eitlem Schnurrbärtchen blickte ihr entgegen. Sie starrte aus das Bild und griff dann mechanisch nach dem Briefe, der daneben lag. Sie überlas flüchtig die Zeilen und schien nach einer Stelle zu suchen. Da, halblaut las sie: „Freilich, o dolce Eäcilia, mit dem Heiraten kann es noch Jahre dauern. Du weißt, mein Sold ist so klein und langt nicht für zweie oder mehr. Es sei denn, daß das Glück uns hold ist und ich einmal einen Kapitalfang mache — vielleicht einmal ein paar schwere Schmuggler wegnehme —, bann werde ich avancieren und kann Dich dann als Mein Weib in meine Hütte führen." Ein Gedanke schoß ihr durch den Kopf, ein wahnsinniger Gedanke, der sie erschauern machte und sie doch auch wieder mit dämonischer Gewalt anzog. Sie mußte ihn denken, so sehr ich auch ihr treues, ehrliches Herz sträubte. Und immer las ie dabei mechanisch die Worte: Wenn ich einmal ein paar chwere Schmuggler wegnehme. Kalter Schweiß trat ihr auf die Stirn. Sie dachte an die Signorina und an den Signor, der imniör so gütig zu ihr gv- wesen war. Erst gestern hatte er ihr eine Hand voll Soldi! geschenkt, und Heute hatte er ihr für morgen zum Karfreitag Urlaub gegeben, damit sie mit ihrem Seppo ausgehen konnte. Tie Lustfahrt nach Jsola di Garda wollten sie mitmachen. Uni» sie dachte an Emanuelo, den kleinen Liebling, den einzigen Sprossen ihrer Herrschaft. Ster würde dann vaterlos sein, wenn der Herr lange Jahre im Kerker schmachten müßte. Nein, es ging nicht, es wäre gemein,. es wäre ein Verrat. Sie zuckte zusammen, denn die Judasgeschichte kam ihr in den Sinn. An diesem Tage, am Donnerstag vor Ostern, hatte bet nicht Judas seinen Herrn verraten?! Sie wäre dann so gemein wie Judas. Und nun packte sie eine entsetzliche Angst vor sich selbst. Sie nahm den Brief und hielt ihn mit zitternder Hand über die Flamme, daß er in flüchtiger Äsche herabbröselte. Sie nahm ihres Liebsten Bild und versenkte es tief im Spind unter der Wäsche, damit sie die lockenden Augen nicht mehr sähe, die da sagten: „Tu' es doch, dann ist unser Glück gemacht! Es ist kein Verrat, Betrüger und Verbrecher ans Gesetz zu liefern." Äber ein unsichtbarer Mund schrie ihr ins Ohr: „Judas ! Judas! Verräter!" Da schrie sie auf und hielt sich die Ohren zu Und rannte zur Türe hinaus, und doch hörte sie mit grausiger Stimme die Worte: „Tu's doch! Tu's doch!" Die Herren kam ihr entgegen, und sie. klammerte sich an ihr an und schrie: „Ich tu's nicht — nein, nein — haben Sie keine Angst, Signora — ich Bin kein Judas." Und die Signora sah sie an, las in ihren Augen ihre Seele, erkannte ihre Gedanken und schrie auf und stieß sie fort: „So gehe doch hin zu deinem Liebsten, gehe doch und führe ihn hinauf zum Pizzocolo — dann ist es aus, alles, alles, das Glück und' die Qual!" Aber Cacilia hielt der Herrin den Mund zu und zog sie fort aus dem Hause. Sie rannten durch die engen Gassen von Tos- kolano. Alles menschenleer und öde. Grauenhaft höhl erklangen ihre Schritte auf dem Gestein. Ter Sturm tobte in wahnsinniger Wut, riß und zerrte an Dach und First und Stein und Schindel und peitschte den Regen in hohlen Böen durch die Gassen. Äus der Wachtstube der Finanzer fiel ein matter Lichtschein auf den Platz. Eine hohe, schlanke Gestalt stand mit dem Rücken nach dem Fenster. Eäcilia erschrak so, daß sie einen Augenblick stehen blieb und die Hand aufs Herz legte. „Peppo!" ächzte sie. aber sie schritt der Herrin nach, an der Sagemühle vorbei und nun in die enge Schlucht. Ms käme man in das Land der Toten, so unheimlich ruhig, so grauenhaft still erschien es einem hier nach dem Tosen Und Lärmen draußen. Von den gewölbten Decken und Wänden der in das Kalkgeschiebe eingehanenen Tunnelstraße ging es: tropf, tropf, tropf — einförmig und mit einem' ganz, ganz schwachen Echo. Und nun ging es weiter hinaus, an der letzten großen Fabrik vorbei, über den kleinen Steg mit der Quirltür und bann in die eigentliche enge Schlucht. Steg um Steg, Brücks um Brücke haspelten sie weiter, an1 dem Geländer dahingeh'antelt und Griff um Griff vorwärts. Tie steilen, hohen Wände starrten sie an wie finstere Gefcmgnis- mauern, aus der Tiefe gischtete und brodelte und dröhnte die schäumende Wut des Wildbaches in unaufhaltsamer Gewalt und übergoß sie mit einem steten, feinen Sprühregen, der sie bis auf die Haut durchnäßte. Ab und zu blieben sie stehen, um zu verschnaufen, aber die Signora trieb zur Eile. „Komm', du Treue, daß wir nicht umsonst das Schaurige wagten. Um zehn Uhr wollten sie drobeü weggehen jenseits durch die Schürfe hinab in den See." Und so hasteten sie weiter und weiter, immer höher die SL8 — Äs er Mit meinen will ich tun, aber Redaktion: K. N-urath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gietze» Das stieß ihn ans Herz. ,,Emanuelo! Emanuelo! Dim sagte er dumpf und unter schwerem Eickschluß: »Ja, Werb, du hast recht. Emanuelo soll einen ehrlichen Vater bekommen. Es soll anders werden, ich schwöre es dir — und drunten tm Teufelskessel werfe ich die Verbrecherlast tn dre Flut. Und nun Schlucht hinauf i sÄieWch verlaßen ^^den^Wasserlauf ^und I _ r> raH tto^e^T e^e^a pht« in Amo r, hÄtfW« S - duK - dort g &SZ Kwort, beim ameri- dort drüben am ^^uz J. es ist nur ein Knorren, j rmnsckeil Marinedepartement erhoben. Die privaten Stationen steht I em and -^ufln, Got s ' Willig gehorchte Bianka I drahtlose Telegraphie sind in her Umgehung dreies von der Fort, schnell fort. . .. scharfen Augen in die Nacht I e[eganten und reichen Gesellschaft so sehr bevorzugtenOrtes derartig den befehlen der M g / , und sorgend lauschte, | ^aUreich geworden, daß die Aufnahme von amtlichen Nachrichten spähte, die dw Herrin schob und stützte uno wrgeno k.nd Wlm M ihn beinahe ins Reich der Unmöglichkeiten ge- ob nicht die Fmanzer auss Ä . ant Damm hin und I «wt ;» Die jungen Damen von Boston und anderen der Küste M B Äs SrBsÄÄnÄJ bta“fi?“b?nn M Wa?! W fei* SS Ädn« »ann'st nicht nach dem Seü, der Burraska wütet. Du mußt durch I Mebesbotschasten 6«gefügt.------------ L '&Ä nÄ WÄ «. RmmnpüMM Md ihn Pik»«. ^Sa'töSte n M>s?"s»»«?ii8°d>ch Mst du vou Zinnen? I wird MU» d-n°Ei»I»uI der »ui dm M«teu und a dl» * BÄ SSR ÄÄW1 S6 «t «tota Händen, ich will schaffen, ich witt alles — Äles verschwunden und vergessen. Wir lassen eme AuswahlvondeMi aber werde ehrlich! Denke an Emanuelo, unfern! foIgen, bie es wohl wert waren, wieder zu Ehren M kommen, unb wünschen, daß auch die heutige Generation sich an ihrer . | cs;r^nnforit erfreue Ta sind z. V. die Pantoffelblumen, der Rosmarfn, die Justitia Geisklee und Ginster^ die Coronikle und Brunfelsie, der Dbckerkelch, die ; Erdbeer-Duchesnee, der Stechapfel die Passtons- i blume, Rosen-Eibisch, Freesie und der blaue Sal- fnntmr mV u i I bet 5£ettctn£inci» 95clt^ciiiii€, (Steinl) tcd)** urtQ Sie schritten schweigend vorwärts, Cäcilia voran. „Wo sind I Sauerklee-Arten, die Gauklerblume (Mimulus), die die andern?" fragte Bianka. Gazanie, Libonie und Lopezie, auch Choryzema „Ich bin Heute allein. Der schwarze Joseph von Arko gab und^Coleonema und noch viele andere die sruher getonnt mir droben die Uhrön, echte Schwerzer, bei Bregenz nach Tirol Uttb geschätzt waren; auch Phormium tenax kennt memand hereingepascht und vorhin über die Grenze am Ptzzocolo. Mir j mehr, obwohl es Stube und Balkon durch seine Blatter fajnuten. . tzraust retzt selbst vor mir. Gott, tote verblendet, daß ich des I gerner empfehlen wir denen, die keinen Garten.^habm, auf schnöden Gewinns wegen mein und Euer Glück so wagte. I ^tem Balkon einen Versuch zu machen mck der Anzucht von Und Cäcilie hörte all diese Worte und war glücklich, daß sre I Stauden, die man sonst nur tm freien Lande kulttviert. ^hre vorhin nicht der Stimme gefolgt war, die da ries: „Tu s doch — «ahl ist Legion, und einige von ihnen, besonders unter den verrate sie'" I Glockenblumen (Campanula), Steinbrech (Saxifraga-, Schweigend gingen sie nun abwärts, langsam. Tritt um I M auerpfeffer (Sedum), Primeln,^Mohn usw., doch auch Tritt. Am Himmel war eine Mondsichel unter GrelendemGe- noä) viele andere Arten, werden-gewiß den Versuch lohnm. wölk erschienen tnrd leuchtete matt tn die Schlucht. Und dort, Man sät diese Stauden im Mai bis Ium aus und laßt sie, mst wo der Pfad auf schwankenden Eisenbohlen ruht und drunten der Mchtenzweig-en bedeckt, über Winter draußen oder bringt sw in etnen Brodkessel am wildesten tobt, da erklang em fähes „Halt! luftigen Raum, der durchaus nicht frostfrei zu sem braucht Pepvos Stimme war es. Und inst tM selben Augenblick bües Mancher wird im Sommer auf seinem Balkon zur Dungung ein Wind die spieligen Wolken vom Sichelchm, und die fahlen feinett Kuhdünger verwenden wollen; wir empsehleii daher em Strahlen brachen sich im glänzenden 'Gewehrlauf, der gerade Nährsalz, das man sich selbst bereiten kann und das für fast alle auf Bianka, die schöne Herrin, gerichtet schien. Blumen von ausgezeichneter Wirkung ist: Man mischt 1» Teue Ta schrie Cäcilia auf und sprang tote eine Wildkatze den salpetersaures Ammoniak, 7 Teile phosphorsaures Kali und d Liebsten an, daß der wankte und rückwärts taumelte. Wie em ^eile salpetersaures Kali zusammen und lost davon ledesmal eme splitternder Ast knirschte das Geländer — und em Jäher Auf- I voll im Gießwasser auf (Vs—1 Gramm auf 1 Liter), schrei, ein dumpfer Fall, ein Aufzischen und Schäumen — dann Das Auflockern der Topferde darf auch nicht vergossen werden, Stille c. . sondern sollte ebenso wie Gießen, Spritzen und Düngen.den Erstarrt standen die drei Menschen und blickten tn die schaurige I ganzen Sommer über nicht unterbleibeii. — Als ein W« Liefe. Was der Wildbach in seinem Rachen hat, kommt niemals Unipelgewächs empfehlen wir noch den gold-geb blühenden Wieder. Ter schleppt es fort in die Felsenhöhle und mahlt und ^xsedlos (Lysimachia), der überall wild wächst und nur etn- Mahlt in grausiger Mühle, bis ein Nichts vom Raube bleibt. | gesammelt, in lehmige Erde gesetzt und feucht gehalten zu werden Cäcilia endlich erwachte aus der 'Erstarrung. „Seppo!" stieß pxaucht' auch Ableger und Stecklinge kann man jederzeit von 1W sie hervor, schlug die Hände vor das Antlitz und meinte Herz- machen. Buntblättrigkeit zu erzielen, ist der Stolz des züchtenden zerbrechend. j Gärtners. Wir möchten sie nur bei Blattpflanzen gelten laßen, Bianka umhüllte sie mck ihrdn Armen, gab ihr Kosenamen , sg pxi Begonien, Tradescantten, Ziergrasern, Goldmyrten, Und sagte dann, als kein Trost verfing: „Wir tragen es zu- I Lorbeer und anderen Orangerie-Gewächsen; bei den blühenden sammen, Cäcilia. Wir sind nun Schwestern, wenn ich allein G^ächsen empfinden wir die 'Unnatürlichkeit dieser Spielarten tm öden Hause sitze und der Signor seine gerechte Strafe abbüßt." um|-0 meetj bie Farbe der Blüte gewöhnlich sehr schlecht zu der Ta schlugen die Kirchen von Toskolano und von Maderno | Buntscheckigkeit der Blätter paßt, während sie mit dem natürlichen und die Uhr vom Grand Hotel Fasano Mitternacht. Erschauernd @rün' eine vorteilhafte und harmonische Wirkung zeigt; nue denn fuhr Cäcilia zusammen. „Nun ist Kartag, Leidenstag, Signora. Me Natürlichkeit überhaupt nicht allzusehr durch die Sucht nach Für uns hört nun der Leidenstag mmmer auf." ungewöhnlichen Effekten (z. B. grüne und blaue Rosen) üver- Ter Herr ist für uns gestorben am heutigen Tag. wuchert werden sollte! „Und für unsere Sünden", sagte der Signor dumpf und stieß 1 ------------ Mit dem Fuß das Gewehr des Finanzers noch in die Tiefe. Geographisches verschiedkätsel. Dann hockte er seinen Schmugglerpacken ab, und mit dumpfem £,a..n00(>,. Abruzzen — Garantie — Kairo — Florenz — Agram Krach flog auch der in den Kessel. Alles, alles verschlangen Lausitz — Mailand — Lissabon — Ungarn — Lofoten, die gierigen Wasser. Tann schritten sie nach der Stadt, und I Vorstehende Namen sollen derart untereinander geschoben am Wachtlokal küßte der Signor Weib und Magd und trat ein. j roerben, daß eine Buchstabenreihe, von oben nach unten gelesen, ~ ~ 77 . 77 7“ .77, 777 7T\. "77. ~"7 . I den Namen eines Badeortes ergibt. (Aufl. in nächst. Nr.) Am vorigen Karfreitag war ich dabei, als die Signora und i __ ____ ihre SchwesM Cäcilia dm Signor tzeimholten. Emanuelo, ein j «».wära,» kpS Qnttprrntfpfa in nm-toer Nummer hübscher Junge von fast zehn Jahren, ging ihnen zur Seite, und Auflösung des Leckerratsels m voriger Nummer, den Vater erblickte, schlang er seine Arme um ihn und Redif, Hagen, Iltis, Harfe. jauchzte glückselig: „O mi Papa!" — — — ' Fröhliche Pfingsten.