samtag, den 28. september ■ i A i W es Die Dame im Pelz. Roman von G. W. Appleto n. (Nachdruck tierboten.)' (Fortsetzung.) Mein Freund setzte ihm die Sache so weit auseinander, wie er es für notig hielt, und bemerkte, daß wir die Persönlichkeit der Dame nur deshalb festzustellen wünschten, um mit ihren Bekannten in Verbindung treten zu können. Darauf begann ich die Beschreibung der Dame. Ich war jedoch noch nicht weit gekommen, als ich cm dem Gesichtsausdruck des Hotelleiters erkannte, daß ich nicht fortzufahren brauchte. Er schüttelte langsam den Kops und erklärte uns dann freundlich, aber bestimmt, daß eine junge Dame, wie ich sie schilderte, in seinem Hause nicht abgestiegen sei. Unter bestem Dank baten wir um Entschuldigung un!d entfernten uns, um unser Glück nun im Hotel Cecil zu versuchen. Mortimer brachte unsere Bitte in derselben Weise vor wie im Grand Hotel. Während ich dann gleichfalls eine Beschreibung meiner schönen Unbekannten gab, sah ich, wie der Geschäftsführer immer interessierter zuhörte, bis er endlich sagte: , O ja, diese junge Dame ist gestern morgen tn Gesellschaft eines Fräuleins mit dem Southamptoner Schnellzug hier angekommen. Sie hat ein paar zusammenhängende Zimmer gemietet und die Speisen für sich. und. ihre Begleiterin nach oben bestellt. [Jetzt, wo Sie mich daran erinnern, fällt mir übrigens jauch ein, daß sie am Nachmittag weggegangen ist, um [in der Umgegend wohnende. Bekannte aufzusuchen. Sie wollte [am Abend wieder zurück sein, Und ich habe gar Nicht gewußt, daß sie nicht wredcr- gekommcn ist. Jedenfalls ist [ihre Zofe noch hier. Ich war überglücklich über [diese Auskunft, denn das Mädchen würde uns nun selbstverständlich jeden -gewünschten Aufschluß geben können. Können wir sie vielleicht mal sprechen? fragte rch. Aber gewiß, erwiderte der Manager. Entschuldigen Sie mich einen Augenblick, ich [will gleich hinaufschicken und Nachsehen lassen, ob sie in ihrem Zimmer ist. Damit ging er Irin cm3. i Charley, sagte ich' zu meinem Freunde, als wir allein waren, du bist ein Teufelskerl. Dank deines Scharfsinns kommen wir wunderbar rasch [vorwärts. Im Lauf von ein paar Stunden werden wir alles wissen, was wir brauchen. Ich will das Mädchen mit nach Richmond hinausnehmen. Bei ihrem Anblick [Wird der Äermsten sicherlich wieder alles einfallen. Die (Sache ist wirklich großartig. Die Türe tat sich auf, Und der Hoteldirektor trat wieder zu Uns ins Zimmer. Ich bemerkte sofort die Veränderung in seinem 'Wesen. c , , _. Ich glaube, sagte er, wir haben üns Heide geirrt. Die Dame, die gestern angekommen ist, kann unmöglich die sein, nach der Sie sich [erkundigen, denn, toie's scheint, ist vor ungefähr einer Stunde ihr Gemahl hier gewesen, hat ein Telegramm von feiner Gattin [aus Brighton vorgezeigt und ist mit der Zofe weggegangen, sie dort zu treffen. Zum Wetter! rief ich und schlug mit der Faust auf deu Tisch. Aber, mein Herr, sagte der Geschäftsführer, was soll das heißen? Daß ich kein Wort davon glaube. Verzeihung — ich meine nicht etwa, was Sie sagen — absolut uicht. .Mer die junge Dame hat keinen Mann. Deß bin ich so sicher, wie daß ich hier stehe. Außerdem ist sie auch nicht jn Brighton, sondern bei mir zu Haus in Richmond. -Das Mädchen ist -einfach weggelockt [worden, damit ich mir die gewünschte Auskunft nicht bei ihr holen kann. Der Direktor zuckte die Schultern. Meines Herren, versetzte er, ich habe Ihnen alles gesagt, was ich weiß. Die Rechnung ist beglichen, und alles übrige ist nicht meine Sache. Ganz richtig, sagte Mortimer, und to-ir danken Ihnen bestens für Ihre Freundlichkeit. Mehr konnten Sie ja nicht tun. Aber, ohne indiskret zu sein, würden Sie vielleicht noch die Güte haben, mir den Namen der Dame zu sagen, die Sie meinen? Aber sehr -gerne, antwortete der Geschäftsleiter, der durch Mortimers ent-gegenkommend-es Wesen wieder etwas besänftigt war. Wenn Sie mit ins Bureau kommen wollen? Wir ließen uns das selbstverständlich nicht zweimal sagen, und ein Einblick in das Fremdenbuch zeigte uns, daß die in Red-e stehende Dame sich selbst als M. Marcella, U. S. Ä., eingetragen hatte. Hm, murmelte Mortimer. U. S. A. ist schou recht, und Marcella ist sicher spanisch, stimmt auch, 's ist nicht viel, aber immerhin etwas. Ich war dagegen sehr verstimmt, als wir das Hotel verließen. Ja, Charley, sagte ich, dieses Mal sind sie uns über — das ist Pech; aber wir werden der Sache doch noch auf den Grund- kommen. Davon bin auch ich fest überzeugt, antwortete er anf- atmend. Nur Mut! Diese Sache werden wir zusammen ausfechten. Wahrscheinlich willst du jetzt nach- Rrchmond zurück; wenn du nichts dagegen hast, -will td); dich chrs Waterloo begleiten. Er winkte einem Droschkeukutscyer, und wir fuhren zusammen nach der Station. Am Bahnhof taufte ich mir ein Abendblatt, ^ch warf im Gehen einen flüchtigen Blick auf -die Inhaltsangabe. Auf einmal blieb ich tote versteinert stehen. „Die [Dame und der Doktor!" „, , , ., Schon hatte ich auch den Artikel -erspäht, der unt fetter Ueberschrift auf der ersten Seite prangte und folgen- dermaßen lautete: , ., „ „Eine merkwürdige Geschrchte, die wir nur mit allem Vorbehalt wiedergeben, wird aus Richmond berichtet. -Der Name eines angesehenen dortigen Arztes, Doktor Williams, wird in der ganzen Stadt ganz offen mit einer geheim nis-- vollen jungen Dame in Verbindung gebracht. Zuerst hieß, es, sie sei bewußtlos auf i er StraßeHefuudeu und in die Wohnung des genannten Arztes geschasst worden. Jetzt wird jedoch öffentlich erzählt, daß es sich um eine fortgelaufene Ehefrau handelt, die eine große Summe Geldes bei srch hat und von dem Arzte in gesetzwidriger Weise beherbergt werd. Das Gerücht klingt im höchsten Grade mrwahrschemlrch, und wir geben es wieder als das, was es wert ist," Mortimer, dem meine plötzliche Erregung natürlich nicht entgangen war, hatte mich gleich nach ihrem Grunde gefragt. Unfähig, ein Wort zu reden, hatte ich nur auf die Stelle gedeutet, worauf er den Artikel mit mir zugleich überflogen hatte. Das ist schon ihr zweiter Triumph, sagte er nach einer Weile, und zwar haben sie uns diesmal sehr übel mitgespielt, alter Junge. Sehr schlimm, erwiderte ich, als ich wieder Worte gefunden hatte, 5. Kapitel. Tatsächlich wär es ein schwerer Schlag, und er hatte mich getroffen wie ein Blitz ans heiterem Himmel, lieber die unangenehmen Folgen, die diese Notiz auf 'meinen ärztlichen Ruf nach sich ziehen mußte, war ich mir .keinen Augenblick im Zweifel. Doch beherrschte mich dieser Gedanke nicht sehr lauge, er wurde bald verdrängt durch ein um so stärkeres Gefühl, den Kampf nun mit aller Energie aufzunehmen und beharrlich zu Ende zu führen. Mortimer, sagte ich dann, die Sache zieht weitere Kreise, als ich anfänglich dachte. Das habe ich gleich befürchtet, antwortete er. Wart ’n Augenblick, ich will mir ’n Billett holen und mit dir kommen. Wer weiß, was sonst noch während deiner Abwesenheit passiert ist. Diese Art Leute pflegen rasch vorzugehen. Fünf Minuten später saßen wir zusammen im Zug. Bei unserem Einsteigen ins Kupee hatte man sich allerlei Bemerkungen zugeflüstert, und es war mir auch aufgefallen, daß mehrere meiner Richmonder Bekannten meinen Gruß nur mit einiger Ueberwindung erwiderten. Einer derselben war überdies ein sehr guter Patient von mir. Wir mußten unsere Unterhaltung unterwegs also auf die üblichen Alltäglichkeiten beschränken. Erst als wir bald aussteigen wollten, sagte Mortimer absichtlich laut: Ich hoffe, Williams, daß du deine Patientin bald ihren Jreuuden zuführen kannst, Das hoffe ich auch von ganzem Herzen, erwiderte ich mit allem mir zu Gebote stehenden Nachdruck. Aber selbstverständlich befindet sie sich in meiner Obhut, und ich bin für ihre Sicherheit verantwortlich. Daher bin ich absolut nicht gewillt, sie dem ersten besten auszuliefern;■ ich verlange vollgültige Beweise sowohl von ihrer Seite wie von jener. Als dein Rechtsbeistand, erklärte Mortimer daraufhin, muh ich dich darauf aufmerksam machen, daß du dich sonst auch in ernstliche Schwierigkeiten verwickeln könntest. Vorläufig mußt du die Unannehmlichkeiten geduldig hinnehmen, da hilft alles nichts. ( Während -dieser Worte lief der Zug gerade langsam in die Station ein, und ich konnte eben noch die günstige Wirkung beobachten, welche sie auf unsere Mitreisenden ausübten, wodurch sich meine Zuversicht wieder etwas hob. Nach den außergewöhnlichen Erlebnissen der letzten vierundzwanzig Stunden wär es beinahe eine Ueberraschung für mich, daß, während meiner Abwesenheit nichts Beunruhigendes vorgefallen wär. Helen war sehr froh, daß ich wieder zurück war, und- ihre Freude wurde noch erhöht, daß ich Mortimer mitbrachte. Unser Gast hatte allem Anscheine nach Helens Bitten nachgegob«.n und war im Bette geblieben. Wie meine Schwester erzählte, hatte sie freilich die Bedingung gestellt, am Abend mit uns essen zu dürfen. Im Übrigen hätte sie sich nach meinen beruhigenden Versicherungen vom Morgen Wohler und leichter gefühlt, aber eine Rückkehr ihres Erinnerungsvermögens war aus ihrer Unterhaltung während des Tages leider nicht zu vernehmen gewesen. Nun, fragte Helen dann, Was für seltsame Dinge habt ihr denn heute erlebt? , , , Eine Menge, und es stehen itodj viele bevor. Noch mehr Unruhe und Aufregung? Noch mancherlei und sehr schlimme. Das meiste kommt erst noch. Aber das Geld habt ihr doch in Sicherheit? Das ist so wohl verwahrt, als wenn es in der Bank von Englarrd läge. Alles Nähere wird dir Charley hier erzählen. Ich will jetzt mal ins Sprechzimmer gehen und- seheu, was Gregory macht- Nachher kann uns beiden ’ne Tasse Tee nichts schaden. i Gregory war ein Prachtexemplar eines Assistenten. Er war zwar mit dem Staatsexamen noch nicht ganz fertig,- aber trotzdem ein tüchtiger Mediziner und hatte, was in diesem Berufe nicht zu unterschätzen ist, ein gewinnendes Wesen. Ich wußte von meinen Patienten selbst, daß es mich, wenn mich besondere Umstände mal einen Tag von Richmond fernhielten, sehr gut vertrat. Ich konnte seiner Diskretion und seinem Urteil vollkommen vertrauen, und- außer seinen sonstigen guten Eigenschaften hätte er noch den Vorzug, daß er in der Instandhaltung meiner kleinen Apotheke sehr sorgfältig und peinlich War, ein Umstand, der später noch sehr bedeutungsvoll für mich fein sollte. Er war ein Mann von zartem Körperbau, mit roten Wangen und strohgelbem Haar und Schnurrbart unt) einem Paar hellblauer Augen, wie ich sie noch nie gutmütiger und ehrlicher gesehen habe; er lebte mit seiner Mutter, einer Witwe, zusammen und wohnte ganz in meiner Nähe, was in dringenden Fällen von großem Vorteil wär. Nurc, Gregory, sagte ich zu ihm, als ich ins Sprech-- zimmer trat, was war heute los? Nichts AußergÄvöhn-j liches?. Nichts Besonderes, antwortete er. Hier habe ich die Lifte der Kranken, die ich heute besucht habe. Ich glaube nicht, daß ich Jhäen noch Einzelheiten anzugeben brauche, Im übrigen habe ich bereits alles in die Bücher eingetragen. Schön, Gregory, 'fuhr ich fort; aber während alles scheinbar ganz nett weiter geht, glaube ich doch, daß auch der Stadtklatsch feine Wirkung nicht verfehlt. Er errötete und wollte nicht recht mit der Sprache heraus. i Genieren Sie sich nur nicht, ermunterte ich ihn. Zivi-, scheu uns beiden sollte volles Vertrauen bestehen. Nun, erwiderte er daraufhin, wenn ich offen sein soll, muß ich Ihnen allerdings sagen, daß vielerlei Gerüchte; über Sie in der Stadt im Umlauf find. Wohl wegen der jungen Dame oben? rjft. I Das hab ich mir gedacht — und man wird Sie gehörig ausgefragt haben? Sehr stark sogar. Aber ich wußte ja weiter nichts, als was Sie mir heute früh selbst erzählt hatten; unb das hab ich auch -gesagt und bemerkt, daß. derartige Fälle von Gedächtnisschwund durchaus nicht so selten seien, wie der Laie gewöhnlich anuehme, es handle sich- also um gar nichts Besonderes, und Sie hätterr den sehnlichsten Wunsch, die Patientin so rasch tote möglich herzustellen und sie ihren Freunden wieder zuzuführen. Damit haben Sie genau die Tatsachen konstatiert, Gregory, wie es bei Ihrer gewohnten Gewissenhaftigkeit nicht anders zu erwarten war, sagte ich zustimmend. Schien man sich denn nun mit Ihrer Erklärung zufrieden zu geben? (Fortsetzung folgt.) Meuteusr des Brigadier Gerard. Von C. D o 1) l e. W i e der Brigadier das Schicksal Deutschlands in der Tasche hatte. Im Cafo saß der alte Brigadier und erzählte Geschichten aus seiner Jugendzeit. Ich hoffe, sagte er, daß feiner von meinen Freunden, die mir aus meinen kleinen Abenteuern gefolgt sind, den Eindruck erhalten hat, als ob ich von meinen eigenen Vorzügen eingenommen wäre, denn dann wäre er in der Tat in einem Irrtum' befangen. Ter wahrhafte gute Soldat verfällt nie in diesen Fehler. Allerdings habe ich meine Persönlichkeit hier als tapfer^ dort als umsichtig Und klug hingestellt, aber was blieb mir anders übrig, wenn ich der Wahrheit treu bleiben wollte? Meiner Meinung nach würde es aus eine unwürdige Täuschung hiuaus- laufen, wollte ich meine Laufbahn nicht als eine glänzende schildern. Der Umstand, daß ich Ihnen nachfolgendes Ereignis überhaupt erzähle, spricht am besten für meine Bescheidenheit, und auch nur ein Mann in meiner Stellung kann es sich leisten, von 607 etwas zu reden, was ein gewöhnlicher Sterblicher verschweigen Würde. Nach dem Feldzuge in Rußland wurden die Trümmer unseres armen Heeres westlich von der Elbe einquarticrt, um dort ihre erstarrten Glieder Zu erwärmen und mit Hilft des guten deutschen Bieres die Lücken zwischen Haut und Knochen etwas auszufüllen. Alles ließ sich freilich nicht wieder ersetzen, denn ich glaube mcht, daß drei große Fouragewagen imstande gewesen wären, die Finger und Zehen zu fassen, die Rußlands Winter gefordert hatte, ^a, zum Skelett abgemagert und als Krüppel schlichen wir einher, Und dennoch hatten wir alle Ursache, dankbar zu sein, wenn wir an die Kameraden dachten, welche wir zurückgelassen hatten, und an die Schneeftlder — oh, jene furchtbaren Schneefelder! Ist mir doch bis auf den heutigen Tag eine Wneigung gegen die Zusammenstellung von Rot und Weiß geblieben; ja, böse Träume stören meinen nächtlichen Schlummer, wenn ich am Abend zuvor meine rote Nachtmütze,aut meinem Bette liegend erblickt habe; dann tauchen jene schrecklichen Bilder von neuem vor mir auf »— die ungeheuren Ebenen, die bleichen, wankenden Gestalten darauf und .die purpurroten Flecke, die ihre Spur bezeichneten. Nein, nein, liebe Freunde, Sie locken keine Geschichte von jener Zeit aus mir heraus, der bloße Gedanke daran genügt, um mir den Mein in Essig und den Tabak in Stroh zu verwandeln. Von der halben Million, welche die Elbe im Sommer des Jahres 1812 überschritten hatten, sahen nur 40 000 den kommenden Frühling wieder. . Das aber waren Leute! Männer von Eisen und Stahl, die sich von Pferdefleisch nähren und auf dem Schneefelde schlafen konnten! Treu zu ihrem Kaiser haltend und von Haß und Wut gegen die Russen erfüllt, hatten sie es unter-» nonimen, die Elbe zu halten, während Napoleon nach Frankreich geeilt war, uni neue Truppen auszuheben. Die Kavallerie dagegen befand sich in einem elenden Zustande. Meine Husaren lagen damals in Borna, und als ich sie zum erstcnmale Revue passieren ließ, da konnte ich mich der Tränen nicht enthalten, und das Herz wollte mir vor Kummer brechen. Was tour .aus meinen stattlichen Männern, aus den kräftigen Pferden geworden! Aber bald gewann die Zuversicht in mir wieder die Oberhand; ich sagte mir, daß» solange meine Truppen ihren Oberst noch hatten, noch nicht alle Hoffnung zu Grabe getragen werden dürfte. Und so ging ich denn mit frischem Mut daran, den Schaden wieder gutzumachen und hatte bereits zwei tüchtige Schwadronen organisiert, als sämtliche Obersten der Kavallerie den Befehl erhielten, sich sofort nach Frankreich zu begeben, uni die Rekruten und Remontepferde sür den neuen Feldzug einzuexerzieren. Tie Aussicht, meine alte Heimat wiederzusehen, beglückte mich durchaus nicht in dem Maße, wie mancher vielleicht denken wird. Allerdings freute ich mich sehr, meine alte Mutter in die Arme schließen zu können, und ich sagte mir auch, daß mein Erscheinen mehr als einer Frau willkommen sein würde, aber viele meiner Kameraden waren durch noch stärkere Bande als ich mit Frankreich verknüpft, hatten Weib und Kind, die sie vielleicht nie wieder sahen. Wie gern hätte ich mit ihnen getauscht! Aber was konnte es helfen! Das blaue Schreiben mit dem kleinen roten Siegel war nun einmal eingetroffen, und schon die nächste Stunde sand mich aus meinem weiten Ritt von der Elbe nach den Vogesen. Endlich sollte ich wieder einmal eine Zeit friedlicher Stille genießen; hinter uns lag der Krieg mit seinem Tumult und Schrecken, und vor uns winkte der Friede. Mit solchen Gedanken beschäftigt, ließ ich das Lager immer weiter hinter mir und ritt auf der langen, weißen Landstraße über Berg und .Tal dahin, Frankreich zu. Es ist zugleich interessant, aber auch lustig, in einer Gegend zu reifen, wo zahlreiche Truppen liegen. Zur Zeit der Ernte hatte es ja mit unseren Soldaten keine Not gehabt, denn wir hatten sie angewiesen, sich im Borbeimarschieren die Äehren selbst abzuschneiden und sie daun im Biwak zu mahlen. Auf diese Weise war es dem Kaiser möglich, jene schnellen Märsche auszuführen, die ganz Europa in Staunen und Schrecken versetzten. Nun aber sollte die ausgehungerte Schar wieder zu neuen Taten gekräftigt werden, und ich mußte beständig in den Straßengraben hinunterreiten, 'um den großen Schaf- rind Rinderherden ans dem südlichen Deutschland, sowie den mit Bier und Schnaps beladenen Wagen aus- znweicheii. Äon Zeit zu Zeit schlug Trommelwirbel und der schrille Ton der Pfeifen an mein Ohr, und bann zogen lange Reihen französischer'Infanteristen in ihren blauen, staubbedeckten Röcken an mir vorüber. Das waren alte Soldaten, die man ans unseren deutschen Festungen requiriert hatte, denn die Neiiausgehobeneir konnten nicht vor Anfang Mai aus Frankreich eintreffen. Schließlich aber wurde ich doch des ewigen Anhaltens und .Ausweichens müde, so daß ich froh war, hinter Altenburg einen Seitenweg einschlagen zu können, der ebenfalls nach Greiz führte. Von nun an begegnete ich nur noch selten einem .Wanderer, und der Weg zog sich durch prächtige Eichen- und Buchenwälder dahin, welche im ersten Grün des Frühlings prangten. Sie wundern, sich vielleicht über den seltsamen Kauz, der immer und immer wieder sein Pferd anhielt und sich an den zierlichen Blättchen und schwellenden Knospen nicht satt sehen konnte, aber, mes amis, wenn ihre Augen sechs Monate nichts als russische Kiefern erblickt hätten, dann würden Sie mein Entzücken begreifen. ' Dennoch gab es etwas, was mir durchaus nicht behagen wollte — das waren dm Blicke und Reden der Dorfbewohner lener Gegend. Wir hatten uns doch währ-nd der letzten >echs Jahre vortrefflich mit Deutschland gestanden, und die guten Leute schienen es uns durchaus nicht übel zu nehmen, daß wir uns hier und da einige kleine Freiheiten in bezug auf ihr Land erlaubt hatten. Wir hatten den Männern allerlei Gefälligkeiten erwiesen, für welche die Frauen sich uns wiederum dankbar zeigten, so daß das gemütliche alte Deutschland uns schließlich zur zweiten Heimat geworden war. Jetzt schien sich aus einmal alles verändert zu haben. Der Wanderer hatte für mich keinen Gruß, der Waldarbeiter wendete sich ab, um mich nicht sehen z« müssen, und ritt tu) durch ein Dorf, so standen die Bauern in Gruppen unter der Dorflinde und warfen mir finstere, drohende Blicke zu. Selbst die Frauen machten Hiervon keine Ausnahme, und das wunderte mich um so mehr, als ich damals gewöhnt war, daß jedes Weitz em freundliches Lächeln für mich hatte. Als ich in den Marktflecken Schmölln Halt machte, da trat der erwähnte Umschwung noch^ auffälliger zutage. Ich war vor dem kleinen Wirtshaus abgeftiegen, um einen frischen Trunk gu tun und den .Staub aus der Kehle hinabzuspülen. Nun war es so.Sitte bei mir, dem Mädchen, welches mir kredenzte, einige Ueine Artigkeiteit zu sagen oder ihr unter Umständen auch einen Kuß zn geben; aber die Hebe hier wollte weder vom einen noch vom andern etwas wisset!, sondern warf mir einen Blick zu, der mir durch und durch ging. Und als ich jetzt mein Glas erhob, nut den übrigen Gästen zuzutrinken, da kehrten sie mir, mit Ausnahme eines einzigen, den Rücken, und dieser rief laut: „Kommt, Burschen, laßt uns aufs T anstoßen!" worauf alle die Gläser leerten und lachten — aber ein gemütliches Lachen, wie ehemals, war es nicht. Tas Ding gab mir zu denken und ging mir noch int Kopf herum, als ich bereits wieder im Sattel saß und zum Torf hinausritt. Am Wegrande stand ein großer Baum, und als meine Augen so zufällig den Stamm streisten, sah ich, daß man kürzlich ein riesiges T in die Rinde eingeschnitten hatte. Das war mir nun zwar nichts neues, denn ich hatte am Morgen schon wiederholt dasselbe Zeichen gesehen, aber jetzt machten mich doch die Worte jenes. Toastes stutzig, und da zufälligerweise eben ein anständig gekleideter Mann tiorbeiritt, wendete ich mich mit der Frage an ihn: „Sonnen Sie mir wohl sagen, mein Herr, was dieses; T bedeutet?" Seine Blicke wanderten höchst seltsam zwischen mir und dem Buchstaben hin und her. „Junger Herr," sagte er endlich, „'s ist eben nicht der Buchstabe NI". Ehe ich noch das Geringste erwidern konnte, gab er seinem Pferde die Sporen und ritt in gestrecktem Galopp davon. Ich legte anfangs jenen Worten keine besondere Bedeutung bei, als aber meine Violetta einmal den zierlichen Kopf zur Seite wendete, fielen meine Blicke auf das N am Zügel vorn. Das war ja des Kaisers Name, und jenes T bedeutete etwas, was ihm entgegen war! Es mußte sich in Deutschland letzthin so mancherlei ereignet haben, was den Riesen aus seinem Schlafe aufgeweckt hatte. Ja, ja, also darum jene trotzigen Gesichter! Wer doch auch in die Herzen der Leute hätte schauen können! Nun aiber schnell nach Frankreich hinein, denn es schien Eile zu haben mit unseren Rekruten und Remonten. So ritt ich, in tiefes Sinnen verloren, dahin; bald ließ ich mein Pferd im Schritt gehen, bald traben, wie es dem Reiter geziemt, der eine tüchtige Reise vor sich und ein williges Pferd unter sich hat. In dieser Gegend war die AM des HolzhauerA tätig gewesen, denn der Wald war stark gelichtet, und an der Seite der Straße lagen hohe Reisighaufen aufgestapelt. Während ich so daran hinritt, ertönte aus einem derselben ein eigentümlicher Ton, und hinschauend gewahrte ich ein Gesicht, ein erregtes, rotes Gesicht, das offenbar einem Manne angehörte, der sich in einem Zustande höchster Aufregung befand. Die Züge kamen mir bekannt vor; ich schaute nochmals hin und erkannte nun jene Person, die ich vor einer Stunde beim Dorfe angeredet hatte. „Reiten Sie näher heran," flüsterte er mir zu, „noch näher! So, nun steigen Sie ab und niachen sich am Steigbügel etwas ztt schaffen. Wir sind hier vor Spionen nicht sicher, und es wäre mein Tod, wenn man mich mit Ihnen reden sähe!" „Ihr Tod? Aber wer sollte Sie töten?" „Der Tugendbuiid! Lützows Freischaren'k Ihr Franzosen steht auf einem Pulverfaß, es glimmt schon die Lunte, die euch vernichten soll!" „Ich verstehe Sie nicht," gab ich zur Antwort, während ich an meinem Steigbügel herumhantierte, „was ist's mit diesem Tugendbund?" „So nennt sich jene geheime Gesellschaft, die zU einer allgemeinen Erhebung aufruft, um euch aus Deutschland hinauszuwerfen, wie es euch bereits in Rußland ergangen ist," „So bedeutet jenes T Tugendbund?" „Gewiß, das ist ihr Zeichen. Ich hätte Sie gern schon int Dorfe darüber aufgeklärt, aber ich wagte es nicht und habe Sie deshalb hier erwartet." „Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar, lieber Freund, Sch 608 sind der erste Deutsche, der mir heute mit schicklicher Höflichkeit entgegengekommen ist." - „Ihr Kaiser ist sehr gütig gegen mich gewesen; alles, was ich besitze, verdanke ich meinen Lieferungen für die sranzosyche Armee.. Aber nun genug; ich bitte Sie, reiten Sie davon und hüten Sie sich vor Lützows wilder Jagd!" „Banditen?" , L „Deutschlands wackerste Männer; aber um Gottes willen, leiten Sie fort, mein Leben steht aus dem Spiele!" (Fortsetzung folgt.) Wenn man Sold machen ksnnte. Es ist noch keinem Menschen gelungen, Gold künstlich herzustellen, und wahrscheinlich wird es auch keinem gelinge». Aber, wenn man Gold machen könnte, was daun? Bedeutete das wirklich eine so große Umwälzung, wie mau auf den ersten Blick cm- zunehnren geneigt ist? Die „Revue" hat diese eigenartige Frage einer größeren Reihe von Finanzleuten, Soziologen, Gelehrten und Schriftstellern vor- gelegt, und die Antworten besagen im wesentlichen alle das gleiche, daß'die künstliche Erzeugung des Goldes nicht das ganze gegenwärtige Leben umkehren würde. Zwei der Befragten, der Mathematiker Poincare und Madame Curie haben in ihrer Antwort eine eigentliche Beantwortung allerdings abgelehnt, da die Annahme, auf der die Frage beruht, zu unwahrscheiulich ist. Andere dagegen haben ganz ausführliche Antworten gegeben. Frederic Passt; meint, die Erfindung der Herstellung künstlichen Goldes würde zunächst aus dem Weltmärkte eure ähnliche Umwälzung Hervorrufen, wie etwa die Entdeckung der amerikanischen Goldlager sie hervorgerufen hat, und dann luiirbe und müßte sich die Welt nach einem anderen Wertmaßstabe umsehen. Diesen anderen Wertmaßstab behandelt Max dtorbnn ausführlicher. Er führt aus, daß mit der Entwertung bes Goldes burchaus keine Eutwertrmg ber Besitztümer der Kulturmenschheit verbundeir sei: es gibt mir ein gemeines Metall mehr, wenn man Golb künstlich Herstellen kann. Man bars nicht Golb und Reichtum einauber gleichsetzen. Zum Reichtum gehören künstliche, wie natürliche Güter, die Erzeugnisse der Natur und der menschlichen Arbeit; alles, was dem Ä!euscheu zur Erhaltung des Lebens und der Lebensfreude dient: der Bodeu, Wege und Kanäle, Wohnhäuser und Werkstätten, Hausrat und Kleidungsstücke, Kunstwerke, Schmuck, Haustiere — all das gehört zum Reichtum. Freilich kauft ober erzeugt man alle biefe Dinge gegenwärtig für Golb. Womit sollte man sie kaufen, wenn das Gold nicht mehr in Frage kommt? Mit auberen „Symbolen bes Reichtums", beim Gold und Geld sind nur Symbole, die es bequem machen, den Reichtum zahlenmäßig auszudrückeu. Nordau kommt dann weiter dazu, man könnte etwa durch Gesetze eine gewisse Menge Getreide ober irgenb etwas anberes zur Gelbeinheit erklären, bann ginge in Hanbel und Waubel alles weiter wie bisher, nnb nur ber Uebergangszustanb brächte einige Verwirrung, besonbers aber den Besitzern von Golb- bergwerkeu, ober beiten, die uugemünztes Gold aufgestapelt hätten, gewaltige Verluste, während die, die gemünztes Gold besäßen, dieses beim Staate gegen Papiergeld eintauschen könnten. Ter Finanzmann Neymarck kommt, von anderen Gesichtspunkten ausaehend, zu ganz ähnlichen Ergebnissen. Auch er sieht im Gold nur das Symbol und fügt hinzu, daß alles Gold der Erde, das die Menschheit im Besitze habe, eine verschwindend kleine Menge gegenüber den Werten sei, die in Güter- und Geldhandel int Umlauf seien. Nach feiner Schätzung gibt es 800 Milliarden in beweglichen Werten, und während von 1888 bis 1910 die Goldproduktion 33 Milliarden betragen hat, haben sich in ber gleichen Zeit die beweglichen Werte um 338 Milliarden, also das Zehnfache der Goldmenge, gehoben. Beim Austausch von Werten spielt also das Gold keine Hauptrolle. Der Soziologe Eugen Fourniere geht.noch etwas weiter, indem er die Frage nach dem neuen Wertmaßstabe von seinem Standpunkte aus erledigt. Er meint, der Staat könnte etwa das Getreide als Werteinheit anneßmen ober aber einen neuen konventionellen Münzmaßstab wählen, ber nicht ein Hanptnahruugs- mittet sei, souberu, was manchen sozialistischen Theorelikern gewiß lieb wäre, bie menschliche Arbeitsstunde als Maßeinheit wählen. Das Papiergeld und alle Wertpapiere würden durch die Entwertung des Goldes seiner Ansicht nach kaum betroffen, denn die wahren Werte, die dem Geld auf dem Papier entsprechen, sind viel häufiger Grundstücke, Gebäude ober anbere Dinge, als Gold. Ein schütze unter den Fischen. ' In neuester Zeit ist einigemal ein kleiner Fisch lebend aus Siam zu uns gelangt, der schon seit langer Zeit das größte Interesse der Naturforscher erregt hat und sicherlich zu den beliebtesten Aquarienfischen gerechnet werden wird, toerat seine Einbürgerung bei uns gelingt, wie es den Anschein hat. Dieser Fisch ist der in Indien berühmte Schützenfisch, ein etwa handlanger Fisch von gedrungener Gestalt und von graugrüner, auf der Unterseite silberner Farbe. Vier schwarze, über den Rücken lausende Querstreifen dienen ihm zum besonderen Schmuck. Ausfällig an dem Fisch ist das Auge: es ist groß und beweglich und zeigt, ganz im Gegensatz! zu den meisten Fischaugen, mit seiner! schwarzen Regenbogen- und hellgelben Hornhaut einen sehr lebhaften Ausdruck; es muß sehr scharfsichtig sein, denn der Fisch benutzt es zu ganz anderen Zwecken als die übrigen Flossentväger> er muß, wie ein Scharfschütze, ganz genau damit zielen könnend In stillen Buchten und Winkeln seines Heimatgewässers schwimmt der Schützenfisch an der Oberfläche umher, aufmerksam die Pflanzen am Ufer musternd. Da plötzlich hält er inne, an dem Stengel einer Wasserpflanze, etwa einen halben Meter über dem Wasserspiegel, sonnt sich behaglich und ahnungslos eine fette Fliege. Einen Augenblick zielt der Schützenfisch, dann schleudert er cnrZ dem Munde einen Wassertropfen hervor, der das Insekt trifft) es ins Wasser Hinabwirft, wo es von dem blitzartig Heranschießenden Fisch sofort ergriffen und verspeist wird. Es ist ganz erstaunlich, mit welcher Sicherheit, Schnelligkeit und Kraft dep Fisch das Wasser emporspritzt, und Mar auf Entfernungen vork einem Meter und mehr. Der Vorgang ist aber anders, als, er in Brehms Tierleben dargestellt wird. 'Der Fisch taucht nicht: mit Kopf und halbem Körper aus dem Wasser heraus und schleudert auch keinen großen Wasserstrahl nach der Beute, sondern er bleibt mit dem ganzen Körper unter Wasser, der Kopf berührt mit der Mundöffnung gerade die Wasserobersläche. Hat der Schütze ein Insekt erblickt, so bleibt er sofort still stehen, zielt einen Augenblick ganz genau und schießt hierauf aus dem kaum geöffneten Munde einen dicken Wassertropfen in gerader Linie hervor nach seinem Ziel, das er mit ganz merkwürdiger Sicherheit trifft. Es kommt nur sehr selten vor, daß der kleine Schütze eiümal vorbeischießt. Im Aquarium werden die-Schützenfische sehr rasch zahm und zutraulich und liegen bald ihrer geliebten Jagd ob. Sie spritzen nach jeder hingehaltenen Fliege, nach jedem auf der Finger- pitze liegenden Stückchen Fleisch. Es kommt auch ost vor, daß ie aus reiner Spielerei dem Beobachter ins Gesicht spritzen, elbst iuenit sich dieser in einiger Entfernung von dem' Becken befindet. Am besten kann man die Kunstfertigkeit des kleinen Schützen bewundern, wenn man das mit Wasserpflanzen bestandene Aquarium mit einer hohen Haube aus Drahtgaze bedeckt, so daß die darunter gesetzten Fliegen und Mücken nicht entfliehen können. Es sieht sehr possierlich aus, wenn der unermüdliche Jäger Mit sicherem Schüsse ein Insekt nach dem anderen von den Blättern und Stengeln herabschießt. Gelingt es, den Schützenfisch bei uns als Aquarienfisch allgemein einzuführen — denn heute ist er noch sehr teuer —• dann wird er durch seine Munteirkeit! und die Vorführung seiner Schießsertigkeit sicherlich sehr bevorzugt werden und die andern beschuppten Insassen des Aquariums verdrängen, die alle niehr oder weniger etwas langweilig sind.. Vermachtes. * Ein preußischer Nogi. An den Selbstinord des japanischen Generals Nogi, den, wie jetzt bekannt wurde, das ehrenvolle Los traf, auf das alle treuen Diener des verstorbenen Mikado hofften, sind vielfach lange Auseinandersetzungen über das echt Asiatische des ganzen Vorganges geknüpft worden. Da ist es denn gewiß von Interesse, zu hören, daß es auch in Preußen einen solchen treuen Diener seines Herrn gegeben ch'at, der den Tod des geliebten Fürsten nicht zu überleben ^vermochte. Bismarck erzählt in seinen „Gedanken und Erinnerungen" Pom General Leopold von Gerlach, dem Vertrauten Friedrich Wilhelms IV., er hätte seinen Tod fast ^eigenwillig dadurch herbeigeführt, daß er der Leiche seines Königs Hei Wind und sehr hoher Kälte stundenlang in bloßem Kopfe, den Helm in der Hand, folgte. Er bekam' die Kopftose und starb nach wenigen Tagen. „Durch sein Ende," bemerkt Bismarck nach dieser ^Erzählung, „erinnert er an das Gefolge eines altgermanischen Fürsten, das freiwillig mit ihm stirbt." M-errM!. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Städterätsels in voriger Nummer r Mainz, Bscharach, Gingen, Honnef, Mühlirausen, Erkelenz, Eschwe-ler, HofgeisuLar; M a n n () e i m. Redaktion: K. Neurath. — Notationsdruck und Verlag ber Briihl'schen Universitäts-Buch- und Steiubruckerei, R. Lauge, Gießen.