Mittwoch den 28. Februar ■ 1 H WWWiWP a !■„ UMeM^-WsMMDÜM Glückslasten. EEontan von Hanus von ZobeltiA. LNaMruck verboteL) (Fortsetzung.) 'Sie dachte: „Damals kam dir in der letzten Minute die 'Erkenntnis: es darf nicht sein. Damals harrtest du noch irgend eines großen inneren, befreienden Ereignisses. Warum heut nicht mehr? Noch nicht drei Monate sind feitbent vergangen — was sind drei Monate? Du bist ja so jung noch. Jeder Tag kann es bringen. Ja, wenn du -nicht du wärst! Dir bringt kein Tag die Liebe. Worauf willst du eigentlich noch warten? Darauf, daß noch ein armer Horfeck deinetwegen fast den Verstand verliert? Daß nochein Braunstein unglücklich wird? So schlecht bist du doch nicht. Sieh ihn doch an —" Aber ihre Augen blieben geschlossen, und die Stirn blieb an der kühlen Fensterscherbe liegen. „. . . . ich habe darum die Hoffnung nicht aufgegeben," hörte sie wieder -neben sich. „Ich bin ja wohl kein scharfer Beobachter, aber ich sah doch, daß niemand Ihr stärkeres Interesse erregte. Sie wurden ang-estaunt, bewundert, gewiß auch geliebt, aber Sie gingen durch die Welt, als ob- Sie das alles nicht berührte." „Muß denn durchaus Liebe sein, wo man eine Ehe schließt?" dachte sie. „Wie selten mögen Ehen aus Liebe geschlossen werden, und sind darum nicht unglücklich. Wie ost werden die unglücklich, die Leidenschaft knüpfte Muß ich ihm -nicht wenigstens sagen, -als anständiger Mensch: Liebe kann ich dir nicht bieten. Aber wenn ich's sage, stelle ich unsere Ehe von vornherein auf ein falsches! Fundament. Und schweig ich, so lüg ich. Wer was ist Wahrheit? Ich konnte damals offen sein. H-eut nicht mehr." all-die Wochen, in denen ich Sie nicht sah, hab ick nur an Sie gedacht. Ich ertrug es nicht mehr. Darum bin ich hier. Ich hätte auch jetzt geschwiegen, gewartet, gehofft . . . Da kam das glückliche Ungefähr. Wie eine Vorbedeutung erschien es mir, als ich Sie hier traf . . . Signe,- gönnen Sie mir einen Blick —" Da wandte sie sich und sah ihn an. „Signe, Er griff nach-ihrer Hand, er löste sie vom Fensterrregel. x,Signe . . . darf ich hoffen ..." Sie lächelte. Sie -konnte wirklich lächeln und wurrderte sich darüber. Und dann neigte sie den Kopf: „Ich will versuchen, Ihnen eine -gute Frau zu sein —" , Er lachte. „O, -Sie Närrin! Du Narrm . . . Itebe Signe . . ." ( 1 k Er wollte sitz an sich ziehen. Wer er fühlte den leisen Widerstand ihres Körpers.- Und er zog ihre Hand an seine Lippen. 12. Die Eltern hätten gern den italienischen Aufenthalt abgekürzt, auch Dodo drängte nach Hause. Aber Signe wollte noch nach Süditalien, und Signes Wünsche waren jetzt mehr als je für Vater und Mutter maßgebend. Nicht in Rom wollte Signe bleiben, aber erst recht nicht heimkehren. Die Hochzeit sollte bald fein, Mitte Juni schon; darüber waren Hoburg und sie sich sofort einig geworden. Aber Signe erklärte, daß es genüge, wenn sie gegen Ende Mai wieder in Berlin feien. Signe war jetzt ganz ruhig. Ruhig und heiter. . Sie hatte den -erstaunten Eltern ihre Verlobung ohne jedes Zeichen innerer Erregung mitgeteilt; sie hatte den ironisch gefärbten Glückwunsch der Fürstin lächelnd entgegengenommen. Nur ein -einziges Mal kam ihre Stimmung ins Schwanken, als Dodo sie mit großen fragenden Augen ansah. Es stand darin deutlich geschrieben: „Was haft du getan?! Signe, du liebst ihn ja nicht!" Wer sie kam auch darüber hinweg. Sie nahm die Schwester fest an ihr Herz und schloß ihr die Lippen mit einem Kuß. Und selbst Dodo begann zu glauben, daß Signe glücklich sei. Auch ihr mußte ja die .Harmonie in ihrem Wesen auffallen, die ausgegtichene Ruhe, die sie zeigte. H-oburg war der aufmerksamste Bräutigam. Es lag nicht in seiner Art, innere Erregungen zur Schau zu tragen, aber Mutter sah wohl nicht falsch, wenn sie sand, daß „ein stilles Glück aus seinen Augen strahle". Vater fand das Brautpaar bisweilen nach seinem Geschmack recht wenig zärtlich zueinander; dann schmunzelte er wieder: „Die Wetterh-exe, die Signe, hält ihn eben kurz." — Etwas Peinliches hatte die Verlobung der Tochter für die Eltern doch. Hoburg erwies sich auch ihnen gegenüber als überaus rücksichtsvoll. Aber doch eben nur korrekt. Sie empfanden beide, daß, er, vielleicht wider die eigene Absicht, vielleicht nur infolge von Erziehung und Gewohnheit, eine gewisse Distanz hielt. Zu einer wirklich verwandtschaftlichen Annäherung kam es nicht. Er blieb für sie doch der Prinz, und unwillkürlich nannten sie ihn auch so, wem< sie unter sich waren. Mutter sand sich leichter damit ab; sie lebte ganz in ihrer neuen Würde als Schwiegermutter einer wirklichen Durchlaucht. Vater drückte der Gedanke recht schmerzlich, daß auch Signe später von ihm abrücken könnte. Wer für beide hatte all das Nene, das ihnen aus der Verlobung -erwuchs, doch so viel Jnteressq, daß ihre kleinen Sorgen und Bedenken stark in den Hintergrund' traten. Die Veröffentlichung machte freilich in der Heimat vielleicht nicht ganz das Aufsehen, das sie zuerst erwarteten. Immerhin kamen Stöße von Zeitungsausschnitten, Depeschen, Glückwunschbriefen; sogar die römischen Zeitungen brachten Artikelchen; der deutsche Botschafter fuhr vor; die Hotelportiers, das ganze Personal waren plötzlich von überwältigender Höflichkeit. Das alles hatte doch feine leisen Rsü^ 130 Friedel schrieb sofort ausführlich und sehr beglückt. Eberhard hatte sich wieder einmal nur zu einem Telegramm! aufgeschwungen, dem erst nach einigen Tagen ein Brief! folgte, au die Eltern und die Schwester zugleich gerichtet. Ein etwas konfuser, wunderlicher Brief. Ueberschwenglich auf der eine Seite, mit tönenden Phrasen von Glück unbi Liebe, die dem einen versagt blieben, dem andern in beit Schoß rollten; höchst niedergedrückt dann: Hardi hatte Pech gehabt, sein bester Gaul war ihm niedergebrochen, in seinem Stall war Influenza, die Frühjahrskampagne wahrscheinlich für ihn verloren. — Vater wollte zuerst mit einem Scherz darüber hinfortgehen: „Ihr Kinder kostet jetzt ein Heidengeld. Na — schadet nix." Dann las er den Brief hoch noch, einmal. Es war ein zu merkwürdiger, fremder Ton darin, der ihn beunruhigte. Schließlich schrieb er an Friedel: er solle sich mal ein bissel um Hardi kümmern. Für fo etwas war der Friedel immer gut zu brauchen. Recht weh tat den alten Herrschaften, daß der gute Hartwig Braunstein sich nun zurückzog. Er schickte natürlich auch einen Glückwunsch und wundervolle Blumen. Und an Vater einen Entschuldigungsbrief: er müsse ganz plötzlich nach Athen, da die kretischen Ausgrabungen wieder ausgenommen werden sollten. Schade! Aber „unter den obwaltenderr Umständen gar nicht anders denkbar, das einzig Richtige", fand Frau Ida. „Ein netter Mensch Ivar er doch, freilich. . . freilich..." ' Acht Tage blieb man noch in Rom. Dann reisten Gu- darczas nach Neapel, und am nächsten Tage kam Hoburg nach. Sie wohnten oben im Hotel Parker, er stieg unten im Vesuvio ab. Das hatte Signe so gewünscht, und sie empfanden, daß sie recht hatte. Man war nicht so unmittelbar aufeinander angewiesen und sah sich doch täglich stundenlang. Der Prinz kam schon zum Lunch herauf, man machte die üblichen Ausflüge gemeinsam und dinierte zusammen, entweder oben oder in einem der großen Hotels am Ufer. Und dann am Abend, wenn alles zur Ruhe war, faßen die beiden Schwestern meist noch lange auf ihrem winzig kleinen Balkon und blickten auf die Zauberbucht hinab. Es war Vollmond, und das Meer schimmerte wie ein Silberspiegel. Dabei sprachen sie wenig, hingen eigentlich nur ihren Gedanken nach. Dodo hatte gute Nachrichten, und ihr Herz war wieder froh und zuversichtlich. Aber sie wunderte sich doch, daß auch Signe solch heitere, zuversichtliche Miene zur Schau trug. Nein, nicht nur zur Schau: es mußte wirklich Friede in ihrer Seele eingekehrt sein — recht so sah sie aus. । Nur ein einziges Mal sprach sie selbst etwas Aehnliches aus: „Man muß im Leben immer nach einem Abschluß trachten." Einmal, als die Schwestern wieder auf dem Balkon saßen, in lauer Nachtstunde, dem dumpfen Lärm der Stadt lauschten, über die düsteren Mauern des Castel del' Ovo auf die See blickten und hinüber zur Silhouette des Vesuv, aus dem dann und wann, deutlich erkennbar im klaren Mondlicht, eine durchleuchtete Rauchwolke in die Höhe stieg, sagte Dodo plötzliche in das lange, fast ehrfürchtige Schweigen hinein: „Möchtest du nicht, dein Bill säße hier und bewunderte mit dir. . . baß die Welt so schön ist!" Signe antwortete nicht. Eigentlich hatte Dodo auch kaum eine Antwort erwartet. Was sie sagte, war ja nur die Umschreibung eines eigenen Herzenswunsches. Aber sie sah doch; im Dämmerlicht, daß etwas wie ein Lächeln über das Gesicht der Schwester huschte, unb sie uahm's willig als Bejahung. In Wirklichkeit war's ein etwas spöttisches Lächeln gewesen. Nicht böse gemeint, auch nicht schmerzliche aber ein wenig ironisch. Signe hatte sich unwillkürlich erinnert, daß Bill so gar keinen Sinn für landschaftlichen! Stimmungszauber besaß. Es war ihr das in den letzten Tagen wiederholt ausgefallen. Bei jedem Ausflug wußte er gut Bescheid, er hatte auch immer ein paar passende Worte für die Schönheit der Natur. Gerade wie er auch um ein zutreffendes Urteil über ein Kunstwerk nicht verlegen war. Aber sie fühlte — hier, wie dort ■— er gab! nie etwas Eigenes. Er hatte ein Mtes Gedächtnis und wiederholte nur, was er irgendwo gehört oder gelesen hatte. Neulich, als sie vom Posilipp aus Capri hinüberschauten, als sie ergriffen die feinen Tönungen von Luft und See anstaunte, hatte sie beinah gegrollt, daß er immer wiederholte: „Schön! Ja doch! Das Schönste bist du!" Es wär ihr wie eine Blasphemie vorgekommen. Und auf der Fahrt nach Amalfi nach Sorrent hatte er sich mit Mama unterhalten, fast ohne einen Blick für all die Wunder des schönen Weges der Welt. Unterhalten über Maecaroni und die Destinn, über Leoncavallo und die Sarazenen, über das gestrige Menü und die vielen Engländer in den Hotels. All das war ja aber eine Geringfügigkeit. Mama schien sich schließlich auch mehr für die große Sarah und die beste Art, Artischockenböden zu bereiten, interessiert zu haben, als für die jähen Klüfte der Küste, für das brandende Meer, für den weiten Blick über das spiegelnde Wasser, aus den azurblauen Himmelsdom. Man muß die Menschen nach ihrem Maßstabe messen! Und Signe legte beide Hände fest auf die Eisenstange des Balkons und schöpfte tief, tief Atem . . . h Es war doch gut so, wie alles gekommen! Es war eint Glück, daß sie den großen Strich unter die Vergangenheit gemacht hatte, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Daß der Abschluß da war. Die Zukunft wird sich schon zimmern lassen! Mit Bill ließ sich leben. Nur vernünftig fein, verständig, nicht auf die Sternentaler warten, die vom Himmel herunter fallen sollen. Und es gab doch auch Augenblicke, in denen sie in feinem Arm leise erzitterte. In den ersten Tagen war ein heimliches Sträuben in ihr gewesen gegen jede Liebkosung, bei ruhiger Ueberlegung fand sie das selbst kindisch und unklug zugleich. Und nun fühlte sie das Blut heißer in den Adern, wenn er sie au sich zog. Manchmal erschrak sie vor sich selber. Aber bann bachte sie wieder: „Und wenn nun der Funke doch hinüberspringt und es wahr werden sollte, was die Leute sagen, daß Liebe die Liebe wecke . . ." Und sie schloß die Augen, ließ sich küssen und dachte an Jean Pauls Wort: Sehnsucht nach Liebe ist schon Liebe... Dann und wann gab äs freilich! auch eine kleine Verstimmung. Gestern nachmittag blieben die Eltern zu Hause. Bill fuhr mit beiden Schwestern Nach dem Capo Miseno hinaus. Als sie oben auf der kleinen Plattform des Gipfels saßen, kam ein bettelnder Bub, ein Dreikäsehoch. Die Bettelei war Bill an sich ein Greuel; aber er fand sich ihr gegenüber meist willig durch ein paar h-ingeschleuderte Kupser- stücke ab. Nun war der braune Junge aber gar zu süß; ein Prachtbengel mit braunem Gesicht, Kirschlippcu und Samtaugen. Signe konnte nicht widerstehen. Sie faßte ihn, hob ihn hoch, schwenkte ihn im Kreise und freute sich, wie das kleine Mäulchen sich aufsperrte, daß die weißen! Zähne zum Vorschein kamen, und wie die Augen sie anblitzten. Eine ganze Weile sah fich's Hoburg mit an. Dann sagte er plötzlich : „Laß den Jungen. Er ist so schmutzig." Dodo lachte: „Wahrhaftig, Sigue, sieh doch nur die Lumpen und die Hände!" Da kam es auf einen Augenblick wie Trotz über sie. Sie sah, daß Bill ein finsteres Gesichh machte, aber sie küßte den Dreikäsehoch auf beide Wangen. Dann ließ sie ihn freilich herabgleiken . . . Recht hatte Bill ja: das Bengelchen hatte Lumpen an, und gewaschen hatte die Mutter es wohl seit Tagen nicht. Recht hatte Bill. Aber daß er nun dem süßen Jungen ein Geldstück hinschlenderte, nein, ftie er es tat — und wie er ihn fortscheuchte, mit drohend erhobenem Stock: das gab ihr einen Stich ins Herz. Kinderlieb konnte er nicht sein — —i (Fortsetzung folgt.) Berthold Auerbach. (Geboren am 28. Februar 1812; gestorben am 8. Februar 1882.) Bon Fritz D r o o v (Danzig). ' Aus einer Reise wurde Berthold Auerbach einst zu eurer bc- freunbeten Familie gebeten. Man lud über hundert Menschen ein, war glücklich, der Tafelrunde den berühmten Dichter zeigen zu können, und bereitete ihm ausgiebige Triumphe. Auf vielseitiges Bitten und Drängen erklärte Auerbach sich bereit, eine feiner! Dichtungen vvrzule;en; es war jedoch unmöglich: in dem Hause, wo man ihn wie einen Ueberirdischen feierte, war kein einzigeH seiner Bücher zu finden. Die Geschichte könnte sich täglich wiederholen, zumal heute, da die Leihbibliotheken besser florieren als die Buchhandlungen. Für Auerbach .aber bedeutete sie eine Ausnahme, einen Zufall; denn der Dichter stand damals int Zenith seines Ruhmes, wie das fünfte und sechste Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts ja überhaupt von seinem Lobe N'iderhalltcn. Erst nach und nach -fc 131 schrumpstc der Nachwuchs des Lese'geschlechts zusammen, bis schließ^- nch die junge Generation die Oberhand gewann. Dem modernen Leser geht es wie dem Pharao: er weiß nichts „von Joseph nnd seinen Brüdern"; es sei denn, daß er eine der zahlreichen Anek- doten kennt, die sich an Auerbachs Namen kMpfen. Am längsten hat sich wohl jenes scherzhafte Wortspiel erhalten, das Auerbachs Iran ihres losen Handgelenks wegen Hauerbach, den etwas häßlich geratenen Sohn Schauerbach nannte, während die Tochter sich gefallen lassen müßte, daß man ihren Namen in Lauerbach umanderte, weil sie von der Sehnsucht ihres Geschlechts nach entern Manne keine Ausnahme machte. Oft lieben wir Bücher aus! einer Ursache heraus, die mit Unserem kritischen .Empfinden gar nichts zu tun hat. Berthold Auerbach gehörte zu den Erzählern, die meine Mütter liebte, und so ging unbewußt ein Quäntchen Liebe auch auf mich über. Meiner Mutter danke ich die Ehrfurcht -vor dem Buch an sich, und es hat lange gedauert, bis ich dem eigenen Urteil willig Folge gab und meinen Weg zu anderen Führern fand. Ueberdies war es ja kein Unwürdiger gewesen, dem ach ein dankbares Herz bewahrte. Und ich fand mich eines Tages ebenso gerechtfertigt wie beglückt, als mir — ehrlich gesagt — der Zufall „Auerbachs Briefe an fernen Freund Dr. Jakob Auerbach" in die Hände spielte. Bei diesein Buche möchte ich etwas verweilen. Am 8. Februar 1882 erhielt Spielhagen einen Brief. Es war die letzte Post von seinem Freunde Berthold Auerbach, die dieser seinem Freunde Eugen in die Feder diktiert hatte, und 'm der er Spielhagen zum Herausgeber seiner gesamten Werke bestimmte. In diesem Briefe heißt es u. a.: „Das Wichtigste der Entwicklung meines allgemeinen und besonderen Lebens steht in den seit 1830 ziemlich regelmäßig fortgeführten Briefen an meinen alten vertrauenswerten Freund Dr. Jakob Auerbach in Frankfurt am Main; ich wünsche, daß diese Briefe herausgegeben werden." Spielhagen hat den letzten Wunsch des Freundes unter Berücksichtigung aller näheren Bestimmungen gewissenhaft erfüllt und uns so einet: getreuen Spiegel des Auerbachschen Wesens Übermacht. Ueberall erkennen wir die absolute Hingabe des Mannes an seine Arbeit, an seinen schriftstellerischen Beruf, von dem sich das Publikum, wie Spielhagen in seinem Vorwort sehr schön sagt, oft eine wunderliche Vorstellung macht, besonders bei uns zü Lande, wo die unermeßliche Breite eines gewissen mittleren Bildungsniveaus manchen zu der Annahme verführt, daß er auch die Höhen des Schriststellertums bereits erreicht habe, daß es zum mindesten doch nur Sache seines Willens und Wollens sei, ob er sie erreiche oder nicht. Und nun gar, wenn er einmal ein paar seiner kostbaren Stunden geopfert hat, etwas zu Papier zu bringen, das er und seine Freunde für eine Novelle, einen Roman, ein Drama halten! Dann ist die Sache endgültig entschieden; dann ist es meistens nur die Rücksicht auf seine höhere Lebensstellung, wenn er sich nicht öffentlich einen Schriftsteller nennt. Welche Ehre gäbe es auch, sich zu etwas ausdrücklich zu bekennen, was — nach seiner Meinung — jeder sein kann, sobald er nur will. „Hierher kommt!" sagt. Spielhagen, „ihr alle, die ihr euer Ideal, ein Schriftsteller zu sein, mit einem Sprung zu erreichen glaubt, kommt und seht, was es mit dein Berus des Schriftstellers auf sich hat! Seht, wie dieser Auerbach, dem es bei feinem Wissen und seinem Fleiß ein leichtes gewesen wäre, sich in einem der honetten Berufe, die er nach eurer Ansicht verfehlt hat, reichliches Auskommen und große Ehren zu verschaffen, wie dieser Mann bis in sein Mannesalter mit der bitteren Armut kämpft und sich im Dunkel einer rang- und titellosen Existenz bescheiden birgt, um seinem Berufe nachzugehen; wie er die Sicherheit eines ehrenvollen öffentlichen Amtes ausschlägt. Um dem Rufe seiner Muse zu folgen. Kommt und tut desgleichen, wenn ihr könnt! Erhebt euch von eurem Lager Mit dem Gedanken an eure Arbeit; geht schlafen mit dem Gedanken an eure Arbeit; träumt von eurer Arbeit, erwacht mitten in der Macht und grübelt weiter über eure Arbeit — nicht heut Und morgen! nein, jeden Tag und jede Nacht eures Lebens, so viele euch das Schicksal gewährt. Und erreichten sie, wie bei diesem, das biblische Maß! Und geht keine Gasse eines Dorfes, einer Stadt, keinen Feld- Und keinen Parkweg, ohne daß die Arbeit mit euch! geht! und besteigt feilten Wagen, der euch in die weltentrückte Stille eines Alpentales oder des Meergestades Uhren soll, ohne daß sie, der ihr euch ergeben habt, mit euch einsteigt! Und während her Fahrt sinnt und sinnt, wie die Aufgabe, welche euch die unsichtbare Begleiterin in das Reisebündel geschnürt, in der Ausführung aufs, beste gerate! Und scheint das Werk euch geraten — glaubt es nicht! Spart keine Feile, es noch besser zu machen! Und, seid ihr mit eurer Kraft und Kunst zu Ende, laßt euch nicht verlocken, ZU wähnen, daß dies nun das Beste sei dessen,'was ihr schaffen könnt, geschweige, was geschaffen werden kann!" Das heißt den Nagel auf den Kopf getroffen. Ja, ihm war sein Beruf heilig; und Wahrheit, Schönheit, Freiheit und Vaterland waren die Ideale seines Lebens, denen er nie untreu geworden ist, „trotz der .Verdüsterungen, denen hochstrebende Seelen, wie die seine, am wenigsten entgehen; trotz der Zweifel, die in des Tages Wirrsal, in dem! scheinbar nutzlosen Kampf mit der den Menschen altgewohnten Gemeinheit auch den Mutigsten je zuweilen beschleichen mögen; trotz auch der naiven Freude, die er an seinen großen Erfolgen M haben Wen Md die ihm von solchen. welche thn nicht kannten, oft so Übel aUsgelegt wurden". Aber wie seine Verdüsterungen, seine Zweifel nur Schleier waren, die ihm seine Ideale wohl momentan zu verhüllen, nie aber zu entffemden oder gar Mi rauben vermochten, so war die Berwunderung der Menge wahrlich keine Sonne, in deren Strahlen er sich müßig Und eitel wärmte und blähte. Wie bescheiden er über seine Ver- dienste, seinen Ruhm dachte — in hundert rührenden Aeuße- rungen steht es in seinen Briefen zu lesen. Und wenn er es »nicht immer ausdrücklich! sagt, daß er die Kränze, die ihm wurden, zu oen Füßen seiner Mise niederlegte, in seinem Herzen hat er es stets getan. , Nordstetten im württembergischen Schwarzwäldkreis war seine' Hetmat Hier würde er am 28. Februar 1812 als Sohn eines mittellosen Udischen Acker- und Handelsmannes geboren, der den' aufgeweckten Knaben zum Rabbiner bestimmte. Nach einigen Semestern theologischen Studiums trieb ihn der Erkenntnisdrang zur Philosophie; es kam zu schweren inneren Kämpfen, die Auer-, buch! Ichließlich veranlaßten, die Rabbinerlaufbahn aufzugeben. Dev freie Schriftsteller war sein Ideal; doch galt es manche Entbehrung M überwinden, bevor sein Name in weitere Kreise drang Ein Splnozaroman, der 1837 entstand, blieb der Besitz einer kleinen indischen Gemeinde; auch der Roman „Dichter und Kaufmann" wurde in seiner Harmonie noch zu sehr durch die Einflüsse einer! spitzfindig rabbinischen Bildung gestört, als daß er tiefer ins Volk hatte dringen können. Erst die Schwarzwälder Dorfgeschichten trugen seinen Ruhm hinaus auf den Markt, vor allem „Tonele",- „Der Lautenbacher", „Der Tolpatsch", „Barfüßele", „Diethelm von Buchenberg" und die „Frau Professorin", die später das Pech hatte, von Charlotte Birch-Pfeiffer zur Heldin ihres tränens seligen Rührstücks „Torf uitd Stadt" erkoren zu werden. Der neueren Kunstdichtung Spielhagens hat Auerbach trotz verschiedeiter Versuche nicht folgen können, und doch ist sein dreibändiger Roman „Waldfried" eine Arbeit, die uns nickst nur wegen »stes Umfangs Achtung abnötigt. Jedenfalls ist die Form der fingierten Biographie selten mit solcher Einheitlichkeit durchgeführt worden, wie in dieser vaterländischen Familiengeschichte, deren Tendenz es war, eine Versöhnung zwischen dem Norden unb dem Süden Deutschlands' anzustreben. Wenn Paul Lindau die Geschichte Waldfrieds die Geschichte des neuen Deutschlands nennt (ich bemerke noch, daß Lindaus Urteil aus dem Jahre 1874 stammt)/ fo, darf man diese liebenswürdige Uebertreibung wohl auf das Konto seiner besonderen Sympathie Ur Auerbach setzen. Heute ist auch der Roman „Waldfried" längst vergessen, uitb höchstens das „Schatzkästlein des Gevattermanns" erbt sich wohl noch vvM Vater auf den Sohu, obgleich seine Weisheiten heute vielleicht ebenso zur kleinen Münze geworden sind, wie die „Tausend Gedanken des Collaborators". Zwischendurch überrascht uns bei der Lektüre aber auch! heute noch mancher feinnervige Zug: „Tas Lächeln ist die beliebteste Form der Lüge. Wie viel wird gelächelt, wo man eigentlich! teilnahmslos ist, int Innern widerspricht oder auch eilt Vorgebrachtes gar nicht versteht. Mit Mienen lügen! hält man nicht Ur tatsächliche Lüge." — Oder: „Wer eilten mit Recht erwarteten Bries lange zurückhält und dem Warteitden Tage! des Rätselns auferlegt, begeht ähnliches, wie wenn man einen; Schuldlosen verhaftet und ihn nach Tagen wieder freiläßt. Wer gibt ihm die Tage, die er im Gefängnis verbringen mußte, wieder zurück?" Und endlich: „Der ganze Unterschied zwischen Ungebildeten und Gebildeten ist oft nur der, daß jene' den verbotenen Apfel mit Schale und Butzen aufessen, während ihn diese sich säuberlich! schälen." Auch in seinen Romanen und Erzählungen treten solche Sentenzen aiif, wo sie sich dann aber zu (lehrhaft-didaktisch ausnehmen; zumal wenn der Verfasser sie einem Menschen in den Mund legt; dem sie nicht recht zu Gesicht stehen. Eine subtilere Psychologie war Auerbachs Sache nicht; er liebte die rosigen Farben und zog seinen Landleuten auch bei der Arbeit den Sonntagsrvck an. Darum brodelt über dem Ackerboden und der Dorfstraße, auf die er uns führt, das Parfüm von Bauern, die in der Großstadt eilt wenig Farbe angenommen haben, ohne doch! aus ihrer Haut zu köniten. Sie erinnern an Bilder Bautiers', wie den „Brautwerber", die „Dorfkokette" oder die „Tanzpause", und können eine Prüfung auf die Wirklichkeitstreue ebensowenig bestehen, wie fie.- Darum mußten sie fallen, als der schärfere Wind des Realismus in die Hütten drang. Damit w!ar aber auch Auerbachs Schicksal besiegelt. Er selbst hat einmal gesagt: „Lebe in einer großen Stadt; ie gibt dir täglich! die Lehre: TU bist entbehrlich." Die Flutwelle >er Literatur, die nach ihm' kam, hat Auerbach erdrückt. So ist er überflüssig geworden. Vergessen wird man ihn nicht so Prager UnivsrsitKtrgeschichten aus dem Anfänge der siebziger Jahre erzählt Fritz M a u t h n e r in seinen S ch u l ° Er in n e ru n g en, die im nächsten Hefte der „Süddeutschen Monatshefte" erscheinen werden. Es war die Zeit, da das Deutsche Reich gegründet wurde und der nationale Gegensatz zwischen den deutschen und tschechischen Studenten stand bereits in voller Blüte. Der wackere Philologievrofessor Linker war über die Neuausrichtung des deutschen Kaisertums so begeistert, daß er eine 132 Magisches Madrat. die Felder nebenstehenden Quadrats sind die Buchstaben A A A A A A BBB 8 SS SS TT derart einzutragen, datz die wagerechten u. senkrecht. Reihen gleichlautend folgendes bedeuten: 1. Musikalische Bezeichnung. 2. Weiblichen Vornamen. 3. Früheres Maß. 4. Königreich des Altertum». 'Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer r Haken, Haien, haben, Hamen, Harten. Dass es nicht das Fehlen des Papiers to'at, das die Erfindung der Buchdrnckerknnst so lange hintan Kwlt, baß vielmehr nur ein allgemeines kulturelles Bedürfnis die praktische Ver Wendung dieser Idee herbeisühren konnte, beweist das Beispiel der Sarazenen, die nach dem Fall von Samarkand 704 mit der Versertigung des Papicres vertraut wurden und zweifellos das. Druckverfahren von den Chinesen gelernt, hatten. Dennoch entwickelt sich die Buchdruckerkunst ebenso wenig in den Kalifaten von Arabien und Spanien, wie in der antiken Niltur. Ein gewaltiger aus dem Volke selbst hervorgehender Antrieb geistiger und mate- rieller Art war notwendig : er fehlte im Altertume, er war vor- ^an^Diel"ersten ^Drucker^erschienen bei Beginn der Renaissance, als in Deutschland, wo sich die Besremng der Geister vor allem in religiöser Richtung äußerte, und sich ein so großes Bedürfnis nach Bibeln und religiösen Erbauungsbüchern geltend machte, daß es durch die Manuskripte nichtbesriedigt werden konnte. In anderen Teilen Europa war das Verlangenmach den alten Schri t- stellern so mächtig geworden, daß sich ebenfalls eine Verviet sältigung auf mechanischem Wege als unbedingt notwendig erwies. So verbreitete sich denn die neue Kunst in den Zähren von 14u6 bis 1478 bis nach Spanien und der skandinavischen Halbinsel, Bei Beginn des 16. Jahrhunderts waren schon gegen,, 16 000 Buchausgaben gedruckt. In der antiken Kultur, selbstmm römrwe« Weltreiche bestand dagegen eine solche Nachfrage nach Buchern gar nicht. Die Schristlverke waren m einer genügend growi Menge von Manuskripten ttt Umlauf und für das lUerarsiche Bedürfnis sorgten die wenigen Verlagsanstalten von Alexandria und Rom, in denen eifrige Schreiber die Manuskripte wieder und wieder vervielfältigten. Nur der Gedanke an einen großen mate> Allen Gewinn konnte die Geister der beginnenden Rmaissmicedazu bewegen, dem Problem der Druckkunst immer cisriger nachzugehen Und es endlich zu lösen. warum haben die Alten die vruckerkunst nicht erfunden? Der antiken Kultur war im allgemeinen der Gedanke eenes Druckens mit beweglichen Lettern durchaus nicht unbekannt; trotzdem ist die Buchdruckerkunst nie bei ihnen ausgebildet worden. infi-rpffante Frage, warum die Alten diese IN per neucriui Geschickte zu welthistorischer Bedeutung gelangw Erfindung Nicht wÄwWOI ttaakn aber es war kein materielles Bedürfnis für den Druck vorbanden- in der antiken Kultur fehlten die dazu anregenden Elemente 'die auf den Druck hingedrängt hätten. Das Prinzip der beweglichen Typen scheint schon im frühen Altertume bekannt gewesen zu sein. Unter den Trümmern der griechisch-römischen Welt die sich bis auf unsere Tage erhalten haben, verraten Nicht wenige die Verwertung von einer Art Stempeln oder>eines pnmi- tiven Druckverfahrens. Siegel und Stempel KM ^rvielsaltigung von Inschriften sind sehr häufig, und im ^ahre 1908 wurde sogar von den Italienern auf Kreta eine Terra tot t a - a n f tftr ifii entdeckt, deren Buchstaben alle mit getrennten Stempeln eulgepreßt waren. Auch Cicero hat den Gedanken beweglicher Typen auSge-- sprochen, denn in einer seiner Schriften,, tn der er üegcn die Lehren Epikurs wendet, spricht er den interessanten Satz aus. „Warum sollte man nicht anch glauben, daß man dadurch, daß man unzählige Formen von Buchstaben des Alphabets entweder in Gold oder einem anderen Material herstellt, zusammenstellen und mit diesen Buchstaben die Annalen des Eiinrus auspragen könnte?" Mehrfach ist der Gedanke ausgesprochen worden, daß der römische Senat die Verwendung von beweglichen Aypen zur Vervielfältigung von Manuskripten nur verhindert Hube, wert er die aufklärenden Wirkungen des gedruckten Buches fürchtete. Mait hat auch angenommen, daß das Fehlen des Papiers den Alten die Anwendung der Druckerkunst iimnöglich gemacht habe. Aber dazu hätte sich auch Papyrus verwenden lassen. Vermachtes. * Treue Liebe, lieber 30 Jahre ist der jetzt achist undsünszia Jahre alte Pantosfelfabrikant Hermann Heß- bera in Elb in a seiner Braut treu geblieben, um sie nun endlich zum Traualtar zu führen. Als er dies vor über 30 Jahren tun wollte, drohte ihm eine reiche Tante mit Enterbung. Da beide Brautleute arm waren, versprachen sie sich gegenseitig Treue und beschlossen Ovarien. Kurze Leit daraus starb die Erbtante und Herr Hehberg trat in den Besitz des reichen Erbes. Leider konnte auch fetzt die Hochzeit nicht stattsinden, wenn Hehberg die Erbschaft nnht verlieren wollte Denn das Testament enthielt eme Be- st mmuna wonach das Erbe an andere Personen fallen sollte wenn die geplante Ehe doch zustande käme. Die Drohung der Enterbung war nach einer Erklärung im Testamente auf 30 Jahre l-ang festgelegt, ^etzt endlich sind die 30 Jahre vorüber und Hehberg konnte sein Ehe- versprechen einlösen. An einem der letzten Aage fand denn auck die Dränung statt und zwar im Hause des Vrauti- qams, der durch ein Herzleiden an das Haus gefesselt ist. — Aus der Münchner „Jugend". Die zNwlsiahrige Martha war in säst allen Gegenständen eine recht üpte Schülerin dock lat sie eine unbesiegbare Abneigung gegen die Geographie und ibre Lehrerin geriet in Helle Verzweiflung, wenn die ^Kleine z B als Hauptstadt von Spanien einen der Nüsse von Frankreich'nannte. Um nun darin Abhilfe zu schaffen, gab die Dchrerin di>m Kinde einen Brief an die Mutter mit, in dem sie diese au.|-- forderte das Kind beim Lernen der geographischen Aufgaben strenge 'zu überwachen. Aber am anderen Tage wußte Martha wieder nicht die Flüsse, die sich ins Schwarze Meer ergichen. ^Hat deine Mutter meinen Brief nicht 8*? bie Lehrerin. „Gewiß Fraulein. — „bind was hat sie dazu nefagt?" — „Die Mutter hat gesagt, daß sie auch keine Geographie gelernt und doch geheirat hat, daß meine ^nnie t o ) weniger gewußt und sie doch einen Mann erobert hat, daß Sie aber? obwohl Sie so gut Geographie können, keinen gekriegt haben," ___________ R,da,U-m K. - R-w,i»»-druck imd d-r B-ühlN«-» und E,-d,druck-,«I, R. -»«->, «-»-» Od-)„ Werklein, auf em Kartenblatt gedruckt, jed v :^ne Ehrung er- aui den Platz legte. Hatte er »dafür eu e ch bie Usehr- hosft, so ward er Snterltch enttaulcht, denn er wuro-, bem zahl seiner Hörer Tschechen waten, »o ihn A^de lag, so Hörsaale hinausgeworen. Da de. Rau' t roie Mauthner passterte ihm nicht viel und uveroies wgw i u b humorvoll bemerkt, wer anderen fern! Ged chte vorlegt^ un wenn sie politisch und lateinisch s , m.t einem Male der ZMML-SUM dis die Volnei abrückte. Darüber war die ganze Ursache oes ©Weites eigentlich vergessen und mit emem; Fenseremwurf 9irnipffnr Linker endete der verhältnismäßig harmlose oall. E $ ® bedenklicher gestaltete sich der Fall Kra.nc, bet dem Ministeriums Hohenwart an Stelle des alten nhre liebenswürdigem Telegramm emgeholt. » ■ Schneider da fortine Rehabilitierung unseres verehrten Professors Dchnetoer 0 Fbr Schützling Krainc unsere Wissenschaft und unsere deutsche Mniterwrack e ill Gesahr bringt." Dian kann sich die Freude des Ministers beim Empfange dieser Depesche denken. Zwischen ihm »»r» derUniversität entstand ein erbitterter Streit, ob d,e De m- auenten dem Strafrichter oder dem Disziplinargericht der Unl- nei-fität überweisen seien. Die Universität lieb aber Nicht locker und einer nach dem andern von den deutschen Pro essorm kam zn 1* ;imnen Zerren, versicherte sie chmunzelnd seines Beistandes u d versprach ihnen bieder, für die Relegation zii stimmen. Vor nrhpntlirbeit Richter hätte es wohl Schlimmeres gefetzt. Aber inzwischen fiel das Ministerium Hohenwart und aus der Relegation ward eine Rüge in mildester Form. Heute istMauthner selbst der Ansicht, daß durch diesen kecken Studentenstreich dem armen Krame eigentlich Unrecht geschehen sei.