(912 - M. 6b Samstag den 27. Apru fl Der König von Thule. Roman von Paul Grab ein, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Immer von einem Arm in den andern flog wie eine leichte Feder die ri s ge Tänzerin, und der Sturmwind b(ies dazu eine wilde Melodie, daß es droben im Tauwerk ganz merkwürdig pfiff und heulte. An Bord war alles fest und dicht gemacht worden, denn die immer hoher gehende See wusch von Zeit zu Zeit mit mächtigem Sturz über das Schiff weg; selbst in das obere Promenadendeck war trotz der vorgespannten Segelleinwand eben eine vorwitzige Woge prasselnd eingebrochen, mitten zwischen die aufkreischenden Damen hinein, die dort in ihren Bordstühlen, bange zusammengepfercht, lagen. Nun gaben die meisten von ihnen auch diesen letzten, verlorenen Posten auf und wankten, gestützt von den Stewardessen, mit stumpfer Resignation in die Kabinen hinunter, um da das Unent- rinnbare über sich ergehen zu lassen. Nur wenige Damen, aber auch diese fast alle schon Mit grünlich-fahlen Wangen und bleicher Nase, wagten noch heroisch den Aufenthalt an Deck, auf dem in kleinen Gruppen auch die seefesten Herren standen, breitbeinig, sich fest am Geländer haltend, um nicht auf dem schräg geneigten, vom Wasser spiegelglatten Deck auszugleiten. Eine kleine Gesellschaft hatte im Schutz der Treppe zum Sonnendeck Posto gefaßt. Auf zwei Bordstühlen lagen hier, bis an die Nase in Plaids gehüllt, langausgestreckt Mr. unb. Mrs. Sonderham, und bei ihnen standen mit dem Kapitän Neidhardt Frau Söllnitz und Am hör. Mr. Sanderham lag regungslos in seine Tücher ein gewickelt wie eine ägyptische Mumie, mit einem Stoizismus, her seinesgleichen suchte. Noch hatte ihn zwar die eigentliche Krankheit nicht erfaßt, aber er war sicher, daß die leiseste Bewegung auch ihn „liefern" würde. So lag er denn schon seit einer Stunde, ohne mit der Wimper zu zucken, und stierte hinter den Brillengläsern hervor krampfhaft immer nach einem festen Punkt an der Takelage. Irgend jemand hatte ihm dies Mittel empfohlen. Er tat, als ob ihm ringsum auf der Welt nichts mehr anginge, selbst das todesbange Stöhnen und Jammern oer Gattin uebanan richrte ihn keinen Deut mehr. Die gesund gebliebenen drei anderen hatten sich alle erdenkliche Mühe gegeben, den tragikomischen Leiden ihrer Schiffsgenossen nach Möglichkeit abzuhelsen. Allerhand Fläschchen und Büchschen auf Mrs. Sanoerhams Schoß zeugten von diesen vergeblichen Versuchen. Nun aber fand Umthor, daß sie, da doch nichts zu helfen war, genug hier geweilt hatten; er forderte Frau Söllnitz und den Kapitän auf, mit fchm nach vorn zu kommen, um das Schauspiel der sturmgepeitschten See zu genießen. „O — verlassen Sie mir nicht!" flehte aber Mrs. Sanderham in wahrer Todesangst, doch ohne sich zu rühren; nur ihre dunklen Augen baten um so eindringlicher. Da brachte es der selbst gegen Damen in dieser Verfassung noch galante Kapitän nicht fertig, die Bedauernswerte hier ihrem Schicksal zu überlassem „Ich bleibe bei Ihnen," tröstete er, sich einen Stuhl herzurückend, die arme kleine Frau und schlang sorgfältig das windgelöste Plaid wieder fest um ihre Schultern. Ein matter Dankesblick lohnte ihm sein Samariterwerk. „Gehen Sie ruhig, gnädige Frau, mit dem Herrn Doktor," redete er der noch zaudernden Frau Söllnitz zu. „Sie sehen ja," er lächelte, „ich bin ein alterfahrener Lazarettgehilfe. Mrs. Sanderham ist bei mir in bester Hand." Die junge Frau blickte noch einmal fragend auf Am- thor; aber ein etwas ungeduldiges Zucken in seinem Gesicht brachte sie schnell )um En.schluß. „Seien Sie mir nicht bös, Mrs. Sanderham," bat sie, sich über die Liegende neigend. „Aber ich möchte wirklich ein bißchen nach vorn, an die frische Lust." So ging sie mit Amthor fort, den Promenadengang hinauf. „Sie haben sich wirklich lange genug für Mrs. Sanderham geopsert," sagte ihr Begleiter gleich nach wenigen Schritten. „Man muß die Menschenfreundlichkeit auch nicht übertreiben. Die gute Mistreß ist überhaupt eine kleine Egoistin, hinter all ihrer Niedlichtuerei. Sie kann doch aber nicht verlangen, daß Sie den ganzen Tag bei ihr sitzen!" „Sie haben ja wohl recht, —" gab Frau Eva zm Der Wind benahm ihr plötzlich den Atem. Sie waren im Begriff, um die Ecke des Ganges zu biegen, wo nun der Sturm in aller Heftigkeit ihnen entgegenschlug. Mit vorgebeugtem Oberkörper kämpfte sich die junge Frau lachend gegen den Unhold an, der sie wütend am Kleid zerrte. Drei Herren standen hier vorn, in dicke Ulster und Winterpaletots gemummt. „Kognak — immer egal Kognak! Das einzige Mittel!" Es war die näselnde Kommandostimme des Herrn von Kreßmann, der diesen guten Rat dem zweiten Herrn gab, der offenbar auch bereits abzufallen begann. Nun drehte er sich, durch des Leutnants plötzlichen Gruß veranlaßt, um — der Regierungsrat. Im selben Augenblick, als er die beiden Herannahenden bemerkt, wandte er sich allerdings schnell wieder ab, sich mit den Händen die Mütze, festhalteud, als habe er sie nicht erkannt. Frau Söllnitz war es höchst peinlich, gerade ihn hier zu treffen, den sie sich am allerwenigsten gewünscht hätte. Sie war seit dem Gespräch vorgestern abend Herrn Görtz-, Schilling nicht wieder begegnet. „Wollen wir da hinauf?" fragte sie Amthor schnell, auf die nahe Treppe zum Sonnenoeck weisend. „Wenn es Ihnen oben nicht zu sehr zieht," erwiderte er zu ihr tretend. 262 „O — das macht mir nichts!" versicherte sie , und tvvNte leichtfüßig die schmale Eisentreppe hinaufsteigen. Im selben Augenblick aber faßte der heftig einsetzende Sturm ihr Kleid und schlug es hoch empor. Es war Amthor, als ob ein heimliches Männerlachen an sein Ohr schlug. Eine aufsteigende Zornröte im Antlitz fuhr er nach links herum. Da standen die drei mit zynischen Mienen und blickten freche nach der jungen Frau, die eine Sekunde lang — ahnungslos von dem Vorgang — gegen den sie int Moment ganz verwirrenden Sturm ankämpfte. „Bitte, kommen Sie herab! — Schnell!" dringlich tönte ihr plötzlich Amthors Stimme im Ohr. Er zitterte vor Erregung. Am liebsten hätte er sich sofort auf die Burschen da gestürzt; ihm war, als hätten ihre frechen Blicke ihr reines, schönes Frauenbild entweiht. Fast erschreckt durch seinen plötzlichen dringlichen Anruf gehorchte sie schnell. „Was ist denn?" Wieder neben ihm stehend-, blickte sie ihn mit den großen dunklen Kinderaugen verwundert fragend an. Ihre ahnungslose Reinheit hatte für ihn etwas Rührendes; sie kam ihm so heilig in diesem Augenblicke vor. Selbstverständlich durfte sie gar nicht ahnen, was sein wahrer Grund gewesen war. „Es ist da oben doch- nicht gut möglich, sich aufzuhalten," wandte er vor, mit ihr zurückgehend, die drei da vorn keines Blickes würdigend. „Man sieht zwischen den Booten auch nichts von der See — ich habe eine andere Idee: Wir gehen nach vorn — auf unseren Stammplatz," er lächelte sie nun wieder unbefangen an, „auf die Back! Da sind wir heut sicher allein. Aber Sie müssen sich wasserdicht anziehen, Ihren Gummimantel! Die See wäscht dort beständig herüber. Auch ich will mein Oelzeug holen." Fünf Minuten später trafen sie sich vor dem Kajütenausgang am Zwischendeck wieder. „O!" sie hob lachend nach ihm die Hände. „Sie sehen ja aus wie ein richtiger Seebär. — Aber famos! Groß- artig!" Bewundernd sah sie auf seine hohe Gestalt im langen gelben Oelrock und breitkrämpigen Südwester, der zu feinem wettergebräunten männlichen Gesicht im blonden Vollbart allerdings vortrefflich paßte. „Keine bloße Theaterdekoration," versicherte er, mit ihr nach vorn gehend. „Ich brauche solch Kostüm wirklich manchmal, wenn ich mit unseren Fischern zum Vogelfang oder zur Seehundsjagd- hinausfahre." Nun waren sie auf dem kleinen Vorderdeck angelangt, auf dem allerdings das Wasser fast handhoch stand und über das der Sturm ungehindert hinbrauste. Eva Söllnitz wollte eilig vorwärts, ganz nach der Spitze hin; im selben Augenblick sprang aber eine riesige Welle gegen den Bug an. „Achtung!" scholl es ihr ins Ohr, aber schon brach, vom scharfen Kiel ausgeschnitten, ein brausender, prasselnder Schwall über sie herein mit einer Gewalt, daß ihr Hören und Sehen verging und sie nach- Atem ringend, auf dem glitschigen Boden auszugleiten drohte. Mit einem Aufschrei streckte sie die Hände, einen Halt suchend-, aus. Da fühlte sie sich von -einem starken Arm um die Schultern gefaßt, und als sie die -Augen rasch nun wieder öffnete, sah sie Amthors Antlitz über sie gebeugt, mit wassertriefendem Bart, aber frisch-roten Wangen und frohleuchtenden Augen. »Ja, ja das ist nicht so ohne hier oben!" lachte er. „Kommen Sie ans Geländer. — Rasch, eh' die Brandung wiederkehrt!" Da stand sie nun, ganz vorn an der äußersten Spitze des Schiffs, dicht neben ihm. Er hatte sich so gestellt, daß er sie gegen die Wellenseite hin mit seinem Leib deckte. Die Hände fest um das Eiseugeländer.geklammert, blickte Eva Söllnitz hinaus in das tobende Meer. Der unablässig brausende Sturmwind benahm ihr fast den Atem, und doch spürte sie ein wunderbares Gefühl froher Kraft in sich, wie ihre Brust so- seinen salzigen belebenden Hauch- trank. Von der wilden Sturmgeiß-el aufgepeitscht, raste und schäumte ringsum das Meer in gigantischem Wutausbruch. Es schien seinen ganzen Zorn nun gegen das Schiff gekehrt zu haben, das es wagte, hier fern von aller Hilfe, in unermeßlicher Einsamkeit, feine Fluten zu durchqueren. Furchtbare Wogen rollte es heran, immer eine nach der anderen, Tausende, Myriaden so weit das Auge über das schwarzgraue Kampffeld schauen konnte; wie gewaltige. dunkle stürmende Kolonnen mit weiß flatternden Helmbüschen wälzten sie sich -gegen das Bollwerk des Schiffs heran, gegen die hochragende Bastion des festen Bugs. Aber höher noch sprangen in wildem Ansturm die tollen Angreifer, prasselnden Geschoßhagel mit tosender Gewalt über Deck schleudernd. Mit bang verhaltenem Atem und stockendem Herzen sah Eva Söllnitz jedesmal die haushohe, schwarzdräuende Wasserwand steil vor sich aufgetürmt, bereit, im nächsten Augenblick überzustürzen und" das Fahrzeug mit ihrem vernichtenden Schwall zu begraben, das gerade in der Tiefe des Wellentals lag. Aber dann hob sich blitzschnell jedesmal der Bug des stolzen Schiffes und stieg hoch in den schwarzgrauen Sturmhimmel hinein, einen Augenblick oben! auf den Wogenkämmen schwebend, um im nächsten wieder mit jähem Sturz in die Tiefe zu fahren. Ein unablässiges ewig wiederkehrendes, schaurig-schönes Spiel. Schweigend standen die beiden, ganz befangen von dem dämonischen Bann des grandiosen Kampfes der entfesselten Natur-gewalten und dem Echo ihrer Empfindungen,- das er wachrief. Ein nie gekanntes heimlich-süßes Gefühl beschlich Eva Söllnitz jedesmal, wenn sie, vor dem drohend aufgetürm- ten Wellenberg erschreckend, unwillkürlich Hilfe suchend sich rückwärts beugte, bis sie Amthors Nähe spürte. Einmal bog sie sich ungewollt weiter als sonst zurück, so daß ihre Schulter sich einen Moment gegen feinen auf das Geländer gestützten Arm lehnte. „Haben Sie Furcht?" Sie fühlte den Hauch seines niedergebeugten Mundes! to-arm an ihr Ohr schlagen. Ein süßes Rieseln überlief sie, während sie so mit geschlossenen Augen sekundenlang au ihm ruhte, und einen Augenblick war es ihm, alZ schmiegte sich ihre Weiche Schulter noch mehr an ihn. „Nein," hörte er ihre Antwort nur wie ein Flüstern, „Nicht bei Ihnen " Da kam es jäh über ihn, daß er ihren zarten, ihm! so vertrauensvoll hingegebenen Leib an sich hätte reißen mögen in einem ihn plötzlich überwältigenden Zärtlichkeitsausbruch. Doch seine noch wache Vernunft hieß- feine Hand sich fester um das Geländer klammern. Sie spürte mit leisem Erschrecken das Zucken in seinem! Arm, und schnell beugte sie sich wieder nach vom, (Fortsetzung folgt.) Der wahre Sieger von Torgau. Neue Forschungen des Großen Generalstabs. Von Dr. Kurt Haack. „Es mag kaum eine Schlacht geben, deren geschichtliche Er- sorschung aus so große Schwierigkeiten stößt, wie die von Torgau." Dieser Satz, der sich in dem in den nächsten Tagen bei E. S. Mittler u. Sohn in Berlin erscheinenden 20. Heft der „Urkundlichen Beiträge und Forschungen zur Geschichte des preußischen Heeres" findet, erfährt dadurch seine überraschende Bestätigung, daß in diesem neuesten Werk des Großen tGeneralstabes der eigentliche Sieg, die Herbeiführung der letzten Entscheidung einen bisher in diesem Zusammenhänge kaum erwähnten Offizier, dem damaligen Hauptmann Fr. Wilhelm Ernst von Gaudi zu- geschrieben wird. Ein ganzer Kranz von Legenden und Sagen -hat sich ja im Laufe der Zeit um das blutige Torgauer Ringen! geschlungen; Tradition und Dichtung haben das geheimnisvolle Dunkel, das so undurchdringlich düster über den letzten, den Sieg bringenden nächtigen Stunden der Schlacht lag, poetisch verklärt, aber nicht durch historische -Wahrheit erhellt, und die Verhältnisse! selbst schufen dafür den -besten Nährboden: Beide Feldherren werden verwundet, beide sind, als der Tag «zu Ende geht, im Glauben, den Sieg davon getragen zu haben. In der Dunkelheit aber nehmen Unterführer selbständig den Kampf wieder auf, und- ihre Tätigkeit bringt dann erst in Wirklichkeit auf dem von den Flammen des brennenden Dorfes Süptitz erhellten Schlachtfelde die Entscheidung. Die wertvollste und bisher -für die Kriegsgeschichte des siebenjährigen Krieges noch nicht genügend ausgenutzte Quelle über diese komplizierten Vorgänge sind nun die Berichte Gaudis, der als Adjutant und rechte Hand des Generals Hülsen während der Kämpfe an wichtiger Stelle stand. .Gr hat die Ereignisse! der Schlacht in einem Schreiben an den Prinzen Heinrich kurz danach dargestellt und dann seine eigenen Erlebnisse und eingehende Erkundigungen zusammcngefaßt in seinem umfangreichen Journal, dessen hohe kriegshistorische Bedeutung nunmehr vorn Großen Generalstab dargetan wird, „dem wir für die Erforschung des Siebenjährigen Krieges unser wertvollstes Material verdanken." Der letzte Teil der Schlacht, bei dem der Sieg erfochten! würde, bildet ja den großen Streitpunkt der strategischen Fvr- 263 schling. Gaudi selbst schildert in seinem Journal, das als Manuskript im Kriegsarchiv des Generalstabs aufbewahrt wird, die Vorgänge folgendermaßen: „Die einbrechende Nacht verhinderte auf dieser Seite etwas weiteres jit unternehmen, daher er- theilte der König dem General-Lieutenant Hülsen die Ordre, die Infanterie, welche durch die letzte Attaque noch mehr in Unordnung gekommen war, hinter dem morastigen Graben (Striehbach) zu sammlen und in Ordnung zu bringen, "welches unter Protektion der Kavallerie, die zu dieser Zeit diesseits desselben neben dem Dorffe Neiden in zwei Treffen ausmarschiert stand "füglich geschehen konnte; er setzte hinzu, daß der Feind gleichfalls ungemein viel verlohren hätte, und da ihm das Corps des Generals Zielen rwch im Rücken stände, so würde er nicht wagen in seiner Stellung zu bleiben, sondern sich in der folgenden Macht über die Elbe zurück ziehen, alsdann die Bataille dennoch für uns gewonnen wäre; so Ivaren seine Ausdrücke, und da er sich die ganze Schlacht durch; in welcher ihm zwei Pferde unter dem Leibe erschossen wurden, dem größten Feuer ausgesetzt und eine starke Contuston von einer Kartätschen-Kugel auf der Brust bekommen hatte, so gieng er für seine Person nach Elsnig, welches nahe am Schlachtfeld« lag und hinterließ, daß ihm alles dahin gemeldet werden sollte. Der Generallieutenant Hülsen befolgte also die ihm ertheilte Ordre; das Feuer hörte auf dieser Seite auf, die Infanterie zog sich hinter vorgedachten morastigen Graben. . . Kaum hatte man angefangen, sich allhier zu formieren, als man etwa um V26 Uhr jenseits dem Dorffe Süptitz ein heftiges Infanterie- und Artilleriefeuer hörete. Der Generallieutenant Hülsen verfügte sich gleich zu der vor dem Graben stehenden Kavallerie, und man tonnte allhier deutlich, vermöge des Feuers des Feindes und des Brandes, der in Süptitz entstanden war, und die dortige Gegend ganz erhellete, entdecken, daß er mit der Fronte nach dem Dorffe stand und dahin sein Feuer richtete; kurz nachher Kman auch, daß von der Seite von Großwig, welcher Ort während der Bataille in der linken Flanque lag, attaquiret Wurde, und aus seinem dahingemachten Feuer bemerkte man, daß. er sich auch nach dieser Seite vertheidigte; es war also anzunehmen, daß dieser Angriff vor dem Korps des Generals Zielen geschähe. Hülsens Eiffer und Bravoure n .en der ganzen Armee bekannt, allein selbst nützliche Entschließungen zu fassen wurde ihm Schwer, und er halte, wenn es auf dergleichen amkam, auch seines when Alters wegen Hilfe nötig. Er hatte einen Offizier bei ich (Gaudi), der in solchen Gelegenheit«! ihin Vorschläge thun mrfte; dieser rieth ihm also zur Unterstützung des jetzigen Angriffs, den das Zietensche Korps machte, mit einigen Hin- Im: dem morastigen Graben stehenden frischen Bataillons vorzurücken, welches der Feind, der uns auf dieser Seite für geschlagen hielt, gewiß nicht vermuthen würde, und dadurch die Sache entschieden werden könnte. Allein der Generallieutenant Hülsen schützte gegen dieses die ausdrückliche Ordre des Königs Vor, daß nemlich hinter gedachten Graben die Infanterie stehen bleiben sollte, ein Grund, der bei denen jetzigen Umständen nicht Mehr für gültig angesehen werden durste. Man drang also in diesen alten Mann, daß er doch jetzo den schönen Augenblick nicht Versäumen möchte, da ohnehin an dem heutigen Tage alles aufs Spiel stände. Nach vielem Widerspruch, der lediglich aus Unentschlossenheit herrührete, ließ er sich bewegen, in den gemachten Vorschlag zu willigen, kehrete also zu der Infanterie zurück. Und ließ 2 Bataillons Moritz mit rechtsum längs dem Walde Vorrücken, wobei sich auch einige schwere Kanonen befanden; die Übrige Infanterie blieb hinter dem Graben sowie die Kavallerie Vor demselben sieben. Der Generallieutenant Hülsen ließ also die bei sich habende zwei Bataillons, an die, während der Zeit er sich hierher zog, noch einige hundert Mann von verschiedenen Infanterie-Regimentern sich angeschlossen hatten, in der Nunmehrigen rechten Flanke derer ftindllchen Truppen, die jetzo mit dem Zietenschen Korps im größten Feuer standen, sich sor- iniren und selbige aus seiner Artillerie beschießen." Während Gaudi in dieser Darstellung seines Tagebuches von sich in der dritten Person sprichlt, hat er in seinem ausführlichen Schreiben, das er bald nach! der Schlacht an den Prinzen Heinrich sandte, viel deutlicher sein persönliches Eingreifen charakterisiert. „Es glückte mir," erzählt er da, „den General Hüls«,, mit dem ich während der ganzen Schlacht zusammen gewesen war, davon zu überzeugen, daß man sich nicht zurückhalten dürfe, sondern noch einen Versuch machen müßte. Der letzte Louisdor stand auf dem Spiele; ich hatte in diesem' Augenblick die vier Reservebataillone anlangen sehen, die in der dritten Kolonne hinter der Kavallerie der Linken marschiert waren. Wir hörteul, daß das Feuer von der Seite Zielens her sich Uns näherhe!, und das schien Uns ein gutes Vorzeichen; es mußte also eine letzte Anstrengung gemacht werden. Das Regiment Mt-Schencken- dorff, das diese Reserve bildete, überschritt den Bach und rückte vorwärts; es gab noch andere Leute mit gutem Willen, die zerstreute Soldaten sammelten und sich Uns anschlossen." Es ist nicht anzunehmen, daß Gaudi dem Prinzen Heinrich, der nicht nur von seinem königlichen Bruder, sondern auch von anderen Augenzeugen Nachricht über den Verlauf der Schlacht erhielt, eine Schilderung gegeben habe,, in der fein Verdienst ungebührlich hervortrat. Jedenfalls gewinnt die Frage, wer den Slücklichen Gedanken hatte, gegen den ausdrücklich gegebenen befehl des Königs noch einmal die Offensive zu ergreifen, entscheidende Bedeutung. Denn dieser Mann erwies nicht nur seinem Herrscher, sondern dem Vaterlande, dessen Geschick auf des Messers Schneide stand, einen gewaltigen Menst und entschied das Schicksal der Schlacht zu Gunsten der Preußen. Wer war es nun, der das Regiment Alt-Schenckendorff, das vorher nach seinem Führer Moritz von Anhalt-Dessau genannt -worden war, zum Sturm auf die Süptitzer Höhen veranlaßte? In seiner Darstellung der Schlacht sagt Friedrich der Große: „Der König ließ das Regiment vorrücken," aber das ist ein Irrtum Friedrichs, denn er befand sich! zu der Zeit, als das Regiment eintraf, nicht mehr bei der Hülsenschen Truppe, sondern wahrscheinlich bereits bei der Kavallerie. Hier bei der Kavallerie, und nicht, wie die Tradition meldet, in der Dorst- kirche von Elsnig empfing er die Meldung von dem geglückten! Sturm auf die Süptitzer Höhen, so daß die von Menzel ver- herrlichte Szene in der Dorfkirche in das Reich der Legende zu verweisen ist. Wichtig ist es, daß diese erste Meldung des Sieges durch einen Offizier des Major von Lestwitz geschah, denn dem Major Lestwitz vom Regiment Alt-Braunschweig ist lange und bis in die allerneueste Zeit der Ruhm zugeschrieben worden, die Truppen noch einmal in Bewegung gebracht und damit den Sieg errungen zu haben. Eine Umfassende kritische Betrachtung der Quellen für diese Erzählung, die in dem neuen Werk des Großen Generalstabs durchgeKhrt wird, läßt es als unzweifelhast erscheinen, daß. die Initiative nicht von Lestwitz ausging, sondern daß er einer der von Gaudi erwähnten Leute mit gutem! Willen war, die sich dem Angriff des Regiments Alt-Schencken- dorff anschlossen. 'Die Tradition, daß er die ersten Truppen gesammelt habe, ist erst 40 Jahre nach seinem Tode niedergeschrieben worden, und wird daraus entstanden sein, daß Friedrich der Große später Lestwitz für seine vielfach bewiesene Bravour große Ehrungen zuteil werden ließ. Der wahre Sieger von Torgau aber hat bis zu seinem Lebensende die Anerkennung nicht gefunden, die ihm gebührt, denn der Ruhm, die bereits verlöschende F'cknnme des Kampfes neu! entfacht und zum Siegesfanal gesteigert zu haben, wird ihm' nicht mehr geschnrälert werden dürfen. Nachdem festgestellt ist, daß die Initiative zu dem neuen Angriff von Hülsen ausging, kann auch als sicher angenommen werden, d!aß der eigentliche Vater dieser Idee und dieser Tat sein Adjutant Gaudi war, der ihn zu dem Whnen Entschluß üsberredete. So bringt die spät« Anerkennung, die jetzt Gaudis Schaffen als Kriegshistoriker findet, auch seine Verdienste als Stratege erst zur vollen Geltung.. volkstümliches vom Maikäfer. Von allen Frühlingsboten wird Wohl der Maikäfer besonders! von der lieben Jugend mit Freuden begrüßt. Wer hätte nicht als Kind das allgemein verbreitete Maikäserlied gesungen: Maikäfer fliege, Dein Vater ist im Kriege, Deine Mutter ist im Pommerland, Pommerland ist abgebrannt, Maikäfer fliege! Pommerland ist abgebrannt, wie schrecklich das cklingt! Erwachsene denken sich freilich nichts dabei. Die Mädchen haben nur acht darauf, wohin der Maikäfer fliegt, sofern sie daran glauben, daß der Käfer die Richtung angibt, in welcher der z-ukünftige Geliebte wohnt. Kinder stellen sich- aber wohl vor, daß einst im Pommerland ein mächtiger Brand stattgesunden habe und der Maikäfer zu demselben in Beziehung stehe. Wollen wir zu einer Aufklärung gelangen, so müssen wir uns her früheren Schreibweise bedienen und diese lautet: „Pömmelland", welche wieder gesetzt worden ist an Stelle von „Engelland", wie dies in alten mythischen Rätseln geschehen. Den Aufenthalt der Seelen, das Land der Engel, stellten sich die alten Germanen als einen herrlichen Obstgarten vor, welcher in späterer Zeit nach dem lateinischen ponnume Frucht, besonders Apfelfrucht, die Bezeichnung Pömmelland erhielt, woraus dann nach und nach Mißverstäudlicherweise Pommerland gebildet wurde. Die Jdeenverbinduug unserer Vorfahren, den Maikäfer mit dem Sngelreidje zu verbinden, erklärt sich folgendermaßen: Nach indogermanischem Volksglauben waren die Gottheiten einer jährlichen Veränderung 'unterworfen. Zeus und Here vermählten sich! im Mai, wurden Vater und Mutter, dann alt, verjüngten sich! in einem Flusse, wurden Jüngling und Jungfrau, und wenn der Mai wiederkam, vermählten sie sich wieder. Auch nach germanischem Glauben war dasselbe bei Odin und Freia der Fall, die sich am ersten Tage des Mai, des Monats, in welchem die verjüngte Natur Früchte ansetzt, vermählten. Der Maikäfer hat seinen Namen daher, daß er im Mai erscheint, int Mai sich begattet, in die Erde gräbt nni> Eier legt Sein Leben in dem wichtigen Hochzeitsmonate des Odin und der Freia machte in den Augen der Germanen den Maikäfer einem diesen beiden Gottheiten heiligen Geschöpf. Der Käfer, welcher zur Sonne fliegen, aber auch in die Erde kriegen kann, im Monate des Fruchtansatzes in der Oberwelt lebt, wird zum Führer der Seelen in das Seelenreich gemacht, wofür ein Märchen den deutlichen Beweis gibt. Ein graues Männchen (ein Elf, der sein Heim im Innern der Erde hat, bei Holle wohnt, daher auch den Namen Holdchen führt) schenkte einem,Knab«r ein Kästchen mit einens Käfer. Der Knabe wurde mit anderen Kindern von 264 einem Pfeifer (Märchenhafte Verkleidung für einen Geist der Hel oder einen Berggeist) in einen Berg gelockt, dessen Eingangstür hinter den Kindern znviel. Eine andere Tür war noch da, aber diese liest sich nicht öffnen. Der freigelassene Käfer sand einen Schlüssel, nnd die Kinder traten durch die geöffnete Tür in einen herrlichen Garten, d. h. in Holles Reich. Wie der Storch, so wurden der Maikäfer und Marienkäfer Vls Boten angesehen, welche die Seelen aus der Unter- und Oberwelt bringen, wenn ein Kind geboren werden soll. 'Die Slawen nennen die Erdmutter Baba, daher den Maikäfer Babka. Von den slawischen Namen der Erdmutter stammt.unsere Bezeichnung Baba fltr Wiege ab. Der Maikäfer ist ein Geschöpf des obersten Lichtgottes und der Erdgöttin. Er dient den beiden Gottheiten und ist daher Vermittler zwischen den beiden Seelenreichen und den Seelen. Der erste Maikäfer wurde daher einst feierlich begrüßt. Ein besonders interessantes Zeugnis für diese Maikäser- einholung hal>en wir in der Beschreibung des Ulrich Petersen, der für Schleswig-Holstein den Brauch bezeugt, daß der erste Maikäfer von geschmückten Kindern in die mit jungem Grün geschmückte Stadt eingeholt wurde. Der zweite Teil des Kinderliebes, der die Aussorderung an den Maikäfer enthält, abends heimzukehren, erklärt sich folgendermaßen: Am Abend wurden die bösen Geister wach und die guten Gottheiten beginnen den Kampf gegen dieselben (der Abend ist im Lied angedeutet durch das Abendrot, das auf den Brand hinweist). In den Reihen der guten Geister must auch der Käser als ihr Geschöpf kämpfen. Summend fliegt er in der Schöpfung umher, die bösen Dämonen zu verscheuchen. Sein Vater ist also int Kriege, feine Mutter in Engelland, d. h. im Lande der Engel, und dieses ist abgebrannt, denn, wenn Odin gegen die bösen Nachtgeister auszieht, steht ja das Firmament in Flammen, brennt es da, wo man sich das Seelenreich dachte. Aber auch sonst hat das Volk.dem Erscheinen des Maikäfers feine Aufmerksamkeit geschenkt. Ern Maikäserjahr bedeutet nach rtalienischem und französischem Volksaberglauben ein gutes Jahr, das zwar viel Getreide, aber wenig Wein bringt. Im allgemeinen sind ja die Maikäfer wegen ihres forstlichen Schadens verhaßt. Frühere Zeiten wußten sich zu Helsen, wie z. B. der Bischof von Chur (Graubünden), der 1481 die Maikäfer in ein ödes Tal verbannte, d. h. also dem Hungertode preisgab. (Bergt, den Zusammenhang mit den Tierprozessen.) Die Bedeutung des Maikäfers im Denken des Volks spiegelt sich in allerlei volkstümlichen Benennungen wieder, so heißt z. B. in Leipzig ein Schnurrbart, dessen Flügel kurz gehalten sind, Maikäfer. Die Benennung scheint sehr alt zu sein und wird schon von dem berühmten Satiriker Philander von Sittewald (Moscherosch) Anfang des 17. Jahrhunderts bezeugt. Bekannt ist auch die Benennung eines Garderegiments in Berlin, die „Maikäfer" heißen. Als Grund gibt man an, daß die „Maikäfer" im Mai zuerst zu größeren Hebungen ausrücken. Wahrscheinlich ist jedoch, daß einmal ein Teil des Regiments in die königlichen Gärten nach Charlottenburg kom- mandiert wurde, um Maikäfer zu schütteln. Der Volkswitz weiß auch von den Maikäfern zwei lustige Stücklein zu berichten: Einst kam ein armer Teufel in das Dorf Gerolfing bei Ingolstadt. Er stellte seine Kraxe ab, ließ sich Speise üud Trank schmecken und als es Zeit zum Schlafengehen war, bat er den Wirt, diese als Pfand zu nehmen für seine Zeche. Auf die Frage des Wirts, was darinnen sei, erwiderte der Hausierer: Uhren. Tatsächlich war in der Kraxe ein Leben und Gekrabbel, wie in einem großen Uhrenhaus. Der Wirt gab sich also zufrieden! Und beherbergte den Fremden. Dieser machte sich aber am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe davon und ließ seine Kraxe zurück. Als der Wirt nachfah, fand er statt der erwarteten Uhren lauter Maikäfer in der Kraxe. D as zweite Stücklein spielt in der schwäbischen Donauniederung, wo einst große Maikäferplage herrschte. Die Bürger von Donauwörth hielten Rat, und jeder wußte andere Mittel zur Vertilgung vorzuschlagen. Die altmodischen Leute, die Ertränken vorschlugen, oder sie den Hühnern zum Fressen zu geben, wurden ausgelacht und dem Rate eines ganz Klugen stattgegeben, der riet,. auf dem Marktplätze einen großen Holzstoß aufzurichten, wo die Bösewichte verbrannt werden sollten. Gedacht, getan. Man schüttete die Gefangenen auf den großen Holzstoß, als sich aber von unten wohlige Wärme zu verbreiten begann, wurden die Käfer lebhaft und flogen davon. Auf diese Wirkung waren natürlich die Umstehenden nicht gefaßt, das sah man ihren verblüfften Mienen an. Seit dem Vorfall werden die Donauwörther Mit dem Spitznamen „Maikäfer" geneckt, wie ja auch in Schwaben der Spruch gang und gäbe ist: „Er lacht wie ein Maikäfer über das ganze Gesicht", wenn jemand vor lauter Fröhlichkeit das Gesicht ganz verzieht und den Mund offen hält, wie der Maikäfer un Ueberfluß im üppigsten Fräße. (Bergl. für die beiden letzten Erzählungen: „Bayerisches -schelmenbüchlein" von F. I. Brvnner, Meßen 1911.) Die Zimmerpflanzen und ihre pflege. Woche vom 30. April bis 6. Mai. Jetzt, im Frühling und Sommer, ist die Zeit, wo man neue Pflanzen entlaufen sollte, auch wenn man nicht jetzt Geburks- Und Namenstag hat. Denn die Blumen, die Man int Herbst rmh Winter kaust, gewöhnen sch schlecht oder nie an die Stubenlust, wie jedermann >veiß, der mit Bedauern die Schönheit z. B. der blühe adelt Azaleen schnell dahinscheideu sah. Farne und Blatt- begonien, alle anderen Blattgewächse, vor allem aber die Pflanzen, die im Winter blühen sollen, überstehen jetzt den Umzug ins gut gelüftete Wohnzimmer sehr gut. Die Schmuck-Malven (Abutilon) dürfen, wenn sie im! Sommer blühen sollen, von jetzt an nicht mehr eingestutzt werden; man kann sie an kleinen Hvlzgestellen rankend Hochziehen. 'Die Schmuck-Tanne (Arauearia), die im Winter kühl (3—10 Grad Celsius) und ziemlich trocken gehalten wurde, wird int Sommer reichlich begossen und halbschattig im Freien aufgestellt. Verpflanzt! wird sie jetzt, falls es nötig ist; man nimmt dazu Laub-, Lehm- unb Mistbeeterde, dazu reinen Mauersand, aber ja ganz ohne Kalkbeimischung ; auch pflanze man sie nicht zu tief! Die Camellie kommt int Sommer nicht ins Freie; sie bleibt besser am halbschattigen Fenster der gut gelüsteten Wohnstube, wenn man sie verpflanzt, so nehme man dazu ein Gemisch aus Mistbeet-, Heide- oder Laub- und Rasenerde. Der wohlriechende Los bäum (Clerodendron sragrans) wird, wenn nötig, verpflanzt (fette, lehmige Mistbeet- und Lauberbe); auch wird er zurückgeschnitten, wobei man gleich Stecklinge machen kann, und dann im Sommer halbschattig aufgestellt und häufig gespritzt und gegossen. So behandelt, wird er im Herbst aufs schönste blühen. Das Cymbel kraut (Cymbälaria, Linaria, auch Frauenhaar und mit vielerlei andern Namen benannt) ist ein reizendes! Ämpelblümchen; es blüht bis tief in den Sommer und ist höchst anspruchslos; es gedeiht im kleinsten Winkelchen draußen und drinnen und schmückt überall den Platz, den man ihm gönnt. Nur muß man ihm eins geben: kalkhaltigen Boden. Man sät es jetzt aus oder sammelt es draußen ein. Ebenso sät man jetzt Winterlevkojen und Goldlack und verstopft beide alsbald in Töpfe. — Die Balsaminen kürzt man, and)! wenn sie blühen, stahl! ein. — Aus denRosentriebvn muß man, wenn man Winterblüte wünscht, leider iede Knospe so früh wie möglich auskneifen. — Von den kalt überwinterten Heliotrop wird man jetzt gute Stecklinge schneiden können, die man sich unter einer Glasglocke bewurzeln läßt. — Die Lorbeerbäume und Kirschlorbeer verpflanzt man jetzt; aber nur, wenn nötig; man schneidet sie gleiccheitig in Form, wenn man solche wünscht. Unansehnliche oder kranke Pflanzen schneidet man dabei stark zurück und beschneidet auch den Wurzelballen, damit man kleinere Töpfe verwenden kann, in denen sie besser gesunden. Auch die abgeblühten Iris kann man jetzt verpflanzen und nimmt dazu kräftige, lehmig-sandige Erde und große Gefäße; Ende Mai stellt man sie ins Freie und gießt ttnb düngt sie kräftig. — Von der Falschen Myrte (Myrsine) kann man jetzt Stecklinge stecken, die man lauwarm hält. — Für den Einkauf von Tradeseantien empfehlen wir: navicularis, eine empfindlichere Art, fürs Zimmer; dagegen viridis, die überall be- kannte, auch für den Balkon. Königspromenabe. Man bar? die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weis* miteinander vet btnben, daß man — rote der König auf dem Schach' breit — stets von einem Feld au5 auf ein benachbartes übergeht- denke dies mal ein schon manch trat fegen blick des schei fen des dens schar unter Zeit nur gegen glücks in dir fehlte ent in deS der un gestalt dir Auflösung in nächster Nummer. .Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer; Wcipert — Eifen — Rügen — Wilbeiml — Artlow —* Garbaiee — Tanganrog; Wer wagt, gewinnt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlas der Brühl'jchen Universitäts-Buch» und Steinbruderei, R. Sana». Dieta»