8 Die von Gründingen. Roman von Freiherr von Schlicht. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Von dein Tage an mußte Dagmar noch liebenswürdiger, noch freundlicher gegen ihn sein, um nicht zum zweitenmal einen Verdacht bei den Eltern oder bei Alexa aufkommen zu lassen, denn auch die betrachtete die Schwester oft mit fragenden Nutzen, seitdem Hans ihr erklärt hatte, der Baron habe zwar eine wilde Jugend hinter sich, aber er brauche sich keines seiner Streiche zu schämen. Das hatte Alexa eigentlich etwas enttäuscht. Sie hatte sich schon so schön hineingedacht in die Rolle der Beschützerin und Fürsprecherin, sie hatte sich darauf gefreut, für ihn einzutreten und ihrer stolzen Schwester einmal ganz gehörig ihre Meinung zu sagen, — und nun war es damit nichts. Wer die Enttäuschung hielt nicht lange an: sie war glücklich, daß Hans so gut über den Baron gesprochen und daß dieser der tadellose Ehrenmann war, für den sie ihn immer gehalten hatte. Alexa war froh, daß der Baron hier war. Sie freute sich seiner Gesellschaft, sie war stolz auf die kaum glaublichen Fortschritte, die er unter ihrer Leitung beim Tennis machte, so daß sie sich oft als besiegt erklären mußte, sie freute sich, daß sie unter seiner Leitung eine so gute Reiterin wurde, und sie mochte gar nicht an den Tag denken, an dem der Baron nicht mehr bei ihnen sein würde. Dagmar dagegen sehnte den Tag um so ungeduldiger herbei. Dieses ewige Komödiespielen machte sie müde und nervös. Sie wußte: er durchschaute sie ganz genau! Er allein merkte das Zittern ihrer Hand, wenn sie an der Schale, die er ihr hinhielt, die Asche der Zigarette abstreiste, wenn sie auf seine Bitte hin ihm noch eine Tasse Mokka einschenkte. Er allein hörte auch, wie ihre Stimme doch zuweilen vor innerer Empörung zitterte, wenn sie sich auch noch so viel zusammennahm. Sie hätte alles tun mögen, um ihm zu entaehert, ihm für immer zu entfliehen — und doch blieb sie sitzen und plauderte und lachte und scherzte, um ihm nicht den Triumph zu gönnen: Dagmar weicht dem Kampfe aus, sie verläßt das Schlacht- feld! Am heutigen Wend wär das Gespräch besonders Ic6^ haft. Am Morgen war ein Brief vom Landrat gekommen: er fei endlich von seiner langen Dienst- und Urlaubsreise zuruckgekehrt und bäte um Erlaubnis, am nächsten Tag das Diner in der gräflichen Familie einzunehwen. Natürlich hatte man um seinen Besuch gebeten, und jetzt — wie schon vorher bei Tisch! — wurde lebhaft die dem Landrat zuteil gewordene Auszeichnung besprochen: Seine Majestät hatte ihm den erblichen Adel verliehen. Die Ansichten hierüber waren ganz verschieden. Die Gräfin freute sich, daß sie jetzt einen bürgerlichen Umgang weniger hätte, und daß der Landrat nun beinahe gleichberechtigt war, wenngleich zwischen i>em. niedrigen und dem hohen Adel natürlich noch, ein gewaltiger Unterschied bestand. Aber doch war ihre Freude nicht so ganz echt. Nach ihrer Auffassung konnte der Adel gar nicht verliehen werden, sondern mußte angeboren sein, sonst war er nicht echt. Sie vertrat den Standpunkt: man kann nicht heute zu einem Menschen sagen: von dieser Minute au bist du adelig, und noch weniger kann man von ihm verlangen, daß er dann auch plötzlich als Adeliger fühle und empfinde. So etwas mußte dem Menschen von Kindheit an im Blute liegen. Der Gras widersprach. Ausnahmsweise vertrat er seine eigene Ansicht, obgleich er als freier Mann ja tun und lassen konnte, was er wollte, und folglich auch der Meinung feiner Frau hätte beistimmen können. ' „Was du sagst, Konstanze, ist ja bis zu einem gewissen Grade richtig, aber dennoch--. Ich möchte sagen: du hast recht, wenn es sich um die Verleihung des persönlichen Adels handelt, der nur der einen Person gilt und mit deren Tode auch wieder erlischt. Aber bei dem erblichen Adel ist es doch etwas anderes. Denke an deine eigene Familie und an meine. Wir haben doch auch einen Ahnen, der bürgerlich war." „Wie kannst du so etwas sagen, Eduard," rief die Gräfin ganz entsetzt. „Wir haben keine bürgerlichen Ahnen, auch nicht in der weiblichen Linie, unser blaues Blut ist rein und wird es immer bleiben." „Schöne Aussichten sür Hans!" dachte der Baron, dann meinte er: „Ich muß Ihrem Herrn Gemahl doch beipflichten, Frau Gräfin, denn als der Stammher "Ihres Hauses in'den Adelsstand erhoben wurde, wär er vorher doch auch bürgerlich." Wer davon wollte die Gräfin nichts wissen: „Vergessen Sie bitte nicht, lieber Baron, daß unser Urahne Lei seiner Robilitierung einen anderen Namen erhielt. Was er früher war, wie er früher hieß, das geht uns ja nichts an." „Dasselbe können Sie doch auch vom Landrat sagen: jetzt ist er Herr von Sendberg. Was er friiher war, gehört der Vergangenheit und, wenn Sie wollen, auch der Vergessenheit an." m Die Gräfin wußte nicht recht, was sie dem Baron erwidern sollte: „Gewiß ja, aber trotzdem. Wenn er mit dem Adel auch feinen Namen !geändert hätte, dann ja, aber so? Das „von" allein macht doch noch keinen anderen Menschen aus ihm." „Und wie denken Sie darüber, Komtesse?" wandte der Baron sich an Dagmar. , „Ich stimme bis zu einem gewissen Grade dir 6et, Mama," sagte sie, sich direkt an ihre Mutter wendend, als hätte sie die Fraae des Barons gar Nicht gehört. „Denn auch ich vertrete die Ansicht, daß nur der alte, seit Jahrhunderten erbliche Adel von Wert ist. Diese Vielen neuen Nobilitierungcu wirken für mich zuweilen etwas komisch, und ich begreife nicht, daß der so Ausgezeichnete das nicht selbst empfindet. Ich würde lieber meinen alten bürgerlichen Rainen beibehalten." „Sehr richtig, Komtesse. Ganz meine Ansicht," meinte auch der Baron, „Heberhaupt finde ich, daß man in der heutigen Zeit nur zu leicht geneigt issi dein Bürgerstand und dem guten bürgerlichen Namen nicht jene Achtung und Anerkennung zu zollen, die er unbedingt verdient. Ich sühle es den Leuten gaitz nach, daß es in ihren Kreisen böses Blut macht, wenn sie in den Zeitungen davon lesen, daß dieser oder jener in den Adelsstand erhoben wurde. Das Wort „erhoben" verletzt, wenn auch natürlich ganz unbeabsichtigt, denn damit wird offiziell gesagt: der Adel ist mehr als der Bürger." „Aber das ist er doch auch, Gott sei Dank," rief die Gräfin dazwischen. „Gewiß, Frau Gräfin, aber ich meine: in der heutigen Zeit müßte das in der Oefsentlichkeit nicht so viel erörtert werden. Es gibt bürgerliche Familien, deren Namen einen ebenso guten Klang haben, wie die mancher adeliger. Ich erinnere Sie nur au unsere großen Kaufleute und Handelsherren, die in der ganzen Welt groß dastehen, und es ist wirklich sehr interessant rind lehrreich, wie sich diese Welt- firmen oft aus den kleinsten Anfängen zu ihrer Machtstellung^ empvrgearbeitet haben. Wie die Leute sich nicht durch die Gnade ihres Kaisers oder Königs, sondern lediglich durch eigene Kraft zu dein gemacht haben, was sie sind. Die Geschichte dieser Familien ist oft ebenso lehrreich und unterhaltend, wie die der adeligen Geschlechter. Ich habe gerade in der letzten Zeit Gelegenheit gehabt, mich eingehend mit der Geschichte des Bürgerstandes, mit seiner Eutwicke- lung, seiner sozialen und politischen Stellung zu beschäftigen, und wenn ich Ihnen an einem der nächsten Abende vielleicht einmal davon erzählen dürfte, so werden Sie selbst erstaunt sein." „Baron, ich nehme Sie beim Wort," rief der Graf. „Gleich morgen abend fangen Sie damit an." „Wer Papa, morgen ist doch der neugeadelte Landrat da," rief Alexa. „Was soll der denken, wenn der nach dem Diner eine Vorlesung über die Vorzüge des Bürgerstandes serviert bekommt!" „Natürlich, das geht nicht, das hatte ich ganz ver- gessein Da müssen wir bis übermorgen damit warten. Ich freue mich sehr darauf, du dich doch auch, Konstanze?" Es war kein allzu freundlicher Blick, den die Gräfin ihrem Gatten zuwarf. Aus Höflichkeit gegen ihren Gast mußte sie dessen Vorschlag natürlich zustimmen, aber allzu erbaut war sie nicht davon. Wie kam der Baron dazu, den Bürgerstand plötzlich so energisch in Schutz zu nehmen? Und mit einem Male glaubte sie es zu wissen: der Graf hatte sich hinter den Baron gesteckt, ihn gebeten, die Gräfin in Zukunft nicht mehr nur über den Adel zu unterhalten! Was er damals nicht hatte ausführen können, weil sie ihm durch ihren Brief zuvorkam, das holte er jetzt nach. Wie hatte sie nur so blind sein können, das nicht gleich zu durchschauen! Die Lebhaftigkeit, mit der der Gras dem Baron verstimmte, bewies ja zur Genüge, daß es zwischen den derben ern abgekartetes Spiel sei — . fie sich ärgern, dann amüsierte sie sich im stillen köstlich über ihren Mann. „Na warte, Eduard," dachte sie, „über diesen Punkt sprechen wir noch einmal ae- legentlrch miteinander; es hat keine Eile, und wenn du glaubst, daß rch der neuen Unterhaltung kein Interesse ent- gegenbrrngen werde, dann irrst du dich sehr! Ich werde den bürgerlichen Familiengeschichten ä la Buddenbrocks die ^vfmerklamste Zuhörerin sein, und wenn ihr dann einseht, daß ihr damit nicht mich, sondern euch selbst ganz gehörig langweilt, dann werdet ihr schon schnell genug von dem .Thema abkommen." Was hätte die Gräfin aber erst gedacht, wenn sie die wahren Grunde gekannt hätte, die den Baron veranlaßten, den Burgerstand so zu loben! SRrwPhn der letzten Zeit fast täglich einen telbekommen, der es in seiner verliebten Un- Ueduld nicht Wwarten konnte, seine Braut den Eltern zu- zuftihren, um^danii seine Verladung veröffentlichen zu können. ~cu> Geheimnis rtt der kleinen Stadt zu wahren, hielt Fsehr schwer, es war ihm fast Unmöglich!, seine Braüt auf Gesellschaften und nt Gegenwart anderer „gnädiges Fräulein" und, „Sie" nenneii zu müssen, er litt Höllenqualen, wenn er einmal bei Tisch nicht Neben sie gesetzt wurde. Die Zustände waren unhaltbar, und der Baron rnußte dem ein Ende machen, je schneller je besser. Er hatte ihm einen kurzen Auszug aus der Familiengeschichte, seiner Braut gesandt, damit er wenigstens einigermaßen unterrichtet sei, und hatte immer von neuem gebeten, seine Mütter seinen Plänen geneigt zu machen. ' Der Baron verstand Hans' Ungeduld vollständig und! hatte auch die beste Absicht, ihm zu helfen. Aber ganz so flink, wie der es wollte, ging es doch nicht, und er selbst mußte sich Wer sein neues Lehrfach, wie er es nannte, erst orientieren. Denn mit einigen allgemeinen Redensarten war nichts getan. Er brauchte Namen und Tatsachen. So tyo-tte er sich denn ein dickleibiges Brich: kommen lassen, bei dessen Anblick ihn Angst itnb Entsetzen befiel, und er hatte daran denken müssen, wie ihm vor vielen Jahren einmal ein Schriftsteller erklärt hatte: gute Bücher schreiben kann jeder, das ist keine Kunst, aber d i ck e Bücher--das ist ein Kunststück, vor dem ich den größten Respekt habe! Er hatte seine eigene Arbeit, sein Werk über den Damenreitsport, der nach seiner Meinung immer noch schv im Argen lag, beiseite gelegt und das Buch zur Hand genommen. Am Anfang hatte es ihn entsetzlich gelangweilt, aber sein Interesse war gewachsen, je weiter er las. An den ersten Abenden, als er sich mit dem neuen Stoff beschäftigte, hatte er oft gelacht über all die verschiedenen Stellungen, die er hier bekleidete: Reitlehrer, Geschichtenerzähler, Partner beim Ecartö und Tennis, — und nun auch noch Heiratsvermittler! Bis spät in die Nacht hinein saß er aber trotzdem oft noch lange und studierte. Doch vergebens suchte er jeden Tag nach einer Gelegenheit, seine neue Weisheit zürn Besten geben zu können. Der Zufall mußte sie bringen. Und cnd- lrch war dies geschehen. Keinem, selbst nicht dem Landrat, konnte dessen Erhebung in den Adelsstand besser passen als ihm. ' Hub so stimmte er jetzt dem Grafen lebhaft zu, übermorgen damit anzusangen, seinen liebenswürdigen Wirten von dem ihm bisher selbst ganz fremden Gebiete zu erzählen. - (Fortsetzung folgt.) Vie Reformation und Gegenreformation in Herbstein und den ehemals landgräflichen und ritterschaftlichen Grien des östlichen und südöstlichen Vogelrvergr. Von Pfarrer Zinn in Herbstein. (Fortsetzung.) 6. Die Gegenreformation des Fürstabts Balthasar von Dernbach. Gegen d-as^Jahr 1570 hatte das Evangelium in der ganzen pnrstabter Fulda fetzen Fuß gefaßt. In der Hauptstadt Fulda tanden die Lehre der Augsburgischen Konfession, der Gebrauch des Katechismus und der Kirchenlieder Luthers und die ganze evangelische Ordnung der Gottesdienste schoii so lange in Hebung, daß zu Anfang des Jahres 1573 niemand sich entsinnen konnte, in Fulda einen lateinischen Kültus oder den Gebrauch des Weihwassers, des Rauchfasses oder die Hmtragung der Hostie gesehen zil haben?) Hub wie in der Stadt, so wars mich auf dem Lande. Die gesamte (buchonische) Ritterschaft des Stiftes mit den ihr zugehörigen Dörfern, sowie sämtliche Städte der Abtei waren evangelisch geworden?) Außer einigen wenigen Landpsarreien, die noch im Besitz von katholischen unbeweibten Priestern waren, und einigen unsicheren Stiftsherren mit ihren Konkubinen besaß die römische Kirche in der ganzen 'Abtei kauui noch einige Anhänger. Es war keme beneidenswerte Stellung, die dem im Jahre 1570 neu gewaUten r8We Balthasar von Dernbach, genannt Gräuels winkte, Aber die einzigartige Stellung fand einen einzigartigen Mann, der ihr gewachsen war, einen Mann, bei dem starker Herrscherwille mit großer diplomatischer Klugheit, hoher Sinn !ur Zucht und Ordnunsi mit glühendem Eifer für die katho-i *) Heppe, die Restauration des K. usw., S. 21 f. ~ Heppe a. a. O., Hattendorf, die Gegenreformation in Fulda, S. 6 ff und als katholischen Gewährsmann: HerM. Freiherr y. Egloffstem, Fürstabt Balth. v. D. u. die kathol, Restauration rm Hochstift Fulda — München 1890, Kap. I, S. 1. 387 lische Religion gchäart waren. Oblv'oW er ein geborener und evangelisch erlogener Hesse war, gewannen doch die Bischöfe von Mainz und Würzburg und sein Schwager LiPPold von .Strahlendorf, das Hauptwerkzeug der katholischen Propaganda auf dem Eichsfelde, solchen Einfluß aus ihn, daß er vom bittersten Haß gegen den Protestantismus evstillt wurde. Von Kaiser und Papst ermuntert, nahm er die auf ihn gefallene Wahl zum Fürstabie an mit dem festen Entschlüsse, sein ganzes Land um jeden Preis wieder zum katholischen Glauben zurück zu führen. Wer noch verwunderlicher als die Kühnheit dieses Entschlusses ist die Tatsache, daß Balthasar, 34 Jahre später, tatsächlich seinen Plan verwirklicht sah und daß Ende 1604 die ganze Mrstabtei Fulda, mit Ausnahme von ritterschaftlichcn Patronatspfarreien, wirklich wieder katholisch war. Tast dies möglich war, erklärt sich einmal aus der propagandistischen Klugheit, Ausdauer und Energie Balthasars und der — Jesuiten, die er als seine Werkzeuge und Helfershelfer aus Trier und Mainz herbeirief, und dann durch die Rückendeckung und Förderung, die Beider Machenschaften bei dem starken Arme der katholischen Kaiser Maxif- Milian II. (1564—1596) und Rudolf II. (1596—1612) fanden. Es würde uns hier zu weit führen, wenn wir auf alle diese Machenschaften eingehen und alle die politischen Schachzüge und diplomatischen Winkelzüge vorführen wollten, mit denen Balthasar lind seine Jesuiten den vereinigten Widerstand der Bürgerschaft und Ritterschaft zu brechen, das Domkapitel aus ihre Seite zu bringen und alle von den Evangelischen eingelegten Rechtsmittel unwirksam zu machen wußten. Wir müssen uns darauf beschränken, nur den Gang der Ereignisse mit groben Strichen zü skizzieren. .Wer Genaueres darüber erfahren will, der lese das mehr- erwähnte Schristchen von Heppe und die unten angegebenen Schriften von Hattendorf und Eglofsstein?) Mit kluger Verschleierung seiner letzten Ziele beschränkte sich Balthasar zunächst auf die Aufgabe, die Bewohner der Stadt Fulda für die katholische Kirche zurückzugewinnen. Während er sonst im Lande die evangelischen Ritter und Landsassen zunächst in der Ausübung ihres evangelischen Glaubens unb Kultus unbehindert ließ, beseitigte er in Fulda die evangelischen Prediger und Gottesdienste und ersetzte sie durch katholische. Auch damit noch nicht zufrieden, verbot er den Bürgern Fuldas, auf die umliegenden Dörfer zur evangelischen Predigt und zum Abendmahl zu gehen oder sich in Fulda von auswärtigen evangelischen Gcist- licheir kirchlich bedienen zu lassen. Durch strenge Befehle und Strafandrohungen bis zur Ankündigung der Landesverweisung nötigte er alle Hausväter mit ihren Hausgenossen, die Messe zu hören. Die Bevölkerung weigerte sich, die katholischen Gottesdienste zu besuchen imb die katholischen Priester anzunetzmen. Sie bat, auf ihre Kosten einen evangelischen Seelsorger sich annehmen zu dürfen. Wer umsonst. Balthasar wollte lieber die Kinder ohne Taufe und Unterricht aufwachsen und die Erwachsenen ohne Gottes Wort und Sakrament leben und sterben lassen, als nachgeben. Er hatte das Vertrauen, daß seine Beharrlichkeit und die BekehrungsMnste der Jesuiten, denen er trotz des Protestes der Ritterschaft die neu eingerichtete und einzige höhere Schule der Abtei int verlassenen Barfüßerkloster zü Fulda anvertraut hatte, schließlich den gewünschten Erfolg haben würden. Man muß eS den Jesuiten lassen, daß sie vermöge des Prinzips der Arbeitsteilung und der Beschränkung des einzelnen auf sein scharf abgegrenztes kleines Wissensgebiet in ihrer Schule hervorragendes an dilettantischer Gelehrsamkeit leisteten und daß sie proße pädagogische Erfahrung und Geschicklichkeit zeigten. Wer ihr Arbeiten und Forschen galt nicht selbstlos und vorurteilslos der allgemeinen wissenschaftlichen, geistigen und persönlichen Bildung der Jugend, sondern war nur Mittel zum Zweck des Seelenfanges für die römische Kirche. Den Zöglingen gewährte man mit päpstlicher Untersttitzung nicht nur freien Unterricht, sondern auch freie Pension und Kleidung. Man gestattete ihnen, ein äußerlich zwangloses und angenehmes Leben zu führen, und alle Aemrer und Ehrenstellen des Landes standen.den jungen Leuten, die zur Zufriedenheit ihrer Lehrer die Schule durchlaufen hatten, offen. Kein Wunder, daß auch schließlich mancher Bürger und harmlose Landadelige auf den Leim ging und der Schule seine Söhne anvertraute. In diesen zukünftigen Beamten und dankbaren Schülern gewann man die besten Werkzeuge der Gegenreformation. Inzwischen aber arbeiteten ihre Lehrer auch fleißig an der Seele des Volkes in öffentlicher Lehr- und Predigttätigkeit und im Verkehr von Mann zu Mann mit einer Ueberredungskunst, der ungelehrter und ungeschulter Laienverstand nicht widerstehen konnte, und mit einem religiösen Eifer, dem die vulgäre Frömmigkeit nicht gewachsen war. Nichts, was Erfolg versprach, blieb unversucht. Geschäftsleute und Arbeiter erhielten Arbeit, Lieferungen uttd Kundschaft, wenn sie sich zur Messe bequemten, und int anderen Falls wurden sie boykottiert. Arme und Kranke nahm Man nur dann in die Spitäler auf, wenn sie nach katholischem Ritus kommunizierten. Mit Darlehen an Bedrängte brauchten die Jesuiten nicht zu geizen, denn die Privilegien, Monopole, 3) Kattendorf, Gesch. des ev'. Bekenntnisses in der Stadt Mlda. Mlda 1903. Herrn. Freiherr von Egloffstein, Fürstabt Balth. v. Dernh. und die kathol. Restauration im Hochstift Mlda. München 1890. * \ Vorkaufsrechte und Einkünfte, die der Mt ihnen züwies, brachten ihnen Geld ein in Hülle und Fülle. Andererseits wußte ntan auch, gegebene Darlehen rechtzeitig zu kündigen, wenn der gewünschte Bekvtzrungsersolg bei dem Anleiher zu lange auf sich warten ließ. Getreide wurde aufgekauft Und ins Ausland verkauft. In der so künstlich geschaffenen Teuerung gab man unentgeltlich Brotfrucht an Arme ab, wenn sie zur Messe kamen. Verlobten verweigerte man die Erlaubnis zur Eheschließung, wenn sie nicht bei beit Jesuiten beichteten, und den Buchbindern verbot man, evangelische Bücher einzubinden und feilzuhälten. Den verheirateten Pfarrern gab man auf, ihre Frauen zu entlassen oder ihr AUrt niederzulegen. Adel und Bürgerschaft erkannten wohl die Gefahr und wehrten sich wie ein Mann. Sie machten Vorstellungen über Vorstellungen bei dem Abte, beriefen sich ans den Augsburger Religionsfrieden, schickten Beschwerden und Bittschriften an die benachbarten protestanttschen Fürsten, an den Kaiser, ans Reichskammergericht und an den Reichstag zu Regensburg. Der Mt wußte alles zu vereiteln und für ihn günstige lästerliche und reichskammergerichtliche Entscheidungen herbeizuftihren. Endlich, als alle zulässigen Rechtsmittel versagten, entschloß man sich zum Gewaltakt der Notwehr. Man lockte den Fürstabt im Einverständnis mit dem ehrgeizigen und herrschsüchtigen Bischof von Würzburg nach Hammelburg und nötigte ihn am 24. Juni 1576 unter ernstlicher Bedrohung ein Abdankungsmanifest zu unterschreiben unb Urfehde zu schwören. An seiner Stelle huldigte man dem Bischof von Würzburg als dem Verweser der Abtei. Die Jesuiten und katholischen Priester mußten aus Fulda weichen, und ein evangelischer Pfarrer hielt, vom Jubel der Bevölkerung begrüßt, wieder feinen Einzug. Wer die Freuds dauerte nicht lange. Der Kaiser, an dessen Hoflager Balthasar flüchtete, erkannte die Regentschaft des Bischofs twn Würzburg nicht an, ließ die Abtei durch den Deutschmeister Heinrich von Bubenhausen als kaiserlichen Kommissar und Administrator verwalten, dem später Erzherzog Maximilian, der Bruder des Kaisers Itudolf II. folgte. Das Reichskammergericht! sollte entscheiden zwischen Balthasar und seinen Gegnern. Inzwischen wurde wieder alles auf den alten Stand gebracht, und die Unterdrückung des »ümngeüschen Glaubens machte weitere Fortschritte. Man löste möglichst alle Psandschaften, die die Ritter auf suldische Orte in Händen hatten, ein und kaufte ihre Be- fitzungen und Rechte in den Landorten auf, um für kommende Seiten möglichst freie Hand zu haben. Mus die Bitte der Bürgerschaft nm Freilassung des evangelischen Bekenntnisses erklärte der Kaifer Rudolf am 28. Januar 1578, es habe in Mlda bei der Religion, „dazu sich die Obrigkeit bekennt", zu verbleiben. Wessen man sich bei weiterem Widerstande zu versehen hatte, zeigte im Jahre 1581 die Behandlung der Gemeinden Eckweißbach und Niederkalbach. Erstere wurde mit 1000 und letztere mit 600 bewaffneten Knechten überfallen, welche die Kirchtüren erbrachen, die protestantischen Geistlichen verjagten, katholische Priester ein»* setzten und die SBauent mit Gewalt in die Kirche trieben. Je sicherer man das baldige Anssterben des Protestanttsmus in Fulda erwartete, desto rücksichtsloser glaubte man nun gegen die evangelischen Landorte Vorgehen zu dürfen. Inzwischen betrieb Balthasar eifrig seinen Prozeß am ReichskamMergericht gegen seine Landstände und den Bischof von Würzburg. Ein vorläufiger Bescheid Rudolfs II. (1579) sicherte ihm den Besitz des! Schlosses Vieberstein und eine Jahresrente von 9000 Talern zu. Das Endurteil erfolgte am 7. August 1602., Es bedeutetz die Vernichtung des evangelischen Bekenntnisses in der Abtei Fulda, denn es lautet auf Wiedereinsetzung Balthasars und Verurteilung des Bischofs von Würzburg zur Zahlung einer Entschädigungssumme für den Wt und des Kapitels, der Ritterschaft und der Städte in eine Geldstrafe von 1Ö0000 Gulden. Damit war der Sieg des Katholizismus in Mlda entschieden. Am 19. Dezember 1602 zog Balthasar wieder in Mlda ein und ließ sich huldigen. Mit Befriedigung faf) er, daß sein und seiner Jesuiten Werk während seiner Abwesenheit guten Fortgang genommen hatte. Das erste, was er tat, war die Abfassung eines allgemeinen Religionsediktes, das allen seinen Untertanen alsbaldige Rückkehr zum katholischen Glauben und Kultus befahl bet Androhung strenger Strafen und eventuell der Ausweisung für den Fall der Weigerung?) Tas Edikt, das das Datum des 24. Februar 1603 trägt und, wie aus seinem Inhalt hervorgeht, in allen Gemeinden der Abtei verlesen wurde, stellt folgende vier Hauptforderungen auf, die alsbald erfüllt werden sollen unb ihrem Wesen , nach Wteber- einfützrung des Katholizismus bedeuten: 1. Heilighaltung allen katholischen Fest- und Feiertage, aller Heiligen- und Fasttage nach den Satzungen der katholischen Kirche. 2. Dretmaltges kirchliches Aufgebot der Verlobten und Eheschließung nur vor dem verordneten Priester nach vorheriger Beichte und Kommnntou nach tätholischemRitus und mit nachfolgender Beurkundung. 3. Alla Laien sollen nächste Ostern bas Sakrament des Altars tn bet 4) Für Interessenten bemerken wir, daß bas seither mcht bekannte Edikt Balthasars dem demnächst auch in Buchform erscheinenden Abdruck dieser Abhandlungen in seinem vollständigen Wort» laut nach einem voM Verfasser im Marburger .Archiv gefundenen. Konzept desfelben beigegeben wird. 388 einen Gestalt des Brotes genießen und vorher zur Beichte gehen. Schwerkranke sollen sich mit den Sterbesakramenten versehen lassen. 4. Die Jugend soll fleißig des Sonntags im Katechismus unterrichtet werden und alle Ertvachsenen sollen zum regelmäßigen Besuch der katholischen Gottesdienste angehalten werden. Kanonikus Tr.. Johs. Ernst aus Hünfeld mußte, unterstützt von den Jesuiten, dieses Mandat alsbald in allen Kirchen der -Abtei vorlesen und zur Durchführung bringen, (Fortsetzung folgt.) . .. KalschmünZergeWchten. So lauge es Geld gibt, so lange gibt es wahrscheinlich auch Falschmünzer. Die modernen Falschmünzer sind jedoch ihren Vorgängern bei weitem überlegen und bringen ivirkliche Meisterstücke zustande. Das Paradies der Falschmünzer ist und war, wie der Müuzeusaminler Ernest Lehr in der „Bibliothögue universelle" nu§ eigener Erfahrung erzählt, Spanien. Während seines Zlusenthaltes in Spanien Ende der achtziger Jahre war in Spanien so viel falsches Silbergeld im Umlaut, daß in jedem Laden beim Bezahlen die Silberstücke einzeln dem Klange riach geprüft werden mußten. Lehr erzählt, seine spanischen Freunde hätten ihn vorher hieraus ausmerksam gemacht, daniit er das Verfahren nicht als gegen sich gerichtetes Mißtrauen deute. Die meisten falschen Silbermünzen uoareu damals Pesetastücke von 4 Realen, denxn man ihre Falschheit durchaus nicht anseljen konnte, weil sie außen aus gutem Silber vom richtigen Feingehalt bestanden. Sie waren aber ans Kupierplatten hcrgestellt, die beiderseits sehr geschickt mit Silber plattiert waren. Durch cheinische Behandlung waren sie künstlich gealtert, so daß sie nur durch den Klang von «chleu Münzen zu unterscheiden waren, wenn man sie nicht ab- wageu wollte. Die Spanier allerdings kannten noch etn anderes Unterscheidungsuierkmal, das Lehr einmal von einem blinden Straßenhändler lernte, der ihm eine Silbermünze, mit der er ihn bezahlen wollte, mit den« Bemerken zurückgab, sie sei falsch. Die Spanier nämlich pieken mit der 'Messerspitze in die Mitte jeder Lulbermiiiize hinein, wodurch die dünne Silberschicht abgezogen und das rote Kupfer bloßgelegt >vird. Bei sehr genauer Betrachtung sieht man den roten Fleck, und der blinde Straßenhändler hatte ihn durch den Tastsinn erkannt. SliiS der Zeit, wo Münz» gold und Mlmzsilber noch das Wertverhältnis 15:1 hatten, hat Nign die Gewichte der sranzösischen Silbermünzen beibehalteu, ob* « r’rv e'*^er fpäter bedeutend im Preise fiel. Als das Silber w billig ivar, daß man aus richtigem Münzsilber Silbermünzen für die Halste des Qiemnuerteä Herstellen konnte, kamen in Spanien ein paar tu ästige Falschmünzer darail!, französische Füussrankstücke zu Prägen. Sie hatten vorzügliche Prägestöcke und machten die Münzen <° Mst aus echtem Silber nach, daß niemand sie von denen der amtlichen Münzen unterscheiden konnte, nicht einmal die Münz- beamleu selber, und verdienten so an jedem Fünffrankstücke die Halile. Nach dem Jahre 1870 konnten sie das um so eher wagen, als Spanien zmn Fraukssystem übergegangen >var und daher viel Silbergeld im Umlauf war. Solche Silbermünzen sollen zu Millionen hergestellt und noch im Umlaufe sein. Besonders sinnreich und hellte besonders interessant sind falsche Manzen, die, ebenmlls in Spanien, im Jahre 1864 hergestellt wurden. Es handelt sich um französische 20-Frankstücke in Gold iiut dem Bildnisse Napoleons III. Solche Goldstücke tauchten zn- rrachst in Toulouse in bedeutender Anzahl auf und verbreiteten sich allmählich durch Frankreich und Spanien. Diese falschen Münzen sind heute nicht nur von Sammlern sehr gesucht, denn sie sind wildem ivegen ihres Metallivertes sehr im Preise gestiegen. In Den sechziger Jahren war Platin vorübergehend bebeuienb billiger Gold. Die Falschmünzer stellten daher LO-Fraucsstücke aus Platni nnt Goldüberzug her, die weder durch beit Klang, noch ourrt) das Aussehen von den echten zu unterscheiden waren. Die Herttellungskosten betrugen dabei nur 8 Franks, so daß der schöne Zerdieuit von 12 Franks am Stück übrig blieb. Heute, wo der Preis des Platins den des Goldes bedeutend übertrifft, kann inan, wenn ingn em solches falsches Platin-Goldstück in di» Hände be- fpmmt, auf ehrliche Weise ein gutes Geschäft damit machen. Vermischter. Kk. Das größte Geschäfts haus der Welt. Am Broadway in New York, zwischen der Barclaystraße und Park Rom, wird gegenwärtig das W o o l w o rt h - G e b ä n d e er- Zchtet. das nach seiner Vollendung das größte Gefchäftshans der Welt [etn wird. Der „Konfektionär' >nacht über diesen Rieienbau stileressante Angaben. Sein Gesamtgewicht wird sich auf 250 Mil- Iloueii sonnen belaufen, die aus 69 Zementsälilen ruhen. Diese lind ans festem Feldbodcn aufgesührt und in Stahlsäulen eingehüllt, Die allem le 15.0 Tonnen wiegen. Das Gebäude wird ' 20 000 sonnen Strukturstahl enthalten, darunter Träger von 44 zu 30 chso.tstiud das7oO Fuß hoch emporragende Turmlicht wird 98 Meilen i,L^e,8efe(? -l,m,rcei'beu können. Für Fenster, Türen und Ober- Inht ist bereits Glas für 180 000 Mk. bestellt, doch ist damit der bedarf bei weitem nicht gedeckt. In den Wänden und Böden werden über 30 000 Quadratsuß Hohlziegel oder Terracotta ver" ivendet, und der Bedarf an Zement wird Zehntausende von Säcken erfordern. Die seit zwei Jahren an dem Bau beschäitigten Arbeiter, ein ganzes Regiment, erhalten an Löhnen etwa 20 000 Mk. am Tag. Die 30 000 Quadratsuß Land, auf beiten sich das Gebäude erhebt, haben etwa 18 Millionen Mk. gekostet, die Ausgrabungen für die Fundamente, Erdgeschoß und Kellerräume über 4 Millionen Mk. Der Ban selbst wird nahezu 36 Millionen Mk. kosten, so daß das Gebäude eine Gesamtanlage von 55 Millionen Mk. darstellen wird. Der Flächenraum aller Stockwerke zusammen kommt etwa 9l/3 Hektar gleich und bietet Raum für 2000 Bureaus, die etwa 10 000 Personen beherbergen werden; an ein- und ausgehenden Personen iverden täglich iveitere 10 000 dazu kommen. Der Miets- ertrag wird, wenn das Haus vollständig besetzt ist, jährlich etwa 10 Millionen Mk. betragen. Das Gebäude wird außer dem Eiffeltürme, der 985 Fuß hoch ist, das höchste Bamverk der Welt sein und den Metropolitanturm noch um 50 Fuß überragen. * Milderungsgrund. Richter: „Haben Sie gegen den Antrag des Herrn Staatsanwalts etwas einzuwenden?" — Einbrecher: ,,J' töt’ halt um mildernde Umstand' bitten, weil ich eigentlich gar uet so viel hab' stehl'n woll'n, als ich erwischt hab'!" Vie Zimmerpflanzen und ihre Pflege. Woche vom 25. Juni bis 1. Juli. i Amaryllis und Ballota werden ständig verwechselt. Das ist umso nachteiliger, als die Behandlung dieser beiden Lilienarten von einander ziemlich verschieden ist. Für uns kommen besonders die Amaryllis vittata und die Ballota purpurea in Betracht, Die Sommerbehandlung der beiden genannten Arten ist folgende: Die Amaryllis blühen von Natur nicht im Winter und, kiinstlich angetrieben, nur dann, wenn sie vorbereitet werden. Die Zwiebeln werden z-u diesem Zweck nach der Blüte umgepflanzt, wobei man die alte Erde aus dem Ballen, ohne die Wurzeln zu beschädigen, möglichst ausschüttelt. Als Erdmischung wird lockere Laub- nnd Mistbeeterde mit etwas altem Baulehm verwandt, dazu Sand: die Töpfe werden dann halbschattig gestellt und gleichmäßig feucht gehalten (durch Einsenken oder Umfütterung mit feuchtem Torf, Sägemehl oder dergl. und reichliches Gießen, aber erst nach der Bewurzelung), auch bisweilen schwach gedüngt. Nach Beendigung des Triebes (Juli) werden sie in vollen Sonnenschein gebracht und allmählich weniger gegossen. Ende September werden jie eingeräumt und völlig trocken, wenn auch nicht hell, und erft mit Treiben der Knospe Heller und wieder feuchter gehaltm. Die Ballota dagegen wird immer gleichmäßig feucht, und nut» der Blüte nur etwas trockener und kühler gehalten. — Die Clivie, eine nahe Verwandte der vorigen, steht dagegen jetzt sonnig, aber von Juli an halbschattig! Kamelien werden möglichst noch einmal verpflanzt (Lauberde, Lehm und Sand). Wenn sich aber ihre (dickeren) Blütenknospen gebildet haben, nicht mehr. Auch werden sie vorher (mit Beendigung des Laubtriebs) etwas trockener gehalten. Oleander (NeriuM Oleander) wird imimer ausgiebig gegossen! Die Sämlinge der Aeazie wird man jetzt verstopfen können: dabei kürzt man die Pfahlwurzel und stutzt, nachdem sich die Pflänzchen aufs neue gut bewurzelt haben, den Trieb ein. Von den Nelken werden jetzt Stecklinge gemacht (während des ganzen Sommers). Ableger und Stecklinge macht man auch vom Immergrün (Vinca, auch Sinn grün it a. genannt) wir empfehlen minor und major; außerdem rosea: letztere ist sehr schön, aber etwas empfindlicher als die andern Sorten und wird im Zimmer gehalten. Reichliche und schöne Blüten liefert das Immergrün, obwohl es im Schatten gut gedeiht, indessen nur an sonnigem! Standort. Rösselsprung. Auslösung in nächster Nummer. hält ge ma von hier ver chen fei nur ehrt ten hau weit brtg dich ner ach für dich bei oder in fe tha nie der aus ne wacker tet .Auflösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer: Sicher tft bet schmale Weg der Pflicht. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl-schm Universttäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange,