Samstag den 24. Kevruar J^mhücH' <* ci'_j M^W Ww?» EMMÄKM I! ; l'MÖil KZ U W *1 il WW £^.■811 II M IIIV .»■•..:£ rar"1’*— ■*£ Glückslasten. Bioman von Hanns von ZobeltiA LNaMruck verboten.) ^stortsetzung.) Der Umschlag in Signes Stimmung hielt an. Es war wie ein leises Frohlocken: endlich einmal ein vernünftiger Mensch! Und etwas von der alten Eitelkeit war bgbet: für ihn will rch gern schön sein! Er soll, er muß mich wirklich schön finden. Schön wie-eine Hellenin, schön wie das Fischermädchen auf Lesbos. Als sie zum Lunch erschien, wußte sie: ich habe heut meinen besonders guten Tag, und sie freute sich darüber. Sie kam etwas. spät. Die Eltern standen mit dem Gast schon wartend- an dem kleinen Tisch, ganz am andern Ende des großen Saales. So mußte sie durch die langen Reihen der Tische gehen, und sie fühlte, wie alle Augen sich aus sie richteten. Wieder einmal ganz wie eine Fürstin schritt sie durch den Raum. Den feinen Kopf hoch, den Blick grad aus. Man machte zum Lunch nicht besondere Toilette. Sie hatte auch nur ein Promenadenkleid gewählt, aber doch mit Bedacht. Der kurze Rock von kornblumenblauem Tuch schmiegte sich eng um ihre Gestalt; die blaue Seidenbluse mit den gelblichen Spitzen stand ihr besonders gut zur Gesichtsfarbe, zu der eigenartigen Färbung ihrer Haare, aus deren rotem Gold ein winzig kleiner Brillantkamm leuchtete. Leuchtete wie ihre Augen. Und sie lächelte, als sie Braunstein die Hand reichte. Lächelte so liebenswürdig, daß die Schwester sie ganz erstaunt anblickte. Sie war so heiter während des Frühstücks, daß ihre frohe Stimmung auch die andern mit fortriß. Eine ganze Weile noch, nachdem der Saal sich geleert hatte, saß man bei einem Glase Pommerh beisammen, plauderte und lachte und plante für die nächste Zeit. Man sah. sich oft in den kommenden Wochen. Ja, wenn die Eltern ihre Mreise nach Neapel bis über Ostern verschoben, so- war dazu weniger die Aussicht auf Roms berühmte Fastenfeier Veranlassung, als Braunsteins Anwesenheit. Er erwies sich in der Tat als der beste, der rücksichtsvollste, der vielseitigste Cicerone. Er machte Frau 'Ida die bilderreichste Galerie interessant; er führte Water in die kleinen Künstlerkneipen, ließ ihn beim Fede- linaro Frascati trinken und in der Antica Trattoria die berühmte Zuppa alla Marinara kosten; er hatte für Dodo allerlei kleine Artigkeiten. Aber er, der ihr in Berlin fast ausgewichen war, widmete sich im Grunde doch allein Signe. Sie fühlte, sie wußte es. Aber sie freute sich dessen. Sie wiegte sich immer wieder in die gleiche Gewißheit: er verehrt dich, er bewundert dich, aber, er denkt nicht daran, itnt dich zu werben. Sie empfand im -Verkehr mit ihm eine Sicherheit, wie sie gute Freundschaft gibt Seine Art, ihr zu huldigen, hatte etwas Unaufdringliches. Sie nannte es bei sich etwas Unpersönliches; manchmal reizte sie das sogar, ihn ein wenig herauszufordern. - Traf sie dann wieder auf seinen ein wenig scheuen Bftck der Bewunderung, so triumphierte sie und sagte sich nur: „Er findet dich schön." Es war eigentümlich: seit Braunstein in den kleinen Kreis getreten war, kamen sich die Schwestern wieder-näher. Dodo empfand, wie Signe ihre matte Herbheit abstreifte, wie sie wärmer und wärmer wurde, interessierter, zugänglicher. Es kam wohl vor, daß sie, wenn Dodo am Schreibtisch saß und einen ihrer langen Reisebriefe schrieb, manchmal noch spät in der Nacht, plötzlich hinter sie trat, den Arm um sie legte und ihr die Lippen auf die Stirn preßte. Und wenn Dodo dann unwillkürlich die Hand schützend auf den Briefbogen legte, lächelnd sagte: „Ohne Sorge, ich will deine süßen Geheimnisse gar nicht kennen. Nur ein bissel lieb wollt ich dich haben, wie früher." Und es kam auch vor, wenn Vater wieder einmal beim Morgentee Dodo einen der vielen Briefe hinüberschob, ein wenig brummend, ein wenig spöttelnd: „Natürlich von deinen geliebten Neuleuten, Berlin C. . . .," daß Signe ihr heimlich zunickte, recht herzlich, als wollte sie sagen: „Geh du nur deinen Weg —" Man kam eines Abends ziemlich spät von einem Ausflug nach der Villa Hadrians zurück. Es war ein wonniger Frühjahrstag gewesen; recht ein römischer Frühlingstag. Proviant hatte man mitgenommen, hatte auf den grasbewachsenen Stufen des Teatro greco Asti fpu- mante getrunken, während der blaue Himmel sich mähliche in dunkles Grün tauchte, von purpurnen Wolken durchsetzt. Dann war Braunstein, indessen die Eltern langsam zum Wagen vorausschlenderten, noch einmal mit den Schwestern durch die dunkle Zypressenallee zur Basilika gegangen. Die ragenden Mauern warfen schon lange Schatten, aber die untergehende Sonne umstrahlte die düsteren Ruinenwände wie mit Goldkränzen. Auf einen Säulen- stumpf war Signe getreten, bewegungslos fast stand sie, auch sie umstrahlt vom letzten Svnnenglanz. Den Hut hatte .sie abgenommen, und ihr Haar leuchtete, als habe -es ein eigenes Licht. Braunstein hatte begeistert zu ihr emporgeschaut. Er hatte den Schwestern noch einen kleinen Vortrag zugesagt. 9hut sagte er uichts als: „Wunderbar —" „Was denn, Dottore?" neckte Dodo. „Ein Gotteswunver —" Da sprang Signe herab und eilte lächelnd den berden voran. * Und nun saß Dodo mit heißen Wangen über einem Berliner Brief, den ihr unten der Portier eingehändigt hatte. Saß und las — und schluchzte plötzlich laut auf. 122 Signe stand am Toilettentisch. Als sie sich erschreckt umwanbte, sah sie, daß Todo weinte. Sie trat zu ihr: „Was ist's, liebe Dodo?, Die Schwester sprach nicht. Wer nut einem Mule schlang sie die Arme um Signe und legte den Kops an ihre Eine ganze Zeit verging. Sie suhlte: „Todo wird! schon sprechen, wenn der erste Schmerz sich ausgetobt hat, dann wirst du hören." . Sie führte die Schwester zu dem kleinen Sofa, setzte sich neben sie, nahm ihre beiden Hände. Und dann sprach Dodo wirklich. Nur drei Worte: „Er ist sterbenskrank. . Und dann, tiestraurig, hoffnungslos: „Lies du nur selber. . . ich will's! Du sollst eA lesen /'* „Wie einen Schatz hatte sie immer Ellys Briefe ge-i hütet!" dachte Signe gerührt. „Wie groß muß ihr Schmerz sein, wie stark die junge Liebe —" Sie las die erregten Zeilen. „Vater und Mutter sind heut iiach Bochum gefahren, Frist ist schwer, schwer erkrankt. Wir haben nur Nachricht durch Herrn von Kaltenegg. Es ist ganz plötzlich gekommen. Die Aerzte wissen noch nicht, was es eigentlich ist." „Liebe arme Dodo ..." „ v, r „ Es war so schwer zu trösten. Es war unmöglich. Nur vernünftig zureden konnte Signe: von der ärztlichen Kunst, daß solche Nachrichten in der Ferne immer schwerer klingen, daß Fritz ja nun die Eltern bei sich habe; daß sie — Signe — morgen, nein heut, an Ellh telegraphieren wolle um weitere Nachricht. . Lange, lange fruchtete kern Wort, fruchtete feine Zärtlichkeit. Bis dann endlich Dodo mit tränenschwerem Blick aus- say. Eine Sekunde nur. Gleich drückte sie wieder das heiße Gesicht an der Schwester Wange, und wie ein Hauch nur kam es: „Du bist so gut jetzt, Signe! Weit du selber nun weißt, wie Liebe tut . . ." Nichts hatte Signe erwidert. Erst nach einer Weile löste sie sich langsam von der Schwester, schellte, schrieb eine Depesche an Elly Neumann nieder, übergab sie dem Kellner; zwang dann mit sanster Gewalt Dodo, sich niederzulegeu, und blieb an ihrem Bette sitzen, während der ganzen Nacht fast. Und während Dodo unter immer neuen Tränen, dem Mitteilungsbedürfnis des großen. Schmerzes folgend, flüsterte — immer das gleiche, immer mit anderen Worten: „wie es über sie gekommen sei, fast vom ersten Augenblick an; wie lieb 'sie ihn habe; wie sie sich nur noch drei-, viermal gesehen hätten, daß noch kein Wort der Liebe zwischen ihnen gewechselt sei, und wie sie doch wisse und fühle —, während Dodo immer wieder ihre Hände umklammerte: „er wird sterben, er wird sterben", klang in Signes Seele doch nur das Wort nach: „Weil du nun selber weißt, wie Liebe tut —" Tas also glaubte die Schwester. Das .glaubten wohl auch die Eltern. Und das glaubte vielleicht gar er selbst. Was hatte Dodo gesagt: „Weil du nun selber weißt, wie Liebe tut —" Es fiel wie Schuppen von Signes Augen. Mit einem Male erkannte sie: du hast dich ja nur betrogen — undj unwissentlich ihn. Wo hattest du nur deinen klaren Verstand? Daß, du nicht wußtest, Braunstein wird kommen, morgen oder übermorgen oder am dritten Tag, und es wird sein, wie es immer war . . . Die Lippen biß sie sich blutig. Es war etwas in ihr, das sprach für Braunstein. Sie mochte ihn gern. Aber Liebe •— Liebe — Sie sann und sann. Einen guten Kameraden hatte sie ihn bisweilen im stillen genannt. Einen Kameraden im nicht gewöhnlichen Sinn. Aber je mehr sie sann, desto ferner rückte er ihr. Es schob sich immer entschiedener eine Mauer vor ihn hin: sein Elternhaus. Sie fühlte deutlich: nie, nie wirst du dich in dessen Milieu einleben können. Und einen Mann kann man nicht loslösen aus dem Kreise, in dem er groß wurde. Niemals völlig. Das Mädchen löst sich aus dem Eltern- Hause, wenn es an den Altar tritt; der Mann aber wurzelt so fest, daß er das nie vermag, auch wenn er wollte. Er wurzelt auf Generationen. Es gab da keine Brücke, Oder es mochte sich nur bann eine Brücke bauen lassen, wenn eine tiefe, heiße Liebe ihre Quadern fügte. Eine Liebe, die nicht nur stark ist, sondern auch demütig und geduldig. Uno Signe wußte, diese Liebe würde nie UN« nimmer in ihr lebendig werden. Aber sie fühlte auch wieder die große Oede in sich. Ihr Herz war arm, und sie Hütte die Schwester beneiden mögen um ihren Schmerz, und um ihre Tränen. ..... Da lag nun Dodo, der Schlaf hatte sie überwältigt^ Ganz plötzlich, schien es. Sie atmete ruhig. In ihren Wimpern funkelte es noch wie von kleinen Perlen, aber auf ihren Lippen spielte ein leichtes, süßes Lächeln. Sie träumte — ------- Am Morgen brachte der Kellner eine Depesche itnbj schob gleichzeitig einen Brief durch die Türspalte. Signe riß das Telegramm auf. „Bessere Nachrichten über Fritz." Die Schwester schlief noch. Seife faltete ihr Signe das Blatt in die Hände und weckte sie mit einem KnA Ihr erster Blick fiel auf die Depesche. Sie schrie,auf, aber dann kam ein halbunterdrückter Jubelruf. „Bessere Nachf- richten —" und leise: „. . . von Fritz ..." Den Brief hatte Signe säst vergessen. Erst ass sie zum Tee hinuntergehen wollte, fiel er ihr wieder in die Augen. Sie erkannte sofort die unregelmäßige, fast nur aus Grundstrichen zusammengesetzte Handschrift und sah erstaunt auf den Poststempel: Rom. Also die Fürstin war hier, in Rom? Richtig, da war auch auf der Rückseits die Abbildung des Hotel de Russie. Signe mußte lächeln: grundsätzlich benutzte die Greisin nur das Briefpapier, das! in den Schreibzimmern des Hotels zum allgemeinen Gebrauch lag. Die sparsame Fürstin! „Liebe Signe! Sie wissen wahrscheinlich nicht, daß ich hier bin, denn sonst, nehme ich an, hätten Sie mich gewiß schon besticht. Ich aber erfuhr erst heut, daß Sie mit Ihren Eltern — meine Empfehlungen! — in Rom sind. Bill brachte mir die Nachricht aus Berlin mit. Wenn Sie noch etwas Zuneigung für mich, haben, so suchen Sie mich alte rheumagequälte Person bald einmal auf und helfen Sie mir mit Ihrem Plaudern über eine Stunde fort. Ich bin für Sie immer at Home. AM liebsten aber wäre es mir, Sie kämen gleich morgen zwischen zwölf und ein Uhr. Ihre Eleonore." Einen Augenblick stand Signe sinnend. Hoburg hier? Suchte er, suchte die Fürstin für ihn eine Begegnung? c Das letztere kaum. Es war nicht anzunehmen, daß die Fürstin irgend einen Schritt tat, der Bill Hoburg ihp wieder näher bringen konnte. (Sortierung folgt.) Die Dienerin. Skizze von M a r y l i e Markovitch. Aut. Uebertragung aus dein Französischen von St. Golöenring.. Ein König von Persien liebte eine Dienerin. Wer dieser König war und weshalb er geruht hat, seine Augen ans das demütigste Geschöpf seines Königreichs zu werfen, geht uns hier nichts an. . Tatsache ist, daß der Monarch das Mädchen liebte,: obgleich er König und sie eine Dienerin war — und daß: die Dienerin den Monarchen gar nicht liebte, obgleich sie eine Dienerin U.nd er ein König war. Im Reich der Muselmänner ist die Laune des' Mannes bekanntlich stets das Gesetz der Fran — um so mehr, wenn der Mann ein König ist. Der König von Persien lieft den Herrn der Dienerin kommen und sagte ihm: „Wie heißt die weifte Gazelle, die ich neulich ohne Schleier an der Schwelle deines Frauengemachs bemerkte und die bei meiner Annäherung wie verscheucht verschwand?" „Seid meinem Opfer gnädig!" erwiderte der Herr; „sie heißt Zahra." „Ich kaufe sie dir ab; welchen Preis verlangst du?' „Seid meinem Opfer gnädig!" wiederholte der Kaufmann, „ich beabsichtige nicht, sie zu verkaufen. Zahra ist die Perle! meines Hanfes." Die Könige lieben nicht, daß man ihnen, widerspreche; in Persien weniger als irgendwo. Dieser lieft: die Dienerin holen! und schickte dem Herrn als Entschädigung ein Geschenk. Vier schwarze, prächtige Eunuchen brachten Zahra aus dein! Hause ihres! Herrn in einer geschlossenen Sänfte in den Palast des Königs; Bannerträger liefen schreiend' voran, um die Menge auseinander zu treiben, und das Volk neigte ehrfurchtsvoll den: Kopf und verschleierte die Augen, um nicht in Gefahr zu geraten^ diejenige zu erblicken, die die Güte des Königs aller Könige gewählt hatte.. 123 Leigen und Wollte ihren $uÜ> fühlen. Auf das Zeichen des Mb- Narchen brachte eine alte Sklavin einen leichten Müllstoff, mit dem man das Gelen? der Kranken umwickelte, um eine direkte Berührung ju vermeiden. Endlich stellte er mit gelehrten Worten, die der König Or "verstehen vorschützte, deren Sinn aber niemand verstand, die Krankheit fest und verordnete Arzneien; dann verließ et mit denselben Zeremonien das Palais. Tage und Wochen vergingen, ohne Last der .Zustand der Dienerin sich besserte. Sie war jetzt so schwach, daßosie das! "Lager, auf dem sie Tag und Nacht lag, nicht mehr,verliest. Tie Verzweiflung des Königs wuchs mit dem Uebel. Eines Tages teilte Man ihm mit, daß einer der bekanntesten Derwische Persiens sich erbot, die Dienerin zu heilen. Er war — sagte man — mit der Wissenschaft der alten Magier üerfrautl Und besiegte jedes Uebel. Mit dem langen Derwischlgewand bekleidet, kam er an. Zwei junge Leute folgten ihm, dhs' Schreibzeug mit Federhaltern ans Fliederholz in der Hand. Zahra, die einstmalige Dienerin, würde Königin. Im könig- Wen Harem untergebvacht, hatte sie seidene Stoffe, reiche Wetsteine, schöne Gärten und zahlreiche Sklaven zu ihrer Verfügung. Der König geruhte, sie an mehreren Tagen hintereinander $u be- Whien. Aber die Geschenke ließen sie gleichgültig; sie sehnte sich inmitten der herrlichjen Gärten und schmachtete nach der Wohnung sbres Herrn. Die Rosen schwanden von ihren Wangen, ihr lilienweißer Teint Wurde welk, der Glanz ihrer schönen Augen ^erlosch. Kein Wort kam mehr von ihren entfärbten Lippen. Bald begriff man, daß Zahra sterben würde. Jeden Morgen legten sie ihre Sklavinnen in eine Hängematte, in der Nähe eines murmelnden Springbrunnens, unter die duftenden Zw'eige blühender" Orangenbäume. Dort blieb sie, unbeweglich und ohne zu sprechen, bis zum Sonnenuntergang. Der König War Verzweifelti Er ließ die geschicktesten Aerzte seiner Hauptstadt kommen, aber alle Kunst versagte. Da ließ er in seinem ganzen Königreich verkünden, düst bte Hälfte ferner Schätze in Silber und in Edelsteinen bent gehören sollte, der gegen die sonderbare Krankheit, die an per Dienerin zehrte, ein Heilmittel fände. Ein junger Mann stellte sich vvr. Er tut meinen Weißen Kragen Und einen schwarzen Rock, nach Art der Morgenlandbewohner. Da er an europäischen Universitäten studiert hatte, rühmte er sich, der weiseste Mann von Persien zu sein. Seine Haltung verriet, wie tief er von seiner Bedeutung durchdrungen war. Er betrat das Palais zwischen zwei Reihen von Würdenträgern; als er aber vorübergegangen war. spie so mancher zum Zeichen der Verachtung aus, indem er seinen Namen aussprach, Weil man den Argwohn hegte, daß er ein schlechter Muselmann geworden war. > Er betrat den Harem in Gesellschaft des Königs, der "Eunuchen Und eines ganzen Zuges verschleierter Frauen, die dumpfe Seufzer ckusstiesten. Die Dienerin lag auf einer mit Seidenstoffen bedeckten Matratze Msgestreckt; iht bleiches Haupt ruhte zwischen reichen Kissen. Der „Doktor" untersuchte sie gewichtig, liest sie die Zunge zeigen und Wollte ihren PuD Ahlen. Auf das Zeichen des Mo- üarchen brachte eine alte Sklavin einen leichten Müllstoff, mit Als er vor dem Krankenbett stand, zog" er aus feiner Tasche ein großes Zauberbuch heraus, aus dem er zu lesen begann, wobei er komplizierte. Verneigungen machte und geheimnisvolle Worte aussprach. Auf seinen Befehl holten die Sklaven eiligst eine Kröte, der man die Haut von lebendigem Leib ab'zog, um den Zauber der Kranken zu vernichten. Er erkundigte sich, um welche Stunde die Hähne gekräht hätten, diktierte einem seiner Schreiber eine Sentenz aus dem Koran, die der König auf eine Silberplatte zu gravieren versprach und die Zahra Tag und Nacht auf der Brust tränen sollte. Bis die Arbeit ausgeAhrt War, hing er um den Hals der jungen Frau einen Rabenschnabäl, der den Einfluß des bösen Blicks entfernt. Vergeblich wurden alle Hähne aus biet Nachbarschaft, bie man bei ihrem Kikeriki in verhängnisvollen Stunden abgefaßt hatte, erbarmungslos abgeschlachtet; vergeblich drückte Zahra bie Silberplatte unb ben RabenschUabel gegen ihre Brust. . . Die Krankheit schritt mit jebem Tage vor. Der König erfuhr weder Freude, noch! Ruhe. Seine Liebe wuchs, je sicherer er würde, sie verlieren z"n Müssen. Nichts vermochte ihn von seinem Kummer abzulenken. Er vernachlässigte die Sultaninnen, feine Gemahlinnen, und begegnete seinen Höflingen mit bewölkter Stirn. Traurigkeit herrschte im Palais, weil eine Dienerin dem Tode entgegen ging! Zahra, die regungslos, ohne ein Wort zu sprechen, zwischen den reich gestickten Kissen und Stoffen lag, schien bereits ganz körperlos. Ihre Seele, die zu entschweben bereit War, blickte aus ihren großen Augen; man konnte ihr bis auf den Grund" sehen. Ihren schweigsamen Lippen entrang sich kein Wort. Wenn der König nicht bei ihr Weifen konnte, lösten sich jede Stunde Boten ab, um aus dem Harem nach dem Palais über das Befinden der Dienerin zu berichten. „Zahra Hanonn: hat ihre Lippen in Zitronensaft getaucht . . Sie hat einen Tropfer: Granadawein gekostet . , , Sie hat einen Nhltrank abgewiesen. . ." „Hat sie gesprochen?" fragte der König. >,Zahra Hpnoum hat kein Wort gesagt!" Zahra würde sterben, ohne M sprechen! Die Dienerin atmete kaum noch!, und man erwartete reden Augenblick, Last sie bat Geist aufgebe, als ein Greis vor dem Palais ersMen. Ein langer weißer Bart Wallte über seine Brust. Er ritt huf einem Maukpferd, seine Füße baumelten zu beiden Seiten! in Ledersandalen. Das Maultier neigte. Wie er, demütig den Kopf und schüttelte seine langen Ohren. ^Jch Werde die Dienerin retten," sagte er. Der König, der keine Hoffnung mehr hatte, enrpftng ihn ohns Erregung. „Man lasse Uns allein!" verlangte der Greis. Man gehorchte, obgleich das Gesetz es verbvi, eine FrM allein und ohne Schleier mit einem Mann zu lassen. Aber Liess war am Sterben. „Mein Kind," sagte der Greis", neben der Dienerin hockend/ „ich bin nur ein armer Mann und dich hat die Liebe des Königs W einer der 'angesehensten Frauen Persiens gemacht; aber ich Wollte dich nicht sterben lassen, ohne dir den letzten Gruß Von Hadja-Mohammed, dem Kaufmann, zu bringen." Bei diesem Namen atmete Zahra, als ob mehr Luft in ihrs "zarte Brust eindringe. „Ich habe mich nicht geirrt," dachte der Greis. Und laut sagte er: „Jeden Tag betet Hadja-Mohammed — möge Allah ihn beschützen — für deine Heilung. Du aSter Willst sterben . ."- Tie Dienerin öffnete die Lippen, versuchte, etwas zu stammeln/ Wie ein Kind, das die Sprache ihrer Mütter uachahmt und sagte endlich: „Greis, Woher kennst du Hadja-Mohamn:ed?" „Ich war schon damals sein Nachbar, als Üu noch seins Dienerin warst." Zahra richtete sich trotz ihrer Schwäche auf Men Kissen auf; ihre schönen Äugen, in denen ihre Seele Wohnte, fuhren fort/ den Greis zu befragen. Als der König mit seinem Gefolge zurückkam, verging ep fast vor Freude, als er Zahra erblickte, die sich bleich, "öfter lächelnd zu ihm wandte und sauft murmelte: „Mächtiger König, der Greis besitzt einen wirksameren Talisman, als alle anderen. Er hat mir das Wort wiedergegeben/ und er wird mir auch bie Gesundheit wiedergeben, wenn du erlaubst, daß ich jeden Tag, allein mit ihm, die magische Formel Wiederhole," Der König erlaubte das. Allmählich erblühten neue Lilien und neue Rosen auf ZahraH Wangen. Es kam der Tag, da sie, in Begleitung des Greises"/ einige Schritte in ihrem blühenden Garten gehen konnte. Seitdem rühmte man in ganz Persien bie Mßerordentlichie! Tugend und bie Macht dessen, der mit einer geheim gebliebene» Formel die vom König angebetete Dienerin von dem Tode der Schwelle des Lebens zugeführt hatte. Die ersten SMeMtzchen. Zwei unter unseren heimischen kätzchentrageirden Bäumen und Sträuchern haben äs mit dem Blühen besonders eilig und öffne» ihre Kätzchen, die« den ganze:: Winter über fertigt vorgebildet geschlummert haben, schon jetzt: die Hasel und die Sahlweide^ Goldene Staubwolken schüttelt die Hasel von sich, und süße Honigdüste haucht die Sahlweide ans. Beide wissen sehr wohl>- warum sie ihre Blüte:: scheinbar so voreilig herausbringen. Auf die Hilfe des Windes rechnet die Hasel, wie viele andere Kätzcheni- trager auch, auf ben Besuch von Insekten bie Sahlweide; diesen Vermittlern der Beftuchttlng sind die Blüten beider trefflich angepaßt, und ihretwegen erscheinen sie auch so früh: die Kätzchen"/ die den Blütenstaub dem Made aNvärtrauen, wie es bei der Hasel der Fall ist, erscheinen, ehe Bäume Und Sträucher Blätter gebildet haben, bie den Blütenstand auffangen könnten, und die! Blüten der Sahlweide, die durch Duft und Farbe Insekten aiw locken, erscheinen, ehe andere farbige und duftende Blüten ihnen die erwünschten Gäste abspenstig machen können. Die silberpelzbesetzten Kätzchen der Sahlweide kennt wohl ein jeder ben: Aussehen nach. Betrachtet man sie näher, so erkennt man, daß alle aufrecht stehen; sieht rn'an etwa eine größere Menge SahlWeideu beisammen steh«:, so fallen dem" Ange die vielen gelben Blütenstände auf, und ebenso auffällig sind sie natürlich für bie Augen der Insekten, die so früh in: Jahre schon fliegen. Eingehendere Betrachttrng zeigt, daß die Sahl- Weide zwei !Mrten vvn Blüten hat, die auf verschiedene Pflanzen" verteilt fiiü): bie einen, die männlichen, die auffälliger aussehen, tragen nur bie leuchtend gelben Staubbeutel, bie unschein^ baren weiblichen haben nur grüne Stempel. Ganz anbers sind bie Hangenden Haselblüten gebaut. Auch beim Haselstrauche sind männliche und weibliche Blüten vorharchen? aber beide wachsen auf ein und demselben Strauche, die weift? liehen meistens höher als die männlichen. Dem Aussehen nach sind "sie grundverschieden: die männliche Blüte ist eine gelbliche, längliche Aehrenspinbel, bie aus lauter einzelnen Schupp«: zu bestehen scheint. Unter jeder Schuppe entdeckt man beim Betrachten durch die Lupä zwei kleine Schüppchen, und hierunter stehen je vier Staubbeutelchen, deren jeder aus zwei Fächer» besteht und feine Härchen trägt. Der Blütenstaub fällt vom 124 Staubbeutel zunächst in dis darnnterstchende, Schuppe, wo er vor Regen geschützt ist, sobald aber ein leiser Wend sich regt oder ein Vogel oder ein anderes Tier den Strauch erschüttert, wird der Blütenstaub frei und wird durch den Wind verstreut. Von den ungezählten tausenden von Pollenkörnern erreichen nnturlich nur wenige das ihnen bestimmte Ziel, die werbliche Blute. Die weiblichen Blüten sehen jungen Knospen zum verwechseln ähnlich. Es sind kleine, braunbeschuppte Knötchen, die an der Spitze ein Büschel karminroter Fäden tragen, nämlich die Narben, der Blüte. Zerschneidet nian eine solche Blüte, so erhält man einen Einblick in ihren feineren Bau. Unter vielen Schichten ineinander liegender Schuppen und Schüppchen sitzt ein kleiner, kugeliger Fruchtkuoten, der die roten Fäden trägt; jede Blüte ist außerdem von einem becherartigen Gebilde, einem Hochblatte, umschlossen, das später die hellgrüne „Manschette" der reifen Haselnuß bildet. Die weiblichen Haselblüten sitzen an den Spitzen der Triebe, was eine Sicherung gegen Selbstbestäubung ist. Selbstbestäubung kann bei der Sahlweide und anderen Kätzchenträgern, die „zweihäusig" sind, natürlich nicht Vorkommen, bei der Hasel aber ist sie möglich. Hasel und Sahlweide, eine windblütige und eine insektenblütige, kätzchentragende Pflanze, sind die beiden Typen unserer Kätzchentrager. Bald nach Hasel und Sahlweide bringen auch die anderen Bäume und Sträucher ihrs Kätzchen zum Vorschein. Unmittelbar nach der Hasel erscheinen die anfangs dunkelroten, später gerben Kätzchen der Schwarz-srle, dann kommen die weißhaarigen Kätzchen der Zitterpappel, und in den ersten Frühlingsmonaten blühen dann nacheinander die der anderen Weidenarten, der Erlen, der Birken, der Eichett usw. auf, und bis in den Mai hinein kann man Kätzchen in unserer Pflanzenwelt finden. Eine besondere Erwähnung verdient die Pyramidenpappel, ein Baum, der bei uns seit etwa 170 Jahren heimisch ist. Die Pyramidenpappel blüht auch mit Kätzchen, aber bei ihr ist alle Liebesmühe umsonst. Die Pyramidenpappel gehört zu den zweihäusigen Kätzchenträgern. Bei der Einsühruug aus Italien sind in Deutschland nur männliche Päppeln angepflanzt "worden, und diese sind durch Stecklinge beinahe unbegrenzt vermehrt worden. Alle Pyramidenpappeln, die bei uns blühen, gehören dem männlichen Geschlechte an. Die weiblichen Pyramidenpäppeln sind in Deutschland nur in sehr geringer Anzahl vorhanden. Vermischter. * Flitterwochen i m Unterseeboot. Es ist natürlich die eigenartige Laune eines amerikanischen Millionärs, daß er seine Hochzeitsreise in einein Unterseeboot machen und seine Flitterwochen zmn Teil unterhalb des Meeresspiegels des Stillen Ozeans verbringen will. Der eigenartige Hochzeiter ist der Colonel Fleming, ein sehr reicher Mann, der mit einer nicht minder reichen Dame Edith Glover, der Tochter eines Chicagoer Glasiabrikanten, am 15. März in den Sland der heiligen Ehe treten wird. Er hat es sich mehr als v i e r Millionen M k. kosten lassen, um das e r st e Unterseeboot, das zum Vergnügen eines Privatmannes konstruiert wird, erbnneit zu lassen, denn bisher hatten die Millionäre sich mit Luxusyachten über dem Wasser begnügt und den großen 'Staaten das kostspielige Vorrecht überlassen, ihre Flotte mit Unterwasierschifsen auszurüsten. In der amerikanischen technischen Rundschan „The Engeneering World“ ivird dem Luxusunterseeboot des Colonels eine eingehende Besprechung gewidmet. Das Schiff, das den Namen „The Mysterious“ führt, hat einen Gehalt von 600 Tons und eine Mannschast von 15 Seeleuten. Außerdem werden sich neben Herrn und Frau Fleming noch ein Arzt, sechs Gäste, die die Hochzeitsreise mitmachen, ein Koch mit seinem Gehilsen, ein Haushoimeister, ein Kammerdiener, eine Kammersrau und ein Mädchen für alles an Bord befinden. Das Heim, in dem die jungen Ebeleute sich häuslich einrichteit iverden, besteht aus einem geräumigen Schlafzimmer, einem Eßraum, in dem bequem tüt acht Personen gedeckt iverben kann, einem Salon, Rauchziminer, Bibliothek, Badezimmer und Ankleideraiun. Die Gäste haben drei Schlafzimmer zur Verfügung, jedes mit Badezimmer. Kapitän und Arzt haben ihre eigenen Kabinen. „Der Geheimnisvolle" hat bereits in Oakland in Kalifornien die Taufe empfangen und durch kurze Fahrten seine Seetüchtigkeit bewiesen. Die Räume sind auf das luxuriöseste eingerichtet und besonders die Appartements des Ehepaares sind wahre Schmuckkästchen an Eleganz und mobernem Komfort. Auf nichts werden die Jungvermählten verzichten müssen, wenn sie am Abend ihrer Hochzeit in die kühlen Wogen des Meeres tauchen. Miß Glover, die eine große Musikfreundin ist, hat im Salon ihren Flügel, und auch ihre Geige und ihre Harfe wird sie mitnehmen, um musikalische Soireen unter Wasser zu veranstalten. Nim werden die Hochzeitsreisenden freilich nicht beständig die Tiefe des Meeres aus ihrer Fahrt aufsucheii, sondern das Schiff niacht, wie jedes Unterseeboot, einen großen Teil des Weges an der Oberfläche des Wassers; das Schiff hat einen viel geringeren Tieigang als die Unterseebote der Kriegsmarine, die sich nur wenig über das Wasser erheben. Die große und geräumige Koniinnndobrücke gewährt Raum für angenehme Spaziergänge. Auch die Schnelligkeit des Luxusfahrzeuges ist größer als gewöhnlich nnd alle Sicher- j heitsmaßregeln sind in umfassender Weise getroffen, um die Mög» I lichkeit eines Unglückes völlig auszuschalten. „Der Geheimnisvolle" wird von San Francisco aus seine Reise antreten und zwar begibt er sich nach dem Golf von Monterey, wo der Colonel ein schönes Schloß und eine prachtvolle Besitzung sein eigen nennt. Miß Glover aber kann stolz versichern, daß sie eine Hochzeitsreise macht, wie feine ihrer Freundinnen, und es wird das Glück ihrer Flitterwochen erhöhen, wenn sie dem Kapitän den Befehl gibt, die Luken zu schließen und 25—30 Meter in die Tiefe hmabzutanchen. Dann kann sie sich in der tiefen Stille und Einsamkeit an den Flügel setzen und im strahlenden Lichte ihres Salons die Gäste zu einem intimen Konzert um sich vereinen. kf. Der Thronvergolder. Alljährlich werden die Thronreden in den verschiedenen Parlamenten der monarchischen Staaten mit Spannung erwartet. Und auch ein ehrbarer Pariser Handwerker harrt mit Ungedulb der Ereignisse; denn die Eröffnung der Parlamente bringt ihm Arbeit: die Throne nehmen ihren Weg in seine Werkstatt. ‘ Die französischen Vergolder haben auf der Welt noch nicht ihresgleichen gefunden, und so müssen sich die Monarchen an das republikanische Frankreich wenden, um künstlerische Handwerker zu finden, die mit. angeborenem Geschmack eine geschickte Hand verbinden. In seiner Bescheidenheit hat der Thranvergvlder den Titel „Hoflieferant aller europäischer Monarchen" bisher ausgeschlagen. kt. Z e h n Gebote für Fabrikarbeiter. Ein Londoner Fabrikant hat in seinen Werkstätten zehn Gebote ausgehängt, die an Lebensweisheit schwerlich übertroffen werden dürsten und die noch dazu eines hiimoristischen Beigeschmacks nicht entbehren: 1. Lüge nicht I Du stiehlst mir und dir Zeit. Und du fällst schließlich doch herein. 2. Habe die Arbeit im Auge und nicht die Uhr! Den langen Tag kürzt die Arbeit. Ist dein Tag jedoch kurz, so wird mein Gesicht lang. 3. Gib du mir mehr, als ich erwarte und ich gebe dir mehr, als du erivartest. Erhöhst du deine Arbeit, erhöhe ich deinen Lohn. 4. Schuldest dir selbst so viel, daß es für dich Luxus ist, der Schuldner anderer Leute zu sein. Bleibe frei von Schulden ober bleibe aus meinem Geschäftei 5. Eine ehrlose Tat ist nie ein Zufall. Gute Menschen sehen nie die Versuchung, wenn diese an sie herantritt. 6. Kümmere dich um deine Angelegenheiten und mit der Zeit wirst du ein eigenes Geschäft haben. 7. Befolge niemals einen Befehl, der deine Selbstachtung verletzt. Ein Arbeiter, der für mich stiehlt, wird auch von mir stehlen. 8. Die Nacht gehört dir. Ader wenn dein Nachtleben deine Arbeit am nächsten Tage beeinflußt und du nur die Hälfte von dem leistest, das ich hoffe, wirst du auch nur halb so lauge bleiben, wie du hoffst. 9. Erzähle nicht, was ich hören möchte, fonbern was ich hören sollte. Ich habe keinen Diener für meine Eitelkeiten, fonbern für mein Gelb. 10. Murre nicht, wenn ich table: Bist du inert, daß man dich bessern will, jo bist btt wert, daß man bich behält. Umsonst vergeude ich keine Zeit. * Auf der richtigen Spur. „Ich glaube, endlich bett Grund gesunden zu haben, warum so viele junge Damen den Wintersport dem Tanzvergnügen vorziehen. — Nämlich — —" — „Pfui, Herr Oberleutnant! Von solchen Sachen spricht man nicht!" .„Muskete". * Fatal. „Warum sind Sie denn bett ganzen Abend so melancholisch, Herr Amtsrichter?" — „Ach ich habe den Trauring in der Westentasche!" — „Na, und?" — „Wer in der Weste, die ich zu Hause meiner Frau zum Bügeln gegebett habe!" ' * Sie 'weiß Bescheid. Student: „Und dann — ich möchte jeden Tag um sechs Uhr geweckt werden." — „Morgens oder abends?" * Au! „Was für prächtige Bogen der junge Mann dort auf dem Eise beschreibt!" — „Nun, er macht ja auch das ganze liebe Jahr nichts anderes." — „Wieso?" — „Weil er Bureaugehilfitz ist," Geographisches verschiebratsel. Baden — Zürich — Wien — Bremen — China — Indien — Korea. Vorstehende Namen sollen derart untereinander geschoben werden, daß eine Buchstabenreihe, von oben nach unten gelesen, den Namen eines Alpeupaffes ergibt. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr ■— Treff, p — Pique, o — Coeur, ear — Carrean trB — Treff-Bube, pA — Pique-Aß, cD Coeur-Dame uff. Mittelhand erhielt trA, trZ, trK, cA, earZ, carK, carD, car9, car8, car7, im Skat liegen pA und p7, Hinterhand hat den Rest. Das Spiel verläuft in folgender Weife: 1. B. trB 'SQL cA! H. c8. 2. V. cB M. carZ £>. pB — — 14. 3. H. carA V. cD M. ctir7. 4. V. tr9 911. trA H. trD — — 14. Jetzt braucht Vorhand nichts mehr abzugeben; die Gegner erhielten also nur 28 Augen. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steinbruderei, R. Lange, Gietzen.