Samstag, den 25. November Cd B 11 < ZW W Das Amethyst-Fläschlein. Eine Erzählung von A. K. Gre e n. (Nachdruck verboten.) 1. Kapitel. Es war am Abend vor der Hochzeit. Trotzdem nicht ich, sondern Sinclair der Glückliche war, so hatte ich doch selber meine Gründe, erregt zu sein. Da ich die Hitze im Billardzimmer unerträglich fand, suchte ich die Veranda auf, um angesichts des vom Vollmond beschienen«: Meers in aller Ruhe eine Zigarre zi: rauchen. Ich war in außergewöhnlich, wenn nicht unvernünftig fröhlicher Stimmung.' Am Nachmittage hatte eine kleine Hand gerade einen Augenblick länger, als es die Umstände unumgänglich erforderten, in der meinigen geruht. So gering nun dieser Gunstbeweis den«: scheinen könnte, die Dorothea Camerden nicht kennen, für mich, der mit ihrer Schönheit und- ihrem Stolze zugleich bekannt ist, war es ein Zeichen, daß meine zwar geheime, aber ausdauernde Ergebenheit und Verehrung auf dem Wege war, belohnt zu werden, und daß ich zum wenigsten Hoffnungen nähren durfte, deren Vernichtung mit dem Verlust meines Lebens- glückes gleichbedeutend gewesen wäre. Ich genoß die ganze Seligkeit, die von meinen Zu- lunftsplänen ausströmte, und verglich im Geiste diese Stunde -glühender Hoffnungen mit anderen, deren Enttäuschung und Bitterkeit mir noch frisch im Gedächtnis stand. Da fiel plötzlich ein Schatten über das breite Lichtband, das aus dem Fenster der Bibliothek herausdrang. Ich wandte mich nach der Türe um und erblickte Sinclair. Er war offensichtlich erregt, sehr erregt, wie mir vorkam, für einen Mann, der im Begriff steht, das Weib heimzuführen, das für ihn nach seiner eigenen Aussage die eine tiefe Leidenschaft seines Lebens bedeutete. Aber da ich mich daran erinnerte, daß er öfters Gründe hatte, in Sorgen zu sein — Gründe übrigens, die mit seiner Braut und ihren persönlichen Angelegenheiten nichts zu tun hatten — ging ich ruhig weiter auf und ab, mit meiner Zigarre beschäftigt, bis ich seine Hand auf meiner Schulter fühlte und, als ich inich nach ihm umwandte, sah, daß etwas Ernstliches vorgefallen sein mußte. Ich muß dir etwas sagen, flüsterte er. Wir wollen uns irgendwohin begeben, wo wir weniger Gefahr laufen, gestört zu werden, als hier. Was gibt's Schlimmes? fragte ich, indem ich ihm er- taunt, ja besorgt ins Gesicht schaute. Ich habe dich nie o in Aufregung gesehen. Hat die alte Dame etwa die etzten Stunden abgewartet, um — Pst! bat er, indem er seine Warnung mit einer kurzen aber vieldeutigen Handbewegung begleitete, die ich nicht mißverstehen konnte. Das kleine Zimmer über dem ivest- lichen Portal ist jetzt gerade leer. Komm mit! Mit einem Seufzer, der meiner eben angebrannten Zigarre galt, warf ich sie in die Büsche hinunter und trat nach ihm ein. Ich glaubte seinen Kummer zu. verstehen. Seine Braut Ivar jung — kaum den Backfischjahren entwachsen — liebenswürdig, schön und stolz; sie besaß indes kleine Eigenheiten in ihrem Wesen sowohl wie in ihrer Ausdrucksweise, die sie jedenfalls ihrer eigenartigen Erziehung und der noch nicht ganz vergessenen Ueberraschung verdankte, nach einer in Abgeschlossenheit und Nichtbeachtung verlebten Jugend zur Königin der Gesellschaft und zum Ziel der allgemeinen Bewunderung vorgerückt zu sein. Der Fehler lag nicht in ihrem Charakter. Wer )te hatte als Vormund (ach! mein teures Mädchen besaß den gleichen!) eine alte Tante, die ein rechter Drache war. Diese Tante hatte wahrscheinlich den Bräutigam schlecht behandelt, und er, schnell beleidigt, — schneller als ich, wie es hieß hatte ohne Zweifel in einer Art und Weise geantwortet, die geeignet war, die Sachlage noch ernster zu gestalten. Er, sowie die anderen Gäste bei der Hochzeit waren alle im Hause der Frau Armstrong zu Gast, die darauf bestände« hatte, ihre wundervolle Villa in Newport für die Hochzeitsfeier und die Teilnehmer daran zur Verfügung zu stellen. Und so war nicht zu leugnen, daß die Lage nicht rosig für ihn aussah. Trotzdem war ich nicht in der Stimmung, einen großen Anteil an der Geschichte zu nehmen, obgleich ich mich ja selber möglicherweise eines Tages in der gleichen Lage wie er, mit all ihren Begleitumständen, befinden konnte. Wer als ich erst mit Sinclair in dem hellerleuchteten: Gemach oben zusammen war, begriff ich, daß ich besser daran täte, alle meine selbstsüchtigen Bedenken zu vergessen und meine ganze Aufmerksamkeit auf das zu richten, ivas er mir zu sagen hätte. Sein Auge, das beim Abendessen mit ungewöhnlichem Glanze geleuchtet hatte, war jetzt verschleiert; sein Benehmen, das sich in den schwierigsten Lagen, wo alles den Kopf verloren hatte, gleich geblieben 'war, verriet eine Nervosität, die ich niemals bei ihm gesucht haben würde, seit jenem Tage, wo er, ohne seine Seelenruhe im geringsten zu verlieren, sein Pferd unmittelbar vor einem Abgründe gewendet hatte, der nicht nur ihm, sondern auch zwei anderen Reitern, die ihm vertrauensvoll in dichtester Whe nachdrängten, beim Sturze den sicheren Tod gebracht haben würde. Walter, stammelte er, es ist etwas passiert — etwas Schreckliches, etwas Unerwartetes und Unabsehbares! Du wirst mich für närrisch halten — der Himmel weiß, daß ich es mit der größten Freude sein möchte! — aber -die Geschichte hat mich ins Innerste erschreckt. Ich — er machte eine kleine Pause, um sich zu sammeln — ich will dir die ganze Sache erzählen, dann kannst du ja selber urteilen. Ich bin nicht in der Lage, die Folgen richtig abzuschätzen. Ich frage mich, ob du dazu fähig bist, wenn du die Geschichte kennst — 734 Lauf nicht um den Brei herum! Heraus mit der Sprache! Worum handelt sich's? Er warf mir einen merkwürdig bekümmerten Blick zu, einen Blick, dessen Bedeutung ich verstand, wenn ich auch die Ursache dazu nicht einsah; dann trat er näher aus mich zu, trotzdem sich kein Mensch in Hörweite, möglicherweise niemand näher als im Wohnzimmer, das ein Stockwerk tiefer lag, befand, und flüsterte mir ins Ohr: Ich habe eine kleine Flasche mit dem tödlichsten Gift, das je bereitet wurde, verloren, eine Kuriosität aus Venedig, Ich war so dumm, sie herauszunehmen und den Damen zu zeigen, da die herzförmige Brosche, in die sic eingepatzt war, ein außergewöhnlich feines Schmuckstück ist. Wer davon kostet, vielleicht sogar nur daran riecht, ist des Todes. Und nun ist es nicht mehr in meinem Besitz und — Nun, ich will dir sagen, wie wir das wieder gut- machen können, unterbrach ich ihn rasch, entschlossen mit meiner gewohnten Offenheit. Laß die Musik abbrechen; versammle alle im Wohnzimmer und mache sie nrit der gefährlichen Natur des Dings bekannt. Wenn nachher trotzdem etwas geschehen sollte, ist es nicht dein Fehler, sondern die Person, die es sich so gedankenlos angeeignet hat, ist selber verantwortlich. Seine Augen, die bisher starr auf die meinigen gerichtet waren, suchten in sichtlicher Verlegenheit meinem Blick auszuweichen. Unmöglich! Das würde nur die Sachlage verschlimmern oder vielmehr meine Befürchtungen nicht vermindern. Die Person, die sie jetzt besitzt, kennt die Natur des Flascheninhalts ganz genau, und diese Person — Dann weißt bu also, wer das Ding an sich, genommen hat? unterbrach ich ihn in steigendem Erstaunen. Ich glaubte aus deinem Benehmen schließen zu dürfen, daß — Nein, verbesserte er sich unsicher, ich weiß nicht, wer es besitzt. Wenn ich es wüßte, wäre ich nicht an diesem Orte. Das heißt, ich weiß nicht genau, wer die Person ist. Nur — Hier blickte er mir wieder ebenso scharf wie zuvor ins Auge. Als er bemerkte, daß ich ärgerlich zu werden anfing, begann er von neuem: Bei meiner Ankunft, sagte er, habe ich eine Kiste mit Raritäten mitgebracht, die aus meinen reichhaltigen Sammlungen stammten. Als ich nun darin nach einem passenden Geschenk für Gilbertine kramte, fiel mir die kleine Brosche in die Hand, von der eben die Rede war. Sie ist ganz aus einem Stück Amethyst hergestellt und enthält — so wurde mir wenigstens versichert, als ich sie kaufte — ein winziges Fläschchen, mit altem, aber sehr gefährlichem Gifte. Wie ich dazu kam, sie mit den anderen wertvollen und schönen Gegenständen zusammenzupacken, die ich als Geschenke für sie ausgelesen hatte, weiß ich nicht. Tatsache ist, daß sie darunter war. Ta ich dachte, die Damen würden au dem kunstvollen Ding Freude haben, trug ich es in die Bibliothek, um es ihnen zu zeigen. In einer unglückseligen Stunde kamen denn auch drei oder vier von ihnen, um es zu besichtigen. Dies geschah, während ihr jungen Leute im Billardzimmer wäret. So konnten denn die Damen in aller Muße das kleine Amethystherzc,..^ y besichtigen, das in der Tat einer aufmerksamen Betrachtung wert ist. Ich hatte es auf meiner Handfläche liegen; das violette Licht, das von dem Kleinod ausging, zog das Auge meiner Zuhörerinnen an; eine bemerkte, daß der durchsichtige Kristall in seinem Innern etwas beherbergte und fragte darnach. Die Frage war so selbstverständlich, daß es mir nicht einfiel, ihr auszuweichen. Außerdem habe ich meine Freude am gruseligen Entzücken der Frauen über das Wunderbare. Ich erwartete indes nicht mehr als staunende Augen und gerötete Wangen, als ich die Frage durch einen Druck auf die kleine Feder beantwortete, die sich in der Filigranarbeit, mit der der Edelstein eingefaßt ist, befindet. ?lls- bald sprang der niedliche Deckel auf und ließ ein kleines Amethystslüschchen erblicken, das so winzige Dimensionen besitzt, daß das übliche Erstaunen seiner Enthüllung folgte. Sie sehen, rief ich, es dient als Behälter für das da!" ~ Und indem ich das Ding in meiner Hand nahe am Gasleuchter hin-,und herbewegte, konnten sie den einzigen Tropfen der darin befindlichen Flüssigkeit gewahr werden. Gift! erklärte ich mit 'charfer Betonung. Dies Kleinod hat vielleicht den Busen :iner Borgia geschmückt, oder am Armband einer großen .enetianischen Dame geblitzt, als sie ihren Facher zwischen ihrem eigenen verbitterten Herzen und dem Gegenstand ihres Hasses oder ihrer Eifersucht kunstvoll hin- und herbewegte. Anfänglich hatte ich in sachlichem Tone gesprochen; aber den Rest zerstreut und aufs Geratewohl. Denn als ich das Wort „Gift" aus sprach, hatte ich hinter mir einen halb unterdrückten Schrei vernommen, der zwar schwach genug gewesen war, einem weniger schärfen Ohr, als ich eines besitze, zu entgehen, aber doch eine erstaunliche, wenn auch unwillkürlich geäußerte Note von solcher Leidenschaft enthielt, daß mein Herz sich mit Entsetzen füllte. Ich stand da und starrte verwirrt auf das angsterregende Ding, das mir verraten hatte, daß — nun was? Das möchte ich nun fragen, erst mich selbst, dann dich. Denn die zwei Frauen, die sich hinter mir befanden, waren — Wer? unterbrach ich ihn scharf, da ich, ohne mir iiber den Grund dafür klar zu sein, seine Aufregung und Bestürzung zu teilen begann. Gilbertine Murray und Dorothea Camerden! Seine Braut und das Mädchen, das ich liebte, wie auch er wußte, wenngleich ich mein Geheimnis mit Erfolg sonst vor jedermann behütet Hatte! Den Blick, den wir miteinander austauschten, wird keiner von uns je vergessen. Beschreibe mir den Ausruf genauer, sagte ich nunmehr. Das ist mir nicht möglich, erwiderte er, ich kann dir nur meinen Eindruck davon mitteilen. Du hast, wie ich, an mehr als einem Scharmützel im Kriege auf Cuba teil- genommen. Erinnerst du dich noch an den Schrei, den Verwundete ausstoßen, wenn sie plötzlich einen Becher kühlen Wassers zu trinken erhalten, nach dem sie stundenlang geschmachtet haben? So klang der Laut, mit all seinen charakteristischen Eigenschaften, den eines der beiden Mädchen ausstieß, als es mir über die Schulter blickte. Bist du fähig, diese niederschmetternde, unerhörte Tatsache zu verstehen? Weißt du, welcher der beiden der Ruf entfuhr? Kannst du dir denken, welcher Art der Kummer ist, der diese scheinbar so glücklichen und unschuldigen Mädchen ein bedenkliches Universalmittel unwillkürlich mit anfivallcnder Befriedigung begrüßen läßt? Du würdest mir am Abend vor meiner" Hochzeit eine große Befürchtung vom Herzen nehmen, wenn du mir das erklären wolltest. Denn wenn dieser Aufschrei verborgenen Jammers von Gilbertine stammte — ’ Heißt das, rief ich in heftiger Abwehr, daß du wirklich im Zweifel darüber bist, welches dieser zwei Mädchen den Schrei ausstieß, der dir solches Entsetzen einjagte? Daß du schlechterdings nicht imstande bist zu sagen, ob es Gilbertine war oder — Dorothea. (Fortsetzung folgt.) Allch ein Verbrecher. Erzählung von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Ihr Mann ist von Beruf Holzbildhauer, und seine früheren Arbeitgeber haben ihm durchweg ein günstiges Zeugnis ausgestellt. Mer er war mehrere Monate hindurch ohne Beschäftigung, weil er erst ein paar Wochen lang krank war, und weil dann die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt sehr ungünstig lagen. Sie.sind dadurch in Ihren Verhältnissen zurückgekommen?" „Ja, Herr Präsident. Eine Zeitlang konnte ich ja mit Nähen etwas verdienen, lute dann aber unser Kindchen so sehr krank wurde, hörte auch das auf. Und die Not wurde mit jedem Tage größer. Weil er in seinem Berufe keine Beschäftigung finden konnte, hat mein Mann jede Arbeit angenommen, die ihm geboten wurde. Wer es fand sich so selten welche, daßnch mehr als einmal kein Mittagessen kochen konnte, und an dem Tage, wo das Schreckliche passiert ist, waren wir ganz verzweifelt, denn wir hatten seit vierundzwanzig Stunden nicht einmal mehr ein Stück Brot ich Hause." , „Ahnten Sie an jeueni Tage, daß Ihr Manu etwas Unrechtes vorhäbe?" * „Rein, Herr Präsident. Ich hatte ihn dann auch ganz gewiß nicht fortgehcn lassen — ich hätte ihm gesagt, daß wir lieber miteinander verhungern oder ins Wasser wringen wollten." „Sic hegen auch keine Vermutung, wer sein Genosse gewesen sein könnte?" Fran Marie verneint, und der Eindruck, den sie auf den Gerichtshof gemacht hat, ist ein so günstiger, daß mau ihr Glauben schenkt. 735 Der Vorsitzende wendet sich wieder dem Angeklagten zN. „9hm, Neinicke — in Gegenwart Ihrer bedauernswerten Frau fordere ich Sie noch einmal auf, uns die ganze Wahrheit zu sagen. Ich wiederhole, daß es Ihre Lage nur verschlechtern kann, wenn Sie dabei verharren, Ihren Mitschuldigen zu schonen." „Ich kann ihn nicht nennen, Herr Präsident. Ich kenne ihn nicht, und ich habe ihn vor jenem Abend nie gesehen." Es ist das erstemal während der Verhandlung, daß er sein starrköpfiges Schweigen aufgibt. Der Anblick seines unglücklichen Weibes, der langentbehrte Klang ihrer lieben Stimme hat seinen verzweifelten Trotz gebrochen. Er schämt sich, vor ihren Äugen noch schlechter dazustehen, als er es wirklich ist. „Sie sahen ihn zum ersten Male, und doch zögerten Sie nicht, sich mit ihm zur Begehung eines Verbrechens zu verbinden?" „Ich weih heute selber kaum noch, wie es geschehen konnte, Herr Präsident. Ich war wieder vergebens im Arbeitsamt gewesen, und als ich aus dem überfüllten Raum auf Ibic Straße trat, wurde mir vor Hunger und Verzweiflung sehr schlecht. Jcksimußte mich auf eine Ladentreppe setzen. Und da gesellte sich her Mann zu mir. Erst ließ er mich einen Schluck Branntwein aus seiner Flasche trinken, und wie er dann hörte, daß ich seit zwei Tagen nichts gegessen hätte, nahm er mich mit in eine Kneipe, wo er mir Speisen und Getränke geben ließ. Und dann — dann versprach er mir hundert Mark, wenn ich in der Macht mit ihm ginge und Posten stünde. Ich habe mich lange dagegen gesträubt, Herr Präsident. Aber als ich daran dachte, was aus meiner Frau und aus meinem armen Kinde werden sollte, ivenn ich wieder mit leeren Händen zurückkäme, da gab ich nach.", „Sie wollen also den Namen des Mannes nicht kennen. Aber Sie io erben uns doch wenigstens eine Beschreibung von ihm machen können?" „Ich weiß eigentlich nur, daß er einen großen schwarzen Bart hatte." „Und was geschah nun weiter?" „Wir blieben bis gegen Mitternacht in der Kneipe, bann brachen wir aus. In einem Torweg mußte ich meine Stiefel zurücklassen und ein Paar leichte Schuhe anziehen, die et in der Tasche gehabt hatte. Er führte mich in die Westvorstadt, und wir kletterten über das'Gartengitter der Villa." „Sie sagen, daß Ihr Genosse Sie nur zUm Postenstehen angeworben habe. Aber das ist doch wohl nicht die ganze Wahrheit, denn Sie werden nicht leugnen wollen, bafei Sie es waren, der die Gouvernante chloroformiert hat?" „Nein, Herr Präsident, das habe ich nicht getan." Der Präsident fordert die Zeugin auf, an den Richter tisch heranzutreten, und hält ihr ein weißes Tuch entgegen. „Erkennen Sie dieses Taschentuch, Frau Reinickc?" ,^Ja. Es gehört meinem Mann." „Was sagen Sie dazu, Angeklagter? Wollen Sie äuch jetzt noch bestreiten, die Betäubung aiisgesührt zu haben? Denn dieses Tuch ist es doch gewesen, das dazu gedient hat. Und außerdem ist dieses leere Chlorosorinslüschchen bei Ihnen gesunden worden." Paul Neinicke schweigt. Er fühlt, daß sich alles 'gegen ihn verschworen hat, und es entsinkt ihm wieder der Mut, einen hoffnungslosen Kampf gegen das Schicksal zu führen. Da erhebt sich von der Zeugenbank ein junges Mädchen mit fahtblondem, glatt über die Schläfen zurückgestrichenem Haar. -,Wenn ich noch etwas sagen dürfte — " Der Vorsitzende fordert sic aus, vorzutreten. „Haben Sie Ihrer vorigen Aussage noch etwas hiiizuzusügen, Fräulein Artuer?" „Ja. Ich weife es jetzt ganz bestimmt, daß es nicht der Mann dort gewesen ist, der mich gewürgt und betäubt hat." Allgemeines Erstaunen. Der Vorsitzende schüttelt den Kopf. „Sie wissen es bestimmt? Und noch vor einer halben Stunde erklärten Sie, Sie hätetn innerhalb der kurzen Zeitspanne, die zwischen Ihrem Erwachen und dem Eintritt der Narkose.gelegen, das Gesicht des Angreifers überhaupt nicht gesehen?" „Sein Gesicht nicht, Herr Präsident, wohl aber seine Hände. Und es waren nicht die Hände dieses Mannes, sondern große, plumpe, behaarte Fäuste. Ich werde sie nie in meinem Leben - vergessen." „Und warum sind Sie nicht früher auf dieses Erkennungszeichen verfallen?"' „Weil der Angeklagte vor einigen Minuten zUm ersten Male seine Hände auf die Schranke gelegt Hat. , Vorher konnte sch sie nicht sehen." > „Es ist also Ihre feste Ueberzengung, daß. ein anderer als der Angeklagte Sie betäubt hat? Sie nehmen das auf Ihren Eid?" „Ja, Herr Präsident." „Wenn die Zeugin sich da nicht in einem Irrtum befindet, wie können Sie es uns dann erklären, Neinicke, daß. sich das Tuch Nnd das Chloroformfläschchen in den Taschen Ihrer Kleider vor- sanden?" Jetzt erzählte er der Wahrheit gemäss, wie es damit zugegangen ist. Er berichtete, Ivie der andere auch das Kind hatte betäuben wollen, und wie er ihn gezwungen hat, ühm .das Taschentuch und das Chloroform herauszugeben. Seine schlichte Darstellung trägt das Gepräge der Aufrichtigkeit, und ein paar Zwischensragen des Staatsanwalts, die darauf berechnet scheinen, ihn in Widerspräche zu verwickeln, beantwortet er, ohne zu zaudern, mit derselben ruhigen Sichen» -!~ Am Richtertisch gibt es zwischen dem Verhandlungsleiter und seinen Beisitzern ein kurzes Geflüster, dann darf die Zeugin Artner sich wieder setzen, und der Präsident fährt in der unterbrochenen! Vernehmung fort. „Sie erwähnten vorhin einer Krankheit Ihres Kindes, Fran Neinicke. Was hat ihm denn gefehlt?" „Es litt an einem sehr schweren Keuchhusten, Herr Präsident. Viele Wochen lang wollte feilt Mittel helfen." „Nun sehen Sie mir einmal gerade ins Gesicht, liebe Frau, und werfen Sie keinen Blick zu Ihrem Manu hinüber. Wär unter den Linderungsmitteln, die Sie gegen die Krankheit Ihres Kindes in Anwendung brachten, vielleicht auch eines, das nicht in einer Arznei, sondern in einem bestimmten Handgriff bestand?" Die Frau ist sichtlich erstaunt über die Frage, die ihr außer allem Zusammenhang scheint mit dem, was hier in Rede steht, aber sie besinnt sich trotzdem keinen Augenblick auf die Antwort. „Jawohl. Es war das einzige, was unserem Hänschen währeich des Anfalles Erleichterung schaffte. Man mußte ihm mit dem Zeigefinger hinter die unteren Vorderzähnchen greifen und den Unterkiefer nach vorn und nach unten ziehen, während man den Kopf etwas zurückbog. Dann ging die schreckliche Erstickungsnot immer schnell vorüber." Wieder geht eine starke Bewegung durch den Saal, diesmal ist es aber nicht, wie vorhin, eine Regung der Heiterkeit. Auch die Herren am Richtertische wechseln einige halblaute Worte. Der Vorsitzende fragt weiter: „Ich habe von dieser Manipulation nie zuvor gehört. Wer hat Ihnen dieselbe empfohlen?" „Eine alte Frau in unserem Haufe. Sie war lange Wirtschafterin bei einem Arzt und kannte viele solche Mittel." „Wir werden diese Frauen vorladen. Wie heißt sie?" „Sie hieß. Dorette Schulz. Aber vorladen können Sie sie nicht mehr, Herr Präsident. „Sie ist schon vor ungefähr einem halben Jahre gestorben." „Können Sie vielleicht sonst jemand namhaft machen, der uns aus eigener Anschauung bezeugen könnte, daß. Ihr Mann den von Ihnen erwähnten Handgriff öfter und mit Erfolg an Ihrem Kinde vorgenoimnen hat?" Frau Neinicke denkt ein wenig nach. Dann schüttelt sie den Kopf. „Nein, Herr Präsident — mein Mann und ich waren doch beinahe immer allein." Eine Minute lang ist es ganz still im Gerichtssaal. Dann erklingt aus dem Zuhörerraum ein Räuspern und gleich darauf eine etwas gepreßte Stimme: „Ich melde mich als Zeuge." Aller Blicke richteten sich auf beit großen, breitschultrigeij Mann, der bis hart an die trennenden Schranken vorgetreten ist. „Führen Sie den Mann vor, der da soeben gesprochen hat," befiehlt der Vorsitzende dem Gerichtsdiener. Und unter allgemeiner Spannung tritt der Unbekannte neben die Zeugin, die freundlich und mit einem leichten Kopfnicken zu ihm aufblickt. „Wer sind Sie? Und was wollen Sie aussagen?" „Ich heiße Robert Jrmisch und wohne seit mehr als einem halben Jahre bei dem Ehepaar Neinicke. Ich kann bezeugen, daß es buchstäblich wahr ist, was vorhin der Angeklagte und was feine Frau über beit bewußten Handgriff wie über feine Wirkung gesagt haben." „Sie würden bereit sein, das zu beschwören?" „Ohne weiteres." Der Vorsitzende wendet sich gegen den bleichen Mann hinter den Schranken. „9hm, Angeklagter, danach könnte es ja in der Tat beit Anschein gewinnen, als ob Sie uns in diesem Punkte die Wahrheit gesagt hätten. Sie wollen also, anstatt gleich Ihrem Genossen die Flucht zu ergreifen, au8 keinem anbereit Grunde in dem Zimmer zurückgeblieben sein, als um den von einem heftigen Keuchhustenanfall ergriffenen Kinde Beistand zu leisten?" „Ans keinem anderen Grunde, Herr Präsident." „Obwohl Sie das Bewußtsein hatten, sich damit einer großen Gefahr auszusetzen?" „Ich konnte nicht anders. Das Herz drehte sich mir um', als ich sah, wie sich der arme Kleine quälte. Er wäre sicher erstickt. Und die Gouvernante konnte ihm doch nicht helfen. Ich dachte an meinen eigenen kleinen Jungen, Herr Präsident - intS da mußte ich hinein. Es war mir in dem Augenblick ganz einerlei, was daraus entstehen würde." Totenstille liegt über dem Saale. Hinten nur aus dem Zuhörerraum hört man ein halb unterdrücktes Schluchzen, und die Stimme des Vorsitzenden, die bisher so klar und so sicher war, klingt eigentümlich verschleiert, als er nach einer kurzen Pause sagt: „Der Säbelhieb, beit Sie von dem Vater des Kindes empfingen, wäre bann allerdings ein recht übler Dank gewesen. —• Wollen Sie noch einmal vortreten, Herr Äeuenberg? Halten Sie es für möglich, daß die Darstellung des Angeklagten der Wahrheit entspricht?" Aber der Ausgerufene tritt nicht an den Zeugentisch, sondern an die Anklagebank heran und streckt dem verbundenen Mann über die Schranke hinweg seine Hand entgegen. „Verzeihen Sie mir! Und so wahr mir Gott helfe, ich will Sie sschadlos halten für diesen Schlag, beit Sie so wenig verdient hatten." Der Vorsitzende macht den Zeugen zuerst darauf aufmerksam, daß jetzt nicht die rechte Zeit für derartige Privatunterhaltungen sei, und wendet sich dann an den Staatsanwalt, um seine Meinung über eilte etwaige Vereidigung des Zeugen Jrmisch zu 736 hören. Der öffentliche Ankläger hat nichts dagegen einz'uwenden. Der Zeuge spricht mit fester Stimme die Eidesformel nach. Als Fran Marie sich dann neben ihm auf der Zeugenbank niederlaßt, drückt sie ihm verstohlen die Hand. Sie weiß, daß keiner von all den Freundschaftsdiensten, die er ihr bisher geleistet, ihm so ferner gefallen ist wie dieser. Und Nm seiner seht bewiesenen Selbstlosigkeit willen verzeiht sie ihm von Herzen, was er vorhin in der Droschke zu ihr gesprochen. — — Das Ptaidoyer des Staatsanwaltes ist nicht lang, wird die Beratung des Gerichtshofes währt kaum mehr als fünf Minuten. Weiß wie ein Linnen, aber in aufrechter Haltung vernimmt der Angeklagte das Urteil. Er ist darauf gefaßt, für mehrere Jahre ins Zuchthaus geschickt zu werden, und er glaubt sich verhört zu haben, als es an sein Ohr schlägt: --unter Zubilligung mildernder Umstände in eine Gefängnisstrafe von vier Monaten zu verurteilen sei, auf welche drei Monate der erlittenen Unter» suchungshaft in Anrechnung gebracht werden sollen." Ein paar Beifallsrufe, die. der Vorsitzende energisch rügt, werden ans dern Zuhörerraum vernehmlich. Dann entleert sich unter großer Unruhe der Saal. Der Vorsitzende icO-cr winkt die Frau des Verurteilten zu sich heran: „Fassen Sie Mut, liebe Frau! Sie haben jetzt keine Ursache mehr, zu verzweifeln, denn in wenigen Wochen wird Ihr Mann Ihnen zurückgegeben sein. Und wenn Sie jetzt ein paar Worte mit ihm sprechen wollen, so hat ber Herr Staatsanwalt sicherlich nichts dagegen einzuwenden. Sie sprechen nicht viel miteinander, aber sie halten sich minutenlang schluchzend 'umschlungen. Dann muß Frau Marie ihren Gatten endlich fteigeben und ebenfalls den Saal verlassen. Draußen auf dem Gange sieht sie sich von dem stattlichen Herrn angehalten, dessen Gesicht ihr vorhin so viel Furcht eingeflößt hat. Geben Sie mir Ihre Adresse, liebe Frau, denn ich werde noch heute zst Ihnen kommen, um wegen Ihrer und Ihres Mannes Zukunft einiges mit Ihnen zu besprechen. Und weinen Sie nicht. Hier meine Hand darauf, ich will Ihnen rechtschaffen beistehen, über diese Prüfung hinwegzUkommeir." Wie im Traume geht sie nach Haus. Und als sie daheim ihr Hänschen in die Arme schließt, da flüstert sie dem verständnislosen Kinde ins Ohr, daß es sich niemals feines Vaters schämen dürfe, und wenn auch alle Welt ihm sagt, haß er ein Verbrecher^ gewesen sei. Vermischtes. * Randbemerkungen zu E. Challiers Kapitel über „Musikalische Volksbibliotheken". (Im Gieß. Anz. vom 7. Nov.) Gegen die Behauptung, daß die „Musikalischen Volksbibliotheken" Luftschlösser seien und keinerlei Zweck Hütten, möchten wir Einspruch erheben. Erstens sind die Bibliotheken keine Luftschlösser, sintemalen solche mir in der Ein- bildungs- und Traumwelt bestehen: die Bibliotheken dagegen realiter vorhanden sind. Zweitens haben sie einen „Zweck", nämlich dem Unbemittelten Noten zu dessen persönlichem Genuß und zu seiner 'Orientierung in der Literatur zu verschaffen. Dies ist die den Bibliotheken zu Grunde liegende Idee. Der ungemein dogmatisch gehaltene Aufsatz wendet sich gegen die Art der Schaffung einer solchen Institution, wie sie Dr. Marsop vorschlug. Challier spricht von „zusammengebettelten" und „ertrotzten" Noten. Die Aufforderung zur Beisteuerung schließt je nach der individuellen Auffassung ein Gefühl des Zwanges ein oder nicht. Der Einwurf, daß die Noterr durch den häufigen Gebrauch stark abgenutzt werden, spricht nicht gegen die Institution: Micher werden durch Gebrauch bekanntlich auch nicht besser. Die Frage, wo denn all „die Vorräte der Verschenklit-eratur" Herkommen sollen, ist müßig im Hinblick auf die bereits bestehenden Bibliotheken. Ferner handelt es sich darum, daß viele sich auf diesem billigen Wege orientieren möchten, z. B. in der Opern- literatnr. Die Klavierauszüge sind nicht für 10 und 20 Pfg. zu haben: gar Manche (!) empfehlen sich wohl nicht überdies zur Anschaffung. Der unvornetzme Ausdruck „Schmarotzer" als Sam- tnelbegriff für das Gros der Entleiher muß zurückgewiesen werden. Gute Musik ist doch teuer, (wenn dies auch nach Challier eine grobe Unwahrheit ist!), iuerfen wir nur mal einen Blick auf die Preise der zeitgenössischen Kammermusik. Das Resümee des Aufsatzes ist, ergo find Musikalische Volks'biblivtheken unnötig; denn — es bleiben höchstens „noch einige hundert ganz mittellose Musikfreunde übrig"! Für „die armen Teufel" hat Challier nur — ein lebhaftes Bedauern. Danken wir doch Dr. Marsop für seine tatkräftigen, selbstlosen Anregungen, die eines Idealisten tvürdig sind und der „realistischen Würdigung" nicht bedürfen. — Diese gemeinnützigen Anstalten bedürfen noch sehr der breiteren Ausgestaltung. Z. B. ist eine Musikalische Volksbibliothek in Blindenschrift eine Förderung unserer an Humanitären Bestrebungen so reichen Zeit. Hans Mack. — W e g m i t d e m „L a n d s ch a f t l i ch h e r v o r r a g e n d"! Wir entnehmen diese weitblickende Mahnung eines der ersten Führer der Heimatschutzbewegung, Ferdinand Avenarius, dem ersten November-Heft des Kunstwarts und Kulturwarts (Halbmonatschau für Ausdruckskultur auf allen Lebensgebieten, Verlag Georg D. W. Callweh in München), Und möchten mit der Veröffentlichung dieses Artikels dazu beitragen, daß das betreffende Gesetz die Aenderung erfährt, die im Sinne eines wirklichen Landschaftsschutzes dringend notwendig ist. Als das Gesetz zum Schutz des landschaftlichen Bildes gegen Reklamen usw. zur Beratung stand, habe ich dringend davor gewarnt, den Begriff „landschaftlich hervorragend" hier einzusetzen. Erstens, weil wir heutzutage die Landschaften überhaupt nicht mehr nach erst- und zweitklassig unterscheiden, sondern uns bemühen, die besonders Schönheit jeder einzelnen zu genießen, zweitens, weil man jede Heimatpslege dadurch auf den Kopf stellt, daß man sagt: ihr habt an Schönheit sowieso wenig, da braucht euch das bißchen nicht erst geschützt zu toerben. Meine Warnung half nichts, die Bestimmung kam ins Gesetz. Aber die Regierungspräsidenten waren gottlob weitherzig, sie erklärten „ihre" Gegenden für landschaftlich hervorragend schön, also schutzfähig, und die Gerichte lehnten es bisher ab, nachzuprüfen, ob die Gegend denn wirklich hervorragend schön sei, genug, wenn der Beweis vorlag, die Reklame verunziere sie. „Die Rechtsprechung", schreibt das „Berliner Tageblatt", „war im Begriff, in der Praxis zu einer Erdrosselung aller Außenreklame zu führen." Entsetzlich, die erdrosselte Außenreklame! Leider, meinen toir, kommt es dazu Wohl nicht, denn das preußische Kammergericht hat jetzt anerkannt: daß die Frage, ob die Gegend eine landschaftlich hervorragende fei, entgegen der bisherigen Uebung der Prüfung des Richters unterliegen müsse. Daß sich bas juristisch anfechten ließe, glaube ich nicht, denn es ist logisch und der Fehler liegt im Gesetz. Eben deshalb muß er aus dem Gesetz heraus. Wenn wir unsre lieben Tiefebenen und überhaupt alle Heimatgaue, die nicht als „hervorragend" zu bezeichnen sind, vor den Widerlichkeiten der Außen- reklame schützen wollen, so ist unbedingt nötig, daß Regierung und Parlament so schnell wie mir möglich die Erweiterung des bestehenden Schutzes auf alle Gaue durchsetzen. kf. W i e viel soll unsere Kleidung wiegen? Tie kürzlich ans der englischen Konferenz für plastische Erziehung auf- aestellle Behauptung des Dr. James Cantlie, daß auf seden „stone4 (ettu« 12‘/ä Pfund unseres Gewichts ein Pfund Kleidung eustallen müsse, hat in England zu lebhaften Erörterungen geführt In der »Dailp Mail" ergreift zu dieser Frage ein bekannter englischer Arzt das Wort. Er bezeichnet die Forderungen des Dr. Cantlie als übertrieben, und nimmt zum mindesten an, daß dieser einen in erheblichen Källeregionen lebenden Menschen als Beispiel für seine Bekleidungsforderungen genommen hat. In unserer gemäßigten Zone würde sich ein derart gekleideier Menieh auf gut deutsch gesagt totschwitzen. Der Londoner Arzt stellt als Durchschnittsgewichte für die einzelnen Kleidungsstücke des Mannes folgende Tabelle auf: Unterkleidung und Strümpfe sollen etivo i Pfund wiegen; auf Hemd, Kragen und Krawatte sollen ■% Pfund kommen; das Gewicht des Anzuges soll etwa Pfund betragen und die Schuhe sollen nicht mehr als 1V9 Pfund wiegen. Insgesamt würde das etwa 8X Pfund ansmacheii. Weiter behauvtet der Londoner tlrzt, daß die Kleidung eines Aiannes von feinem Körpergewicht völlig unabhängig sein könnte. Beileibe dürfe man nicht annehmeii, daß sie um so schwerer sein müsse, je höher das Körpergewicht sei. Eher sei der entgegengesetzte Fall möglich. In der meiblühen Kleidung ist es noch schwieriger, Normen aiüzuslellen. Beispielsweise in es erwiesen, daß trotz der außerordentlich leichten Kleidung der Frmi, die gegenwärtig Diode ist, diese bedeutend gesunder ist, als in den alten Zeiten, wo sie beispielsweise unter einem halben Dutzend Unterröcke sich nicht auf die Straße wagte. * Stoßseufzer. „Warum machst du denn immer so ein unglückliches Gesicht?" — „Ach, denke nur: In Schweinfurt bin ich geboren. — Kam nach Schafstädt in die Lehre, — ochse wie ein Pferd — und stets nennt mich mein Chef einen —■ Esel. — Und da soll ich nicht verzweifeln?" Skat-Aufgabe. Mittelhand sagt mit folgender Karte Grand aut Das Spiel geht verloren? Wie saßen die Karten der Gegner und wie wurde gespielt? Auflösung in nächster Nummer. 4> * Auflösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nummer» Jugend, Rausch und Liebe sind Gleich drei schönen Frühlingstagen; Statt um ihre Flucht zu klagen, Herz, genieße sie geschwind l Rückert. Redaktion: K. Neurath, — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen»