lüontag, Seit 25. September ♦f* « s EW°W Die Dame im Pelz. Roman von G. W. App le ton. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Es unterlag nun keinem Zweifel, daß die schöne Unbekannte von London herausgekommen war, um mich zu besuchen. Die Situation war dadurch noch fataler für mich, Und ich wußte nicht, was ich dazu sagen sollte. Helen bemerkte meine Erregung und rief: Was hast du denn, du machst ja 'n ganz merkwürdiges Gesicht. Hast du einen Namen und eine Adresse gefunden? Statt aller Antwort reichte ich ihr einfach das Papierfetzchen hin, worauf sie ebenso verwundert dreinschaute wie ich selbst. Um Gottes willen! Was soll das alles bedeuten? rief sie. Ich schüttelte verblüfft den Kopf, nahm ihr ganz mechanisch das Stückchen Papier wieder ab und zeigte es der Unbekannten. Ist das die Person, die Sie aufsucheu wollten? Sie blickte, offensichtlich bestürzt, auf den Zettel, und ich merkte sofort, daß ihr mein Name, wie alles übrige, gänzlich unbekannt war. Sie las laut: Doktor Edward Williams, Richmond, Surrey und sah mich dann ein. Ich kenne den Namen absolut nicht, antwortete sie. Ich war einfach starr, wie man so sagt. Was sollte ich tun? Was konnte ich tun? Was war ich verpflichtet zu tun? Ich befand mich in arger Verlegenheit. Für den Augenblick war ich ratlos. ' Die Sache wird ernst, Helen, sagte ich zu meiner Schwester. Sehr, erwiderte sie. Was gedenkst du zu tun? ■ Ich weiß ganz und gar nicht, was ich anfangen soll. Zur Polizei gehen — möchte ich auch nicht gern. Bei diesen Worten sprang unsere geheimnisvolle Besucherin plötzlich auf und ergriff meinen Arm. Ein paar dunkle, bittende Augen blickten mich wehmütig an, und leine vor Erregung bebende Stimme flehte mich an: O, nein! Tun Sie das nicht! Haben Sie ein bißchen Geduld mit mir. Bitte, warten Sie noch etwas. Ich kann mich wirklich nicht entsinnen. Es ist mir mit einem Male alles entfallen, aber die Erinnerung wird zurückkehren — sie wird sicher zurückkehren. Sie sehen beide so gut und so lieb aus." Schicken Sie mich nicht weg. Warten Sie wenigstens noch ein wenig. Ich will mir alle Mühe geben Und mich besinnen. Wahrhaftig, ich will es. Sie haben ja meine Börse. Ich will Ihnen nicht zur Last fallen, p, bitte, haben Sie noch ein Weilchen Geduld! Was sollte ich da tun? Ein schönes, junges Mädchen F— sie war höchstens neunzehn — das einen unbeschreiblich vornehmen und seinen Eindruck machte und mich sv inständig um meinen Schutz anflehte, auf die Straße zu setzen, war ausgeschlossen. Man hätte ein Herz von Stein haben müssen, um solchem Zauber und solchen Bitten zu widerstehen. Eine Laune des Schicksals oder der Vorsehung hatte sie hilflos zu mir geführt. Zweifellos war sie nach Richmond gekommen, mich zu besuchen. Vielleicht war der Schleier morgen schon gelüftet; und wie bittere Vorwürfe würde ich mir dann machen, wenn ich sie jetzt den uu- barmherzigen Händen der Polizei überlieferte. Ich- schaute in die bittenden Angen, und mein Entschluß war gefaßt. Helen, sagte ich, wir wollen sie vorläufig bei uns behalten und als unseren Gast betrachten. Meine Schwester war nicht nur ein sehr liebes und gutes Mädchen, sondern der Wunsch ihres Bruders galt ihr auch stets als Befehl. Sie reichte der reizenden Aus-i länderin die Hand und sagte ihr freundlich lächelnd : Also abgemacht. Wir werden Sie jetzt nicht von uns gehen lassen, sondern es Ihnen vielmehr hier so angenehm wie möglich zu machen suchen. Kommen Sie gleich mit mir nach Ihrem Zimmer, damit Sie Ihre Sachen ablegen können. Dann müssen Sie eine Tasse Tee trinken. Bis morgen werden Sie sich schon wieder erholt haben, das glaube ich sicher. Hier haben Sie Ihr Portemonnaie wieder. O, das müssen Sie nehmen! Hier sind Sie unser Gast. Und nun, Ted, fuhr sie zu mir gewendet fort, kannst du, glaub' ich, ruhig weggehen und deine Patienten besuchen. Ich nickte zustimmend, und die beiden Mädchen verließen das Zimmer; unser Besuch warf mir im Gehen noch einen dankbaren Blick zu. Meinen Kranken, fürchte ich, widmete ich an diesem Tage nicht ganz die gewohnte Aufmerksamkeit. Die Gedanken an das wundervolle Wesen, das wie von einem anderen Weltkörper plötzlich in mein Haus gekommen war, meinen Namen im Portemonnaie, das sonderbare Geheimnis, das sie umgab, und ihr noch sonderbarerer Gedächtnisschwund drängten sich hartnäckig an jedem Krankenbett immer wieder von neuem vor. Zu meiner Beruhigung hatte ich keine allzu ernsten Fälle zu behandeln. Da ich es für sehr wahrscheinlich hielt, daß nach einer guten Nachtruhe ihr Erinnerungsvermögen am nächsten Morgen wiedergekehrt sein würde, beschloß ich, die Sache vorläufig mit mir selbst abzumachen. Sollte meine Prognose freilich nicht eintreffen — merkwürdigerweise fühlte ich bei diesem Gedanken durchaus kein Mißbehagen —, so würde mir allerdings nichts anderes übrig bleiben, als meine Tante ins Vertrauen zu ziehen. Als ich mit meiner Visite fertig war, ging ich unverzüglich nach .Hause. Ich fand meinen Gast in prächtiger Stimmung und mit Helen auf bestem Fuße. Ohne Mantel erschien sie mir noch herrlicher als vorher. An ihren Fingern blitzten herrliche Brillanten, und ihre Arme schmückten kostbare Armbänder. Während des Essens war sie lebhaft und heiter und unterhielt sich in einer Weise über Literatur und Kunst, daß ich -ganz erstaunt war und ihre vollständige 594 Vergessenheit aller Dinge, die sie selbst betrafen, noch we I Niger begreifen konnte als am Vormittag. Nach dem Essen I setzte sie sich ans Piano und erregte durch ihr ^usgezeichst I netes Spiel die Bewunderung Helens, ime ^deutlich sehen konnte. Dann bemerkte ich jedoch Zeichen physischer Abspannung in ihren Zügen, so daß ich höflich, aber fest s | aufforderte, zu Bett zu gehen, rn der Hoffnung, daß am nächsten Morgen wieder alles in Ordnung fern wurde. I ' -rch hatte vielleicht eine Stunde allein am Kamrn ge-- I fassen und die merkwürdigen und aufregenden Vorkommnisse des Tages au mir vorüb erzieh en lassen, als srch die I Tür auftat und meine Schwester Helen schreckensbleich zu I mir zurückkehrte. I Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll, sagte sie ei> regt, aber unser Besuch ist ganz eigentümlich. Augenblicklich ist sie zwar wieder etwas ruhiger, aber als ich das Haar I lösen half, fand ich Blutspuren drin. _ . „ I Heiliger Himmel! rief ich. Dann muß ihr cm Un- I qlücksfall zugestoßen sein. Daran hab' ich me gedacht. Ich bin 'n schöner Doktor! Daraus erklärt sich auch ihre I Bewußtlosigkeit und der Verlust des Gedächtnisses 8toct== 1 sellos eine Gehirnerschütterung; und an so was gar nicht zu denken! Wird's nicht das beste sein, ich geh' gleich zu ihr 'nauf? t , | Nein, gab sie zur Antwort, jetzt wurde ich sie lieber nicht stören. Laß sie schlafen. Aber ich muß dir noch was erzählen, und das hat mich hauptsächlich erschreckt. ,vm I ihrem Korsett fand sich dies hier. Damit überreichte mir Heleii einen dicken Brief, dessen Umschlag deutlich meinen Namen trug. Sie sagt, sie wisse nichts davon, fügte meine I Schwester hinzu, und sie könne sich absolut nicht erklären, wie er in ihren Besitz gekommen sei. Die Sache lonimt mir wirklich immer unheimlicher vor. Ich sür meine Person war einfach sprachlos vor neuer Verwunderung, als ich das Kuvert ganz automatisch ans- machte. Dann müssen meine Augen entschieden fast aus ihren Höhlen gesprungen (eilt, als ich sah, daß cs voller I Banknoten steckte. ,, , , Ich nahm sie heraus und zählte sie tote m ement Traume aus den Tisch. Konnte es möglich fern? Ich zählte sie nochmals durch. Ich hatte mich nicht geirrt — sünfzigtausend Dollars! — zehntausend Pfund! Alle Teufel! rief ich, was mag das nun wieder bedeuten? „ , , ., Pst! sagte Helen ängstlich flüsternd; und als ich zu ihr aufblickte, merkte ich, daß sie wie ein Espenlaub zitterte. Pst! Dreh' dich nicht 'rum, bis ich dir's sage. Draußen por'm Fenster — ist ein Männergesicht. Jetzt! rasch! guck! Als ich hinschaute, sah ich ziemlich deutlich, wie das Gesicht verschwand, aber ein Blick hatte mir genügt, um es als dasjenige des Mannes wiederzuerkennen, den rch bei der Verfolgung Emmanuel Garcias auf der Station Euston als letzten hatte in den Zug springen sehen. 3. Kapitel. Der ganze Tag lvär schon überreich gewesen au aufregenden Vorfällen, aber diese letzte Entdeckung war sur meine Nerven doch etwas zu viel, und' ich stehe nicht an, zuzugeben, daß. mxäy noch nie im Leben ein unheimlicheres Gefühl überkommen hat als damals. Helen war aschfahl, während mir dicke Schweißtropfen auf der Stirn standen, als wir uns schweigend und bestürzt ansahen. Bor uns auf dem Tische lag ein Vermögen ausgebreitet — ein Vermögen, das an meine Adresse gerichtet war, und von dem nur der Himmel wußte, woher es kam; und dieser ungeheuerlichen Entdeckung folgte so rasch wie der Donner dem Blitz das unheilverkündende mir wohlbekannte Gesicht am Fenster. , Helen brach zuerst das fürchterliche Schwetgen. Ted, sagte sie, es überläuft mich! kalt. Mas sollen wir tun? ,, m Das mag der Himmel wissen, erwiderte rch. Bor allen Dingen heißt's: Mut gefaßt. Damit ging ich ans Büfett, schenkte mir ein halbes Wasserglas voll reinen Whiskys em und trank ihn aus. Ich. will mir nicht etwa bannt Mut antrinken, sagte ich, aber meine Nerven bedürfen einer Anregung, sollen sie nicht den Dienst versagen. Ich habe noch nie so 'n Schwächegesühl gehabt wie jetzt. _ Nun, vorerst müssen wir das Geld an einen sicheren Ort bringen, und dann will ich 'nausgehen und nachsehen, was aus dem KM geworden ist.. Nm Gottes willen nicht, tu das nicht! rief meine geängstigte Schwester. Das arme Mädchen oben hat schott 'nen Schlag bekommen, der ihr beinahe das Leben gekoster hätte, denn nun durchschau' ich den ganzen Hergang., Es hat jemand gewußt, daß sie Geld bei sich hatte, ist hinter ihr hergeschlichen und hat sie draußen niedergeschlagen und nur, weil Leute hinzukamen, seinen Raub , nicht ausführen können. Siehst du das nicht ein? Mir ist alles, sonnenklar. Begib dich nicht in Gefahr, Ted, bitte, um meinetwillen tu's nicht! . Doch der Whisky hatte ment Blut m Wallung gebracht. Ich war ja schon mal mit dem Kunden fertig! geworden, und so sollte er auch jetzt Nicht ungestraft auf Raub ausgehen. Ich steckte das Geld wieder m den Umschlag und diesen in meine Brusttasche. Hab' mir keine Angst, armes Kind, sagte idj dann. Der . Bursche weiß, daß er gesehen worden ist, und wird sich entschieden davongemacht haben. Außerdem liegt ja Schnee, so daß ich seine Spur leicht verfolgen und feststellen kann, ob er noch in der Nähe ist. Dreh' die Gasflammen hoch, damit ich besser sehen kann. Mit diesen Worten setzte ich den Hut auf und ging hinaus. . Das Eßzimmer lag nach hinten, und ich hatte bald eine Spur gefunden, die nach und von dem Fenster führte, und konnte bei dem Leuchten des Schnees auch ohne schwierig-, ketten erkennen, daß sie wieder zur Gartentür zurucksuhrte. Augenblicklich ist die Luft jedenfalls rein, sagte ich zu mir selbst. Aber der Kerl muß wahrhaftig starke Nerven haben - so kühn um diese Nachtzeit hier 'reinzuspazieren. Ich teilte das Ergebnis meiner Nachforschung gleich Helen mit, aber es beruhigte sie nicht im geringsten. ° Er kann aber wiederkommen, erklärte sie. Ich werde keinen Augenblick schlafen können mit all dem Geld im Haus. Was willst du eigentlich damit anfangen? Gut verwahren, vorläufig, antwortete ich. Was ich dann morgen damit beginne, mag der Himmel wissen. Heute nacht wird es unter meinem Kissen jedenfalls am besten aufgehoben sein. Aber ich. kann bei alledetn meine Unruhe nicht los werden. Ich möchte, Gregory schliefe heute hier. Dann bin ich dir also kein ausreichender Beschützer?, f^ag^as^nicht, Ted. Aber, ich kann mir nicht helfen, ich bin schrecklich nervös und aufgeregt! Kannst du nicht den 3™'B,Sbtb„t,rÄlE ÄU Mu»» fr »« haben? Wie soll ich mich denn darüber ausweifen? Das sag' mir mal! , , .. Natürlich kannst du das nicht, antwortete sie ^n meinem Kopf geht alles wirr durcheinander. Es hat sich I so viel zugetragen in den letzten paar Stunden, daß ich | allmählich ganz abgespannt bin. Und ich habe so böse | Ahnungen. Der Mann am Fenster war fern gewöhnlicher I Dieb. ' Ich sah sie erstaunt an. Du bist ein wunderbares I Mädchen, Helen, sagte ich nach einer Weile; er ist derselbe Mann, von dem ich dir voriges Jahr erzählte — oder | wenigstens einer von seiner Sippe. EHarley Mortimer und ich haben ihm damals, nach dem berühmten Essen un Cafe Royal, aber doch ein Schnippchen geschlagen. Daran hab' ich gleich gedacht, sagte sie; wenn ich auch I nicht weiß, wie ich darauf gekommen bin. Und ebenso Habs I ich ßas Gefühl, daß er auch mit unserem Besuch droben I irgendwie in Beziehung steht — als Feind, nicht als i »VreitTtb I Das glaub' ich ganz sicher, antwortete ich. Aber solange I sie hier ist, befindet sie sich unter meinem Schutz, und es I soll ihr, bei Gott!, niemand ein Leid antun — das schwör' I ich dir! , | Das ist ganz in der Ordnung, versetzte sie, und gehört I sich so — aber in einem mußt du mir heute nacht nachgebeih | das mußt du mir versprechen. . . < ... Erst will ich mal hören, worin das bestellt. Ich wünsche, daß du das Geld irgendwo anders versteckst I als in deinem Schlafzimmer; man verbirgt eine Sache immer da am sichersten, wo sie am wenigsten vermutet tourbt Du beabsichtigst aber, das Geld unter dein Kopfkissen. M I legen — hin? , I Und was meinst ,bu beim, Helen? .!, Gib mir das Machen, antwyrtete sie, I Ach tat ihr pen W,illM * * <-* 595 So, fuhr sie fort", nun geh ans Fenster und Paß aus, bis" W weinen Man ausgeführt habe/ Pflichtschuldig erfüllte ich ihren Wunsch sind hörte sie alsbald am Schreibtisch jherumkramen. Endlich rief sie mich wieder zurück und reichte mir das sorgfältig zugesiegelte Kuvert, i Nun kannst du es wieder an dich siehm'en unb: unter! dein Kissen legen; es' enthält weiter nichts als Löschpapier. Das Geld habe ich hier in einen Umschlag von mir gepackt, den ich jetzt gleich zwischen die anderen Briefschaften hinter den Spiegel stecken werde. Der größeren Sicherheit wegen kannst du währenddessen das Licht ausdrehen. Ich tat das, und als ich das Gas wieder angezündct hätte und nach dem' Spiegel schaute, hatte ich selbst auch! das beruhigende Gefühl, daß in dem Papierwust dort niemand ein Vermögen suchen könnte. Ich gab! ihr das offen zu, und dann trennten wir uns, um schlafen zu gehen. ' " (Fortsetzung folgt.) . Wenn Mauen etwas genau wissen. Humoreske von Freiherr von Schlich t. Die Brille meiner Frau war weg — fort — spurlos von der Erdoberfläche verschwunden, und dabei war sie gestern noch dagewesen! Das wußte meine Frau ganz genau, ja, sie wußte sogar ganz genau, wo die Brille gestern noch gelegen hätte: In dem Schlafzimmer, in dem runden, blauen StrohUähkorb, der auf dem kleinen Tisch zu 'Füßen des Bettes stand. 1 Dort hätte die Brille gestern nachmittag noch gelegen, ja, stoch mehr, meine Frau hatte sie selbst dorthin gelegt, eigenhändig, oder wie man bei Hofe sagt, höchsteigenhändig. Meine Frau erinnerte sich aufs genaueste aller Einzelheiten. Es. handelte sich um eine neue Brille, die sie sich erst gestern nachmittag von den: Optiker geholt hatte. Dann war sie mit der Brille in der Tasche zur Stadt gegangen, um dort noch ein paar Besorgungen Zu machen, zuerst bei dem Juwelier, .dann in einem Weißwaren- geschäft, dann bei der Putzmacherin, dann noch hier und dort, und zum Schluß hatte sie eine Bekannte besucht. Von dort war sie direkt nach Hause gegangen, Hatte unten in dem Garderoben- tzimmer Mantel und Hut abgelegt und dann ihr Schlafziminer ausgesucht, um sich ein paar leichte Schuhe anzuziehen. Bevor sie das aber tat, hätte sie die neue Brille in den Nähkorb gelegt. Weine Frau wußte das ganz genau, es gab keinen Eid, den sie darauf nicht schwören konnte, sie wußte es genau, daß es eine! Beleidigung war, auch nur eine Sekunde daran zu zweifeln, jdaß sie es nicht genau wußte--aber trotzdem, die Brille war nicht da, und doch hatte sie meine Frau selbst in den Korb' gelegt. Wo war die Brille? Ob sie wollte oder nicht, sie mußte in dem Handarbeitskorb liegen, und so stülpte meine Frau bennj immer diesen von neuem um. Es fiel so vieles aus dem Korb heraus, so vieles, das gar nicht in ihn hineingehörte, nur die .Brille nicht. i Wo war die? , Meine Frau suchte in dem Nähkorb, aber als ich dann endlich zu ihr in das Schlafzimmer trat, um mit ihr zu "suchen, stand sie nicht mehr vor dem Korb, sondern vor einem endlos breiten/ dreiteiligen Schrank. Jeder dieser drei Schränke hätte acht Bordbretter. Jedes Bordbrett war durch senkrechte Seitenwände in drei Fächer abgeteilt, so daß der Schrank im ganzen 72 Fächer enthielt. Jedes dieser Fächer war bis zum Rand vollgepfropft, und vor diesen 72 vollgepfropften Fächern stand meine Frau und suchte nach der Brille. ,, ' Mich packte das Entsetzen: „Um Gotteswillen, bat ich, „du wirst doch "nicht etwa diesen ganzen Schrank auskramen wollen? Dann dauert es ja mindestens vier Wochen, bis dein "Zimmer wieder in Ordnung ist, und vor allen Dingen ist es ja "ganz zwecklos, die Brille hier zu suchen, denn wenn du ganz genau weißt, daß du sie in den Korb legtest, dann kann sie doch nicht plötzlich in einem dieser Fächer sein." Meine Frau fing aus Nervosität beinahe an zu weinen: 7,Wer irgendwo m u ß t e sie doch sein. Daß. ich sie in den Korb gelegt habe, weiß, ich genau, aber vielleicht habe ich sie hinterher wieder herausgenomm'en und mit anderen Sachen hier in diesen Schrank gelegt. Ich halte das allerdings selbst für ganz ausgeschlossen, aber ich habe trotzdem keine Ruhe, ich muß. suchen." Und meine Frau suchte. ' Wenn ein Mann sucht, findet er ganz gewiß gar nichts, wenn aber eine Frau sucht, findet sie alles mögliche, nur nicht Has, was sie sucht. . So dauerte es denn auch gar nicht lange, bis meine sirau vollbeladen wie ein Weihnachtsmann zu mir rn das Zimmer trat: „Sieh nur, was ich hier alles noch ganz zufällig Entdeckt habe, viele Sachen, von denen ich überhaupt gar nicht wußte, daß Alles, was meine Frau bisher gefunden hätte, breitete sie ttüf meinem Schreibtisch vor mir aus, so daß es auf dem aussah, Wie in einem orientalischen Basar, Natürlich hätte ich keine. Ahnung/ was ich mit all den Sachen anfangen sollte, bis meine Frau dann plötzlich und unvermittelt sagte: „Weißt du, ich habe es mir eben überlegt, hat alles so lange in dem Schrank gelegen, kann cs auch ruhig noch weiter liegen." Und alles wieder zusammenraffend, eilte sie von dannen, um weiter nach der Brille zu suchen. ' ■ Sie stürzte sich plötzlich auf den Leinenschrank und begann! darin zu suchen. Es ist eine Eigentümlichkeit' aller Frauen, daß sie die Zähl- wut bekommen, sobald sie vor denr geöffneten Wäscheschrank stehen. Ob eine Frau will oder nicht, sie muß zählen, zuerst die Servietten, dann die Tischtücher, die großen Und die kleinen.! Dann die Handtücher, die Küchenwäsche, die Leibwäsche, die zählt in einem fort, und sie müßte keine Frau sein, wenn sie sich nicht vErzählte. Das! aber gibt keine Frau zu, und anstatt zusagen: „Ich habe mich eben bei den Servietten um vierzehn Stück verzählt," fehlen die plötzlich. Und so dauerte es denn auch gar nicht lange, bis meine Frau ganz erregt zu mir in das Zimmer trat: „Denke dir nur, es ist gar nicht zu glauben,, der Schrecken ist mir derartig "in die Beine gefahren, daß meine Hände zittern, denk dir nur, von den neuen runden Tischtüchern/ die wir erst kürzlich angeschafft haben, fehlen heute schon vier Stück." 7,Die werden in der Wäsche sein," Versuchte ich sie zu beruhigen. Aber sie widersprach!: „In der Wäsche sind nur zwei, vier fehlen, das wären sechs, und achtzehn liegen im Schrank." „Nein, 'zweiundzwanzig," widersprach ich. Meine Frau sah! mich ganz' groß an: „Aber ich habe sie doch gezählt, und ich' werde .doch wohl noch bis. achtzehn zählen können." „Aber vielleicht nicht bis zweiundzwanzig", warf ich ein". Ganz beleidigt lief meine Fran hinaus, und als sie denn nach einer halben Stunde wiederkam, fehlten ihr sechs Taghemden/ genau ein halbes. Dutzend. Sechzig Stück müßten noch da fein,- statt dessen waren es nur vierundzwanzig. Wo konnten die übrigen sein? . „Vielleicht 'da, wo die fehlenden Tischtücher sind", warf ich ein. Meine Frau machte ein ganz glückliches Gesicht: Meinst du wirklich, daß ich mich auch da verzählt habe?" Und dann setzte sie hinzu: „Ein Wunder wäre es ja eigentlich nicht, ich habe von alledem so entsetzlich viel, allein sechs! Dutzend Taghemden, wer kann denn da auch bis 72 zählen, da muß man sich ja verzählen." Meine Frau schluchzte herzzerbrechend, dann meinte sie plötzlich: „Glaubst du vielleicht, daß die Brille in bem Stiefel- schrank liegt?" „Wie sollte sie wohl dahin kommen?" fragte ich ganz Verwundert. „ . ~., Meine Frau strich sich über die Stirn: „Ich weiß es,auch nicht. Ich weiß überhaupt nichts mehr, mein armer Kopf tut mir schon weh, daß. ich gar nicht mehr denken kann. Aber irgendwo muß die Brille doch sein, denn ich weiß es ganz genau, daß ich sie gestern in den Kandarbcitskorb legte." Tann liegt sie aber doch "keinesfalls im Stiefelschrank", widersprach ich, „ebenso gut könntest du doch unten im Küchenschrank nachsehen." Und ehe ich cs verhindern konnte, tat meine Frau das auch. Ihr fiel plötzlich ein, daß sie gestern nod) in der Küche gewesen war, um mit der Köchin das Abendbrot zu besprechen. Sie hielt es! zwar selbst für ganz ausgeschlossen, daß sie dann die Brille noch in der Hand gehabt haben sollte, aber möglich wäre es doch Frau suchte im Küchenschrank, und ich zählte unterdessen die Schränke, in denen sie noch suchen würde: drei Bücherschränke, vier Kleiderschränke, ein Weinschrank, ein Eisschrank, zwei Schränke mit Meißner Porzellan, zwei Büffetschränke, in bem Fruhstückszimmer zwei Eckschränke, in dem Eckzimmer zwei Nippesschränke! , , „ „ Das Grausen lief mir den Rücken entlang, und eins stand, plötzlich "für mich fest: die Brille mußte wiedergesunden werden/ und zwar heute noch. Wenn eine Frau in die Küche geht, kommt sie in den nächsten vierundzwanzig Stunden nicht wieder an das Tageslicht. cLafur sorgen schon die Mädchen, denn wenn sie auch noch so ordentlich sind, so ordentlich sind sie denn doch nicht, daß sie nicht noch viel ordentlicher sein könnten. So würde meme Frau m der Küche zwar nicht die Brille, aber so vieles andere finden, daß sie, darüber mich und sonst alles! auf der Welt vergaß. Mein Entschluß war gefaßt'. Ich raste zur Stadt zu dem Optiker, bei dem meine Frau gestern die Brille gekauft hatte.! Ich wollte eine neue Brille, aber das war Nicht so einfach.. Gewiß, die richtigen Gläser waren ja vorrätig, aber Nicht die Brille selbst. Meine Frau trug eine ganz besondere Art, die mußte der Manii sich, ebenso wie die gestern abgeholte, erst aus Bersin koinnieii lassen, und darüber konnten immerhin vier bis fünf ^aSl/l!lnb8 inzwischen sucht meine Frau sämtliche fünsiindzwanzig Schränke in unserer Wohnung durch," widersprach ich, „das gibt es nicht, Sie müssen eine Brille vorrätig .haben, wenn auch — 598 — nicht ganz dieselbe, so wenigstens eine sehr ähnliche, sehen Sie nur einmal nach, Sie werden schon etwas finden." „Es hat wirklich gar keinen Zweck, erst nachzuschen," widersprach der Optiker, dann aber zog er doch eine der großen Schubladen auf und stand plötzlich da, tote Lots selige Witwe, als sie zur Salzsäule erstarrte. Tann aber schlug er sich mit der Hand derartig vor die Strrn, daß ich davon Kopfschmerzen bekam. „Machen Sie nicht solche Geschichten," bat ich, „mein Schädel tut mir ohnehin weh genug, !vas gibt es denn?" ; Und dann kam es heraus, dort vor ihm in der Schublade lag die Brille meiner Frau. Jetzt fiel es ihm erst wieder 'ein, meine Frau hatte sie gestern mitnehmen wollen, sie auch schon in der Hand gehabt, aber im letzten Augenblick doch gebeten, sie ihr lieber zuzuschicken, damit sie sie nicht vielleicht doch irgendwo versehentlich liegen lasse. 'Die Brille war da! < In einem Auto sauste ich irach Hause. Niemand hatte mein Weggehen bemerkt, niemand merkte meine Wiederkehr. Aus der Küche hörte ich die scheltende Stimme meiner Fran, und ich segnete die Unordnung der Mädchen. Dann schlich ich leise die Treppe hinauf und legte die Brille pben in den Arbeitskorb meiner Frau. Und dort fand meine Frau sie am nächsten Morgen, als ich absichtlich einen Hemdenknopf abgerissen hatte und sie bat, mir den wieder anzunähen. Da mußte sie den Korb zur Hand nehmen, und als sie es tat, sah sie die Brille. . Ich hatte geglaubt, meine Frau würde aus dem Erstaunen picht herauskommen, sie würde wie vor einem Wunder, tote vor einem unfaßbaren stehen, das sie nicht begriff. Aber da hatte ich mich geirrt. Ms sei nichts vorgefallen, nahm sie die Brille zur Hand und setzte sie sich auf. „Aber bist du denn gar nicht erstaunt, daß die Brille nun' plötzlich wieder da ist?" fragte ich meinerseits ganz verwundert. Da sah meine Frau mich mit ganz großen Augen an: „Warunr soll ich denn da erstaunt sein?" Und wie etwas ganz Selbstverständliches setzte sie hinzu: „Die Brille mußte sich doch einmal in dem Korb wiederfinden, denn ich weiß es ganz genau, daß ich sie gestern hier hineingelegt habe!"--- — Streiche der Tondichters Brahms. Einen ehrenvollen Beitrag zur Charakteristik von JohauneZ Brahms erhält die Gemeinde der Brahmsverehrer in Gestalt einer deutschen Ausgabe der Fuller-Aiaitlandschen Brahmsbiographie, die dieser Tage in trefflicher Uebersetzung von A. W. Sturm voin Verlage Schuster & Löffler (Berlin und Leipzig) vornehnt ausgestaltet und mit vielen Bilder- und Faksimile-Beilagen versehen, erscheint. Neben der Schilderung des äußeren Lebensganges des großen Hamburger Komponisten und einer gründlichen Analyse aller seiner Tonwerke enthält dieses Buch einen Abschnitt, der Brahms in seinen Beziehungen ztt seinen Zeitgenossen schildert und unter anderem auch einige hübsche Brahms-Anekdoten enthält. Brahms war als echter Norddeutscher sehr zurückhaltend. Dennoch halte er den Schelm im Nacken, wie folgenoe Streiche beweisen: einmal ruhte Brahms in seinem Garten unter einem Battme aus, als sich ihm ein Fremder näherte und ihm in wohlgesetzter Rede seine Bewunderung für die Erzeugnisse der Brahinsschen Muse zum Ausdruck brachte. Der berufsmäßige Aushorcher war gar zu erkenntlich itnb Brahms konnte der Versuchung nicht tvidersteheii, ihm einen Streich zu spielen. Er unterbrach den Redefluß mit den Worten: »Lieber Herr, hier muß ein Irrtum vorliegen. Wahrscheinlich suchen Sie meinen Brttder, den Komponisten. Der ist leider gerade ausgegangen. Wenn Sie sich aber beeilen und den Psad entlang dtwch ben Walb auf den Hügel laufen, können Sie thn vielleicht noch einholen." — In seiner Hamburger Zeit halte Brahms die Dirigentenstelle eines Dantenchors übernommen. Für diesen Chor hatte er eine ganze Reihe Gesänge komponiert, er hat aber auch Bereinssatzungen aufgestellt, die der gezierten Sprache des 18. Jahrhunderts aufs drolligste nachgebildet sind. Int Anfängeheißt es: „Avertimento. Sonder weilen es absolute deut Plaisire fördersant ist, wenn es fein ordentlich dabei einhergeht, als wird denen curieusen Geinüthern, so Mitglieder des sehr 1111(5= und lieblichen Frauenchors wünschen zu werden und zu bleiben jetzund kund und offenbar gethan, daß sie partoute die Clausula und Buncte hiefolgenden Geschreibsels unter zu zeichnen haben, ehe sie sich obgenannten Tituls erfreuen und an der inusika- liscken Erlustigung und Tivertirung parte nehmen können." Weiter unten in diesen scherzhaften Satzungen wurden Strafgelder für Zuspätkantmen festgesetzt, und dann folgte eine kleine Bosheit gegen eine Sängerin des Chores: „Ihrer großen Meriten um ben Frauenchor wegen und in Betracht ihrer vermutlich höchst mangelhaften und unglücklichen Complexion, soll nun hier für die nrcht genug zu favorirende und adortrende Demoiselle Laura Garbe em Abonnement hergestellt werden, wesmaßen sie nicht jedesmal zu bezahlen braucht, sondern aber ihro am Schluß des Quartals eine moberirte Rechnung präsentiret wirb." tlnterzeichnet waren fctqe merkwürdigen Satzungen: „Johannes Kreisler jun., — alias: Brahms. — Gegeben auf Montag, den 30ten des Monats Avrili - A. D. 1860." Komplimente von Leuten, die ihm keine zu machen hatten, wußte Brahms auf merkwürdige Weise abzulehnen. Einmal saß Brahms zum Beispiel in heiterer Geselllchast an der Tafel eines Wirtshauses. Er bestellte den besten Wein, den der Wirt hatte. „Hier ist ein Wein," sagte der Wirt, „der alle anderen ebenso-übertrifft, wie Brahms'sche Musik alle andere." — „Na, dann nehmen Sie ihn nur wieder mit," sagte Brahms trocken, „und bringen Sie uns eine Flasche Bach." — Eine Geschichte von Brahms ist zu bezeichnend für seine GeisteSart, als daß sie hier weggelassen werben bürste, odivohl sie die Bezeichnung Streich ganz und gar nicht verdient. Brahms war bei feinen Eltern zu Besuch gewesen und sagte beim Abschiede zu seinem Bater: „Du, Vater, wenn es dir einmal schlecht gehen sollte: der beste Trost ist immer die Musik. Lies nur fleißig in meinem alten Saul, da wirst du finden, was du brauchen kannst." Brahms hatte nämlich heimlich zwischen die Seiten von Haendels „Saul" ein Bündel Banknoten verteilt. ---------------- Ein Gießener Zunftdrief von 1725 „Unserer Metzgerzunft zu Gießen" bont Landgrafen 'Ernst Ludwig gncidigst erteilt, ist von dem Rentier.Christian Reibev in Frankfurt a. M. seiner Vaterstadt Gießen für das Museitin! zum Geschenk gemacht worden. Die einzelnen Bestimmungen der Verordnungen entbehren auch heute des Interesses nicht und zeigen, daß der Landesherr vor nunmehr bald 200 Jahren ein im Allgemeininteresse sehr fürsorglicher Herr war. Die amtlich erlassene Schlachtordnung für unsere Stadt verbot den Ochsen-' metzgern, Kuh- oder Rindfleisch zugleich mit Ochsenfleisch feil zu halten. Wollte er aber solches dennoch tun, so mußte er darum um eine besondere Erlaubnis einkommen. Mit dem Ham-' mel- und Schafvieh sollte es in gleicher Weise gehalten werden. Es geht aus diesen Bestimmungen hervor, daß die Metzger von damals mit dem Kuh-, Rind- oder Schajfleisch öfter gemogelt haben. Daß die Gießener Meister int Anfang des 18. Jahrhunderts nicht sehr ehrlich mit den Fleischkäufern umgingen, besagt folgender Inhalt der Urkunde: Bei Verkauffung des Schweinen- vder Kalbfleisches, wann eins oder das andere rar ist, sollen die Metzger den Leuthcn kein ander Fleisch mit aufzwingen, absonderlich bei denen Kalbsbrathen kein Geströß oder Köpfse beilegen. Es waren damals 2 Fleischbeschauer in der Stadt, welche nach dem Inhalt des Zunftbriefes auf 4 (für jedes der Nott-Quardterg 1 Beschauer) vermehrt wurden. Dazu kamen noch 2 vereidete; Kontrolleure, welche die Schurn- und Wetzgerhäuser fleißig zu! visitieren hatten. Einer davon wurde von der Metzgerzuuft bestellt, doch sollte mit diesen Kontrolleuren alle Jahre gewechselt werden. Ten Kontrolleuren wurde aufgegeben, „daß sie sonderlich auf die Fleischtüge und jeweils außer der Zeit, ohn vermerkt ihres Ambtes zu walten haben. Verboten war ferner, Rindsblut in die Würste zu nehmen, auch kein Schaf- oder Hammelgelinge mit in die Wurst zu hacken, dagegen könnte junges Rind- oder Kalbsgelinge mit zu Wurst; verarbeitet werden. Für Verfehlungen setzte der Landgraf für die erste Uebertretung der Zunftordnung eine namhafte Geldstrafe oder im Unvermögensfall, eine ordnungsmäßige Gefängnisstrafe oder öffentliche Strafe am 'Festungsbau an. Int Wiederholungsfall kann dem "Sünder außerdem auch ein zeitweiliges Verbot der Ausübung des Handwerks treffen. Wer aber das drittemal gegen die Ordnung frevelt, dem sollte das Handwerk überhaupt verboten sein. Ebenso sollte der Zunftgenosse, ivelcher des. Kollegen Frevel verhehlet, mit den gleichen Strafen belegt werdens Am Schluß des Zuuftbriefes heißt es wörtlich: „und letzt- lichen behalten wir Uns, Unfern Fürstlichen Erben und Nach;- kommen am Regiment ausdrücklich bevor, diese Schlachtordnung jederzeit nach Belieben, wie es uns gefallen wird, zu mindern; und zu mehren, oder gar wieder aufzuheben". Der Zunftbrief ist in sauberer gottscher Schrift von Johann Müller, Fürstl. Cantzley Buchdruckern in Gießen, gedruckt nutz tadellos erhalten. , ,r * skat-Ausgabe. Vorhand erhält folgende Karten: ❖X> LO O Sie spielt Pique-Solo, kann aber nur 45 Augen Heimbringen. Welche Karten befaßen die Gegner und wie wurde gespielt? Auflösung in nächster Nummer. ♦ ♦ ♦♦♦ Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: . Wer am Boden liegt, über beit geht alle Welt, Redaktion: K. N e n r a t h. — Rotationsdruck und Verlag bet Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, Gießen,