Donnerstag den 25. Mal M - m. 80 ■JMeeVifirt LLL _^3 M 'S H 4, MW ■■ • ••»< Die von Gründingrn. Boman von Freiherr von Schlicht. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Wirklich erschien wenige Minuten darauf der Baron km Salon, von dem aus man auf Die Terrasse gelangte. Der Graf ging ihm entgegen, um ihn dann zuerst seiner Frau vorzustellen. „Baron von Scheidegg der so liebenswürdig war, Meine Ginladung anzunehmen, und als Gast einige Monate hei uns weilen wird." Der Graf glaubte, seine Sache gut gemacht zu haben, über der Blick der Gräfin bewies ihm das Gegenteil. Für hie hatte er die Worte „als Gast" zu stark betont — bas war gegen die Abmachung. Er erriet ihre Gedanken, aber nun war es zu spät; was gesagt war, war gesagt, Rüdern konnte er es nicht mehr, und so sagte er denn Mrr noch: „Na, laß schon." Aber die Gräfin hörte es gar nicht. Sie hatte dem Baron die Hand gereicht, die dieser zum Kuß an die Lipsten nihrte, und stellte ihn dann ihren Kindern vor: „Meine Tochter Alexa —, meine Tochter Dagmar." Mit herzlicher Freundlichkeit streckte Alexa ihm ihre Hand entgegen, während Dagmar sich zwar höflich, aber tztwäs kühl und zurückhaltend verneigte. Also doch! Er war es wirklich-. Nun stand er ihr gegenüber und blickte sie so ruhig, so kalt, so gleichgültig an,' als sähe er sie heute zum erstenmal. Und doch war ihm, als müsse sie den lauten Schlag seines Herzens vernehmen. । Dagmar war empört. Nicht so sehr darüber, daß er es wirklich gewagt hatte, hierher zu kommen, als darüber, daß er in keiner Weise verriet, was in ihm vorging. Verstellung — dein Name ist Weib! Nach diesem Wort war es ihr Vorrecht, ihn nicht wiederzuerkennen, so zu tun, als begrüße sie einen Fremden. Aber daß auch er so tat, s— das wollte ihr nicht in den Sinn. Sie hatte sich auf diesen Augenblick gefreut, in bent er sie verlegen und verwirrt begrüßen würde. Sie hatte geglaubt, er würde von einem zufälligen Wiedersehen sprechen und dann versuchen, gleichgültig zu erscheinen, und doch in Wirklichkeit verlegen und verwirrt sein. Und nun nichts von alledem --- Wollte er sie nicht wiedererkennen, oder erkannte er sie tatsächlich nicht? Das eine erschien ihr ebenso unmöglich wie das andere. Es lag ihr auf den Lippen, darnach zu fragen, und doch wußte sie, daß es ihre Eitelkeit auf das tätlichste verletzen würde, wenn er auf ihre Frage mit einem „Nein" antworten sollte. Aber sie mußte Gewißheit haben — und doch hatte sie nicht den Mut, um Auskunft zu bitten. Ob Alexa ihn denn gar nicht wieder erkannte? Mus deren Munde wäre eine Frage viel gleichgültiger und harmloser gewesen als aus dem ihrigen. Doch diese schien sich seiner wirklich nicht zu erinnern. Allerdings hätte fte nie mit Alexa über ihn gesprochen, und außerdem hatte ihr in der Reitbahn stets ein Ulan -auf Tod und Leben den Hof gemacht, so daß Alexa selbst, wenn sie gewollt hätte, kaum Zeit gefunden haben würde, sich um andere Leute in der Bahn zu kümmern. Bis sie dann eines Tages erfuhr, daß der Ulan ganz plötzlich den Abschied bekommen und nach „drüben" gegangen sei. Drei Tage lang hatte sie ihm nachgetrauert, denn er war ein hübscher, liebenswürdiger, flotter, junger Mensch gewesen, dann hatte sie sich -getröstet, schneller, als die Schwester es glaubte, i es mußte doch wohl nicht die richtige Liebe gewesen fern. Aber das Reiten hatte ihr bald ohne seine ständige Begleitung keinen Spaß mehr gemacht, sie mußte dann immer an sein Helles Lachen und seine lustigen Scherze denken, und in ihrer Gutmütigkeit sah sie ihn wochenlang hindurch im Zwischendeck fahren, Not und Entbehrungen leidend, wahrend er in Wirklichkeit nur sieben Tage in der Kabine -erster Klasse auf einem der elegantesten Amerika- Dampfer -verlebte, um dann das „Land der Zukunft im allgemeinen" und das „Land seiner Zukunft im besonderen" zu betreten. Nein, sie hätte den Baron wirklich nie gesehen, trotzdem aber richtete sie im Lause des Abends, als Dagmar sie unter einem Vorwand darum bat, die Frage an ihn, ob sie sich nicht früher schon irgendwo begegnet wären. Es war Absicht von Dagmar, daß sie den Tattersall gar nicht erwähnte. - rr Der Baron sah mit glänzend gespieltem Erstaunen auf: „Also -auch Sie wollen mich bereits irgendwo gesehen haben, Komtesse? Dem Herrn Grafen ging es vorhin auch schon so. Nachgerade glaubte ich wirklich, daß ich ein sogenanntes „bekanntes" Gesicht habe, daß ich zu jenen Menschen gehöre, bei deren Anblick man sich unwillkürlich sagt: Herrgott — den hast du doch schon 'mal gesehen " „Und ich habe Sie auch schon gesehen," rief der Graf plötzlich. „Nun weiß ich auch: wo! In der Reitbahn, die auch meine Töchter besuchten. Jetzt weiß ich es ganz genau: ich habe Ihnen sogar einmal lange zugesehen, als Sie den Rappen zuritten, ich hörte auch damals den Namen des Gauls — wie hieß er doch noch- gleich — ?" „Romeo", wollte der Baron ihw zurufen. Er erinnerte sich des Pferdes noch ganz genau, schon deshalb, weil gerade an jedem Morgen, als er ihn zum letztenmal ritt, der Graf und Komtesse -Dagmar erschienen, um ihm gleich vielen anderen zuzusehen. Sonst Pflegte er für die Leute, die in der Bahn selbst oder -auf der Galerie herum- standen, gar kein Interesse zu haben, denn feine ganze Aufmerksamkeit -galt ste-ts nur dem Pferde, — aber an dem Morgen hatten Dagmars Augen es ihm so angetan, daß 318 III. Seit drei Tagen weilte Baron von Scheidegg jetzt auf Schloß Gründingen« und heute sollte die erste Reit- stunde sein. Natürlich war man gleich am ersten Nach- ‘mittag in die Ställe gegangen, und der Graf hatte mit berechtigtem Stolz seine schönen Wagenpferde gezeigt, und dann hatten die Komtessen ihn zn ihren Pferden in die Box geführt. Der Baron hatte mit lauten Ausdrücken aufrichtigster Bewunderung nicht zurückgehalten, und das hatte ' den Grafen sichtlich erfreut. Denn daß der Baron wirklich sehr viel von Pferden verstand, verriet jedes Wort, das er sprach, und der Kutscher Friedrich hatte es sich nicht nehmen lassen, seinem gräflichen Herrn zu erzählen, daß per Herr Baron „ein ganz Heller" sein müsse, der von Gäulen mehr verstände als der Herr Pfarrer von den Menschen. Der Baron hatte gleich am nächsten Tag mit dem Unterricht beginnen wollen, aber der Graf hatte widersprochen, und das entsprang seinem feinfühligen Empfinden. Der Baron war doch nicht nur als Reitlehrer gekommen, sondern auch als Gast. Da mußte er sich erst einleben, sich wirklich wohl und behaglich hier fühlen, mit der allernächsten Umgebung des Schlosses bekannt sein, vor allen Dingen aber mit dessen Bewohnern selbst, in erster Linie natürlich mit seinen Schülerinnen, um deren Charaktere zu studieren und darnach den Unterricht individuell leiten zu können. Das letztere hatte der Baron zwar für überflüssig erklärt, aber der Graf hatte darauf bestanden und bei der Gelegenheit von seiner Dienstzeit erzählt. Ein all- zu großer Reitlehrer mußte er nach den theoretischen Auer sogar eine Unart des Rappen dnrchgehen ließ, ohne diesen gleich dafiir zu bestrafen. Er wollte der Komtesse nicht den Anblick geben, daß er die Peitsche zur. Hand nahm oder dem edlen Tier die scharfen Sporen in die Weichen drückte. Sie selbst hatte die Untiigenb des Pferdes vielleicht gar nicht bemerkt und würde ihn dann für kalt, roh und herzlos halten, — und das wollte er um seiner selbst willen vermeiden. „Ich erinnere mich wirklich nicht, Herr Graf," sagte er jetzt rind strich sich mit der Hand über die hohe Stirn,- als wolle er die Gedanken sammeln: „Mein Beruf bringt es ja mit sich, daß ich die Pferde sehr oft wechsele, da kann ich mich auf die einzelnen 'wirklich nicht besinnen. Und gerade dieser Rappe ist meinem Gedächtnis völlig entfallen." „Aber wie ist das nur möglich, Baron? Ich will ja nicht gerade sagen, daß ich einen ausgeprägten Pferdeverstand besitze, aber etwas verstehe ich doch, und ich muß offen gestehen: einen solchen Gaul habe ich in meinem' ganzen Leben noch nicht gesehen! Erinnerst du dich nicht auch noch, Dagmar, — ich glaube, ich habe dir stundenlang von dem Gaul 'was vorgeschwärmt." Anscheinend ganz gleichgültig und doch so forschend und durchbohrend, daß Dagmar sich Mühe geben mußte, seinen Blick auszuhalten, sah der Baron sie jetzt mit seinen großen, grauen Augen au, gleichsam, als wolle er sie dadurch zwingen, jetzt die Wahrheit zu gestehen. Für eine Sekunde wurde Dagmar verwirrt, ohne daß sie es nach außen hin irgendwie gezeigt Hätte, dann sagte sie ganz ruhig: „Du mußt dich irren, Papa, oder du hast mit jemand anderem über das Pferd gesprochen — ich entsinne mich dessen in keiner Weise, ebensowenig wie ich mich darauf besinnen kann, den Baron je früher gesehen zu haben." Ein leises, spöttisches Lächeln, das, von den Anderen unbemerkt, für einen Augenblick seinen Münd umspielte, zeigte ihr, daß sie zu viel gesagt und sich dadurch verraten hatte. Ihn selbst zu erwähnen, lag gar keine Veranlassung vor, nur von dem Pferd war die Rede gewesen. Daß sie auch den Reiter erwähnte, hatte klug sein sollen r-i und jetzt sah sie zu spät ein, daß es töricht gewesen war. Sie hätte sich selbst schlagen mögen. Und auch ihn, der da so ruhig und unbefangen dasaß, der mit ihr spielen zu wollen schien! Leise knirschte sie mit den Zähnen, und ihre Rechte ballte sich zusammen. Wenn er den Kampf wollte — dann gut! Sie fürchtete sich nicht. Und als er jetzt den Blick wieder zu ihr erhob, hielt sie dem so ruhig und gelassen stand, daß er von neuem an ihr irre wurde . sch auungen, die er jetzt entwickelte, für seine Leute nicht gewesen sein, aber er war auf die Prinzipien, die er verfolgt Hatte, sehr stolz, und ausführlich berichtete er, wie jener Vorgesetzte ihm beigestimmt und dieser ih-m widersprochen hatte. ! „Das ist ja das Unglück für unser Militär," meinte er halb ernsthaft, halb scherzend', „daß nicht zwei Vorgesetzte dieselbe E Ansicht haben unb- daß jeder von diesen Beiden! sofort die Ansicht des Anderen annimmt, sobald ein dritter kommt, der dem Einen widerspricht und dem Anderen! zustimmt." Der Graf war froh, daß er nicht mehr Soldat to'ar^ und gerade deshalb sprach er so gerne von dieser Zeit.) Dann erschien ihm die Gegenwart noch viel schöner, als sie sowieso schon war. Je dunkler der Hintergrund, umso strahlender hebt sich ja das Licht ab. „Aber warum sind Sie denn eigentlich Offizier geworden, Herr Graf?" Der lachte: „Es ist komisch, aber doch wahr: ich war testamentarisch dazu verpflichtet. Mein Onkel, von dem! ich das Gut erbte, hatte mich nur für den Fall in seinem! Testament zum Erben eingesetzt, daß ich ebenso wie er sieben Jahre bei seinen heißgeliebten Ulanen dienen sollte, Na, und da habe ich es denn nolens volens sieben Fahre ertragen, daß ich ein „Douglas" war. Manchmal war es ja auch sehr schön, besonders abends, wenn der Dienst fertig war und man so durch Berlin bummelte. Und man kann in Berlin bummeln." „Ach ja." Der Seufzer verriet viel, Erinnerungen an schöntz Zeiten, Klagen, daß sie vorüber waren, heiße Sehnsucht^ daß sie bald wiederkommen möchten. Der Graf verstand ihn und blickte ihn voller Teilnahme an: „Sie auch, Herr Baron? Ja ja, wir waren ja alle 'mal jung, Sie sind es heute noch, — wie alt sind Sie, wenn ich fragen darf?" „Fünfunddreißig, Herr Graf." Der blickte erstaunt auf; er hatte seinen Gast für älter! gehalten. Von großer, schlanker Figur, elegant in seinem! Aeußeren und in all seinen Bewegungen, wenn auch mit dem wenig hübschen Gang eines Menschen, der den-größten Teil des Tages im Sattel zubringt, hatte der Baron ein stark ausgeprägtes Gesicht mit energischen Zügen, einer vielleicht etwas zu langen, aber sehr charakteristischen Nase, mit großen grauen Mgen und dichten, etwas buschigen Augenbrauen. Sein ganzes Wesen verriet eine starke Entschlossenheit, und man sah ihür an, daß er allerlei erlebt,) und daß mancher Sturm über sein Haupt dahingegangen war. (Fortsetzung folgt.) Zur Verhütung der Sommersterblichkeit der Säuglinge. Das Kaiserin Augusta Viktoria-Haus zur Bekämpfnn.g der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche hat ein Hitzmerkblatk herausgegeben, das im Verlag von Georg Stilke, Berlin NW. 7 erschienen ist. Im Interesse einer möglichst weiten Verbreitung ist das Flugblatt zu einem sehr niedrigen Preise zu beziehen und zwar 100 Stück für 2,50 Mk, 1000 Stück für 20 Mk. Witz geben das Merkblatt int folgenden wörtlich wieder. Die Schriftltg. Daß eine so große Zahl von Säugliugeit int Sommer besonders an Brechdurchfall Und Krämpfen krank wird Md zugrunde geht, ist eine Folge der Hitze. Die Gefahr der Hitze fÜfr den Säugling Hat eine Reihe von unmittelbaren und mittelbaren Ursachen. Er bekommt leicht erhöhte Körperwärme. Seine Verdanungskrästd vermindern sich. Seine Widerstandsfähigkeit gegen Erkrankungen nimmt ab. Alle Nahrungsmittel, die er bekommt — außer der Muttermilch —, verderben leichter. I n den meisten Wohnungen ist die Hitze nachweislich noch größer als im Freien. Je mehr der Säugling deut schädlichen Einfluß der Wohnungshitze entzogen wird, umso eher wird er die Gefahr der heißen Zeit überwinden. Sorgsame Ernährung und Pflege lassen eine Schädigung durch Hitze gar nicht aufkomMen. Natürlich genährteKinder sind vor Erk rank Un g eü im heißen Sommer fast geschützt, künstlich genährte Kinder stehen stets in großer Gefahr, zu erkranken. Zur Verhütung der Sommersterblichkeit muß daher dafür gesorgt werden, daß während der heißen Zeit 1. die Säuglinge zweckmäßig ernährt werden, 2. durch richtige Pflege, insbesondere Bekleidung, die Ueb'ep- hitzpng (Wärmestauung) der Säuglinge vermieden wird, 3. die Wohnung möglichst Ml gehalten wird. 319 Ernährung in der Heiken Zeit'. Die Ernäh r n n g an der Br ust ist der beste Schuß gegen den Sommerbrechdurchfall lunb .die Sommevkrämpse. Deswegen dürfen die Kinder nicht im Sommer abgestillt, sondern es muß ihnen Mange die Brust gereicht toerben, bis dis heißen Tage vorüber sind. Die künstlich, b. h mit Tiermilch, genährten Kinder sind in der heißen Zeit besonders gefährdet. Diese Tatsache hat mehrere Gründe. Einer davon ist darin gelegen, daß die Nahrung in der heißen Zeit leicht verdirbt und der Genuß verdorbener (zersetzter) Milch Durchfall hkrvorvuft. Deshalb muß die sauber gemolkene Milch besonders gut behütet werden, damit sie sich nicht zersetzt. Ist Ws vorhanden, Muß die Milch auf Eis ober tn den stets gut verschlossenen ,Eisschrank gestellt werden. Im Eisschrank soll höchstens eine Temperatur von 12 Grad sein; die Milch soll erst hineingestellt werden, nachdem sie in fließendem Wasser gekühlt ist. Ist Eis nicht Vorhänden, müssen die Flaschen in kaltes sauberes Wasser gestellt werden, das recht oft gewechselt wird. Stets muß die Milch gut bedeckt gehalten werben, damit Staub Und Fliegen sie nicht verunreinigen. Milch, die noch vom Morgen des vorhergehenden Tages steht, darf nid) tmeh-r zur Ernährung verwandt werden, wenn sie nicht lauf Eis aufbewahrt wurde. An h e i ße n s chwül e n Somm ert äg en s ol 1 w e n i g er Nahrung gegeben werden als cho n st. Jede einzelne Mahlzeit kann utn ein Viertel vermindert werden. Bekommt der Säugling z. B. 5 X 200 Gramm Halbinilch, so gibt man ihm, wenn es sehr warm ast, nur öX150 Gramm Halbmilch, b enrt die künstliche Nahrung wirkt an der heißen Zeit ost giftig. Der Säugling hat in -der heißen Zeit Purst. Damit er üicht erkrankt, muß der Durst gestillt werden. Das geschieht durch Verabreichung von ab gekocht em kühlen Wasser oder dünnem Tee in den Nahrungspausen, besonders wenn die Kinder anfangen unruhig zu werden. Auch kann man nach jeder einzelnen Mahlzeit ein paar Löffel Wasser geben (sowohl bei den Brustkindern, als auch bei den künstlich genährten Kindern). Pflege in her heißen Zeit. Durch zweckmäßige Pflege des Säuglings rstuß die Gefahr der Ueberwärmung vermieden werden, t Richtige Bettung Und Kleidung sind besonders wichtig. Weg mit den Federbetten, weg mit Watte und Steck bett. Muß! durchaus eine Gummiunterlage genommen werden, sei sie so klein als möglich! Zur Bekleidung diene ein einfach es,Hemdchen! Noch besser ist es, das Kind nackt liegen zu lassen. Kühlt sich die Temperatur ab, muß das Kind ins,Freie gebracht werden, morgens itnb abends, besonders nach jedem Regenfall. - Auch im Freien sei das Kind- möglichst leicht bekleidet! Sowohl in der Wohnung, .-als auch im Freien soll das Kind durch Bedeckung mit einem .engmaschigen Gazeschleier vor den Fliegen geschützt werden. Diese.quälen das Kind und machen es unruhig; sie sind gefährlich, .da sie schädliche Keime (Bakterien) übertragen. In heißen Tagen muß das Kind einmal täglich gebadet, oder öfter mit kühlem Wasser gewaschen werden. Das Badewasser sei kühler als sonst und soll eine Wärme von ungefähr 28 Grad Eelsius besitzen. Wahl des Wohn raum es in her heißen Zeit. Ungünstige Wohnungsverhältnisse beeinflussen die Kindersterblichkeit in unheilvollster Weise — besonders im heißen Sommer. Mr das Gedeihen der Säuglinge ungeeignete Wo-H- UUngen sind foldje, welche a) feucht, schlecht belichtet, ungenügend lüstbar und mangelhast eingerichtet sind. (Fehlen von Jalusien, keine Vorrichtungen ! zuni Kühlhalten der Milch, Mangel an Nebenräumen zum I' Waschen und Spülen.) I b) im Verhältnis zur Zähl der Bewohner zU klein (übervölkert), c) verschmutzt sind. Besonders gefährlich für den Säugling während der Sommer- Monate sind Wohnungen, die (gar nicht oder schwer durchlüftbar £tb ; das sind solche, in denen die Fenster nicht einander gegen- er, oder sogar nur nach einer Seite liegen. Bei schlechter Durchlüftung kühlt die Wohnung mangelhaft ab, und es tritt leicht eine Ueberwärmung des Säuglings ein, die zu Durchfall und Krämpfen führt. Man.lüftet am besten, indem man einander gegenüberliegende Fenster, oder wenn.diese sich nicht gegenüberliegen, eine ins Freie.führende Tür und ein ihr gegenüberliegendes Fenster öffnet. Der Säugling ntuß in der heißen Zeit in das kühlste Zimmer der Wohnung gestellt werden, in dem womöglich die Fenster nach zwei entgegengesetzten Richtungen liegen (z. B. nach Süden Und Norden oder nach Osten und Westen). In dem Zimmer, in dem der Säugling liegt, darf möglichst nicht gekocht, nicht gewaschen, getrocknet und gebügelt tverden. Denn durch Kochen und Wäschen wird die Luft noch feuchter (schwüler) und die Hitze noch gefährlicher. Auch dürfen sich in dem Zimmer nicht viele Menschen aufhalten, besonders aber nicht schlafen; es müß, wenn äs draußen kühler wird, ausgiebig ge- Mftet werden; es schadet nicht, wenn ein richtiger „Zug" herrscht. • Ist die Wohnüügshitze durch nichts herabzumindern, wie z. B. tn nach engen Höfen zu gelegenen Parterrewohnungen oder in Räumen hoch oben unter hem Dach, Müß das Kind soviel wie Möglich ins Freie gebracht.werden! Die Versorgung kranker Säuglinge in der heißen Zeit. Jede, auch die anscheinend leichteste Krankheit, kann in der heißen Zeit binnen wenigen Stunden einen tödlichen Ausgang Uehmen und mUß daher.rechtzeitig vom Ärzte behandelt werden. Keine Krankheit darf bis in die heißen Tage -anstehen, maZ es sich nun um einen geringfügig erscheinenden Durchfall oder Verstopfung, Um einen Schnupfen, um Geschwüre auf der Haut handeln. Jedes kleinste Krankheitszeichen, das in heißen Tagen eintritf,- erfordert Beachtung und Behandlung. Nicht erst, wenn der Brechdurchfall da ist, soll der A!rzt in Anspruch genommen werden; denn dann ist es häufig zu spät, sondern schon, wenn das Kind unruhig ist, wenn es blaß wird, auch wenn es dabei verstopft sein sollte, muß es zum Arzt, in die Säuglingsfürsorgestelle oder ins Spital gebracht werden. Tritt Durchfall äin, dann sind sofort M il ch un d so nstig e .N ah r'ung wegzulassen, das Kind darf nur Tee Und Wasser bekommen, ist mög- tichst leicht zu bekleiden und sofort zum Arzt zu bringen. Der Mutter, die in der heißen Zeit so oft als Möglich die Säuglingsfürsorgestelle oder ihren Arzt aufsucht, wird es am sichersten gelingen, ihp Kind gesund zu erhalten. L-eldahlien im modernen Hausgarten. Wenn der Lenz nach dem Abzug der drei Eismänner endgültig das Land beherrscht, dann ist's Zeit, den Garten zu rüsten, nicht nur für den Sommer, sondern auch für den Spätsommer und Herbst. Zu den herrlichsten Pflanzen, die in den Tagen, wenn der Sonnenbogen wieder kürzer wird, den Garten schmücken, gehört 'zweifellos die Edeldahlie, die „Königin des Herbstes". In unseren neuzeitlichen Hausgärten, wo auf reichen Blumen- schmuck an Stelle der steifen sogenannten Teppichbe.ete mit Recht das größte Gewicht gelegt wird, sollte sie deshalb viel mehr Verwendung finden, als es bisher geschah. Tenn ihre Pflege macht durchaus keine Schwierigkeiten und ihre Blüten schmücken nicht nur den Garten, sondern sind auch für langstielige Vasew- sträuße vorzüglich geeignet, sofern nur der Gartenfreund solche Sorten anpflanzt, die ihrs Blumen hoch über dem üppigen Laub an langen, straffen, härter: Stielen tragen. Besonders die deutschen Gärtner züchteten eine große Anzahl derartiger Sorten der Edeldahlie, während die aus England stammenden ihre Blüten meist unter den Blättern verstecken. Eii: Tahlienzüchter, dem die „Königin des Herbstes" ganz besonders ichr Huld schenkte, ist Wilhelm Baerecke in Alicken- dorf unweit Quedlinburg; ihm verdanken die deutschen Gärten wohl mehr als hundert Edeldahliensorten, lieber diese schreibt die bekannte Gartenzeitschrift „Ter Lehrmeister im Garten und Klein- tierhof" in der die Baereckeschen Dahlien teilweise farbig abgebildet waren, folgendes: Wer die Entwickelung der Kaktusoder Edeldahlien in beit letzten 15—20 Jähren betrachtet und von der alten Stammform der sogenannten Kaktusdahlie ausgehend bis zur Jetztzeit die verschiedenen Sorten nebeneinander stellt, wird am besten den gewaltigen Fortschritt beurteilen können-, welchen die Tatzlienkultur genommen hat. Tas Bestreben, der Mode auch in der Blumenzucht Rechnung zu tragen, hat die Tahlienzüchter nicht ruhen lassen, und jedes Jahr brachte und bringt noch neue Sorten in immer größerer Schönheit itnb Vollkommenheit. In: Nachstehenden möchte ich auf einige besonders wertvolle neue Baerecksche Edeldahlien Hinweisen, die sich durch Reichblütigkeit, gute Form und feine Farbentönung auszeichnen, um dadurch den Gartenfreund vor Mißgriffen zn bewahren. Ta ist die Sorte „Front" mit tief scharlachroten, aufrecht frei Wär dem Laub stehenden Blumen, die für kleine und große Gruppen vorzüglich geeignet ist, dann die Sorte Treffer", die ihre reinweißen, edlen Blüten schon von Ende Juli an auf langen kräftigen Stielen entwickelt und herrliche Vasensträuße gibt. Nicht minder schön ist „Strandkind" mit leuchtend frischrosafarbigen Blumen wie die Wangen eines blonden .Friesenmädchens. „Alpenglühen" ist der Name einer anderen Sorte. Ihre rosakarminfarbenen Blumen erinnern uns an das geheimnisvolle Leuchten, mit dem das Hochgebirge sich schmückt, wenn die Sonne sank. Silbrig rosafarbige Blumen von eigenartig knollig gebogener .Blumenblattform hat die Sorte „Askania". Ihr ähnlich ist „Anhalt", während „Glühwürmchen" ein reizender Zwerg von nur 80 cm Höhe ist, über und über mit scharlachroten edlen Blumen schon von Ende Juli ab geschmückt. Das ist nur eine kleine Blütenlese der Neuheiten, von denen es so viel Sorten nnd Farben gibt, daß wohl jeder Gartenfreund für seinen Geschmack etwas darunter findet. Es ist übrigens gleichgültig, ob man die Edeldahlien in Form von Knollen oder von jungen bewurzelten Stecklingen in den Garten pflanzt. Nur muß das obere Ende des Knolleubüschels etwa 20 cm tief in die Erde kommen. Bei zn flacher Pflanzung bilden die Knollen nur sehr wenige Stengel und die Blütenfülle läßt deshalb zu wünschen übrig. Auch kann 320 es dabei Vorkommen, daß unversehens ein starker LerbMost den Steiigelteil der TahlieiManzen bis hinab auf die eigentliche Knolle vernichtet. Solche Pflanzen treiben bann im nächsten Jahre trotz sorgfältiger Uebernnnterung ttn trockenen Keller nicht wieder aus. Auch Stecklingpflanzen setzt man aus denselben ^Man S bte Wanzen nur bis MiM Juli gelegentlich einmal mit verdünnter Jauche! düngen, mcht spater,. weil sonst die Blüte zu spät beginnen würde. Dagegen tragt eme schwache Düngung mit Superphvsphat im Juni (etwa 20 Gramm um! jede Pflanze herum gestreut und untergehackt) sowie bei upprger Entwickelung des Krauts das rechtzWge Ausschneiden der schwachen Stengel zu reicher Blüte bet.. Wird dann noch das sorgfältige Aufbinden ber Stengel an einen kräftigen Blumen- -Pfahl nicht versäumt, so hat der Tahlienfteund alles getan, was seine Pfleglinge erfordern, um ihn mit reicher Blutenfulle zu erfreuen. ____________ Vermischtes. r kf. Tolstoi als Ehefeind. Der Erzieher der Kindee Tolstois, Pros. Laznrski, veröffentlicht im „Coenobiurn sein Lebenserinnerungen und teilt darin ein Gespräch über die Ehe mit, das er mit Tolstoi geführt haben will. „Ter, Mann , so gibt er Tolstois Ansicht über die Ehe wieder, geht alleine seinen Weg. Wenn er sich eine Last von 100 Kilo aus die Schultern ladt, kann er noch glücklich sein, denn er ist allein; wenn er sich aber eine Frau ans Bein sesselt, schleppt er sie mit sich und sie hindert ihn bei jedem Schritt." Tolstoi erscheint nach diesem Ausspruche als arger Eheseind und so kann man sich nicht wundern, daß Pros. Lazurski die Frage stellte, weswegen er denn geheiratet habe. Die Antwort und weitere Gespräch lauten so: „All das wußte ich nicht vorher." — „Soll das heißen, daß man beständig seine An- sicht ändern darf?" — „Jeder Mensch muß nach Bervoll- kommnung streben. Ich selbst kann mich über die Ehe nicht beklagen und ich kenne auch andere glückliche Ehen. Trotzdem ist das Heiraten kein Fest: zwei Wesen vereinen sich, um sich gegenseitig im Wege zu sein." - „Nach meiner Auffassung vereinen sie sich, um sich gegenseitig zu Helsen." — „Wie sollen sie sich Helsen? Wenn sie sich vereinen, sind sie einander fremd, und das bleiben sie das ganze Leben hiiidurch. Wer sich verheiraten will, mag es tun. Vielleicht findet er trotzdem Mittel, sein Leben glücklich zu gestalten; vorher soll er jedoch bedenken, daß er im Begriffe ist, einen Schritt abwärts zu tun, und dann alles daran setzen muß, seine Ehe glücklich zu machen, wenn das überhaupt möglich ist." _ . . * Japanische Künstlerehre. Wie sich ent spanischer Künstler der alten Zeit benahm, wenn sein Kunststandpunkt angegriffen ward, zeigt eine in alten japanischen Büchern berichtete Anekdote. Der in Schanghai erscheinende Ostasiatische Lloyd, die vorzügliche Wochenschrift der Detttschen Ostasiens, gibt die Erzählung, wie folgt, wieder: Es handelt sich um den Maler Dusen Hironoku aus der Hamacho-Kano-Schule. Als der Schogun Jyenari im Jähre 1816 dem König von Korea Geschenke senden wollte, erließ er ein Preisausschreiben an die Künstlerschaft Japans. Den ersten Preis erhielt der damals noch unbekannte, erst achtunddreißig Jahre alte Dusen. Das verdroß den all- mächtigen Minister Abe, der wohl unter den namhaften älteren Malern des Landes viele Freunde haben mochte. Er machte daher privatim dem jungen Maler gegenüber nachträglich Ausstellungen darüber, daß der Goldgrund, auf den die Baume und Tiere aufgetragen waren — es handelte sich um eine Darstellung der berühmten acht Landschaften der Provinz Omi auf einem Faltschirm —, für ein königliches Geschenk zu dünn sei. Der Maler betonte, er habe eigens, damit die zarten Töne seiner Land- schäften nicht durch den Glanz des Goldes verwischt und überstrahlt ivürden, den Goldstaub nicht dicker auftragen wollen. Der Minister aber, der Widerspruch nicht geivohnt war, antwortete, es sei ihm ganz einerlei, was der Maler darüber denke; aus einem sür einen befreundeten Herrscher bestimmten Geschenk dürfe man Gold nicht sparen; er gebe daher dem Künstler den strengen Befehl, die acht Tafeln umzumalen. Hierzu erklärte sich Dusen bereit, nahm den Faltschirm wieder zu sich und reiste damit nach der Heimat ab, um, wie er vorgab, dort die verlangte Aenderung vorznnehmen. Während der Reise jedoch verübte er, nachdem er das Bild vernichtet hatte, in der Reisesenite durch Bauchaufschlitzen (japanisch „Seppuku") Selbstmord. Diese passive Art, auf unberechtigte Angriffe gegen seine Interessen zu reagieren, ist eine der charakteristischsten Eigentümlichkeiten der Japaner, wie der Ostasiaten überhaupt. kt Ein Tier, das s e i n G e s ch l e ch t iv e ch s e l t. In einer der letzten Sitzungen der Londoner Royal Society wurde ein merkwürdiges, für England neues Tier besprochen und vorgezeigt, das die „Marine Biological Association" gegenwärtig näher imtersucht. Diese Untersuchung verfolgt praktische Zwecke, denn das Tier, das vor einiger Zeit aus Amerika eingeschleppt worden ist, eine Schnecke, ist ein Schädling der Austern. Dieser ungern gesehene Gast führt ein recht interessantes Leben. Er lebt gewöhnlich auf dem Rücken von Austern, auf denen er auch eingeschleppt worden ist. Tritt die Schnecke in großen Mengen auf, werden die Austern erstickt, abgesehen davon, daß ihnen die Nahrung gewissermaßen vor der Nase weggeschnappt ivird. ®ie Schnecke ist erst vor wenigen Jahren in die englischen Gewässer eingeschleppt worden, hat sich aber seitdem außerordentlich stark vermehrt. Während des ersten Lebensjahres gehört die ,Schnecke ausschließlich dem männlichen Geschlechte an. Während dieser Zeit schwimmt sie frei im Wasser umher. Im zweiten Jahre wird sie seßhaft und läßt sich irgendwo nieder. Merkwürdigerweise verlebt sie dann eine Zeit, in der sie, ober, da es doch ein männliches Wesen ist, besser: er, geschlechtslos ist, so daß fortan e§ gesagt werden muß. Dies „es" läßt sich in großen Kolonien irgendwo, auf Muscheln, meistens auf Austern, nieder, bis daraus wieder eine sie, eine dem weiblichen Geschlechte angehörige Schnecke wird, die letzte Entwicklungsstufe des Tieres. * 111/, Millionen Telephon-Stationen. Die größte Zahl Telephon-Stationen hat von allen Erdteilen Amerika mit 8 355 000. Davon gehören den Vereinigten Staaten allein etwas über 8 Millionen, während in Kanada 240 000, in Mexiko und Westindien 35 000, in Brasilien 50 000, in Argentinien 40 000, in Uruguay und Chile 20 000 existieren. Ganz Europa besitzt 2 848 000 Telephon-Stationen. Die Zahl der Stationen in Asien macht 170 000 aus; davon kommen auf Japan 128 500, auf China 8400, auf Niederländisch-Jndien 8800, auf Indien 12124 Stationen. Ganz Afrika zählt bereit beinah 40 000. Sübafrika mit etwa 15 000 uttb Aegypten mit 8000 haben hier die meisten Teilnehmer. Im Verhältnis zur Bevölkerung groß ist bie Anzahl ber australischen Stationen: 122 000. Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. * „Mein geliebtes Deutsch!" Mag auch Goethe, mit bett Schwierigkeiten ber einst so (proben beutschen Sprache ringenb, dies unb jenes mißmutige Wort über sie gesagt Haden, so ist es boch gewiß, baß er Faust fein eigenes Empfinben aussprechen läßt, wenn bieser, int Begriff bie Bibel zu übersetzen, bie Muttersprache „mein geliebtes Deutsch" nennt, beim solche Worte schreibt kein Dichter ohne inneren Anteil. Aber wie viele Deutsche sprechen, rote viele beuten heute noch so? Wem ist bie Muttersprache ein hohes, heiliges Gut, bas er mit gleicher Liebe umfaßte wie Vater unb Mutter, roie Weib unb Kind, roie Amt unb Berus, wie — Gelb und Gut? Wer denkt heute noch daran daß unzählige Geistes- Helden mit aller Siebe an ihr gearbeitet, sie auf immer höhere Stufen der Vollendung gehoben haben? Daß sie in Tagen, die glücklichertveise längst vergangen sind, unseres zerfallenden Volkes letztes Band war? Daß sie so manchen wackeren Deutschen in der Fremde das einzige Bollwerk gegen das Andringen fremden Geistes und fremder Art und Sitte ist? O daß uns boch bie Gewohnheit, ber sichere Besitz nicht gleichgültig machten gegen dies Heiligtum unseres Volkes, baß wir bie geistigen Werte nicht ungenutzt ließen, bie in ber Muttersprache für jebeit bereit liegen! Daß wir alle mit dem Altmeister bie Muttersprache unser „geliebtes Deutsch" nennen könnten I R. Palleske (Lanbeshut in Schl.). Büchertisch. — Marionetten der Liebe. Roman von Georg Saft (Verlag von C. A. Schwetschke & Sohn, Berlin.) Es ist der Liebesroman eines jungen Arztes, den der Verfasser, selbst ein Arzt, vor Augen führt. Kurt Torner ist ein Kind ber Großstadt, ein kühler Genußmensch, der zur Erreichung seines Zweckes berechnende, fast systematische Reflexionen anstellt. Tie Frauen verwöhnen ihn, und so taumelt er von einer Liebe zur anderen, ohne seiner .Seele jemals Befriedigung verschaffen zu können. Der Zufall läßt ihn den Weg einer Frau kreuzen, zu der M eine wirkliche Leidenschaft faßt, die in Scheidung mit ihrem Manne lebt. Daraus entwickelt der Verfasser dann eine gödie, die den Leser ergreift und das Buch lesenswert macht, das in seinem übrigen Teil an Längen und Abschweifungen leidet. ________________ wechselrätsel. Mit i Teil des menschlichen Körpers, mit r Santon in der Schweiz. Mit d tut's Mancher zu viel, mit g wünscht es oft ber Landmann, Mit s ein Vogel, mit p Gebrauchsgegenstanb. Mit b ist es fpitz unb fein, mit g dars's schon gröber sein. Mit t Dichter Italiens, mit k Höflichkeitsausbruck. Mit b lobenswerte Eigenschaft eines Menschen, mit s ein Tier. Mit u eine Zahl, mit i ein Verneinungswort. Mit s ein Küchengerät, mit t tut's" jeber Gläubige. Mit m eine Stabt, mit k erregt es Heiterkeit. Mit a Nebenfluß ber Donau, mit u ein Verbrechen. Mit b Ruhestätte, mit u eine Farbe. Tie Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben den Namen einer preußischen Provinz. Auflösung in nächster Nummer, Auslösung des Logogriphs in voriger Nummer: Thron, Tran. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universtiäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gieße»