■ Kl ■ Im] MH * '*1 Der König von Thule. Roman von Paul Grabein. Machdruck verboten.) I. „Island in Sicht!" Von irgend einer unbekannten Stelle ausgegangen, Machte das Wort plötzlich die Runde an Bord der „Hamburg", und alle Krimstecher richteten sich eifrig in den schweren, grauen Nebelvorhang, der sich rings um oas mächtige, rastlos vorwärtsstampfende Schiff gesenkt hatte. Den ganzen Morgen fuhr man schon so in dem langweiligen Nebel hin; es war also höchste Zeit, daß man endlich wieder etwas zu sehen bekam. Aber wo? Wo zeigte sich die sagenhafte Insel, der man nun schon fünf Tage mit Erwartung entgegenfuhr? Ein eiliges Hin- und Herlaufen entstand auf dem oberen Promenadendeck nach Backbord und Steuerbord hin; jeder wollte zuerst die Insel „Thule" entdecken. „Hier, meine gnädige Frau — auf dieser Seite bitte!" Der stattliche, wettergebräunte Herr mit graumeliertem Spitzbart, im Bordanzug des Kaiserlichen Jachtklubs, winkte der Dame dienstfertig zu, die eben, zwei jüngeren Herren folgend, nach der rechten Schiffsseite hinübergehen wollte. „Sehen Sie schon was, Herr Kapitän?" Gespannt trat die Angerufene an seine Seite. „Bitte hier!" Der Herr reichte ihr sein Tritzder hin und gab ihm die rechte Stellung. „Ah, wahrhaftig — ja, mit dem wundervollen Glase! Ganz deutlich — unter dem Nebelvorhang sieht man dunkle Felsen, die isländische Küste!" „Die Küste doch noch nicht. Das dauert noch ein Weilchen," erklärte Kapitän Neidhardt, der seebefahrene alte Marineoffizier. „Was Sie da sehen, gnädige Frau, ist die erste der Westmännerinseln, einer Gruppe kleiner Inselchen, die dem eigentlichen Island ein paar Meilen vorgelagert sind." - „Ah so!" Jüteressiert blickte Frau Professor Söllnitz wieder hinüber. „Wir kommen immer näher. Man sieht schon deutlich die Zeichnung der Felsen. Kolossale Klippen! Sie fallen ganz senkrecht ins Meer. Und wie düster diese schwarzen, gigantischen Wände! —ch Ein dekoratives Eingangstor zur alten Insel Thule." „Ja, meine gnädige Frau." Der Kapitän nahm wieder das Glas aus ihrer Hand. „Düster, wie ihre Geschichte." „Wieso?" „Bei der Besiedelung Jslmrds haben diese einsamen Eilande eine blutige Rolle gespielt. Den ersten norwegischen Entdecker der Insel, der sich auf Island ansiedelte, erschlugen seine Sklaven und flüchteten sich dann hierher. Doch der Blutsbruder des Toten rächte rhn, fuhr mit seinem'Drachen den Mördern nach und tat sie seinerseits 0,6. — Der Boden da drüben ist mit Blut getränkt," Frau Eva Söllnitz schickte den Blick abermals zu der Felseninsel hinüber, die sich jetzt ganz klar dem Blick zeigte. „Welch starre, öde Einsamkeit! Ob dort jetzt wohl auch noch Menschen Hausen mögen?" Wie zur Antwort aus ihre Frage drehte das Schiff etwas nach links, und alsbald zeigte sich hinter dem Felsen- Vorsprung eine windgeschützte Talkehle, von deren sattgrünem Untergrund sich weiße Häuschen abzeichneten. Neidhardt wies mit dem Glas hinüber. „Wahrhaftig, Häuser! Also wirklich bewohnt," entfuhr es ihr. „Mein Gott, wie können es nur Menschen aushalten, auf diesem Felsen im Meer zu sitzen, immer rntti ewig — ab geschnitten von aller Welt durch die Meereswüste !" Mährend ihrer Worte waren die beiden jüngeren Herren, die sich mit der Schar der übrigen Schiffsgäste nach der Ausblickseite begeben hatten, zu den beiden getreten. „Eine gottverlassene Felsquetsche! Da macht' ich j« nicht mal begraben fein," bekräftigte Leutnant von Kreß^- mann die Worte der jungen Frau. „Schätzen Sie solche Solitüde, Görtz?" „Um Himmels willen!" wehrte der junge, ein sehr elegantes Schiffsdreß tragende Regierungsrat Görtz-Schib- ling ab und ließ entsetzt sein Monokel fallen. Er kam sich mit seinem jugendlichen Referendargesicht bei dem stolzen Titel selber sehr interessant vor. „Ich habe doch kein Talent zum Meergreis!" „Ja, das sagen Sie so, meine Herren," lächelte Neid- ,Hardt. „Und doch geht das alles, wenn's sein muß. Kreuzer: Sie mal zwei Jahre auf der Südsee, mit so 'nem kleinen Kippeltähn von „Möve", nnd seien Sie Kommandant, also ganz aus Ihre Kajüte und sich allein angewiesen — ich sage Ihnen, meine Herren, dann sehnen Sie sich sogar nach so 'nem Meergreisidyll!" Herzhaft lachte der alte Seemann vor sich hin. Die beiden jungen Leute antworteten aber nicht. Ihnen war der Kapitän mit seinem gelegentlichen Belehren nnd Korrigieren nicht gerade sehr sympathisch. Zu schade, daß sich die schickste und interessanteste Frau an Bord, Frau Professor Söllnitz, gerade an Neidhardt, ihren Tischherrn, besonders angefchlossen hatte! Und der „alte Knauer" — so titulierte ihr Neid den noch ganz jugendlichen, elastischen Wann rr belegte sie ja mit Beschlag, wo er konnte. Kapitän Neidhardt begann eine kleine Bordpromenade. In Gegenwart dritter schätzte er die Unterhaltung mit der scharmanten Frau nicht. Er verkehrte zwar auch gern mit Männern, aber nur im Herrenzimmer, bei der Zigarette und beim Burgunder; bei den Damen sah er sich lieber allein. Jetzt versuchte der Regierungsrat sich geltend zu machen. Er wandte sich an Frau Söllnitz: „Gnädige Frau scheinen wicht gerade sehr entzückt von diesem Vorgeschmack Islands. Ich muß auch gestehen, wenn dies die ganze Herrlichkeit sein soll, hat sich der endlose 186 Nmweg über Island zum Nordkap, wo die Gegend erst wieder anständig wird, wahrhaftig nicht gelohnt." „Aber warten Sie doch erst mal ab, bis wer überhaupt in Island sein werden," lehnte Frau Söllnitz ab. „Sie sind ja noch schlimmer als der Reisende im Plötz, der von einem rothaarigen Kellner im ersten Gasthof aus die ganze Bevölkerung Frankreichs schloß." „Jrainmatik I-a!" lobte witzelnd Herr v. Kreßmann. „Gnädige haben Ihr Schulgeld mit Erfolg angelegt. Tadellos! — Ich habe keinen Schimmer mehr vom sel'gen Plötz. „Sollten Sie wirklich jeinals einen gehabt haben?" spöttelte Frau Söllnitz. Sie hatte ihre schlanke Gestalt im marineblauen Kostüm mit verschränkten Armen über bte Reling gebeugt und lehnte so bequem, in das Kielwasser hinuntersehend, das lichtgrün, mit weißen Schaumadern durchzogen, beständig an der Flanke des Schiffs entlang vom Bug nach hinten schoß. „Pardon, Gnädigste!" entrüstete sich scherzhaft der Leutnant, während Herr Görtz-Schilling sein helles, geziertes Lachen ertönen ließ. „Wie kommen Sie zu der Meinung?" „Nun, seitdem ich gestern, beim Flirt mit Mademoiselle Dusour, Ihr wundervolles Französisch gehört habe." Ein flüchtiger Blick der jungen Frau traf ihn, aber mit einem spöttischen Aufleuchten. Sic wollte ihm doch zu verstehen geben, daß ihr seine angelegentliche Kurmacherei bei der kleinen Französin nicht entgangen sei, wenn schon seine ihr selbst sonst so ostentativen Aufmerksamkeiten ihr mehr lästig als angenehm waren. Der junge Offizier aber glaubte in seinem Selbstgefühl, aus der kleinen Attacke das Motiv geheimer Eifersucht herauszuhören. Er lächelte geschmeichelt. Aha, es war ihr also doch nicht ganz egal, wenn er seine Huldigungen anderweit darbrachtc! „Ja, freilich — mein Französisch ist ein bißchen eingerostet; aber es genügt eventuell noch, um Herzen zu brechen." Uebermütig lachte er sie an, die schon wieder ihren Blick vor sich hin in die Tiefe gesenkt hatte. Nun aber sah sie doch zu ihm hin. „Sie sind doch unglaublich eingebildet!" Aus dem scherzhasten Ton klang doch etwas wahre Meinung. „Haben Ihnen die Frauen wirtlich Veranlassung dazu gegeben?" Der kleine Leutnant warf sich in die Brust; er war wirklich ein hübscher, elegant gewachsener Junge, und seine Unverfrorenheit sicherte ihm obenein Erfolge. Aber er sagte: „Meine Bescheidenheit verbietet mir, Ihnen zu antworten, gnädigste Frau." „Bescheidenheit ist gut!" platzte der Regierungsrat heraus. „Wenn Sie sonst keine Beschwerde drückt, lieber Kreßmann — an der werden Sie sicher mal nicht sterben!" Aber Frau Söllnitz erwiderte, und diesmal zeigten ihre Worte unverhüllt den Ernst, ja eine tiefe Geringschätzung: „Ich wäre wirklich begierig, Ihre Eroberungen kennen zu lernen — oder nein, lieber doch nicht!"' 1 „Bitte sehr, meine Gnädigste!" Und nunmehr war es auch dem Leutnant mit seinem Protest ernst. Als rechter Kavalier ließ er aus die Damen seiner intimeren Bekanntschaft nichts kommen. „Ich habe den Vorzug, nur mit Damen der besten Gesellschaft bekannt zu sein." Und er !nahm eine sehr imposante Haltung an. „Wirklich?" spottete die junge Frau, langsam den Blick zu ihm wendend, ohne sich aber aus ihrer nachlässigen Stellung zu rühren. Dann aber zeigte sich um ihren seinge- chnittenen, doch herben Mund jener so oft hervortretende tolz-verächtliche Zug, der das geheime«Entzücken des Regierungsrats bildete. Unglaublich vornehm! — so sand er sie auch diesmal wieder. Gerade dies Unnahbare in ihrem Wesen reizte so kolossal. Sie aber fuhr mit kaltem, fortwerfenden Ton fort — man hatte das Gefühl, daß sie eben mit einer Miene des Abscheus, hochgerafften Saumes, über den Schmutz der Straße Hinwegschritt —: „Nun, mag sein. Das Aushängeschild „Gesellschaft" verdeckt ja heutzutage vieles." Nun aber geriet 'Kretzmann in Harnisch. „Meine gnädigste Frau — bei allem schuldigen Respekt f— Sie gebrauchen da eben Worte, die ich notgedrungen auf !bte Damen meiner Bekanntschaft beziehen muß —" „Bitte!" scharf schnitt sie ihm das Wort ab. „Wir sprachen eben nur von einem gewissen Teil Ihrer Bekanntschaften — Sie wissen recht gut, wen ich meine." Ihr verächtlicher Ton war deutlich genug. „Und Sie würden int Ernst doch wohl nicht wagen, mir eine dieser Damen zuzuführen — und wenn sie zehnmal äußerlich zur Gesellschaft gehören!" Ihre Miene war so streng, daß der sonst so dreiste Leutnant doch jetzt verstummte. Ein Teufelsweib! Man mußte doch Respekt vor ihr haben. — Der Regierungsrat aber ergriff rasch die Gelegenheit, sich als einen Mann von altpreußisch-gediegenen Anschauungen über Moral und Gesellschaft zu'empfehlen. „Ausgezeichnet, meine gnädige Frau! Mir ganz aus dem Herzen gesprochen! Es wäre nur dringend zu wünschen, daß alle unsere Frauen solche Anschauungen hätten und betätigten. Dann würde der wirklich erschreckend um sich greifenden Zerfressenheit unserer Gesellschaftsmoral ein wirksamer Hemmschuh entgegengesetzt werden." Erwartungsvoll sah er nach diesen würdigen Worten zu ihr hin, eines Lobes gewärtig; statt dessen lachte sie chm plötzlich hell ins Gesicht, in dies jugendlich-unreife Referendargesicht, dem die angenommene Würde so herzlich wenig stand. „Gut gebrüllt, Löwe!" Die schlanke Frau richtete sich von der Brüstung auf, und noch immer lachend, spottete sie: „Sie reden ja wie ein Regierungskommissar auf der Sittlichkeitskonferenz. — Gott nein, find Sie komisch!" Herrn Görtz-Schilling entfiel — diesmal unwillkürlich — das Augenglas. Nichts weniger als geistreich starrte er die Sprecherin an. Was sollte er nun bloß davon denken? Eben noch ernsteste Sittenwächterin und nun frivole Spötterin? — Wer ganz gleich! Komisch fand sie ihn, das genügte! Seine persönliche wie amtliche Würde erforderte eine scharfe Verwahrung. Aber ehe er noch das erste Wort gefunden, hatte Frau Söllnitz sich schon zum Gehen gewandt. Wieder ganz bestrickende Liebenswürdigkeit, nickte sie den beiden jungen! Leuten völlig harmlos zu. „Nun, vielleicht einigen sich die Herren über das Thema." Und schon war sie hinweg, mit energisch aufgesetztem Fuß schnell den Promenadeweg hinaufschreitend. Es lag etwas Herrscherinnenhaftes, wie in ihrem ganzen Wesen, so auch in ihrem Gang. Und wenn man auch eben erst schlecht von ihr behandelt war, es reizte einen schon wieder von neuem, um ihre Gunst zu werben. Sir war doch ein ganz einziges Weib. „Ein tolles Frauenzimmer!" Bewundernd bemerkte es der kleine Leutnant. „Der Deibel soll aus ihr klug werden!" grollte immer noch, trotz aller heimlichen Bewunderung auch auf seiner Seite, der Regierungsrat. „Wie sie mit einem umspringt, das ist wirklich mehr als toll! Von Rechts wegen müßte man sie ja einfach keines Wortes mehr würdigen." „Tun Sie's doch, Görtz," rief spöttelnd Kreßmann. „Ja — wenn sie nur nicht so verdammt apart wäre! Kein anderes Weib hier an Bord kommt neben ihr auf." „Na also!" zog der Leutnant das Resümee und hockte sich auf die Reling, gemütlich mit den Beinen in weißen Seglerhosen und -schuhen baumelnd, während er das silberne Zigarettenetui zog. (Fortsetzung folgt.) Eine Heldin. Novelle von Max Karl Böttcher-Chemnitz^ (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der greise Herzog lag mit geschlossenen Augen untJ ganz schwach atmend im Bett, an dessen' Fußende der Hofprediger in stummem Gebete kniete. Aus einem niedrigen Schemel saß der Erbprinz. Er hielt die Hand des Vaters in seinen beiden Händen und blickte ihm fast starr ins Gesicht. Die Aufregung und Ueberanspannung der verflossenen Stunden hatte tiefe Furchen in Hans Jochens Antlitz gegraben. Er wandte sich nicht, als die Damett eintraten. Merkwitz verließ, als er die Fürstin und Kathinka erblickte, das Zimmer, ebenso der Hosprediger. Kathinka kniete neben Hans Jochen nieder und weinte leise, während die alte Fürstin an die andere Bettseitg trat. So mochte fast eine Stunde vergangen sein. Da> 187 schlug der Sterbende die Augen auf. Er erkannte Hans Zöchen und lächelte mit überirdischer Milde. „Du guter Junge," sagte er matt. Dann schien ihn ungeheure Angst zu packen. „Wo ist Kathinka?" fragte er hastig. „Der alte Hämmerling erwartet mich und verlangt Rechenschaft von mir über sein Kind." Kathinka schluchzte laut. Aber Jochen umschlanA das Mädchen und sagte mit tränenerstickter Stimme: „Sie ist in guten Händen, Vater." Der Herzog griff nach Käthinkas Hand und sagte: „Mein gutes Mädel." Seine Hand fiel zurück. Er war verschieden. Zwei Minuten später rauschte die herzogliche Flagge der Schloßzinne aus Halbmast. * , Die Trauerfeierlichkeiten waren vorüber. Das Leben litt Residenzschlosse gewann nach und nach wieder das alte Aussehen. Der neue Herzog hatte das Regiment übernommen und schien in der Arbeit Trost zu suchen für den herben Verlust. Die höchsten Beamten hatten, altem Herkommen gemäß, ihre Demission angeboten, aber Hans Jochen behielt alle in seinen Diensten, selbst Gras zu Hollen. Auch in der Hofordnung war alles beim alten geblieben, nur das Diner Pflegte der junge Herzog regelmäßig im Gartenpalais bei der Fürstin einzunehmen. Kathinka hatte er seit der Beisetzung nicht wieder gesehen. Sie war am nächsten Tage an den Hof zu N. abgereist, um bei Prinzeß Clarissa bis zum nächsten Frühjahr zu verweilen. So vergingen Herbst und Winter in stiller Trauer und anstrengender Regierungsarbeit. Kurz nach Ostern verlegte der Hof zu N. sein Hoflager nach dem Lustschlosse zu Wallichsee, — und hier wollte auch Hans Jochen der herzoglichen Familie fernen ersten offiziellen Besuch abstatten. Exzellenz Graul, Merkwitz, Dr. Brian und Staatsminister Löwe begleiteten ihn, während die Kabinettsordre keinerlei Notiz über die Verwendung Hollens enthielt. Vier Tage dauerte die Abwesenheit des Hofes, und in dieser Zeit hatte sich Gras Hollen einen Plan geschmiedet, durch dessen Ausführung er nicht nur seine wankende Stellung bei Hofe befestigen, sondern sich sogar noch weiter an die Stufen des Thrones bringen wollte. Kurz nach der Rückkehr des Hofes vom Schlosse Wallich- see wurde des Herzogs Verlobung mit Prinzessin Clarissa zu N. proklamiert, und bald darauf zog auch Kathinka von Hämmerling wieder in der heimatlichen Residenzstadt ein und nahm tote zuvor im Gartenpalais bei 'Ihrer Durchlaucht Wohnung. Durch des alten Herzogs Tod hatte sich das Verhältnis der Hofdame und ihrer Herrin noch inniger gestaltet. In Kathinka wär während ihres Aufenthaltes bei Prinzeß Clarissa eine Wandlung vorgegangen. Ihre Liebe zum Herzog hatte sich durchaus nicht vermindert, sondern sie war eine tiefere, reinere geworden, eine Liebe, die den verklärenden Schein der Entsagung trägt. Kathinka war ernster, ruhiger geworden. Ihr monatelanger Verkehr mit Prinzeß Clarissa hatte sie zum Nachdenken geführt. Sie liebte des Herzogs Braut und diese schwesterliche Liebe hatte sie erkennen lassen, daß die kleine Prinzessin wohl verdiene, Hans Jochens Gattin zu werden. Die beiden glücklich zu machen, war jetzt ihr höchstes Streben. Freilich kamen auch Stunden, in denen sich ihr liebendes Herz wiederum bäumte gegen die edle Entsagung, — die alte Liebe brach durch und verlangte nach Erfüllung ihrer Wünsche, und nur schwer vermochte sie diese Anwandlungen egoistischer Schwäche niederzukämpfen. JU solchen Stunden wurde ihr die Fürstin Clothilde zur mütterlichen Trösterin. Die alte Dame schien zu wissen oder doch zu ahnen, was des Mädchens Herz bewegte. Sie spracht dann oft von ihrer Jugend, von schönen, aber törichten Liebesträumen, die sie selbst durchlebt und Kathinka fand sich dann wieder. Den Gedanken, die Residenz zu verlassen und im Auslande eine Stellung als Gesellschafterin zu suchen, der ihr in Stunden größter Schwäche kam, verwarf sie endgültig. Das wäre undankbar gegen die Fürstin und schwach gegen sich selbst gewesen. Sie wollte ausharren. Von dem Tage ihrer Rückkehr an kam der Herzog seltener in das Gartenpalais, und auch das Diner nahm er nun im Schlosse ein. Traf er mit Kathinka zusammen, so sprachen sie über gleichgültige Dinge, und wie in stillem Einverständnis würde die Hofetikette von beiden Seiteü beachtet. Die allMorgendliche Promenade der Fürstin und Käthin- kas wurde nach und nach auf die Stadt ausgedehüt. Die beiden Damen besuchten arme Kranke und brachten allerhand Nahrungsmittel und Erfrischungen, die Kathinka in einem Körbchen trug. Merkwürdigerweise begegnete ihnen in der letzten Zeit auf diesen Gängen KamMerherr Graf zu Hollen recht häufig«. Er bat sogar um den Vorzug, die Damen begleiten zu dürfen und zeigte dann ein in ihm nie gesuchtes Interesse für die Not armer Menschen. Und als dann einige Tage später Kathinka allein ihre Kranken besuchen ging, weil die Fürstin infolge ihres Rheumas an das Bett gefesselt war, stellte sich der Kammerherr regelmäßig ein. Die Hofdame Ihrer Durchlaucht behandelte ihn zwar wie einen vollständig Fremden, so kühl und abweisend, aber der Graf ließ sich dadurch nicht beirren. Er war durchaus nicht aufdringlich, sondern zurückhaltend und devot. Er hatte eine Art, mit bitterem Schmerze seiner Ungnade beim Herzog zu gedenken, die in Kathinka beinahe Mitleid für ihn ertoedte, Und das war es, was Hollen bezweckte. Eines Tgges begrüßte er Kathinka mit den Worten: „Sie wundern sich, daß ich schon wieder zur Stelle bin, gnädiges Fräulein? — O stellen Sie es nicht in Abrede, ich sehe es ihrem Gesichte an." Er beugte sich ein wenig zu Kathinka und sagte gedämpft: „«Sie sind noch zu jung, Gnädigste — und noch zu wenig von Hoftuft durchweht, als daß sie die hehre Kunst des Verstellens schon beherrschten. Aber fassen sie mein Hiersein nicht falsch auf, Sre täten mir unrecht. Meine ewige Dienstlosigkeit ist nicht eine Ungnade Sr. Hoheit, — o nein, — das ist der Ausdruck größter Gnade: Ich soll Zeit haben, hier Ihrer zu erwarten." „Herr Gras," rief Kathinka zornig und wandte sich ab. „Ich wollte Sie nicht kränken. Verzeihen Sie einem armen gequälten Manne. Und gestatten Sie mir noch ein offenes Wort." Kathinka sah ihn scheu von der Seite an. Angst packte sie und sie beschleunigte ihre Schritte. Trotzdem begann der Kammerherr: „Sie wissen ebenso gut als ich, mein Fräulein, daß der Herzog mir nicht hold gesinnt ist, Sie wissen aber nicht, wie unrecht mir Sr. Hoheit tun. Ich bin ein treuer Diener gewesen, — 19 Jahre «dem ictH'ett Fürsten, — und wollte es fern bis an mein Ende dem jungen. Aber man will mich nicht, man hat mich stillschweigend vom Dienste dispensiert in der Voraussicht, daß ich um meine Entlassung bitte. Aber das tue ich nicht." „Was sollen alle diese Worte, — ich bitte Sie, Herr Graf, solche rein persönliche Angelegenheiten?" „Hören Sie mich, Gnädigste. Die Maßnahmen des Herzogs haben den Stachel tiefster Kränkung in mein Herz« versenkt — und doch bin ich dessen fröhlich," Sie befanden sich auf einem ei)amen Weg dicht hinter dem Wallgraben. Hollen war stehen geblieben und blickte Kathinka starr an: „Ja— und doch bin ich fröhlich, denn durch meine dienstfreie Zeit ist mir das Glück geworden. Sie — beste Freundin, alltäglich zu treffen — und meine Wertschätzung, die ich schon am ersten Tage Ihres Hierseins in der Residenz für Sie hege : in Liebe zu verwandeln," (Fortsetzung folgt.) Yoghurt. Der Boghurt, ein in den Balkanstaaten seit altersher beliebtes Getränk, ist eine saure Milch, die sich von gewöhnlicher sauerer Milch dadurch unterscheidet, daß sie erstens von gekochter Milch gewonnen und zweitens nicht durch die gewöhnlichen Milch- säurebakterien, sondern durch die Boghurtbakterien, unter denen der bedeutendste der Bacillus bulgaricus ist, gebildet wird. Die Bereitung des Boghurt geht in der Weise vor sich, daß Milch abgekocht, auf 450 C abgekühlt, sodann mit einer kleinen Menge (etwa 1 Proz.) bereits vorhandenen Aoghurts versetzt und dann Bet einer Temperatur von 450 C mehrere Stunden aufbewahrt wird, bis die Milch geronnen und somit der Boghurt fertig ist. Tie kleine Menge Boghurt, welche man der Milch zusetzt, um neuen Boghurt zu bereiten, nennen die Bulgaren „Maya". Letztere enthält die Boghurtbakterien meist in Reinkultur: doch werden zuverlässige Boghurtkulturen auch in Deutschland von verschiedenen Instituten abgegeben. Hat man aufgekochte, d. h. sterilisierte, Milch bei «einer Temperatur «von 40—450 C mit Bogüur* 188 qeimpft und sie in einem gut gedeckten Gefäß stehen gelassen, so vollzieht sich ein rasches Wachstum der man kann binnen einiger Stunden eine ^flockige Gerinnung und rasch zunehmende Säuerung wahrnehmen, ein Zeichen, vag der Yoghurt gebrauchsfertig ist. Yoghurt besitzt einen hohe diätetischen Wert sowohl für Menschen wie auch für Tiere. Dieser beruht auf der Eigenschaft der Yoghurtbakterien, die im Darm- kanal ansässigen, für die Gesundheit nachteiligen, zuweilen sogar gefährlichen, sogenannten Colibakterien zu überwuchern und zu verdrängen. So tritt denn bei Menschen nach längerem Genuß von Yoghurt eine deutliche, angenehme Beeinflussung des Woh- befindens ein, das namentlich durch guten Stoffwechsel herbei- ^b^We^nicht nur für Menschen wird Yoghurt als ein gutes Getränk ärztlich empfohlen, sondern man verabreicht es auch mit Erfolg den Tieren, insbesondere Kalbern. Neuere Versuche haben nun gezeigt, daß, wenn Yoghurtbakterien täglich immer von neuem in abgekochter Milch 45’C fortgeimpft werden, die Lebensfunktionen so hoch getrieben werden, daß die Gerinnung der Milch schon nach zwei Stunden eintritt, wahrend der Vorgang bei Anwendung älterer Kulturen 4 bis 6 Stunden in Anspruch nimmt. Ferner hat man die Beobachtung gemacht, daß die Milchsäurebildung nicht in jedem Lebensalter der Bakterien mit gleicher Intensität erfolgt, vielmehr tritt, wenn man die Bakterien in die für ihre Entwicklung günstigsten Beding gungett bringt, zunächst eine massenhafte Vermehrung em und erst, ivenn die Bakterien ein gewisses Alter erreicht haben, be- ginnt die Milchsäurebildung. Mit hochwirksamen Kulturen awgesetzte Milch zeigt nach ein bis zwei Stunden einen faden, fast widerlichen Geschmack: erst in der dritten Stunde tritt plötzlich die Gerinnung ein und es steigt der Saurv- grad ständig. Unter diesen Umständen pflegt man die Yoghurt- bakterien gerade dann dem zu schützenden Tiere einzuflößen, wenn sie sich auf der Höhe ihrer Lebensfunktionen befinden. Eine derartige Kur ist einfach und bequem. Der praktische Tierarzt verfährt folgendermaßen: Vs Liter abgekochte und auf 40 bis '45° C abgekühlte Milch wird mit einem kleinen Kaffeelöffel hoch- wirksamer Yoghurtkultur in einer verschlossenen Flasche gemischt Und diese in einen größeren Topf mit Wasser von 46 bis 48° C gestellt. Das ganze wird dann mit einem wollenen Tuch gut eingehüllt und bleibt 1 bis 2 Stunden stehen, worauf die noch nicht geronnene Milch warm dem betreffenden Tier, wie erwähnt, vor allem Kälbern bei Ruhr, verabreicht wird. — Man sieht, die Wissenschaft bleibt nie stehen und sucht immer nach neuen Mitteln zur Förderung der Gesundheit.von Mensch und Tier. *■ Warum verderben Nahrungsmittel durch Gewitter? Man weiß seit langem, daß gewisse Nahrungsmittel wie Milch, Fleisch, Wildbret, Fleischbrühe unmittelbar nach einem Gewitter sich ungleich schneller zersetzen als bei normaler Temperatur, ja selbst bei verhältnismäßig großer Hitze. Unmittelbar nach einem Gewitter gemolkene Milch ober Milch, die bei dem Transport von einem Gewitter heimgesucht wird, kommt fast immer in nicht ganz einwandfreiem Zustande am Bestimmungsorte an, ist sauer ober jebenfalls so säuerlich, baß die Zersetzung nur noch eine Frage sehr kurzer Zeit ist. Man hat bisher diese merkwürdige Erscheinung auf elektrische Einwirkungen und vor allem auf das Ozon zurückführeii wollen. Nun hat der französische Forscher Trillat vom Institut Pasteur umfassende neue Untersuchungen vorgenommen, die diese alte Annahme zerstören und eine interessante neue Erklärung bringen. Schon in einer früheren Arbeit konnte bet Gelehrte nachweisen, daß selbst winzige Mengen von fauligen Gasen genügen, um den Zersetzungsprozeß der Milch Unverhältnismäßig stark zu beschleunigen. Man weiß, daß die atmosphärischen Entladungen des Gewitters die in der Erde und in den Gegenständen enthaltenen Gase in ihrer Entwicklung fördern: dadurch erklärt es sich auch, daß unmittelbar nach einem Gewitter die. Gerüche stärker wahrnehmbar sind als vorher. Es konnte wahrscheinlich angenommen werden, daß diese verstärkte Gasausdünstung mit dem beschleunigten Zersetzungsprozeß der Milch und anderer Nahrungsmittel in einem ursächlichen Zusammenhänge steht. Um den Wert dieser Hypothese zu prüfen, hat der Gelehrte jetzt praktische Versuche unternommen. Et verglich dabei unter verschiedenen Verhältnissen den Zersetzungsprvzeß der Milch, indem er am gleichen Ort und unter gleichen Umständen gleich alte Milch der Einwirkung der Gasausdünstungen bei ruhiger Witterung und unmittelbar nach einem Gewitter aus- setzte. Dabei konnte der Zusammenhang zwischen dem , Tempo des Zersetzungsprozesses und dem atmosphärischen Druck einwandfrei nachgewiesen werden. Die Veränderungen, die man unmittelbar nach dem Gewitter bei anderen organischen Substanzen wie bei Fleisch, Wildbret und gewissen zersetzungsfähigen Flüssigkeiten beobachte^ lassen sich ohne Schwierigkeit auf die gleiche Art * Ein Hut für 4000 Mark. In der Londoner Regent- Street wird seit einigen Tagen ein Hut bewundert, der großes Aussehen macht, denn diese Kopfbedeckung kostet nicht weniger als 4000 Mk. Doch dieser Hut ist nicht etwa aus Gold gewirkt ober mit Edelsteinen beseht: e8 ist ein ganz einfacher Strohhut, beste« einziger Schmuck ein paar herrliche Straußenfedern bildet. Dieses Muster einfachen Geschmackes ist Eigentum einer indischen Prinzessin, der Prinzessin Preliva, der Schwester des Maharadscha von Eooch Behar. Und diese Zndierin, die glückliche Besitzerin deS 4000 Mk. - Hutes, wird künftig den europäischen Modisten noch manches zu verdienen geben, denn sie ist die Braut eines großen englischen Industriellen, Lionel Mander. kf. Ein neues Riesenleuchtfeuer beiNewyork. Vom 15. April ab werden die Schiffe, die in den Halen von Newport einfahren wollen, ein neues Riesenleuchtfeuer erblicken, das das zweitslärkste Un allen amerikanischen Küsten ist. Die Station verfügt über ein weißes Standleuer von 300 000 Kerzen Stärke. Das Licht wird auf eine ®nt!ernung von 21 Meilen, also rund 45 Kilometer, sichtbar fein. Die Amerikaner haben nur noch ein Leuchtfeuer, das weiter sichtbar ist, nämlich das sogenannte „Naoe- sink-Feuer", dessen Licht noch eine Meile weiter, also ungelähr 46,5 Km. weit, sichtbar ist. Tas Navesink-Feuer ist aber fein lefteS Licht, sondern ein Blinkfeuer, das mit Pausen von 5 Sekunden arbeitet. Das neue Leuchtieuer ist auf einem kleinen Hügel in Richmond auf ©taten Island erbaut. Der Turm hat eine Höhe von 70 Meter. Ein Schiffsführer, der das neue ßeucbtfeuer und den West Bank Leuchtturm vor sich hat, weiß, daß er unmittelbar aul den Anibroß-Kanal zusteuert und vier Meilen weiter seinen Kurs beibehalten kann. kf. Wie man in China druckt. China, die Wiege der Buchdruckerkunst, hat sich vom Wendlanbe hierin überflügeln! lassen müssen. Das ist wohl nicht zum mindesten der ungeheuren Anzahl der „himmlischen" Lettern zuzuschreiben. 41000 Buchstaben zählt das vollständige chinesische Alphabet, wie es das Lexikon Kang Hsis angibt. Der chinesische Buchdrucker hat zwar dieses Alphabet bedeutend eingeschränkt, aber der Arme muß sich doch noch mit etwa 7000 Lettern herumschlagen. Trotz der riesigen Anzahl von Schriftzeichen mangelt es ihm doch bisweilen an fertigen Lettern, und ba hilft er sich, inbem er die ungewöhnlichen Zeichen kurzerhand durch einen Gravierer schneiden läßt. Holz, und zwar besonders Birnen- und Pflanmen- baumholz, wird dazu benutzt. Zur weiteren Entwicklung der Schriftzeichen dient ein chemischer Prozeß, der tm wesentlichen darauf beruht, daß der Buchstabe zuerst in Holz als Gußform ausgeschnitten, dann in einen Trog mit Kupserlösung hineingetan wird. Nach einigen Tagen hat sich ein Niederschlag gebildet, der dick genug ist, um losgelöst werden zu können und imrd in den Metallrahmen hineingespannt. Die Settern, die man auf feitfe Weise erhält, besitzen jene kaligraphische Schönheit, die den Chinesen so lieb und wert ist: sie übertreffen hierin bei weitem unsere gewöhnlicheti Schriftzeichen. Obwohl alle chinesischen Zeitungen und Bücher, die auf modernen Grundlagen aufgebaut sind, jetzt mittels beweglicher Metallettern hergestellt werden, wird alles, was auf das alte China Bezug bat, noch in der alten von der Zeit geheiligten Methode 'gedruckt, sind noch ein Umstand spricht mit, daß die chinesischen Klassiker nicht auf die moderne Art und Weise gedruckt werden. Die alte Druckerschwärze besitzt nämlich jenen für europäische Nasen allerdings recht unangenehmen Geruch, der für den chinesischen Geist einen guten Wert anhaften muß. Auch die Photolithographie hat Eingang in China gefunden: mit ihrer Hilfe ist es möglich, gute Wiedergaben bet Schriften herzustellen, bie von den berühmten chinesischen Literaten früherer Zeiten so sorgfältig aufgezeichnet worden sind. * Bescheidenheit am rechten Ort. In der Neü- york Tribüne erzählt Reginald de Kopen zum Lobe der Bescheidenheit eine lustige kleine Geschichte: Eine Gruppe von Touristen besuchte das Beethovenhaus iU Bonn. Ein ,unges Mädchen, etwa zwanzigjährig, setzt sich unbekümmert an Beethovens Instrument und spielt seine Mondscheinsonate. Beeb, Hovens eigenes Werk in Beethovens Zimmer auf Beethovens Instrument ! Die junge Dame spielt miserabel. Als sie fertig ist, erkundigt sie sich bei dem alten Hüter des Hauses: „Ich vermute, daß viele berühmte Musiker hier waren und auf diesem! Instrument gespielt haben." Worauf der wackere Alte die selbstbewußte junge Dame ruhig anblickt und schließlich erwidert: /.Gewiß, Fräulein, im vergangenen Jahr war Paderewski hier, und seine Freunde bestürmten ihn, auf dem Instrument zu spielew Aber er schüttelte nur den Kopf und sagte: „Nein, dessen bin sch nicht würdig. . Rätsel. Zu einem Tischgerät, das jeder kennt, Sei noch „r i" am rechten Ort geschrieben; Dies ist ein Rächer, den die Bibel nennt, Er hat zwei arge Sünder einst vertrieben. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Arührnogriphs in voriger Nummer; Mai — Alanen — Delle — Kain — Hi — Neg — Barna — Emma — Yen; Mac Kinley. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Untoerstiäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lang», ©leien?