<912 - Nr. 96 Samstag (en 22. Juni Ä: 14 p't j« W. r-| M Dir von Gründingen. Roman von Freiherr von Schlicht, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Baron sah ein, es blieb ihm nichts anderes übrig, als^ auf ihren übermütigen Ton einzugehen. Und doch errret er, daß etwas Ernstes dahinter wäre. Wußte auch Iw, daß er um Dagmar warb? Wollte sie ihm die Kameradschaft, von der sie ihm schon manchmal gesprochen, dadurch beweisen, daß sie ihm hals, sein Ziel zu erreichen? Es lag ihm auf den Lippen, auch ihr, wie vorhin zu Hans, zu sagen: gib dir keine Mühe — entweder komme ich allein Dahin, wohin ich will, oder gar nicht. Aber das wäre nicht nur unhöflich gewesen. Vor allen Dingen hatte er dann gezeigt, daß er ihre Worte wirklich ernst nahm. „ So sagte er denn nur: „Wann ich komme, gnädiges Fräulein, — Sic brauchen nur zu bestimmen. Am liebsten jetzt gleich. Spätestens morgen früh. Sie können sich denken, wie neugierig ich bin, meine spätere Frau kennen zu lernen---ich werde die ganze Nacht vor Aufregung nicht schlafen können." „Ich werde Auftrag geben, daß man Ihnen ein Glas Zuckerwasser ans Bett stellt," rief der Graf, der sich über Marianne wieder einmal köstlich amüsierte. Marianne merkte gar nicht, daß sie geneckt wurde. Sie war Feuer und Flamme dafür, daß die Beiden sich heiraten sollten. Sie vergaß darüber sogar die Wette, sie sah nur Die Beiden, die nach ihrer Ueberzeugung so gut zueinander paßten; da war es doch Christenpflicht, sie zusammenzu- bringen. „Also schon, Herr Baron. Morgen früh. Ich erwarte Sie. Um wieviel Uhr?" Der Baron dachte einen Augenblick nach: „Ra — sagen wir mal, morgen früh um fünf." „Aber Baron, seien Sie doch ernsthaft," schalt Marianne. „Ich meine es wirklich gut mit Ihnen, und Sie werden mir noch eines Tages dankbar sein, wenn ich Sie glücklich unter die Haube gebracht habe. Kommen Sie nm zehn." „Da hält der Dienst mich hier fest — da gebe ich Rcit- nnterricht." „Dann kommen Sie gleich hinterher und frühstücken Sie bei uns." „Das geht nicht, da muß der Baron mit mir Tennis spielen," rief Alexa. Der Baron machte ein ganz verzweifeltes Gesicht: „Da sehen Sie es ja, gnädiges Fräulein! Ist es nicht gräßlich! Da soll man nun heiraten und kann nicht! Lediglich, weil man keine Zeit hat, auf Brautschau zu gehen." Dann aber, ernsthaft werdend, setzte er hinzu: „Wenn Sie gestatten, komme ich morgen nachmittag gegen vier Uhr — ich bin Ihrem Herrn Vater sowieso schon lange einen Besuch schuldig." Marianne stimmte lebhaft bei: „Das freut mich riesig! Daun trinken Sie bei uns Kaffee — aber Kuchen gibt es nicht, dann hätten Sie sich früher anmelden müssen." Es war spät, als Marianne endlich ihren Wagen anspannen ließ. Im stillen hatte sie doch noch gehofft, daß ihr Vater sie auf dem Rückweg von der Stadt abholen würde. Aber wenn der einmal in seiner geliebten Weinstube saß und den Flaschen den Hals brach, da stand er fürs erste nicht wieder auf. Sv fuhr sie denu allein ihrem väterlichen Gute ent- gegewund lehnte selbst die Begleitung des Barons ab, der sich erboten hatte, sein Pferd satteln zu lassen, so gerne sie auch schon heute abend mit ihm über Dagmar gesprochen hätte! VIII. Hans war schon seit acht Tagen fort. Am Anfänge hatten alle gefürchtet, sie würden sein übermütiges Lachen und seine tollen Scherze entbehren. Aber das erwies sich als unbegründet. Denn Hans hatte plötzlich einen- Nachfolger gefunden, der ihm an liebermut in nichts nachstand: das war der Baron. Keiner erkannte ihn wieder. Er war zwar immer noch der ernste, gereifte Mann, der das Leben kennen gelernt hat und es keineswegs auf die leichte Schulter nimmt. Aber oft schien er jetzt doch wieder der junge, leichtlebige Leutnant von früher zu sein. Und die Metamorphose war mit'ihm vorgegangen, seitdem er von seiner „Brautschau" zurückgekehrt war. Er hatte eine überaus lustige Schilderung seines Besuches bei Marianne gegeben und hatte mit den Worten geschlossen: „Wenn ich auch trotz dieses Besuches aller Wahrscheinlichkeit nach bis an mein Lebensende Junggeselle bleibe, so hat Fräulein Weidemann mir doch bewiesen, daß ich alle Ursache habe, mich meines Lebens zu freuen, und daß ich es noch viel fchöner finden würde, als ich es jetzt tue, wenn ich es etwas leichter nehmen würde. Da habe ich mir gelobt, wieder der Alte zu werden, und ich werde mir die größte Mühe geben, mein mir selbst gegebenes Versprechen zu halten." Was er mit Marianne in Wirklichkeit gesprochen, erfuhr vorläufig kein Mensch. Auch Dagmar nicht. Daß an der Erzählung des Barons kein wahres Wort war, erriet sie sofort. Aber das, was sie wissen wollte, wußte sie damit doch nicht. In Wirklichkeit hätte Marianne ihm natürlich Dagmars Bild gezeigt, nur von iHv gesprochen, ihm in ihrer Offenherzigkeit von ihrer Wette erzählt, ihm den Schmuck gezeigt, den sie aufs Spiel gesetzt, und ihm kategorisch erklärt, es sei einfach seine Pflicht, sich mit Dagmar zu verloben, schon damit sie „Old Fellow!" gewänne. 382 Er hatte sie ganz ruhig angehört, hatte aber auf ihren Vorschlag, Dagmar zu heiraten, mit einem so herzlichen Lachen geantwortet, daß sie beinahe zu weinen anfing. „Aber Dagmar liebt Sie! Ich weiß es genau! Das habe ich bei federn Zusammentreffen aufs neue gemerkt," hatte sie ganz verzweifelt gerufen. Er hatte nur von neuem gelacht: „Komtesse Dagmar liebt mich ebensowenig wie ich sie." — Marianne war starr gewesen. Auf den Gedanken, daß der Baron nicht bis über beide Ohren verliebt sei, war sie noch gar nicht gekommen. Sie konnte es auch jetzt nicht glauben, und völlig fassungslos sah sie ihn an. Aber er hielt ihren Blick so ruhig aus, daß sie sich täuschen ließ. Er sprach nach ihrer gewissenhaften Ueber- zeugung die Wahrheit, und sie wurde ganz verzagt. Es war ihr Lieblingslvunsch getvesen, auch einmal eine Heirat zu stiften, wie so viele andere Damen es auch taten. Hier hätte sie die beste Gelegenheit gehabt. Und nun war es doch nichts ■--. Ganz verzweifelt sah sie dem Baron nach, als dieser fortschritt. Hätte sie ihn hören können, wie er wenig später lustig vor sich hinsang und -Pfiff, während er auf der Chaussee dahintrabte, hätte sie etwas geahnt von dem stürmischen Glücksgefühl, das seine Brust erfüllte, — so Hütte sie nicht so verzagt zu Hause gesessen. Der Barvn war darauf gefaßt gewesen, daß sie ihm von Dagmar sprechen würde, und er war sich über fein Verhalten für diesen Fall und über seine Antworten bereits klar, bevor er zu ihr ritt. Unter keinen Umständen durfte er sie in dem Glauben lassen, daß Dagmar etwas für ihn empfand, und er selbst durste seine Leidenschaft erst recht nicht verraten. Er wußte: Marianne würde nichts Eiligeres zu tun haben, als die Freundin den Inhalt des Gesprächs mrtzuteilen. Erfuhr Dagmar da, daß er von seiner Liebe gesprochen, so würde ihr Trotz von neuem erwachen, sie würde der Freundin aufs neue ihr „Niemals!" schwören; und je mehr sie sich in ihre verachtende Gleichgültigkeit und in ihren Zorn gegen ihn verrannte, um so schwerer würde der Sieg sein — —. Daß sie seinem Bekenntnis, sie nicht zu lieben, keinen Glauben schenken würde, war gelviß. Aber sie hätte mit Recht gering von ihm denken können, wenn er nach Primanerart von seiner Liebe sprach, wenn er vielleicht gar Mariannens Hilfe erbeten hätte, um Dagmar zu gewinnen — wenn er ihr damit gezeigt hätte: allein bin ich dir doch nicht gewachsen, ich brauche Unterstützung. Dann hätte er ihr spöttisches, verächtliches Lächeln ruhig ertragen und es hinnehmen müssen, wenn sie seinem Werben ein immer energischeres „Nein" entgegensetzte. Und wenn die Welt untergeyen soll — du gewinnst Dagmar doch! Mit absoluter Gewißheit war dieses Gefühl über ihn gekommen. Er sang und trällerte den ganzen Tag; er schämte sich manchmal vor sich selbst, daß er wieder ein langer Leutnant zu sein schien, aber er ließ seinem Ueber- mut doch die Zügel schießen. Und er ließ sich seinen Frohsinn auch dadurch nicht rauben, daß Dagmar über sein Wesen empört war Ihr Stolz verbot ihr, Marianne zu fragen, was sie mrt dem Baron besprochen, was dieser geantwortet habe Und bte Freundin selbst schwieg. Dagmar glaubte trotzdem, alles zu.erraten: Marianne hatte ihm von der Wette erzählt, der Baron hatte bar- aus und aus dem Mitgefühl, das sie an jenem Abend für ihn empfunben, bte Gewißheit gewonnen, baß sie ihn lrebe, unb in seiner sicheren Sorglosigkeit war er nun übermütig unb lustig. Sie war empört über bie Zuversicht, bie er zur Schau trug, unb sein Lachen war ihr verhaßt, weil sie wußte, wcw Ursache seiner glücklichen Stimmung Unb er zwang sie mitzulachen, auf seinen übermütigen Ton emzugehen, sie mußte es tun, wenn sie sich nicht verraten wollte. Aber sie mochte sich noch so viel Mühe geben, er tanrtie boch ben Wiberstanb, bett sie ihm entgegensetzte, er taugte, tote schwer es ihr würbe, ihm ihren Zorn unb ihre Verachtung nicht zu zeigen. Unb bas stimmte ihn erst recht übermütig. Ohne baß er es beabsichtigte, hatte er lie fetzt so wett, wie er sie haben wollte — jetzt wurde es eilt Kampf zwischen einem neuen Petruccio und einer neuen Katharina! Jetzt war sie die „Widerspenstige", die er bezähmen und bezwingen mußte, damit sie ihn als ihren Herrn und Meister anerkannte. — — Dagmar haßte den Baron, sie haßte ihn um so mehr, weil sie nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor allen anderen beständig Komödie spielen mußte! Wenn sie am liebsten aufgesprungen wäre, um seine Stimme und sein Lachen nicht mehr zu Hören, bann mußte sie ruhig neben ihm sitzen bleiben. Wenn sie vor Zorn unb Empörung hätte weinen können, mußte sie mit lachen und sich stellen, als ob sie sich köstlich amüsiere! Wenn er schwieg, um auch andere einmal zu Wort kommen zu lassen, mußte sie ihn bitten, in seiner Erzählung fortzufahren. Wenn er ihr bei dem Klavierspiel die Noten umwendete, wenn sie sich mit Gewalt beherrschen mußte, in seiner Nähe nicht unruhig zu werden unb dann eine falsche Taste anzuschlagen, dann mußte sie tun, als wäre seine Gegenwart ihr äußerst willkommen, als sei sie ihm dankbar dafür, daß er bie Notenblätter Umschläge —. Früher hatte sie sich eingeredet und es auch geglaubt, daß sein Besuch auf Schloß Gründingen in ihren Augen zwar eine Keckheit sei, daß seine Anwesenheit sie aber sonst gang kalt ließe. Jetzt aber haßte sie ihn, und daß er es merkte, daß sie sich gar keine Mühe gab, ihre Stimmung gegen ihn zu ändern, daß er nichts tat, um sie zu versöhnen, sondern daß er über sie lachte und sich über sie amüsierte, das erfüllte sie immer wieder von neuem mit leidenschaftlichem Zorn unb mit Verachtung gegen ihn. Einmal hatte sie sich fast verraten. Sie mochte eines Abenbs boch wohl etwas aus der Rolle gefallen sein, denn am nächsten Morgen fragte die Gräfin sie: „Es kam mir gestern so vor, als wärest du in deinem Benehmen gegen den Baron gereizt gewesen. Ihr habt euch boch nicht etwa gezankt? Hast du ihm etwas übet genommen?" Sie hätte am liebsten spöttisch aufgelacht und gesagt; „Aber ich bitte dich, Manta, mit dem Baron zu zanken, — das lohnt sich boch wirklich nicht." — Im letzten Augenblick hatte sie sich indessen eines anderen besonnen und einfach erklärt: „Du irrst dih, Mama. Du mußt irgend eines meiner Worte falsch auL- gelegt haben. Das Verhältnis zwischen mir und dem Baron ist bas benkbar beste." „Das freut mich, mein Kind," hatte die Gräfin er» widert, „der Baron ist ein selten liebenswürdiger, feiner Aristokrat. Ich freue mich für ihn, daß er nach lan schweren Jahren endlich seinen Humor wiedergefunden und es hätte mich deshalb doppelt betrübt, wenn uuc ernste Verstimmung zwischen euch beiden unser gemütliches Zusammenleben gestört oder auch nur vorüber gehend getrübt hätte." (Fortsetzung folgt.) Die Signalvorrichtung. Eine Schmugglergeschichte von Alfred Manns (Bremen). Im südlichen Teil des Böhmerwaldes liegt, eine knappe Stunde von der bayrischen Grenze entfernt, ein kleines Gebäude, das den diensttuenden Grenzsoldaten des Distrikts als Behausung dient, ^sn dem kahlen Wohnraum saßen an einem Spätsommerabende die beiden Bewohner des Häuschens, zwei gediente Unter» omztere, denen man es ansah, daß sie weder vor dem Teufel, noch vor einer Hand voll Pascher, noch vor einem guten Glase Schnaps sonderliche Furcht hatten. Franzel, der bei einem Garde-Regiment gestanden hatte, stützte den Kopf in beide Hände und, die Zigarette fesch im Mundwinkel balancierend, sprach er viel von Damen, von persönlicheuk Mut unb auch von seiner Schlauheit, letzteres in bescheidenem Jvne,_ der ihm, tote er wußte, besonders gut stand. Franzel war em schöner Mensch, nur schade, daß er das ebenfalls wußte. „Hm," machte der riesige, bärenstarke Lenz mit dem grim» nttgen Gesicht und den gutmütigen Augen, „schlau, oder nicht wstau ist ja ganz einerlei jetzt. Seit an der Grenze hier die versteckten Alarm- und Signalvorrichtungen sind, traut sich kein Pascher mehr durch." "icht, Lenz, daß sie auch ein wenig wittern, wen sie vor sich haben in uns Zweien?" fragte der schöne Franzel und dachte dabei nur an sich. Lenz zuckte ein wenig zweifelnd die Schultern. „Na, weißt du, gertstene Bruder smd das schon, aber sie werden sich jetzt halt bequemere Plätze aussuchen." 383 r,Weißt," meinte Franzel nach einer Bause, >,das hier ist iem verzweifelt ödes Loch. Sein Madel in der Gegend, kaum eine, Kneipe., Zum Teufel, wenn wenigstens die Pascher hier ein wenig Schneid hätten, das brächte doch Abwechslung. Ordentlich sehnen tut man sich danach." „Ra, verschrei's nur nicht, so amüsant ist das nicht." »,Ach was, ein Gaudi wär's, und daß sie nicht entwischten, dafür ist der Franzel gut. Einen Mordsspaß müßte das geben, wenn man die Kerle festnimmt, und wenn nachher unter dem falschen Bart And unter dem Ruß der Weber Sepp aus 'Doli- dorf oder der Hardt Andres aus Eudkirch steckt." t .Lenz schüttelte den Kopf. „Stellst dir's anders vor, als es ist: Du wirst mir's glauben, fürchten tu ich mich nicht, aber Spaß hab ich nie viel dabei gefunden. Und Bekannte wirft 'schwerlich erwischen, die machen so was nicht in ihrer Gegend, die gehen Wo anders hin, denn Gauner sind sie natürlich alle." Frankel verzog ein wenig spöttisch die Mundwinkel, er hatte keine große Meinung von Lenz, obwohl der schon acht Jahre Grenzdienst hinter sich hatte. ' Lenz sah jetzt nach der.Uhr. 7,Halb zehn? Wirst auf deinen Mosten müssen, Franzel, 's ist weit bis zum Einödbruch." Der Angeredete erhob sich, gähnte, nahm fein Gewehr, nickte einen Gruß und schickte sich zum Gehen an. „In zwei Stunden gibst das Signal zum grauen Stein, dort hin ich um die Zeit, ich bleib bis elf Uhr hier," sagte Lenz. Franzel nickte wieder. In der Tür wandte er sich noch einmal um. „Wie hat Man die Signalleitung eigentlich fertig gebracht, ohne daß die Herren Pascher etwas davon gewahr geworden sind? Denn wo sie liegt, scheinen sie ja auch noch heute nicht zu wissen." ; Lenz lachte behaglich. „Nein, das haben sie noch nicht raus- aefunden, sonst würden wir schon was von ihnen gehört hüben. Wie die Leitung entstanden ist? Ja, weißt, die Prager Pioniere haben hier im Frühjahr Sprengübungen abgehalten, wobei der Wald gesperrt wurde. Bei der Gelegenheit kann's sein, daß die Anlage zurückgeblieben ist." Franzel tat einen anerkennenden Pfiff und verschwand bann, indem er den neuesten Wiener Gassenhauer trällerte. . Lenz blieb allein, holte sich aus seiner Kommode die Memoiren des Scharfrichters Gruselig und machte in Bildung. Die Uhr ging auf elf.- Lenz hatte soeben mit wohligem-Entsetzen der Hinrichtung des Vatermörders Schlimbukki beigewohnt, als er draußen Tritte vernahm. Er ließ seine Literatur eiligst in der Schublade versinken und stand auf. Gleich darauf erschien in der Tür ein Grenzsoldat, .den Lenz nicht kannte. „Servus, Kollege," grüßte der Ankömmling und reichte Lenz die Hand. „Komme vom Bezirkskommaudo in Klausburg. Da hat man Nachricht bekommen, daß diese Nacht ein Tabakschmuggel durch den gelben Grund versucht werden soll und vielleicht gleichzeitig übe ' ie Einöd. Ich soll euch helfen." ire . . ." brummte Lenz erstaunt, „sollten sie's doch J(au6’§ kaum. Oder schier, sie müßten denken, wir passen hier nicht mehr auf." Eine Weile schwieg er, dann fuhr er nachdenklich fort: „Zum Franzel auf der Einöd kommst nicht mehr, der wird auch allein fertig, wenn was los ist, denk ich. Der Paß ist dort eng. Im gelben Grund ist's schwieriger. Kommst Mit mir?" ! >,Freilich, freilich, so ist auch Mein Befehl." -,Na schön. Wie heißt eigentlich?" 1 „Xaver Unterberger. Und du bist wohl der Lenz Gwandner, fielt?" Lenz nickte. Darauf gaben sich beide Männer nochmals die Hand, und dann gingen sie. Es war eine mondhelle Nacht, als die Grenzer ihrem Bestimmungsorte zuschritten. Lader, der in Eger, der Heimatstadt seines Kollegen, beim Geniekorps gedient hatte, wußte viele schnurrige Anekdoten von dort zu erzählen, und beide unterhielten sich aufs beste; schier hatten sie den ernsten Zweck ihres Ganges bergessen. Plötzlich hielt Xaver inne. , . -,Marandjosef, wir müssen ja noch bereden, wie wir uns im gelben Grund aufstellen wollen lind uns verständigen." Lenz kratzte sich am Kopfe. „Hast recht," murmelte er, „wir haben nicht viel Zeit, der Mond ist am Verschwinden." Einen Augenblick überlegte er. „Ja, so wird's am besten sein," meinte er dann. „Du stellst dich drüben an der toten Buche auf und ich am grauen Stein, dann kriegen wir die Pascher zwischen uns, wenn sie es wirklich riskieren sollten. Und nun schnell weiter. Das nötige Aber unsere Signalleitung sage ich dir unterwegs." I Als Xaver einigermaßen orientiert war, wurde noch die Frage besprochen, was mit eventuellen Gefangenen werden sollte, und auf Xavers Vorschlag kamen die beiden überein, daß Xaver, falls die Verhaftung aller beteiligten Schmuggler gelang, die Pascher in den Keller von Lenz und Franzels Stationshaus bringen sollte. Für dies Geschäft eignete sich Xaver besser,. als ein mit der Gegend völlig Vertranter an Ort und Stelle bleiben mußte, da vielleicht eine Verfolgung weiterer Pascher geboten sein konnte. Xape-r lachte plötzlich hell auf. >,Das heißt, das Fell des Bären verkaufen, ehe man ihn hat," i Lenz lachte mit. „Ein guter Grenzer muß mit allen Möglichkeiten rechnen," meinte er. Als sie am Bestimmungsort angelangt toareit, begab sich jeder auf seinen Posten. Der gelbe Grund war ein verschwiegenes Tal, das sich zwischen zwei fast unpassierbaren Höhenzügen hindurchwand und außer der eine Stunde entfernten Heerstraße so ziemlich die einzige Verkehrsmöglichkeit über diesen Teil des -Äöhmerwaldes nach Bayern zu bot. Allenfalls kam noch der enge Einöd-Grund in Frage. Lenz .sah von seinem Standpunkte aus nur die rechte Seite des Grundes und Xaver nur die linke. Beide befanden sich in unmittelbarer Nähe der am grauen Stein wie an der toten Buche unauffällig nach oben mündenden Signalleitung. Beim Herannahen der Schmuggler sollte das Zeichen nach bestimmter Methode gegeben werden. Zn verabredeten Zeiten vermochten die Grenzwächter sich auf diese _ Weise zu verständigen, auch besaßen die Stationen einen primitiven Empfängerapparat, der einige Zeichen zu schreiben vermochte, die allerdings völlig genügten. Zumeist befanden sich diese Stationen an entlegenen, wenig besuchten Punkten, zu denen auch der graue Stein und die gegenüber liegende tote Buche gehörte. Lenz legte sich auf den Bauch hinter den Schlehenbusch und untersuchte zuerst den Apparat. „Nichts vom Franzel," brummte er ärgerlich. „Wenn der Pflichteifer so groß wäre, wie das Wort, das er führt, könnte was aus ihm werden, denn mit den Schmugglern hat er sicher noch nichts gehabt, die kommen nicht vor Dunkelheit." Hiermit gab Lenz nach dem Einödbruch die Mitteilung, daß er hier auf der Sauer liege, und daß auch Franzel auf der Hut fein müsse. s Kaum war er hiermit fertig, als er ein lebhaftes Weckzeichen vernahm. „Das ist der Xaver," dachte er und spähte aus feiner gedeckten Stellung, das Gewehr schußbereit, auf den Pfad in der Schlucht. Noch sah er nichts. Aber da, jetzt, eins, zwei schwer bepackte Männer, und noch einer, auch noch ein viertes und fünfter. ; „Verflucht, fünf gegen zwei," schoß es Lenz durch den Sinn. Doch, wenn er auch besorgt war, furchtsam war er nicht. Langsam erhob er sich und schlich, soweit er konnte, an den Weg hinan, wobei er deutlich gewahrte, daß Xaver auf der anderen Seite ein gleiches tat. Zufrieden nickte er. „Der paßt auf. Hurra, die Sache geht, wenn die Kerle auch ihve Büchsen in der Hand haben, sie können nicht so schnell hoch damit wegen der Last." Die Pascher sahen sich vorsichtig nach allen Seiten um und unter der Bürde keuchend, gingen sie langsam, Schritt für Schritt, vorwärts. Als sie zwanzig Schritte vom Versteck der Grenzen entfernt waren, sprang Xaver mit schußbereitem Gewehr vor, „Die Büchsen fort!" schrie er. Verdutzt blieben die Pascher stehen und rührten sich nicht. Doch als auch die gewaltige Figur Lenz' ans der Dunkelheit trat,- die Flinte im Anschlag, da ließen die fünf resigniert ihre Wassew zn Boden sinken und ergaben sich in das Unvermeidliche. Während Lenz das Gewehr im Anschlag behielt, zog Xaver Handschellen aus der Tasche und ließ sich auch noch- ein paar von Lenz geben. Hiermit ging er auf die Schmuggler zu und sah ihnen in die rußgeschwärzten Gesichter. „Euch werden wir die Maske schon abreißen, Ihr Halunken," schimpfte er, und indem er den Männern die Fesseln anlegte, versetzte er ihnen Püffe und Stöße, so daß.es schließlich dem Lenz zn viel wurde. Er zog den Xaver nach vollendeter Fesselung auf die Seite und sagte: । „Weiht, Menschen slnds halt doch auch. Ich hab dich bis dahin für einen guten Kerl gehalten, und ich befehle dir jetzt als der Rangälteste: Malträtiere die Leute nicht unterwegs!" -„Schon gut, Lenz," antwortete Xaver, „ein bißchen grob schadet bei dem Pack schon nichts. Behüt dich Gott, Lenz. Macht weiter, ihr da." Gehorsam trabten die ertappten Pascher -mit ihrer Last davon'. Xaver folgte in geringem Abstand, Gewehr im Arm und beladen mit den Flinten der fünf Pascher. Lenz begab sich auf seinen Posten zurück. „Zu viel Gemüt taugt nicht für den Grenzer," so sprach er zu sich selbst, „aber so ganz ohne möchte ich nicht fein. Doch so einer wie der Xaver bringts zu was." Stunde um Stunde lag Lenz auf der Sauer. „Habs mir gedacht. Die nachfolgen wollten, haben Unheil gerochen, oder es waren keine da," meinte er. „Aber dem Franzel muß ich doch mal dienstlich den Kopf waschen. Kein Zeichen hat er geschickt, oder sollte ihm was passiert sein?" Je mehr es auf den Morgen zuging, desto unruhiger wurde Lenz, und als die Sonne ihre ersten Strahlen ausschickte, machte er sich auf den Heimweg. Beim Wachhaus angelangt, konnte er die Tür incht öffnen; er hatte dem Xaver die Schlüssel mitgegeben. „Was ist benn das?" buchte er, „schließen die .sich ein?" Und er machte Lärm und pochte, doch niemand öffnete ihm. Auch die Kellertür war verschlossen und durch die Gitterstäbe spähend gewahrte Lenz int Innern des Raumes: niemanden. Verständnislos faßte sich der Grenzer an die Stirn. „Der wird doch nicht mit den Kerlen die vier Stunden nach Klausburg gewandert fein?" 384 dritten Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lang«, ®ieie» K h 5 n. g; 5. K g 5 — h 5. Auflösung der Schach-' Weiß. 1) 813—gö 2) S g 5 — f 7 3) T setzt Matt. A.) 1)..... 2) L c 3 — d 2-J- 3) T setzt Matt. Aufgabe in voriger Nummer: Schwarz. b 4 n. c 3. ob. A.) Beliebig. Zitatenratsei. Aus jedem der iolgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, so daß sich ein neues Zitat ergibt: 1. Der Feige droht mir, wo er sicher ist. 2. Des Menschen Wiste, das ist sein Glück. 3. Was? Der Blitz! Das ist ja die Gustel auS Blasewitz. 4. Die schmale Kost und der Arbeit Last Mag sich nur ein And'rer erwählen. 5. Es ist so schiver, beit falschen Weg zu meiden. 6. Tas eben ist der Fluch der bösen Tat, Daß sie, iortteugeud immer Böses muß gebären. 7. Dasein ist Pflicht, und wär's ein Augenblick. .Auflösung in nächster Nummer. es die Braut, die ihres Liebsten gedachte. War es der Vater, der Gatte, der Bruder oder der Freund, für den die Hinterbliebenen bitten. Oh, wie viel mehr spricht doch zu Herzen, wie viel tiefer, ergreift uns das, als alle die vielen Prachtbauten und. Denksteine der einzelnen Regimenter und Armeen. 0. N, Bemerkenswert ist neben diesem Standbild die Siegessäule der dritten Armee, die durch einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen gekrönt wird. An den vier Seiten des Sockels stehen Engel mit Palmen, als ein Sinnbild der Ruhe und des Friedens. Am Eingang von Wörth, im sogeitannten Soldatenkirchhof erhebt sich in stolzer Stärke das Landesdenkmal der Bayern, das die Aufschrift trägt: „Bayern seinen gefallenen Söhnen". Aus einem mit Reliefs gezierten Unterbau ruht hingestreckt der bayrische Löwe und darüber hält die Siegesgöttin einem zusamMenbrechen- den Krieger, dessen Hand im Tode fest die .Fahne umklammert den Lorbeerkranz über das Haupt. Außerdem möchte ich erwähnen: das aus Granitblöcken ausgeführte Denkmal des thüringischen.Infanterie-Regiments Nr. 94, das Denkmal des Garde-RegimentS Graf Kleist von Nollendorf, das in edler Form sich geschmackvoll von dem grünen Tannen- Hintergrund abhebt. In halber Höhe befindet sich ein Bild Kaiser Wilhelms und darunter die Widmungstafel, nach deren Angabe das Regiment 1870/71 "491 Tote und 1007 Verwundete hatte. Auch die Denksteine des 2. nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 88 und des thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 95 sind von durchaus vornehm gehaltener Wirkung. Daneben sei noch der Denkstein der französischen Kürassiere und das französische Armeedenkmal erwähnt, auf dessen Unterbau/ der die Namen aller am Kampf beteiligten Regimenter trägt, ein tempelartiger Bau lastet, über dessen Pforten ein F mit geknickter Palme die Stifterin, das besiegte Frankreich, kennzeichnet. Frankreich war damals stumm vor Weh und Leid, und so trügt auch dieser Tempel keine Widmung. Das ist entschieden erhabener, als roemt mit vielen Worten eine lange Klage- rnschrift für die gefallenen Braven in die Steine gemeißelt wäre. Auf "dem,westlichen Schlachtfeld besindet sich der Scheuerlen- hof, int cl süsser Bolksmund Schirlenhof genannt, wo bet dem bekannten Erkundigungsritt des Grafen Zeppelin der erste Deutsche, Leutnant Herbert Winsloe, und der erste französische Soldat, Unteroffizier Panier, in einem kleinen Gefechte fielen. Auch für diese beiden sind Denksteine errichtet. Gerade aus den Schlachtfeldern kann man den dankbaren, cdeln Sinn der Deutschen erkennen, die gern denen, die für sie eintraten ober anderweitig hervortaten, Standbilder errichten. Man könnte es aber auch ein liebel, eine Unsitte nennen, wenn man bedenkt, wie das Herz und die Phantasie überall durch die wechselnden, vielen Grabdenkmäler gestört werden. Ter Schafbusch und Schloß Gaisberg bei Weißenburg, an bent man noch heute die Wirkungen der deutschen Geschosse sehen kann, erzählen einem mehr, als alle die Zeichen trauernden Dankes, die freilich M bei Weißenburg zahlreich genug sind. Durch sie wird der Besucher abgelenkt und er glaubt sich eher in einer Ausstellung zu befinden, als auf einem Ort zu stehen, der mit dem Blute unserer Besten erkauft wurde. Für ihn ist es bann wichtiger, die Kunstwerke gesehen zu haben, als sich zu vergegenwärtigen, aus welchem Grunde diese Denkmäler entstanden sind. Und ich glaube behaupten zu können, daß ein einfaches, schlichtes Kreuz, ober ein kleiner, schmuckloser Stein, der die Aufschrift trägt: „Hier ruht in Gott unser einziges Kind, oder „Prinz pour Ä. S. (betet für A. S.) viel nachhaltiger wirken, weil eine Fülle von Gedanken und "Gefühlen durch diese unscheinbaren Daukesbezeugungen in uns hervorgerufen wird. War es die einsame, vergrämte Mutter, die ihrem Kinde das schmucklose Erinnerungszeichen sehen ließ, oder ioar Suchend blickte er umher. Da gewahrte et einen Müden Landstreicher, der langsameit Schritts daher kam. Lenz beachtete ihn nicht, doch bet dem Wächterhaus blieb der Landstreicher stehen. „Servus, Lenz," sagte eine matte Stimme. ; „Maria und Josef," schrie der Angeredete, „der Franzel. Ja, was ist denn mit dir?" Der Franzel erzählte mit tonloser Stimme: Am Etnodbruch hatte man ihn um ein Viertel auf elf Uhr gepackt und geknebelt. Dann hatte man ihn seiner Uniform beraubt, in diese Lumpen gestockt und an einen Baum gebunden. Erst vor einer Stunde war es ihm gelungen, die Stricke zu durchscheueru. Lenz riß sich den Helm vom Haupt und stieg vor Erregung abwechselnd mit dem rechten und linken Fuße in der Luft herum. „Jetzt versteh ich den Schuft, jetzt versteh ich. Bei dir wollten sie nach der Fesselung, "nicht durch, weil sie fürchteten, daß ich durch dein fehlendes Signal beunruhigt, auf der .Bildfläche erscheinen würde, und sie wußten auch den Apparat nicht zu fittden. Herrgott, ja, und das wollten sie von mir alles erfahren und haben es auch. O, ich Esel: Ein Schmuggel unter behördlicher Kontrolle." Völlig geknickt schwieg er. Nach einigen Minuten sah er den wenig feschen Franzel von der "Seite an und fragte halb traurig und halb spöttisch: „Nun, Franzel, wie gefällt dir der Spaß?" Die Schlachtfelder von Weißenburg und Wörth und ihre Denkmäler. Hundert Jahre sind dahingerauscht, seit der korsische Lötve aus den Feldern bei Leipzig nach heißem, dreitägigem Kampfe besiegt am Boden lag, nach tapferer Gegenwehr zwar, aber doch besiegt. Jetzt legte man den Schlußstein zu jenem Riesendenkmal, das die Deutschen an die schwere, aber zuletzt doch siegreiche Zeit erinnern soll, in der ihre Ahnen blutend den Lorbeer errangen. Der Eindruck dieses machtvollen Bauwerks muß großartig, muß bewältigend sein in seiner Wucht. Ganz anders jedenfalls wie der, den die meisten Schlachtfelder von 1870 machen. Bei Leipzig wird durch ein einzelnes Denkmal ein stummes Wort der Macht und der trauernden Größe hervorgerufen, während dort die Pietät auf viele, einzelne Erinnerungssteine verteilt wird. Betrachten wir zum Beispiel das Schlachtfeld von Wörth. Aus dem fruchtbaren, schönen Gelände standen sich einst zwei große, mächtige Heere gegenüber, geführt von den tüchtigsten, bewährtesten Feldherrn ihrer Zeit, um für die Ehre und den Ruhm ihrer Nationen einzustehen. Nach blutigem Ringen, das die Gegend in eine öde Wüstenei verwandelte und bem die Arbeit der Bauersleute zum Opfer fiel, unterlag die französische Armee, kam der Thron Napoleons III. ins Wanken. Noch jetzt können wir den Standort Mac Mahons ohne Mühe finden. Von einer fünften Anhöhe aus, die durch einen vielästigen Nußbaum gekrönt wird, leitete der Sieger von Magenta die Schlacht. Wie vieles kann der Anblick dieses Nußbaumes in uns wachrufen, wie vieles wird wieder lebendig, wenn man dem wehen Säuseln feiner Zweige lauscht, die einst dem französischen Führer Schatten spendeten. Wir sehen, wie sich langsam vor uns der Kampf entspiunt. Stellenweise blitzt es auf, zaghaft und springend wie ein Irrlicht. Jetzt ziehen sich die Linien zusammen; die Trommeln rasseln zum Sturm und die Trompetensignalc gellen über das Feld. Mutig dringen die Deutschen über die Sauer vor. Mancher fällt dem furchtbaren Kugelregen zum Opfer, aber trotzdem geht es unaufhaltsam weiter. Die Franzosen verteidigen mit grimmiger Wut ihre verschanzten Stellungen und wild tobt der Kampf um die starkbesetzten Höhen. Schließlich wanken die napoleonischen Truppen und um den Rückzug zu decken, wirft Mac Mahou in der höchsten Not seine glänzenden Reiterschwadronen den Feinden entgegen. Zwecklos. opfern sich die todesmutigen Helden und sie wissen, daß sie für ihre Brüder geopfert werden. Ueberall Elend nnb Tod, Schmerzensgestöhn und rauchende Trümmer. In Elsaß- hausen brannten ganze Reihen Häuser nieder, ebenso in Fröschweiler, wo sogar die Kirche ein Raub der Flammen ward. Das alles zieht in ernsten, lebhaften Bilden: vorbei; und Liese Bilder gibt uns nur unser eigenes Gefühl, unsere Phantasie, die durch das einfache Fleckchen Erde mehr an die furchtbaren Kriegsleiden erinnert wird, als durch! die Anhäufung von Denkmälern, die. eher den Eindruck irgendeines beliebigen Friedhofes als den einer blutigen Walstatt Hervorrufen, wo man die Leiber gefallener Kämpfer zur Ruhe legte. Auf der benachbarten Höhe, an der Straße von Wörth nach Sulz, hielt der deutsche Kronprinz mit seinem Stabe Der Platz ist heute durch ein Reiterstandbild auf künst- richem Felsensockel geziert. Es stellt den kaiserlichen Führer am Augenblick seiner Ankunft dar, wie et mit erhobener Rechten m das Kampfgewühl deutet, das gegen seinen Willen sich "vor ihm abspielte. — Die Schlacht hätte erst am folgenden Tage geschlagen werden sollen. — Zu Füßen des Pferdes "schwebt der Deulfche Aar über den Häuptern zweier Germanenrecken — Süd- und Nordgermane —, die sich unter dem Wappenschilde Elsaß- A.othringem die Hände zum ewigen Bunde reichen. Das Denkmal wurde am 18. Oktober 1895 in Anwesenheit des Kaisers eingcweiht. 1 i t < 1 1 1 s 1 1 1 l s 1 s f t t j 1 1 l 1 < < 1 1 i E .1 1 4 1 I