WU MM UM BwO&Ä - t ----■-•■■•■ J—.-■[■■ .-------------- ■-■ Mittwoch drn 22. Mai - Nr. 79 jrße«M«>l'n>bl Die von Gründingrn. Roman von Freiherr von Schlicht. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Mit Gewalt und mit Prügeln hat noch nie einer etwas bei Pferden erreicht," ermahnte der Baron den Kutscher, der seine ganze Kraft anwenden mußte, um die jJucker wieder zu einem langsameren Tempo zu zwingen. „Ich weiß, Herr Baron," gab der endlich zur Antwort, als er die Pferde wieder in der Hand hatte, „und ich ärgere mich auch jedesmal über mich selbst. Aber wenn ich, mit Respekt zu vermelden, dies verfluchte Automobil sehe — und daran denke, daß der Herr Landrat die schönsten Pferde hat und sie alle verkaufen will, weil er fich ein neues, noch größeres Automobil! bestellte, — da m u ß man doch wütend werden." „Von Ihrem Standpunkt aus, ja, Friedrich. Aber Man soll seine eigene Wut nie an unschuldigen Tieren 'auslassen. Und vor allen Dingen gewöhnen sich auf diese Art die Pferde nie an das Auto." „Das sollen fie meinetwegen auch gar nicht, §err Baron! Ich kann es ihnen bei Gott nicht verdenken, daß sie sich daran nicht gewöhnen können, das ist ihr gutes Recht." „Und wenn mal ein Unglück passiert?" „Dann ist der Herr Landrat da ganz allein selbst daran schuld." Der Baron mußte unwillkürlich lächeln wegen des verhaltenen Ingrimms, der aus diesen Worten sprach. Dann aber brach er das Gespräch ab' und ließ seine Blicke wieder umherschweifen. Der Wagen bog bald von der Chaussee in eine Allee von uralten Lindenbäumen ab, und in nicht zu weiter Ferne tauchte das Schloß auf. Und mit 'einem' Male überfiel ihü wieder dasselbe .Gefühl der Beklemmung und der Unruhe, das ihn während der letzten Tgge nicht verlassen und das er doch vorhin in 6er Bahn, wie fer sich sagte, für immer, abgeschüttelt hatte. Es war doch eigentlich auch ein tolles Stück, sich in den größten Tageszeitungen als Reitlehrer zu offerieren, lediglich, weil zwei große, dunkle Augen es ihm angetan hatten. Und weil es ihn ärgerte, daß eine so hübsche, junge, elegante Dame, noch dazu von hohem Adel, so miserabel ritt. Hundertmal hätte er sich gesagt: was geht das dich an, laß sie doch auf dem Gaule fitzen wie sie will! Aber dann hatte er sich fest eingeredet: er fei viel zu viel Kavallerist, um so etwas mit ansehen zu können. Und doch waren es nur hie dunklen Augen, die ihn entflammt hatten, die ihm keine Ruhe mehr ließen, Und die er selbst auf die Pefahr hin noch einmal Wiedersehen wollte, daß sie ihn voller Haß und Verachtung bei der ersten Begegnung ast- blicken wurden. Ueberhaupt diese erste Begegnung — — auf die war er gespannt! War es nicht mehr als ein Zufall, daß Gründingens die Annonce überhaupt gelesen hatten? Natürlich hatte er nur in der Hoffnung inseriert, daß feine Offerte gerade von ihnen beachtet werden möchte. Aber immerhin: er selbst hatte kaum int Ernst an diese Möglichkeit geglaubt. Und nun war sie doch zur Wirklichkeit geworden. Tagelang hatte er sich überlegt, tote er sich Dagmar gegenüber zuerst wohl verhalten solle. Da gab' es drei. Wege. Entweder mußte er mit der Miene des Siegers erscheinen, der da sagt: „Sie sehen, verehrte Komtesse, Ihre kühle Ablehnung hat nichts geholfen, hier bin ich, hier bleibe ich und das weitere wird sich finden." Oder er mußte so tun, als ob er dem ZufaU dankbar wäre, daß er ihn gerade hierher geführt hätte. Oder aber: er mußte Dagmar nicht wiedererkennen,- er mußte so tun, als sei sie ihm völlig fremd, als sähe er sie heute zum erstenmal. Das würde ihren Stolz kränken, sie in ihrer Eitelkeit verletzen, und aus diesen Empfindungen heraus würde sie seiner Annäherung vielleicht weniger Widerstand entgegensetzen und es ihm ermöglichen, ihr seine Liebe zu gestehen. Er lachte bitter in sich hinein: ihr feine Liebe gestehen! Er, der arme Baron, der nicht viel mehr besaß, als die paar Koffer, die da in dem Gepäckwagen auf der Chaussee angefahren kamen, und die paar tausend Mark, die er noch kurz vor seiner Abreise durch den glücklichen Verkauf einiger Pferde verdient hatte! Ja, wenn erst seine Tante auf Kuba — — er schämte sich fast vor sich selbst, daß er der alten Dame jetzt fast täglich ein seliges Ende wünschte! — das erinnerte ihn wieder an die Zeiten, in denen er noch ein blutjunger Leutnant war und von dem Ernst des Lebens keine Ahnung hatte. Wie viel Wind hatte er sich nicht inzwischen um seine Nase wehen lassen, er war ein ernster Mann geworden und ertappt« sich doch noch jetzt fortwährend bei jungen Leutnantsgedanken. Aber das war nicht seine Schuld, sondern die der dunklen Mädchenaugen, die ließen fetzt den Wunsch stets in ihm wach werden, wieder reich zu sein, wie damals,, als das Geld für ihn keine Rolle spielte. i Immer näher rollte das Gefährt dem Schlosse entgegen, immer deutlicher traten dessen Konturen hervor. Und endlich fuhr Friedrich in einem eleganten Bogen vor der Freitreppe vor. 1 Da also sind wir! Nikolaus Hans Horst Freiherr von und zu Scheidegg —. nun heißt es frech sein und nicht aus der Rolle fallen^ sonst hast du verspielt und bist blamiert für alle Zeiten! Er war so in Gedanken, daß er ganz erstaunt aufblickte, als er plötzlich den Diener, den Hut in der Hauch vor sich stehen sah. Als er die Freitreppe halb hinaufgeschritten war, kam ihm der Graf entgegen. Der hätte ihn am liebsten von der Bahn abgeholt. Aber die Gräfin hatte das. nicht 314 „Na ja, das wird gut werden Ptlinae vor sich hin, als sie L Wenn es auf zahllosen Proben eiustudiert worden wäre, hätte bie§ fragende „Nun?" nicht gleichzeitiger aus dem Munde seiner Damen kommen können, und als er nicht gleich antwortete, sondern sich seine Zigarre, die er mit Rücksicht auf seinen Gast in dessen Zimmer nicht weiter- geraucht hatte, von neuem anzündete, fragte seine Frau noch einmal: „Nun?" Der Graf w>ar von dem Baron entzückt, trotzdem aber sagte er jetzt nur: „Soweit ich das beurteilen kann, nachdem ich kaum fünf Worte mit ihm wechselte, haben wir, glaube ich, alle Ursache, mit ihm zufrieden zu sein." Das sollte ganz harmlos klingen, aber die Gräfin erriet, daß der Baron ihm viel besser gefiel, als er zugeben wollte. Und so sagte sie denn plötzlich ohne jeden Uebergang: „Er spielt leidenschaftlich Ecarto —" Aber so leicht war der Graf nicht zu fangen. Mit dem erstauntesten Gesicht vor: der Welt sah« er seine Frau an: „Woher weißt du das?" „Das merke ich dir an — du hast ihn bereits gefragt." „Aber Konstanze!" Es klang ein solcher Vorwurf aus diesen beiden Worten heraus, daß die Gräfin ganz irre wurde. „Aber Konstanze — wir sind uns doch neulich darüber einig geworden, daß wir den Baron trotz seines Namens und trotzdem er als Gast betrachtet wird, in erster Linie als den Reitlehrer unserer Töchter ansehen wollen. Da werde ich ihn doch nicht gleich in der ersten Minute zum Kartenspielen aufsordern — oder ihn auch nur nach, solchen Dingen fragen." Was er selbst für ganz unmöglich gehalten hatte, geschah dennoch: die Gräfin war überzeugt, daß sie dieses Mal ihrem Manne ausnahmsweise unrecht getan hatte, und so sagte sie beim: „Um so besser, wenn du schwiegst. Es ist auch richtiger, wenn du vorläufig überhaupt nicht danach, fragst, denn schließlich spielt ihr doch um Geld — und du kannst ihm doch nicht im Kartenspiel abuehmen, was du ihm monatlich an Gage zahlst." Der Graf knickte ganz in sich zusammen — daran hatte er noch nie gedacht! Nein, das ging natürlich nicht, das war ja ganz unmöglich. In seinen Freudenbecher fielen Wermutstropfen---- „Was macht man denn da?" sprach er mehr zu sich,, als zu den Seinen. Alexa sah« die große Enttäuschung, die aus deni Gesicht ihres Vaters sprach, und halb scherzend, halb ernsthaft meinte sie: „Laß ihn doch gewinnen, Papa — du spielst doch nur, um zu spielen, nicht des Geldes wegen." „Ich kann doch aber nicht schlecht oder gar falsch spielen, nur damit der andere gewrnnt. Spiel ist Spiel —: das verstehst du nicht." „Vielleicht doch!" verteidigte sich Alexa. „Aber nun erzähl', wie sieht der Baron aus? Ist er hübsch, jung, alt, klein, groß —" „---blond, schwarz, brünett, — hat er schöne Augen?" unterbrach der Graf etwas ärgerlich seine Tochter. „Was geht das mich an? Daraufhin habe ich ihn wirklich noch nicht angesehen. Das könnt ihr allein besorgen. Er wird nicht mehr lange auf sich warten lassen." (Fortsetzung folgt.) erlaubt. „Die halbe Treppe darfst du ihm entgegengehen," hatte sie entschieden, „mehr wäre zuviel, und weniger wäre Unhöflich. Du weißt: ich bin in solchen Dingen Autorität." Uud der Graf hatte sich gefügt, wie er sich immer fügte. Mit großer Herzlichkeit begrüßte der Graf jetzt seinen Gast: „Da sind Sie ja endlich selbst! Ein wahres Glück, daß. die Korrespondenz zwischen uns ein Ende hat und daß 'wir uns nun von Angesicht zu Angesicht kennen lernen. Uebrigens ist mir so, als wäre ich Ihnen schon einmal irgendwo begegnet — Sie kommen mir so bekannt vor." Das sängt ja nett an! dachte der Baron erschrocken, dann sagte er: „Ich glaube, Sie irren sich, Herr Graf — ich habe in der letzten Zeit gar keine Gesellschaften mitgemacht — auch im Klub verkehre ich nicht mehr. Vielleicht haben lvir uns einmal zufällig auf der Straße getroffen, — vielleicht haben Sie mich da um Feuer für Ihre Zigarre gebeten —" „Das wird es gewesen sein, oder wenigstens so etwas Uehüliches, denn ich kann mich auch sonst im Augenblick wirklich nicht besinnen." Der Baron schämte sich fast, dem Grafen nicht die Wahrheit zu sagen. Aus dessen blauen Augen und aus messen gutmütigem Gesicht sprach so viel Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, daß es jedem schwer fallen mußte, ihn zu belügen. Natürlich hatte auch er den Grafen sofort wieder- erkannt, dessen breite, kräftige Gestalt mit dem Ansatz zum Embonpoint, den der beste Schneider nicht mehr fortbringen konnte. Das Joviale und Gemütliche seiner Erscheinung war ihm schon in Berlin aufgefallen, wenn der Graf dort in der Reitbahn mit seinen Töchtern plauderte. Der Graf ließ es sich nicht nehtnen, seinen Gast selbst in die für ihn bestimmten Zimmer zu führen. „Ich hoffe, daß Sie sich bei uns Wohl fühlen werden, Herr Baron. Wenn Sie irgend einen Wunsch haben, klin- geln Sie bitte dreimal. Dann erscheint nach berühmtem Muster zwar nicht der Hausknecht, wohl aber der Boy, der angewiesen ist, ausschließlich für Sie zu sorgen. Und wenn &te sonst irgend etwas anders haben wollen, als wir es für Sie einrichteten, dann brauchen Sie es nur zu sagen t— es wird sofort gemacht werden." „Sie beschämen mich wirklich durch Ihre Liebenswürdigkeit, Herr Graf." Und das war keine leere Redensart. Schon jetzt fühlte sich der Gast in den schönen Räumen wohl, und 'die Herzlichkeit des Schloßherrn ließ wenigstens in dessen Gesellschaft viele heitere, gemütliche Stunden erwarten. „Mich freut's, wenn's Ihnen wirklich gefallen sollte. Na, und wenn wir erst einmal beim Ecarto zusammen sitzen — Sie spielen doch Ecarto?" „Mit Leidenschaft, Herr Graf. Ich habe sogar zu leidenschaftlich gespielt." Es hätte nicht viel gefehlt, und der Graf hätte ihn Wirklich an sein Herz gezogen, aber er hielt es doch nicht für schicklich, seiner Freude zu lauten Ausdruck zu geben, sonst kam der Gast vielleicht auf den Gedanken, daß er in erster Linie gewissermaßen als Gesellschafter engagiert war. Und das ging nicht, das ging unter keinen Umständen, das hatte die Gräfin ihm neulich ausführlich auseinandergesetzt, und er hatte ihr beigestimmt. Er hätte ja auch widersprechen können, aber warum sollte er es tun? Er war ja sein freier Herr und konnte „ja" und „nein" sagen, ganz wie er wollte. Aber die Hand schüttelte er seinem Gaste doch: „Das ist ja famos — da wollen wir gleich heute abend eine Partie spielen." Der Baron stimmte zu, und in der Freude seines Herzens, einen Partner zu haben, merkte der Graf gar Nicht das Zögern, mit dem der Gast sich fügte, und er verstand auch den tieferen Sinn nicht, als der Baron jetzt sagte: „Ich weiß nicht, ob ich Ihnen gut genug spielen werde, Herr Graf, — ich habe in den letzten Jahren keine Karte mehr in die Hand genommen." „Ach was, Unsinn, so was verlernt man nicht. Aber wenn Sie sich nun den Reisestaub abschütteln, um nicht zu sagen, abwaschen wollen, dann lasse ich Sie allein. Sie brauchen nur zu klingeln, und der Boy führt Sie dann auf die Terrasse zu meinen Damen, die natürlich sehr begierig sind, unseren neuen Gast kennen zu lernen." —-- „Nun?" „Sie ganz besonders mache ich darauf aufmerksam, daß. Exzellenz keine Dummheiten liebt. Also bitte, fallen Sie nicht auf! Guten Morgen meine Herren!" „Na ja, das wird gut werden!" brummten die Majore Und Häuptlinge vor sich hin, als sie den Kasernenhof verließen, Mut sich in ihre Wohnung oder ins Kasino zu begeben. Nur die Herren Leutnants schauten unbekümmert drein, bis auf den Oberleutnant v. Stetten. Die wattierte Hose. Militarhümoreske von Fritz Arens (Bremen). „So, meine Herren, nun habe ich« Ihnen ja wohl alles ge- at," schloß der Oberst steine Ansprache, zu der er soeben sämtliche stziere seines Regiments um sich« versammelt hatte. Die Offiziere verzogen ihre Gesichter zu entern Ernst, als! wenn es morgen tatsächlich vor den Feind gehen sollte. Im Stillen raisonnierten sie über den „AlteU", der, wenn er einmal ins, Reden komme, so leicht nicht wieder aüfhöre. „Herr Oberleutnant von Stetten!" : „Herr Oberst!" 315 ' Stetten ivar unvermutet auf einige Tage stellvertretender Häuptling geworden, da der Kompagniechef plötzlich erkrankt war. Nun hatte er also die Kompagnie zu führen/ Und das gerade auch noch morgen, wo eine Regimentsübung angesetzt war, zu der der Divisionskommandeur sein Erscheinen zugesagt hatte. Stetten unterbrach diese wenig trostreichen Erwägungen durch eilt halblautes „Donnerwetter". Aber es war nicht so sehr die plötzliche Leitung der Kompagnie, die ihm Sorgen machte, als vielmehr die unangenehme Aussicht, morgen vielleicht nicht int Hause seiner Angebeteten vorsprechen zu können, um sich das Jawort zu holen. Und wenn das nicht bald geschah, wer weiß, ö-B nicht ein anderer sie ihm wegschnappte, diese kapriziöfe, schwerreiche Bankierstochter? Er hatte nämlich eine gefährliche Konkurrenz in Gestalt eines Dragonerleutuants, dessen patenter Erscheinung gegenüber Stetten ein wenig in den Hintergrund trat, so daß er alle Raffinements der Toilettentechnik gebrauchte, um sich als „Sr. Majestät schneidigsten Leutnant" herauszustellen. „Der von den Offizieren nicht minder als von der Mannschaft gefürchtete Tag der Regimentsübung war gekommen. Schon am frühen Morgen machte sich eine Hitze bemerkbar, die für die Weiteren Vormittagsstunden das Allerschönste versprach. Nach einem mühevollen Marsch war das Regiment in der Gegend angelangt, in der der markierte Feind vermutlich an- gjUtreffen war. Von allen Seiten hatte man schon mit ihm Fühlung genommen. Im Laufschritt..ging es bald über Sturzäcker Uder über sandige Heideflächen hinweg. „ Oberleutnant v. Stetten lag mit seiner Kompagnie am rechten Flügel. Bon dem Adonis des Morgens war nicht viel mehr übrig geblieben: Hitze und Staub hatten das ihrige getan, um aus dem „schneidigsten" Leutnant eine feldmarschmäßig aussehende Kriegergestalt zu machen. Jetzt kam auch für seine Kompagnie der Befehl, Kur letzten Attacke vorzurücken. Stetten faßte seinen Säbel fester. Befriedigt leuchteten seine Augen auf, denn bis jetzt war alles gut gegangen : er war nicht ausgefallen! „Sprung, auf! — Marsch, marsch!" Hell und laut ertönte die Kommando stimme des jugendlichen Kriegers. Plötzlich zeigte sich vor der anlaufenden Kompagnie ein breiter Graben. Stetten setzte mit einem gewaltigen Sprunge hinüber, er kam auch glücklich drüben an. Nur schien es ihm, als habe es irgendwo an seiner Uniform bedenkliche geknackt. Auch die braven Musketiere landeten am anderen Ufer unter mehr ober minder bedenklichen Abenteuern. „Hinlegen! — Schützenfeuer!" „Was mögen die verdammten Kerle nur zu grinsen haben?" dachte Stetten im Stillen, als seine Kompagnie ausgeschwärmt war und sich nun daran machte, dem' 'markierten Feind das Lebenslicht auszublasen. Tastend suchten seine Finger an der Uniform Umher; ihm fiel wieder das knackende Geräusch ein, das, er beim Sprunge Über den Graben gehört hatte. „Sieh mal meinen Anzug nach!, ob der in Ordnung ist!" rief er einem neben ihm liegenden Pollacken zu. „Js sich in Orrdnung, Panje Oberleutnant, aberst. . ." grinste dieser. „Nun? Raus damit!" „Äderst, kommt sich Watte aus das Bein!" Das also wars! War da vor den Augen seiner Kompagnie seine Hose aus dem Leim gegangen, die — wie alle seine Hosen sorgfältigst wattiert war, um dem etwas kümmerlich veranlagten Untergestell pralle, stramme Formen zu verleihen. Mer er hatte nicht lange Zeit, seinen trüben Gedanken nach- zUgehen, dem: plötzlich kam das Kommando: „Seitengewehr Pflanzt auf!" Und mit brüllendem Hurra gings in die Stellung des Feindes hinein. Weithin hallte bann das Signal: „Das Ganze — halt!" Und kurz hinterher der Kommaudv- xuf: „Die Herrn — berittenen Offizier!" Stetten kletterte schimpfend auf seinen Gaul. Wie sollte er es nun anfangen, die aus dem Leim gegangene Hosenstelle zu verdecken? Da kam ihm plötzlich ein rettender Gedanke. Leutnants haben in Fällen der Not immer rettende Gedanken. Rasch ließ er sich von seinem Burschen seinen Umhang reichen, warf diesen über und galoppierte der Stelle zu, wo der Brigadier hielt, Um den sich bereits die anderen berittenen Offiziere ver- fammelt hatten. Aller Augen waren auf den Ankömmling gerichtet. Besonders aber die Besichtigungsaugen der gestrengen Exzellenz. „Herr Oberleutnant, sind Sie krank?" > ! „Nein, Exzellenz!" „Ja, in Deubels Namen, wozu haben Sie denn in dieser Hitze den Umhang um?" Langsam senkte sich der Umhang von der 'Kriegergestalt, Und langsam huschte über die Gesichter aller, selbst über das des Brigadekommandeurs, ein spöttisches, grausames Lächeln, denn der Riß hatte sich' beim Aufsteigen auf den Gaul noch erweitert, so daß die Watte, wie die Baumwolle aus einer reifen Kapsel, dick hervorqnoll--. , Abends große Gesellschaft bei dem Bankier. Oberleutnant v. Stetten war am Erscheinen leider Verhindert, da sein Regimentskommandeur ihin 24 Stunden Stubenarrest aufgebrumml hatte. Stetten hatte nun Muße, Berechnungen darüber anzustellen, mit welcher Geschwindigkeit sich das Erlebnis mit der wattierten Hose verbreiten würde. Am anderen Abend las er in der Zeitung: Die Verlobung ihrer Tochter Alice mit dem Leutnant im 7. Dragonerregemint, „König von Italien", Heinz von Drütt- mann, beehren sich anzuzeigen. Bankier Müller und Frau. Imperator. Tas grauenhafte Geschick der „Titanic" gibt der in einigen Tagen stattfindenden Feier, die dem Stapellauf des „Imperator" gelten soll,. einen düster untermalten Hintergrund. Jene Stelle des Atlantic, an der das englische Mammutschisf versank, ist etwas wie ein Waterloo der Technik. Tie Technik, so lange die gehorsame Dienerin der Kultur, hat sich in unserem Zeitalter der Steinkohle und der Dampfmaschine allmählich emanzipiert. Bereits einmal hatte sie die Vormachtstellung: als sie dem Menschen Sprache, Kleidung; Feuer, Waffen und Werkzeuge gab. Tann aber, als unseren Vorfahren eine wirtschaftlich erträgliche Existenz gesichert war, machten religiöse Sehnsucht, das Verlangen nach Schönheit und Kunst sich geltend — die Zivilisation erhöh sich zur Kultur. Auf rein technischem Gebiet wurden in dieser Blütezeit des menschlichen Geistes nur etwa das Schießpulver und der Buchdruck erfunden. Mit der Erfindung der Tarnp-f- maschine begann jedoch die Technik wieder um ihr Herrscherrecht zu ringen und seit etwa fünfzig Jahren hat sie den Sieg an sich gerissen: heute stehen wir mitten in der zweiten technischen Wcltcppche. Und abermals sind — wie im Beginn der menschlichen Geschichte, die von dem Turmbau zu Babel, von den Pyraniidenbauten und anderen Wunderwerken genugsam zn berichten weiß — die Riesenbauten an der Tagesordnung: die „Titanic" bewies es. Noch gigantischer ist der „Imperator", der jetzt auf dem Stapel der Vulkanwerst liegt. Ob sich diese Riesenbauten auf die Tauer bewahren werden? Wer weiß es! Zweifellos ist an der entsetzlichen „Titanic"-Katastrophe weniger der Ueber'mnt der Technik, als die Rekordwut der englischen Reeder und Seeleute schuld. Immerhin ist auch der Herr und Meister der Technik, der Ingenieur, vielleicht in zu hohem' Grade Hindernis-Renner geworden. Tenn schon ist auf seinen Rissen und in seinem Hirn auch der „Imperator" mit seinen 50 000 Tonnen (die „Titanic" war 45 000 Tonnen groß) nicht mehr der größte Ozcan-Goliath Zwei andere Riesendampfer, die ebenfalls an der Hambnrg-Amerika-Linie geplant werden, sollen ihn an Größe noch übertreffen. 1 , .. l * Gewiß wird der 24. Mai für Hamburg und für Deutschland ein Tag des Stolzes sein. Wenn der Kiel des gewaltigen Dampfers ins Wasser gleitet, ist der Tag nicht mehr fern, an dem Hamburg wieder einmal die Führerschaft auf dem Weltmeer übernimmt. Sie heißt „Imperator". Ein gut gewählter Name: international verständlich und bildkräftig. Kaiser der See! Es ist jetzt reichlich ein Jahr her, daß man den ungeheuren Bau auf der neu errichteten Vnlcan-Werft in Hamburg zusammen- zusügen begann. Tic Werft übersiedelte dieses Schiffes wegen von Stettin nach der Hansastadt: in der Ostsee wäre der Goliath nicht durch die Sundpforten gekommen, in Stettin wäre er nicht zu erbauen gewesen: die Helgen der Werft reichten nicht ans. Wer an den Riesenhelgen der Elbinsel Roß im letzten Jahre vorüberkam, konnte das stählerne Ungeheuer allgemach wachsen sehen: ein Mammutschaltier, das, mit dem Schwänze das Elbwasser berührend, 268 Meter landein liegt. Gleichwohl macht die drückende Wnchl dieses Rumpfes cs schwer, darin den zukünftigen Lnxns- bampser, bas Meeresschloß, die schwimmende Stadt zu erblicken. Noch mutet alles chaotisch an. Nur der Ingenieur findet sich in dem endlosen Labyrinth der eisernen Kammern, Gange, Schächte und Hallen zurecht. Nach dem Stapellauf erst wird sich die Jnnen- arbeit vollenden. So ein moderner Ozeanriese, der Waren, Menschen, Ideen verschiedener Weltteile zum Austausch bringt und während der Dauer der Ueberfahrt allen Lebensbedingungen einer hochentwickelten Gesellschaftlichkeit entsprechen muß, ist zugleich das Ergebnis einer ungeheuren Summe von Erfahrungen, Arbeiten, technischen Organisationen, von Stahlwerken, Maschinenfabriken, von Möbel-, Tuch-, Konfervenindustricn, kurz, von zahllosen Arbeitskreisen. * Man hofft, den „Imperator" ,im Frühjahr 1913 reifefertig zu sehen. Dann wird sichrer Wunberba'u zum ersten Mal mit Passagieren bevölkern. Rund 1100 .Mann Besatzung werden dann 4000 Reisende in den Kajüten seiner elf Stockwerke unterbringen. Erst Sann wird der Laie.den wahren Eindruck seiner imponierenden, Größe empfangen. Dann wird sich die zyklopische Ungeheuerlichi- keit des jetzigen Rohbaues in tausend sinnvollen Einzelheiten gegliedert zeigen, von Schönheit und Eleganz wundervoll gebändigt sein. Dann wird sich, was heute ungeheuer wirkt, als Große offenbaren. Dann wird das Schiff nicht mehr ein begafftes Spek- taknlnm fein, sondern ein ruhmvolles Zeugnis für Deutschlands 316 Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Kieje» Logogriph. Vokale gab man einen mir, Von Konsonanten auch nur vier, ^rotzdem bin ich nicht unzufrieden, Denn Höh'res gibt's nicht viel hinieden. Nimmst du ein Stück und änderst du ein Zeichen, So muß das Hohe von mir weichen. Mein Los ist nun nicht schön zu nennen, Man pflegt mich häufig zu verbrennen. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Zitatenrätfpls in voriger Nummer r Das ist das Los des Schönen ans der Erde. graphische Films vorgeführt, die zeigen, rote ein Zimmer zu fegen ist, ivie man ein Baby waschen muß, wie die Ratten Seuchenverbreiter find, was das unfiltrierte Wasser alles enthält. Und zuletzt gibt es einen Film, der dem jungen Manne zuerst die falsche Hausfrau und dann die richtige zeigt. Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. * Drei Jahre sind oder ist es her? Heißt es: „Noch nicht viele Jahre sind es her, daß . . .", oder: „Noch nicht viele Jahre ist es her, daß . . ."? — Das „sind" ist fehlerhaft; denn aus die Frage: wie lange ist es her? steht der vierte Fall: „es ist einen Monat her, daß er zu mir kam", es ist einen Tag her", »es ist kaum einen Augenblick her". Erträglicher wäre es, wenn es ohne „her" hieße: „Noch nicht viele Jahre sind es, daß . . Aber das klingt mehr französisch als deutsch. Seegeltung. Und welche Vorteile erwarten auf diesem Schiff, auf dem die Kabinen bequeme Zimmer mit allen Wohnbehaglich- Jeiten des Festlandes sind, den Reisenden! Die Säle sind von entsprechender Größe; der Speisesaal für die Passagiere erster Klasse versammelt 600 Personen zur Mahlzeit. Den übrigen Speisesälen gliedern sich au: Rauchsalons, Damensalous, ein Wintergarten, eine Kaffeelaübe, eine Turnhalle, .ein Schwimmbad, Fahrstühle, jn selbst Läden. Alle chiese Vorteile bedingen die Größe des Darnp- sers, die jetzt so vielen Bedenken begegnet. Wie nüchtern klingt die Angabe: 268 Meter lang. Aber statt des Kölner Doms könnte man auch ein .volles Dutzend vierstöckiger Großstadthäuser! neben dem „Imperator" aufstellen und sie würden neben ihm verschwinden. Sein Bauch könnte 6hs Millionen Liter Wasser fassen. Aber das ist int Andenken der „Titanic" ein unbehaglicher Vergleich. Fügen wir deshalb nochmals hinzu, daß dessen Schicksal den Meistern des „Imperator" zur Warnung dienen wird, wie später auch seinen Führern. Auch ohne diese Warnung hat man alle Vorsichtsmaßregeln schon beim Bau gewissenhaft beobachtet. Das- der „Imperator" richtig konstruiert ist, darf man den Ingenieuren des „Vulkan" schon zutrauen. Er ist aus allerbestem! Material erbaut. Er wird — als erstes Handelsschiff der Welt — mit einem Kreiselkompaß ausgerüstet, ein äußerst kostspieliges Instrument, das von den Gesetzen des Magnetismus unabhängig ist. Auch die erstmalige Ausstattung dieses deutschen Turbinenschiffes mit vier Schrauben hat einen Nebenwert für seine Sicherheit. Die Frahmschen Schlingertanke —■ diese guten Geister der nicht seefesten Passagiere — werden den „Imperator" vor seitlichen Schlingerbewegungen bewahren. Neben dem allen werden auch die Rettungsvorrichtungen Mr den kaum denkbaren Fall einer Katastrophe in weitestreichender Weise bedacht werden. Schwimmt der „Imperator" erst auf dem Wasser, wird seine erdrückende Ungeheuerlichkeit Majestät geworden fein. Und Hamburg wird durch ihn unter den Welkhäsen erhöhte Bedeutung gewinnen. vermischtes. — 1800 Jahre alte Frisuren. Sehr sorgfältig ge- flochtene, gut erhaltene Frisuren, wie sie vor 180Ö Jahren die Gallierinnen getragen haben, wurden bei einem intereffonten Gräberfunde ans Licht gebracht, über den der französische Archäologe Audollentin der Pariser Akademie der Inschriften Und schönen Künste berichtete. Es handelt sich um seckK Gräber, die vor einiger Zeit in Martre-de-Vehres (Puy-de-Däme) aus- gedeckt wurden. Die Gegenstände, die aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert stammen, sind äußerst zahlreich und trefflich erhalten: sie lassen sich nach Audollents Einteilung in drei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe besteht aus Touwaren, rötlichen, ziemlich grob geformten Töpfen, und dann aus Gläsern, hie von außerordentlicher Feinheit und Zartheit sind. Die zweite Gruppe setzt sich aus bett zahlreichen Beigaben zusammen, die mit den Särgen in die Erde gelegt Wurden; da gibt es elegant« hölzerne Büchsen und allerhand Schmuckgegenstände; besonders interessant sind aus Meide geflochtene Körbchen, die mit Früchten gestillt sind, um dem Toten auf seiner Reise ins unterirdische Reich die nötige Nahrung zu geben. Diese Weintrauben, Nüsse, Aepfel, ja auch Äu kleiner Fruchtkuchen, sind gut konserviert. Das gleiche ist mit den merkwürdigen Frisuren der Fall, die die dritte Gruppe bilden. Sie stammen aus den fünf Gräbern, in denen Frauen beerdigt waren, und sind sogfältig geflochtene, in Locken gelegte Frisuren aus natürlichem Haar. Außerdem wurden noch leinene Gewänder, Tuniken, Gürtel, lederne Schuhe »sw. zu Tage gefördert. Der Gelehrte hat die Ursachen studiert, durch die diese ungewöhnlich gute Erhaltung der Gegenstände hervorgebracht sein mag. Daß die Körper einbalsamiert waren, ist ausgeschlossen, denn sie zerfielen, als sie an die frische Lust gebracht wurden. Die Konservierung mußte durch besondere ©gen» Mmlichkeiten dieser Gräber bewirkt sein; Audollent hat dies« in den Kohlensäuregasen gefunden, die sich in der Erde entwickelt hatten und bei den Ausgrabungen recht unangenehm ausgefallen wären. Sie mögen wohl die Konservierung hervor- gerusen hasten. bk. Die Gejundheitsivoche in England. Ganz England steht augenblicklich im Zeichen der Gesundheitsivoche, und überall wird von der Kanzel herunter, ivie in den Schulen, Fabriken und Warenhäusern ein erbitterter Kampf gegen die Unwissenheit, Nachlässigkeit und Fahrlässigkeit aui dem Gebiete der Sygieue geführt. Es sind ganz erschreckende Zahlen, die da den ngländern vor Augen geführt werden, damit sie sich aufraffen zttin Kampfe gegen die Gebrechen. Zehn von hundert Kindern in englischen Volksschulen sehen schlecht, 40 haben ein schlechtes Gehör, 70 leiden an Wucherungen der Nase oder des Rachens, 40 haben schlechte Zähne und ebenfalls mehr als 40 lewen unter körperlicher Unreinlichkeit. Alle Vereine Englands haben sich zusauunengetan und wollen nun in der Gesunvheits- rooche durch praktische Beispiele sowohl als auch Vorträge derBe- volferung diese Tatsachen schildern. Sehr häufig wird die Belehrung mit der Unterhaltung verbunden. So werden kinemalo- Die Zimmerpflanzen und ihre pflege. Woche vom 21.—27. Mai. Das Einräumen der Pflanzen auf den Balkon Und in heft Vorgarten wird fortgesetzt. Zuletzt kommen die empfindlichsten! Blumen an die Reihe, wie z. B. die Kakteen mit ihren unempfindlicheren Arten: Cereus, Echinoeereus, E ch i n um kaktus, Echinopsis, Mamillaria. Die anderen Kaktusarten lassen wir besser im Zimmer oder Wintergarten. Auch die Kronwicke (Coronilla) wird draußen aufgestellt; sandig-lehmig« Erde, vermischt mit Misterde, und geräumige Töpfe! Wenn die honigduftende Blüte vorbei ist, kann man durch Beschneiden nette kleine Kronenbäumchen ziehen. — Sonnigen Stand verlangen auch die strauchigen Pantoffelblumen (Caleso- laria-rugosa); während merkwürdigermeise die krautige Pantoffelblume (Calceolaria herbeohybrtda) viel besser im Halbschatten gedeiht; beide aber müssen reichlich Wasser haben. —< Sonnig wird auch der schöne Rvsen-Eistisch (Hibiseus) ausgestellt oder ausgepflanzt; auch er bekommt reichlich Wasser und Düngung. — Besonders reiches Begießen erfordert die Ärali« (Aralia oder Fatsia japonica), von denen man nur junge Pflanzest kaufen sollte, die man in kräftiger Lehm-, Mistbeet- und Lanst- erde groß zieht. Sonnig stellt man auch den Schlangen- bart (Ophiopogon), ebenso die Hermannie (Lauberde mit Sand und Lehm und reichlich Wasser). Wenn man Hermauniest durch, Aussaat züchten will, so mag irtan es jetzt versuchen. Aus- saatzeit ist ferner gekommen für den Hornklee (Lotus), dest man auch sonnig draußen aufstellt und nach der Blüte durch Teilung und Stecklinge vermehrt (sandige Laust- und Misterste.;. mäßig begießen). Der Rhododendron wird nach der Blüte auch sonnig und lustig gestellt und vor Ballentrockenheit bewahrt; ebenso die Hortensien, welche angetrieben waren; diejenigen aber, die, wie es ihre Natur ist, im Spätsommer blühen, setzt man biss dahin nicht den grellen Mittagssonnenstrahlen aus. — Die Calla wird jetzt ausgeblüht haben; wenn möglich. Pflanzt man sie aus und hält sie sonnig und sehr feucht. — Wer versuchen will, die! Eine rar ie (Greiskraut, Senecio) selbst heranzuziehen, der fäe sie jetzt aus (ganz dünn, in sandige Heide- oder Lauberde; bald verstopfen, schattig, mäßig aber gleichmäßig feucht und lustig —« wegen der sonst unfehlbar auftretenden .Lause — halten). Di« erstarkten Sämlinge werden mehrmals in immer nur wenig größer« Töpfe umgesetzt, und zwar in Laub- und Mistbeeterde mit Sandig und ebenso wie die alten Pflanzen int Sommer halbschattig,- feucht und lustig gehalten und oft überspritzt. — Stecklinge macht man jetzt von der abgeblühten S chl e i f e n b l u m e (Iberis gibral- tarica und semperflorens), die irtan auch jetzt aussäen kann. —s Die Stecklinge des roten Salbei (Salvia splendens), die int vorigen August geschnitten Würben, werden bald in voller BW« stehen; sie werden, wenn es geht, ausgepflanzt in Kästen oder! ins Freie, sonst aber noch einmal, ohne bett Ballen zu stören, Seropst in mittelgroß« Töpfe (Erbmischung jeberart). Von n, die matt im Herbst wegwirft, werden bann im! August wieder Stecklinge geschnitten; und so hat man eine IV-jährig« Kultur, die man, sofern ein Glashaus, Kaltbeet oder bergt, zur BerMuna steht, auch bei Geranien (und Pelargonie it) mit .Erfolg betreiben kann.