t o. ct / Äf|l® gnw MM K5^:.si!ä KssiM^ MMM AchLdWW 'ttttiUlL i-'4 Der König von Thule. Roman von Paul Grabern. (Nachdruck »erboten.) (Fortsetzung.) Sie schüttelte wehmütig den Kopf: • „Was kann mir das Leben noch bringen?" „Vieles — unendlich Schönes! Es hat ja so viel an Ihnen gut zu machen." Und als sie noch immer zweifelnd abwehrte, fuhr er eindringlicher fort, während seine Augen mit inniger Wärme auf ihr ruhten. „Es wird Sie entschädigen — glauben Sie mir — in dem, wo es Sie so bitter enttäuschte. Sie werden die Stütze, die Sie brauchen, finden in der Person eines charaktervollen, großdenkenden Mannes, der die Wunden an Ihrem Herzen heilen wird, die ein Unwürdiger Ihnen schlug." Ein hartes Auflachen wollte sich ihr entringen. Sie hatte den Glauben verloren, daß es solche Männer gab. Und wenn wirklich — wen würde die Frau reizen mit dem Kinde eines anderen? Die Frau, die Jugend und Unbefangenheit verloren hatte, die im Leid bitter und hart, scharf und skeptisch geworden war? Nein, nein! Solch Hoffen betrog sie nicht mehr. Amthor ahnte ihre Gedanken. „Sie müssen wieder vertrauen und hoffen lernen — Sie müssen! Aber ehe Sie an alles andere denken — Sie müssen erst Ihr Kind wiedergewinnen!" Frau Eva machte eine müde, hoffnungslose Gebärde; aber er ließ sich nicht abschrecken. Warmherzig, überzeugt, sprach er auf sie ein: „Vorhin, wie Sie mir so alles erzählten, da drängte sich mir die Erkenntnis auf: es mußte ja eigentlich so kommen. Das arme Kind hat nie recht einen Vater gehabt, und was es von ihm sah, war ein schlechtes Vorbild. Dazn noch vererbte Anlagen — kann es einen da wundern, wenn es sich schließlich so entwickelt hat?" „Mag sein — gewiß! Das alles hab' ich mir selbst ja hundertmal gesagt, und darum hab' ich es ja auch immer wieder von vorn mit ihm versucht, bis ich eben am Rande mit meinen Kräften — bis alles aus war." „Dies Wort darf eine Mutter nicht kennen," verwies er sie ernst, aber freundlich. „Die Liebe höret nimmer auf! Das ist das wahre Mutterevangelium. — Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr mich das arme Kind dauert;! Sie dürfen sich ihm nicht entziehen — Sie wissen ja nicht, was Sie ihm damit antun!" ' Mit steigender nervöser Erregtheit hatte sie ihn angehört, nun aber brach es gequält von ihren Lippen und mit bitterem Vorwurf: „Das Kind! Immer nur das Kind! Das dauert Sie, mit dem haben Sie Mitleid! Dem zuliebe soll ich mich von neuem aufreiben und zermartern! — Aber denken Sie doch auch einmal an mich! Ich war am Ende, ich schwöre es Ihnen! Wäre mein Arzt doch hier, der meinen elenden Zustand besser kannte! Er würde Ihnen bezeugen, wie weit es mit mir war. Oder halten Sie mich für herzlos, für eine kalte Egoistin? So wahr ich hier stehe, ich wäre bereit gewesen, mein Leben für mein Kind zu geben, könnte ich es damit retten — ja noch heut tüt' ich es! Aber soll ich mich denn nutzlos aufreiben, meine Nerven zerrütten, vielleicht unheilbarer Erkrankung verfallen, ohne daß ich ihm ein Atom damit helfen kann? Ja, soll ich das? Verlangen Sie das von mir?" Mit weit ausgerissenen Augen starrte sie ihn an, im Tiefsten aufgewühlt. Da regte sich der Arzt in ihm. Er sah, daß er es hier wirklich mit einer nahezu erschöpften armen Frau zu tun hatte, an die er jetzt solche Anforderungen nicht stellen durfte. Beruhigend sprach er ihr da zu: „Nein, nein! Das nxire ja brutal und sinnlos zugleich. Ich ahnte ja nicht, daß es in der Tat so mit Ihnen steht. Wenn man Sie zu anderen Stunden so frisch und elastisch sicht —" ; Sie lachte herb auf. „Selbstzucht, lieber Herr Doktor! Mir ist manchmal ganz anders zumute, als Sie alle glauben." Er nickte. „Ja, ja — ich weiß: Frauen sind Heroen im Verbergen von Leiden." Mit innigem Mitleid überflog er ihre schlanke, zarte Erscheinung. „Ihr Arzt hatte ganz recht: Sie müßen jetzt erst einmal an sich selbst denken, selber erst gesund und stark werden, dann wird sich, Ihre Energie schon wieder von selbst melden. Dessen bin ich sicher." Sie lächelte nur still zu seinen Worten. „Aber nun kommen Sie!" mahnte er. „Sie müssen sich ablenken von allen traurigen Gedanken. Da vorn lockt die Musik. Stürzen wir uns in die Wogen der Genüsse, und in einen frischen, fröhlichen Kampf mit Ihren „Freunden"! Das wird Sie ausmuntern! Nicht?" Da brach es wieder heller aus ihren Augen. „Nun sehen Sie!" scherzte er mit einem frohen Blick und schritt lebhaft mit ihr vorwärts. „Die Erde hat Sie wieder." IX. „— Also, meine Herrschaften, seien Sie mir noch einmal schönstens zur Jnftruklionsstunde willkommen hier auf der Back, wo mir mein Herr Kollege von der „Hamburg'' heute freundlich das Kommando abgetreten hat. — Ihr Wohl! Hurra — Hurra — Hurra!" Aufspringend stimmten die anderen mit frohen Gesichtern mit ein in den Ruf, und die Sektkelche klirrten an das Glas des liebenswürdigen Gastgebers, des Kapitäns Neidhardt, der hier seine engere Tischgenossenschaft zu einer kleinen Sitzung eingeladen hatte. Es war ein wundervoll milder Abend. Spiegelglatt lag die See, wie in ein Festgewand von schwerem, schillernden Goldbrokat gehüllt, und das Schiff ging so ruhig, daß 250 man seine Bewegung überhaupt nicht spürte. Man hätte meinen können, in südlichen Breiten und nicht nahe dem ewigen Eise zu sein, wenn nicht der bleich-gelbe Schein der tiefstehenden Sonne jetzt gegen die zehnte Abendstunde daran erinnert hätte, daß man das Polarmeer durchquerte. In heiterster Laune fast, nun die kleine Gesellschaft auf der Back beisammen, wo heute nur ein angenehm fächelnder Hauch ging, Damen und Herren in sommerlich leichten Strandkostümen. Sie waren hier oben ganz unter sich, die übrige Schisfsgesellschaft respektierte ihre Absonderung und überlieh ihnen den kleinen Teil des Decks ganz allein. Auch der Steward, der die Sektflaschen sorglich frappiert und dann eingeschenkt hatte, war vom Kapitän jetzt weg- geschickt worden. „Danke, wir bedienen nns selbst!" So war man denn jetzt ganz unter sich. „Nun, Herr Kapitän. Bitte, so fangen Sie an mit die Jnstruktschon." Lächelnd bat so Mrs. Sanderham den Wirt, bei dem sie hier zu Gast waren. Er sollte sie ja heute in die Geheimnisse der Nautik einweihen, die ihnen so oft schon ein verwundertes Kopfschütteln abgenötigt hatten. „Wie Sie befehlen. — Also Mrs. Sanderham, machen wir gleich bei Ihnen den Anfang! Sitzen Sie an Backbord oder Steuerbord?" „O!" Die junge Amerikanerin, ganz unvorbereitet, sah sich hilfesuchend um. Leutnant v. Kreßmann, der, ihr nahe, auf einer aufgerollten Trosse saß, wollte sich vorbeugend soufflieren, aber der Kapitän bemerkte es: „Halt da, Herr Leutnant! Vorsagen ist Hintergehung eines Vorgesetzten. Ich lasse sie gleich ins Eisen legen und krumm schließen!" drohte er. „O — dear me!" Die kleine Frau markierte hohes Entsetzen. „Was sind Sie grausam, Herr Käp'tän! Sie werden mir doch nicht etwa auch gleich irrt Eisenschließen, wenn ich falsch sage?" „Nein — aber Ihr Herr Gemahl wird Ihnen drei Tage lang entzogen. Also raten Sie richtig!" „O terrible! —• ,Poor Dick!" Sie faltete schmerzlichsehnsüchtig die Hände zu dem jungen Gatten hin, der auf der anderen Seite neben ihr saß. „Alle guten Geister, so steht jetzt bei mir: also — (sieuetbDtb riet sie „Falsch! Back'-rd, denn Sie sitzen links," entschied der Kapitän, und trat wirklich auf den jungen Amerikaner §u. „Bitte, Mr. Sanderham, Sie müssen mir Jhrert Platz überlassen. — Strafe muß sein!" „O dreadful!" jammerte in komischer Verzweiflung die kleine Frau dem scheidenden Gatten nach, der in der Tat dem Kapitän lachend seinen Feldstuhl abtrat und sich nun abseits aufs Schiffsgeländer hockte und gleichmütig — trotz des Trennungsschmerzes seiner Gattin — sich von neuem die unentbehrliche shag-pipe stopfte. „O — is er nicht ein Scheusal?" wies Mrs. Sanderham, es bemerkend, auf ihn hin. „Ich traure um ihn, und er raucht! Shocking! — Kommen Sie, Herr Käp'tän, trösten Sie mir über diese unwürdige Mann!" Der übermütig-lustige Ton steckte bald auch die übrige Gesellschaft an. Nur Eva Söllnitz und Amthor, die nebeneinander saßen, waren etwas stiller. Wären sie mit dem Kapitän und dem ihnen auch noch sympathischen Ehepaar allein gewesen, so hätten sie wohl fröhlich mitgetan; aber die Anwesenheit der anderen, besonders der beiden Herren Görtz-Schclling und Kreßmcmn, ließ sie nicht so aus sich Herausgehen. Sie waren, Amthors Entschluß getreu, allen ihnen unsympathischen Persönlichkeiten in den letzten Tagen einfach aus dem Wege gegangen oder hatten sich ihrer kühl entledigt, wenn diese sich der juygen Frau dennoch genähert hatten. Heut abend aber zwang sie die liebenswürdige Einladung des Kapitäns, die sie nicht hatten aus- schlaqcn. können, nun doch zu einem Beisammensein mit ihnen. Indessen ließen sie sich die Laune dadurch doch nicht stören; sie waren vielmehr ans ihre Art froh. Sie amüsierten sich über die drolligen Neckereien der kleinen Ameri- kanerin mit dem Kapitän und über den trockenen Humor Hr. Sanderhams, der gelegentlich dabei immer die Shag- Pfeife im glattrasierten Gesicht, mit einem schalkhaften Aufblitzen seiner klugen Augen hinter den Brillengläsern, eine stets schlagfertige, satirische Bemerkung in die laut schwirrende Unterhaltung warf. Sie selbst wechselten ab und zu ein halblautes Scherz- tvort unter sich, und dann und wann tauschten sie lächelnd einen schnellen, verständnisvollen Blick. Sie wußten auch so, wem er galt! Wie zwei gute alte Freunde verkehrten sie so vertraulich miteinander, und auch Frau Eva gab sich nicht mehr die .Mühe, das irgendwie zu verbergen. Er empfand es mit hoher Freude, und mehrfache dankte er ihr für ihren Freimut mit einem herzlich warmen Lobes- blick, der sie jedesmal stolz und froh machte. Ihr war heute überhaupt so leicht und glücklich zumute, wie sie es seit langen Jahren nicht mehr gekannt hatte. Sie war ja nun nicht mehr allein inmitten einer falschen und gehässigen Welt! Sie nannte ja einen treuen Freund ihr eigen, der ihr seinen starken Schutz gewähren würde/ so bald sie ihn nötig haben sollte. Wie köstlich war das doch, dies geheime Gefühl der Geborgenheit! Wie quoll es jedesmal innig warnt in ihr auf, wenn sie ihn still ansah mit dem frohen Bewußtsein: er ist dein Freund, dein Beschützer! Es drängte sie so oft, seine Hand zu ergreifen und dankerfüllt zu pressen, und wenn sie es nicht tat/ geschah es nicht mehr aus Furcht vor den Menschen —i mochten sie doch jetzt über sie reden, was sie wollten! —! sondern aus einem ganz anderen Gefühl heraus: es keimte da etwas so Zartes, Feines int tiefsten Grunde ihres Herzens, ihr selbst noch dunkel und unerkannt, das sie sich aber instinktiv scheute den Blicken anderer preiszugeben. So begnügte sie sich denn damit, wenn er ihr das Gesicht ab- gewandt hatte, ihn oftmals mit einem still-glücklichen, innigen Ausdruck anzusehen und sich immer wieder seine ruhigen männlichen Züge einzuprägen, in denen sich ein so milder Ernst, eine so tiefe Güte spiegelten. Aber noch einen anderen stillen Beobachter barg der lustige Kreis, den Regierungsrat, der trotz seiner lebhaften äußerlichen Teilnahme an der Unterhaltung doch unausgesetzt ein Auge aus Frau Söllnitz hatte, ohne daß sie in ihrem Glücksgefühl es merkte. (Fortsetzung folgt.) Gietzen vor hundert Jahren. (Nach ungedruckten Berichten.) Bon M. P l o ch - Darmstadt. (Fortsetzung.) 1. Nov. „Ein Offizier mit 10 Mann Kosacken ritt hier ein. Die Leute liefen haufenweise, sie zu sehen. Ter Offizier blieb im Löwen." 2. Nov. „Es zog eine Menge Truppen ein, zum Teil mit schöner Musik, so daß abends wenigstens 6000 Mann in der Stadt waren, nämlich das Korps des Generalleutnants v. Sacken, welcher im Posthause einquartiert Ivar und der Feldmarschal/ v. Blücher mit seinem Hauptquartiere, welches im Einhorn aufgeschlagen wurde. Manche Hausbesitzer hatten 12—24 Mann Einquartierung, manche 6—8 Offiziere mit Bedienten und Pferden, Diese letzteren wurden in die Hausehrn, Scheunen, Holzställe gestellt. Selbst die ärmsten Handwerksleute, Taglöhner und dergl., die nur eine Stube bewohnten, hatten 4—6 Mann Einquartierung. Der Weg, welchen die Armeen genommen hatten, war von Fulda über Ulrichstein und Grünberg. Nur die kraftvollen, köstlichen russischen Pferde waren imstande, die ungeheuere Bagage, Artillerie und Troß auf diesen Wegen fortzubringen. Blücher zog unter den Vivatrufen der Studenten und Einwohner ein. Ein ungeheures Getümmel war in der Stadt, gleich dem, welches 1797 bei dem Einzug der Franzosen unter Hoche und 1805 der hannöverschen Armee unter Bernadotte hier herrschte. Es wurde noch sehr dadurch vermehrt, daß viele hunderte von Kosaken auf den Straßen und in den Höfen, im Freien blieben, schlachteten, bei Feuern saßen und kochten, sich an den Fenstern ums Türen Brot und Branntwein forderten." 3. Nov. „Heute zog der russische Generalleutnant LangeroN mit 6 Regimentern Infanterie, schöne Leute, die aber ziemlich geschmolzen waren, mit schöner, zahlreich besetzter Musik hier ein. Langeron hatte im Löwen Quartier." „Unser Kommandant v. Nagel wurde in Ruhe gesetzt und der preußische Major Graf Schmettau, der bei Hast in der Schloßgasse" — jetzt Nrv 9 — „wohnt, statt seiner ernannt." „Die Russen und Preußen, besonders aber die ersteren, betrugen sich roh Und ausschweifend, tranken besonders erstaunlich viel Branntwein. Man wollte bemerken, daß sie bisher Hunger gelitten hatten. Indessen, wenn man das Betragen, unseres Militärs in Preußen Und Rußland erwägt, so geschah uns durchaus nicht unrecht. Schade nur, daß es Unschuldige trifft!" „Man sah viel Rindvieh und Schweine der Armee nachtreiben. Fünf Wagen mit kgl. westf. Effekten: Spiegeln, Gläsern, Büchern, wurden konfisziert. Die Post vvn Frankfurt kam heute wieder an, die von Darmstadt blieb aus." 251 4. Nov. „Prinz Wilhelm von Preußen kam an und wurde im V. Gatzert'schen" — jetzt Gail'schen — „Hause in der Neustadt bei dem peinlichen Gerichtssekretär Franz einquartiert." Der Prinz war der jüngste Bruder des Königs Friedrich Wilhelm III., später (1834) General-Gouverneur von Mainz, Vater der Prinzessin Karl von Hessen und Urgroßvater des Großherzogs Ernst Ludwig. 4. Nov. „Es erfolgten heute starke Requisitionen. Für die Preußen 40 000 Ellen Tuch, 10 000 Ellen Leinwand und Leder. Für die Russen 10 000 Ellen Tuch, 2000 Ellen Leinwand und Leder." „Die Russen betragen sich in Ansehung ihres Quartiers sehr unordentlich. Mancher Mann, der glaubte 10 zu haben, sah 30—40, die er kaum befriedigen konnte." 5. Nov. „Die Stadt wimmelte von Preußen und Russen. Geschütze und Train biwakierten vor dem Neuenweg und der Neustadt. Viele Leute von diesen drängten sich noch in Quartiere ein. In Großen-Linden lag der preußische Generalleutuant Uork. Auch dieser wollte mit seinem Hauptquartier nach hierher kommen, aber Blücher wendete es ab. Wegen der ungeheueren Menge von Branntwein, den der gemeine Russe bouteillenweise trank, war fast bei keinem Wirte mehr welcher zu haben. Jeder Einwohner hatte in seiner Wohnstube oder in einer Kammer einen Uusjchank von Schnaps, Wein oder Bier." „Man erhielt Nachricht, daß der Großherzog der Allianz beigetreten sei." Am 6. Nov. brachte das Großh. Hess. Regierungsblatt durch einen Erlaß des Staatsministeriums die Bestätigung dieser Nachricht. 6. Nov. „Alles seufzte nach Erlösung von der ungeheueren Einquartierung, aber immer vergeblich. Auf dem Lande ging es noch weit ärger zu als in der Stadt. Heu und ausgedroschene Früchte wurden zertreten und verstreut. Kein Handwerker arbeitete, außer Schmiede und Schneider, die durch Exekution dazu angehalten wurden. Kein Bäcker hatte Wecke auf den: Laden, weil sie die Kosaken mit ihren Lanzen holten. Brot und Branntwein waren fast gar nicht zu haben. Auf dem heutigen Wocheumarkte war kaum Butter, das Pfund wurde mit 18 Batzen" — letzt über 2 Mark — '„bezahlt. Heute kam zum erstenmal die Post aus Darmstadt wieder au. Alle herrschaftlichen Kassen waren in Verwahrung genommen. Doch mochte vorher manches auf diesen Fäll hin in Verwahrung gebracht worden sein. Die fremden Gäste nahmen ungefähr 20 000 preußische Taler mit. Sie hatten die Artigkeit, zu sagen, daß es ein Darlehen sein solle." „Der Professor Steffens aus Breslau, der in Blüchers Hauptquartier den Feldzug als Boloutär mitgemacht hatte, hielt in dem juristischen Auditorium eine Vorlesung über den diesjährigen Feldzug, mit der Tendenz, auch die hiesigen Einwohner zu Freiwilligen, Landsturm usw. zu begeistern. Aber dieses paßt schlecht zu dem eisernen Drucke der ungeheueren Einquartierungslast." — Bgl. Bock, A. „Aus einer kleinen Universitätsstadt". 7. Nov. „Heute endlich war der ersehnte Tag, an welchem uns das Blücher'sche Hauptquartier verließ. Um halb acht Uhr ritt Blücher mit seinem Gefolge weg; darauf auch Prinz Wilhelm von Preußen. Blücher rief am Einhorn einigen hiesigen Einwohnern zu: „Man kann Euch gratulieren, Euer Fürst ist der Allianz beigetveten." Darauf "folgten die ost- und westpreußischen Infanterie-Regimenter und eine Menge von Wagen und Geschützen, Kalnmckeu, Baschkiren mit spitzen chinesischen Hüten." „Eine ziemlich allgemeine Unzufriedenheit hörte man über das Billetamt. Neben Unordnung herrschte die größte Willkür. Manche Einwohner wurden durch die furchtbare Last der EinquarUerung beinahe erdrückt, manche mißhandelt, beraubt, während das zahlreiche Personal der Kriegskommission, des Bil- letamts mit Verwandten und Angehörigen beinahe ganz frei ausging. Mit den Preußen war man überall ganz wohl zufrieden, aber über die Russen, besonders die Dienerschaft, hörte man große Klagen. Indessen ging es in der Stadt noch sehr ordentlich zu im Vergleich zu dem Lande. Eine Menge Fourage ward fortgeschleppt, zerstreut, niedergetreten, das Vieh weggeführt und geschlachtet usw." „'Much der neue preußische Kommandant Graf Schmettau zog weg und General ». Nagel trat wieder an seine Stelle." 8. November. „Der preußische Generalchirurg Velzka und ein Oberstabsmedikus reiften ab, nachdem sie die Einleitung wegen des zu errichtenden Lazarettes getroffen hatten. '9. November. „Das neue Entbindungshaus und das Zeughaus" — jetzt Kserne an: Landgraf-Philipp-Platz — „wurden zum Lazarett für preußische und russische Kranke eingerichtet. Deswegen wurden aus dem letzteren alle Armaturen und die alten Registraturen des Hofgerichts auf das Kollegiengebäude gebracht. Die Direktion hat der Medizinalrat Hegar, die Leitung eine eigene Lazarettkommission, wozu Geheimerat Herd, Uni= versitäts-Oekonom Oßwald, Reg.-Assessor v. Krug und Hofkammerassessor Büchner bestimmt wurden. Das Bureau wurde ins Oß- waldsche Haus verlegt" — jetzt Aliceschule. — „Heute starb Elisabeth, des vormaligen Grenadiers Koch Witwe. Sie hatte in dem ZimMerchen, worin sie starb, vier gemeine Russen als Einquartiernng, welche, da sie kein anderes Obdach hatten, blieben." (Fortsetzung folgt.) Srledrich von Lallet. Friedrich von Sallet wurde vor 100 Jahren^ am 2 0. April 1812, gehören. Aus seiner Geburtsstadt Neiße kam er schon als Kind nach Breslau, und seine frühesten Erinnerungen sind mit den weitläufigen, schönen Räumen der Breslauer Universität, des einstigen J-esuitenkollegiums, verbunden. Er entstammte einer alten Hugenottenfamilie und wurde zur militärischen Laufbahn bestimmt, für die er auf den Kadettenanstalten zu Potsdam und Berlin vorbereitet wurde. Dann kam er — es war im Jahre 1829 — als Leutnant nach Mainz. Wer dem jungen Schlesier, in dem schon von frühen Tagen an die literarische und dichterische Begabung stark gewesen war, konnte das Einerlei des Garnisonlebens in keiner Weise zusagen. Sein Interesse lag auf geistigem, besonders auf Poe-, tischem Gebiete; er hatte die Gabe einer so unglaublich schnellen dichterischen Hervorbringung, daß er einmal ein ganzes Lustspiel, dessen Gedanke ihm am Morgen aufgestiegen war, schon bis zum Nachmittage fertigstellte. Die Unlust am Offiziersberufe äußerte er in einer novellistisch gehaltenen Satire über den Militärstand, die jn engeren Kreisen vielen Beifall fand, unglücklicherweise aber auch durch die Ver- öffentlichung dem Publikum bekannt wurde. Die Folge war ein Prozeß gegen Sallet, bei dem ihn das Kriegsgericht zur Kassation und zehn Jahren Festungsarrest verurteilte. Dieses! erstaunlich harte Urteil wurde durch ein zweites Gericht und später noch einmal durch den König auf eine Festungshaft von zwei Monaten gemildert. Eine glücklichere Zeit begann für Sallet, als er int Jahre 1834 zur Kriegsschule nach Berlin versetzt wurde. Mit größter Energie warf er suhl hier auf seine geistige Ausbildung; er vernachlässigte aber darüber den Besuch der Vorlesungen der Kriegsschule in dem Maße, daß er noch vor Ablauf des Kursus nach; Trier zu seinem Regiment zurückversetzt wurde. Ein Jahr später nahm Sallet dann endgültig seinen Abschied, gründete sich durch den Ehebund mit einer geliebtem Base ein glückliches Heim und war nun endlich in das Fahrwasser einer Lebensführung eingelaufen, wie sie ihm zusagte, als ihn bereits am 21. Februar 1843 im Alter von 31 Jahren der Tod ereilte. In seiner literarischen Persönlichkeit vereinigen sich Züge von widersprechender Natur. Wohl stand er der Romantik nahe und hat sanften, innigen Tönen den wohltuenden tiefen Zauber der Natur besungen, aber damit mischte sich eine kecke satirische Begabung, der es an glücklichen Einfällen, an witzigen Schlagworten und an Sinn für das Komische nicht fehlte. Diese Neigung zu kritischer Betrachtung der Dinge hat ihn später auch dem politischen Leben näher geführt, für das er von Hause aus wohl wenig Interesse hatte, und wenn er midji nicht zur Gruppe! der Jungdeutschen gerechnet werden ckann, so hat doch auch er vieles Faule und Unerfreuliche in der Zeit von 18 -0 in scharfen Versen kühn gegeißelt. Das Werk, mit dem fein Name am innigsten verbunden bleibt, ist das noch heute nicht vergessene „L a ienb r ev i er". Es legt Zeugnis von dem tiefsten Einfluß ab, den Sallet iit seinem Leben erfahren Hat; dem Einfluß der H e g e l s ch e n Philosophie. Das Laienbrevier stellt eine poetische Umschreibung des Evangeliums auf dem Boden der Hegelscheu Denkweise dar. Dabei widerfährt es dem Dichter freilich nicht selten, daß der feste Kern der christlichen Gedanken ganz hegelfch-philosophisch verflüchtigt wird, aber den schönsten Teilen des Gedichtes sind tiefe Innerlichkeit, wahrhaft religiöses Verständnis und Schwung und Schönheit der Form nachzurühmen. Zu feiner Zeit erregte das Laienbrevier großes Aufsehen, und es gab Männer, die bekannten, durch dieses Buch zum Christentum zurückgeführt worden zu sein. Eine hohe Auffassung von der Dichtung und den Verpflichtungen des Dichters geht durch Sallets ganzes Schaffen, und er hat ein gutes Teil seiner Persönlichkeit selbst charakterisiert, als er die kernigen Verse schrieb: „Es hat die Kunst audji ihre Moral, Die Pfuscher sind eitle Schufte zumal. Bors allererste sei ein Mann! Dann mach dich an die Kunst heran." —: Vermischtes. * Ein Bund gegen — die Geishas. Auch für Japan scheint nunmehr die Zeit zur Gründung von Sittlichl- keitsvereinen gekommen zu sein. Wie die „Tsingtauer Neuesten Nachrichten" aus Tokio melden, weist die dort erscheinende Zeitung „Jiji" in einem Leitartikel darauf hin, daß „die Moral in Japan nicht Schritt gehalten habe mit den übrigen Fortschritten im Lande". Die Zeitung hebt hervor, daß dieser bedauerliche Zustand das Land in den Augen der Fremden herabsetze. So seien z. B. dis Geishas eine ewige Quelle von Beunruhigung für Leute, denen! das Wohl des Landes am Herzen liege. Tie Anzahl der Geishas sei in stetem Wachsen begriffen, und dieses sei int Verhältnis! größer als die Zunahme der übrigen Bevölkerung im Bezirk "von Joschiwara. Viele Leute hätten die Angewohnheit, ihre Geschäftsfreunde nach Restaurants einzuladen, wo deren Aufmerksamkeit häufig genug durch die Geishas von den Geschäften abp ' gelenkt iuürbe. Außerdem spricht sich die Zeitung scharf aus 252 gegen bte Ehen mit Geishas und schließt mitt der Aufforderung, einen „Anti-Geisha-Bund" zu gründen und dazu die Unter- stützung der japanischen Frauen zu erlangen. »Eine a v e n t e u e r l, ch e FI u ch t. Von der abenteuerlichen und atisregenden Flucht des irüberen montenegrinischen Bluristers des Ausivärtigen, Jmvanoivilich, und seiner Gelahrten aus dem Kerker der Festung Jusiuwalscha in Aiontenegro gibt der Konstantinopeler Mitarbeiter der „Pall '31 aH Gazelle" eine interessante Schilderung. Vier Jahre lang hat der Minister mit seinen Freunden im Kerker schmachten müssen; man hatte ihn angeklagt, gegen König Nikita, der damals noch Fürst war, konsviriert zu haben. Tie Gelangenen waren die ganzen Jahre über mit schweren Ketten an Händen und Füßen geiesselt und mußten furchtbare Qualen und Entbehrungen erdulden. Schon unmittelbar nach ihrer Einkerkerung faßten sie den Plan, einen Fluchtversuch zu wagen. Wieder einmal sollte die Wirklichkeit die Phantasie der Romanschreiber in den Schalten stellen. Man wollte einen unter- irdischen Gang zur Außenwelt graben. Die Gelangenen ivaren in einander benachbarten Zellen untergebracht, und es gelang ihnen nach langer Blühe, sich durch Klovlngnale zu verständigen und die Einzelheiten des Planer zu vereinbaren. Nacht um Nacht gruben sie nun ohne Werkzeuge an dein unterirdischen Gange, der sie dem Leben zurücklühien sollte; die Qeffnnng wurde anr Tage geschielt mit Stroh und mit der Matratze bedeckt, die den Eingekerkerten als Ruhestätte diente. Nach sechsmonatlicher Arbeit war es den Gefangenen möglich, zusammenzukommen; zwei iveitere Monate nahm die Arbeit in Anspruch, die Handschellen und die Fußsesseln zu lockern und zu durchschneiden. Ein Eidesschiour verpflichtete alle Teilnehmer des Planes iür den Fall der Entdeckung zum sofortigen Selvsimord. Aber sie wurden im Laufe der Jahre nicht entdeckt; mit übermenschlicher Zähigkeit arbeitete« sie Nacht um Nacht an der Vorbereitiing zu der Flucht, bis endlich, vor wenigen Tagen, alles bereit war. Einer der Gefährten starb noch ivährend der Flucht tind wiirde von den Kerkergenosjen beerdigt. Fast wäre eS an der türkischen Grenze den montenegrinischen Zollsoldaten ge- ltmgen, die Flüchtlinge zu fangen, es gab em verzwenelter Kamps, in dem die Soldaten unterlagen. Juwanowtlsch wohnt jetzt in Konstantinopel in einem Hotel, er ist ein Mann von umfassender Bildung und guter Erziehung. Die türktsche Regierung aber befindet sich in einer schwierigen Lage, da Montenegro die 3lnS- liefenmg des früheren Ministers verlaitgt; es scheint jedoch, als ob die Plorte dieses Verlangen abschlägig bescheiden ivird. kf. Die Vier in Tails Leben. Wild wogt der Prä- sidentenkampf in Amerika und erbittert ringen die Lager um die Siegespalme. Roosevelt und Tast sind die beiden Hauvtgegner Ter wohlbeleibte Tait schaut ethig nach einem guten Cmeit aus. Er ist nämlich sehr, sehr abergläubtsch. Und besonders die Vierzahl hat es ihm angetan. Stets hat die Zahl vier in se.neni Leben eine bedeutende Rolle gespielt, und ausnahmslos hat sie ihm nur Glück gebracht. Sein Raine besteht aus vier Buchstaben, und auch die Provinz, in der er geboren mürbe, zeigt nur vier Buchstaben in ihrem Namen: es ist Ohio. Sein Vater hatte vier Söhne. Sein Examen bestaild er im Jahre 1874; er studierte in Pale, welches gleichfalls vier Buchstaben hat. und zum ersten Male hat er Mrs. Tast in der Pike Street in Cincinnati getroffen. Selbstverständlich wurde die Ehe unter diesen Umständen eine glückliche - der Straßennamen hatte vier Buchstaben I - und übrigens wurden die beiden durch einen Pfarrer Hoge getraut, deffen Ölame gleichialls aus vier Buchstaben besteht. Als Tast zum ersten Blate das ungekrönte Haupt der Vereinigten Staaten wurde, da schrieb er leinen Erfolg dem Umstande zu, daß sein Wahlleldzug von Leuten geleitet wurde, deren Namen sämtlich vier Buchstaben auiwiesen: Blun, Hart, Hill. Luna, Ward, Code, Todd, Hale und Lyon. * Siamesische Elefanten. Roch vor einigen Jahren wurde die Zahl der zahmen Elefanten in Siam auf 3000 geschätzt. Sie hat sich seitdem vermindert — eine Tatsache, die in einer bedeutenden Preissteigerung Ausdruck fand. Ein ausgewachsener männlicher Eleiant kostet in Siam ungefähr so viel ivie bei uns ein bescheidenes Automobil: etwa 12 000 Mark. Ein weiblicher wird dagegen mit nur 7—800« Mark bezahlt. Im Norden des Königreichs könnte man ohne diese zahmen Elefanten überhaupt nicht reisen. Der siamesische Eleiant ist mit 25 Jahren ausgewachsen ; mit 35 Jahren erreicht er seine größte Stärke. Seine Lebensdauer schwankt zwischen 80 und 150 Jahren; ein noch höheres Alter ist selten. Das Normalgeivicht eines cui§- gewachsenen Tieres beträgt 3000 Kilogramm. Weit größer als die Zahl der zahmen Elesanten ist die der wilden, die i» den Dschungeln leben — oft in Rudeln von 2u0 Stück. Selbstverständlich ist die Jagd darauf nicht freigegeben; man braucht die Erlaubnis der Regierung und hat an sie iür jeden erlegten oder gefangenen Elesanten 600 Mark zu bezahlen. 1050 Kilogramm Elfenbein wurden im letzten Jahre aus Siam ausgeführt; das ist nicht wenig, weiin man bedenkt, rote lange die Tiere leben. * Das Heilmittel. Herr Sonstig ist krank und läßt den Arzt rufen. Nachdem dieser den Patienten gesehen und gesprochen hat, wendet er sich an dessen Ehefrau: „Ihr Mann muß Unbedingte Rahe und sehr viel Schlaf haben. Ich werde aus der Apotheke ein Schlafpulver herüberschicken, das aber ganz genau nach der darauf angegebenen Vorschrift genommen werden muß. Kann ich mich fest daraUs verlassen, daß es sofaeschieht?" „Selbstverständlich, Herr Doktor!" erwidert die Frau, verwundert über! die Frage. Ihre Bedeutung wird ihr erst klar, als sie das Heilmittel in Händen hält, dessen Etikette die Aufschrift trägt: „Schlafpulver, Einzunehmen von — Frau Sanftig." Die Zimmerpflanzen und ihre pflege. Woche vom 23. bis 29. April. Für den Einkauf englischer Pelargonien empfehlen wir die Sorten, welche niedrigen Wuchs haben, z. B. Martha Bürger, Schneewittchen, Leuchtkäfer, Jtza, Meta usw. Beim Einkauf von Palmen empfehlen wir Rücksicht zu nehmen auf die bei den verschiedenen Arten sehr verschiedenen Ansprüche an die Wärme ihres Standortes (besonders im Winter); jeder Händler wird darüber Auskunft geben können. Eine Uebersicht der empfehlenswerten Arten bringen wir später. Tie Palmen soll man stets gleichmäßig feucht halten, oft spritzen und waschen. Tie, welche im Winter kühl gestanden haben oder stehen müssen, bringt man nach Aufhören der Nachtfröste ins Freie. Der Wurzelballen der Palmen darf niemals austrocknen; wenn dies doch einmal geschehen, so wird er mit dem Topf mehrere Stunden in ein Gefäß mit Wasser eingetaucht, damit er sich wieder vollsaugt. Das Umpflanzen der Palmen soll man nicht jedes Jahr, sondern nur wenn es sich als nötig erweist, vornehmen (alle 3—4 Jahre). Die Zeit dazu ist jetzt; eine geeignete Erdmjischung: Laub- und Mistbeet-Erde und etwas alter Baulehm. Für den Einkauf von Passionsblumen (Passiflora) empfehlen wir cörulea und racemvsa für kühle Räume resp. für den sonnigen, geschützten Balkon; die Hybriden dagegen (z. B. Eugenie) für die geheizte Wohnstube. Von der Passionsblume und von der Bougainvillea macht man jetzt oder im Sommer Stecklinge (gedrungene Seitensprose). Als Erdmischung empfehlen wir für beide Pflanzen lehmig-kalkhaltige Lauberde; dabei nicht zu große Töpfe mit gutem Wasserabzug (durch reichliche Scherbeneinlage); viel lüften und zuweilen düngen. Nach der Blüts werden sie trockener und kühler gehalten und ihre abgeblnhteyj Ranken gekürzt. Ter B u x b a u m (Buxus arborescens) ist vorzüglich zur Schmückung dunklerer Korridore usw. geeignet, da sein Lichtb»- dürfnis im Winter außerordentlich gering ist. Man pflanzt ihn jetzt ein und hält ihn im Sommer im Freien. Die Schwanz- blume (Anthurium Scherzerianum) gilt als empfindlich; sie gedeiht aber im Zimmer sehr gut, wenn man ausgewachsene, womöglich blühende Pflanzen kauft, sie jährlich um diese Zeit verpflanzt, und zwar in Heide-Erde mit Sphagnum-Moos, und sie immer warm und feucht hält. Tie Zierspargel (Asparagus) müssen, wenn es nicht schon geschehen, schleunigst verpflanzt werden (wenig größere Töpfe; Lauberde mit Lehm). Auch die Kakteen pflanzt man jetzt um, aber auch nur alle 3—5 Jahre. Man nimmt dazu Laubt- und Mistbeeterde, reinen Sand und etwas alten Lehm. Tie Wurzeln werden nicht beschnitten; anfangs wird wenig, nach der Bewurzelung mehr gegossen. Im Sommer nicht zu trocken, im Winter nicht zu feucht, und stets sonnig! Billbergieni werden ebenfalls jetzt verpflanzt (lockere grobe Lauberde, dazu Sand und getrockneten Kuhdünger). Tie Wurzeln werden vorher gesäubert, dann stellt man sie warm und entfernt die abgeblühten Triebe. Tie Billbergien kann man auch wie die Orchideen art Klötzen ziehen. Für den Winterslor sät man jetzt den Höcker kelch (Cuphea) aus (wir empfehlen: platycentra). Alle Stecklinge vom vorigen Jahre werden abgehärtet, damit sie Sonne und Außenluft ertragen lernen. Die, welche man buschig wünscht, z. Bc auch bei den Topfrosen, werden entspitzt ober beschnitten. 1 Skat-Aufgabe. Vorhand läßt sich bis Null ouvert reizen, weshalb Mittelhand Wie müssen die Karten sitzen und wie muß gespielt roerdettz damit der Spieler mit Schneider verliert? Auflösung in nächster Nummer. ♦ Treff-Solos mit wißenden anstatt des anfangs beabsichtigten Karten Grand anfagt: Auflösung des Buchstabenrätsels in vorig« Nummert Sense, Senf. Redaktion! K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lang», ®iei«i>