IA2 - Nr. 150 fnaaa^KÄtiliilnlij bTZk W Sammrrleutnants. Roman von Walter Bloem. Copyright 1910 by Orethlein & Co. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 8, Kapiteh Und nun saß Martin Flamberg inmitten des glänzenden Kreises des Regiments Prinz Heinrich der Niederlande und seiner Damen im kerzenhellen Kasino vor dem Vorhang, Mvter dem das Festspiel sich entrollen sollte. Wirklich eine stattliche Versammlung. , 3U den Offizieren des Regiments'hatte sich ein größerer Zuzug fremder Uniformen gesellt, deren Träger dem Re- tpmeiTt nahe standen. Voran natürlich der Brigadekommandeur mit seinem Stabe, ferner. der Bezirkskommandeur mit seinem Adjutanten, dann eine Anzahl glatzköpfiger, weißbärtiger Herren, pensionierter Generale und Stabsoffiziere mit redseligen Gattinnen und leise verblühenden Töchtern; denn die Villenvorstadt der Garnison war eine vielbegehrte Pen- sionopolis. Auch sämtliche in erreichbarer Nähe wohnenden tnaktiven und Reserveoffiziere des Regiments hatten sich Kingefunden. Zu den Waffenröcken, die bei den altern Herrn von 'einem bunten Ordensgeflimmer erhellt waren, gesellte sich ein lichtsarbiger, gleißender Damenflor. Allerdings, die Gattin des' Brigadekommandeurs hatte sich entschuldigen lassen in taktvoller Rücksicht auf Frau Baronin von Weizsäcker; galt doch der Kommandeuse das ganze heutige Fest, soweit es als ein gesellschaftliches Er- Ägnis ausgestaltet war. Und so hätte die Frau Generalin sich zurückgehalten, damit die Gattin des Regimentskommandeurs die Ehren des Abends unverkürzt als erste genieße. Von den Stabsoffizieren wär der trunk- und wetterfeste Oberstleutnant Rautz Jünggesell, der hägere, unnahbare Major Blasberg seit fast zwanzig Jähren Witwer. So bildeten die spinöse Frau von Sassenbach, die ihre bürgerliche Geburt durch sehr starke Betonung aristo- ^kratischen Wesens zu verdecken suchte, und die aus uraltem Adel stammende, rundliche Frau von Czigorski, die mit ihrem Manne in lautenr und» bourgeoisem Wesen wetteiferte, Pie nächste Umgebung der Frau Oberst. Die Gruppe dieser drei Damen wär der Mittelpunkt der Weiblichkeit. An sie gliederte sich auf der einen Seite die Schar der meist schon etwas' greisenhaften Gattinnen der Pensionierten, auf der andern Seite die der jungen Frauen der Hauptleute und Oberleutnants und endlich eine ganze Schar junger Mädchen, teils Offizierstöchter, teils geladene Freundinnen der letztern aus der Stadt. Im großen Saale wären die Stuhlreihen gestellt, Die Bühne war in der Veranda aufgeschlagen, die große Glastür ausgehoben, ihr Rahmen bildete das Proszenium. Hiuterm Vorhang harrte der einjährig-freiwillige Unteroffizier Friesen, aufgeregt wie nur je ein dramatischer Dichter am Abechd seiner Premiere an einer Weltstadt^ bühüe, selbstverständlich wieder in Dienstanzug und „Porzellanbuchsen", Regisseur und Inspizient in einer Person, Neben ihm saß als Souffleur der jüngste Leutnant Carstanjen, sehr ungnädig über dies Kommando, das ihn für eine Stunde dem Flirt im Saal entzog. Im Augenblick, als Hans Friesen das erste Glockenzeichen geben wollte, fiel sein Blick seitwärts, wo plötzlich, wie aus der Erde gewachsen, der Gefreite Manes.seiner Kompagnie stand, schlotternd vor Befangenheit, int Drillichanzug, mit der schwarzen Gefreitenschnur um den 'Jackenkragen, die zerknüllte Feldmütze in der Hand, ganz geblendet von den paar Strahlen Festglanz, die seine weit aufgerissen starrenden Augen erhascht hatten. Er machte dem Unteroffizier hilflose Winkzeichen. „Haben Sie was für mich, Manes?" „Jawohl, Herr Unner'ffzier. . . ene Zettel voM Herr Feldwebel!" Voll düsterer Ahnung nahm Haus den Wisch, entrollte ihn und las: „Morgen srüh fünf Uhr zur Aufsicht beim! Umbau von Schießstand 5. Düfke, Feldwebel." Aha, der Neid der Götter! — Hol's der Teufel! In der Eile betete Hans Friesen das Register sämtlicher Flüche her, die er während seines Dienstjahres aus dem Munde der Kapitulanten seiner Kompagnie vernommen hatte. „Na, Manes, stehen Sie noch immer da? — Sagen Sie dem Herrn Feldwebel einen schönen Gruß von mir, und er könnte —" _ Es war doch geratener, den Rest zu verschlucken . . . das Dusseltier war imstande, die Bestellung ausznrichten . . . . O welche Lust, Soldat zu sein—! Auf einmal klang eine weiche Stimme neben ihm: „Guten Abend, Herr Friesen!" Herrgott, Molly von Sassenbach als „Friede". Mein Himmel, wie schön. . . wie unsagbar schön das Mädchen aussah! Zwar das rote Griechengewand, das sie trug, paßte eigentlich verflucht wenig zu ihrer Mission; aber an dem goldenen Palmenzweig, den sie im Arme hielt, konnte man ja bei einigem guten Willen immerhin erkennen, was sie vorstellen sollte. „Fühlen Sie, wie ich zittere!" Sie hielt ihm die kleine, duftige Hand hin. ,-,Das nennt man Lampenfieber!" scherzte er gezwungen. „Wie schade, nun sind die Proben zu Ende!" „Jawohl. . . und übermorgen geht's fort. . . und ich seh Sie nicht mehr wieder. . ." „Kommen Sie denn nicht noch einmal zurück in die Garnison?" 518 „Das wohl. . . vierzehn Tage, uni das Offiziers- examen zu machen! — Aber dann — dann sind Sie wieder das Majorstöchterlein. . . und ich der simple Kommiß- knote. . ." „Aber Sie kommen doch zum Frühjahr zur UebUng ins Regiment?!" „Ach — im nächsten Frühjahr! . . . Das ist eine Ewigkeit — „Herr Friesen, ich will Ihnen etwas anvertrauen: vielleicht sehen wir uns doch schon früher wieder — —, nämlich . . . das Mänöver ist doch tut Hunsrück .. . und — —" In diesem Augenblick stürzte der Leutnant Carstanjen, der inzwischen auf der Bühne mit Fran von Brandeis und Nelly geschwatzt hatte, heran und rief: „Donnerwetter, Friesen — machen Sie doch los —!" Zähneknirschend gab Hans Friesen das Klingelzeichen . . . und der Vorhang flog in die Höhe . . . Alles klappte vortrefflich. Zwar Martin Flambergs Malerauge stand Qualen aus, als er die Farbenzusammenstellungen an Kostümen und Dekorationen sah. . . Leutnant Blowitz, der „für die Regie verantwortlich zeichnete", hatte sich törichterweise nicht entschließen können, die Unterstützung des doch im Regiment vorhandenen Malers heranzuziehen. Wozu von der Anerkennung der Vorgesetzten und ihrer Damen noch etwas auf einen Herrn fallen lassen, der in drei Wochen wieder nach Hause ging ...? Das konnte doch in der Familie bleiben. . . das konnte man ja selber verdienen. . . Die Folgen waren schrecklich-. Frau Cäcilie natürlich sah- so blendend schön ans, tote ihr Kostüm und ihre Frisur geschmackvoll und sachgemäß waren, aber die Majorsmädel in ihren roten und lila allegorischen Kostümen aus dem Maskenverleihf- geschäft, und vollends Leutnant Blowitz als „Krieg" in einer Rüstnng, die ein Mittelding zwischen einem mittelalterlichen Ritterharnisch und einem griechischen Heroen- panzer darstellte und aussah, als fei sie aus Trümmern von Konservenbüchsen zusammengenietet. . . geradezu schaudervoll! Die Dekorationen zu den lebenden Bildern hatte ein kundiger Thebaner von Anstreichergehilfen, den Blowitz unter den Füsilieren der dritten Kompagnie ausfindig gemacht, nach dem Muster der berühmten Gemälde im Offizierkasino zusammengepinselt. Vor diesen fragwürdigen Hintergrund hatte Blowitz die Lebenden Bilder gestellt, so gut er's verstand. Er war nicht ungeschickt in solchen Veranstaltungen. In seinem früheren Regiment war er vereidigter Festarrangeur gewesen. . . und das hatte ihm den Rücken gesteift gegen die Versuchung, den Sachverständigen heranzuziehen, der zur Hand gewesen wäre. Na, es ging auch so. Und jedenfalls — das Publikum war von der Leistung, die auf dem eigenen Holze des Regiments gewachsen war, vollkommen zufrieden- gestellt. Und als schließlich im letzten Bilde die Gipsbüste Seiner Majestät erschien, von den flackernden und- knisternden Flammen zweier bengalischer Feuerwerks körper beiderseits angestrahlt, umgeben von einer Huldigungsgruppe von Soldaten und allegorischen Jungfrauen — da erhöben der General jtrtb der Oberst sich mit einem klirrenden Ruck von ihren Stühlen, die ganze Zuschauerschaft folgte, die Regimentsmusik schmetterte die Kaiserhymne, und in heller Begeisterung vermischten sich die hellen Stimmen der Damen mit den dröhnenden der Offiziere. Dann tönte lauter Applaus . . . der Vorhang über dem lebenden Bilde öffitete sich zum zweiten Male . . . Und nun rief der General mit schallender Stimme in den Saal: „Seine Majestät, unser allergnädigster Herr — Hurra — Hurra — Hurra!" * Die Fensterscheiben klirrten... die Damen winkten mit der Hand und schwenkten ihre weißen Schals . . . die Musik gab im Tusch das Letzte ihrer Lungenkraft her . . . es war ein Getöse, als solle der jüngste Tag anbrechen... Und abermals dröhnender Applaus... die Darsteller verneigten sich . . . Aus den Reihen der jüngeren Offiziere tönten laute Rufe: „Blowitz — Blowitz —!" Die .Gruppe schob den „Krieg" in den Vordergrund... er verneigte sich, hold errötend unter seiner Schminke immer und immer wieder... In der Ecke hinter dem Vorhang! aber stand im Ordon- nanzanzuge der Festspielpoet... Um ihn kümmerte sich kein Mensch, selbst Molly von Sassenbach hatte ihn ganz vergessen... Oder ob auch- sie das Gefühl hatte, daß es ein wenig stilwidrig wirken würde, wenn in diesem Augenblick ein Unterofsiziersrock uttd ein Paar „Porzellanbuchsen" itn Vordergründe des Bildes erschienen . . .? Erst als nun der Vorhang zum letzten Male gefallen war und die Mitwirkenden in -glückseliger Erregung, froh des stolzen Gelingens, laut plauderiid und schwatzend in die als Garderobenräume eingerichteten Korridore abströmten, gewahrte -Molly plötzlich- den unglücklichen Einjährigen in seiner Ecke: „Herrgott — Sie haben wir ja ganz vergessen —! Na — das ist 'ne schöne Bescherung—l" „Poetenlos — gnädiges Fräulein!" „Na warten Sie — nachher wird der Oberst sicher mit Ihnen sprechen i— und dann — dann tanzen wir zusammen,- wir zwei — nicht wahr, Herr Friesen?!" Aber Mollys Prophezeiung erfüllte sich nicht, wenigstens nicht in ihrem ersten Teil. Zwar hatte Hans Friesen eine offizielle Einladung zum Fest bekommen. Er hatte heimlich gehofft, als Festspielpoet bei den Mitwirkenden des Abends seinen Platz zu finden. Aber als er in den nun wieder hell erleuchteten Speisesaal trat, da kümmerte sich kein Mensch um ihn, und er drückte sich -eine Zeitlang, völlig unbeachtet, in der gräßlichsten Stimmung an den Wänden herum. Als dann alles Platz nahm, wandte er sich in peinlicher Verlegenheit -an den -Vizefeldwebel, der den Dienst der Kllsinoordonnanzen beaufsichtigte, und fragte, wo ihm sein Platz angewiesen sei. Der -antwortete ganz kurz: „Da unten, bei die Avantageur!" Und richtig! — Man hatte ihn chargenmäßig ganz unten am linken Huseisenende zwischen die blutjungen Fähnriche und Fahnenjunker gesetzt. . . Diese jungen Herren fühlten sich- als zukünftige aktive Offiziere dem Einjährigen um mindestens ein Dutzend gesellschaftliche Nasenlängen voraus Und suchten ihü, den um fünf bis sechs Jahre älteren, von oben herab zu behandeln. Allmählich -gewann Hans Friesen den Humor der Situation. — Nun, wenigstens bei den Bürschchen rechts und links wollte er sich sobald als möglich in Respekt setzen und wartete nur "aus die erste passende Gelegenheit, um ein Exempel zu statuieren. . . Inzwischen schaute er nach Molly um . . . Sie saß am selben Tisch, aber to-eit höher hinauf, zwischen den Leutnants Carstanjen und Quincke, die ihr natürlich- auf Mord und! Tod den Hof machten . . . Ekelhaft, -dies verlebte, gelbe Gesicht des fatalen Quincke neben ihrem rosigen, preziösen Köpfchen . . . ihren apfelblütenfarbigen Schultern, die sich nun lockernd und schim- mertrd -aus dem rosa Ballsähnchen hoben . . . Und jetzt — da ... sie hatte ihn erspäht, sie lächelte, sie hob unmerklich! das Glas ... Er auch! • . . Blick tauchte in Blick, eine Sekunde lang —- Der -grünschnäblige Fähnrich von Berneck, kaum dem Kadettenkorps entschlüpft, siebzehn Fahre alt, hatte Friesens Blick bemerkt ... Er trug bereits das Portepee. . .- „Nanu, mit wem flirten Sie denn so vernehmlich?" „Ja . . . das möchten Sie wohl wissen! —' Hehe! Neid der besitzlosen Klasse, was . . .?! Na, halten Sie sich am Sekt schadlos! Prost, Herr von Berneck —!" „Ich bin für Sie der Herr Fähnrich! von Berneck, Unteroffizier Friesen!" „Ach so. Sie wollen den altern Kameraden 'rausbeißen," sagte Friesen Mit gewinnendem Lächeln, „na, bann lassen! Sie sich- sagen: -ein jeder blamiert sich, so gut er's versteht! — Nochmals: Prost, Herr von Berneck —,!" Das Bürschchen wollte auff-ahren. . . Wer die roten Abfuhren auf Stirn und Wange des Einjährigen leuchteten so martialisch, und in den härmlos lächelnden Augen blitzte ein Licht, scharf und hielt tote eine nieder sausende Säbelklinge. -— Achselzuckend wandte der Herr Fähnrich! sich ab'. Und Hans Friesen suchte und fand abermals Mollys Aug-e — Mollys Lächeln . . . (Fortsetzung folgt) , 619 Kloras Gewitterjacke. Von Fritz Backer (Zürich). Unser neues Dienstmädchen hieß Flora. Sie trat Mitte August ein. Und noch, am gleichen Tage Hab es ein Gewitter. Nicht ein bildliches) sondern ein rich- I tigeS mit Blitz und Donnerschlag. Schon als cs schwül wurde, ward Flora unruhig. Sie rannte zwecklos zwischen Küche und Wohnzimmer hin und her. „Paß auf," sagte meine Frau zu mir, „sie hat die Gewitterangst". Und richtig — als' cs fern im Westen zuckte, zuckte Flora auch zusammen und rannte in ihre Kammer hinauf. „Wirst sehen," sagte meine Frau, „sie holt sich, einen Wachsstock und läßt ihn zum Schutze gegen das Gewitter brennen." Mer als Flora wieder herunterkam, hatte sie keinen Wachsstock in der Hand, sondern eine gelbe, dick gestrickte Jacke überm Körper, die fast an die Küie reichte. Das sei ihre Gewitterjacke, sagte sie. „Gewitterjacke?" sagten wir verständnislos. „Ja, wenn ich, die anhabe, kann mir nix passier'n," sagte sie Zuversichtlich. „Warum, Flora?" „Mei' Gstvitterjacke is g'weiht, wissen S'." „So, so, geweiht — wer hat sie denn geweiht, Flora?" „Der Herr Pfarrer halt. Wissen S', an Schmied sei' Frau in Hintersteinkirchen, wo ich her bin, hat mir's selber g'strickk, die Gewitterjack'n, und nach« hab' i's ins Körberl 'neig'steckt unter die Ostereier, und wie der Herr Pfarrer mit'm Weihwedel vorbei- g'ang'n is, glei' vorn in der erscht'n Bank in der Kirch'n, da hat er ganz tief 'neitunkt mit sei'm Wedel, und wia ra g'spritzt hat, da es mt'i’ G'witterjack'n aa no ganz naß word'n — und jetzt kann mir scho' gar.nix mehr passier'n, wenn i di an hab'." !Ein Blitzschlag fuhr dicht am Haus hernieder. Ein fürchterlicher Donner folgte. Wir waren alle zusammengefahren. ,, Nur Flora blieb ganz ruhig. ' Ich glaubte ein verächtliches Lächeln auf ihrem pfingstrosigen Gesicht zu entdecken. „Gebt's euch fei’ Müh." schien dieses Lächeln zu den Blitzen zu sagen, „i hab' mei' G'witterjack'n an." „Flora," sagte ich, „wir haben nun alle keine Gewitterjacke, glauben Sie, daß uns der Blitz —?" „Wenn's ihr euch ganz nah zu mir herstellt, nacha kann euch aa nix g'schehen." „Hm," sagte ich und sah auf Meine Frau. Die lachte laut. Aber mir kam es vor, als wäre es ein wenig gezwungen, dieses Lachen. Dann ging die Flora mit der gelbgestrickten Gewitterjacke wieder ihrer Arbeit nach. Und während es draußen blitzte und donnerte, wollten unser Fritzel und unser Liesel die flatternden Bänder der Gewitterjacke gar nicht mehr loslassen und gingen mit der Flora hin und hier. „Na, das ist denn doch —wollte ich mit väterlicher Gewalt aufbegehren gegen diesen Aberglauben, aber da sah ich, daß auch meine Frau merkwürdig viel in Floras Nähe zu tun hatte, so lange das Gewitter währte. Predigen hilft nichts bei Aberglauben. Da versuchte ich es anders: Auch ich ging nah, ganz nah an die pfingstrosige Flora heran, und beschloß, ihr nimmer von der Seite zu weichen, während es da draußen wetterte. Meine Frau kämpfte einen harten Kampf. Schließlich aber sagte sie: . „Kinder, das ist ein rechter Unsinn mit der GewUteriacke, nahm die Kinder auf die Seite und schickte Flora in den Kohlenkeller Aber ich las es ihr vom Gesicht ab, daß sie für sich und Mich und unsere Kinder fürs Leben gern auch Gewitterjacken angcschafft hätte. Jfch hätte eine große Predigt auf den Lippen und — verschluckte sie. VernuNftgedanken müssen ganz von selber kommen. Zwang und Zornausbrüche halten sie nur auf. Inzwischen war das Gewitter sortgegangen, und — was wahr ist, das ist wahr — ohne uns zu schaden. „Weil ich meine G'witterjack'n. . .," dachte Flora. -„Weil die Flora die Gewitterjacke . . .," dachte meine Frau. „Weil auch der liebe Gott nichts machen kann gegen eine geweihte gelbgestrickte Gewitterjacke," dachte unser Liesel. „Weil die Gewitterjacke —sing unser Fritzel an zu denken — aber sofort sprangen seine Gedanken auf die gewechten Eier über, und er erwog in Stille das Problem, ob, wenn man geweihte Ostereier esse, auch der Blitz nicht durch den Magen fahren könne. Ich erkannte es an seiner plötzlich!en Behauptung, daß ihm geweihte Ostereier lieber seien, als gestrickte Jacken. Und dann kam es mir in den Sinn, was ich wohl sagen würde, wenn mich einer fragte, waruni das Gewitter ohne Unfall eben über unser Haus gezogen sei. „Aus Zufall," hätte ich gesagt, „aus Zufall und aus einem Komplex unkontrollierbarer physikalisch-chemischer Ursachen, denn ich bin wissenschaftlich gebildet. , Hm, Gewitterjacke, Ostereier, Zufall und Komplexe — kam das im Grunde nicht aufs gleiche heraus? dachte ich noch im Einschlafen an diesem Abend. ~ Dann war lange kein Gewitter mehr. Friedlich hing die gelbe Jacke in der Kammer Floras. Bis der Fritzel, dieser Schlingel . . , Er kam gern zu spät zum Mittagessen. Vorgestern war das so, und gestern wieder, und für heute war ihm Strafe angedroht, im Wiederholungsfälle. Wir waren schon beim Nachtisch, und noch war sein Sessel leer. Na, heute aber — eben klangen seine Schritte auf der Treppe — Wolken legten sich auf meine väterliche Stirn, Blitze sammelten sich in meinen Äugen, und der Mund war bereit zu einem fürchterlichen Donnergrollen. Da — jetzt ging die Tür auf, und der Fritz erschien in — Floras gelber Gewitterjacke, die ihm fast bis zu seinen Stiefeln reichte. „Jessmaria!" sagte Flora. „Aber Fritzel," sagte Mutter. „Gscks — gscklgsckl", gluckste Liest. Was konnte ich da machen? Die Donner fielen glatt inH Wasser, und das Blitzen beschränkte sich aufs Zucken um die Augen. Und — was wahr ist, das ist wahr — Floras Gewitterjacke hatte wieder eine Probe glanzend überstanden. Dann war's im Herbst. Wir machten einen großen Ausflug und kamen früher heim, als wir der Flora sagten. Tenn es stand den ganzen Nachmittag ein drohendes Gewitter am Himmel. Und wie meine Frau die Zimmertür öffnet, sitzt die Flora auf dem Sofa, hat ihre gelbe Gewitterjacke an und neben sich .— sehr neben sich — den Schatz. „Weg'n dem G'witter, gnä' Frau, wiss'n S', weg'n dem G'witter," sagte sie entschuldigend. Diesmal hätte wirklich nicht sehr viel gefehlt, und die ge- witterabwendcnde Qualität der gelben Jacke wäre zu Schanden geworden. Aber schließlich — einen Schatz hat jedes Mädchen, und es ist barbarisch, die Prämisse gutzuheißen und die Konsequenzen abzulehnen. Also zog auch diesmal das Gewitter an der gelben Jacke glatt vorüber, ohne einzuschlagen. „Meint er's denn auch ehrlich, Flora?" sagte meine Frau mit Bezug auf jenen Schatz. „Maar net übel, gnä' Frau," sagte Flora zuversichtlich. Das war Sonntags. Und Montag abend hatte unsere Flora einen Bries in Händen, zerknittert und zerweint. Ganz aufgelöst war ihr gutmütiges pfingstrosiges Gesicht „Huhuu, gnä' Frau, huhuu." „Was ist denn, Flora?" „Ta, lesen S' selber, hü — hukst Und wir lasen: „Freilein Flohra! Indem daß die Gschicht mit uns doch kein richtingen Wert hat und weill Sie so was blädsinnix glaum mit Jhnerna blädsinnichen Gwitterjacken und indem ich erfarren habe, daß Sie des Sparbüchel von Ihnen erst erhem dürfen wenn Jhnerne Eltern gstorm sin iberhaupts des hettensmir sagen missen so daß Sie selwer dran schuld sin wenns nix. wern kan mitcm Heiraten jetz mit Jhnerna blädsinnichen Gwitterjacken des hett ich nich glaubt von Innen daß Sies wissen iberhaupts. Hochachtungsfohl Heinrich Schanderl Mezgergehilf. „Hm, Flora," sagte ich mit einer väterlichen Einschaltung in ihr herzbewegtes Weinen, „wissen Sie, ich glaube, Sie dürfen sich trösten — sogar von Glück können Sie sagen." „Von Glück!" sagte sie empört, „wo er mich hat sitzen lassen jetzt — der — der Heinrich weg'n der Gwitterjacken —? weg'n der Malefizgwitterjacken —!" „Flora!" sagte ich, „versündigen Sie sich nicht an der geweihten Gcwitterjacke. Mir will es scheinen, daß Sie diesmal durch Ihre Gewitterjacke von dem allergrößten Gewitter, von einem lebenslangen Gewitter, Flora, gerettet worden sind. Nachdenklich hat meine Frau dazu genickt. vermischter. 'Was fühlt man beim Sturz in der Flug m a s ch i n e. Der einzige Beruisjournalist Italiens, der zugleich aktiver Flieger ist, Adone Nosari, der bereits vier Stürze mit der Flugmaschine durch eine gütige Fügung des Schicksals, überleben durste, erzählt jetzt im Maitino von seinem Sturze während des toskanischen Fluges von Lucca. Nosari begleitete damals als Passagier den Flieger Marra. »Tas Flugzeug war bereits empor, gestiegen und glitt im sicheren Fluge, zwischen langsam hmziehen-- den Wolken, den Gebirgskuppen von San Giuliano entgegen. Plötzlich ivill mir scheinen, als ob der Apparat bedenklich zu wanken beginnt. Wir fliegen 100 m über dem Boden und ich sche, wie die Wiese unter uns rasch empor zrl steigen scheint. „Wir stürzen", sage ich mir und ich fühle, dieser Wind, der da aus der Tiefe empor zu schlagen scheint: das ist der Wind des ^.odes. ~,te Tragödie, die sich nun vollziehen muß, ivirkt mir einen Augenblick auf meine Nerven, und ich frage mich: „Werde ich s überleben oder nicht?" Und doch, auch im Beichtstuhl mußte ich es bekennen: in jeneni Augenblicke geistiger Todesangst erschien, nur der Tod beinahe wie eiwas ivnnderlich Erwünschtes. Mem Auge gleitet nach rechts und nach links und befragt die allernächste Zukunft, während das Ohr schoii dnS Getöse des Aiifpralles erwartet. Tie Ma chine stürzt ohne Schivanlen mit herabgebeugter Seite. Es ist aus, Leben, fahr wohl! Der Pilot zerrt vergeblich mit der 520 Rechten am Hebel, mit der Linken schlägt er sich in Verzweiflung gegen die Stirn, während ich, sest in dem Gehäuse eingeklammert, mit klapsendem Herzen warte. Endlich schlägt die Maschine auf. Eine unsichtbare Hand scheint mich am Nacken zu packen und schleudert mich gegen den Körper Marras,_ der seinerseits nach vorne geworfen wird. Ein paar Sekunden bin ich betäubt. Dann erwache ich, befreie mich von den Trümmern und Drähten. Marra liegt mit blutendem Gesicht wie tot. Ich rufe ihn, schüttele ihn, und dann ist auch schon die lärmende Menge um uns. Wir waren beide verwundet, aber ivir lebten." kf. Das Fundbureau a l s Stahlkammer. Das Pariser Fundbureau in der Rue Ordener hat dieser Tage die Aufklärung eines Vorfalles erhalten, der den dort tätigen Beamten Monate hindurch Kopfzerbrechen verursacht hat. Vor etwa einem Jahre erschien dort ein gutgekleideter Herr und gab für etwa 30 000 Franken Schmuckstücke ab, die er gesunden haben wollte. Es würbe das übliche Protokoll ausgenommen, unb man teilte bem glücklichen Finder mit, daß die ivertvollen Schmuckstücke sein Eigentum würden, falls sich nicht binnen Jahr und Tag ihr rechtmässiger Besitzer meldete. Es vergingen Monate, ohne daß irgend jemand den Verlust der wertvollen Schmuckstücke angemeldet hätte; nach einem halben Jahr aber erschien ein reicher Händler aus der Rue Championnet, gab an, ihm seien für etwa 30 000 Franken Schmuckstücke abhanden gekommen und beschrieb die vor einem halben Jahre eingelieserten Schmuckstücke so genau, daß man nicht daran zweifeln konnte, daß sie ihm gehörten. Sie wurden ihm anstandslos ausgeliefert. Hieran ist nun, abgesehen von dem beträchtlichen Werte der Schmuckstücke, nichts merkwürdiges. Die Beamten des Fundbureaus waren jedoch nicht wenig erstaunt, als nach wenigen Monaten ivieder der „Finder" der Schmuckstücke von einem halben Jahre vorher erschien und die gleichen Schmuckstücke als Fund einlieferte. Wieder vergingen ein paar Monate, ehe der Besitzer sich meldete, und wieder kam der Kaufmann aus der Rue Championnet und holte die Schmuckstücke ab. Den Beamten des Fundbureaus wurde die Sache jedoch zu bunt, als sich der gleiche Vorfall zum dritten Male abspielte. Es wurde nachgeforscht, und es stellte sich heraus, daß der Herr aus der Rue Championnet ein sehr pfifsiger Herr sei. der gemeinsam mit dem ehrlichen Finder, der einer seiner Angestellten war, die ganze Fundgeschichte inszeniert hatte, um für die Zeit seiner Abwesenheit von Paris seine Wertsachen in sicherem Gewahrsam zu wissen, ohne sich darum in Unkosten stürzen zu müssen. kf. Das Ende ber Londoner Claque. Ter Londoner Claque ist das Todesurteil gesprochen! Die Theater der englischen Hauptstadt sind schon längst keine Freunde der Claque mehr gewesen, und nur noch wenige unter ihnen haben das notwendige Uebel bis in die jüngste Zeit beibehalten. Nun wird die'Claque auch aus dem Alhambra Variete, das bisher noch sozusagen ihre Hochburg war, hinausgetrieben; denn die Direktion hat mit dem Ende dieser Saison sämtlichen Mitgliedern ihrer Claque gekündigt und sich entschlossen, fortan ohne bezahltes Beifallklatfcheii Erfolge zu erzielen. Wie Eingeweihte wissen wollen, wollen sämtliche Theater und Varietes Londons jetzt gegen die Claques zu Felde ziehen. Aber gänzlich ausgerottet wird sie wohl doch nicht werden; denn manch Schausvieler und Variötekünstler ist zu sehr von der Notwendigkeit der Claque überzeugt, als daß er auf sie verzichten wird. Die Folge also wird sein, daß in Zukunft die privaten Claques um so zahlreicher aus der Erde sprießen werden. Wie sie ihr Geschäft zu handhaben verstehen, zeigt ein Erlebnis, das eilte bekannte Sängerin kürzlich hatte. Nach ihrer Ankunft in London erhielt sie den Besuch eines Claqueoberhauptes, der ihr seine Dienste anbot. Lachend wies sie ihn ab. Da aber runzelte der Gewaltige die Stirn und sagte in einem Tone, der keinen Zweifel darüber ließ, daß der Drohung auch die Tat folgen würde: „Nun, dann werden wir eben stets an der falschen Stelle klatschen. Den Erfolg werden Sie ja sehen." Dann wandte er sich brüsk um und schritt zur Tür hinaus. Die eingeschüchterte Sängerin ließ ihn zurückrufen, und — ein Kontrakt wurde abgeschlossen. * Eine Märtyrerin der hygienischen Frauen - tracht. Die für eine Reform der Frauenkleidung kämpfenden Amerikanerinnen haben endlich eine Anhängerin gefunden, die den in solchen Fällen immer gern vermiedenen Schritt von der Theorie zur Praxis gewagt hat: Mrs. Rina Putnam, eine bekannte New Uorker Schriftstellerin, die tapfer ihre Ueberzeugung in die Tat umsetzte, anstatt ihr nur literarisch Ausdruck zu geben. Aber die Erfahrungen, die sie dabei machte, waren bitter und nicht ermutigend. Die junge anmutige 5rmt Putnam entwarf ein Kleid, das den Ideen der Kleidungsreformerinnen entsprach. Nun hat sie mit der Führerin der Bewegung, Miß Ida Farbell, ihre Erfahrungen in einem Briefe mitgeteilt. „In meinem neuen Gewände bin ich von Kopf bis zu den Füßen gekleidet, ohne all jene zehn oder zwanzig unbequemen, häßlichen und überflüssigen Garderobenstucke anlegen zu müssen und ohne die Formen der modernen Mode zu verballhornen. Das Kleid steht mir sehr gut, wenn es auch mit den herrschenden ungesunden Moden nicht völlig übereinstimmt. Aber wo ich auch erscheine: ich werde Gegenstand höhnischer Ovationen. In der Oper, wo ich sicher die am meisten bekleidete Frau war, starrt man mich an wie ein wildes Tier und ringsum schwirrt bte Luft von Bemerkungen: „Wie komisch I" „Wie peinlich J* I Einige liebe alte Damen haben den Verkehr mit mir abgebrochen weil sie mein Kleid für unanständig ansehen. Meine männlichen Bekannten halten mir vor, ich sei ‘ exzentrisch. Ueberall gelte ich als eine Paria und werde als Kuriosität angestaunt." Die Beichte der Märtyrerin hat natürlich eine Reihe von Journalistinnen der Siem Uorker Zeitung zu dem Opfer seiner Ueberzeugungen getrieben : es zeigte sich, daß das Kleid aus einem Stück gearbeitet ist, ganz aus Seide, mit weißen Falten. Auch Herr Putnam will seine Frau bewegen, ihr neues Gewand wieder abzulegen, sie aber will standhaft bleiben und ihren Kelch auskosten bis zur bitteren Neige. 'Die wirklich k ü n st l e r i s ch e T r a u e r a n z e i g e. Aus Paris wird berichtet: Einen amüsanten Beitrag zu der verfeinerten ästhetischen Kultur des wahrhaft modernen Menschen hat in diesen Tagen ein in den literarischen und gesellschaftlichen Kreisen des vornehmen Paris wohlbekannter adliger Herr aufgestellt. Sein Bruder war gestorben und er versandte an die Freunde Todesanzeigen, die in der Tat ein Muster kultivierten Geschmackes und künstlerischer Satzanordnung sind. Aber was den Freunden am meisten auffiel, war die merkwürdige Tatsache, daß die Anzeigen nicht die übliche 5 Centimes-Marke trugen, sondern statt dessen eine 5 Francs-Atarke. Man schüttelte den Kopf, grübelte und schließlich wagte einer den trauernden Hinterbliebenen nach der Ursache dieser Noblesse in der Frankierung zu fragen. Und der Aesthet erzählte, wie sein künstlerisches Empfinden von dem Mißklang zwischen Papier, Trauerrand unb der groben Farbe der 5 Centimes- Marke so tief beleidigt worden war, daß er sich zu einer anderen Marke entschließen mußte. Versuche ergaben dann, daß nur das delikate tiefe Purpurrot der 5 Francs-Marke einen wirlich schönen künstlerischen Einklang mit dem Kuvert bringen konnte. Und so entstanden die in Hunderten von Exemplaren versandten, Stück um Stück mit 5 Francs frankierten, einzig künstlerischen Traueranzeigen. * Vom luftigen Iohn Bull. Ein w ahr h'af t net* ter Mensch. -„Das ist wirklich ein netter Mensch." „Ja, das kann man wohl sagen; er ist imstande, Sie lang und breit poft Ihrer Sommerreise erzählen zu lassen, ohne daß er durchaus auch von seiner sprechen will." — Die falsche Adresse. Eine Dame, die ihren Schirm' im Straßenbahnwagen hat stehen lassen, kommt in das Fundbureau, um sich nach seinem Schicksal zu erkundigen. -,,OH diese Damen, diese Damen!" sagt der Beamte auf ihre Frage, und bringt ihr etwa 30 Schirme, die sie sich ansehen soll. „Diese Damen sind doch zu vergeßlich!" Die Dante wirft einen prüfenden Blick auf die Schirme, lächelt und sagt; „Aber da sehe ich nur drei Damenschirme, die andern sind ja alle — Herrenschirme!" — Gemütlich. Der dicke Herr (beim Friseur): „Wie, Sie wollen mich von diesem kleinen Jungen d« rasieren lassen?" Friseur: „Ach, lassen Sie den Jungen doch auch sein Vergnügen haben. Er hat ja heute Geburtstag." — Der Schotte und der Ire. Zwei alte Pensionäre sprechen vom Sehen und Hören, ein Schotte von 72 und ein Ire vost 67 Jahren. Ter Schotte behauptet, er könne noch immer so gut sehen wie je. Ter Ire dagegen versichert, er habe noch nichts voll seinem scharfen Gehör eingebüßt. „Sehen Sie den Hirsch da oben, der .da etwa 4 Meilen entfernt über die Spitze des' Berges läuft?" sagte der Schotte. Der Ire schaute und schaute, dann' sagte er: „Ich kann ihn nicht sehen, -'M: ich höre ihn gehen." Der Schotte zog geschlagen ab. Anthmogriph. 1 6 7 8 ein Nagetier. 2 3 4 7 8 nützliches Haustier. 3 8 9 8 7 italische Göttin. 4 8 9 6 Figur aus einem Grillparzerscheit Drama. 5 2 3 4 8 ein Zeitabschnitt. 6 4 9 Nebenfluß des Rheins. 7 8 3 4 7 ein Zahlwort. 7 3 4 5 8 9 ein Eigenschaftswort. 8 9 2 7 griechische Gottheit. 9 6 5 6 Stadt in Galizien. Die Anfangsbuchstaben der gesundenen Wörter bezeichnen eilte gefürchtete Erscheinung aus beut Leben der Natur. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr — Treff, p — Pique, c — Coeur, car — Carreau trB — Treff-Bube, pA — Pique-Aß, cD Coeur-Dame uff. Im Skat liegen cZ und carA. Hinterhand wollte Pique-Solo spielen mit: carB, trA, tr8, pZ, pK, pD, p9, p8, p7, c9, Mittelhand hat beit Rest. Verlauf des Spieles: Vorhand zieht der Reihe nach ihre drei Buben und spielt schließlich Coeur aus. Falls nun Mittelhand in der Absicht, die eZ zu fangen, um dadurch den Schneider zu retten, das cA zurückhält und zwei Mal klein zugibt, bekommt der Spieler sämtliche Stiche und die Gegner werden schwarz. Sticht jedoch Mittelhand mit dem cA, so werden höchstens 25 Augen eingebracht. Daß das Pique-Solo der Hinterhand unverlierbar war, zeigt jede Probe. Redaktion : I. V.: E. Heß. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheit Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießsck