;3 > (WTBliJ i 11 11 « ^W^^sWNM M-h w MO b! MilisälQ Sr :.'gu fj7TngöTT~57Ts.s.a.n W Die von Gründingen. Roman von Freiherr von Schlicht, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 'Der Baron hatte sich erhoben: „Ja, auch ich bin der Ansicht, Fran Gräfin, daß wir jetzt zu Ende kommen müssen. Ich werde gehen und Claire holen, — sie wird glücklich sein, nun ans Ihrem Munde zu hören, daß Sie eingesehen haben, daß es nicht anders geht, daß Sie von Anfang an gewußt haben, daß Claire gar nicht meine Brant, sondern die Ihres Sohnes Hans ist, daß ich sie nur deshalb hier so cinführte, nm Ihre Bedenken gegen eine bürgerliche Schwiegertochter zu zerstreuen. Hätte ich ahnen können, daß Sie von Anfang an den -nähren Zusammenhang errieten, daß ich Sie und Ihre Menschenkenntnis doch nicht zu täuschen vermochte, dann hätte ich mir — und vor allen Dingen Claire — dieses immerhin doch etwas unwürdige Spiel erspart, das wir im Einverständnis mit dem Grasen und Komtesse Alexa aufführten. Wir alle sahen aber keinen anderen Ausweg, um Ihren Widerstand zu brechen, Frau Gräfin — denn Sie schwören ja nun einmal derartig auf den Adel, daß mit Worten nichts dagegen auszurichten ist. Claires Liebenswürdigkeit sollte Sie entwaffnen — und daß diese es tat, bewies mir die Zärtlichkeit, mit der Sie Claire gestern abend schon in die Arme schlossen und küßten. Und das freut mich auch für Sie, Fran Gräfin; denn ich bin ermächtigt. Ihnen zu sagen, daß Ihr Sohn Hans, solange Sie leben, nie wieder mit einem Schritt hierhergekommen wäre, wenn Sie auch nur ein einziges unfreundliches Wort zu seiner Braut gesprochen hätten. Die Gefahr ist nun glücklich beseitigt — und Ihr Sohn wird nicht anfhören, Ihnen dafür zu danken, daß Sie Claire lieben, obgleich Sie schon gestern abend alles durchschauten und dennoch gegen seine Verbindung keinen Widerspruch erhoben, — im Gegenteil, daß Sie Claire so herzlich bewillkommneten! — Und nun gehe ich und hole Ihnen Ihre neue Tochter." Er wandte sich zur Tür. Aber auf der Schwelle sah er sich noch einmal nach der Gräfin um: die saß da, starr Und unbeweglich — die Augen entsetzt aus den Baron gerichtet. Sie hatte nicht die Kraft gehabt, ihn während seiner langen Rede auch nur mit einem einzigen Wort zu unterbrechen; sie brach förmlich zusammen unter dem, was sie da zu hören bekam, — und doch durfte sie das nicht zeigen, nie verraten, daß sie von alledem nichts geahnt! Sie hatte ja selbst erklärt: Herr Baron, ich weiß alles. Sollte sie sich jetzt selbst Lügen strafen, nachdem sie erst gestern abend stolz ihrem Mann erklärt hatte: für eine Lüge gäbe es keine Verzeihung, und sie, die Gräfin täte Uichts, was ihrer unwürdig sei =: und nun hatte sie doch gelogen. . Sie sah es ein: sie mußte die Folgen tragen. Sie konnte nicht alles zurücknehmen, was sie in der kurzen Unterhaltung mit dem Baron gesagt hatte. Wie würde sie dann dastehen? Vor allem durste sie nie und nimmer zugeben, daß sie sich hatte täuschen lassen: sie hatte erklärt, alles durchschaut zu haben; das mußte sie aufrecht erhalten, sonst war ihre Stellung erschüttert, sonst machte man sich über sie lustig, man neckte sie dann mit ihrer „Menschenkenntnis" und mit ihrem „Scharfblick", und auf beides war sie so stolz! Der Baron stand immer noch in der Tür, den Blick fest aus sie gerichtet. Er spürte doch etwas wie Mitleid mit ihr — leicht war der Kampf für sie nicht, es galt, in wenigen Minuten für immer mit alten Anschauungen, alten Standesvorurteilen, zu brechen! Leicht würde es ihr nicht werden, eine Bürgerliche an ihr Herz zu ziehen. „Und Hans hat wirklich erklärt, nie wieder hierherzukommen, wenn ich Claire nicht freundlich aufnähme?" fragte sie endlich mit fast tonloser Stimme. Die Liebe zu dem Sohn mochte doch wohl stärker sein, als die Angst, den Stammbauni zu entweihen: denn aus ihren Worten klang wirkliche, echte, warme Mutterliebe heraus. „Ich wiederholte Ihnen nur, was Hans mir auftrug." ‘ „Holen Sie mir Claire, Baron," bat die Gräfin endlich, „sie ist mir von Herzen willkommen. Ich wußte es ja schon lange, Baron, viel länger, als Sie glauben, daß Claire gar nicht Ihre Braut war, sondern die von Hans, — und ich begreife nicht, wie er mir durch Sie so Hartes sagen lassen konnte, — er weiß doch, wie ich ihn liebe, und daß sein Lebensglück mir höher steht, als alles andere." Der Baron ging, und unterwegs stieß er mit dem Grafen zusammen. „Was haben Sie denn nur?"^fragte der neugierig. „Sie sind ja so erregt?" „Ich komme eben von der Frau Gräfin. Sie weiß alles." „Um Gottes willen!" Der Graf suchte tastend mit der Hand nach einer Stütze, wo er sich anlehnen könnte. „Fürchten Sie nichts — die Frau Gräfin heißt Claire herzlich willkommen! Aber eins muß ich Ihnen offen gestehen, Herr Graf: wir haben Ihre Gattin beide unterschätzt sie ist klüger, als wir beide zusammen — sie hat von Anfang an unser Spiel durchschaut und sich das nur nicht merken lassen, um Uns unsere Freude nicht zu rauben!" Der Graf machte ein Gesicht, das weit davon entfernt wär, intelligent zu sein. „Ja, ja, die Weiber," sagte er endlich, „die haben es in sich! Aber wissen Sie, was Sie mir da eben sagen, das hätte ich denn doch nicht für möglich gehalten! Für klug habe ich ja meine Frau immer gehalten — aber für so klug doch nicht! Nur ein wahres Glück, daß ich mein freier Herr bin und tun und lassen kann, was ich will, -4 446 sonst stände ich bei der schön unter dem Pantoffel ei ^Dcr Baron -war glücklich, daß der Graf ihm^glaubte Diese Heilte Belohnung war er nach ferner Metnung der Gräfin schuldig, daß er ihren Scharfblick so vor ihrem Mann ins hellste Licht stellte. , Dann ging er, um Claire zu suchenund fand fte mit den beiden Schwestern zusammen iin Musikzimmer. Er begrüßte die Damen, die er heute noch nicht gesehen. Dann sagte er absichtlich mit ganz. lauter Stimme, um seinen Worten dadurch noch einen besondereii Nachdruck zu verleihen- „Die Gräfin erwartet dich, Claire; Körnte; se Alexa begleitet dich wohl^- aber du brauchst nichts zu fürchten — die Gräfin weiß alles und heißt dich- al» orant ihres Sohnes Hans herzlichst willkommen." Baron, wie haben Sie das nur angefangen?! jubelte Alexa auf. „Sie sind wirklich ein Allerweltskerl!" Ueb er schätz en Sie meine Verdienste nicht, Komtesse, ochre Frau Mutter hat alles durchschaut! Anstatt daß wir sie täuschten, täuschte sie uns — aber nun gehen ^ie, bitte, die Gräfin wartet." Und Claire, die ihre freudige Ueberraschung nicht zu verbergen vermochte, nach sich ziehend, stürmte Alexa zur Tür hinaus. ... , < . „Und nun zu uns beiden, Komtesse," erklang da dte übermütige Stimme des Barons, indem er fich Dagmar gegenüber in einen Sessel fallen ließ. „Vor allem nochmals die -offizielle Mitteilung, daß ich mich mit Claire entlobt habe, daß ich nie wirklich mit ihr verlobt war, sondern daß sic schon seit Wochen die Braut Ihres Bruders ist. Die Gründe, warum ich Claire hier als meine Braut einführte, können Sie leicht erraten; Sie kennen ja auch die starren Standesvorurteile Ihrer Frau Mutter." Wie vorhin die Gräfin, so saß jetzt Dagmar da — unfähig, sich zu rühren. Sie hörte zunächst nur feine Worte, ohne deren Sinn recht zu begreifen — aber als sie den erfaßte, erfüllte er sie mit stiller Genugtuung. Der Baron war gar nicht verlobt! Die Worte, die -er gestern beim Diner an sie gerichtet, waren also doch ernst gemeint! Er dachte noch immer daran, sic zu gewinnen! Sie war nicht die Besiegte — noch standen sie sich beide als gleich starke Kämpfer gegenüber, noch hatte sie die Möglichkeit, als Siegerin hervorzugehen, und sie wurde siegen! ,.r Aber in dieses Gefühl mischte sich die Empörung über das Spiel, das er mit ihr getrieben. Sie schämte sich, daß sie ihn nicht sofort durchschaut hatte, wie ihre Mutter! Sie schämte sich, daß sie unter seiner Verlobung innerlich gelitten hatte. Und das ließ von neuem einen leidenschaftlichen Haß gegen ihn, der ihr mit einem stolzen Lächeln gegenüberstand, aufflammen. Und wie hochmütig er die 'Worte gesprochen hatte: „Und nun zu uns beiden, Komtesse!" — Gleichsam, als wären sie alle in seiner Macht! Als hätte er das Geschick eines jeden in seinen Händen und könne es gestalten, wie es ihm beliebe! Das Gefühl der Empörung gewann in ihr die Oberhand, daß er so mit ihnen allen gespielt, daß er sie getäuscht und betrogen hatte! Mochten die anderen -es ihm verzeihen, — sie wollte es'nicht, und sie konnte es auch nicht, denn mit einem Male glaubte sie zu wissen, warum er Claire als seine Braut ausgegeben habe! Nicht nur aus Liebe und Freundschaft zu Haus und Claire, nicht nur, um denen, sondern in erster Linie, um sich selbst zu helfen! Er hatte das alles getan, um ihre Eifersucht zu erwecken, um den Augenblick der Ueberraschung, in dem er gestand, gar nicht verlobt zu sein, für sich ausnutzen zu können! Wenn sie ihre Freude verriet, daß sie sich doch nicht in ihm geirrt, daß er keinen anderen Wunsch habe, als den, sie zu gewinnen, dann wollte er sie in seine Arme nehmen und ihr sagen: „Siehst du wohl, daß ich mein Ziel nun doch erreicht habe, daß ich meinen Willen doch durchsetzte! Du solltest mich lieben, und jetzt liebst du mich!" — nicntcilS \u Wie damals, so las er auch jetzt diese Worte in ihren stolzen Mienen. Er -erriet sie aus der Art, wie sie den Kopf zurückwarf! Er las sie in dem haßerfüllten Blick, mit dem sie ihn ausah! Und wie damals, so sagte -er -auch- jetzt mit fester Stimme: „Doch, 'Komtesse," Die 5capig!iata. Calabresische Szene von Curt Bauer. Marinella hatte die besten Aussichten. Sie war die Schönste int kleinen Bergnest und ihr Vater galt als der wohlhabendste Contadino. Es gab keinen Burschen im Dorje, der ne nicht schon trotz ihrer 16 Jahre bewunderte und heimlia) zur n-rau begehrte. Ihre Gestalt war hoch und kräftig, ihre Hautfarbe noch etwas dunkler als die der andern. Die Haare zeigten ein besonderes tiefes Blauschwarz, sie pflegte die. vollen Flechten hinten mit einem olivgrünen Bändchen einztncmen. . Wenn fte gegen Abend im wiegenden Schritt mit ihren Freunolnnen über die Piazza und längs der kleinen Dorfpasseggiata wandelte, to folgten ihr verstohlen die Blicke aller Männer. Marmellas Jugen aber leuchteten in dunkler Glut vor sich hin, ohne jemals auf einem Burschen zu verweilen. Traf es sich, dap |ic em selbst- gefälligcr Verehrer etwas zu dreist ansah, so wart si-e nur dem hocherhobenen Kopf noch weiter rückwärts, um Stolz und Verachtung deutlich zum Ausdruck zu bringen. Cesare Caglione war ein armer Bursche, wohnte in einem vom Dörfchen abgelegenen kleinen Haus und arbeitete als Contadino bei Marinellas Vater. Trotz der Armut seiner Familie bildete er sich viel auf seine kräftigen, frischen Glieder um. Die hübschen mutigen Gesichtszüge ein. Als Cesare einmal m einer Osteria zu viel Wein getrunken hatte, verstieg er sich sogar zu der Wette um drei Flaschen Rotwein, daß Marinella in einem Jahre seine Verlobte sein werde. Alle lachten über diesen dreisten Einfall, auch Marinella zeigte, als sie davon hörte, lachend ihre weißen Zähne. Innerlich aber entrüstete sie die Anmaßung des Poverello. Sie verachtete ihn seit jenem Tage mehr als all die andern und warf den Kops, sobald er ihr begegnete, besonders hochmütig in den Nacken. . Hatte Cesare sich etwas vorgenomrnen, dann war er nicht leicht davon abzubring-en und zu solch einem hochtrabenden Vorsatz mußte ihn starkes Verlangen getrieben haben. Aber was hatte sich die Tochter des reichen Bauern darum zu kümmern t Eines Abends, als Marinella ins Haus gehen wollte, trat ihr Cesare plötzlich in den Weg und bat sie, seine Verlobte zu fein, Marinella richtete sich hoch auf, warf den Kopf, zuruck,, wiegte sich einen Schritt rückwärts und antwortete: „Bist Du em Verrückter? Womit willst Du mich heiraten? Du sollst Z-ufriedeü - sein, bei uns arbeiten zu dürfen" — ---Sie sagte es im Sie -gab sich gar nicht die Mühe, so zu tun, als wisse sie nicht, woraus sich seine Worte bezogen. Einmal mußte dieser Kampf zwischen ihnen ja ein Ende haben! Sie mußte ihm endlich einmal mit aller Klarheit beweisen, daß sie nicht daran dachte, die Seine zu werden, d-aß sie nichts für ihn empfand als Saft und (Verachtung! Wenn er es denn aus ihrem Munde hören wollte, wie sie über ihn dachte, wenn er die Demütigung einer deutlichen Ablehnung denn ruhig hinnehmen wollte — ihr konnte es ja recht fein. So sagte sie: „Es ist mir lieb, Baron, daß es endlich zu einer Aussprache zwischen uns kommt, zu der ersten, und, wie ich hoffe, auch zu der letzten. Denn wenn ich Ihnen alles -gesagt habe, wird es Ihnen peinlich sein, mir wieder zu begegnen. Sie werden einen Vorwand finden, in den allernächsten Tagen abzureisen — unser Reitimter- richt nähert sich- ja sowieso dem Ende — und für die paar Stunden, die aussalleu, wird Papa Ihnen sicher leinen Gehaltsabzug machen." „Das glaube ich auch nicht, Komtesse," meinte er ganz gelassen. „Im übrigen bin ich auf Ihre Mitteilungen sehr begierig. Ich muß gestehen: der Gedanke, dieses schöne Schloß und seine liebenswürdigen Bewohner so schnell zu verlassen, kommt mir etwas überraschend. Aber wenn Sie es wünschen, Komtesse — —" „Ich wünsche es nicht nur, ich befehle es Ihnen!" „Und darf ich fragen, was Sie zu diesem Befehle veranlaßt?" „Ich hasse Sie!" Er lachte lustig aus: „Das ist das Ganze, Komtesse? — Darf ich Sie an unsere erste Reitstunde erinnern — da führte ich das Wort eines alten Schulmannes an, der da einmal sagte: ein Lehrer, der von seinen Schülern nicht gehaßt wird, ist keinen Schuß Pulver wert! — Und ich bin doch nur Ihr Lehrer, Komtesse, Ihr Reitlehrer." „Gewiß, was sollten Sie mir sonst wohl sein." „Das möchte ich- auch gerne wissen." Sie saß ihm gegenüber und spielte nervös und erregt mit den Fingern auf dem Tische. Seine ruhige Ueber- legeuheit brachte sie schier zur Verzweiflung, und sie sah ein: sie hatte das Gespräch falsch begonnen — so tarn sie nicht zum Ziel. (Fortsetzung folgt.) Ton äußerster Verachtung, innerlich aber begann sie sich vor ihm zu fürchten, denn obwohl ein Poverello, besaß er doch Mut Und Willen und seine Augen hatten sich so wild in die ihren gebohrt, daß es sie kalt durchrieselte, und zitternd vor Furcht trat sie inS Kuns. Am anderen Tage hörte Marinella durch die Türe, daß der Vater im andern Zimmer einen heftigen Wortwechsel hatte. Eie erkannte auch Cesares Stimme und erbleichte. Er wiederholte seinen Heiratsantrag beim Vater Marinellas, und dieser trieb ihn fluchend aus dem Hause und vom Hofe. „Das geschah ihm recht," dachte Marinella, „nun hat er sich mit seiner Dreistigkeit ums Brot gebracht." Kein Mitleid regte sich in ihr, nur Zorn und Verachtung und eine geheime — Furcht. Cesare Caglione ließ sich, nun am Tage nirgends mehr blicken. Er arbeitete nicht. Nur spät am Abend bis in die Nacht hinein zechte er in den Osterien. Schon nach einigen Wochen stand er im Rufe, ein gefährlicher und verwahrloster Bursche zu sein. Seit Marinella ihn nie mehr sah, fürchtete sie ihn noch mehr. Und je schlimmer seine Streiche wurden, desto größer wuchs ihre Furcht. Es beleidigte und ekelte sie, an ihn zu denken. Was ging sie der verwahrloste Mensch an! Umsomehr quälte es sie, daß die Furcht ihre Gedanken trotzdem unterbrochen mit ihm beschäftigt hielt. Auf der Passeggiata schrak sie zusammen, so oft es ihr einfiel, er könne unerwartet auftauchen. Wenn sich ihr jemand unverhofft näherte, durchfuhr sie jedesmal diese Angst. Einmal hätte sie gerne die Annäherungsversuche des hübschen, sanften Nachbarsohnes geduldet. Aber sie fürchtete, Cesare könne sie heimlich belauschen und hielt sich deshalb ängstlich fern. Sie hatte noch nie im Leben etwas so Schreckliches kennen gelernt als diese Furcht vor Cesare. Und eines Tages, am Fronleichnamsfeste geschah das Unerhörte. Marinella war in der Frühe zur Messe gegangen und kniete eben mit gesenktem Haupte unter der versammelten Menge vor dem Altar. Plötzlich fühlte sie sich von zwei starken Armen umklammert, cmporgerissen und, ehe sie noch einen Schrei ausstoßen konnte, ihren Mund von glühenden Küssen verschlossen. Ihre Augen umschleierten sich, ihre Knie wankten. Sie ließ es geschehen, daß Cesare ihren Schal zerriß und hörte ihn sagen: „Du bist jetzt mein Weib." Die umstehenden Männer und Frauen waren entrüstet, daß so ein armer, verkommener Bursche an der reichen, schönen Ragazza die Scapigliata zu verüben wagte. Wer niemand durste dagegen einschreiten, denn er handelte gemäß der calabresischen Landessitte. In den meisten Gegenden Cala- briens darf der von den Eltern der Geliebten abgewiesene Freier sein Mädchen durch eine öffentliche Mutprobe zu erringen suchen. Diese besteht formell darin, daß er sie am öffentlichen Orte oder in der Kirche auf den Mund küßt, ihr den Schleier zerreißt oder eine Haarflechte abschneidet und, indem er ihr seinen Hut auf den Kopf setzt, sie als sein Weib erklärt. Sind diese Formen erfüllt, so gilt die Ragazza als entehrt. Die Familie muß entweder in die Heirat willigen oder die Ehre des Mädchens durch Vendetta reinigen. Der mutige Freier ist nach dieser Tat glücklicher Besitzer der Geliebten oder der Blutrache seitens deren Familie, dem sicheren Tode verfallen. Ms Marinella wieder zu Sinne kam, sah sie die andern Frauen und Männer um sich beten, als ob nichts geschehen wäre. Cesare war fort, aber seine Küsse brannten noch auf ihrem Munde. Ein ohnmächtiger Zorn und ein entsetzliches Schamgefühl bemächtigte sich ihrer. Sie, die stolze Marinella hatte vor aller Augeir ein armseliger Taugenichts entehrt. Wenn sw auch durch die Veirdetta gerächt werden würde, sie war doch nun einmal geküßt worden, noch dazu in der Kirche und von lenem Cesare, jeder wußte das. Sie konnte nicht mehr den Kopf in den Nacken werfen und stolz an jedem Burschen vorbeisehen, sie, die bereits Berührte. Ihr Stolz, das stärkste Gefühl, das sie bisher besessen, schien gebrochen. Und nun, nach Beendigung der Messe, dursten ihr all die Freundinnen mitleidig die Hand drücken und ihr ernnitigende, tröstende Worte zusprechen — um einen Flecken auf ihrer Mädchenehre. Marinella wankte zitternd nach Hanse, sie fühlte sich gepeinigt und gestochen von den Blicken der ihr Begegnenden; keinem Burschen, auch Nicht dem ärmsten, wagte sie ins Auge zu sehen, und obgleich sie ohne Schuld war, zwang sie zum erstenmal ein unbekanntes Etwas, mit gesenktem Haupte cinherzuschreiteii. m ,, Als Marinella nach Hause kam, nahm niemand von ihr Notiz. Denn das Gerückt hatte sich mit Blitzesschnelle verbreitet und die Familie, Onkel und Vettern hielten sich bereits versammelt, um über eine rasche Vendetta zu beraten. Marinella entschlüpfte schnell in ihr oben gelegenes Schlafzimmer und brach hier m Tränen aus. Von Zeit zu Zeit kam die Mutter sie zu trösten Und sagte jedesmal: „Warte, Du wirst heute noch gerächt und . Meine Ehre wieder hergestellt sein." Marinella aber konnte es nicht begreifen, wie ihre Schande zu tilgen sein sollte. Sie fühlte noch Cesares Lippen auf ren ihren brennen, ihren Körper von seinen Armen umklammert. Das war nicht ungeschehen zu machen Am wenigsten durch etnen Mord. Und war sie nicht die Ursache de- Mordes? Ein Entsetzen überkam Marinella. Hatte er sich Nicht lediglich aus ^iebe zu ihr einem liederlichen Leben und schließlich dem Tode preisgegeben? War er denn früher schlechter gewesen als die andern Burschen? Um ihretwillen kam es mit ihm so weit. Ein Wort von ihr vermochte ihn zu retten und sie sprach cs nicht aus. Sie konnte Cesare, den armen Coutadino, doch nicht heiraten? Ihr ganzer Stolz bäumte sich dagegen. Aber was nutzte ihr denn noch der Stolz, Cesare hatte sie doch bereits vor allen geküßt. Sie blieb ja jetzt selbst gezeichnet und zurückgestellt wie er, konnte ihn töten lassen, aber nicht — vergessen. Denn schließlich war er doch der erste gewesen, sein Kuß der erste — bas blieb nun einmal Tatsache und unabänderlich. Sein Tod mochte sie in den Augen anderer reinigen ■— aus ihrem eigenen Herzen ließ sich jener glühende Kuß doch nicht löschen, sie würde zur inneren! Schande nur noch Blutschuld fügen. Mittlerweile war es draußen dunkel geworden. Marinella hatte, ohne recht zu wissen, warum, Tuch und Schleier umge- hängt und wankte im Finstern die Treppe hinab. Eine inner« eilige Gewalt schien sie zu bestimmen und zu leiten. Die Füße sträubten sich nur, so schnell zu folgen. Sie mußte unbedingt jemanden zu Cesare senden, sich seinem Willen fügen, mußt« nötigenfalls die Eltern verlassen und ihn noch heute in seinem Hause ausiuchen. Sie hielt es anders nicht aus, ob sie wollt« oder nicht, es gab weiter keine Rettung. Im ganzen Hause konnte Marinella niemanden finden. Sie ging in den Garten und rief ihre Mutter. Aber auch im Garten blieb alles still. Ein plötzlicher Einfall machte ihr Blut stocken. Die Mutter wehklagte vielleicht bei einer Nachbarin, aber der Vater und die Vettern, sollten sie am Ende schon Cesare auflauern? Käme sie bereits zu spät? In bebender Hast wollte sie die Gartentür öffnen,, als der Vater ihr begegnete. „Wo willst Du hin," fragte er, sie. „Zu Cesare," stieß sie angstvoll heraus, „er darf, nicht sterben, ich will ihn — —" ihre Stimme versagte und ihr Herz erstarrte. Trotz der Dunkelheit las sie aus des, Vaters, verstörten Zügen/ daß es bereits geschehen war, auch hielt er einen Dolch in der Hand, von dem noch Blut tröpfelte. Marinella brach bewußtlos in den Armen des Vaters zusammen. Sie hörte nur noch/ daß auch die Mutter zurückkehrte und, mit zärtlich besorgter Stimme jene Worte flüsterte, die ihr wie Messerstiche durch die Seele drangen: „Wenn sic ihn doch liebte, weshalb kam sre dann nicht etwas früher l" _______ Unter dem Dache. „Dem Himmel am nächsten, den Sternen vertraut — unterm Dach hat der Künstler sein Heim sich erbaut." Ties VersleiN aus einem alten Holteischen Liederspicl mag uns heut wieder in den Ohren klingen, denn die letzten Zeugen des wahren Künstler- Heims, die D a ch a t e l i e r s, aus denen die Polizei unsere gungen Maler vertreiben wollte, sind nunmehr für Berlin in ihrem Fortbestehen gesichert, und weiter können Sezessiomsten und hunger der alten Schule „auf der Menschheit Höhen wohnen . Für die Biedermeierzeit war mit dem Dachstübchen des Kunst- lers ctivas unendlich Rührendes und Poetisches verbunden. Diese Zeit gefiel sich ja darin, Künstlers Erdenwallen als den ewigen Dornenweg der Schönheit zu schildern, und seit Correggios Sehnen und Leiden in Oehlcuschlägers seiitimentalem Drama das Publikum zu unendlichen Tränenströmcn gerührt, begegnen wir immer wieder dem Künstler in enger Dachkammer, aus den kahlen vier Wänden verklärt hinauf zur Sonne des Ruhmes schauend. Holters „Lorbeerbaum und Bettelstab" hatte dieser Dichternnsere unter dem Dach gleichsam die klassische Form verliehen und die Dachkammer gehörte von nun an so selbstverständlich zum Poeten/ daß z B Weisflog in einer Novelle einen recht wohlhabenden: Musenjünger schildert, der sich zum Geschäft des Dichtens, aus seiner behaglichen Wohnung im ersten Stock nach der romantischen kahlen, öden Dachkammer hinaufbegibt, weil er nur m diesem stimmungsvollen Milieu seine Werke schaffen kann., Di« Freuden dieses „Musensitzes" gestaltet Spitzweg in einem niedlichen Bildchen ' im Schatten der mächtigen Dachbalken, unter den großen Löchern in den Schindeln, durch die der,Himmel hereinichaut/ umqualmt von Dunst eines baufälligen Ofens sitzt der Poet, im Schutz eines Regenschirmes, der das schadhafte Dach, unterstützen muß, vom Finger Apolls berührt und — dichtet, dichtet. . . Ans solch behaglichem Biedermeier-Stilleben führen die stan- zösischen Mansarden und ihre lustigen Bewohner, tote sie Würgers Zigeunerleben schildert, in eine aufgeregtere, feurigere, genialere Sphäre. Im Meer der Riesenhäuser von Paris war, e», für die armen Künstler schon damals eine bittere Notwendigkeit, Luft und Licht unter dem Dache aufzusuchen, ^n diesen engen Kammern ist aus Sehnsucht und Vision die große, französische Landschaftsmalerei geboren worden; hier hat die Generation der Maler von Fontainebleau, der Thsodore Rousseau, Millet, Cour- bet usw. ihre ersten Schwingen geregt. Wundervoll hat der Kunstkritiker Bürger-Thors dieses Zusammenleben unter den Dächern geschildert, aus dem eine so herrliche Kunst entstand "Gedttifft du noch", schreibt er in dem Widmungsbrief seines „Sa on an Rousseau, der Zeit, da wir auf den engen Fenstern unseres Mansarden in der Rue de Taitbout saßen, die Fusie vom Rande des Daches baumeln ließen und die Winkel der Hauser und Schornsteine betrachteten, die du, mit den Augen blinzelnd, Gebirgen und auf Erdwellen verstreuten, großen Baumen verglichst ? Da du nicht in die Alpen aufs fröhliche Land gehen konntest, so schufst du dir eine pittereske Landschaft aus diesen fcheußlichen 448 GMgeriPlpen. Erinnerst du dich noch des Hewett Baumes m Rothschilds Garten, den wir zwischen zwei Lachern erblickten? Es war das einzige Grün, das wir sehen konnten, ^ruhiayr nahmen wir am Knospen der Heinen Pappel teil, und wir zahlten die Blatter die im Herbst von den Baumen frelen. Und mit diesem Baume und einem Eckchen nebeligen Himmels, Mit diesem Walde ausgehäufter Häuser, über die uitfet. Blick wie über eine Ebene alitt schufst du dir Traumbilder, die dich oft in deiner Maftrei über die WirHichkeit der Naturgeschehnisse täuschten . Unsere Mansarden erschienen uns.trübe trotz ihres herrlichen Mobiliars, das für unsere Bedürfnisse ausreichte. Ein verbrauchtes Bett, einige Renaissance-Lehnstühle aus Eichenhotz mit Sammetfetzen, ein Tischchen mit gewundenem Fuß, „eine Kerze, die in einer japanisck)en Vase schwankte, ew Kaffeekeftel, staubige Bücher und schöne Skizzen alter Meister an der Täfelung! Das war recht armselig, aber weniger 'häßlich als eine sogenannte! gute Stube." Mit dieser ahnungsvollen Frühzeit der modernen Malerei ging freilich auch die Blütezeit der Dachateliers dahm Ate Freiluft- und Freilichtkunst macht die weite Natur selbst zur Werkstätte. Die Impressionisten sind dann unter die Dächer zurückgekehrt; besonders Pissarro und Sisley, die von ihren m den höchsten Stockwerken gelegenen Ateliers aus wundervolle Bilder des Pariser Straßenlebens und der Pariser Stadtschönheit schufen. In ihrem Durst nach Licht und Luft bauten sich die jungen Künstler Dachateliers ganz von Glas, so daß sie wie in großen Käfigen aus lauter Fenstern saßen und den weitesten Umblick und Ausblick genossen. _____________ Vermischtes. * Der heilige Antonius von Padua — Ober ft leutnant a. D. In allen katholischen Ländern sehr populär, ist der heilige Antonius, dem in Padua ein ganzer Tom errichtet ist; nirgends aber erachtete man ihn so großer äußerer Ehren für würdig wie in seinem Heimatland Portugal und in Brasilien, — stammt er doch aus einem alt-portugiesiichen Rittergeschlecht, das in Lissabon seinen Sitz hatte. Seit Jahrhunderten schon war dem Heiligen in der Armee seines Heimatlandes Rang und Sold zu- gestanden gewesen. Diese Ehren sind sogar aus Brasilien ausgedehnt worden: König Joa VI. verlieh durch ein Patent vom 4. Februar 1811 und durch ein weiteres vom 22. Oktober 1816 dem heiligen Antonius den Rang eines Oberstleutnants der brasilianischen Armee mit dem Jahressolde von 600 Milreis. J£en Rang nahm er in einem Jnianterieregiment ein und den Sold hatte, da der Heilige selbst sich nicht dazu herbeiließ, Geld in Empfang zu nehmen, der Guardian des Franziskanerklosters zu Bahia für den Himmel einzukassieren. Weitere Rangerhöhungen haben merkwürdigerweise nicht stattgesunden, obwohl das Dienstalter des Heiligen dazu längst Veranlassung geboten hätte. Auch der Sold ist dem veränderten Geldwert entsprechend nicht vermehrt worden; immerhin eriolgte seine Auszahlung ein Jahrhundert lang. Noch 1890 versagte der überzeugte Positivist Marschall Florians Peixoto als Kriegsminister: „Solange nicht durch besonderen Akt das königliche Dekret annulliert wird, das der Statue des Heiligen Antonius zu Rio de Janeiro den Rang eines Oberstleutnants der Jnsanterie verleiht, hat die Weiterzahlung des Soldes an denjenigen zu eriolgen, der zur Erhebung berechtigt ist und sie bisher vorgenommen hat." Im Vorjahre nun stellte die Delegatur des Bundesschatzamtes in Bahia die Zahlung ein Ter Guardian des Klosters zu Bahia erhob Beschwerde beim Jinanzminister, der jedoch jetzt das Vorgehen der Telegatur gebilligt und die Beschwerde abgewlesen hat. Wenn die Auszahlung der 600 Milreis der Bundeskasse auch nicht weh tat und wenn die Beibehaltung des alten Brauches aus naiveren Epochen auch niemand schadete, so billigt die öffentliche Meinung in Brasilien doch die Entscheidung des Ministers, der dieser Sache ein Ende machte, nachdem die Frage einmal angeschnitten war. Und was den Wundertäter von Padua betrifft, so genießt er an vielen Orten solch hohe Ehren, daß er aus die militärischen nicht allzu schweren Herzens verzichten kann. Lk. Freiwohnungen s ü r Säuglinge. In aller Erinnerung werden wohl noch die von dem Pariser Mietersyndikat unter Führung des „berühmten" Herrn Cochon veranstalteten Protestkundgebungen gegen jene Hausbesitzer sein, die iiir kinderreiche Familien kein Herz haben. Als eine glückliche Lösung des Problems der „kinderreichen Mieter" muß die angesehen werde», die man in Vincennes, der bekannten östlichen Borstadt von Paris, gesunden hat. Dort sind nämlich vier große Blocks von Arbeiterivohn- häusern erbaut worden, die aus Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen bestehen, die zu jährlichen Preisen von 200, 260 und 320 Alk. vermietet werden. Diese Häuserwohnungen sind in erster Linie solchen Familien vorbehalten, die über großen Kinderreichtum verfügen, ober — noch zu erwarten haben; denn für jedes Baby, das in der Wohnung das Licht der Welt erblickt, darf die Familie ein Vierteljahr frei Hausen. Das ganze ist eine Wohltätigkeitsanstalt und die Ueberschüsse dienen zur Unterhaltung einer „Kantine für stillende Mütter", wo diese umsonst ihre Mahlzeiten einnehmen können. Außerdem weist jeder Häuserblock eine Bibliothek auf und in einer Apotheke werden die den Säuglingen verschriebenen Arzneien unentgeltlich verabfolgt. * Verraten. Frau: „Was würdest du tun, George, wenn ich dich als Witwer zurücklassen würde?" Mann: „Nun, ich denke, dasselbe wie du, wenn ich dich als Witwe zurückließe." Frau: „O du gemeiner Kerl! Und du hast mir immer gesagt, du könntest nie eine andere nehmen." "Eine Autorität. Zwei Herren sind in einem eifrigen Gespräch über den Wert eines Buches. Endlich sagte der eine, der selbst Schriftsteller ist: „Nein, John, du kannst das nicht beurteilen, du hast niemals selbst ein Buch geschrieben." „Das ist richtig," antwortet John, „aber ich habe auch nie ein Ei gelegt, und doch kann ich eine Omelette besser beurteilen, als irgendeine Henne im ganzen Staat." Lahnlied.') Von R. Lade, Obernhof. Ich bin gewandert viel in deutschen Landen Und hab' geruht in deutscher Eichen Dom, Auf Bergeshöhe hab' ich oft gestanden Und auch gesehen manchen deutschen Strom; Doch, wo ich weile, stets zieht's mich heran Zu meinem Heimatstrom, der schönen Lahn. Durch Hessens und durch Nassaus schöne Gauen Zieht nieder sie zum Rhein, ein glänzend Band, Da kannst du Städte, reiche Dörfer schauen, Ein glücklich Volk wohnt hier am schönen Strand. Wer hier geweilt, dem hat's auch angetan Mein lieber Heimatstrom, die schöne Lahn. Von ferne winken uns des Taunus Höhen, Wo reiches Leben blühet mannigialt, Und drüben grüßt, wo rauh're Winde wehen, Von bied'rem Volk bewohnt, der Westerwald; Dazwischen hin zieht freundlich seine Bahn Mein lieber Heimatstrom, die schöne Lahn. Durch grüne Auen und durch reiche Felder, Wo goid'ne Aehre» reift der Sonne Glut. Wie grüßen von den Bergen uns die Wälder, Air deren Hange wächst der Traube Blut! Hier weil' ich gern, hier lacht mich alles au, An meinem Heimatstrom, der schönen Lahn. Wo frisches Leben überall mir schauen, Wo uns tut Becher winkt der Rebe Gold, Und wo das Auge grüßet schöner Frauen, Ja, da ist wahrlich uns das Leben hold. Drunr füllt das Glas, ihr Brüder, stoßt mit an Auf unfern Heinratstrom, die schöne Lahn. Geweihter Boden ist's, geweiht wie selten Durch der Geschichte Gang zu aller Zeit; Denkt eines Wilhelm nur, des greifen Helden, Denkt auch der alten deutschen Herrlichkeil! Wer deutsch sich fühlt, den weht's auch heimisch au An unferm Heimatstrom der schönen Lahn. *) Vor zehn Jahren hat der Gießener Anzeiger ein Lied desselben Verfassers, des Pfarrers a. D. R. Lade, veröffentlicht, das Gruß an die Lahn benannt war und seitdem viel gesungen wird. Das hier veröffentlichte Gedicht hat noch keine« Komponisten gesunden. Slat-Aufgade. Hinterhand spielt Grand aus folgende Karten: ckOQ Q Q c? Q Q V P Q Q Q Q Q Q Q Q Das Spiel wird mit 62 Augen gewonnen. Karten und wie ist gespielt worden? Auslösung in nächster Nummer. Wie sitzen dis Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer" M A 8 A N N A U N N A 8 A A R Redaktion: St. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, ©teitifc