i>: ■'/gW v. c« Mittwoch den 20. März ♦ ^4 lZNV^E ,*l SW 1 I < IWW BSGHZTfa Eine Heldin. Novelle von Max Karl Böttcher-Chemnitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Arm in Arm schritten Hgns Jochen und Kathinka durch die Menge. Am Landungsplatz der Dampsboote verweilten sie. Soeben hatte ein Dampfer aus Küßnacht angelegt, und der bunte Strom der Reisenden flutete nun nach den Promenaden. r Kaum war das Schiff entleert, so arbeitete sich langsam und unheimlich einer der schwarzen Kohlenleichter heran, Um dem Dampfer neue Speise zuzuführen. „Das sieht unheimlich aus, nicht — Kleines?" fragte der Prinz. „Wie ein Schiff des Hades." „Oho — vom Hades wollen wir heute nichts wissen, r— höchstens wenn er uns mit Lethe tränkt," lachte Hans Jochen. „Ach ja, — vergessen, alles vergessen und — lieben," stieß Kathinka mit glühender Leidenschaft hervor. „In den Bergen zünden sie schon Liebesfackeln an. Schau nur, wie das dort am Stanzerhorn leuchtet und glüht, und links davon die Schneegipfel schimmern wie flüssiges Silber." Am Kai herrschte ungeheures Gedränge. Nur mit Mühe fänden die beiden noch ein Plätzchen auf einer der vielen Promenadenbänke. Sie saßen ganz still und schauten über den See. Da erschütterte ein Donnerschlag die Luft. Kathinka schrak zusammen und klammerte sich an des Prinzen Arm. Ein zweiter und dritter Schlag folgte. „Das Zeichen zum Anfang der Festlichkeiten. Kanonenschläge aus schweizerischen Geschützen, die man drüben vor dem Museum aufgefahren hat," erklärte Hans Jochen. Aus den Bergen kamen jetzt nach und nach grollend und rollend und dumpf verhallend die Echo wieder, — und mit einem Schlage schienen See und Ufer verzaubert. Hoch über dem Pilatus schwebte ein riesiges Feuerkreuz in der Luft, auf dem Stanzerhorn, am Bürgenstock, auf Rigi- Scheideck und Kaltbad, — in allen Tälern und auf allen Gipfeln flammte es auf. Das mußten mächtige Holzstöße sein, diese Freudenfeuer deb Sennen in Schwyz und Uri! — Und nun die Stadt. — In tausend und abertausend elektrischen Flämmchen glühte und sprühte es an den Fassaden und Zinnen, die ganze Stadt schien ein Flammenmeer zu sein. lieber den See rauschten lampiongeschmückte Dampfer; aus allen Straßen und Gassen erscholl Musik und Trommelgewirbel, und die Scheinwerfer auf den flachen Dächern der Pensionen warfen ihre grellen Lichtkegel auf das bunte Treiben, Hans Jochen und Kathinka hatten längst ihren Platz verlassen und sich unter das Menschengewimmel gemischt. Langsam wurden sie mit fortgedrängt, und unbeabsichtigt sahen sic so den Festzug, der vom Museum aus sich über die Seebrücke bewegte, dann durch den alten Teil Luzerns zog und am „Schweizerhof" wieder in den Kai mündete. Prinz und Hofdame standen mit anderen auf dem Fensterstock eines Schauladens und konnten so bequem über die Köpfe der Vorstehenden schauen. Hans Jochen vermochte sich bei dieser Situation eines Lächelns nicht zu erwehren, und flüsterte Kathinka zu: „Wenn uns seine Exzellenz der Herr Oberhofmarschall so sähe, — oder Hollen." Kathinka lachte herzlich auf. Ihr war so glückselig zu Mute, als müßte dies alles so sein, Seite art Seite 'mit dem Geliebten stehen, mit ihm Freude genießen in vollen Zügen. — Der Lichtstrom eines Scheinwerfers sprang durch die Straßen, suchend und tastend, und der Zufall wollte es, daß er eilte Minute sein magisches Licht voll auf Kathinka und Jochen ruhen ließ. Vieler Augen richteten sich auf das junge, schöne Paar. Die Hofdame wollte erschrocken herunter springen, aber der Erbprinz hielt sie lachend zurück: „Bleib, Kähhi, bleib, — wir brauchen nicht lichtscheu zu fein." Wieder das traute „Du", — wieder durchschauerte Kathinka ein wonniges, seliges Gefühl. Und nun kam der Festzug. Hans Jochen aber und Kathinka enteilten dem Gedränge. „Nun kommt noch das Feuerwerk auf dem See, Kathi. — Wollen wir das vom Schweizerhof aus betrachten?" „Wie sie wollen, Prinz." „Ich schlage vor, wir suchen uns irgend ein stilles Plätzchen und beobachten von dort das Feuerwerk." Der Erbprinz führte Kathinka in einen bescheidenen Biergarten am Kai. Sie waren fast die einzigen Gäste. Im Halbdunkel versteckt, übersahen sie doch den ganzen See, der jetzt in märchenhafter Feuerpracht erstrahlte. — Gegen elf Uhr ward es ruhiger. Der Biergarten füllte sich mit Gästen, so daß Hans Jochen für ratsamer hielt, sich jetzt zu entfernen. Sie gingen nochmals am Ufer entlang, blieben hier und da stehen und lauschten dem Gewoge der Welleit. Kurz vor Mitternacht kehrten sie in das Hotel zurück. Neuntes Kapitel. Am Mittag des 2. August ließ sich Kammerherr von Hammer, der Begleiter der Prinzessin Clarissa zu N., bei den Fürstlichkeiten melden. — Er war ein alter, jovialen Herr von gewinnenden Formen. Nachdem er int Vorzimmer Herrn von Merkwitz seine Beglaubigtmgspapiere überreicht hatte, begann er mit einer Begeisterung von seinem Schützling zu erzählen, als sei er selbst der Vater der Prinzessiw, 178 Eins Woche später lag Prinzeß Clarissa in dem kleinen Wintergarten, der zu den gemieteten Appartements gehörte, auf einer Rosenschaukel. Herr von Hammer chatte eigenhändig für seinen Liebling den amerikanischen Schaukelstuhl mit einer Rosengirlande umwunden. Die Prinzessin war ein kleines, fast überlebhaftes Persönchen. Sie konnte keine ruhige Bewegung machen, insbesondere hatte sie sich angewöhnt, aller Augenblicke mit beiden Händen an die Frisur zu greifen und ein paar widerspenstige Löckchen zu ordnen. Die Nase saß keck int Gesicht, und die dunklen Augen zeigten meist einen träumerischen Ausdruck, nur wenn sie schnell die Lider hochschlug, blitzte etwas wie Begehr und Herrschlust darin auf. Neben der Prinzessin saß Kathinka auf einer geschnitzten Truhe. Sie hielt einen Orchideenstrauß itt der Hand und ordnete etliche Blüten. „Also diesen Strauß schickt mir der Prinz mit?" Kathinka nickte: „Und viele Grüße." „Bloß viele —, nicht herzliche?" fragte die kleine Prinzessin lauernd. „Verzeihen, Ew. Hoheit, — aber ich bedauere, nur von „vielen" Grüßen gehört zu habet:, — ich denke jedoch, — die herzlichen wird Se. Hoheit persönlich bringen wollen." „Gut — sehr gut, — sehr diplomatisch." Fräulein von Hämmerling stand beleidigt auf uud trat an eine Brvnzestatue, die sie angelegentlichst betrachtete. Aber wie eine Katze sprang Clarissa aus ihrer Rosenschaukel und umschlang Kathinka. „Ach, war das garstig von mir, ich wollte Ihnen nicht wehe tun, Käthi, bitte, machen Sie wieder ein gutes Gesicht, bitte — bitte." Uud wie ein Schmeichelkätzchen, schmiegte sich die Prinzessin an Kathinka und streichelte ihre Hände und Wangen. „Ich bin Ihnen ja gar nicht bös, Ew. Hoheit, und wie dürfte ich das auch?" „Mcht so, — Käthi — nicht in diesem devoten Ton.. Haben Sie schon vergessen, daß Sie mir gestern in: Gletschergartei: versprachen, mich Cläre zu nennen und daß Sie meine Freundin sein wollten?" „Ich bin Ihnen nicht bös, Cläre, wirklich nicht." „So erzählen Sie mir von meinem Hans Jochen, ja?" Sie drückte Kathinka in die Rosenschaukel und setzte sich selbst dicht daneben auf einen kleinen gepolsterten Hocker, — dann wiegte sie die Schaukel ganz sa::ft auf und nieder. Sie schwiegen lange. Plötzlich sprang die Prinzessin aus, küßte Kathinka auf Stirn und Wangen und flüsterte: „Beim Himmel, sind Sie schön, Käthi. Wissen Sie, wie Sie jetzt gerade ausschauen, so mitten unter Rosen und Blüten? — Wie Dornröschen." Kathinka zuckte zusammen. „Sagen Sie das nie wieder, Prinzessin, nie — ich bitte Sie." „Aber warun: nicht, mein Kind? Ist das ein Verbrechen?" Und die Kleine lachte übermütig und rief: „Sie fürchten wohl, es käme kein Prinz, der Sie wach küßt? Keine Angst, — er wird kommen und Sie küssen, — bloß der meine nicht, gelt?" Uud sie lachte und tanzte im Zimmer umher, und dann kniete sie vor Kathinka nieder und sagte: „Möchten Sie meinen Prinz haben? — Oh — wie Sie rot werden. Nur keine Angst, Käthe, ich nehme es Ihnen nicht übel. Ich glaub es gern: Haus Jochen möchten viele haben, — aber bloß ich kriege ihn, mein, mein alleii: ist er. Und wie ich ihn lieb habe, auffressen möchte ich ihn vor Liebe." Das exaltierte Dämchen rückte ganz dicht an Kathii:kas Ohr und flüsterte: „Ob er mich auch so lieb hat, Käthi, was denken Sie?" Kathinka verging fast vor Quäl. Sie strich der erhitzten Prinzessin die Löckchen aus der Stirn und sagte gepreßt: '„Weiß ichs? Aber ich denke, denn wer sollte Sie nicht lieb haben?" „Ich habe eine große, große Bitte au Sie, meine gute Käthe. Ich weiß, Hans Jochen und Sie sind wie Bruder und Schwester. Still — ich weiß es, die Fürstin hat es mir gesagt. Und Sie sollen ihn fragen, ob er mich so liebt, <— so über alles, wie ich ihn liebe. Ach versprechen Sie es mir, meine liebe, gute Käthi." Kathinka war bleich geworden, ihre Augen hatten schwarze Ringe bekommen, — sie stammelte Ausflüchte und wand sich, um von Clarissa loszukömmen, aber das heißblütige Fürstenkind ließ nicht ab und drängte sie, bis sie es fest versprochen hatte. Prinzeß Clarissa machte eit:en Luftsprung, daun eilte sie aus den: Zimmer. Kathinka von Hämmerling stand auf und preßte die Hände an die Stirn, Ihr war so weh ums Herz. Sie fühlte, wie heiße Eifersucht sich in ihr regte, sie fühlte aber auch die Größe ihres Unrechtes, und wie dies ivuchs und wuchs mit jeder Stunde, die sie noch den Prinzen liebe. Clarissa schlüpfte zur Tür herein, in der Hand ein goldenes Kettchen mit einem kleinen Medaillon, auf welchem ein wundervoller Brillant funkelnd sprühte. „Hier — Kindchen, das nimm zum Geschenk ui:d als Freundschastszeichen, — und nun wollen wir uns „Du" nennen, ja? Exzellenz Hammer hat nichts dagegen, er liebt dich sehr, wie alle, die dich kennen." Kathinka war erschrocken einen Schritt zurückgewichen. Sie suchte nach Worten. Aber die Prinzessin band ihr schnell die Kette um, und küßte sie dann laut und herzhaft aus deu Mund. „Brauchst nicht erst von hoher Ehre und Auszeichnung zu sprechen, Käthi, — wir sind jetzt nicht bei Hofe. Wenn du mich nur ein bissel lieb hast, ja, willst du?" Die Kleine war jetzt von so natürlicher, mädchenhafter Anmut, daß Kathinka alle Bedenken fallen ließ. Sie fühlte sich int Innern beschämt von diesen: Mädchen. „Ich will dir eine große Freundin fein, eine treue Freundin, Cläre, — ntag es werden, wie es will," sagte: sie ernst und reichte der Prinzessin die Hand. „Hn. . . das klingt fürchterlich feierlich, Kleines, so schlimm tyird es uns wohl nicht ergehen auf dieser Welt. Und nun an bet: Kai. Hans Jochen hat telephoniert und erwartet uns dort." Die Prinzessin ließ sich von ihrer Kammerzofe Hut und Schirm reichen, dann verließen die beiden Damen das Hotel und wandelten an: Kai vor bis zur Seebrücke. Dort begegnete ihnen der Prinz. Während er den beiden Damen die Hand reichte, warf er einen forschenden Blick in Kathinkas Antlitz, und ihm entging nicht der müde, schmerzliche Zug. Er fragte besorgt, ob die beiden Damen schot: lange in der Glut spazieren gegangen seien? „Noch keine 10 Minuten, Prinz, — nicht wahr, Käthi — du sagtest auch noch, es ist gerade 11 Uhr." „Was höre ich, meine Damen, — Sie nennen sich „du"? Und Sie, Fräulein, haben dazu nicht einmal die Genehmigung des Oberhosmarschalls eingeholt?" scherzte Hans Jochen gedrungen. Ihm war nun sofort klar, in welcher.Seelenverfassung sich Kathinka befinden mußte. „Befremdet Sie unsere Freundschaft, Prinz?" fragte Prinzeß Clarissa. „Nein, — sie beglückt mich, teuerste Cläre, — ich bin Ihnen dankbar, daß Sie so gütig sind zu Kathinka," sagte er mit Wärme. Der Prinzessin Augen strahlten. „Siehst du, Käthe, hier hast du die brüderliche Liebe Hans Jochens, die du, vorhin in deiner Bescheidenheit nicht zugeben wolltest." Fräulein von Hämmerling ward blaß und rot, das Gespräch wurde ihr immer peinlicher, und sie zupfte aus tödlicher Verlegenheit an dem Medaillon, dem Geschenk der Prinzessin uno sagte: „Cläre überschüttet mich mit ihrer Güte, sehen Sie, Prinz, sogar diesen Schmuck verehrte sie mir." Des Prinzen Hand zitterte, als er das Medaillon in der Hand hielt und betrachtete. „Wundervoll, Cläre, — und ich bitte Sie, auch meinen Dank entgegenzunehmen, meinen Dank in Eigenschaft des Beschützers von Fräulein von Hämmerling." Am Schweizerhof verabschiedete sich Kathinka. Die gab vor, der Fürstin bei der Toilette helfen zu müssen, — in Wirklichkeit war sie am Ende ihrer Selbstbeherrschung angelangt. Prinz und Prinzessin trugen ihr Grüße auf für die alte Durchlaucht. Sie selbst gingen dann nach der Stadt. Haus Jochen zeigte und erklärte der Prinzessin die Bilder an der alten Kapellbrücke, doch die junge, lebenslustige Dame zeigte nicht viel Interesse für diese Art der antiken Kunst. Die Bergfahrt mit oer Zahnradbahn auf den Gitsch war ihr viel mteressanter. Arm in Arm wanderten nun die beiden durch den prächtigen Wald des G'itschen. Es war das erste Mal, Paß Hans Jochen mit der Prinzessin allein war. Sie gingen ziemlich rasch, Cläre fang ein Liedchen vor sich hin, während Hans Jochen in Gedanken versunken neben ihr herschritt. Plötzlich blieb die Prinzessin stehen, — kein Mensch war in der Runde zu sehen. „Hören Sie, Hans Jochen: Mögen Sie Feigheit leiden?" 179 „Welch seltsame Frage, Cläre?" „Bitte antworten Sie. Mögen Sie Feigheit leiden?" „Ich verabscheue sie." „Ich auch. Und doch wär ich heute feig." „Cläre." „Sehr feig sogar. Doch ich will das aus der Welt schaffen. Ich habe heute früh unsere Käthi gebeten, Sie etwas zu fragen, weil, ich mich fürchtete, die Frage selbst zu stellen. Jetzt soll es geschehen. Ich will Sie fragen, — ob — ob —" Sie stockte und blickte verlegen zu Boden. Hans Jochen betrachtete sie, — jetzt eigentlich das erste Mal' mit Interesse. Er konnte sich nicht verhehlen, daß, die Prinzessin ein reizendes Köpfchen besaß, und die liebliche Verwirrung erhöhte noch mehr ihre kindliche Schönheit. Ihn erfaßte Mitleid, und der Gedanke, daß er dieses holde Geschöpf schmählich betrog und auch fernerhin betrügen müsse, kam ihm zum ersten Male mit drückender Schwere zum Bewußtsein. „Sehen Sie, Hans Jochen, nun bin ich! schon wieder feig," flüsterte die Prinzessin. Der Erbprinz faßte ihre Hand und sagte: „Nein, Sie sind nicht feig, liebste Cläre. Ich verstehe Sie voll und ganz und weiß, was Sie mich fragen wollen. Ersparen Sie sich die Frage und mir die Antwort, — die Zukunft wird Ihnen die Antwort geben." Und als ihn Clarissa verständnislos und angstvoll anblickte, sagte er noch: „Sie sind ein liebes, herziges Mädel, und ich will versuchen, Ihrer wert zu werden." Da jauchzte Clarissa auf und umschlang ihn. Hans Jochen aber küßte sie zweimal auf die Stirn. * Mit dem Nachmittagsdampfer fuhren die Herrschaften nach Küßnacht. Dort wurde das Goethe-Haus betrachtet, dann wanderte man durch das kleine altertümliche Städtchen, um die hohle Gasse zu besichtigen. In der kühlen Tells-Kapelle ruhten sie aus'. Das große Bild, Teils Tod in den Wellen darstellend, wirkte mächtig aus die Beschauer. Unterdessen waren die Wagen, die man in Küßnacht gemietet hatte, nachgekommen. Nach langer Rast fuhr man dann nach Küßnacht zurück. Der Dampfer wär so voll besetzt, daß die Herrschaften nicht zusammensitzen konnten. Hans Jochen und Kathinka wurden beim Ueberschreiten der Landungsbrücke von den anderen getrennt und nach dem Deck der zweiten Kajüte gedrängt. Fräulein von Hämmerling setzte sich ganz vor an die Spitze des Schiffes auf eine Rolle Ankertaues, während sich der Erbprinz an einen riesigen Bootsbalken lehnte. Hans Jochen beugte sich zu Kathinka und fragte sanft: „Isis hier nicht paradiesisch schön?" „Hier kann man fromm werden, Hans Jochen. Die Natur ist doch eine mächtige Sprache Gottes." Und impulsiv griff sie nach des Erbprinzen beiden Händen und sagte flehend: „Hab sie lieb, «Hans Jochen, hab sie lieb." Der Erbprinz wandte sich ab. Eine Träne schimmerte in seinen Augen. (Fortsetzung folgt.) „ttoche mit Gas". Humoreske von Bernard G e r v a i s e. Autorisierte Uebersetzung von Gutti Al fett „Wie, Sie kochen nicht mehr mit Gas', Frau Maudru?" „Ach, lieber Herr, fragen Sie mich nicht danach! Wissen Sie denn nicht, was mir mit dem Gas passiert ist?" Nein, Fran Mandru. Vielleicht eine Explosion?" „O nein, etwas Schlimmeres." „Also eine Erstickung?" „Etwas noch viel Schlimmeres! Aber zerbrechen Sie sich nicht den Kopf darüber . . . Ich werde Ihnen die Sache erzählen. Also: Schon seit langer Zeit schien es mir, als ob mein Gaszähler nicht gut funktionierte. Jeden Monat zeigte er etwas weniger Verbrauch an, als den vorhergegangenen. Mer scheu Sie, wenn man sich daran gewöhnt hat, mit Gas umzugehen, so weiß man ganz gut, wieviel man verbrannt hat, und ich brauchte jeden Monat ungefähr dasselbe Quantum. Schließlich dachte ich mir, daß ich vielleicht doch, ohne es ÜU merken, mit der Zeit sparsamer damit umgegangen sei. Doch dä sagte mir der Beamte, der den Gaszähler prüfen kam, am Ende eines Monats: „Das muß man sagen! Diesen Monat haben Sie nicht viel Gas verbraucht, gute Frau, es sind im ganzen nur sechs Meter." Ich hatte darauf gerechnet, mindestens fünfzig Meter bezahlen zu müssen. Sie glauben vielleicht, daß ich mich nun über den falschen Zähler beflagt hätte. Fehlgeschossen! Ich sagte deut Manne im Gegenteil mit der natürlichsten Miene der Welt: „O, das überrascht mich gar nicht, ich habe diesen Monat fast nichts mit Gas gekocht." Als er fortgegangen war, habe ich meiner Freude freien Lauf gelassen. Ich habe vor Vergnügen um meinen Gasofen herumgetanzt und wie ein Gassenbube aus vollster Kehle geschrien: „Mein Zähler ist käput, mein Zähler ist kaput!" * Als ich mich dann ein wenig beruhigt hatte, bin ich rasch zu Frau DuPont hinübergelaufen, die mir auf dem TreppenfluU gegenüber wohnt. Denn sehen Sie, es geht mir mit den Freuden wie mit den Leiden, ich kann sie nie für mich allein behalten/ ich muß sie durchaus jemand anvertrauen. Ich bin also zu Frau Dupont gelaufen und habe ihr die Sache erzählt. Und in meiner übergroßen Freude habe ich hinzugefügt: „Und wissen Sie was, Frau Dupont: Wenn Sie etwas zU kochen haben, kommen Sie ruhig zu mir. Genieren Sie sich nicht ... in Anbetracht des Preises, den ich jetzt dafür zu zahlen habe. . ." Man muß im Leben nicht nur immer an sich denken, nicht wahr? Doch Frau DuPont mochte es nicht und widersprach! mir höflich: „Glauben Sie, Frstu Maudru, daß ich es so mir nichts dir nichts wagen würde, in Ihre Küche einzudringen?" Und so war ich denn am Abend genötigt, sie holen zu gehen, damit sie so freundlich sei, ein ganz bescheidenes kleines Kotelett! auf meinem Gas zuzubereiten. Und ich mußte beinahe böse werden, damit sie mir wiederzukommen versprach. Als wir nun ihr Wiederkommen vereinbart hatten, hörte sie nicht auf, mir dafür zu danken. Ihr Glück war so groß, daß sie gleich am andern Tage dem ganzen Hause die Neuigkeit verkündete. Und so hatte ich den ganzen Tag über Besuche von allen Nachbarn, die mir gratulieren kamen. „So ist es also wirklich wahr, Frau Maudru," sagten sie, „daß Ihr Zähler zerbrochen ist? Das muß man sagen. Sie haben ein Glück, mir würde so etwas bestimmt nicht passieren," und so ging das bis zum Abend. Ich trank alle diese Reden wie ein Labsal in mich ein. Denn wenn man auch an der Ursache derartiger Dinge unschuldig ist, so erfüllen sie einen doch mit gewissem Stolze. Und so wiederholte ich das Anerbieten, das ich Frau DuPont gemacht, auch allen andern gegenüber. „Wenn Sie irgend eine Kleinigkeit zu kochen haben, so genieren Sie sich gar nicht ..." Ach, da habe ich etwas Schönes angerichtet, mein Herr. Dennoch muß ich gestehen, daß sic mein Anerbieten nicht sofort ausgenutzt haben. Anscheinend wagten sie es nicht. Die Portiersfrau hat sich zuerst dazu entschlossen, was in Anbetracht! der kleinen Dienste, die sie mir zuweilen geleistet hat, ja auch ganz natürlich ist. So fiel cs dieser braven Frau nicht allzuschwer. Am andern Tage, gegen elf Uhr, tritt sie also mit einer ganz kleinen Terrine bei mir ein. „Erlauben Sie, Frau Maudru," spricht sie z'u mir, „daß ich dieses zwei Minuten bei Ihnen wärme. Es ist für meine« Mann, der sosort nach Hause kommen wird, und mein Ofen ist noch nicht angesteckt." Dem Beispiele der Portiersfrau folgend, haben die anderen! Mut gefaßt und sind nacheinander zu mir gekbmmen. Anfangs war ich recht froh darüber, sie kommen zu sehen. Denn sehen Sie, ich liebe die Geselligkeit; und außerdem waren sie sehr liebenswürdig und sehr höflich mit mir. Alle vertrugen! sich gut miteinander, man plauderte, und es ging in meiner Küche immer lustig zu. Unaufhörlich hörte man Suppen kochen und das Geräusch bratenden Fleisches, es war, als ob immer Feiertag Bei mir wäre. Aber unglücklicherweise konnte das keinen Bestand haben. Frauen können nun einmal nicht lange vernünftig bleiben. Bald nahm die Sache überhand. Zuerst setzten es sich einige in den Kopf, überhaupt nichts mehr in ihrer eigenen Küche zu tun. Sobald sie nur ein Ei zu kochen ober einen Topf Wasser zu wärmen hatten, nahmen sie zu meinem Gasofen Zuflucht. Das verstimmte die andern. _ „Ich sehe nicht ein, warum die Damen So Und So das Gas für sich ganz allein in Anspruch nehmen sollten," sagten sie sich. Und aus reinem Widerspruchsgeist taten sie es dann den ersten gleich, so daß sich jetzt immer zwei bis drei Frauen in meiner Küche a'ufijielten, die darauf warteten, daß sie an die Reihe kämen. Während eine andere damit beschäftigt war, irgendetwas zu kochen. Und so waren sie wohl oder übel genötigt, sich zu zanken, damit die Zeit schneller verginge. Es war a|ud) ganz natürlich, daß sie es mit der Zeit ün- beguem fanden, ihre eigene Mcheneinrichtung bis z'u mir herüberzuschleppen! Sie benutzten einfach die meine. Doch das war nicht das einzige, was sie bei mir in Anspruch nahmen. Den ganzen Tag über hörte ich jetzt: 180 „Frau Maudru, haben Sie nicht ein wenig Oel, ich habe 8as meine vergessen." . „Fran Maudru, ich nehme einige Ihrer Zwiebeln, ich mochte nicht erst nach meiner Küche hinnntergchen. ™ .it< , „Fran Maudru, leihen Sie mir doch dies, Fran Maudru leihen Sie mir doch jenes." Ich schlug Ihnen nichts ab. ^^ch habe es nie verstanden, den Leuten zu widersprechen. Das amzige Ungliiick war, daß sie dadurch von Tag zu Tag anspruchsvollen wurden. Wenn irgend etwas in meinem Haushalt fehlte, so forderten sie mich einfach aus, diesem Mangel abzuhelfen. „Was, Frau Wandru," sagten sie,, „Sie haben keine Butter mehr? Sie müssen "rasch welche kaufen, das ist doch etwas, was in keiner Küche fehlen darf." Und zu alledem wuchs die Zahl der Köchinnen beständig an. Jeden Morgen führte man mir eine neue zu. . „Frau Maudru, hier bringe ich Ihnen Fräulein Mslie, sie wohnt im Nebenhause, Nr. 53. Sie ist ein sehr braves Mädchen, und ich dachte, daß es Sie freuen würde, sie kennen zu lernen. Und Fräulein Melie wickelte ihr Rurnsteack aus, setzte es aufs Feuer, und die Sache war in Ordnung. Es kommt immer besser, mein Herr. Eines Tages wird die kleine Tochter des Herrn Piston, des Schutzmanns, sehr krank,- und der Arzt verordnet ihr Bäder, heiße Bäder. Sie erraten wohl schon, was nun geschieht! Zwei Stunden später hatte die Mutter bereits eine Badewanne zu mir gebracht und begann ganze Eimer voll Wasser kochen zu lassen; das ging so acht Tage lang. Da die Badewanne den andern in der Küche im Wege war, so hatte ich sie in mein Zimmer tragen lassen, und die Kleine nahm jetzt ihre Bäder dort. Doch man fürchtete, daß das Kind sich durch das Hin- und Hergchen erkälten könnte, so wurde beschlossen, es ein für allemal bei mir zu lassen. Man brachte mir also ihr Bett und stellte es neben dem meinen auf, so daß ich sie eigentlich pflegte, während ihre Mutter anderen! Beschäftigungen nachging. _ Endlich ging es der Kleinen besser. Die Bader waren überflüssig geworden, und die Mutter nahm ihr Kindchen wieder nach Hause. Ich suhlte mich jetzt im Vergleich zu früher fast glücklich darüber, daß nur noch die Frauen zu mir kochen kamen. Doch was geschieht? Kaum war sie einen Tag fort, so kommt die Portiersfrau herauf und sagt: , „Sie kennen doch den alten Moineau, Fran Maudru, Woi- neau, der im fünften Stockwerk wohnt und die kleinen roten Luftballons für Kinder anfertigt. Ach! Er ist nichts weniger als reich, der arme Mann. Die Gasgesellschaft hat ihm soeben das Gas abgesperrt, weil er nicht mehr bezahlen konnte. Mit Rücksicht darauf, habe ich ihm angeboten, seine Ballons bei Ihnen füllen zu kommen, da es Sie ja doch nichts kostet." - Ich konnte unmöglich nein sagen, dann das hätte die Portiersfrau beleidigt, und es ist immer besser, sich mit diesen Leuten gut zu stehen. So ist also der Alte zu mir gekommen und hat sich daran gemacht, seine Ballons aufzupusten. Und den ganzen Tag hörte er nicht mehr damit auf. Am nächsten Tage bat er mich, ihm meine Schlüssel zu lassen, damit er auch in meiner Abwesenheit eintreten und arbeiten könnte. Und so kam ich nie mehr ohne Furcht vor einer Explosion nach Hause; ich lebte in einer steten Angst, denn Sie werden wohl auch wissen, daß man die Gashähne, die einem nicht selbst gehören, mit weniger Vorsicht schließt, als die eigenen. Und zu alledem war er durchaus nicht angenehm im Umgang, der gute Mann. Er brummte, wenn man ihn auch nur zwei Minuten unterbrach, um etwas kochen zu lassen. Und so gab es unaufhörlich die schrecklichsten Streitigkeiten mit den andern, mit den Hausfrauen, die schon länger zu mir kamen als er und gar nicht daran dachten, ihm das Feld zu räumen. Sie schlugen sich, mein Herr! Mein ruhiges Hans war zü einem Schlachthause, zu. einer Metzelei geworden. Mich selbst machten diese ewigen (Streitigkeiten krank, und so hatte ich seit langer. Zeit darauf verzichtet, mein Essen auf Gas zu kochen. Ich hatte mir den kleinen Spirituskocher gekauft, den Sie dort! sehen, er gibt genügend Hitze und ist sehr bequem. Aber jetzt hören Sie das Schönste. Sie werden lachen. !Am Ende des Monats kommt wie gewöhnlich der Gasbeamte. In all meinem Aerger hatte ich ihn fast vergessen. Er unterfuchill den Zähler und nimmt eine außerordentlich erstaunte Miene an: „Ist Ihr Zähler auch in Ordnung?" „Ich glaube doch," sage ich, „ich habe ihn nicht 6erül)rt." „So haben Sie also besonders viel verbraucht?" „Gott! nicht gerade allzuwenig." Da beginnt er seine Rechnungen in ein Büchelchen zu schreiben und sagte: „Es macht gerade vierhundertundfünfzig Meter!" Ja guter Herr, vierhundertfünfzig Meter zu vier Sous: im ganzen neunzig Franken. Allem Anscheine nach war der Zähler von selbst wieder in Gang gekommen und zeigte nun alles an, was die anderen verbraucht hatten! Ich habe nichts erwidert und habe die Summe bezahlt, wie ich konnte. Doch habe ich den Zähler, den Gasofen, die ganze Anlage entfernen lassen und mein Abonnement in der Gasanstalt aufgegeben. Und als die Nachbarinnen mit ihrem Essen wiedergekommen sind, habe ich ihnen die Sache auseinandergesetzt. Können Sie sich denken, daß sie mir das übel genommen haben? Alle schrien sie durcheinander, daß ich geizig, daß ich ungefällig sei, daß ich ihnen das nur zum Possen getan — was weiß ich, was sonst noch alles? Jetzt ist das ganze Haus mit mir böse. Wollen Sie mir die Geschichte nicht glauben? Sehen Sie, jetzt lachen Sie mich noch obendrein aus." vermischtes. * Wilhelm Baurs L e b e n s er i n » erun geu. In Nr. 27 der Familienblatter ist die Ueverschriit des Artikels Wilhelm Baurs Lebenserinnerungen unvollständig wiedergegeven. Die vollständige Ueberschriit lautet: Wilhelm Bau r. Lebenserinnerungen. Mit Einleitung und Erläuterungen von Karl Esselborn. Hessische Volksbücher 10 und 11, besprochen von Justizrat Straft. Zugleich wird ein sinnentstellender Druckfehler berichtigt, indem es am Schlüsse des Artikels heißen muß Verfasser, nämlich Dr. Karl Esselborn, nicht Professor. * B an kn o t e n w ä s ch e. Bei einer mikroskopischen Untersuchung, die in einem amerikanischen wissenschaftlichen Institut vorgenommen wurde, stellte sich heraus, daß stark beschmutzte Banknoten bis 585 000 Bazillen enthielten, darunter Krankheitserreger aller Art. Weniger diese Tatsache (die immerhin zu denken gibt), als vielmehr praktische Erwägungen rein geschäftlicher Art Haven die Amerikaner dazu geführt, ihre Banknoten zu waschen, anstatt sie wie früher aus dem Verkehr zu ziehen und zu vernichten. Die beschmutzten Geldscheine werden in eine Jllrt Drahtkord gelegt, den man in eine Sodalösung taucht; ein Strom komprimierter Lust versetzt diese Lösung in Wallung, und in,gang kurzer Zeit sind die Banknoten „wie neu". Getrocknet in einer von Heißlust durchströmten Rotationstrommel und alsdann zwischen Stahlwalzen geglättet, erlangen sie ein völlig frisches Aussehen und haben an Haltbarkeit-nur wenig eingebüßt. Das Verfahren lohnt sich. Die amerikanische Staatsbank mußte bisher jährlich ungefähr 200 Millionen Stück Banknoten aus dem Verkehr ziehen und neu drucken. Diesen Neudruck zu l1/,, Cent pro Stück gerechnet, ergibt sich die hübsche Ausgabe von mehr als zwei Millionen Dollars, d. h. über acht Millionen Mark. Dabei ist die Zeit (time is moneyl) und die Abnutzung der kostspieligen Druckmaschinen nicht mitgerechnet. Nun stellte sich heraus, daß von 100 Geldscheinen durchschnittlich 80 der „Wäsche" unterworfen werden können. Diese Reinigung kostet pro Stück nicht ganz 0,1 Cent, für 160 Millionen Stück (80 Prozent der jährlichen Einziehung) noch nicht 700 000 Mk. Zieht man den Neudruck der unbrauchbaren 20 Prozent mit in Rechnung, so ergibt sich als „Resultat der Wäsche" eine Ersparnis von überb1/, Mill. Mark. Sodalauge und heiße Luft haben also vortreffliche Dienste geleistet. * Die zwölf Apostel des Jahres 1912. Unter den alten Sitten und Gebräuchen, die sich ans der guten alten Zeit noch in unser modernes schnellebiges Zeitalter vererbt haben, ist eine der ehrwürdigsten die Fußwaschung der zwöls Apostel, die alljährlich am Gründonnerstag in der Münchener Residenz unter feierlichen Zeremonien vom Prinzregenten vorgenommen wird. Zu diesen zwölf Aposteln werden die ältesten Männer des Königreichs Bayern ausgesucht und der Prinzregent wäscht diesen alten Leuten eigenhändig die Füße. In diesem Jahre wurden zwölf Männer ausgewählt, deren Gesamtalter 1121 Jahre beträgt. Der älteste der Apostel ist der 100 Jahre alte Samer aus Saulgarn in Niederbayern, der bereits dreimal an den Fußwaschungen; teilgenommen hat. Der zweitälteste Apostel ist der Privatier Michael v. Miller aus Rothenbrnck in der Oberpfalz; er ist 98 Jahre alt. Der jüngste der Apostel, der Austräger Johanns Ebner aus Wallersdorf in Niederbayern ist 92 Jahre alt. Die Apostel überragen daher alle den greifen Prinzregenten, der am 12. März seinen 91. Geburtstag feierte, an Älter. Außer deck Aposteln werden noch zwölf arme Mädchen ausgesucht, die sogenannten Sklavenmädchen, die am Gründonnerstag vom Hof neu eingekleidet und mit Geld beschenkt werden. ScherzrcMel. Feist noch war ich, als ich lag und schlief . Als ich aufgeschencht ins Weite lief: Meines Leibes volle Formen schwanden; Bin nun dünn, doch überall vorhanden, Bin am Ausgangspunkt und auch am Ziel. Klingt das nicht ivie spukhaft Zauberspiel? Auslösung in nächster Nummer. Auslösung des Kreuzvätsels in voriger Nummer: 8 8 8 etc h r h Schwalben Stradella Sohle sien b 1 i e 1 e n a n Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, ©feien.