en h&nbae# <1 ci~£ TOaTil UKM^K !L MMS WchZ 2® kU Somnikrleutnants. Roman von Walter Bloenu Copyright 1910 by Orethlein & Co. (Nachdruck verboten.! (Fortsetzung.) Am 17. August, am Vorabend des Tages von Grave-- lotte, wurde das Regiment aus der Stimmung der' Festvorbereitung durch eine plötzliche Trauerkunde gerissen: Seine Durchlaucht der Erbprinz von Nässau-Dillingen, der 'Kommandeur des rheinischen Armeekorps, war nach kurzer Krankheit in Koblenz gestorben. Wenige Stunden nach Ankunft der Trauernachricht kam auch bereits die Allerhöchste Kabinettsorder, nach welcher die Offiziere des Armeekorps auf vierzehn Tage Trauer anzulegen Hutten. In dieser Zeit eine große Feierlichkeit mit Musik und Tanz zu begehen, das wäre nicht schicklich erschienen. Und so mußte das lange vorbereitete Regimentsfest bis zu einem andern großen nationalen Gedenktage, dem Tage von Sedan, aufgeschoben werden. Dieser Tag hätte sonst für das Regiment nur die allgemeine patriotische Bedeutung, nicht die spezielle eines Ruhmestages: denn das rheinische Armeekorps hatte ja bei Sedan nicht mitgefochten. In anderer Beziehung aber klappte es mit der Verlegung recht hübsch. Der 2. September siel nämlich' auf einen Sonntag. Und da am Dienstag, den 4. September, die Abfahrt ins Manövergelände im Hunsrück angesetzt war, so blieb Montag, der 3., zum Packen, und das Regimentsfest wurde so, außer einem Begrüßungsfest für die' Kvm-- mandeuse, zugleich ein Abschiedsfest. Für die aktiven Herren bedeutete das Ausrücken ins Manövergelände einen dreiwöchigen Abschied aus der Garnison. Die Offiziere des Benrlaubtenstandes würden iiberhäupt nicht mehr in die Garnison zurückkehren; sie würden sich am letzten Manövertage nach Schluß der Hebung bei der Kritik ° abmelden können und galten damit als entlassen, um von der nächsten Bahnstation aus auf dem kürzesten Wege in ihre Heimat zurückkehren zu können. — Die letzten Wochen vor dem Feste waren verhältnis- mäßig ruhig verlaufen. Martin Flamberg hatte das Bild der Frau von Brandeis vollendet, und damit ivar für ihn die Veranlassung zu seinen regelmäßigen Besuchen in der Villa Brandeis weggefallen, nachdem im Kreise der Intimen des Hauses bei einer Sektbowle „Firnistag" gefeiert worden war... Am folgenden Morgen hatte Hauptmann von Brandeis auf dem Rückmarsch von der Felddienstübuug den hinter ihm marschierenden Flamberg an die Seite seines Pferdes gewinkt und hatte mit ihm in schnellerem Tempo einige Schritte Vorsprung vor der marschierenden Kompagnie gewonnen: „Nun sagen Sie mal, lieber Flamberg, wir wollen uns ganz offen darüber aussprechen — und ich denke, Sie nehmen mir das wohl nicht übel — Sie haben mir da das ersehnte Bild meiner Frau gemalt. Und Sie wissen ja, ich bin in ganz erfreulichen Verhältnissen. Bitte, machen Sie mir jetzt Ihren Preis, und genieren Sie sich durchaus nicht, die Sätze zu berechnen, die Sie auch sonst von Ihren Auftraggebern beanspruchen." Martin Flamberg sann einen Augenblick nach. Er fand es sehr richtig und vornehm von. Herrn Brandeis, daß er es seiner, des Malers Entscheidung überließ,' wie er die Angelegenheit auffassen wolle: „Ich bitte ganz gehorsamst, Herr Hauptmann, mir gestatten zu wollen, meine Arbeit Ihrer Frau Gemahlin als bescheidenen Ausdruck meines Dankes für liebenswürdige Gastfreundschaft zu Füßen zu legen, und Ihnen, Herr Hauptmann, als gleich bescheidenen Dank für die gütige Aufnahme, die ich schon zum zweiten Male bei der Königlichen Ersten gefunden habe!" Brandeis markierte liebenswürdige Verlegenheit: „Aber lieber Flamberg, wie soll ich das nur wieder gut machen?" „Das haben Herr Hauptmann bereits vorher getan! Nur eine Bitte möchte ich mir gestatten auszusprechen, vorausgesetzt selbstverständlich die Zustimmung Ihrer verehrten Frau Gemahlin: ich möchte bitten, mir zu erlauben, das Bild im nächsten Frühjahr in Berlin auszrxi stellen!" „Na, lieber Flamberg--selbstverständlich werde ich ja den Fall mit meiner Frau besprechen müssen . . . aber ich zweifle nicht im geringsten daran . . . daß sie stolz sein wird, in solch einer meisterhaften Verkörperung . . . vor der staunenden Mitwelt paradieren zu dürfen. . ." — — „Fa, was machen wir da, Cäcilie?" fragte Brandeis daheim, nachdem er berichtet hatte. „Eigentlich ist mir die Sache ein bißchen fatal. . . das Bild ist ja ein fürstliches, ein unbezahlbares Geschenk. . . das kann ich ja eigentlich gar nicht aunehmen von dem fremden Herrn." „Da wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben!" meinte Frau Cäcilie, „jedenfalls müssen wir uns in irgend einer Form revanchieren." „Da fällt mir was ein: Flamberg ist doch verlobt und heiratet unmittelbar nach dem Manöver. Da werden wir ihm also ein schönes Hochzeitsgeschenk machen!" „Aber bitte, nicht etwa einen Wertgegenstand, der auch nur einigermaßen wie eine Bezahlung aussieht!" „Ne, selbstverständlich das nicht!" lachte der Haupt- mann, „das möchte uns auch wohl doch ein bißchen schwer fallen! — Weißt du, daß er für jedes der Bilder in der Sezession fünfzigtausend Mark bekommen hat?" „Mir fällt noch etwas anderes ein. . . selbstverständlich, das mit dem Hochzeitsgeschenk, das wird gemacht . . . 514 aber ich werde der Braut einen prachtvollen Korb Rosen schicken mit unserer Visitenkarte!" _ Der Hauptmann war einverstanden. Und Fran Cäcilre ließ ein riesiges Arrangement prachtvoller La-France-Rosen zusammenstellen. Dazu sann sie sich noch etwas anderes aus: sie ließ Flambergs Werk photographieren und fügte eines der Bilder ihrer Sendung an M|e 'Braut des Malers bei. Zu dieser Sendung schrieb sie selbst ein paar Begleitzeilen : „Mein sehr verehrtes gnädiges Fräulein, empfangen Sic hierbei das Abbild des jüngsten Meisterwerkes Ihres Herrn Bräutigams, und erlauben Sie dem Original und deni künftigen Mitbesitzer des herrlichen Werkes, Ihnen die herzlichsten Wünsche zu Ihrer demnächstigen Vereinigung auszusprechen. Ein Mann, dem wir andern alle nichts sind als der gleichgültige äußere Anstoß für sein Schaffen, nichts als eüt Motiv, ein Modell, das mau festhält mit raschem', unfehlbarem Pinsel, und das dann, ach so schnell, einem neuen Platz machen muß, nichts als ein paar bunte Farbflecke in der Außenwelt--einem solchen Mann dürfen Sie Lebensgesellin sein — Sie Glückliche. —. Empfangen Sie unsre aufrichtigsten Empfehlungen. Fritz und Cäcilie von Brandeis." Als Agathe van den Bergh diese Zeilen las, gab es ihr einen Ruck am Herzen . . . Lange, lange studierte sie die Züge der Photographie, die klare Schrift mit den festen Grundzügen und dein kapriziösen Schnörkelgerank. . . So war es nun schon die zwei Jahre hindurch gewesen: jedesmal, wenn sie ein neues Werk des Geliebten sah, hatte sie dies dumpf nagende Wehgefühl ... Es war nicht Eifersucht ... es war der unbegriffene Schmerz der reinen Mädchenseele, die empfand, daß sie dem geliebten Manne nicht alles — nicht alles war — niemals alles werden würde — ach mein, niemals mechr denn ein kleiner, kleiner Ausschnitt aus seiner Welt — Es war nicht Mißtrauen . . . nur das geheime Grauen war's des ahnenden Mädchenherzens vor den Abgründen im Leben, in der Sehnsucht, in der Vergangenheit und Gegenwart des Mannes . . . des Künstlers. Am vorletzten Samstag vor dem Ausrücken — es war der 25. August — ging Martin Flamberg auf einen viertägigen Urlaub nach Düsseldorf . . . Wie im Fluge verstrichen ihm die wenigen Stunden der Heimfahrt... Welch ein Sturm in ihm . . . welch ein Sturm der Ge- e — der Leidenschaften — der Gedanken — der Grübe- und Träume . . . Agathe hatte ihm den großen Frieden seines Lebens bringen sollen — ihn ausfüllen bis in die Tiefen seiner Seele ... Er hatte gewähnt, in ihr jene große Liehe gefunden zu haben . . . jene große Liebe, von der alle Menschen träumten. . . und die Künstler heißer und sehnsüchtiger denn alle anderen . . . und nun — Seine Besuche bei Frau Cäcilie hatten nun aufgehört, und seitdem erst war es ihm ganz bewußt geworden, was diese Besuche ihm bedeutet hatten . . . Nein wahrlich, was seitdem in seiner Seele fieberte und stürmte, das hätte wenig Aehnlichkeit mit dem großen Frieden, den er erhofft. Agathe empfing ihn am Bahnhof. Der Präsident van den Bergh begleitete seine Tochter. Martin fühlte, wie seine Braut ihn prüfend . . . angstvoll beobachtete... Er fühlte es, ohne daß er den Zusammenhang begriff; denn Agathe hatte es nicht übers Herz bringen können, auch nur ein Wort über die Sendung der fremden Dame und das seltsame Briefchen, das sie begleitet hatte, an ihren Verlobten zu berichten. . . War es so etwas wie böses Gewissen, was Martin Flamberg hellsichtig machte für die verhohlene Befangenheit seiner Erkorenen . . .? Er gab sich lebhaft. . . heiter . . . ungezwungen . . . mit fast lärmhafter Lustigkeit. . . Und dabei fühlte er doch, daß sie seine Absicht durchschaute . . . „Nun, Martin," sagte der Präsident bei der Heimfahrt, Sie haben inzwischen auch wieder eine neue Arbeit vollendet?" Der Präsident hatte sich noch heute nicht ent- fchließen können, seinem Schwiegersohn das väterliche Du -entg egenzubring en. „So, hat Agathe Ihnen erzählt — ja gewiße Papa, ich habe meine Zeit gründlich ausgenutzt," .--Eine schöne Frau! — Ich erinnere mich ihrer noch sehr gut ; . . als Backfisch Mächte sie Furore in unfern Salons' . . . aber sie muß sich inzwischen noch mächtig heraus- gemächt haben, nach Ihrem Bilde schließen." „Aber — woher wissen Sie, Papa — ?" Dunkelglühend, mit niedergeschlagenen Äugen sagte Agathe: „Die Dame hat mir einen prachtvollen Rosenstrauß geschickt . . . und eine Photographie ihres Bildes . . ." „Und davon hast du mir nichts geschrieben!?" „Ich dachte, sie hätte es dir selber gesagt." „Nein, das hat sie nicht — ich habe sie auch nicht mehr gesehen, seit das Bild fertig ist . . ." ■--Zu Hause, im ersten Augenblick des Alleinseins! warf sich Agathe mit einem leisen Stöhnen an seine Brust, sah ihm tief in die Augen: „Ach, Martin, kommst du mir so wieder, wie du gegangen bist —•, —?" „Aber Kind! — was hast du nur?!" Stumm zeigte ihm Agathc Cäciliens Bild! und Brief . . - Tief atmend überflog Martin die seltsamen Zeilen . . .■ Gott, sie sagten ihUt ja ^nichts Neues!. . . er wußte ja doch schon . . . Aber Agathe mußte beruhigt werden. . .> Wie sie vor ihm stand, da glich sie so gan^. wieder jener Gestalt, die das Faustbuch von Wilhelm F^ob en iusj in seiner Phantasie lebendig gemacht . . . ganz wie Gretchen sah sie aus, die bebenden Herzens den Geliebten fragt, ob er glaube au eine ewige Macht, die den Wandel unseres Schicksals lenkt. . . Und in einem Wirbel des Gefühls' riß! er die geliebte Gestalt in seine Arme und küßte die schweren Tränen aus seines Mädchens Augen. . . Aber während er die bebende Braut an seinem Herzen hielt, fühlte er mit Grausen, daß er einer andern denken mußte . . . immerzu . . . immerzu einer andern . . . so, wie sie ihm gegenüber gestanden hatte in der letzten Stunde zweieinsamen Beisammenseins . Das Bewußtsein, daß diese Stunde niemals wiederkommen werde, hätte beiden mit jähem Griff plötzlich die Kehle . . . das Herz umschnürt . . . Herrgott, warum' gab es Schranken in der Welt? —? Was half dem Künstler die Phantasie — die allmächtige, allerfassende, die ihn die grenzenlosen Reiche der Schönheit nur darum in all ihrer Herrlichkeit überschauen lehrte, damit das Leben selbst ihn dann immer wieder ausschlösse von denk Besitz alles dessen, was ler viel tiefer dock) als anders empfand . . . viel tiefer berstand . . . viel tiefer hätte genießen können ... Martin hatte die Zähne zusammengebissen . . . hatte das letzte Aufgebot all seiner Seelenkräfte in sich ausgerufen zu keuchendem Kampfe gegen die Versuchung, dies Weib in seine Arme zu schließen. . . das Weib des vertrauenden Mannes, des Vorgesetzten, des Kameraden . . . Und ep wußte es wohl: die Glut all dieser verschwiegenen Kämpfe hatte er seinem Werke eingehaucht... Er wußte, es war sein bestes geworden. Und hätte Agathe das nicht herausgefühlt — picht ahnend empfunden — selbst aus dem schattenhaften Abbild seines Werkes, das sie allein erst kannte?! Und warum Mußte er dieser letzten Sekunde des heißen Kampfes, des schmerzvoll bittern Sieges gedenken. . . in diesem Augenblick ... im Arme des Mädchens, das er sich zur Kameradin seines Lebens, zur Friedenbringerin seines Herzens erkoren? Sie hatte ihn nicht gebracht. . . den ersehnten Frieden . . . Ob er wohl kommen würde, wenn er sie einmal, ganz sein eigen nennen durfte? An diese Hoffnung wollte er sich! antlammern. (Fortsetzung folgt.) Der Ebrdörser Grund. (Schluß.) Kirchliche Verhältnisse. Vor der Reformation gehörte Hessen zum' Sprengel des Erz-i bischofs von Mainz: Eines der 17 Dekanate im Ärchidiakonat des Oberlahngaues wär das Dekanat Ebsdorf'. Es hatte zwanzig Kirchen und Kapellen: Ebsdorf, Hesken, Mölln, Dreihauserh Roßberg, Leidenhofen, Bortshausen, Hachborn, Wittelsberg, Bel-, tershausen, Hassenhausen, Bellnhausen, Erbenhausen, Cappel, Wer-, mertshausen, Breitenborn, Odenhänsen, Ortenhausen, Ullrichs^ Hausen und Willmersdorf. 1210 fand wegen Ebsdorf als Mutter« kirche von Hachborn mit HÄn! Kontant' St. Stephan zu Mainz M Vergleich statt 515 ' Der erftel evangelische Prediger im Ebsdörf'er Grund wurde m Hachborn angestellt, wo seit Jahrhunderten ein Kloster bestand. Tie dortigen Augustiner-Mönche kleideten sich mit langem Weißen Rock und schwarzem Gürtel. Gegründet wurde das Kloster 1470 n. Ehr. von Hartrart III. von Merenberg, der in der Nähe von Weilburg a. d. L. reich begütert war. Im 14. Jahrhundert kam dm Herrschaft Merenberg .durch eine Merenbergische Erbtochter an Johann von Nassau-Saarbrücken. Tie Aufsicht über das Kloster Hachborn führte der Abt vom Kloster Arnstein, die Oberaufsicht der Erzbischof von Mainz. Landgraf Ludwig III. (4172—1190) stellte im Jahre 1186 die Stiftungsurkunde aus; 1189 kamen Stücke Waldes durch Schenkung hinzu. Das Mönchskloster wurde 1247 in ein Nonnenkloster verwandelt, eine der ersten Vorsteherinnen war Jutta. Um 1255 brannten die Kloster- gebäude ab. Auf dem Reichstag zu Frankfurt a. M'. (1489)' machte der Landgraf Wilhelm III. den Legat des Papstes Jnnocenz VIII. tauf den lasterhaften Lebenswandel der Nonnen, auch in Hachborn, aufmerksam. , Mehrere Stifter unterschrieben 1515 ein Schrift- üuck liegen eines „Seelengerätes", das Anna von Mecklenburg, Philipps des Großmütigen Mutter, für sich gestiftet hatte. Dieses sogenannte ewige Gebet des Klosters Hachborn war in Hessen hoch- geschätzt, und viele kauften sich in dasselbe ein, um an ihrem Sterbetage in dasselbe eingeschlossen zu werden. — Mit etwa 50 anderen hessischen Klöstern wurde dasjenige zu Hachborn 1527 bon dem Landgrafen Philipp, der 1563 in Hachborn anwesend war, aufgehoben; die Gebäude erhielt die Familie von Scheuernschloß, und die Einkünfte wurden der neugegründeten Universität Marburg überwiesen. Von dem letzten Herrn von Scheuernschloß wurde das Klostergebäude verschönert. Als dann 1593 die Familie ausstarb, fiel es an den Landgrafen zurück, der das Haus Hachborn seinem Günstling Philipp Ludwig von Baumbach gab. Die fünf letzten Nonnen wurden mit Frucht Und Geld abgefunden und verließen noch 1527 das Kloster. Der Landgraf gab 1593 die Klostergüter an 24 Familien in Hachborn auf Erbleihe; 1850 gingen sie in deren freien Besitz über. Nur einige Reste des Kellers und der Umfassungsmauern zeugen von einstiger Herrl- lichkcit. 1540 wurde die Kapelle zu Mölln verkauft und 1583 der Pfarrsitz von Hachborn nach Ebsdorf verlegt. Der Pfarrer Johannes Werner widersetzte sich der Einführung des reformierten Bekenntnisses und wurde entlassen. Bis ins vorige Jahrhundert besaß die Familiü von Rau das Patronatrecht über die Pfarrei Wittelsberg. Das Kirchspiel Drei hausen wurde 1858 von Ebsdorf abgezweigt. Die kirchliche Bewegung infolge der Umwandlung von 1866 fand auch in Dreihausen Anhänger, weshalb dort und in Heskem auch Renitenten-Kapellen erbaut wurden. In der Kirche zu Hachborn sieht man noch Grabdenkmäler des Johann von Scheuernschloß, seiner Gemahlin und drei vor ihm verstorbenen Kinder. Tie Kirche zu Ebsdorf, mit Mauern aus romanischer Zeit, ist einschiffig; Südpforte und Chorschluß sind im 16. Jahrhundert erbaut. 1844 wurde die romanische Kirche in Wittelsberg errichtet, und im vorigen Jahre die zu Drcihausen wiederhergestellt. Diejenige von Heskem hat einen vierseitigen, massiven Turm mit einer Uhr. Zum Kirchspiel Hassenhausen gehört seit einigen Jahren außer Bellnhausen noch Sich erts^- hausen, das nach Treis a. d. L. eingepsarrt wär. WermertÄ- häusen gehört zum Kirchspiel Winnen. Seit 1904 ist Ebsdorf Sitz einer Schwesternstation, die seit 1907 ein eigenes Heim besitzt. In demselben wurde auch, eine Kleinkinderschule eingerichtet, weshalb es die Inschrift trägt: Lasset die Kindlein zu mir kommen. RechtspsflegÄ. Zur Zeit des Götterglaubens, ja selbst noch im christlichen Mittelalter, hatte jeder Bezirk, auch der kleinste, sein eigenes Volksgericht. Tie erfte Gerichtsbarkeit im Ebsdörfer Grunde mag, wenn nicht die jedenfalls schon früher bedeutsame Gegend von Roßberg in Betracht kommt, von den Königlichen Beamten des Königshofes zu Ebsdorf ausgeübt worden sein. Die Schirmvogtei des Klosters Hachborn ging 1189 an Mainz Mer. Zur Zeit des deutschen Königs Otto II. (973—983) wohnte an der oberen Edder der Gras Thimo von Battenberg. Thankmar (um 1000) und Richmond (um 1020) behaupteten und erweiterten die battenbergische Gerichtsbarkeit bis nach Ebsdorf. Thankmar dehnte seine Herrschaft über Wermertshausen aus; und unter Wchmond kam auch Leidenhofen hinzu. Mainz übertrug um 1370 durch das Kapitel zu Amöneburg die Vogtei zu Ebsdorf nebst anderen alten Lehen in Hessen den hessischen Landgrafen. Mit dem Städtchen Mendorf a. d. Lda. und der sogen. Londorser Mark bildete dann ein Teil des Ebsdörfer Grundes -eine besondere Gerichtsbarkeit. Diese Herrschaft gehörte den Herren von Nordeck, deren Stammherr Thimo um 1080 lebte. Einst hätte R o ß b e r g seinen Torfspieß; man sand diese Hellebarde an dem dem Eingang der Röderburg gegenüber gelegenen Teil des Walles. Um 1670 Mußte sich der Lehrer Johannes Engel zu Ebsdorf wegen Hexerei (!) verantworten. Won 1249 bis 1802 besaß Hessen als Mainzisches Lehen das Gericht Ebsdorf, dessen Hauptort Ebsdorf war. Zn diesem Gericht gehörten außerdem noch folgende Orte: Hachborn, Erbenhausen, Hassenhausen, Ilschhausen, Heskem, Mölln, Leidenhofen, Treihausen und Roßberg. Tie Gerichtspersonen saßen auf großen Stühlen um den Tisch in der Ratsstube. Sie erschienen zu den Sitzungen in ihrem Kirchenanzuge, dem blauen Rock mit langen Schoßen, stehendem Kragen sowie einer Reihe von Knöpfen und cem dreieckigen Hut, dem sogen. Dreimaster. Noch steht die Ge- richtslinde, unter der früher Gerichts-Versammlungen abgehalten wurden. Nach Anschauung unserer heidnischen Vorfahren hielten auch die Heiden unter der Esche Uggdrasil Gericht. . 2luch in Wittelsberg war ein herrschaftliches Torfgericht; hier ließen gleichfalls die hessischen Landgrafen Recht sprechen. Zu diesem Gericht, das später zum Frauenberg geschlagen und deshalb auch Gericht Frauenberg genannt wurde, gehörten noch 4>w Orte Moischt, Beltershausen und Bortshausen. Es war oft an Adelige, die Herren von Rau, an Hermann von Truffurt, der 1374 von der Burg zu Frankenberg vertrieben wurde, u. a. verpfändet. Tie Sitzungen des Schultheißen und der GerichtI- schöffen fanden im Rathause zu Wittelsberg statt, das 1870 durch ein anderes ersetzt wurde. Bis zum Jahre 1866 gehörte ein großer Teil des Ebsdörser Grundes zum Justizamt Treis! a. d. L. Heute sind die Orte von Hachborn bis Sichertshausen denr Amtsgerichtsbezirk Fronhausen zugeteilt: Tie übrigen zählen nach Marburg. —r. Lex parsifal. Gegen das deutsche .Urheberrechtsgesetz wird wieder einmal ein Ansturm unternommen, der es, wenn er gelänge, zum Urheber- unrechtsgesetz herabdrücken müßte. Wohl alle Musikzeitungen haben dem Bayreuther Parsifal-Monopol bereits ihre Spalten geöffnet und Meinungen entgegengenommen, aber nur wenige haben redaktionell dazu Stellung genommen. Sie überließen bisher die Verantwortung ihren gelegentlichen Mitarbeitern, weil sie, wohl aus geschäftlichen Gründen, gern über den Parteien stehen wollen. Auch Tageszeitungen behandelten bereits diese Materie, bei ihnen tritt aber in der Mehrheit das Motto hervor:! Jedes Kunstwerk muß frei werden; eine 30jährige Schutzfrist nach dem Tode ist lang genug. Eine begrenzte Schutzfrist hat ja eigentlich mit dem Bayreuther Monopol gar nichts zu tun, da die Parsifal-Schutzmannschaft dieses Monopol ohne Zeitbegrenzung bis ans Ende aller Dinge anstrebt. Aber der Pferdefuß, der immer noch nicht gestillte Hunger nach der 50jährigen Schutzfrist, lugt, wenn auch vorläufig noch undeutlich, daraus hervor. Das Monopol soll wieder den ersten Keil bilden, der das kürzlich erst gefestigte Gefüge lockern soll; das Nachstürzen wird dann spater von den Maulwürfen besorgt werden. Im Börsenblatt Nr. 179 hat die Redaktion bereits kräftig und deutlich^ ihre Stellungnahme bekundet und damit klar ausgesprochen, daß der Buchhandel gegen jedes Ausnahmegesetz und jede Gesetzesänderung ist. Ich habe in „Musikhandel und Musikpflcge", dem Organ des Deutschen Musikalienhändler-Vereins, lediglich für meine Person, einen Punkt herausgegriffen, den ich für ausschlaggebend halte und der, wie mir bekannt, in andere Blatter übergegangen und auch in der bereits erwähnten Nr. 179 des Börsenblatts veröffentlicht worden ist. Der Kernpunkt meiner kurzen Ausführungen war: Ein Parsifal-Monopol, das doch nur für Deutschland dekretiert werden kann, schließt, mit Ausnahme einiger Wohlhabenden, alle übrigen Deutschen aus, während jeder Ausländer in seinem Lande den Parsifal für ein geringes Eintrittsgeld kennen lernen und genießen kann. Die verehrliche Redaktion des' Börsenblatts hat sich nun aber, wie sich jeder Leser überzeugen kann, nicht so ganz berauscht an meiner Entdeckung, sie hält diese für p r a k t i s ch nicht bedeutsam, da nach ihrer Meinung die ganze Angelegenheit zwecklos im Sande verlaufen wird. Ich bin, in diesen: Ausnahmefalle, aber ganz anderer Ansicht, trotzdem ich wünschte, mich im Irrtum zu befinden. Tie Kreise, in denen der Ansturm vorbereitet ist, sind zwar nicht groß, aber einflußreich, ein kleiner freiwilliger und ein größerer durch die Verhältnisse gezwungener Anhang werden sich ihnen anschließen. Sind doch jetzt schon aus Verlegerkreisen, die sich dabei in ihr eigenes Fleisch schneiden, die Werbungen erfolgreich gewesen. Es ist zweifellos, daß, wenn im 'Deutschen Reich der Parsifal nur in Bayreuth bargetoten werden kann, int Auslande aber überall unbeschränkt, der größte Teil des händlerischen Vorteils ins Ausland abwandert. Nur Werke, die dem großen Publikum durch öfteres Hören an für seine, Kasse erreichbaren Plätzen bekannt- gemacht werden, bilden sich zu nutzbringenden Artikeln des Verlegers und Sortimenters aus. Ein deutsches Parsifal-Monopol hieße den gesamten deutschen Musikhandel ausschließen. Aber ganz abgesehen von dem geschäftlichen Standpunkt, den ich hier nur andeute, muß der ideale besonders betont werden. Wieder will man, wie bei dem Anstreben der erweiterten Schutzfrist, zw gunsten eines Häufleins einer ganzen Nation ein deutsches Kunstwerk vorenthalten. Und das Häuflein ist wirklich ein ganz kleines; selbst bemittelte Leute klopfen oft in Bayreuth ohne Erfolg an. Schon seit Jahren besteht das Gros der dortigen Besucher aus Ausländern, der Reichsdeutsche bemüht sich oft vergebens nach Eintrittskarten. Darum heißt es die Augen offenhalten, die Gegner nicht unterschätzen; Artikel wie der der Vossischen Zeitung (s. BW« Nr. 179) müßten weiteste Verbreitung finden. Nicht mit Kompromissen darf man hier kommen, sondern scharf muß man W- Kreisen, um die Begehrlichkeit abzuiveisen. Was nützen Bei solchem Ungeheuerlichen Verlangen, ein Kunstwerk der eigenen Nation vor- KNenthalten, unausführbare Kompromißvorschläge? Der eine wünscht, die Theaterdirektoren sollen sich verpflichten, dieses oder jenes nicht zu tun; ein anderer will den Parsifal zwar frei Haben, aLer nur für die Kirche; ein Dritter erlaubt die Ausführungen nach der Saison, aber nur, wenn ganz besonders vorbereitet, usw. Die angeblichen Gründe, die das Verlangen nach dem Monopol hervorgerusen haben, sind ebenso banal, wie abgebraucht. Soweit mir bekannt, sind es nur zwei: Der Meister hat diesen Wunsch geäußert. Und eine wirklich vollendete und weihevolle Ausführung kann nur Bayreuth bieten. Wie oft wurde darauf schon Angewiesen, daß für Wagner, als er den Wunsch aussprach, ganz andere künstlerische Verhältnisse Vorlagen, als zurzeit! Bayreuth hat Schule gemacht, das bestreitet heute kein rechtlich Denkender, aber diese Schule hat bereits ihre Früchte getragen. Ganz abgesehen davon, daß der Parsifal durchaus nicht das bedeutendste und vor allen Dingen nicht das am schwersten ausführbare Werk des Meisters ist, was in Musikerkreisen wiederholt betont wurde, wird es nach wie vor keine minderwertige Bühne wagen, ein Wagner-Drama zu verhunzen, da es ihr dazu vor allen Dingen an einem geeigneten Orchester und ausreichendem Personal fehlt. Aber an wirklichen Kimststätten haben wir doch in Deutschland zurzeit tatsächlich keinen Mangel. Sie können den Parsifal nach 1913 ohne jedes Bedenken ihrem Spielplan einverleiben und int ©inne des Meisters, wenn auch nicht immer mit vollem Gelingen, so doch nach dem Höchsten strebend, zu Gehör bringen. In Bayreuth ist auch nicht alles eitel Gold gewesen, was zutage gefördert worden ist; unabhängige Stimmen haben bei den Festspielen oft recht erhebliche Ausstellungen zu machen gehabt, die sie mit unbestrittenen Beweisen belegten. Selbst in diesem Jahre ist manche Ungleichheit übel bemerkt worden. Das ist eben unvermeidlich. Weshalb man aber wieder Van Dijk mit der Rolle des Parsifal betraut hat, ist direkt unverständlich. Der Künstler ist 1861 geboren, also 51 Jahre alt, und seine Stimme erinnert heute nur schwach an den einstigen Glanz. Sein Spiel ist heute noch wie ehemals bedeutend, aber die stark gerundeten Formen seiner Gestalt zeigen zu kraß die Spuren liebevollster Pflege seines eigenen Jchs. Mag er 1886, also vor 26 Jahren, als er zuerst die Rolle des Parsifal übernahm, bezaubernd gewesen sein, in diesem Jahre hat er es nicht mehr vermocht, den jungen reinen Toren auch beit überzeugtesten Bay reu tz Schwärmern glaubhaft zu machen. Mit Ausnahme ganz blinder Verehrer sind alla sehr entzaubert gewesen. Solche Verstöße gegen die elementarstem Regieregeln würde sich niemals eine andere Bühne ungestraft erlauben dürfen. Wir haben jetzt schon Parsifal-Aufführungen in Amerika zu verzeichnen, hie von Sachverständigen höher eingeschätzt wurden, als die besten Bayreuther. Es kommt dann noch hinzu, daß von durchaus zuverlässiger Seite darauf hin- gewiesen worden ist, Parsifal fei gar nicht das begehrteste Bühneu- werk Wagners; Besteller auf Karten zu dem vier Abende umfassenden Ring der Nibelungen wurden abgewiesen, ihnen aber Bewilligung zugesagt, wenn sie noch eine Parsifal-Aufführung mit in den Kauf nähmen. Wenn also die Bayreuther Schutztruppe weiter feine Gründe als die von mir angeführten ins Feld führen kann, dann könnte freilich die Redaktion des Börsenblatts mit ihrem Sturm im Wasserglas recht haben. Dann würde es auch nicht viel nützen, wenn der Vorschlag eines ebenso eifrigen tote naiven Monopol- Vertreters zur Tat würde, die Reichstagsmitglieder mit Freibilletts (und Reisekosten?) für die Bayreuther Bestrebungen zu gewinnen. Die Herren vom Reichstag gehören in musikalischer Beziehung wohl ausnahmslos, ohne ihre politische Farbe hier verwischen zu wollen, zur Fraktion Wilhelm Busch mit dem Leitmotiv: „Musik wird ost nicht schön gefunden. Weil sie stets mit Geräusch verbunden." Ernst Challier 8su.-Gießen. i, Börsenbl. f, d. Ttschn. Buchhandel.. Vermischter. * WaZ ist Beha'ismus? Unter Bern ungewöhnlich klingenden Worte Behäismus verbirgt sich eine neue Religion, die gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts von einem Perser Begründet wurde und über die man in Europa bisher nur wenig erfahren hat, wenngleich dieser Glaube in Asien heute bereits einige Millionen Anhänger zählt und auch in den Vereinigten Staaten mehrere Tausend. Die American Review gibt einige interessante Angaben über die Entstehung dieser neuen Religion. Ihr Begründer war ber 1892 in Akka verstorbene Perser Mirza Hussein Ali, der auch Beha Ullah genannt mürbe; heute ist das Oberhaupt dieser utertiüürbigen Religionsgemeinschaft der Sohn Beha Ullahs, Abbas Essendi, der kürzlich die Vereinigten Staaten besucht hat. Das Grundöogina des Behäisntus ist die ^llleinheit Gottes: alle Dinge und Wesen gehen aus Gott hervor. Die Menschen verntögen die in ihnen tvohnende „ewige göttliche Essenz nicht zu erkennen und daher erscheinen von Zeit zu Zeit immer wieder große Propheten auf der Erde. In diesent Sinne zählt der Behäismus Abraham, Moses, Jesus und Mohamed zu den großen Propheten, die der Menschheit Gottes Willen offenbaren. Ter Behäismus verwirft die Sklaverei, den Genuß von Wein, Likören und Opium, läßt die Scheidung zu und gestattet auch eine beschränkte Form ber Polygamie: der Behatst darf zwei Frauen haben. Neun Mal am Tage müssen alle Gläubigen beten und sich dabei zu Boden werfen; das Antlitz ist dabei in ber Richtung nach Akka gewanbt, ber heiligen Stadt des BehalsmuS. Die Gläubigen Haden einen eigenen Kalender, der in 19 Monate von je 19 Tagen zerfällt und durch fünf Tage ergänzt wird, die großen religiösen Festlichkeiten geweiht bleiben. Die 19 Tage darf der Behälft fasten: das ist die einzige asketische Regung, die zugelassen ist. Der Krieg wird verworfen, der Staat anerkannt, soweit er Glaubensfreiheit gewährt. Interessant ist die Bestimmung, die gemeinsame Andacht und Gebete verbietet. Tas Betteln gilt als schwere Sünde. Tas heilige Buch des Behäismus ist ber von Beha geschaffene Kitab-i-Akbas. * Zuviel verlangt. Hausfrau: „Liese, ich habe gestern gesehen, daß Sie auch einen Schatz haben. Was ist denn Jhtz Zukünftiger?" — Liese: „Jotte doch, Madame, bet kann ick doch pich wissen — mein Jetziger is Droschkenkutscher!" Vie Zimmerpflanzen und ihre pflege. Woche vom 20. bis 26. August. Mit Beginn der kälteren Jahreszeit fängt man an, nach uni» nach die etwa ausgepflanzt gewesenen Gewächse wieder einzutopfen. Je eher man dies tut, um so besser ertragen sie den späteren Umzug in die Wohnstube. So z. B. die Januar-Stecklinge besü roten Salbei, die im Winter blühen sollen; auch Myrten, Libonien, Ophiopogou usw. Nach dem Einpflanzen hält man sie einige Tage schattig unb geschützt im Freien. Um bei Azaleen frühe Winterblüte zu erreichen, muß man frühblühende Sorten zum Antreiben wählen, z. B. „Helene Telemann", „Alba magnifica", „Deutsche Perle" u. viele andere; sonst gibt es Blattriebe statt der Knospen. Spätere Sorten sind ®. B. „Kaiserin von Indien", „Pluto", „von Kutsinsky" u. a. Die Zwiebeln der Vogelmilch (Euconius oder Ornitho- galon) pflanzt man jetzt ein: zirka 3 Zentimeter tief unter die Erde in 12 Zentimeter-Töpfe mit lockerer Lehmerde; bis zum Frost ins Freie, ziemlich trocken. Bei den sommerblühenden Hortensien (Hydrangea opu- lodes) schneidet man die abgeblühten Triebe bis auf 2—4 Augen zurück; auch verpflanzt man die Hortensien jetzt — doch kann man dies auch im Vorfrühling tun — und lockert dabei den Wurzelballen. Erdmischung: Moorerbe mit Laub- unb Misterbe, dazu Lehm unb reiner Sand; und guter Wasserabzug durch starke Schcr- ben-Einlage! Lorbeerbäume (Laurus) und Kirschlorbeer (Cera- sus) werden in etwa gewünschte Form geschnitten. Auch macht man von ihnen jetzt Ableger. T r e i b r o s e n für die Winterblüte werden trocken gehalten unb, gegen Regen geschützt, draußen belassen bis zum Eintritt stärkerer Fröste (Töpfe umlegen). Tie Aussaat ber Primula obeoniea wirb jetzt ausgeführt (scmbige Heibe- ober Lauberde, dünn sähen, bald verstopfen und später einzeln in Töpfe: Heide- ober Lauberbe mit Saub, Misterde und etwas Lehmerbe). Sie blühen, wenn lauwarm, hell unb gleichmäßig feucht überwintert, bas ganze sol- genbe Jahr hindurch. Um sie nicht überwintern zu müssen/ säht man sie auch wohl im Februar. Immer müssen sie halb- schattig und luftig gehalten werden.^ Primula chinensis säht man besser im Frühling; auch bedarf diese letztere nicht eben- sovieler Wärme wie chronica. Falls man Raum hat, sie zu überwintern (Heller Keller, sehr geschützter Balkon), so säe man noch Stiefmütterchen unb Vergißmeinnicht aus, die die Balkonkästen im Frühling aufs schönste zieren. Skat-Ausgabe. Vorhand spielt getrieben Treff-Solo mit folgender Karte» + + *+* * * ~ Wie müssen die Karten sitzen, damit Vorhand das Spiel mit Schneider ober Schwarz gewinnt unb auch Hinterhand ihr beabsichtigtes Solo trotz der vielen hohen Trümpfe in ber Hcmb eines Gegners gewonnen hätte? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer jj Liebe In a ch t blind. Redaktion : I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck unb Verlag ber Brühl'schen Universitäts-Buch- unb Steindruckerei, R. Lange, Gießen,