Donnerstag, den A Zuli MU iilhL^ÄÄ^ MM 9 Qä MMÄWWW W j I Sie üoir Gründingen. Roman von Freiherr von Schlichte (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Sie hntte sich mit dem Baron Verlobt, vielleicht aus einem Gefühl warmer Freundschaft heraus, vielleicht auf Wrängen der Eltern. Sie hatte sich mit einem anderen verlobt, während sie ihren Sohn noch liebte. Wie war es nur möglich, daß sie uicht gleich darauf gekommen war? Das erklärte ja alles! Die Scheu und die Verlegenheit, mit der sie den Eltern ihres Hans gegenübertrat, die warme Freundschaft, die sie gleich für, Alexa, _ seine Schwester, empfand, die Zurückhaltung, bte sie hier im Haus, in dem sie sich in kühnen Träumen vielleicht sogar selbst als Tochter gesehen haben mochte, zur Schau trug. „Ich werde Hans morgen sehr energisch schreiben und ihm erklären, daß er bitter unrecht tut, so in der Welt herumzuflirten! Das ist seines Namens unwürdig; er kann da ein Unheil anrichten, das er vielleicht eines Tages vor seinem eigenen Gewissen nicht verantworten kann!" Claire tat ihr aufrichtig leid. Für die Mutter war es ganz selbstverständlich, daß Claire ihren Hans leidenschaftlich geliebt hatte; denn nach ihrer Meinung konnte niemand ihrem Sohne begegnen, ohne sofort sein Herz an ihn zu verlieren. Und daß es Claire ebenso ergangen war, machte ihr das hübsche jnnge Mädchen noch sympathischer, und sie empfand aufrichtiges Mitleid mit ihr. „Ich muß als Mutter an ihr gutznmachen versuchen, was Hans, wenn auch unbeabsichtigt, an ihr sündigte! Die Schuld hat er aber doch in erster Linie; denn daß (edes junge Mädchen den Wunsch und den Ehrgeiz hat, ferne Frau zu werden, ist selbstverständlich. Hans muß in Zukunft viel vorsichtiger werden, sonst sagt er vielleicht einmal irgend ein unüberlegtes Wort, bei dem ein anderes junges Mädchen, das weniger vornehm denkt, als diese schöne Claire, ihn leicht festhalten kann! Und dann wäre der Eklat fertig." , Und zu dem Mitleid Und der Teilnahme, dre sre dem schönen Mädchen entgegenbrachte, gesellte sich auch noch das Gefühl der Dankbarkeit, daß sie freiwillig auf Hans verzichtet, daß sie von selbst jeden Gedanken, ihn für immer zu gewinnen, aufgegeben und dadurch ihm und den Seinen große Unannehmlichkeiten erspart hattet-- So zog Tie denn plötzlich Claire an sich-und küßte fte — nicht, wie sie sonst zu küssen pflegte, auf die Stirn, sondern auf den Mund-. Und sie nahm sich vor, noch am Abend vor dem Schlafengehen sehr ernsthaft mit ihrem Mann über Hans zu sprechen. „ m , Aber der war heute zu keinem ernsten Gespräch aufgelegt. Er hatte in seiner übermütigen Stimmung dem Champagner reichlich zugesprochen und ein, vielleicht auch zwei Glas zuviel getrunken. „9(6er Eduard, wie kann man nur," schalt die Gräfin. „Ja, Konstanze, wie kann man nur?" fragte er zuruck. „Aber eins will ich dir unter dem Siegel der Berschwiegen- heit anvertrauen: man kann noch ganz andere Dinge, —! wenn man nur will." Das klang so geheimnisvoll, daß sie ganz uberrafcht aufsah : „Was willst du damit sagen?" „Ich? Sagen?" rief er erschrocken. „Ich sage gar nichts! Das habe ich dem Baron versprochen." . „Was hast du ihm versprochen?" Sie hatte keine Ahnung, um was es sich handelte; aber sie erriet natürlich gleich, daß die beiden Herren ein Geheimnis zusammen hatten. Der Graf wurde plötzlich wieder nüchtern: „Was ich ihm versprach? Gar nichts. Warum sollte ich ihm auch wohl was versprochen haben?" Die Gräfin trat näher auf ihn zu und sah ihm fest in die Augen: „Eduard, lüge nicht, das ist deiner unwürdig." Er knickte förmlich in sich zusammen, dann aber richtete er sich um so stolzer auf: „Ich bin mein freier Herr — ich kann lügen, wenn ich will — ich kann nicht lügen, wenn ich nicht will —." „Du irrst," sagte sie stolz, „lügen darf mau nie! Für jede Sünde gibt es ein Verzeihen, aber für das Lügen nicht! Also gestehe offen: um was handelt es sich?" „Ich werd' mich hüten!" dachte er. „Gelogen habe ich ja doch schon, Verzeihung gibt es dafür nicht, da schweig' ich lieber, und ich muß ja auch schweigen, ich hab's dem Baron versprochen." „Du siehst Gespenster, Konstanze, wo keine sind," sagte er endlich. „Hinter einer harmlosen Bemerkung witterst du Verrat, das ist deiner unwürdig." Er war sehr glücklich über diese Wendung. 9lber leider verfehlte sie ihre Wirkung. Sie knickte nicht zusammen wie vorhin er, sondern .hob den Kopf noch höher: „Eine Gräfin tut nichts, was ihrer unwürdig ist, merke dir das, Eduard." , . Wenn sie so zu ihm sprach, Mußte er immer an feine Dienstzeit zurückdenken. Er sah- sich als junger Leutnant auf dem Kasernenhof einem hohen Vorgesetzten gegenüber, und er glaubte dann stets den Schlußrefrain einer langen Strafrede zu hören, der da immer lautete: „Bitte, merken ■ Sie sich das, Herr Leutnant." „Gute Nacht, Eduard." Sie hielt es unter ihrer Würde, heute abend noch langer mit ihrem Gatten zu sprechen. „Gute Nacht, Konstanze." Er war froh, so billig davongekommen zu sein, und vor allen Dingen sein Geheimnis auch, in dieser ehelichen Zwiesprache gewahrt zu habeu! 442 Mer das wenige, das' er verraten, beunruhigte die Gräfin mehr als er ahnte. Wenn sich ihr Verdacht auch noch nach keiner bestimmten Richtung hin erstreckte, so sah sie aus den Worten ihres Mannes doch, daß irgendwo Irgend etwas nicht stimmte, daß ihr Mann mit dem Baron ein Geheimnis hatte, daß er zum Schweigen verpflichtet war! ' Das ging aber unter keinen Umständen! Sie mußte hinter dieses Geheimnis kommen! In erster Linie war es natürlich ihre Neugierde, die sie dazu trieb, alles erfahren zu wollen. Aber vor sich selbst nannte sie es anders: Stellung als Hausfrau — Würde der Mutter — Beschützerin der Braut — aus all diesen Tugenden heraus mußte sie erfahren, was los war. Und je länger sie sich ruhelos in ihren Kissen hin und her warf, je mehr sie sich über die regelmäßigen Atemzüge ihres Eduard ärgerte, die' durch die nur angelehnte Tür des Nebenzimmers zu ihr drangen, je länger sie sich vergebens ihr Gehirn zermarterte, worauf sich die Worte ihres Mannes — „man kann noch ganz andere Dinge, wenn man will!" — bezogen, um so fester stand ihr Entschluß, alles zu ergründen. Aber tot e sollte sie das erreichen? Ihr Mann schwieg, wohl weniger, weil er dem Baron sein Wort gegeben hatte, als aus Furcht, sie zu erzürnen. Und der Baron sah nicht danach aus, als ob er sich ein Geheimnis entreißen ließe. Mit diplomatischer Schlauheit war bei dem nicht viel anzufangen; es gab nur ein Mittel, so ziemlich das älteste von allen. Aber da es sich schon millionenfach bewährt hatte, warum sollte es da nicht auch dieses Mal helfen? So ließ sie denn am nächsten Vormittag den Baron in einer dringenden Angelegenheit zu sich bitten. Wenig später erschien dieser. Ritterlich küßte er ihr die Hand: „Sie wünschen mich zu sprechen, Frau Gräfin? Ich stehe ganz zu Ihren Diensten." Sie bat ihn, ihr gegenüber Platz zu nehmen, Und fah ihn dann lange prüfend an. Würde auch er auf den alten Trick hineinfallen, der schon gewiegte Diplomaten zum Sprechen gebracht hatte? — Auf jeden Fall mußte es probiert werden, und so sagte sie denn: ' , „Herr Baron — ich weiß alles." Aber wenn sie geglaubt hatte, der Baron würde ganz erschrocken zusammenfahren und sie verwirrt ansehen, dann irrte sie sich. So schlau sie es auch nach ihrer Meinung angefangen hatte, — der Baron war doch noch schlauer. Der hatte diesen Augenblick erwartet; er hatte es schon gestern abend befürchtet, daß der Graf in seiner Sektlaune irgend welche Anspielungen machen und dadurch die Neugierde der Gräfin erwecken würde! Vielleicht war ihr auch wirklich das eine oder andere verdächtig vorgekommen — genug: er hatte geahnt, daß die Gräfin ihn holen lassen würde, und er hätte darauf geschworen, daß sie ihn mit den Worten begrüßte: ich weiß alles! Und deshalb machten ihre Worte auf ihn auch nicht den allerleisesten Eindruck. Wenn sie wirklich alles wußte, dann würde sie ihm nicht so ruhig gegenübersitzen! „Ich weiß alles, Herr Baron," wiederholte sie noch einmal. „Ich kenne das Geheimnis, das Sie mit meinem Mann haben. Er gab Ihnen zwar sein Wort, zu schweigen, und das hat er natürlich auch gehalten, — aber aus seinen Aeußerungen habe ich doch alles erraten." Auch darauf fiel der Baron nicht hinein. Wenn die Gräfin wirklich etwas wußte, dann würde sie ganz anders zu ihm sprechen! Aber trotzdem: wenn sie selbst so tat, als sei sie in alles eingeweiht, dann konnte er ja ruhig darauf eingehen, dann brauchte er selbst ja kein Geständnis abzulegen, und wenn sie dann später schalt, dann konnte er sagen: „Aber Frau Gräfin, das haben Sie doch schon alles gestern abend gewußt — warum regen Sie sich denn erst jetzt darüber auf?" So sagte er denn: „Wenn Sie denn doch alles mit -Ihrem Scharfblick erraten haben, so hat es keinen Zweck, weiter zu leugnen. Und deshalb gestehe ich es Ihnen 'offen ein: was Sie wissen, ist die Wahrheit." In Wirklichkeit wußte sie gar nichts. Aber sie wollte es gerne wissen! Wie fing sie das nur an?! >,Jch bewundere Ihren scharfen Verstand, Fräu Gräfin, Und fast noch mehr Ihre große Herzensgüte." Wenn sie nur eine Ahnung gehabt hätte, wo rau? sich das bezog! „Es hat noch nie ein Mensch vergebens an mein Herz appelliert — Gutes zu tun in Worten unb Werken, Liebe und Verständnis für alles zu zeigen, hielt ich von jeher für meine vornehmste Aufgabe —." Er küßte ihr von neuem die Hand: „Ich danke Ihnen, Frau Gräfin." So kam sie nicht von der Stelle, das sah sie ein. So richtete sie sich denn jetzt in ihrem Stuhl hoch auf: „Kommen wir bitte zur Sache." „Gewiß, kommen wir zur Sache, das ist auch mir sehr lieb." Die Gräfin spielte nervös mit ihrem Taschentuch —i der Baron war ja verschlossener und verschwiegener als ein Grab — — der hätte Diplomat werden müssen. Eine Zeitlang herrschte tiefstes Schweigen. Dann fragte die Gräfin mit beinahe zärtlicher Stimme: „Und haben Sie mir gar nichts anzuvertranen, Herr Baron?" „Nichts, Frau Gräfin, nichts, — wenigstens nichts, das Sie nicht schon wüßten." So ernsthaft saß er ihr gegenüber — spielte er mit ihr, oder war das sein wahres Wesen, das er zur Schau trug? Sie wurde nicht klug aus ihm. Der Baron amüsierte sich köstlich über die Verlegenheit, die ans ihren Zügen sprach, dann sagte er sich: auf diese Weise kommen wir nicht weiter; nun werde i ch einmal die Zügel der Staatsregierung in die Hand nehmen, dann wollen wir mal sehen, was dabei herauskommt! So begann er denn: „Und darf ich fragen, Frau Gräfin, wie Sie die Mitteilungen Ihres Herrn Gemahls anf- faßten? Daß Sie im ersten Augenblick überrascht waren, kann ich mir natürlich denken. Aber: offen und ehrlich gestanden, Frau Gräfin, — bei aller Hochschätznng und Anerkennung Ihres Scharfblickes — das hatten Sie denn doch nicht vermutet?" Ein stolzes Lächeln umspielte ihren Mund: „Doch, Herr Baron! Ich habe es gewußt — ich habe es kommen sehen, und die Worte meines Mannes bewiesen mir nur, daß ich abermals mit meinen Vermutungen recht hatte. So schlau auch alles ausgedacht war — mich täuschten die Herren doch nicht." „Das hätte ich denn doch nicht gedacht, Fran Gräfin," sagte er anscheinend voll ehrlichen Staunens, „aber noch mehr bewundere ich Ihre Ruhe, mit der Sie trotz alledem diese Neuigkeit aufnahmen." „Ich war doch darauf vorbereitet, Baron, ich hatte doch Zeit, mich darein zu finden. Leicht wurde es mir natürlich nicht; aber wenn es sein muß, und es geht ja anscheinend nicht anders, dann muß 'ich mich eben darein fügen." „Ich beneide Sie, Frau Gräfin, um diese abgeklärte Ruhe des Stoikers, die aus Ihrer Musterung spricht! Wie dem aber auch immer sei — auf jeden Fall hat Ihr Herr Gemahl Ihnen dadurch doch eine große Freude bereitet?" „Eine große Freude, Herr Baron; er ist ja die Güte selbst," sagte sie warm. „AVer, um auf die Sache selbst zurückzukommen (Fortsetzung folgt.) Die Reformation und Gegenreformation in Herbstein und den ehemals lau-gräflichen und ritterschastlichen Orten der östlichen und südöstlichen vogelsvergr. Bon Pfarrer Zinn in Herbstein. (Schluß.) 12. Die weiteren Schicksale der Evangelischen im östlichen Vogelsberg während der zweiten Hälfte des dreißigjährigen Krieges. Bei der Besitzergreifung hont Stift Fulda durch den evangelischen Landgrafen Wilhelm von Hessen-Kassel hat es Niemand im Stift anders erwartet, als daß dieser evangelische Fürst nach damaliger Änschaimng und Rechtslage von demselben landesherrlichen Reformationsrechte (ins reformandi) Gebrauch machen würde, von dem die katholischen Landesherrn seither überall Gebrauch gemacht hatten, wo sie die Wacht dazu hatten. Zu verwundern war nur die schonende unb milde Art, wie dieser evangelische Fürst im Gegensatz zu der rücksichtslosen Art der katholischen Landesherrn, sein Recht handhabte. Er gestattete die Anstellung evangelischer Marrer und die Einführung des Wange- 443 lischen Gottesdienstes und Kultus zunächst nur da, wo es von der Bevölkerung ausdrücklich verlangt wurde, itnb auch da noch sehr zurückhaltend und mit der ausdrücklichen Anordnung, daß die katholischen Priester in der ferneren Ausübung ihrer Funktionen nicht gestört und Niemand zur Annahme des evangelischen Glaubens genötigt werden sollte. Auch später, als er auf das Drängen der evangelisch Gesinnten hin „die Meßpriester hie und ha abschaffte", wie der damalige Ausdruck War, erlaubte -er den katholisch Gesinnten auf ihre Kosten sich eigne katholische Seelsorger zu halten und räumte ihnen Kirchen ein. Zu einer allgemeinen Anstellung evangelischer Pfarrer im ganzen Stift kam es schon deshalb nicht, weil es an den nötigen evangelischen Predigern sehlte und weil an manchen Orten die seit Balthasars Gegenreformation schon int zweiten Gliede katholischen Stiftsgemeinden (wie z. B. Fulda und Herbstein) sich inzwischen an den katholischen Zustand gewöhnt hatten und, nach Auswanderung der treu gesinnten Evangelischen, eine Aenderung ihres Bekenntnisstandes nicht mehr begehrten. Dazu kam, daß übereifrige, Unterbeamte des Landgrafen manche Mißstimmung hervorriefen und daß vor allem die Bevölkerung der Abtei sehr gegen den protestantischen Landgrafen erbittert wurde durch die drückenden Kriegssteuern, die er wie überall in seinem Lande so auch im Stift Fulda erheben mußte, und die, tote man vermutete, sogar nicht einmal alle in den Säckel des Landgrafen geflossen sein sollen. Angesichts der dadurch hervorgerufenen Verbitterung der Bevölkerung gegen die protestantische Regierung befürchtete schon im Januar des Jahres 1634 der Hofprediger und Superintendent Neuberger prophetischen Geistes eine „seltsame Katastrophe"?) Sie kam noch tn demselben Jahre 1634, als durch die für die Schweden unglückliche Schlacht bei Nördlingen das Uebergewicht der katholischen Waffen in Deutschland wieder hergestellt wurde und Landgraf Wilhelm infolgedessen die Oberhoheit über das Stift Fulda wieder aufgeben mußte. Ter 1633 in Köln gewählte neue Fürstabt Johann Wolf von Hoheneck konnte am 2 4. Dez em - ber 1 6 3 4 durch die Kroaten in sein Stift eingeführt werden. Unterstützt von der katholischen Bevölkerung, welche durch die Kriegssteuern aufgebracht war, konnten die neuen Herrn die vom Landgrafen eingesetzten evangelischen Pfarrer und ihre Anhänger wieder aus dem Lande jagen. Nur in den ritterschaftlichen Patronats Pfarreien kon- ten sich die Evangelischen mit ihren Pfarrern be - h au pt e n. Aber auch sie hatten noch manche schwere Heimsuchung bis zum Ende des Krieges zu erdulden. Zwar wurde Abt Hoheneck bald wieder durch die Niederhessen aus Fulda vertrieben und starb zu Hammelburg, aber sein Nachfolger Georg von Neuhof (1635—44) brachte mit Hilfe der Kroaten die Verhältnisse in der Abtei wieder auf den alten katholischen Stand und suchte, so lange er re« gierte, die prote st antische Ritterschaft und ihre Untertanen heim durch räuberische Einfälle, die von Fulda, Herb st ein und den andern festen Plätzen des Stifts.aus die kroatischen und fnl - dischen Soldaten in die evangelischen Dörfer der Nachbarschaft unternahmen. Dazwischen hatten die landgräflichen und ritterschaftlichert Dörfer und Städte im östlichen Vogelsberg und auch Herbstein viel unter den verheerenden Wirkungen des Bruderkrieges zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel zu leiden. Als Evangelische wurden sie von den suldischeu und kaiserlichen Soldaten und als D a r m st ä d t e r von den Niederhessen gehaßt und mißhandelt. Tie kaisertreue Politik ihres Landgrafen hatte sie in ein böses Kreuzfeuer gebracht. Was den Niederhessen und Kroaten entging, das fiel dann oft noch durchziehenden Räuberbanden und Marodeuren in die Hände, die mordend, plündernd, sengend, brennend, schändend und verheerend durch die Lanoe zogen. Von 1634—1648 haben die Dörfer int östlichen Vogelsberg unaufhörlich unter dem Kriegsverderben auf das Entsetzlichste leiden müssen. Wir werden darüber noch einiges erzählen. Ganze Törfer wie z. B. Eudorf, Grebenhain und wahrscheinlich damals auch das später nicht wieder aufgebaute Oberndorf bei Herbstein gingen in Flammen auf. Die in der langen Kriegszeit verwilderte Soldateska machte schon lange keinen Unterschied mehr zwischen Freund und Feind und führte Krieg gegen alle, bei denen noch etwas zu holen war. Tie Hessentrommel erweckte, wo sie gehört wurde, denselben Schreck und dasselbe Entsetzen tote die Kroatentrommel. Unsere Kinder ijngen heute noch spielend: „Rumpete, pumpete pum, Hüt' dich, Bauer, ich kurnM: Ich nehnr dir Küh' und Kälber weg Und sag dir nicht warum." Aber damals war's blutiger Ernst. Und glücklich, wer bloß mit dem Verlust seiner Kühe und Kälber davon kam! Zu beneiden war, wer nicht schwereren Verlust und Schaden an Ge- !) Vgl. zu den Ausführungen dieses Kap. Tr. Brunner, die kirchl. Verwaltung der Abtei Fulda usw. in Beiträge^ z. hesi. K. G. Bd. I, Heft 4, S. 344 ff. Chronik des Gangolf Hartung, Heransg. v. Gegenbanr, Fnld. Gymnasialprogramm 1863 und die bereits angeführten Monographien von Komp, Eglossitern u. a. sundheit, Leben und Ehre zü beklagen hatte! Wers Wache» wnnte, verlteß Haus und Hof, um in den festen Plätzen Alsfeld/ Romrod, Lauterbach, Eisenbach, Stockhausen und Gelnhausen das nackte Leben zu fristen. Zeitweilig waren die Flüchtlinge da so zusammengedrängt, daß sie in Heu Stuben knapp nebeneinander stehen, geschweige sitzen oder liegen konnten. Mehr als einmal mußten unsere Voreltern mitten im Winter in die Wälder flüchten, wo viele, jung und alt, durch Hunger und Kälte elend umkamen. Was Hunger und Kälte und Feindeshand verschonte, das siel dann ost noch dem Hungertyphus und der entsetzlichen Pest zuM Opfer. Ganze. Familien, Gehöfte und Ortschaften starben aus« Ihre Güter blieben wüst liegen oder kamen an ihre Gläubiger. Für ein Stück Brot konnte einer einen Acker haben, und wer noch Geld genug hatte, um die auf den Grundstücken haftenden Abgaben, Steuern und Ktiegskontributionen zu bezahlen, der konnte ein großer Grundbesitzer werden. So groß war das Elend, daß das Volk es gar nicht glauben wollte, als 1648 die Kunde kam, daß die kriegführenden Parteien, des Haders und Jammers müde, endlich zu Münster und Osnabrück Frieden g e- schlossen hätten. Umso größer war die Freude, als die Knude sich bestätigte und bekannt wurde, daß man im Friedensvertrage ausgemacht hatte, daß das ins reformandi der Landesherrn und der Grundsatz cuius regio, eins religio nicht mehr gelten sollte» und daß künftig niemand mehr in deutschen Landen um seines Glaubenswillen verfolgt und zu! einem andern Bekenntnis gezwungen werden! dürfe. Es hat unser Volk viele und schwere Opfer gekostet/ bis die Machthaber zu diesem Schlüsse gekomwen waren. Aber die nun nicht bloß den Reichsständen, sondern auch dem einzelnen Untertanen garantierte Glaubens- und Gewissensfreiheit ist ein so hohes Gut, daß fern Gewinn auch mit diesen schweren Opfern nicht zu teuer bezahlt ist. Aller Fortschritt der Kultur und Wissenschaft, der Bildung und Gesittung, des Wohlstandes und Glückes, dessen unser Volk seit dem großen "Kriege sich erfreuen durfte, beruht auf diesem schwer erkämpften Grundsätze! derGewissensfreiheitunddergegenseitigenAch- tung und Duldung in Sachen des Glaubens und des Gewissens. — Auch der Streit über den äußeren Rechts- bestaud der verschiedenen christlichen Konfessionen wurde im westfälischen Frieden dahin geschlichtet, daß man das Jahr 16 2 4 als Normaljahr aunahm. Damit erhielt in den unmittelbar dem Abte unter st ehenden Pfarreien wie Herbstein, Fulda, Salzschlirf, Großenlüder die katholische Konfession und in den landgräslichen und rtkter- schaftlichen, insbesondere auch in den Riedesel- schen und Görz'scheu Pfarreien, die evangelische Konfession den dauernden gesetzlichen Bestand/ dessen sie sich heute noch erfreuen. Nur zwei Mächte gibt es in der christlichen Welt, die die Errungenschaft des westfälischen Friedens in Hinsicht auf den Grundsatz der Gewissensfreiheit und Duldung in Sachen des Glaubens und Gewissens bis heute nicht anerkannt haben und ihr in Theorie und Praxis „mit groß.Macht und viel List" entgegen arbeiten: Das Papsttum und der Jesuitenorden. Möge unser Volk aus der mit Tränen und Blut geschriebenen Geschichte des dreißigjährigen Kriegs die Mahnung . für die Gegenwart und Zukunft schöpfen: „Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme!" Trinken und Durften. Mensch und Tier lechzt in der Siedehitze dieses Somwers nach dem erquickenden Tranke, und wer nach ermüdendem Marsche in der Sonnenglut endlich kühles Wasser erhält, trinkt und trinkt, bis endlich das Durstgefühl verschwunden ist. Warum aber trinken wir eigentlich int Sommer mehr als sonst? Die Antwort, weil wir durstiger sind, sagt recht wenig denn waS ist eigentlich Durst? Die Psychologen rechnen den Durst zu den „Gemeingefühlen"; aber worin er eigentliche besteht, kamt niemand erschöpfend beantworten. Wahrscheinlich gibt es überhaupt zwei' Arten des Durstes, von denen die eine ihren Sitz in Mund und Schlund, die andere den ihren im' ganzen Körper hat. Man trinkt, um das trockene Gefühl in Mund und Kehle zu beseitigen. Dazu braucht man aber eigentlich nicht zu trinken, denn Ausspulen und Gurgeln mit kalter, am besten etwas säuerlicher Flüssigkeit tut die gleichen Dienste. Man muß aber auch trinken, um bte Wasseraufnahme und -abgabe des Körpers zu regeln. Wenn man im Sommer mehr schwitzt, also mehr Wasser abgibt, muß das richtige Gleichgewicht wieder hergestellt werden, wenn ntcht ein äußerst unbehagliches Gesühl eintreten soll. Es handelt sich dabet iricht nur um den .Ersatz des verdunsteten oder anders ausgeschiedenen Wassers, sondern auch um die Konzentration der Flüssig- keiten des Körpers. 'Ein unbehagliches, psychologisch als Durff gedeutetes Gefühl stellt sich ein, wenn sie zu konzentriert sind, aber auch der entgegengesetzte Zustand ist unangenehm'. Ist man etwa sehr durstig und trinkt nun große Mengen Wasser, so werd nach kurzer Zeit eine Verdünnung der Flüssigkeiten des Körpers etw- treten, und die Folge ist, daß man sich schlaff fühlt. Hiernach 444 Redaktion: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lang», Gieße» Vermischtes. * Das Ende einer Liebe. Aus New-Bork wird berichtet: Ein merkwürdiger Anspruch aut Schadenersatz ist von einem New-Yorker gegen eine der beiden großen autertkamschen A.ele- graphengesellschaften in einem Prozeß anhängig gemacht worden. Weil durch einen Fehler in der Uebermtttlung eines Tele- aramms ihm die Liebe seiner Braut abwendig gemacht worden ist verlangt der praktische Yankee ein stattliches Schmerzensgeld. Er hat int Ueberschwang seines Geiübls eines Tages seine Braut durch ein Telegramm beglücken ivolleu: „I love you for ever“ (Ich liebe dich" ewig); aber als das junge Mädchen das Blatt Papier entialtete, das ihr der Telegraphenbote überbrachte,, las sie mit Entsetzen: „I leave. yon for ever“ (Ich verlasse dich fnr immer). Der Fehler des Telegraphisten ivar garmcht groß; er hatte nur statt der drei Striche, die den Buchstaben „o" bedeuten, zunächst zwei Punkte und dami einen Strich gemacht, die als Punkt (e) und und Pimkl-Strich (a) alisgeiaßt ivurden. Aber dieses kheme Versehen hatte große Folgen. Die junge Dame saiidte erzürnt dem früheren Geliebten Ring, Gescheirke und Liebesbriefe zuruck und wollte kein Wort ntehr voit ihm hören, als er sich die grogte muhe gab, den Jrrtiun aufziiklären. Der Mann war verzwenelt; aber als er erfuhr, daß seine Bra>lt sich mit einem nnbetn verlobt hatte, so daß ihm jede Hoffnung abgeschnitten war, benutzte er diese Tatsache zu einer Schadenersatzklage gegen die Telegraphengesellschaft. Die Gerichte werden also zu entscheiden haben, wie weit die Telegraphengesellschaften für solche unvorhergesehenen Folgen von Versehen ihrer Beamten verantwortlich sind. ' F u r ch t b a r e D r o h u n g. Richter: „Zum letzten Male, Zeugin! Geben Sie wahrheitsgetreu Ihr Alter an, sonst lasse ich Sie vom Publikum abschätzen!" geht es nicht mit rechten Dingen zu; von bösen Geistern must es verzaubert, mit einem Fluch der dürren Unfruchtbarkeit geschlagen sein. Bisweilen blitzt es auf durch einen Spalt int Zelt und erscheint wie eine Decke vom flüssigen Glas, trag, dicht, drückend: Nichts Furchtbareres und Beklemmenderes gibt es, als ein unerträgliches Aufglühen im Sonnenfeuer. Dort hinten, fern am Horizont ahnt man weite in Flammen stehende Wüsten, schreckliche Einsamkeiten, in denen es nur Sonne gibt und Feuer. Man dämmert dahin in einer schweren Betäubung, in der das Gehirn ivüst erzittert und einem plötzlichen Aufblitzen der Angst, beim jähen Emporschreckcn und jenen wilden Visionen voll Grauen, die sich der widerstandsunfühigeu Phantasie bemächtigen." Die Todesfälle, die durch die Hitze während der Fahrt im! Roten Meere hervorgerufen werden, sind zahlreich. Man zählt hier bis zu 50 Grad im Schatten und wie in Amerika ist es die Feuchtigkeit der Luft, die die Hitze noch unerträglicher macht. Aber der heißeste Fleck ist das Rote Meer noch nicht; in der Sahara werden noch ganz andere Temperaturen gemessen;, big größte Wärme, die Henri Duverrier hier feststellte, betrug ‘67,7 Grad Celsius. In den französischen Kolonien von Nordafrika steigt die Wärme häufig bis über 40 Grad und man darf von Glück sagen, wenn man wenigstens von dem glutheißen, giftigen Wüstenwind verschont bleibt. Eine Vorstellung von der Hitze gibt eine Geschichte, bte der General Quesnoy erzählte. Er fuhr mit der Post von Orlsans- ville nach T6uss, als einer der Reisenden rief: „Das wird aber heut eine heiße Fahrt, man kann's schon, jetzt kaum aushalten." „So heiß", antwortete der Postillion ruhig, „daß Man die Eier an der Sonne kochen kanm" Eine Wette ward abgeschlossen; vier rohe Eier wurden auf den Kutscherbock gelegt, und bevor man die erste Station erreichte, waren sie ganz hart gekocht. Aber nicht nur die Hitze, sondern auch die Külte schafft Höllen auf Erden. Eine solche ist die Stadt Werhvjansk in Sibirien, 67° 33'31" nördlicher Breite. Steinhäuser gibt es hier nicht, sondern man wohnt in tzolzhütten und Erdhöhlen; große Hitze wechselt hier mit noch größerer Kälte. Die Durchschnittstemperatur der heißesten Tage beträgt 30° über Null, die der kältesten 61,9° unter Null. Die Dnrchschnittstemperatur beläuft sich immerhin auf 16,7° unter Null. Die unglückliche Stadt hat nur 40 Tage im Jahr den Genuß des Sonnenlichtes. ist es auch ganz beicht ersichtlich, tme nian M b^m^eri bat, wenn man durstig ist: man muß dem Körper Flüssigkeit zufuhren, gbe?wenn es g?°ße Mengen sind, dafür sorgen, daß !sie rrgend- trpTcfip (iiifaelöften Stoffe Zusätze ertyeilten. feilte Getränke, für die viele Leute im Sommer besonders schwärmen, sind eigentlich nicht nötig, allerdings sehr angenehm, große Mengen eiskalter Flüssigkeiten dagegen^ sind zu verwerfen. Uebriaens rufen Eis und eiskalte , Getränke ,un Munde und tu der Kehle zunächst zwar eine erfrischende Wirkung hervor, aber darauf stellt sich gewöhnlich ein brennendes Gefühl ein, und das Durstgefühl steigert sich noch. Was ober geschaht, wenn der Durst ^^DErs^Durstgefühl unterscheidet sich von dem Hungergefühle erheblich, denn während beim Hungern nach wenigen Tagen das Gefühl der Hirngrigkeit völlig verschwindet, nimmt das Durst- gefühl beim Dursten immer zu, und solange der Durstende bet klarem Bewußtsein ist, steigern sich seine Qualen tmmer mehr. Die Anfänge des Durstes sind wohl ledern, der einmalemen längeren Marsch an einem heißen Tage gemacht, hat, ohne tonten zu können, bekannt. Das trockene, zusammen, chnurende, Gefühl in der Kehle wird äußerst unangenehm, die Zunge fühlt. sich trocken an, das Schlucken fester Nahrungsmittel lost emen kraßem den Schmerz aus, und das Allgemeinbefinden wird schlecht. Längeres Dursten ruft Qualen hervor, die.Sven Hedin, der, berühmte Forschungsreisende, einmal in klassischer Wesie beschrieben hat. Sven Hedin hat mit wenigen Gefährten auf einer semer Rerfen in Asien einmal tagelang dursten müssen, Proviant und Reis^ gepäck mußten nacheinander aufgegeben werden, und, sclstteßltch hatten die Wanderer nur noch sehr wenig Wasser bet sich, das bald ausgetrunken war. Schon am nächsten Tage begannen bte Qualen des Durstes. Muhammed Schah, der Karawanenführer wurde ohnmächtig und konnte kaum atmen. Sven Hedm erwies sich als der Widerstandsfähigste gegen den Durst. Er ,wußte, daß er, wollte er dem Durste nicht erltegen, der Schläfrigkeit nicht nachgeben durste: „Man fällt ra,ch tn schlaf und man schlummert ohne Schmerzen hinüber in einen langen und sckstveren Schlaf, aus dem man nicht erwacht." Der eine der Gefährten Sven Hedins war zu Boden gesunken und redete irre. Seine Augen waren weit offen und der Blick war verwirrt, doch zeigten seine Gesichtszüge den Ausdruck unwandelbarer Ruhe. Sven Hedtn konnte nichts essen. Es waren zwar Mundvorräte vorhanden, aber das Schlucken war unmöglich, so trocken war der, Schlund. Wenn er zu essen versuchte, blieb ihm der Bissen tm Halse stecken. Das machte ihm aber nicht viel aus, „denn das Hungergefühl verschwindet ganz neben deut des Durstes, der besonders in den ersten Tagen so qualvoll ist, daß man den Verstand zu verlieren glaubt. Wenn das Blut später dicker, wird, hört man auf, Schweiß abzusondern". Schon nach wenigen Tagen war bei den durstenden Wanderern die Haut trocken, wie Pergament; die Zunge war weiß und trocken, die Lippen bläulich, bte Augen matt, von glasartigem Glanze; in der Kehle war ein qualvolles drängendes Gefühl, es war, „als ob wir hörten, tote alle Glieder in uns schrien und als ob sie sich warmrieben, und unsere Augen waren so trocken, daß wir sie kaum öffnen und schließen tonnten . Nach mehrtägigem Dursten fand Sven Hedin wieder Wasser In zehn Minuten nahm er drei Liter Flüssigkeit zu sich. Und sogleich fühlte et, wie Leben in ihm wiederkehrte. Der Puls nahm an Geschwindigkeit zu, das Blut floß leichter durch die Adern, bte eingeschrumpften, dürren, holzharten Hände bekamen wieder ihre Fülle, die pergamentartige Haut wurde feucht und weich und der Schweiß perlte wieder auf der Stirn. „Ein Tropfen Wasser, dem Durstenden in der Wüste gereicht, löfcht die Sünden von 100 Jahren aus" — so sagt ein orientalisches Sprichwort, Hölle auf Lrden. Die Hitzwelle, die gegenwärtig wieder in Amerika wütet und ihre Opfer fordert, stellt auch uns das bedrohliche Schreckbild einer Zeit vor Augen, in der die Strahlen der Sonne nicht mehr Segnungen und Freunde verbreiten, sondern zu den verderbenbringenden Pfeilen des Phöbus Apollo werden. Doch selbst wenn uns wieder wie im Vorjahr einige Wochen der Schwüle in Aussicht stehen sollten, so können sie doch höchstens gleichsam als ein kleines Fegefeuer betrachtet werden, im Vergleich mit den Köllengluten, die in manchen Gegenden unseres Erdballes etwas ganz Alltägliches find. Unter diesen „Höllen auf Erden" ist wohl die schlimmste die des Roten Meeres. Hören wir was uns ein Reisender, der Franzose Chevrillon davon erzählt: „Wir sind auf der Höhe von Massaua. Schwere feuchte Hitze, in der sich die Glieder gleichsam aus ihren Gelenken zu lösen scheinen, in der jedes Wesen schmilzt und schwach wird, nasse Schwüle, die Tag und Nacht lastet und entnervt. Manchmal scheinen die Kleider zu Brennen: man möchte sie voM Leibe reißen. Trotz des Doppelzeltes, das auf allen Seiten das Schiff bedeckt und das Meer ebenso wie den Himmel verbirgt, sind die Augen entzündet von dem Ueber- maß der Helligkeit., Kein Luftzug; die feurige Luft steht starr und unbeweglich tote eine brennende Mauer. In diesem Meer Magisches Quadrat. In die Felder nebenstehenben Quadrats smb bie Buchstaben A A AAAAMNNNNKSS U U berätst einzutragen, baß bie wagerechteit u. senkrecht.Reihen gleichlautend iolgenbes bebrüten: 1. Niebliches, aber wenig beliebtes Tier, 2. Weiblichen Vornamen. 3. Stabt in Westfalen. 4. Nebenfluß ber Mosel. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Arithmogriphs in voriger NumMer: Gaffern — Ungarn — Saturn — Tanne — Auguft — Venus — Niagara — Iran — Uiszeit — Reis — Inster — Tiger — SKeifig; — Gustav Nie ritz.