\ (9(2 - Nk. 77 ■a m y.;L’ W W ML W Mr von Gründingrn. Roman von Freiherr von Schlicht. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) In früheren Jahren war es auf Schloß Gründingen auch nicht anders gewesen als jetzt, auch da hatte man regelmäßig nach der Rückkehr aus Berlin zuerst gescholten und sich einsam gefühlt. Ader doch nicht so, wie dieses Mal. Alle hatten gehofft, daß Hans einen längeren Urlaub erhalten und mit,einigen Freunden Herkommen würde. Das wäre als Uebergangsstadium allen sehr willkommen gewesen. Aber Kans hatte geschrieben: er wäre aus dienst- lichen Gründen nicht,abkömmlich. Die Mutter und,die Schwestern hatten den Aermsten beklagt, aber der Graf wußte aus eigener Erfahrung, was solche Ausrede bedeutet. Dahinter steckte irgend eine Liaison, ein Flirt oder sonst irgend eine Geschichte, die mit dem Dienst auch nicht das Allergeringste zu tun hatte. Solche Ausreden waren auch seinem Vater immer sehr teuer zu stehen gekommen, und der Gras versuchte, sich darüber klar zu werden, was das Fernbleiben seines Sohnes Hans ihm wohl kosten würde. Aber trotz allen Grübelns kam er zu keinem Resultat, nur so viel wußte er: billig würde eS nicht werden. Graf Eduard gähnte zum zweitenmal, aber nicht wie vorhin, laut und vernehmlich, sondern leise und dezent. Aber gehört wurde es dennoch. „Es ist wirklich sehr einsam." Er sah nach der Uhr. ^,Schon gleich halb zehn. Da bleiben wir heute wieder einmal allem, wenn nicht der Laudrat noch angehupt kommt." „Wo hast du denn nur diesen gräßlichen Ausdruck wieder her?" fragte die Gräfin, während Alexa laut auslachte. Der Graf warf sich stolz in die Brust, so daß das'Frack- hemd, ohne das er nie abends um sieben zum Diner erschien, laut knackte, dann sagte er: „Selbst erfunden. Und ich bin und bleibe stolz darauf, bis mir jemand nachweist, daß schon ein anderer vor mir das Wort entdeckte." Und zu Dagmar gewandt, fuhr er fort: „Gib mir doch bitte noch ein Stück von der Zeitung. Ich kenne sie zwar schon auswendig, nicht nur von vorn, sondern auch von hinten. Aber trotzdem." Dagmar schob dem Vater das Blatt hin, und in dem großen, vom elektrischen Licht hellerleuchteten Raum herrschte tiefe Stille. Die Gräfin stickte eine neunzackige Krone in ein seidenes Taschentuch, Alexa durchflog den neuesten Roman und versuchte zuerst festzustellen, ob, wann und wie sie sich „kriegten", um dann erst später das Buch nochmals in Ruhe zu lesen, — und Dagmar blätterte nun in einigen alten Journalen, während der Grus, seine Zigarre rauchend, die Zeitung las. Es war ein Pendant zu den Bildern, wie man sie auf dem Umschlag der Famtlienblätter mit der poetischen Unterschrift „Im trauten Kreise" oder „Nach getaner Arbeit" findet. „Na also!" sagte der Graf plötzlich. „Hier habe ich doch noch eine Nachricht von der allergrößten Wichtigkeit übersehen: in Karlsbad steht ein Wechsel in dem Bürgermeistersposten bevor." „Aber das interessiert dich doch nicht, Papa," meinte Mexa belustigt. „Das sagst du so mit deinem kindlichen Verstand. Aber vielleicht hast du doch recht. Na, lesen wir weiter." Wieder herrschte wohl zehn Minuten hindurch tiefstes Schweigen, bann rief der Graf: „Kinder — das wäre lvas für uns — hört mal zu." Und mit lauter Stimme las er: „Kavallerieoffizier a. D. sucht für einige Monate auf einem adeligen Gut ober auf einem sonstigen großen, herrschaftlichen Besitz Stellung als Reitlehrer für bie Söhne ober Töchter bes Hauses. Bewerber ist von Adel und ein anerkannt hervorragender Reiter. Gehalt nach Ueberein- kunft. Grundbedingung ist, daß Bewerber in gesellschaftlicher Hinsicht vollständig als gleichberechtigter Gast des Hauses betrachtet wird." „Wo steht das, Papa?" Mit einer ihr sonst ungewohnten Lebhaftigkeit nahm Dagmar ihrem Vater das Blatt aus der Hand und überflog die Annonce. Ihre Hand zitterte ein klein wenig, und eine leise Röte stieg jn ihre Wangen. Aber niemand merkte dies. „Kinder, das wäre so was für uns," sagte der Graf nach kurzem Besinnen. „Was meint ihr, wenn ich diesen Baron ober was er sonst ist, zu uns einlüde? Schaden könnte es euch beiden Mädels nicht, wenn ihr noch einmal gründlich Reitunterricht nähmet. Das hat mir der Besitzer vom Tattersall auch erklärt, mit dem ich oft über euch sprach, während ihr in der Bahn herumgaloppiertet. Er meinte: Euer Unterricht, soweit von einem solchen überhaupt bie Rede sein kann, wäre auf ganz falscher Grundlage erteilt worden." Mexa war für die Idee Feuer und Flamme. „Ach ja, Papa, bitte, ich habe es diesen Winter selbst oft genug bemerkt, wie viel mir noch zu einer fertigen Reiterin fehlt! Was meinst du dazu, Dagmar?" Die hatte inzwischen ihre Ruhe wiedergesunben: „Ich glaube nicht, daß ich noch Unterricht nötig habe. Wenn ich es noch nicht kann, werbe ich es' auch wohl nicht mehr lernen." „Man kernt beim Reiten nie aus," widersprach der Graf, „und auch du kannst noch manches zulernen. Aber von dem Unterricht ganz abgesehen: wir bekämen dann durch unfern Gast noch einen neuen Hausgenossen, der hoffentlich etwas Leben in die Bude bringt." Die Gräfin sah ihren Gatten streng an: „Du hast «wirklich manchmal Ausdrücke, Eduard — — angehupt kommen — 306 — Leben in die Bude Bringen, — wenn das ibie Dienstboten hörten." „Ja, du hast ganz recht," stimmte er ihr bei, „man soll sein ganzes Leben stets so einrichten, daß unsere Diener Nlit uns zufrieden sind. Aber im übrigen: wie denkst du über meine Idee?" Zu seinem größten Erstaunen fand er seine Frau nicht so ganz seinem Vorschlag abgeneigt. Gräfin Konstanze war in ihrer Jugend selbst eine leidenschaftliche und hervorragende Reiterin gewesen, und so wußte sie selbst, daß ihren beiden Kindern in dieser Hinsicht noch viel zu lernen übrig blieb. Und wenn sie in Berlin im Tattersall ihren Töchtern zusah,_ hatte sie oft genug aus dem Munde der auf der Galerie herumstehenden Offiziere Aeußernngen über das Reiten ihrer Töchter erlauscht, deren Wahrheit sie sich nicht verschließen konnte, wenngleich diese sie natürlich empörten. Und ihre Töchter sollten in allem vollkommen sein. Wenn sie sich in Berlin oder sonst irgendwo zu Pferde zeigten, bann sollte alle Welt sie loben und bewunbern, aber keiner eine abfällige Bemerkung machen. So hatte sie auch schon in biesem Winter ihren Kindern Unterricht geben lassen, aber der hatte mehr darin bestanden, ihnen einige Untugenden abzugewöhnen, als sie aufs neue ganz in die edle Kunst des Reitens einzuführen. So sagte die Gräfin denn nach kurzem Besinnen: „Ich kann die Idee nicht so ohne weiteres verwerfen, bitte, lies das Inserat noch einmal vor." Das geschah, und die Gräfin nickte zustimmend mit dem Kopf. „Die Annonee gefällt mir — sie ist kurz, klar und bündig. Aber erkundigen müßten wir uns natürlich vorher. Ebenso müßten wir um Abschriften der Zeugnisse und um eine Photographie bitten." „Ganz recht, Mama," stimmte Dagmar ihr lebhaft bei. „Ein Bild müssen wir unbedingt haben, wir müssen doch wissen, wie unser neuer Hausgenosse aussieht, um daraus wenigstens einigermaßen unseren Schluß ziehen zu können, wer und was er ist." „Aber Dagmar," rief Alexa entsetzt, „ein adeliger Ka° vallerieoffizier a. D. ist doch kein Dienstmädchen und kein Diener!" „Sehr richtig," stimmte der Graf ihr bei. „Ein Adeliger bleibt doch immer ein Adeliger. Und daß er arbeiten und Geld verdienen will, beweist, daß er als Mensch ernst zu nehmen ist und daß man ihn nicht mit jenen zahllosen, verabschiedeten Offizieren vergleichen kann, die in der Großstadt Herumlaufen und das Arbeiten unter ihrer Würde halten." „Wer weiß, welche Gründe aber gerade diesen dazu bewegen, arbeiten zu wollen? Wer weiß, ob er nicht eine dunkle Vergangenheit hat?" warf Dagmar ein. „Das glaube ich nicht," nahm die Gräfin das Wort. „Wer da noch auf sich und seinen Namen hält, und das tut der Bewerber, denn das geht daraus hervor, daß er in erster Linie als Gast des Hauses behandelt sein will, obgleich er sich seine Tätigkeit bezahlen läßt — also ich meine, wer da noch etwas auf sich hält, der hat keine dunkle Vergangenheit, der unterscheidet sich auf das vorteilhafteste von jenen Leuten, die sich trotz ihres Namens alles gefallen lassen/ wenn sie dadurch auf der anderen Seite auf Grund ihres Namens nur möglichst viel herausschlagen können." „Sehr richtig," stimmte der Graf ihr bei, obgleich er eigentlich gar nicht zugehört hatte. Aber er hielt es für seine Pflicht, seiner Gemahlin zuzustimmen, und zwar aus einem sehr egoistischen Grund. Was ihm zuerst im stillen nur als Hoffnung erschien, war ihm inzwischen plötzlich ohne jede besondere Veranlassung zur Gewißheit geworden, nämlich: daß der Reitlehrer sicher Esearts spielen würde! Einen adeligen Offizier, der nicht Eseartö kann, gibt es auf der ganzen Welt nicht, und der Gedanke, von nun an täglich seinem Lieblingsspiel huldigen zu können, ließ ihn den zukünftigen Gast schon jetzt mit einer gewissen Begeisterung in die Arme schließen. Im allgemeinen war es bet Gräfin ziemlich gleichgültig, ob ber Graf ihr zustimmte oder nicht, denn sie wußte, daß sie die viel Klügere war und daß das, was. sie einmal als richtig erkannt hatte, auch richtig blieb. Trotzdem war es ihr jetzt ganz angenehm, daß der Graf ihre Ansicht teilte. Denn während sie sprach, war ihr plötzlich die Erkenntnis gekommen, daß der adelige Offizier, der sich um eine Stellung bewarb, sicher sehr adels- stolz sein müsse, das ging ja nur zu deutlich aus der Ab- sassnng seines Gesuches hervor. Manchem anderen Be- Werber wäre es vielleicht viel lieber gewesen, er hätte in seinem eigenen Zimmer gespeist, wäre sein eigener Herr gewesen und hätte tun und lassen können, was er wollte. Gast zu fein, legt nicht nur den Wirten, sondern auch dem Gast selbst mancherlei Verpflichtungen und Unbequemlichkeiten auf, und daß er diese freiwillig erbat, war ein gutes Zeichen und sprach für ihn. Und was die Gräfin zuerst im stillen nur erhofft hatte, wurde plötzlich ohne jede besondere Veranlassung für sie zur Gewißheit; sie würde sicher täglich mit ihm über den Adel und über adelige Geschichten sprechen können, denn einen adeligen Kavallerieoffizier a. D., der auf diesem Gebiete nicht bewandert ist, gibt es ja gar nicht. Sie kannte in dieser Hinsicht nur eine unrühmliche Ausnahme. Und das war ihr Mann. Der freute sich auch seines stolzen, vornehmen Namens, aber von der richtigen Bedeutung der hohen Auszeichnung, adelig zu sein, war er nicht durchdrungen. Er war ihr zu leutselig, er machte sich häufig in ihren Augen zu populär, er streckte dem Nachbar Weidemann die Hände zuweilen viel herz?- licher entgegen, als einem adeligen Nachbar, der zu Besuch kam. Vergebens hatte sie versucht, ihn in dieser Hinsicht zu ändern, vielleicht würde dies dem Baron gelingen, der konnte doch unter Umständen nicht nur ber Reitlehrer ihrer Töchter, sondern auch der Erzieher ihres Mannes werden. Und bei diesem Gedanken schloß sie den Baron schon jetzt — natürlich nur bildlich — mit einer gewissen Begeisterung in die Arme. Ob er wohl auch Tennis spielen kann? dachte Alexa. Was nützte es, daß man int Garten unter großen Unkosten einen wahrhaft idealen Tennisplatz angelegt hatte? Sie selbst war eine leidenschaftliche Spielerin, und doch fehlte eS meist an einem Partner. Dagmar konnte diesem Sport kein Interesse abgewinnen, und wenn sie sich schließlich durch die Bitten der Schwester erweichen ließ, doch einmal den Schläger zur Hand zu nehmen, dann geschah es immer nur für wenige Minuten, und gelangweilt legte sie bann bas Racket toieber fort. Sie spielte schlecht, unb immer nur zu verlieren, machte ihr ebensowenig Vergnügen wie die ewigen Ermahnungen der Schwester. Nur wenn Hans mit feinen Freunden kam, konnte Alexa ihrem Lieblings- fport huldigen, aber ernsthaft wurde auch dauu nicht gespielt, dann wurden Witze erzählt, es wurde gelacht unb Unsinn getrieben, so baß man schließlich, anstatt die Bälle zu schlagen, mit dem Schläger in der Hand auf dem Rasen saß und sich unterhielt. Ob er wohl auch Tennis spielt? Was ihr zuerst nur als Hoffnung erschien, wurde ihr plötzlich zur Gewißheit: denn einen adeligen Kavallerieoffizier a. D., der noch nie das Racket zur Hand genommen hat, gibt es doch gar nicht. Und in ber Freude, von nun an täglich ihrem geliebten Tennis huldigen zu können, hieß sie schon jetzt den Gast von ganzem Herzen willkommen. Und in ihrer Lebhaftigkeit rief sie: „Papa, an deiner Stelle würde ich gleich heute noch an die Expedition schreiben, denn sonst schnappt ihn uns womöglich noch ein anderer vor der Nase fort." „Du hast wirklich Ausdrücke, Alexa," schalt die Gräfin von neuem, „Ausdrücke, die alles andere, aber nur nicht gräflich sind." „Alexa meint es ja nicht fo schlimm, Konstanze. Aber im übrigen hat das Mädel mit dem, was sie sagt, eigentlich recht. Wie denkt ihr darüber?" Die Gräfin schwieg noch einen Augenblick, bann meinte sie: „Eine Anfrage verpflichtet ja schließlich zu nichts," „Und was meinst du dazu, Dagmar?" Die war, während sich die anderen unterhielten, noch schweigsamer gewesen als sonst. Sie konnte einen Gedanken, der sich ihr plötzlich aufgedrängt hatte, nicht wieder los werden. Sollte der Offizier a. D., ber sich ba um bie Stellung bewarb, vielleicht berselbe fein, den sie fast täglich im Tattersall hatte reiten sehen und der sich gar nicht bie Mühe gegeben hatte, zu verbergen, wie seht: rhr Aeußrres ihm gefiel? (Fortsetzung folgt.) 307 „In meiner Jugend," so Heißt es im Inferno, „war ich von anfruHttgem Wanden beseelt; ihr selbst HM mich zum Freidenker verwandelt. Aus dem Freidenker würde ein Wheist und aus diesem wieder ein religiöser Grübler. Von Humanitären Ideen ungezogen, eiferte ich mit allen Kräften für den Sozialismus. Alles, was ich veMndete und prophezeite, habt ihr zunichte werden lassen. Und angeiwmmen, daß ich Mein Leben aufS neue der Religion Ku eigen geben werde, so bin ich gewiß, daß ihr nach zehn Jahren auch hier wieder durch euren Widerspruch den Zweifelnden Kn Boden werfen werdet." Das ist Strind- bergs echtes, Porträt: , der Deist kämpft für Religions- und Gewissensfreiheit; die ethischen und sozialen Tagesprobleme gewinnen chn; durch Nietzsches falsche Freunde kommt er zNm krassen Natura- usmus, bis ihm die Mystik der römischen Kirche Md das zweite Gesicht Svedenborgs Asylfreiheit gewähren. Ein leidenschaftlicher Gesellschastskritiker steht in Strindbergs sozialen Romanen vor UNK: die „roten Zimmer" von 1879 verraten ebenso viel gründliche Sachkenntnis dessen, was unterhöhlt Und vernichtungsreif war, wie lodernde Anllagekrast. „Am offenen Meere" iwit 1890 prägt einen gleich schroffen Pessimismus des gereifteren Mannes aus, dessen Satire nicht mehr zu den Hausmitteln burschikoser Verspottung greift, wie sie die Illusion radikaler Reformen abgestreift Hat. ®er gemeinen Welt stellt er die geistig vornehme Welt in einem Elitemenschen gegenüber, der des Dichters, Persönlichkeitsideal verkörpert — die Tragödie des Besten. „Die Insel der Seligen" ist ein starkes Symbol für Strindbergs Einsicht in das Notwendige, die alle Weltverbesse-, rungsträume abwirst. Die gotischen Zimmer und Schwarze Fahnen wurden bestimmt und bestritten. Ebenso viele Novellen- bände liegen uns vor, den Preis tragen davon: Di« Schweizer Geschichten Und Die Historischen Miniaturen. Emil Schering hat mit seiner liebevollen deutschien Strindbergbibliothek von 4Q Bänden dem Lebenden das unvergängliche Ehrenmal geschichtet. . Die Tragikomödie, der blutige Ernst im Possenspiel war das eigentliche Gebiet des zähen Bühnendichters' Strindberg. „Keine Strindberg hat das Weib ebenso verachtet wie verkannt und mißbraucht, aber mit unheimlichen kriminalistischen Augen hat er jebe Schwäche ausgespäht und mit diabolischem Behagen ihm auch die letzte bergende Hülle vom Leib und von der Seele gezerrt. „Fräulein Julie", die verderbte junge Adlige, die während des Festes auf ihrem Schlosse sich in ausbrechender Brunst an ihren breitschultrigen Diener heranwirft und sich dann, zum Be- wufstseul Kurückk'ehrend, dm Hals abschneidet, und das entsetzliche Seitenstück „Der Vater", das in die Geheimnisse der Natur hinein- hetzt, in den Zweifel des liebenden Vaters an seinem Recht auf sein Kind, den der Unhold von Gattin planmäßig in den Wahnsinn treibt, bis sie ihn im Jrrenhause deponiert: das sind die stärksten Belege füt diesen literarischen und erotischen Satanismus des Schweden, der wie ein Alp auf uns gelastet hat. Strindberg war dem Weibe gegenüber ein Monomane, sie ist tW die Erbsünde. Keine Schuld fällt bei der Verteilung von Licht und Schatten auf den Mann, die Krone der Schöpfung — außer der einen, daß er dem Weibe erliegt. Jede Möglichkeit der Entwicklung zum Guten ist abdeschnitten, wenn die Frau auf den Plan tritt. Strindberg hat sich nicht gescheut, die Klage und Anklage zu erheben, daß wir alle „Bastarde" seien, weil wir vom Manne und vom Weibe abstammen. So viel Haß würde seine Kunst schlechtweg a'usgelöscht haben, wenn dieser Haß gegen die Naturordnung, an der er sich blutig riß, nicht ausgeglichen worden wäre durch dichterische Visionen und durch ein nicht umKubringendes künstlerisches Können. Sein Drama „Kameraden" gehört in die Linie des „Vaters", der.„Fräulein Julie" Md des „Totentanzes", steht ihnen jedoch nickst vollwertig Kur Seite. Bis zu welcher Stufe der Gemeinheit das Weib herab- sinkt, wenn es die Aussicht auf einen Vorteil nicht mehr zur Maske veranlaßt, will Strindberg an dem Maler Axel!und seinem Erlebnis klarmachen. „Kameraden" soll heißen, daß es keine redliche Kameradschaft zwischen Mann und Weib gibt. Aber 'Frau Bertha ist in ihrer Verworfenheit so selbsty«xständlich und überzeugend als Geschlechtswesen gezeichnet, daß der Agitator »ms auch diesmal fast gefangen nimmt. Fast; denn dieser Maler verachtet die Weiber — verzichtet jedoch keineswegs auf sie; Strindberg, hat es ebenso gehalten. Das' ist eine 'Anwendung des Pessimismus, die an den zwiespältigen Schopenhauer, seinen modernen Vater, erinnert. „Vor hohem Richterstuhle" nannte Strindberg zusammenfassend seine Dramen „Advent" und „Verbrecher und Verbrechen": jenes die helldunkle Erzählung von einem verworfenen Menschenpaar, das erst allmählich gebessert wird, ein Musterstück abstoßender Charakteristik; dies ein einheitlich gedachtes, ausgereiftes Kunstwerk — ein junger Schriftsteller, berauscht vom Erfolg, verläßt seine Geliebte, das Mädchen aus bent Volk, von ber er ein Kind hat, und erobert sich die Geliebte, seines besten Freundes. Einen Augenblick wünschte er den Tod seines Kindes, das Kind stirbt, den geistigen Mörder verfolgt fortan das Schuldgefühl. Echter Strindberg! Er zergliedert den Heimtückischen Haß. des bösen Willens, durch den wir unserem Mitmenschen das Mark aus den Knochen peinigen. Ein holder Zug an dem Herben Manne war feine heiße Liebe zur Natur; er wollte erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält, doch in die Naturwissenschaft schlug die Flamme des sames Kind, und Hat auf der 'Universität'Upsala Vorlesungen ge- Urt- . M wird Volksschullehrer, Telegraphengehilfe, Mediziner, Schauspieler —! Strindbergs Ehegeschichte ist ein bewegtes Kapitel. Seine erste Frau war eine Schauspielerin, bi« bereits geschieben war; Strmbberg Iteft sich gleichfalls von ihr scheiden. Die zweite Gefährtin Mf Zett, mit ber er es wagte, war eine Wiener Schrtttstellerin; mich ihr gab der Jottrnalist und Schriftsteller den Scheibebrief. Eine Landsmännin von den Brettern, die die Welt bedeuten, wurde die dritte Weggenossin, doch auch diese Fessel streifte er wieder ab. Und noch eine vierte starkgeistige Evi cochter hat den. Bund mit dem unberechenbaren Manne gewagt; — wenn ich recht berichtet bin, so ist diese vierte Ehe bei Strindbergs Tode noch nicht bis zur Scheidung gediehen. Aus der ersten Ehe zwei Töchter und ein Sohn, aus der zweiten eine Tochter, aus der dritten noch eine Tochter; die Ernte Lus' der letzten Ehe ist mir nicht bekannt geworden. Diese Unruhe, die chn trieb zu binden Und zu lösen in seiner Häuslichkeit, jagte den friedlosen Geist wie einen Ahasver durch die Welt. . In den Zähren 1883—1888 hielt er sich in Paris, ber Schweiz und Deutschland auf, dann blieb er etliche Jahre in Skandinavien; von 1892 an wechselte er zwischen Berlin, Oesterreich, Paris und Lund. Seit 1899 wurde er in Stockholm seßhaft. Arge Menschenscheu hat ihn geplagt, und Ku den Absonderlichkeiten, die ihm in der Tat eigen waren, gesellten sich zahlreiche Anekdoten, die über ihn im Schwange gingen. Ein Selbstzergliederer, Hat er mit der Offenheit Rousseaus, aber ohne die sittliche Reinheit uüd seelische Zartheit Augustins seine Konfessionen abgelegt, ja, sie der internationalen .Lesewelt um die Ohren geschlagen Utch ins Gesicht gespien;, eS [tob bie Schriften autobiographischen JnMts: Der i Sohn einer Magd, Die Entwicklung einer Seele, Die Beichte eines Toren, Inferno, Legenden, Entzweit, Einsam. Er geht den Weg „nach Damaskus", er kriecht Ku Kreuze. Di« „Mächte" als BorseHung gewinnen die Leitung. Der Okkultismus als der Weisheit letzter Schluß . . . August Strindberg. I Wieb einmal ein Kritiker nach einem natura- Von Theodor Kappstein (Berlin). I des Schweden, „in jedem Kern ein ekler Wurm". ~. . ... , v ' I Die fchiönsten Farbenbander ferner Stoffe tauchte er in idrarfe Ui Un M er Ruhe, zum erstenmal seit I Lauge. Er Hatte einen bösen Blick, und wenn er ein tragisches WW! ^«Wefatten. Seine Lreblingsblume war Chklamen, das int I Problem eine Weile angeschaut hatte, so wandelte es sich ihm VoWmund ZÄtenaUge heißt: läßt doch ihre wunderkühne Ara- I ttt eine Reinkultur menschlicher Niedertracht. Wo andere Götter- rhre.schmetterlmgsartig triumphierende Blüte nie- I Wen sprühen sahen, da entdeckte er mit unheimlichem Schars- manden ahnen, wie leer und dunkel das Kelch-innere uns anstarrt, I sinn Sumpfgase; seine Phantasie begehrte die Abgründe zu schauen wenn wir, das Gebilde ans Licht emporheben. Er war sein doch seine Mustletfaust hielt die Phantasieim BannEin Mensch nttpn” anmutigster und tapferster Feind; er hat am Leben ge- I der im Fieber lag, der an seinen'eigenen Feuern verschlackte und !aesUlA, indem er vor sich floh. Und alle I deM Kalte «ns Unvermittelt schaudern macht. Ein Zyniker, dem f'würben Sieber... doch die Sehnsucht nach Schönheit und Frieden nicht ftemd bliM Johann August Strindberg war am 22. Januar 1849 in I fern eigener Henker und wieder weichlich, verliebt in sich, liebe- Stockholm M Sohn eines DaMpferkomMissärs geboren; unter I bedürftig und zugleich das Schwert gezückt gegen jedermann semeii Vorfahren fmbet sich der Major ber Mtgerwcht putz I Da ist die Tragikomödie „Gläubiger", bie das Weib als Teuftl«'- Theaterichrtosteller Zachamas Strindberg, von dem etwas in sein I Mel behandelt. Eine tvilde Heiterkeit schrillt durch das Stück Mut übergegangen ist. Seme Kindheit und Jugend waren ge- bei der es uns. kalt über den Rücken läuft. Ein Ehebruchsdrama' druckt, „Familie so rief er spater bitter, „du bist das Keim I der betrogene Mann tötet weder die Treulose noch den Neben- Lastw,, eine Verforgungsanstalt aller bequemen W«, er tttzt es auch nicht auf den Zweikampf ankommen, ruhig &n;< °^Eccschmiebe des Familienvaters und die Holle ber I sieht er nach getrennter Ehe den anderen im Besitz seines Weibes ^suchte b^Schulendcr Vatervabt, ein überempfinv- j Aber er kehrt als Gläubiger zur berechneten Stunde wieder di« Forderung der Rache einzukassieren. Seine Thekla hat den Nachfolger körperlich und geistig fast zerstört; er gibt ihm, einem Weichen und kranken Künstler, herzlos den Rest; öffnet ihm das' Auge Nr sein Ehegespons Und stachelt ihn zum fruchtlosen Kampf. Vier halt der Teufel seine Somitagsandacht; mit lächelndem Behagen saugt er ihm das Leben aus, nachdem ihn das Weib, nach Sermdbergs anziehendem Bilde, bereits völlig „ausgeweidet" hat. Das Weib Hat alles, was ber Künstler an Geist, Nerven und Willen besaß, gierig in sich gesogen — nun er bettelarm da steht, da will sie ihn im Stiche lassen. Die Scheinehe bricht zusammen, Thekla und der erste Gatte lassen ihre Sinnlichkeit prasselnd! anemauderschlagen, das arme Opfer stürzt in epileptischen Krämpfen sterbend zu Boden. Solch ein Stück hält uns fest mit der lto- bedingthett des Schlangenblicks, nmn kann sich dem lähmenden Gift Nicht entwinden. 308 Worten hinein — sein „Shlva Sylvämm" wurde ein lyrisches Hohelied! In den späteren verworrenen „Blaubüchern" zeigte sich die PhantasieWle ihres eigenen Reichtums nicht mehr mächtig . alles wogt chaotisch durcheinander. ES war Strindberg nicht gegeben, tveise zu werden im Alter .... Strinddergs vor ihnr dahingegangener Landsmiann Geijerstam hat dem Freunde, der bis zu der teilten Höhe seiner Traum spiele sich emporgeschwungen, den Kran» gewunden: „Rätselhaft, reich, wechselvoll, selbstwidersprechend und doch stets derselbe, ungebrochen als Mann und Dichter, hat er zeitweilig den .Strömungen der letzten dreißig Jahre tiefer, heftiger, rückhaltloser Ausdruck verliehen als irgend einer. Er hätte sie alle um sich sammeln können: statt dessen kann man jetzt beim Rückblick auf sein Werk sagen, daß in ihm sich alles sammelt." Von der „Sirius“ zur „Titanic". Bei dem Schicksal der „Titanic" hat so mancher an den Horazischen Vers erinnert, daß mit dreifachem Erz gepanzert die Brust jenes gewesen sein muß, der als erster den sckpvanken Mel dem feuchten Elemente anvertraute. Tiefer schwanke Kiel ist immer stabiler geworden. Tie größten Fortschritte hat aber der Schiffsbau im vergangenen Jahrhundert gemacht. Es ist gerade heute besonders interessant, zurückzublicken auf die erste Reise, die ein Dampfschiff von England nach Amerika gemacht hat. Das Schiff hieß die „Sirius". Es war ein zweimastiger Raddampfer, in Leith in Schottland im Jahre 1837 mit einem Kostenaufwand von 27 000 Pfund Sterling gebaut. Am 28. März 1838 verließ er mit voller Ladung und Passagieren London, um in Cork neue Passagiere aufzunehmen. Aber ein Teil derer« die die kurze Fahrt durch den englischen Kanal bis dorthin gemacht, waren so in Angst geraten, daß sie in Cork von Bord gingen. Sie ließen ihr Passagegeld verfallen und zogen das 'sichere Segelschiff vor. Nur sechs Passagiere erster Klasse blieben an Bord, unter ihnen das Ehepaar Davenport, bekannte Schauspieler, deren Enkelin wohl die jetzt noch in Amerika wirkende berühmte Tragödin Fanny Davenport sein mag. Am 8. April verließ die „Sirius" Cork und wurde von Tausenden von Zuschauern, die das User entlang standen, mit lauten Hurrarufen und von der Strandbatterie mit Salutschüssen begleitet., Ter Schiffsraum war bis oben heran mit Waren gefüllt: er enthielt 20 Tonnen Wasser, 58 Fässer Harz, eine große Menge Stückgüter. 450 Tonnen Kohlen aber waren, da im Schiffsraum kein Platz mehr war, auf Teck verstaut. Ter Kapitän Roberts, früher Leutnant bei der Königlichen Marine, ein kühner, irischer Seemann, der später als Kommandant beS unglücklichen „Präsident" mit diesem Schiff, das im März 1841 Ncuyork verließ und seitdem verschollen blieb, samt Mannschaft und Passagieren umgekommen ist, hatte die größte Mühe, mit seinem Kohlenvorrat zu reichen. Am 11. April schrieb er in fein Logbuch: „165 Knoten. Schwere See. Sturm. Nord-Ost. Harz und Koks gebrannt und nur wenig Kohlen." Am 19. April heißt es: „145 Knoten. Eine Menge Harz verbrannt. Wind: Süd-Ost." Trotz dieser Schwierigkeiten konnte der tapfere Kapitän bereits am 22. April, 18 Tage nachdem er Cork verlassen hatte, int Logbuche verzeichnen: „10 Uhr morgens. 267 Knoten. Leichte Brise und schönes Wetter. Land gesichtet. Um 8 Uhr Maschinen verlangsamt. Um 9 Uhr Signal für den Lotsen gegeben. Lotse an Bord. Anker geworfen an der Battery um 10 Uhr morgens." Und es erinnert an den traurigen Empfang, den die Uebeblebenden der „Titanic" kürzlich in Ncuyork fanden, wenn man hört, was einet der damaligen Passagiere der „Sirius", der heute noch lebende Pfarrer Ransome, der als Kind die Reise mit seinen Eltern gemacht hat, darüber berichtet: „Mehrere Tage bevor die „Sirius" Neuyork erreicht, hatten sich Tausende von Menschen täglich an der Battery eingefunden, um die Einsahr i in den Hafen zu beobachten. Es schien, als ob die ganze Bevölkerung da wäre, um Zeuge unserer Ankunft zu sein. Tte Kirchenglocken läuteten, Kanonen donnerten und das Volk war wild vor Freude, als wir anlangten. Ein neues Verbindungsglied zwischen der alten und der neuen Heimat war geschmiedet. Nicht länger würden die, welche England zu besuchen wünschten, auf Gnade und Ungnade ben langsamen Segelschiffen ausgeliefert fein, bie den grausigen Namen „schwimMenbe Särge" trugen." Ein interessantes Beispiel für die Duplizität der Ereignisse aber ist es, baß wenige Stunden nach der Ankunst der „Sirius" in Ncuyork ein zweiter Dampfer an der Battery anlegte, bie 7,Great Western". Sie war 5 Tage nach der „Sirius" von Bristol abgesegelt. So ist diese erste Ozeanfährt eines englischen Dampfers bereits eine Wettfahrt geworden; denn bet Kapitän der „Great Western" hätte gehofft, vor seinem Konkurrenten in Neuyork einzutreffen. Tie „Sirius" war ein Schiff von 412 Tonnen, 178 Fuß lang, 25 Fuß breit und 18 Fuß. tief, unb bie „Titanic" — trotzdem die Zahlen bekannt sind, dürfte bet Vergleich interessieren — hatte 46 328 Tonnen, war 1000 Fuß läng, 112 Fuß breit. Sie hätte gut bie ganze „Sirius" in einen ihrer Packräume aus nehmen können. vermischtes. * Ein vom Glück begünstigter Kinofilm. In Paris wird zurzeit ein interessanter Film auS dem TripoliSkriege gezeigt, der zwar nicht Szenen vom Kriegsschauplatz bringt, aber ein Ereignis, das den Franzosen viel wichtiger und interessanter gewesen ist. Es handelt sich, wie das „Lichtbildtheater" berichtet, um die Beschlagnahme des französischen Dampfers „Carthage" durch die Italiener, den Zwischenfall, der jüngst eine so scharfe Zuspitzung in den politischen Beziehungen der beiden Länder gebracht hat. Ter Film ist aber nicht etwa künstlich aufgemacht, sondern der Zufall wollte es, daß sich gerade ein Unternehmer für kinematographische Ausnahmen mit seinem Apparat auf einer Geschäftsreise an Bord besand, und dieser beeilte sich selbstverständlich, als die italienischen Signalschüsse krachten und der sensationelle Zwischenfall sich darauf abspielte, seinen Apparat in Tätigkeit treten zu lassen. Und so ist seine Arbeit nun auch für die Diplomaten und Juristen und das Hafenschiedsgerichtz das mit der Angelegenheit besaßt werden soll, ein wertvolles historisches Dokument geworden. Man sieht aus dem Film deutlich, wie die italienischen Offiziere an Bord des tranzösischen Dampfers kommen und wie der Aeroplan des französischen Fliegers, den sie als zur Unterstützung des Feindes bestimmt ansehen, von ihnen mit Beschlag belegt wird. * Tierschutzzigarre. Die Pariser Liga zum Schutze der Pferde hat eine neue Zigarre erfunden, die den Namen „Eaballos" erhalten hat und die den Rosselenkern überreicht werden soll, um sie zu einer milderen und besseren Behandlung ihrer Pferde zu ermutigen. Die Mitglieder der Liga gehen bei diesem schönen Plan von der psychologischen Erwägung auS, daß der Kutscher nie tn besserer Laune ist, als in dem Augenblick, da er sich eine neue Zigarre anzündet. Die ersten Züge haben aus seine Nerven eine beruhigende Wirkung und machen ihn angeblich milderen Gedavken zugänglicher als sonst. Wir wollen also, so beschloß die Liga, eine Zigarre schaffen, die den Kutscher an sein Pferd erinnert, und so entstand diese neue ,,Caballos"-Zigarre. Sie hat eine rotgoldene Leibbinde, auf der ein Pferdekops austaucht, und die Inschrift „Sei gütig gegen Tiere." Die Zigarre selbst ist dann noch in durchsichtiges Papier eingehüllt, aus dem aufgedruckt ist: „Fort mit den Scheuklappen." Die Zigarren sind im Bureau des Vereins für Pferdeschutz zu einem billigen Preise zu kaufen; gedruckte Formulare verständigen die Kutscher, daß jeder von ihnen, der zehn Leibbinden der Cavallos-Zigarre vorweisen kann, umsonst eine hübsch geschnitzte Zigarrenspitze mit einem Pferdekopfe erhält. Jeder Bürger, der zu der Besserung des Loser der Droschkenpferde beitragen will, kann die Zigarren kaufen, um sie dem Kutscher zu schenken. Ter Roffelenker aber, so hofft man, wird bald merken, was diese Zigarren bedeuten und sich so viele dieser Glimmsteugel als irgend möglich zu verdienen trachten. So beginnt die Liga also damit, zunächst gegen die Droschkenkutscher freundlich zu sein, in der festen Erwartung, daß diese wiederum gegen ihre Pferde ein mitfühlendes Herz zeigen werden. * In Liegnitz sieht man namentlich am Sonntag zahlreiche Kadetten aus dem nahen Wahlstatt, bie sich dort aus Urlaub befinden. Beim Anblick eines solchen sagt eine ehrsame Bürgers« stau Kn einer anberen: „Ich wceß nich, ich bin doch schon 50 Iahte hier in Liegnitz, aber bie kl eenen Saldo aben, die fi eenen Aestet, — die wachsen halt nich!" Kreuj- und Tuer-Rätsel. I 2 3 4 I 4 ein kleiner Körperteil, 1 3 ein spitzer fester Keil. 2 1 als Stadt nicht unbekannt, 2 3 nimmst manchmal du zur Hand, 4 3 führt jedes Schiff mit sich; Nun rate, Freund, doch quäl dich nicht, Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Schach-Aufgabe irf voriger Nummer» Weiß Schwarz 1) Lf3 —e2 KI7 —18 ober A) unb B) 2) Da2 — a8-f-Te6—e8 3) D a 8 — f 3 4- unb matt. A) 1)...... K f 7 — e 8 8) D a 2 — a 8 + K e 8 — d 7 oder f 7 3) L e 2 n. b 5, ober Da8-g8 setzt Matt. B) 1) Kf 7 - g6 2) Da2 n. e6 + Kg6 —g6 3) D e 6 — f 6 +■ und Matt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck unb Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- imb Steindruckerei, R. Lang«, Gieße»