Donnerstag ten 18. Januar ^Wdn|ii| *m»sscfe MiBIS » W liM Pi Elückslasten. Roman von Hanns von ZobelttA (Nachdruck verboten^ (Fortsetzung.) Vorgestern hatte der Tapezierer hier die letzten Nägel eingeschlagen. Drüben an der Wand, wo der rote Seiden- t.eppich mit den seltsam verschlungenen indischen Ornamenten sich scharf und doch harmonisch von der blauen Stosfbespan- inung abhob. < Mau war der Grundton des ganzen Zimmers. So hatte sie es gewollt mit ihrem feinen Farbengefühl, im sicheren Bewußtsein, wie dies matte Mau zu ihrem blassen Teint, zu ihrem rotgoldenen Haar paßte. Der Dekorateur halte wieder und wieder den wohlwcisen Kopf geschüttelt: blau die Wände, blau der Teppich, blau die Bezüge, blau sogar die Seidendecke über dem kleinen Jbachflügel. Mit -feinen Nuancen freilich, mit einer Silberborde hier, mit vielen ganz schmalen, dicht nebeneinandergesetzten bordeauxroten Streifchen an den Vorhängen — aber doch immer blau. Sie hatte auf ihrem Sinn bestanden, und gestern, als das geschniegelte Herrchen noch einmal zur letzten Schau gekommen war und sie mitten im Marr gesehen hatte, machte er eine devote Verbeugung: „Gnädiges Fräulein hatten doch recht." Es war ja sehr komisch: ihr hatte das fast wie pn Symbol geklungen. Nur immer auf dem eigenen Sinn bestehen! Sich selbst vertrauen, sich nicht beeinflussen lassen! Jetzt — und später — immer! Wenn man sich so tief hat Lücken müssen und sich so viel versagen mußte, dann fühlt man erst, wie wohl es tut, auf dem eigenen Sinn bestehen dürfen. Und das machte nur der Reichtum möglich. Nur das Gold, das die törichten Menschen elendes Gold nennen. Gesegnet seist du, Onkel Reinhard! Merkwürdig war's ja, wie der neue Reichtum auf die Menschen wirkte. Auf Water eigentlich am wenigsten. Er hatte sich ja überall ein bissel was zugelegt, aber im großen und ganzen war die Veränderung nicht überwältigend. Aber Mama Mama, die früher jeden Silberling so oft in der Hand wendete, wie ihr schwarzseidenes Kleid — Mama hatte entschieden einen Zug zur Berschwendung bekommen. Da mußte man sogar manchmal steuern, daß der nicht zur Geschmacklosigkeit führte. Eberhard? Ich glaube, der ist auf dem gleichen Wege, wenn er auch immer an allem, was geschmacklos ist, vorübersteuern wird. Friedel? Das ist eigentlich der komischste — Friedel knausert. Vorläufig nicht im großen, aber im kleinen. Er entwickelt sich zum Finanzmann, neulich sprach er schon von seinem Bankier und seinem Scheckbuch. Und ich , &. ich rr-i J« . . . das Leben will ich genießen... in Schönheit genießen . . . bewundert werden, angebetet. . . und Herr-, scheu. ... Draußen kam's die Treppe 'herauf mit Holter und Polter. Immer drei Stufen auf einmal, wie es schien. Und dann wurde die Tür weit aufgerissen, Dodo stürmte herein, noch im Schlittschuhkleide, mit halbgetauten Schneeflocken auf dem Pelzbarett; und mit ihr ein so frischer Winterhauch, daß die Schwester unwillkürlich die Füße unter die Matinee zog. „Nein aber, Signe! Warum bist du nur so früh fortgefahren. Da wurde es ja erst schön. Himmlisch war's Die Maikäfer spielten. Die ganze Mase kam angetanzt, und wir haben eine Quadrille gelaufen — einfach zum Küssen. Ein Kamelchen warst du, daß du nicht bliebst, einfach ein Kamelchen . . ." Und sie schob die blaue Ndatinee ziemlich rücksichtslos zur Seite, hockte sich neben der Schwester nieder, fast wie ein Junge, und erzählte mit strahlenden Augen, wie himmlisch es gewesen wäre. „Die hatte ich ganz vergessen," dachte Signe. „Dodo! Die hat sich gar nicht verändert. An der ist der ganze große Umschwung spurlos vorübergegangen. Grad so himmlisch hätte sie sich auch in Körlin amüsiert — das Kind." Schweigend hörte sie zu. Schweigend auch, als Dodo sich recht achtlos das Jackett abstreifte und das Barett von dem schwarzen üppigen Haar nahm. Aber sie musterte sie dabei doch. „Hübsch ist sie nicht, wenigstens kaum hübsch. Eine gute Figur wird sie bekommen, wenn sie sich mehr gestreckt hat, und frisch ist sie. Mehr nicht. Aber zum lieb haben — das Kind. Abschleifen muß man sie, sonst eckt sie an." „Hardi war auch da. Im neuen blauen Rock. Na, noch ein bissel sehr, sehr neu. So als ob der ganze Kerl noch nicht recht hineingewachsen wäre. Mit einer ganzen Horde Kameraden. Von den pikfeinen Herrchen lief natürlich keiner. Bloß zusehn, sagte Eberhard. Da hab ich ihn ein bissel angebtasen, weißt du, und es gab einen kleinen Krach. Weißt du — was ich mir davor kaufe!" Es war vorüber mit Signes wohliger Stimmung. Sie war herausgerissen. Unwillkürlich zog sie wieder eine Maske, vor das Gesicht: nur sich nicht gehen lassen; auch nicht vor den Allernächsten. Den Allernächsten? Im Grunde: zählte denn diese kleine Dodo dort zu den Allernächsten? Eine Welt lag zwischen ihnen. Gern hatte sie die Dodo — lieb sogar. Aber gemeinsam hatten sie nichts, nicht die Erfahrungen des Lebens, nicht dessen Enttäuschungen, nicht die Freude an der Gegenwart, nicht Wünsche und Hoffnungen auf die Zukunft. Und das, was man an dem Kinde als das Reizendste empfinden mußte, die sprudelnde Natürlichkeit, zog vielleicht erst recht eine Trennungslinie, Was joli — 38 Ein Fluch Afrikas. Born Aberglauben im schwarzen Erdteil. Won H. Singer. 'In Aeguatorialafrika, vor allem auch in großen Teilen unserer neuen Erwerbungen aus dem französischen Kongolande, wütet die Schlafkrankheit, die die Eingeborenen in Massen dahinrafft und bewirkt hat, daß weite Strecken, besonders im Gebiet des Sanghastromes, bereits zur nahezu menschenleeren Wildnis geworden sind. Die Kolonialstaaten versuchen gegen die Krankheit anzukämpfen. Die Aussichten sind zwar trübe, aber ein schließlicher Erfolg ist möglich. Eines anderen, älteren Fluches Afrikas', der Sklaven-« j a g d e n und der damit verbundenen verheerenden Begleitumstände, ist Man heute schon -einigermaßen Herr geworden. Einigermaßen erst — jöemt noch steht keineswegs jeder Winkel Afrikas unter wirksamer europäischer Aufsicht; aber Erscheinungen wie etwa Samory, Rabeh, die sansibaritischen Araber und die Sultane von Barnu, Bagirmi und Wadai, gehören doch für immer der Vergangenheit an, sind künftig nicht mehr denkbar. In Kamerun und dem englischen Nigeria haben bis noch vor wenigen Jahren die mohammedanischen Fulbesultane alljährlich zu bestimmten Zeiten Sklavenjagden in den benachbarten sogenannten Heiden- ich mit ihr? Und ich — ich bin für sie viel zu kompliziert. Sie kann mich nicht verstehen. Dodo hatte wohl eine Entgegnung erwartet. „Einen festen Krach gab's mit Herrn Eberhard-Hochgeboren," wiederholte sie, „. . . na, und dazu sagst du gar nichts?" „Was soll ich dazu sagen? Höchstens: klug ist es nicht. Wir armen Mädels, mußt du wissen, werden während der Saison so manchmal aus die Brüder angewiesen sein." Hellauf lachte Dodo, stemmte die Hände in die Hüften und wiegte sich. „Du — auf Hardi uni> Friedel? Du Schönste der Schönen. Lächerlich! Du glaubst es ja selber nicht. Und ich Aschenbrödelchen muß eben meinen Stiebel alleine gehen, denn auf die gnädigste Fürsorge der beiden geb ich keinen Pfifferling. Ist mir auch ganz schnuppe! Denn eigentlich, weißt du, mach ich mir aus dem ganzen Gesellschaftskram nichts." „Der Appetit kommt erfahrungsgemäß immer beim Essen." Dodo schüttelte den Kopf. Ein Weilchen stand sie wie unschlüssig, dann holte sie sich einen kleinen Hocker und setzte sich zur Schwester. Sprang aber gleich noch einmal auf und zog Signes Kleid bis über die Fußspitzen herunter. „So... in den Spinnwebenstrümpsen holst du dir sonst noch einen Schnupfen, und der soll selbst der Allerschönsten schlecht zu Gesichte stehen. So . . ." sie hockte nieder, stützte das Kinn in beide Hände und sah vor sich hin. „Also beim Essen kämmt der Appetit. Ich wollte schon immer mit dir darüber sprechen, ganz ernsthaft. . . aber freilich nicht vom Gesellschaftstrubel. Sondern von uns hier, von uns allen. Weil's mir nämlich auch so vorkommt, als ob uns beim Essen der Appetit gekommen wäre. Verstehst du mich?" Signe verstand schon. Aber sie sagte dennoch: „Worauf willst bu denn hinaus?" > „Nun . . . aus alle die Veränderungen, die mit uns vorgegangen sind, seit wir aus Onkel Reinhards großem Suppennapf löffeln. Ich hab das ja zuerst auch alles riesig nett gefunden, schon allein, daß Mama nicht mehr so ängstlich knausern muß und Vater alle Sorgen tos ist. Ich kann dir sagen, Signe, in Körlin war zuletzt wirklich Meister Knapphans bei uns im Anrücken. Aber nun hab ich doch so meine Gedanken —" „Hast du? Sieh mal an." „Du brauchst gar nicht zu spötteln. Manchmal, finde ich, war's in Körlin gemütlicher. Mutter hat eigentlich nie für uns Zeit, hat immer den Kopf voller Besorgungen und Einkäufe. Vater sitzt über Akten und Rechnungen und was weiß ich, oder er rennt spazieren. Und er .ist dabei gar nicht so frisch wie früher, alle Augen-- blicke klagt er über den Magen. Die Brüder — na, Eberhard möchte nachgerade Prinz von Arkadien werden, und sein Vollblütler ist ihm, das kannst du mir glauben, lieber als wir beiden Schwestern zusammengenommen. Friedel erstickt nächstens in feinem hohen Stehkragen und in feiner Weisheit . . ." „Male nur weiter und ich?" Da beugte sich Dodo vor und umfaßte die Schwester zärtlich. „Du, ©gine .... ja, du auch! Sei nicht böse ! Du willst für mich das reine Pflänzchen Rührmichnichtan werden. Wie du zu allen anderen Menschen bist, das ist mir im Grunde ganz egal. Wer mir gegenüber sollst du nicht die Prinzessin spielen. Du bist ein paar Jahre älter — na gut. Du bist gewiß klüger — schön. Aber du bist doch meine Schwester, meine liebe gute alte Signe —" Leidenschaftlich hatte sie zuletzt gesprochen, und immer fester hatten sich ihre Arme um Signe geschlossen. Die schüttelte nur langsam den Kops und' lächelte. „Aber Kind!" „Ja Kind! Meinetwegen Kind'. Ich wollte, ich wäre noch ein rechtes Kind, dann würde ich das alles gar nicht so empfinden. Aber ich fühl's, wie du dich mir entfremdest. Alle werden wir uns fremder, aber von dir schmerzt's mich am meisten. Sei du der ganzen Welt gegenüber die große kühle Dame, die anstatt des Herzens einen Kieselstein in der Must trägt. Du mußt ja wissen, ob das auf die Dauer bekömmlich ist. Aber ich hab Anspruch da — da — muf dies Herz! Hörst du! Ich will, daß du mich lieb hast." ■ Signe schob den Ellenbogen unter und richtete sich ein wenig auf. Etwas wie Neugier und Ueberraschung regte sich in ihr: „Alle Wetter, hat das Mädelchen Temperament. Md etwas. Wahres ist auch A allem,, was sie sagt. .Abe« unbequem ist sie ■— und kann noch viel unbequemer werden.^ ..Laut sagte sie: „Schäfchen! Du bist wirklich ein liebes! Schäfchen. Wie kannst du dir nur solche Dummheiten einbilden? Soll ich's dir noch ganz besonders versichern, daß ich dich lieb habe? Komm, gib mir einen Kutz. Küsse unter Schwestern gelten zwar heut als sehr unmodern, aber warum soll man denn immer modern sein." Um Dodos frische Lippen zuckte es. „Du treibst Spott mit mir, Signe. Für eine Theaterszene im Biedermeierstil bin ich nicht geschaffen — trotzdem die am Ende heut auch wieder hochmodern wäre." „Sieh mal an. Eine ganz hübsche ästhetisch-literarisch- kunsthistorische Bemerkung. Lernte man so etwas auch in deinem geliebten Körlin? Wer nun mach mich nicht böse: ich kann doch nicht mehr tun, als dir sagen: ich hab dich gern." „. . . sag lieb, Signe!" „Ich hab dich lieb!" Und sie legte ihre Arme, um Dodos Nacken und küßte! sie herzlich Und dann sprang sie auf, schritt zum Flügel, warf die Decke zurück und öffnete das Instrument. Einen Augenblick überlegte sie. Gleich darauf klang ihrs herrliche Altstimme durch den Raum. Sie sang Mörikesr „Wir Schwestern, wir schönen - Wir haben nußbraun Haar — Und flichtst du sie in einen Zopfs Man kennt sie nicht fürwahr. Wir Schwestern, wir schönen, Wir tragen gleich Gewand Spazieren auf dem Wiesenplan Und singen Hand in Hand —" * Es wurde heute etwas früher gegessen als gewöhnlich, denn für den Abend war eine Loge im -Opernhaus bestellt. Das Speisezimmer lag im Erdgeschoß. Als die beiden Schwestern, Arm in Arm, die breite Freitreppe herabkamen, stand Vater grad in der großen Halle. Das hübsche Bild erfreute ihn. Er klatschte fröhlich in die Hände und ries: „Bravo, ihr lieben beide. So etwas lob ich mir. Und famos seht ihr aus. Kommt mal her — ich muß das genauer ansehen." Sie waren schon in großer Gesellschaststoilette. Signe wieder in ihrer Lieblingsfarbe, einem mattblauen Seiden« kleide, Dodo in duftigem cremefarbigem Chiffon. Vater ließ sie Revue passieren, tat ein paar Schritte zurück, ein paar Schritte vor. „Hervorragend, soviel ich davon verstehe." Er schmunzelte . „Der Ausschnitt wäre wohl für Körlin ein bissel reichlich, aber hier — na, das ist ja wohl Hofsitte." Dann gab er erst der Aelteren, dann Dodo einen Kuh: „Vorspeise fürs Diner." Aber er empfand dabei selbst den Unterschied, den er machte. Signe küßte er auf die Stirn; immer hatte er das dumme Gefühl: eigentlich kann man ihr nur die Hand küssen. Dodo nahm unb erhielt einen ordentlichen Schmatz, und zum Ueberfluß klopfte er ihr noch sanft und zärtlich auf den Nacken: „Du bist gut bei Fleische, Kind, könntest Signe was abgeben —- wenn man so an den derberen Geschmack denkt/ (Sortierung folgt.) 39 ländern in Szene gesetzt; damik ist e§ Heute nichts mehr. Das Schlimmste bei diesen Menschenjagden war, daß nur der geringste Teil der Uebersallenen lebend fortgeschlevpt wurde, nämlich die jungen Weiber und die Kinder. Die übrigen Gefangenen ließ man gewöhnlich über die Klinge springen. Und da die Sklavenjäger nie vergaßen, die Felder zu Pernichten und das Vieh wegzutreiben, so zog Hungersnot ein, und es gingen viel mehr Menschen nebenher zugrunde, als wirklich geraubt wurden. Nun gibt es noch einen dritten Fluch Afrikas, unter den: noch heute ungezählte seiner Bewohner dahinsinken, trotz der Kolonisationsarbeit der Weißen. Er entgeht gewöhnlich ihrer Aufmerk- sammt und erscheint nur selten als Faktor in den Rechnungen der Kolonialpolitiker;, denn die Wirkungen treten nicht so offen zutage, wie etwa bei Sklavenraubzügen oder der Schlafkrankheit. Dieser Fluch ist der Ab er g l a u b e der schwarzen Menschheit, ein Aberglaube so finster, wie etwa der noch nicht weit zurückliegende Hexenwahn europäischer Völker. In der kolonialen Praxis herrscht heute der an sich ganz vernünftige Grundsatz, daß die Beamten und Offiziere sich der Eingriffe in die sozialen Verhältnisse, die Rechtsanschauungen und sonstigen inneren Angelegenheiten der Sultanate und Häuptlingsschaften möglichst enthalten sollen, besonders dort, wo die europäische Herrschaft nur erst an der Oberfläche haftet. Es genügt in diesen Fällen, daß die Stamm« mit einander Frieden halten, für Sicherheit sorgen und ihren Steuer- oder Arbeitsverpslichtungen gegen die Stationen leidlich nachkommen. Um das, was sie sonst tun oder dulden, pflegt man sich wenig zu kümmern. Daher kommt es, daß der Aberglaube nach wie vor Verheerungen anrichtet. . Zur Erläuterung dieses beklagenswerten Zustandes mag hier auf Beobachtungen Bezug genommen werden, die ein französischer Offizier namens Poupard teilweise gerade in den Gegenden hat sammeln können, die durch das jüngste Kongoabkommen deutsch geworden sind. Man weiß, daß die Franzosen ihre Kolonie Aequatorialafrika, aus der jene Kompensationen h raus- geschnitten sind, noch sehr wenig in der Gewalt hatten, oaß sie ihnen größtenteils nur auf dem Papier gehörte, und daraus erklärt es sich leicht, daß Dinge, wie sie Poupard vor drei Jahren bekannt gab, hier sogar ganz in der Nähe der Militärstationen vorkommen konnten. Der Hauptträger des afrikanischen Aberglaubens ist der Fetischpriester mit seinem Anhang. Man verabscheut ihn im Dorfe oder Stammesbezirk und zeigt ihm doch stets ein freundliches Gesicht. Man fürchtet ihn und überhäuft ihn doch mit Gunstbezeugungen. Ihn schützen eben seine Verbrechen; denn seine Schüler, die er allein kennt, würden ihn durch allmähliche Vernichtung des ganzen Dorfes rächen, wenn es jemand einfallen sollte, ihm zu schaden. Der Fetischpriester bedient sich kstnes Kr'egs- handwerks enges und hat doch eine wirksame Was e, und d e s' lägt schnell, sicher und geräuschlos. Sie hinterläßt keine Blutflecken und sonstige Spuren. Der Betroffene selbst spürt sie kaum, er leidet wenig, stirbt aber immer. Diese Waffe ist das Gift. In der Umgegend von Libreville beobachtete Poupard beim Durchzuge durch ein Dorf eine sehr bewegte Szene, die damit schloß, daß jemand ein Getränk, das ihm gereicht wurde, zu sich nahm. Der Franzose begriff damals die Szene nicht, später wurde sie ihm erklärt. Es handelte sich einfach um die über ganz Afrika verbreitete Giftprobe, der sich ein irgend eines Vergehens Beschuldigter aus Veranlassung des Fetischpriesters zu unterwer'en hatte. Will der Zauberer nicht, daß der Beschuldigte stirbt, hat ihm dieser z. B. insgeheim ein ansehnliches Geschenk gemacht, so verringert er die Menge des Giftes und lenkt nachher den Verdacht aus einen aitderen, der vielleicht weniger glücklich ist. In dem erwähnten Fall starb der Angeklagte nach einer Stunde, womit auch seine Schuld als erwiesen galt. Ein anderes Mal befand sich Poupard in der Zollstation Mbeto und vernahm Gestöhn aus einer Hütte, die nur 300 Schritte von der Behausung des weißen Beamten ablag. Man sagte ihm, da läge eine ganz gleichgültige kranke Frau. Tatsächlich lag darin ein von Messerstichen und Schwerthieben schrecklich zerfleischtes Weib, das schon tagelang in diesem Zustande und offenbar dein Tode nahe war. Die Europäer verbanden sie und nahmen sie mit sich, und sie kam wider Erwarten mit dem Leben davon. Und was hatte sie verbrochen? Der Gatte, der noch mehrere Frauen hatte, war gestorben. Während die Leiche begraben wurde, orakelte der Fetischpriester, der Tod sei kein natürlicher, sondern von einen: der Weiber verschuldet worden. Sogleich stürzten sich die Männer auf die Frau des Verstorbenen. Die eine strauchelte bei der Flucht und wurde in der erwähnten Weise mißhandelt; denn sie war -„ohne Zweifel" die Schuldige. Die Frau ist eben in Attika, abgesehen von den Saharastämmen, rechtloser und gefährdeter als sonst wo. In der französischen Kolonie Gaboir haben sich die verheirateten Männer ein sonderbares Ding zurecht gemacht, das sie „Bieri" nennen, und mit heg: sie ihre Frauen ängstigen. Es genügt nämlich für eine Fran, eine Bieri zu sehen, um sterben zu müssen. Das Bieri ist eine zylindrische Schachtel aus Rinde, die eine oder mehrere Schädeldecken enthält, besonders von angesehenen Vorfahren der Familie oder 'von einem berühmten Zauberer. Diese geheimnisvolle Schachtel wird in einer verborgenen Ecke niedergelegt, auf einer Art von Altar mit häßlichen, schreckhaften Verzierungen. Sie ist der Gegenstand eines, besonderen Kults, .und -abenteuerlicher Riten,. wird nur aus außergewöhnlichen Anlässen hon ihrem Platze entfernt und in dringenden Fällen um Rat angegangen. Mle Frauen und Kinder müssen beim Nahen eines Bieri verschwinden. Wehe dann dem, der ihn aus Unachtsamkeit oder infolge einer ihm gestellten Falle gesehen hat; der Tod ist ihn: gewiß. Urtb- die Frau schwebt dabei in besonders großer Gefahr; denn ihre häuslichen Pflichten zwingen sie ja, beständig in der Nähe dieses bösen Nachbarn zu leben. Wird nun ein argwöhnischer oder launischer Ehemann gewahr, daß seine Frau träge, ungehorsam oder gar untreu zu sein scheint, so zögert er nicht mit der Beschuldigung, sie habe einen indiskreten Blick aus das Bieri geworfen, oder richtet es mit Litt so «in, daß sie es sehen muß. Damit! ist das Verfahren konstruiert, und sie stirbt dann auch bald, sei es plötzlich oder nach einem Leiden, dessen Symptome immer dieselben sind: sie ist vergiftet worden. In einem Dorf am Muni wohnte ein Greis mit 22 Weibern, von denen einige jung und hübsch waren, und man nahm wahr, daß alle jungen Männer, die sich in der Nähe anfledeln wollten und vielleicht auch aus dem für -den Alten überflüssigen Weiberreichtum Nutzen und Annehmlichkeiten zu ziehen gedachten, auf geheimnisvolle Weise starben. Sie waren vergiftet worden, sei es durch den Fetischpriester selbst, sei es durch Gift, das bei ihm gekauft worden war. Die Bevölkerung der Gabonkolonie — es sind die Mfang oder Pahuins — ist kräftig und an Geburten mangelt es nicht, und doch sind die Dörfer dünn gesäet, so daß auf den Quadratkilop meter nur eine.bis zwei Seelen entfallen. Aber das erklärt sich leicht: die. Kinder werden geboren und siird- lebenskräftig, aber die Erwachsenen sterben, verschwinden, man weiß nicht: !vie. Oder vielmehr, man weiß es sehr gut, aber die Furcht vor den Fetischpriestern sitzt derart tief, daß man sich gegen ihr Trechen nicht aufzulehnen wagt. An einen natürlichen Tod wollen die Eingeborenen nicht mehr glauben; sie sind vielmehr überzeugt, daß jedem Todesfall ein Verbrechen zugrunde liegt. Da muß man also den Schuldigen finden, uni> man ruft nach dem Zauberer, der, um nicht aus der Atolle zu fallen, ein Opfer bezeichnet. So zieht jeder Todesfall unvermeidlich den Tod eines zweiten Menschen nach sich. Wie ungünstig dadurch die Bevölkerungstzahl beeinflußt wird, ist klar. Poupard glaubt, daß alle die Kriege und Krankheiten, die den schwarzen Erdteil heimgesucht haben, alle die Sklavenjagden mit ihren Schrecken, alle die afrikanischen Tyrannen mit ihren Henkern nicht so viele Menschenleben gefordert hätten, wie der Zaubererglaube, der in schwärzester Gestalt gerade am Kongo regiere. Das ist vielleicht etlvas übertrieben. Sicherlich aber ist das afrikanische Fetischweseir mit so viel verderblichen Folgen für die Neger verknüpft, daß die Kolonisatoren seinen Auswüchsen nicht minder kräftig zu Leibe gehen sollten, wie sie der Verbreitung des Alkohols oder dem Sklavenhandel entgegentreten. Leider wird das vorläufig nur in beschränktem Umfange möglich sein; denn es handelt sich da um ein tief in abergläubischen Vorstellungen wurzelndes Uebel, dessen Bekämpfung schwere Er« schütterunge!: rrach sich ziehen könnte. §e!ix Dahns pr-aktikantenffreiche. Min 11. Oktober 1854 hatte Felix Dahn seine juristisch«! Prüfung abgelegt, und wenige Tage später trat er bei dem „Königlichen Landgericht München, rechts der Isar" als Rechtspraktikant ein. Er arbeitete zunächst unter Assessor Müller in der Abteilung des Landgerichts für bürgerliches Recht. Jedoch gleich am ersten Tage, so erzählt er selbst launig in seinen Erinnerungen, ging er bestürzt um 12 Uhr mittags und noch bestürzter um 6 Uhr abends nach Hause und dachte schon daran, seinem Vater gu erklären, er sei unfähig, je im Rechtsdienste irgend etwas zu leisten. „Denn ach (das ist die Erklärung) ich sollte ein „Protokoll" schreiben, uitb ich hätte ebenso leicht! Seil tanzen können! Die verwickelten Feinheiten der Geschichte des altrömischen Erbrechts konnte ich hersagen, und der ganze Reichskammergerichtsprozeß war mir herzvertraut, aber was ein „Protokoll" war, wie so ein Ding aussah, das hatten wir nicht gelernt." Der Herr Assessor allerdings lächelte über diese Veirzweif- lung seines Lehrlings gutmütig und meinte ermunternd: „Run- Herr Dahn, gar so viel dümmer kommen Sie mir auch nicht vor, als die vielen Dutzend, die das vor Ihnen gelernt haben. Aber — Jesus Maria und a bisserl an Josef! — was seh ich da? Sie können ja twch nicht einmal Akte:: binden! Und Sie wollen promovieren? Kommen's her! Ich zeig Ihnen 's Aktenbinden! — das ist die erste Staffel zum Justizminister!" Dank der Mühe des Assessors lernte Dahn denn auch das Akteubmden (wie übrigens auch das Protokollschreiben!) aufs vollkommenste, und nun ging er mit einem wahren Feuereifer in die Amtsstube und arbeitete ebenso Ivie der vorbildliche Assessor außerhalb! der Dienststunden. Der Assessor war nämlich mit Arbeit überhäuft, und der dankbare Dahn wollte ihm recht viel von seine« Arbeit abnehmen. „Ich werkte, (erzählt Dahn) wie er unter der Arbeitslast litt, und ward von wahrer Wut erfüllt gegen di« „Rückstände", welche sich, gleich den nachmachsenden Häuptern der Hydra, immer wieder auf seinem Tische häuften. Da beschloß ich, ihm einmal gründlich und für immer zu helfen-, .U® Ostern 4E warst Er tm Samstag früh zu einer Kommission nach Oberhaching gefahren; so hatte ich diesen ganzen Tag und die beiden Feiertage für mich; ich arbeitete jeden der drei Tage etwa 10 n- und als E Dienstag der Herr Assessor eintrat, waren alle „Rückstände" — verschwunden. Erschrocken sah er mich an „Um Gottes Willen — wo mb denn alle die Akten? —Erledigt!" sagte Dahn darauf prahlend. „Hab alles signiert Liegt schon alles zum Abschreiben bei den Schreibern 6 haben Nur zu unterschreiben!' — -^Sr? Unglücksmensch! Sie Narr!" schrie er, rannte zornroten Kopfes zu den Schreibern urtb entriß diesen, was noch zu retten war. Ach! „reiner Tor'" Ich hatte mich in meinem „Brererfer an dre schwersten Dinge gemacht, an Fragen, von denen ich noch gar nichts verband, an Konknrsakten, an Sachen, in welchen erst ein neues Schriftstück der 'Parteien oder das Ergebnis einer Requisition zu erwarten war, bevor „signiert" werden konnte. Ich aber hatte frisch drauf los „signiert" nach bestem — freilich sehr unzulänglichem Wissen! Den ganzen Tag sprach ier kein Wort mit mir. Und ich hatte es doch so gut gemeint und beide Feiertage „Harald und Thwno', der Edda und den geliebten Rechtsaltertümern von Jakob Grimm entzogen! Am Tag darauf, abends 6 Uhr — wir waren allein — legte er mir die Hand auf die Schulter: Tun's das nie mehr! Gelt? So! Und jetzt zahl' ich Ihnen eine Maß. Gehn's mit zum Franziskaner!" Das tat er keinem andern. Mir war, als halt' ich den Michelsorden gekriegt." Vermißtes. * F r a u e n m o d e n i in R e i ch e d e r M i t t e. Wird die Revolution in China, die so überraschend die Gersteswandluug der Söhne deS Himmels offenbart, auch in der nächnen 3e*t die Litten und Bräuche der chinesischen Frauenn>elt verändern? Das ist die F>aqe, die der Pariser Journalist de Marechal einem vertrauten Freunde und Mitarbeiter, Sim Yat Sens, vorgelegt hat und deren Beantwortung einen interessanten Einblick in das Leben der ckme- stseven Frau und in ihr Verhältnis zur 'Mode gewährt. „Bor allem", so erklärte der Freund Sun Yat Sens, „mu6 man streng unterscheiden zwilchen der chinesischen Frau und der Mandschu- irau Sie sind einander in Tracht, Sitte, Temperament und Wesen aunerordenltich verschieden. Ich glaube nicht, daß die Mandschu» srau in abiebbarer Jett euroväische Sitten annehmen wird, oder jeden atls nicht die guten europäischen Sitie». Tie Rasse der Mandschu ist ihrem Wesen nach sehr konservaiiv, sträubt sich gegen Aenderungen und Wandlungen. Bor allein aber sind die Mandicku- frauen keine Anhängerinnen intellektueller oder künstlerischer Bildung, und in'olgedessen siebt ihre Kultur auf keiner hoben Stuke." Dieser Unterschied gegenüber der wlssensöurüigen Ehmesin, die nach den alten Traditionen ihres Boltes von fiübeüer Jugend an die Achtung vor aeifttger Bildung und Wissen geleint bat, prägt sich ctueb tm änderen l'eben aus; die Dlandschuirau jncbt im Veben on eie Genüsse und sie kleidet sich auch anders Ivie die Chinesinnen. Tie reut eines reichen und vornebmeu Mandschus tragt eine 'Art kurze seidene Jacke und einen seidenen Rock, während die Chinesin eine lange .tacke trügt, die !ür den europäischen Blick in ihrer Länge an einen Gehrock erinnern mag. Ter ott pelzbesetzte Kragen dieser Jacke ist immer hochgeschlagen, statt des Rockes der Alandschufiau aber trügt die Chinesin seidene Beinkleider. Tie Wesensverschieden- heiten des Geschmackes zwischen den Rassen prügt sich aber vor allem in dem Kopfschmuck aus. Tie Chinesin trägt eine eng anliegende, an den Rändern mit Stickerei geschmückte Kappe, die Alands bmrau dagegen eine sehr umnäudliche und auffällige Frisur. Ihr uopk schmückt em hoher, schmetterlmgarliger Ausbau aus falschem Haare, der mit Hilfe eines Trahtgestelles m seiner Lage erhalten uurd. In seinen Formen erinnert dieier künstliche Ausbau au die grobe seidene Schleite, die die Elsässerin als Kopfschmuck trägt, nur daß diese Zierde der Mandschukrau nicht aus Llofs, sondern aus künstlichem Haar besteht, -ier Haaibau der Mandschu- srau ist für sie auch die Gelegeiiheit zur Entsaltnng von Prunk, alles, was sie an Kostbarkeiten und Juwelen besitzt, richtet sich auf diesen Haarausbau, in den gern Perlenketten verwoben werden. Tie Mitte der Frisur bildet immer eine schwere kostbare Spange, die oft mit Juwelen besetzt ift und in senkrechter Richtung an dem Haaraufbau angebracht ul. so daß sie an ihrem unteren Ende den Scheltet berührt. Dte Chinesin dagegen schmückt sich mit einem Perlenbaud, das um den Hals getragen wird, und das einen möglichst schweren und kostbaren Anhänger tränt, der dann auf der Brust pendelt." Wenn aber auch diese beiden einander so verschiedenen Trachten einstweilen noch wenig Berührungspunkte mit euroväiscber Mode zeigen, so lägt sich doch annehmen, dab tm Gegensatz zu der Mandtchufrciu die Chinesin verhältnismässig rasch europäisches Fühlen und europäische Sitten annehmen wird. Tie Dlaiilschuirau verbringt ihren Tag mit Spiel, sie raucht Cpinm und hat eine besondere Vorliebe für Theater, ja viele von ihnen hallen sich SckauspielergeseUschasten und Tänzer, wie sie überhaupt männliche Umgebung und männliche Bedienung vorzreheu. Tie Chinesin dagegen lebt sehr zurückgezogen, bat nur ihre Dienerinnen, sie kennt die Svielleidenscbaft nicht, die Beschäftigung tlner Mube- stiinden ist Malerei, Stickerei und Musik, fa viele von ihnen mache» auch heimlich ihre Gedickte. Da sie aber durch ihre Erziehung über eine einstweilen ireilich einseitig ckmesiscke Bildung ver'ügen, leien sie auch viel, haben einen gröberen Gesichtstreis, vor allem aber eine lebhaftere Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit des Eieistes, so dab sie sicher die er'ien sein werden, die sich in verhältnismässig kur er Zeit den neuen Umständen anpassen werden, wobei naturgemäß auch ihre Lebensweise und ihre Tracht fremden Einflüssen zugängig werden. Xk. Das Schiff d e S Jahres 2000. „Wo das Rechne» anfängt, hört der gesunde Menschenverstand auf.“ Für dieses boshafte ivort Schopenhauers liefert ein amerikanisches Blatt einen tressticheu Beleg in einer Phantasie über das Schiff des Jahres 2üj0. Tie „Clermont", der erste Dampfer Fultous, war 130 Fug lang; jetzt, 100 Jahre später, baut man Schifte von 1000 Futz Länge, also wird man wieder 100 Jahre später Schiffe bauen, die im gleichen Maßstäbe vergröbert sind: d. h, das Schiff des Jahres 2i>00 bat, sehr mässig gerechnet, eine Länge von 48u0 Fub, 1400 Metern. Wie dieses Schiff sonst eingericktet ist, weib das amerikanische Blatt auch in Wort und Bild zu erzählen. Zu dieser Vban- tasie ist übrigens zu beinerfen, dab manck es, was als Phantasie angenommen wird, bei Schiffen der Gegenwart schon verwirklicht ist oder wird. Golfplätze, die das amerikanische Schiff des Jahres 2u00 zeigt, hat z. B die „Clpmpic" an Bord. Ter gewaltigen Länge entsprechend ist das Schiff des Jahres 2000 auch recht breit, nämlich 13b Meter. Seme Höhe (26 einzelne Geschosses wird mit etiua 44 'Dieter angenommen. Im Querschnitte sieht man, was die 300 090 Fahrgäste (>o viel soll es nämlich befördern I alles zur Verfügung haben: Tie 4 edaufbautcii zeigen Flugplatz» etnri i tnngeit; auf dem obersten Teck ist eine schöne Automobil» rennbabit mit einem Zielriu terbause zu sehen, aubeidem muß auch die Steiiiwaite ganz oben angebracht werden. Eine richtige Feuerwehr mit Automobilea >md Pieroegespcnmen fehlt nicht; auf einem tieferen Deck ist eine schön Reit- und Fahrbahn, sowie eine Pferderennbahn, bei der natürlich bei den Riesenmabcn des Schisses klalsiscke Rennen entschieden werden können^ Weiter ift an B nd des Schiffes bemerkenswert: der künstliche Fischgrund für leiben» schädliche Angler, eine Börse, ein Warenhaus, em sehr weitläufiges Post» und Telephonaml, die Strabenbahn, die Polizeisiatioii, der Schiebvlatz, das Gerichtsgebäude, das Fubball'eld, die Tennis- pchtze und die — Berg- und Ta.bahn für Leute, die es lieben, während der Seereise eine kleine Elsenbahnreije zu machen. Tatz em Luischiff und Meffengerboys an Bord sind, bedarf wohl keiner desondereii Erwähnung. Emen gewaltigen Vorzug hätte ein solches Riejenschiff bestimmt, wenn es auch ionit durchaus unwirtschaftlich märe: die Fahrt wäre vermutlich auch bei sehr stürmischer cec ganz ruhig. Nimmt man etwa an, daß die laugen Wellen deS Weltmeeres eine Turchschnittslange von 100 Metern haben, so erkennt man, dab kleine Schiffe auf ihnen nicht allzu sehr schwingen uns schaukeln, weil ihr Kiel dauernd unter Wasser bleiben kann. Gröbere Schiffe, deren Lange unter 200 Dietern bleibt, müssen stark schaukeln, weil, wenn sie mit der Mitte auf dem Kamm einet 'Ibelle sind, beide Enden frei schweben und bann das plötzliche Ern- tauchen erfolgt. Roch längere Schiffe, von mehr als 300 Meter» Länge, fahren viel ruhiger, weil sie stets mmöeftens zwei Wellen- tännne unter sich Haien und daher praktisch genau roagerecht bleiben, bloch größer e Schiffe ruhen gleichzeitig aus mehrere« Wellenkämmen und fahren deswegen noch ruhiger. ttönigspromenade. Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weis« miteinander verbinden, dab man — rote der König auf dem Sckach» brett — stets von einem Feld au« auf em benachbartes übergeht. Auflistung in nächster 'Nummer. zwei kän fruchte wem und kleine 0« tra neu weil dem blitz auch gen na zwei bleibt er nächst sich gen wer fei ring ge zu dünkt groß und besitz die eiche ist an macht an ste Höch Auflösung der Charade in voriger Nummert Armband. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühk'jchen Uiilverstläts-Buck» und Stembructeret, R. Lang«,