sie tat ihr aufrichtig leib, tausendmal lieber hätte sie doch sicher neben ihrem Verlobten gesessen! Sie warf ihrem Mann einen tadelnden Blick zu und verwundert fragte fte sich: tote ist es nur möglich, daß jeder Herr in seiner Eitelkeit glauben kann, jede Dame säße am liebsten neben ihm? Und wie konnte Eduard nur so egoistisch sein, die Braut zu Tisch zu führen, und derselben dadurch die ganze Freude an dem Verlobungsfest zu zerstören. — Aber mit Erstaunen sah die Gräfin, daß die jungen Damen von heute doch wohl anders dächten als die frühere Generation. Claire schien ihren Bräutigam gar nicht zu entbehren, ihre anfängliche Verlegenheit schwand mehr und mehr, und wenn sie auch nicht ganz wich, so unterhielt sie sich doch lustig und fröhlich mit dem Grafen, lachte über seine Scherze und ließ sich sogar ritt klein wenig von ihtn den Hof machen. Und auch im weiteren Verlauf des.Diners unterhielt sich der Graf so ausschließlich mit ihr, daß Claire nicht einmal Gelegenheit fand, mit der Gräfin mehr als ein paar flüchtige Worte zu wechseln. „Wissen Sie wohl, Herr Baron," fragte Dagmar jetzt ihren Nachbar, „daß ich noch nie einen Verlobten gesehen habe, der sich so wenig um seine Braut kümmert wie Sie?" Der Baron bekam es mit der Angst. Er hatte sich doch fest vorgenommen, den glücklichen Bräutigam zu spielen, und wenigstens heute noch nicht irgendwelchen Verdacht und Argwohn aufkommen zu lassen. Aber er hatte so lebhaft mit Dagmar und Marianne geplaudert, daß er darüber doch wohl Claire ganz vergessen haben mußte! und auch da mußte er sich fortwährend verstellen, denn er sah ja, wie Dagmar über seine plötzliche Verlobüng dachte — wie sie auf das tödlichste beleidigt war, obgleich sie mit heiterer Miene lachte und scherzte. „Die gänzliche Unbefangenheit, die zwar sehr gekünstelt ist, aber doch natürlich erscheinen soll, hat den Zweck, dir zu beweisen, wie froh sie ist, sich ganz ungezwungen geben zu können, ohne weiter deine Huldigungen fürchten zu müssen!" sagte er sich. „Nur schade, daß ich das doch durchschaue —." Er mußte an sich halten, um seine Freude nicht zu verraten, daß Dagmar ihm gerade dadurch so -deutlich ihr Innerstes enthüllte! „Finden Sie wirklich, Komtesse, daß ich als Bräutrgam nicht zärtlich genug bin?" fragte er endlich, als hätte er sich seine Worte erst überlegen müssen. „Ich glaube. Sie tun mir unrecht. Nicht, was wir nach außen hin zur Schau tragen, ist der Spiegel unserer wahrsten Empfindun- gen, die tragen wir ganz versteckt in unserem Herzen, — häufig so tief verborgen, daß wir selbst zuweilen lange suchen müssen, bis wir sie finden." Er hielt seinen Blick, während er sprach, fest auf sie gerichtet, und sie wußte: seine Worte gingen auf sie! Was Mittwoch, den 17. Juli •wf lÄ tlf'l WMD SH s Ort WM i« i ES’ Die. von Gründingen. Roman von Freiherr von Schlicht. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Die Gräfin erkannte ihren Mann kaum wieder, so lustig war er heute. „Wenn du aus Freude über die Verlobung des Barons so aus den: Häuschen gerätst, — was stellst du da erst an, wenn Hans sich mal verlobt?" fragte sie zärtlich. Der Graf te^te sein Gesicht in ernste Falten: „Das ist doch noch sehr tue Frage, ob ich dann ebenso alle Ursache habe, glücklich zu sein. Der Hans ist ein Schlingel, und ob der jemals ein Mädel kriegt, das auch nur annähernd dieser Claire gleicht —." „Unser Hans kriegt jede, die er haben will," nahm die Gräfin ihren Liebling in Schutz. „Aber nicht jode gleicht der Claire — und gerade solche Frau müßte er haben, die wäre so was für ihn. Wenn es nicht eine Sünde gegen den Baron wäre, möchte ich sagen: ich möchte wohl, Hans hätte sich mit ihr verlobt." Noch bevor die Gräfin etwas hatte erwidern können, trat der Baron ins Zimmer, glücklich und freudestrahlend, wie sich das für einen Bräutigam gehört, und als jetzt das zweite Zeichen zum Diner gegeben wurde, erschienen auch die anderen, — als letzte: Alexa mit Claire. Sie ist wirklich sehr anmutig, dachte die Gräfin, die einige Worte mit ihr wechselte und dabei die Bescheidenheit bemerkte, die sie in ihrem ganzen Wesen zur Schau trug. Die wußte, welche Verehrung und Hochachtung sie der Gräfin und einem hohen Adel schuldig war! Der Diener öffnete die Tür zum Speisesaal. „Bitte, Herr Baron — reichen Sie Ihrer schönen Braut den Arm," bat die Gräfin, aber der Graf wid.r'prach: „Das geht nicht, das geht unter keinen Umständen! Das habe ich dem Baron schon auf dem Bahnhof erklärt: heute sitzt Claire neben mir, nicht wahr, Claire, du bist damit einverstanden?" „Aber seit wann sagst du denn zu der Brant des Herrn Baron „du"?, fragte die Gräfin, die vor Erstaunen zuerst gar keine Worte sand. Der Graf machte ein ganz verwundertes Gesicht: „Was habe ich gesagt, „du"? Da mußt du dich verhört haben, 'Konstanze; nicht wahr, Claire, — ich sage nämlich Claire und nicht gnädiges Fräulein, — das haben wir gleich auf dem Bahnhof verabredet — ich erwähne das nur, damit du dich nicht darüber wunderst — der Baron sagt ja auch Claire — und Alexa sagt auch Claire — warum soll ich da nicht auch Claire sagen?" „Bitte, meine Herrschaften, die Suppe wird kalt." Die Gräfin machte absichtlich dem Gespräch ein Ende. 85ie hatte die Verlegenheit in Claires Zügen bemerkt, und- 488 bezweckten die jetzt Noch, da er verlobt war? Wollte er jetzt mit ihr spielen, nachdem er früher ernsthaft um sre geworben, oder wollte er ihr damit einen Vorwurf machen, daß sie sich verstellt habe und nun die Folgen ihres Benehmens tragen müsse? — Sie tat, als hätte sie ihn nicht verstanden: „Nun, ganz so tief wird Ihre Liebe wohl nicht vergraben sein. Sonst wüßte ich wirklich nicht, warum Sie sich so schnell verlobt hätten." ... „So schnell?" fragte er ganz erstaunt. „Ja— wissen Sie denn, ob das wirklich so schnell ging? Und schließlich, wie oft hat nicht schon die Schlacht eines einzigen Tages das Schicksal ganzer Völker entschieden! Warum soll da der Liebeskampf zwischen zwei einzelnen Menschen noch länger dauern?" „ „Sie haben recht. Und schließlich sind die Charaktere ja auch verschieden. Der eine verliebt fich schnell, der andere langsam und der dritte nie." „Pardon, Komtesse — es heißt: nie, niemals!" „Wenn Sie wollen, auch das. Ob nie oder niemals ist aber doch schließlich dasselbe." „Gewiß, denn das eine ist ans dem. Münde einer Fran ebenso wenig ernsthaft zu nehmen wie das andere. Das habe ich sogar bei Claire gemerkt, sie sagte guch zuerst: nie — niemals! Und jetzt sitzt sie doch da drüben als meine kleine Braut." Er erhob sein Glas und trank Claire zu., Aber als er sich dann wieder an Dagmar wandte, unterhielt die sich so lebhaft mit Alexa, daß er für sie gar nicht mehr zu existieren schien. Der Baron sah, daß er für Dagmar einmal "wieder „erledigt" war. So wandte er sich denn Claire zu, die immer noch von dem Grafen ausschließlich in Anspruch genommen wurde. Uud auch als man endlich von Tisch aufstand, wich der Graf nicht von ihrer Seite: „Machen Sie, daß Sie fortkommen, Baron!" rief er dem zu, als er sich ihnen näherte. „Sie haben Ihre Braut später so lange, wie Sie leben, da können Sie mir Claire die paar Tage, die sie hier ist, ruhig gönnen. Unterhaltungen zu dritt' — wenn zwei davon ineinander verliebt oder miteinander verlobt sind — haben für mich keinen besonderen Reiz. Setzen Sie sich nur getrost zu meinen Damen, und überlassen Sie mir dafür Ihre Dame." „Aber Herr Graf — seien Sie vorsichtig," flüsterte der Baron ihm zu. „Sie zeigen Ihre Schwärmerei für Claire doch zu deutlich. Heute, am ersten Abend, dürfen Sie sich noch nicht verraten." „Ich werd' mich hüten," rief der ganz erschrocken, „und Sie brauchen auch nichts zu fürchten. Meine Frau ist zwar auf ihre Menschenkenntnis sehr stolz, aber sie hat sich trotzdem in dieser Hinsicht ein solches Kindergemüt bewahrt, daß sie gar nicht auf den Gedanken kommt, hier könnte etwas nicht stimmen. Aber besser ist immer besser: gebt euch mal einen Kuß, natürlich nur auf die Stirn — sonst könnte Hans am Ende doch eifersüchtig werden." Der Baron sah ein, er mußte wirklich einmal seine Rolle als Bräutigam spielen. So legte er denn jetzt leicht seinen Arm um Claires Schultern. Alle sahen, wie Claire errötete, wie ihre Wangen glühten und wie sie verlegen und verwirrt den Blick zu Boden senkte. „So sieht keine glückliche Braut aus," sagte sich die Gräfin. „Sollte sie dem Baron nicht nur aus Liebe ihr Jawort gegeben haben — vielleicht mehr auf Wunsch der Eltern hin als aus eigenem Empfinden? Das sollte mir für beide leid tun. 1— Irgend etwas scheint mir da nicht zu stimmen, das ist mir schon vorhin ausgefallen. Der Baron ist merkwürdig kalt und leidenschaftslos; allerdings ist er ja auch an Jahren sehr viel älter als Claire. Sie empfindet seine Zurückhaltung sicher, und das macht sie so verzagt. Armes Kind, sie tut mir leid, sie ist so hübsch! Schade, jammerschade, daß sie nicht adelig ist." — „Wollen Sie sich nicht -etwas zu mir setzen, liebe Claire?" rief die Gräfin, als sie ihren alten Platz am Kamin eingenommen hatte. Und mit einer einladenden Handbewegung bat sie Claire zu sich. Wie die Gräfin, so hatten auch Dagmar und Marianne das Brautpaar nicht aus den Augen gelassen. Marianne war viel zu harmlos, Um auf irgend einen bösen Gedanken äu kommen; öfter wie ihre Mutter, so wurde auch Dagmar den Argwohn nicht los, daß zwischen dem Baron und Claire irgend etwas nicht in Ordnung sei. Er war Claire gegenüber, wenn auch nicht gerade verlegen, doch etwas unsicher in seinem Auftreten; -er sprach nur wenig mit ihr, und dann versuchte er, seiner Stimme einen to-arme», zärtlichen Klang zu geben, der sehr gezwungen erschien. Warum hatten die beiden sich miteinander verlobt? Nur eine leidenschaftliche, glühende Liebe hätte diesen schnellen, gänzlich überraschenden Schritt erklären können. Und doch schien gerade diese Liebe zu fehlen. Vielleicht hatten Claire andere Gründe veranlaßt, ihm die Hand zu reichen. Vielleicht lockte sie der Gedanke, Frau Baronin zu werden, was konnte da nicht alles mitgesprochen haben! Und immer wieder mußte sie an die Worte denken,- die er ihr vorhin gesagt hatte. Was sollten die jetzt noch," da er verlobt war--? Sie fand keine Antwort darauf. Unterdessen plauderte die Gräfin mit Claire und sie gefiel ihr immer besser. -Augenblicklich waren- die beiden bei einem sehr heiklen Thema angelangt: Claire hatte auf Befragen erzählt, daß sie Hans auf Gesellschaften kennen gelernt und sogar verschiedentlich mit ihm getanzt habe. Auch wäre er neulich mit ihren Eltern und mit ihr zusammen der Gast des Barons gewesen. „Und hat Ihnen mein Hans gefallen?" fragte die Gräfin. Eigentlich war diese Frage ja ganz überflüssig; denn daß ihr Sohn einem jungen Mädchen nicht gefiel,- war -ausgeschlossen. Claire gab Auskunft, aber so groß -auch sonst ihre Verstellungskunst war, — hier versagte sie doch! lieber Hans, über ihren „einzig süßen Hans" so gleichgültig zu sprechen, als handele es sich um einen Menschen, mit dem sie nur ein paarmal fluchtig in Berührung gekommen sei, — das ging denn Doch über ihre Kraft! Sie wurde verlegen und verwirrt und suchte das Gespräch auf ein anderes Thema zu lenken. „Das also war es!" Die Gräfin war glücklich. Sie hatte eine neue Entdeckung gemacht, -einen neuen Beweis' ihrer -großen Menschenkenntnis -erhalten! Claire liebte Hans! Sie hatte ihn wenigstens geliebt, ihn angcschwiirmt, wie wohl -alle ihre Freundinnen; sie hatte sich von ihm. den Hos machen lassen, mit ihm geflirtet und sich bei der Gelegenheit vielleicht wirklich in Hans verliebt, in diesen leichtsinnigen, tollen Hans, der allen jungen Damen den Hof machte, weil -er das seiner Stellung als Kavallerie Offizier schuldig zu sein glaubte! Sein eigenes Herz war kühl und kalt geblieben — -er hatte gar nichts von dem gewußt, was seine Lippen sprachen, — aber sie hatte Feuer gefangen! Und- wenn sie auch schon mit Rücksicht auf ihren Namen und ihre Vermögenslage hatte einsehen müssen, daß jeder ernste Gedanke an Hans ein Wahnsinn sei, so war die Liebe zu ihm doch noch- nicht -ganz in ihr erloschen. Das also war es! (Fortsetzung folgt.) Die Herkunft des Wortes Hanse und seine Beziehung zu dem Namen der Hessen. Von Professor Dr. K. Stuhl, Würzburg. Vielleicht zu den merkwürdigsten und zugleich hinsichtlich seines Ursprungs dunkelsten Wörtern unseres deutschen Sprachschatzes gehört das Wort Hanse. Die Herkunft dieses Ausdrucks, mit dem sich für jeden Deutschen soviel ruhmvolle Erinnerungen verknüpfen, aufzuhellen, ist der Zweck der nachfolgenden Zeilen. In der Form Hansa tritt es bereits im- 4. Jahrhundert n. Chr. in der gotischen Bibelübersetzung auf und bedeutet da eine bewaffnete Schar. Ebenso oder (mit Unterdrückung des Hauches) Ansa lautet es im mittelalterlichen Latein, wonach man dann die Hansestädte urbcs Ansaticae oder Anscaticae und mit volksetymologischer Rückübersetzung in das. Deutsche Ansee- st-ädte (!) nannte. In Regensbürg hieß es. zu Karls des Großen Zeiten die Hans. An deren Spitze stand der Hans- oder Handgraf. Hier und ebenso in Wien bedeutete es wie in Niederdeutschland die Innung, die Kaufniannsgilde. In Kärnten verstand män unter Hanse oder Hans das Geplauder, die Unterh altung, die Tr in kg e s ell scha ft. Jrt Lübeck ist die „Dudesche Hense" aus denr Anfang des 14. Jahrhunderts bezeugt. Ebenda ist ein Hanshus im Sinne von Gildehalle und Hanse, Lanze oder Hense Mit der Bedeutung Steuer^ Abgabe, Handelsrecht schon aus dem! 12. Jahrhundert belegt. , ... 1 । i ! I ’i ! 1 I r S f r 439 Die Finnen kennen das Wort in der Lautgestakt Kaufst UUd gebrauchen es für den Begriff Volk, Gesellschaft, die Russen bezeichneten mit K a n z a die Synagoge, im Estnischen begegnet K ä i, KLza mit der Bedeutung Genosse, Gatte, Gattin (Feist, Gotisches Wörterbuch). Won einem einzelnen Mitglieds einer Genossenschaft, einem Bundesverwandten wurde Hanse, Hans auch im Deutschen gebraucht. An diesen Gebrauch erinnert noch die Zusammensetzung .Prahlhans. In Hessenkassel aber nannte man ein Mitglied einer Hanse einen Hansegreben, wohl zum Unterschiede von Grebe, der Bezeichnung des Dorfvorstandes bis zum Erscheinen der Gemeindeordnung vom 23. Oktober d. I. 1834, während die Kaufmannsgilde den Namen Hansegrebegilde führte. In dem ältesten germanischen Heldengedichte, dem angelsächsischen Beowulfsliede findet das Wort in der Form Hös Mit der gleichen Bedeutung begleitende Schar, in der es bereits bei Wulfila auftritt und die zweifellos auch die älteste Anwendung des Wortes gewesen ist. Nun aber erhebt sich die Frage: Wie ist das Wort zu dieser Bedeutung „Menge, Genossenschaft" gekommen, welches ist die Quelle des eigenartigen Ausdrucks? Ich will dem geschätzten Leser im Folgenden erzählen, wie sich mir diese nach und nach erschlossen hat; nur muß ich um einige Geduld bitten, wenn ich etwas weiter auszuholen scheine. Am Ursprung des unterfränkischen Flüßchens Wern (urkundlich Werinaha), unweit des Weltbades Kissingen, liegt ein Dörfchen Pfersdorf. Das aber ist nicht der ursprüngliche Name der Ortschaft, sondern eine spätmittelalterliche Uebersetzung der älteren Benennung Heingesdorf oder Hengesdorf. Hange oder Hanke heißt nämlich noch heute in der Kindersprache der Gegend das Pferd und Hantele das Pferdefüllen. Früher war es zweifellos die weithin verbreitete Benennung des Tieres; ist doch davon das schriftdeutsche Hengst (altdeutsch Hengist, Heiugist) abgeleitet. Als das Wort allmählich außer Gebrauch kam, schämten sich die Dorfbewohner des Namens ihres Dorfes und so ward es uMgetaust und das Modewort des ritterlichen Mittelalters Pferd mußte dabei Pate stehen. Me gleiche Umtaufung Mußte sich die Ortschaft H e n g i st f e l d (bei Lichtenfels) gefallen lassen, die jetzt Pferdsfeld heißt. Am Ende der Dorfmark Pfersdorf aber, am Rande des großen Waldes Hunnehag, der Wasserscheide zwischen Wern und Saale liegt ein Feld, das heißt Hosland. Als ich mich bei dem Lehrer des Ortes nach der Bedeutung dieses Nam'ens erkundigte, wurde mir die Antwort, es heiße so nach einem „gewissen Hoß oder H6s". Nun ging es mir wie dem Tuttlinger Wandergesellen in der großen Stadt Amsterdam mit seinem Kannitverstan: Ich fand den „Hos" bäld da und dort. Mein Heimatdörfchen liegt am Fuße eines Hosberges; so heißt der Waldberg in der Mundart des Volkes. In der Schriftsprache heißt er H a ß b e r g. AM Südfuße der Haßbcrge oder Hosberge erstreckt sich der Haßgau (Hasigowe 814), im Volksmunde Hosgau genannt; dort liegt am Main die Stadt Haßfurt (Hasefurt 1340); das Volk nennt sie H o s f u r t. Der „gewisse Hos" ließ mir keine Ruhe, bis ich hinter sein Geheimnis kam. Die Stelle im Beowulf verriet es mir. Eine angelsächsische oder, wie wir gleich sehen werden, den Angeln und Sachsen nahe verwandte Schar, eine Hös oder Hanse hat sich da am Nordufer des Mains niedergelassen und dem Gau den Namen gegeben wie dem' im Süden des Flusses sich ausbreitenden Volkfelde (um Volkach) ein. „Volk". Bei Haßfurt überschritt sie die Mainfurt. Ihre Herden weideten auf den Haßbergen. Es waren gemeine Waldungen, das Weide-. gebiet der Hos oder Hanse, der Gemeinde. Gemeindeland oder Volkland war äuch das Hosland am Ende der Pfersdorfer Markung, wo der Hunnehag seinen Anfang nimmt. So findet auch das auffallend häufige Vorkommen des Familiennamens Hußla, Hußlein/Hussel in der Gegend seine Erklärung. Es ist die Koseform zu Hös (Gemeinde) und bezeichnet einen Gemeindegenossen, den man anderwärts einen Hansen nannte, während die Fremden Außerhansen hießen. Auch die Grundform Koos begegnet in Unterfranken als Personenname. Noch heute läßt sich mit zweifelloser Gewißheit der Volksstamm namhaft machen, dem die Hos oder Hanse angehörte, die in der Urzeit, die Reiterei an der Spitze, Besitz ergriff von dem fruchtbaren Wiesengelände der Wern, wie einstens um die Mitte des 5. Jahrhunderts die Angeln und Sachsen, angeführt von ihren sagenhaften Fürsten Hengist, nach den angelsächsischen Meschlechtsregistern einem Sohne Wodens und H o r s a d. i.: Roß und Stute, den heiligen Pferden des Gottes, Besitz ergriffen haben von Britannien. Bei der Thingstätte der HLs-Hos (Hanse), bei Hastings ist dann bekanntlich der letzte König dieser, Harald, in tapferem Kampfe dem Sohne Roberts des Teufels, Wilhelm dem Eroberer, erlegen. Hier in Unterfranken waren es die den Angeln in der alten Heimat im Norden der unteren Elbe benachbarten und nächst verwandten Warnen oder Wernen, die Varini des Tacitus, die zu dem Verbände der Northus- Mmphiktyonie gehörten. 1 Wie nahe sie den Angeln ständen und daß sie aufgegangen find' in dem Volke der Thüringer, deren silberweiße Pferde noch zur Zeit Kermanfrieds und deZ großen Theodorjch weithin berühmt waren, beweist die Aufschriff des alten Gesetzes der Thü- nnger: Lex Angliorum et VarinoruM hoc est Thoringorum! (Gesetz der Anglen und Mariner, das ist der Thüringer), das für. beide Stämme das gleiche Mergeld ansetzt und auch sonst gleichartige Rechtsverhältnisse bekundet. (O. Bremer in Pauls Grundriß der Germanischen Philologie). Hier an der Wern zeugt für sie nicht bloß der Name des Flusses' selbst, die W e r e n- ack)e und der des Gaues, des ehemaligen Weringowes (Werengaues), sondern auch die Siedelungen Ober- und Nieder- wern, Werneck und Wernfeld (an der Mündung der Wern in den Main). Auch ber Personenname Werner ist in den Dörfern an der Wern in dem alten Werngau ziemlich verbreitet. Germanische Hansen oder (mit aiiderer, den Nasenlaut unterdrückender_ Aussprache des Ausdrucks) HLsen, Hosen (s. oben die mit HLs, Haß, H6s gebildeten Zusammensetzungen und wegen des Ausfalls des Nasals das estnische KLz in seinem Verhältnis zu dem russischen Kanza!) haben den Weg auch nach dem deutschen Süden, ja selbst bis in das nordwestliche Ungarn gefunden. Dafür zeugt der Name des ehemaligen Huosen- g au es (zwischen Ammer und Isar, in der Nähe des Starnberger Sees) und des altbayerischeu Adelsgeschlechtes der Huosi oder Housi, und in Ungarn spricht deutlich genug für ihre vttederlaffung die Benennung der O s e n, einer bereits von Tacitus aufgeführten und ausbrücklich den Germanen zugerechneten Völkerschaft (Germania, Kap-, 28), die am linken -Donauufer an der Eipel, in den Honter und 9t er grab er Gespanschaften wohnte. Noch ein anderes Wort hat im Süden Bayerns die Erinne- rung an diesen durch germanische Gefolgschaften verbreiteten Ausdruck Hos oder Hoß festgehalteii. Das ist die altbayerifche Bezeichnung der Polizeistunde, das sogenannte Hoßausläuten. Hoß nämlich bedeutet, wie ich an anderer Stelle ausführlich dargetan habe, in dieser Wortfügung dasselbe, wie das früher erwähnte kärntnische Hans, also die Unterhaltung, Gesellschaft beim Wein ober Bier, die anderwärts auch Heimgarten oder Dorf unb auch Auger genannt wird. Wenn die Hoßausglocke ertönte, dann durfte fast bis in das Neunzehnte Jahrhundert herein in den bayerischen Landstädten im Wirtshause nicht mehr gespielt werden und, alles Ausschenken war verboten. Noch im Jahre 1727 war selbst in München um 10 Uhr abends dieses Hoßausläuten geboten. (SHmeller.) Nach all dem, was über den Gebrauch des Wortes Hause bisher bemerkt worden ist, kann über den Ursprung desselben nicht länger mehr ein Zweifel obwalten. Hanse oder, wie man früher auch schrieb und sprach, Hanze, Hense, Henze deckt sich mit dem altdeutschen, im Bergbau und Hüttenwesen bis heute bekannten Worte G.anzi, Gänze, Genze die Gesamtheit, Ganzheit, einer Ableitung von dem Beiworte ganz. Im Gemeinde- und Rechtsleben, in alten Weis- tümern bezeichnete der Ausdruck das ganze Kirspel die vollberechtigten Gemcindeglieder als Vertreter des ganzen Kirchspiels und fragt der Schöffe, ob der Schöffeustuhl ganz sei und heißt ber ganze Hübner soviel wie bas ganze, volle Hub- geeicht, die „ganze n" Bürger soviel wie die gesamte Bürgerschaft (Heyne im Deutschen Wörterbuch). In Salzburg aber heißt die gesamte Ordensgenossenschast des Klosters St. Peter die Ganz der Priesterbruderschaft zu St. Peter. Die Ganz — das ist also deutlich die Hanse, Hans, und es unterscheidet sich das letztere von dem ersteren lediglich durch die norddeutschem Munde geläufige erweichte Aussprache des anlautenden Kehllautes, durch welche man das Wort von dem gleichlautenden Gans trennte. Diese an und für sich einleuchtende Herleitung, die auch durch die finnische, russische und estnische Form nahe genug gelegt wird, findet eine weitere Stütze in dem gleichen Wechsel des Anlautes, der sich in einem echt niedersächsischen Ausdruck wiederholt. Das ist das sogenannte Ganzup, ein Nachtkleid der Kinder, das aus einem Stück besteht und den ganzen Leib samt den Füßen bedeckt. Einige sprechen das Wort, wie die Verfasser des b'remisch-niedersächsischen Wörterbuches tadelnd bemerken, unrecht aus H a n s e u p, wie es auch Richey in seinem bremischen Idiotikon geschrieben hat. Dieser Tadel ist natürlich nur vom Standpunkt der historischen oder etymologischen Rechtschreibung aus gerechtfertigt, nicht aber von dem ber lautlichen (phonetischen). Mit demselben Rechte hätten die um die heimische Sprache verdienten Verfasser auch die Schreibung Hanse oder Hense, statt Ganze, Genze bemängeln können, wenn ihnen die Herkunft des Wortes klar geworden wäre. Daß sie ihnen, ebenso wie den neueren Sprachforschern ein Rätsel geblieben ist, daran trägt natürlich die Gewohnheit einer schriftgelehrten Zeit die Schuld, welche die lebendige, doch in erster Linie für das O h r bestimmte Sprache weniger mit diesem als mit dem Auge ersaßt. Es ist demnach der Flurname Hosland, der uns den eigentlichen Sinn des Wortes Hanse enthüllt hat, den Ausdrücken Allmende, Gemeine Mark gleichbedeutend, und das Hoßausläuten der Bayern, das in alten Zeiten der Unterhaltung der Gemeindebürger ein oft nur allzu frühes Ende bereitet hat, das Gegenspiel des hessischen Menneläutens oder Ewertläutens („Einwärtläutens"), das ehedem den Ewert, t>. i. den Einwart, die Einwärtigen oder die Dorfgemeinde die Msn zur GemeistdevcrsauWlimg unter der .Dorflinde läutete (Vilmar)., 440 Ferner besteht zwischen dem! Hosland (am Ende der Psersdorfer Markung und dem Südrande des ausgedehnten Hunnehags) einerseits und diesem Hunnehag d. i. Hundehag, Hag der „Hunde" gleich Stammesgenossen andrerseits die gleiche Beziehung wie zwischen den ungarischen Ösen, d. i. Hosen gleich Hansen (vgl Ansa neben Hansa!) und der Hont er Gespanschaft, die sie bewohnen. Die Haßberge aber, die sich über dem Hastgau nächst der Stadt Haßfurt erheben, und die int' Volksmunde Hoß- berge heißen, entsprechen den Hundsrück-Bergen und den Katzenbergen der „Hunde-Hessen" (s. des V. Aufsatz m Nr. 125!), die ftüher als „Menweiden" dienten und deren einer, der Katzeuberg bei Msfeld, nicht weniger als vier Ortschaften, nämlich Mackenrode, Seipelsdorf, Ohmes, Ruhlkirchen zusammen begreift (v. Pfister, Ergänzungsheft zu Vilmars , Idiotikon). Ebenso entspricht der Name der Stadt Haßfurt int Hastgau dem Namen der Dorfschaft Katzensurt im Stammlande der Hessen (w. von Gießen) oder, wie sie früher hießen, Hassen, Chatten, Katzen. Alle diese Namensformcn sind, wie wir nun mit Bestimmtheit sagen können und jedem eiuleuchten dürfte, nur mundartlich oder landschaftlich verschiedene Benennungen der Mitglieder einer Urgemeinde oder Nachbarschaft, einer sogenannten Hanse oder H0s (Hüs), Genossen einer eine Ganzheit oder Gesamtheit (universitas) bildenden Hundschaft oder Hundertschaft, eines „Hundes" (Gundes, Gendes, Gon- des) d. i. Geschlechtes oder Stamtnes. Vgl. des Verfassers beide Aufsätze in Nr. 103 und 125 mit dem Titel: „Die blinden Hessen" und die „Huudsrück-Berge der blinden Hunde-Hessen" und einen demnächst in der Darmstädter Zeitung erscheinenden Aufsatz über die Herkunft des Hessennamens. Büchertisch. — Mode. Die zwei neuen Juli-Hefte der bekannten ^Deutschen Moden-Z eitung" haben den Sondcrtitel „S o m m e r" und „H o ch s o m m e r". Sie berücksichtigen in ihrem Modeteil hauptsächlich Sommerkleidung jeder Art für Erwachsene und Kinder. Zum Selbstaufertigen dieser Kleidung bringen die den beiden Heften beigegebenen großen Schnittmusterbogen sorgfältig ausgeprobte Naturgröße Schnitte. — Die neueste Nummer der Leipziger Illustrierten Zeitung vom 11. Juli (Verlag von I. I. Weber) folgt den jüngsten Tagesereignissen wieder unmittelbar auf dem Fuße und berücksichtigt sie in reichster Auswahl. — National-Hygiene-Museum und Univ ersi- tät in Dresden? Unter diesem Titel ist eine Broschüre erschienen, die nach eingehender Erörterung des künftigen Hygiene- Museums zu dem Schluß kommt, daß es abzulehnen ist, da es aus einer Reihe von Gründen seinen Zweck nicht erfüllen wird. Die für dieses Museum vorgesehenen Gelder sollten vielmehr für die Gründung derUniversitätDresden verwendet werden. — In Chile, Patagonien und auf Feuerland. Ergebnisse mehrjähriger Reisen und Studien von Dr. Siegfried Benignus. Mit 14 Tafeln, 92 Abbildungen und einer Karte. Verlag von Dietrich Reimer (Ernst Bohsen), Berlin. Was der Verfasser in Chile, wo ter von 1905 bis 1906 in amtlicher Stellung tätig war, erlebte und erschaute, was er während seiner Kreuz- und Querfahrten 1907 bis 1908 vom Sattel, vom Boote und zu Fuß im patagonischen Steppen- und Waldgebiete erkunden konnte, das hat er in dem vorliegenden Buche niedergelegt. Um die Fülle wirtschaftlicher Fragen, die das so lange verkannte südlichste Südamerika anregt, zu bewältigen, ist der Stoff in eine Reihe einzelner in sich abgeschlossener Essays eingeteilt. Aus eigener Erfahrung wird die hohe wissenschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung jener Gebiete erörtert, die der Allgemeinheit bis in die jüngste Zeit noch als etwas fast Unbekanntes, im besten Falle recht übel Beleumundetes galten. Die Essays verteilen sich auf Chile, Patagonien und Feuerland. Leitend ist bei der Abfassung des ganzen Werkes der Gedanke deutscher Betätigung in den genannten Gebieten. So ist eine Reihe von Essays ausschließlich deutscher Kulturarbeit von ihren Anfängen bis zur Gegenwart gewidmet, wie „Deutsche", „Von deutscher Arbeit im Süden" -„Valdivia", „Der See der Deutschen", „Von deutscher Turnerei", '„Weihnachten", Die schweren Existenzkämpfe der Deutschen vor mehr als einem halben Jahrhundert werden anschaulich geschildert, aber auch die glänzenden Erfolge deutscher Tatkraft in Kolonisation, Schulwesen, Landwirtschaft, Industrie, Handel und Schifffahrt. Neben aller Anerkennung für das Geleistete macht der Verfasser allerdings auch in freimütiger Weise auf deutsche Fehler hüben und drüben aufmerksam, und in dem Abschnitt „Die Fremden" würdigt er den 'Kulturanteil anderer Nationen, der Engländer vor allem, dann der Nordamerikaner, Franzosen, Italiener usw. Die Skizzen „Ein südamerikanischer Pufferstaat?" und „Revolte in der Hauptstadt" enthalten politische Betrachtungen, „ließet den Llongimay", „Quer durch Chile", „Durch die Maghellan- straße", „Morgenrot", „Mit patagonischer Post" schildern Teile des an landschaftlicher Schönheit reichen Gebietes, Abhandlungen über Schafzucht, Petroleum, Gold, die Trausandenbahn beschäftigen sich mit der Fülle wirtschaftlicher Möglichkeiten: zum Schluß pringt der Verfasser eingehende Studien über die Ureinwohner und die Tierwelt Patagoniens. Vevmrschtes. — Galanterie. Im „Zwiebelfisch", der von Hans v. Webe herausgegebenen kleinen Zeitschrift für Geschmack lesen wir das folgende hübsche Erlebnis : „Durch das französische Nordasrika saust der Luxuszug. Im Speisewagen ein deutsches Ehepaar, einig, Tische weiter ein französischer Kolonist mit zwei Damen. Haltestelle. Der Franzose eilt auf den Bahnsteig und bringt jeder seiner Damen ein Veilchensträußchen. — Da plötzlich stutzt er, er erhebt sich wieder und tritt bedauernd an den Tisch der Deutschen, um sich zu entschuldigen, daß er der Dame kein Sträußchen überreichen konnte, es habe nur noch zwei gegeben. — Dann setzt er sich wieder an seinen Tisch. — Eine Station weiter aber entdeckt er wieder eine Verkäuferin, holt noch einen Strauß und bringt ihn höflich und beglückt der detüschen Dame. — Durchaus keine Aus- dringlichkeit, er hat kein Wort weiter mit den Deutschen gewechselt. Nur Galanterie. Es war ihm peinlich, daß eine Dame keine Blumen erhielt, wenn er anderen welche gab. Bitte, mein lieber und kühner Leser, versuche das mal auf der Strecke Berlin- Hamburg. — Du kannst von Glück sagen, wenn du nur Prügel bekommst und nicht als Mädchenhändler verhaftet wirst . . ." — Ein geistreicher Komponist. Dem französischen Komponisten Reher wird dieser Tage in dem malerischen lleineit Hafen des Mittelmeers Lavaudou, wo der Schöpfer des „Sigurd" die Wiutermouate zu verleben pflegte, ein Denkmal errichtet,- bei dessen Einweihung Mafseuet eine 8lede hält. Bei dieser Gelegenheit erinnert ein ftanzösisches Blatt an einige Witze des geistreichen Musikers, der wegen seiner schlagfertigen Antwortest fast noch berühmter war, als wegen seiner Kompositionen. Einst kommt eine junge Künstlerin zu ihm und singt ihm zur Probe das Taubenlied aus seiner „Salambo" vor. Als sie geendet, nähert sie sich zitternd vor Erregung dem Komponisten und flüstert: „Ach, Meister, was für Angst habe ich ausgestandenUnd Reyer erwidert gutmütig mit dem Brustton der Ueberzeugung: „Lange noch nicht so viel als ich, mein Kind". Bei einem' Fest im Elysöe wollte die Gattin eines Senators dem Komponisten ihre Bewunderung ausdrücken; sie naht sich ihm also und sagte mit schmelzender Stimme: „Es ist mir eine Lieblingsvorstellung, lieber Herr Reyer, wenn ich mir denke, wie Sie wohl Ihren wundervollen Hymnus „Die Walküre hast du erobert" komponiert haben mögen. Gewißin einer traumhaften Stimmung, an irgendeinem paradiesischen Ort, in einer Umgebung voll Poesie. Jst's nicht so?" „Aber durchaus nicht," antwortete Reyer ruhig, „ich saß dabei auf dem Dache eines Omnibus und rauchte meine Pfeife ..." * Ein Mittel gegen die Maul- und Klauenseuche hat das Bürgeruieisteraint der Stadt Homburg in der Pfalz entdeckt. Es erläßt in der Presse nämlich folgende Anordnung: „Die Maut- und Klauenseuche in Martinshöhe ist aufgehoben; dies wird hiemit ortsüblich beknnutgegeben." — Da die bisher bekannten Mittel gegen die bösartige Seuche nichts ausrichteteu, blieb dem Bürgermeisteramt allerdings nichts anderes übrig, als die Maul» und Klauenseuche einfach auszuheben. *Die verlorene Standarte. In einer der letzten Ausgaben des „Bonner Generalanzeigers" befindet sich folgende Anzeige: Standarte mit Inschrift „Radsahrklub Falke Bonn-Poppelsdorf" im Ehaussee- graben zwischen Hangelar-Siegburg gesunden. Zu erfragen gegen Erstattung der Unkosten bei Krause, Großenbusch bei Hangelar. Das läßt tief blicken. ». * Ja so! Was ist denn eigentlich mit Ihnen? Neulich waren Sie so vergnügt, und jetzt. . ," — „Stimmt! Vor vier Wochen ist meins Frau durchgegangen ..." — „Und das nehmen Sie sich so zu Herzen?" — „Nein — aber jetzt ist sie wichet da!" Anthmogriph. 1 5 3 4 9 8 7 berühmter Badeori. 2 7 1 5 10 7 ein Königreich. 3 5 4 2 9 7 ein Planet. 4 5 7 7 9 ein Baum. 5 2 1 2 3 4 männlicher Vorname. 6 9 7 2 3 eine Göttin. 7 8 5 1 5 10 5 Strom in Nordamerika. 8 10 5 7 asiatisches Hochland. 9 8 3 11 9 8 4 eine Erdperiode. 10 9 8 3 ausländische Getreideart. 8 7 3 4 9 10 Fluß im Norden Deutschlands. 4 8 1 9 10 ein Raubtier. 11 9 8 3 8 1 ein Singvogel. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben bee Reihe nach, von oben nach unten gelesen, den Namen eine) Jugendschriftstellers. Auslösung in nächster Nummer. > Auflösung des Rätsels in voriger Nummert Linse, Insel. Redaktton: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Stete*