i-51 Tfiti «JPJ; Äte WM: ZV Mittwoch, den 16. Oktober Vv MW ^SWWMA XjQßei'ii nm I zlLS-* ■ IÄ*f#y i. Die Dame im Pelz. Roman von G. W. App le ton. (Nachdruck tierboten.) (Fortsetzung.) Ohne alle Begrüßung begann meine Tante gleich in einem entschiedenen Tone: In erster Linie, Edward, bin ich hierhergekommen, um deiner Schwester eineu Gefallen zu tun, zweitens wollte ich aber auch, um meine Pflicht bis zuletzt zu erfüllen und später keinerlei Vorwürfe zu bekommen, nochmals mit dir über die Sache sprechen, die für deine Zukunft von der größten Wichtigkeit ist. Du wirst dir denken können, welche ich meine. Ich merkte an ihrem Tone, daß die Kluft zwischen uns beiden jetzt noch keineswegs überbrückt war, und antwortete kühl: Jawohl, ich kann mir's vorstellen. Nun, fuhr sie fort, dann wollen wir uns nicht lange bei der Vorrede aufhalten. Ich bin mit deiner Schwester hergekommen, um mit dir endgültig über das Weib zu verhandeln, das du hier gegen seinen Willen fest- gehalten hast. Die Keckheit, mit der sie diese Behauptung aufstellte, versetzte mich gleich wieder in hochgradige Erregung. Gegen ihren Willen! rief ich aus. Hörst du diese Beschuldigung, Helen? Ich habe ihr schon gesagt, daß das ein Irrtum ist, bemerkte meine Schwester, die sehr unglücklich und trostlos dreinschaute; aber sie glaubt es mir ja nicht. Nein, ging meine Tante weiter. Ich irre mich ganz und gar nicht. Warum hat sie euch denn sonst gestern abend heimlich verlassen? Aus ihrem ganzen Wesen und an der Betonung des letzten Satzes merkte ich, daß sie noch etwas auf dem Herzen hatte, und ich hielt es für das beste, gleich alles zu erfahren. Daher ging ich scheinbar auf ihre Frage ein. Wie kann ich das wissen? antwortete ich ziemlich gleichgültig. Fahr nur so fort mit deiner Heimlichkeit und Unwahrheit gegen mich! Helen lügt wenigstens noch nicht, und sie hat mir erzählt, daß ihr gestern abend beide vergiftet gewesen wäret. Nun, versetzte ich darauf, da dir's Helen mal erzählt hat, kann ich's ja ruhig zugeben, 's stimmt. Und die Dame — das sogenannte Fräulein Marcella Garcia — war die auch vergiftet? Wie soll ich das wissen können? Als wir aufwachten, Kar sie ja fort. Jawohl, wiederholte meine Tante spöttisch, sie war fort. Und was schließest du daraus? Was ich daraus schließe? Gar nichts. Was meinst du denn? Oh, ihr Simpel! Daß sie eure Suppe vergiftet hat. Ha, ha! Sie uns die Suppe vergiftet! Der Witz ist nicht schlecht! Für'n Witz hältst du das? Weiß Gott! sagte ich, ich kann mir Nicht helfen. Aber die Sache fängt an, interessant zu werden; bitte, erzähl' weiter. Ich verspreche dir auch, dich nicht öfter zu unterbrechen, als es meine Natur absolut verlangt. Die akademische Bildung scheint deine Lebensart ja nicht besonders verfeinert zu haben, versetzte sie mit beißendem Spott. Vielleicht hast du die große Güte, mit deiner Erwiderung überhaupt zu wartcu, bis ich ausgeredet habe. Schön, antwortete ich. Ich werde es versuchen. Also, fuhr sie nun fort, ich sage nochmals, daß sie eure Suppe vergiftet hat, um unbemerkt entschlüpfen zu können. Daß sie eine Zeitlang wirklich ihre Erinnerung verloren hatte, will ich jetzt gar nicht mehr bestreiten. Als sie ihr aber wiederkam und klar wurde, daß sie sich in der Gewalt fremder Leute befand, — die ihr Geld weggenommen und sich geweigert hatten, es ihrem gesetzlichen Gatten auszuhändigen — was blieb ihr da weiter übrig . . . Als unsere Suppe zu vergiften, natürlich, ergänzt« ich, indem mir bei diesem Unsinn nun doch die Geduld ausging. Wie rasch du deine Ansicht änderst. Neulich behauptetest du noch, wir beherbergten eine Mörderin, die uns alle noch im Bett umbringen würde, und nun sind wir, Helen und ich, Spitzbuben, die es auf das Geld des Mädchens abgesehen haben. Das hab ich absolut nicht gesagt, entgegnete sie gereizt. Aber gemeint. Auch nicht. Dann möchte ich wahrhaftig wissen, was du sonst damit gemeint hast, versetzte ich unwillig über diesen Verlaus der Unterhaltung. Auch sie wurde nun erregter. Du hast das Geld doch im Besitz; das wirst du hoffent-i lich nicht leugnen wollen, sagte sie. Leugnen? Durchaus nicht. Natürlich hab ich das Geld. Wieviel? Bei aller schuldigen Hochachtung vor dir kann ich dir auf diese Frage nur antworten, daß das nur sie und mich angeht — und sonst niemand. Ich habe das Geld nicht nur bekommen, sondern auf polizeiliches Anraten habe ich's sogar festgelegt, bis sie cs selbst zurückfordert. Kein Mensch kann auch nur einen Heller davon wegnehmen. Das ist mein letztes 'Wort in dieser Sache. Diese Erklärung schien einen gewissen Eindruck auf meine Tante gemacht zu haben. Willst du damit sagen, fragte sie nach einer kleinen 646 Pause in weniger strengem Tone, daß du dich mit Scotland Darb in Verbindung gesetzt hust? Gewiß, habe ich das, antwortete ich. Ich habe ihnen die ganze Angelegenheit bis ins Kleinste anseinandergesetzt. Der Chef der Kriniinalabteiluug war heute vormittag hier in diesem nämlichen Zimmer. Sie schwieg einen Moment, wie um sich d.e Bedeutung dieser Mitteilung erst zu überlegen, aber gleich darauf begann sie wieder in ihrer alten Tonart zu reden. Immerhin, sagte sie, möchte ich von dir wissen, inwiefern du so 'n außerordentliches Interesse an diesem Weibe nimmst. Ich bedachte mich einen Moment und kam zu dem Schluß, daß es jetzt das beste sei, ihr di« volle Wahrheit zu sagen. Früher oder später mußte es doch mal sein, und augenblicklich war die Gelegenheit am allergünstigsten. So platzte ich denn damit heraus. Weil, sagte ich, ihr fest in die Augen sehend, weil ich sie liebe — und die Absicht habe, sie zu heiraten, wenn's möglich ist. Bah! rief sie. Genau, wie ich mir gedacht. Jst's denn die Möglichkeit! Du schrecklicher Tor, weißt du auch, was das für Folgen für dich, haben würde, soweit mich's betrifft? Das hast du mir ja bereits gesagt, versetzte ich ruhig, und ebenso habe ich dir schon erklärt, daß ich mich den Teufel darum schere. Weißt du das nicht mehr? Wahnsinniger! kreischte sie. Bist du denn ganz von Sinnen? , , Ich weiß sehr wohl, was ich tue, und bin mir über die Folgen pieiner Handlungsweise vollständig ftar, gab ich ihr zur Antwort. Nein, das bist du nicht — das kannst du nicht sein. Hat man schon je von so 'nem Menschen gehört! Wie kannst du ein Weib heiraten, das schon einen Mann hat? Sie hat keinen Manu. Sie hat doch einen. Ich weiß es; und sie ist jetzt mit ihm im Hotel Cecil in London. Diese abermalige Erwähnung des Hotels Cecil, und zwar von dieser Seite, verblüffte mich nicht wenig — aber keinen Augenblick ließ ich mein Erstaunen sehen. Ich glaube kein Wort davon, behauptete ich fest, und ohne zwingende Beweise werde ich's auch nie glauben. Du scheinst ja übrigens auffallend gut über die Bewegungen der Dame unterrichtet zu sein. Bitte, woher hast du diese interessante Kenntnis? Darüber bin ich dir ebensowenig Rechenschaft schuldig, wie du mir es über die Höhe des Geldbetrages zu sein behauptetest. Du würdest es mir ja doch nicht glauben, du bist ja keinen Vernunftgründen mehr zugänglich. Ich will dir nur nochmals wiederholen, daß du es noch bitter bereuen wirst, meine Worte in den Wind geschlagen zu haben, Edward Williams. Mit diesen Worten wandte sie sich zur Türe und schritt hinaus. Helen und ich blickten uns wegen dieses plötzlichen und unerwarteten Abbruches erstaunt an. Dann würben jp-ir sehr ernst und besprachen unsere Lage von jedem möglichen Gesichtspunkte aus. Von ihrer Verlobung mit Mortimer hatte sie der Tante scheinbar nichts gesagt, und jetzt, nachdem diese uns ihr Wohlwollen allem Anschein nach vollkommen entzogen hatte, war es ja auch überflüssig geworden. Wir mochten so etwa eine halbe Stunde diskutiert haben, als ein Extrabote ans London ankam und „einen wichtigen Brief für Herrn Doktor Williams" überbrachte, wie er sich ausdrückte. Ich erkannte sofort auf dem Umschläge Charley Mortimers Handschrift. Mit zitternden Fingern erbrach ich ihn. Gierig überflog ich den Inhalt. Ick) wurde kält und blaß, alle Haare standen mir zu Berge. Was ist los? Tod, was ist los? schrie Helen geängstigt. Mein Gott! Helen! rief ich aus. Es scheint doch wahr zu sein. Marcella ist heilte selbst beim Notar gewesen und hat ihr Geld verlangt. Als ich wieder einigermaßen Herr meiner selbst war, las ich meiner Schwester den Brief vor; er lautete folgendermaßen : „Lieber alter Ted ! Da ich soeben eine überraschende Nachricht erhalten habe und wegen einer dringenden -geschäftlichen Angelegenheit nicht imstande bin, heute abend zu Euch hinaus- zukommeu, so sende ich Dir durch Extraboten dieses Schreiben. Schlafe darüber aus und komme morgen früh zu mir. Ich bin, offen gestanden, außerordentlich erstaunt. Vor ungefähr einer Stunde erhielt ich nämlich von unserem Notar in Lincolns Inn, der neulich die Geld- geschichte geregelt hat, eine Aufforderung, worin er miet), ersuchte, womöglich sofort in sein Bureau zu kommen. In der Meinung, daß wahrscheinlich jemand von der Firma Jorkins und Joslins etwas auszuschnüffeln versucht hätte, maß ich der Sache weiter keine große Bedeutung bei und begab mich ohne Ueberstürzung und wohlgemut nach dem Bureau, in der Absicht, mich über die Unverschämtheit der Jorkins, auch nur Erkundigungen einzieheu zu wollen, lustig zu machen. ■ Aber, um mich kurz zu fassen, zu meinem größten Erstaunen mußte ich hören, daß Märcella selbst vor ein oder zwei Stunden dagewesen sei und um die Rückgabe ihres Geldes gebeten habe. Ich habe den Chef der Firma selbst gesprochen. Er ist einer der scharfsinnigsten Advokaten in London, und seine Beschreibung Marcellas stimmt — sogar bis auf die Kleidung, die sie in Deinem Hause trug — so genau, daß mein an ihrer Identität kaum zweifeln kann. Von Eißen ist bei ihr gewesen, und sie hat ihn als ihren Ehegatten anerkannt und gesagt, daß sie von Euch mit außerordentlicher Güte behandelt worden sei und- den Wunsch hege, sich Euch für' Eure Bemühungen in _ materieller Form erkenntlich zu zeigen. Ihr Verhältnis mit von Eißen habe einen sehr herzlichen Eindruck gemacht. Er habe sie im Laufe des Gesprächs häufig als „Julia" bezeichnet, ohne daß sie dagegen Widerspruch erhoben habe oder es ihr ungewohnt vorgekvmmen sei. Dies sind die nackten Tatsachen, nach denen der Fall sehr übel aussieht. Und trotzdem kann ich mir manchmal wiederum nicht vorstellen, daß Marcella ein falsches Spiel mit Euch getrieben haben sollte. Auf alle Fälle möchte ich es nicht eher glauben, bis ich es von 'ihren eigenen Lippen bestätigt gehört habe. Wahrscheinlich wirst Du mit der Post auf morgen eine Vorladung vom Notar bekommen, und die Dame wohl gleichfalls. Komme also rechtzeitig bei mir vor und lasse einstweilen den Mut noch nicht ganz sinken, wie auch ich noch das beste hoffen will. Immer Dein Charley. Wenn nun überhaupt je etwas geeignet ist, den Glauben eines Mannes an ein Weib zu erschüttern, so War es dieser Brief sicher. Ich blickte zu Helen auf und las Entsetzen in ihren Augen. (Fortsetzung folgt.) Auf der Flucht Wer die Alpen. Aus den Memoiren Miet von Doerring. Von H. H. H o n b e n. Die Jahrzehnte nach 1815, die wir als die der engsten Bürgerlichkeit, der Reaktion und des Biedermeier anzusehen gewohnt sind, haben doch einzelne Schicksale gezeitigt, die auch ohne jenen eingeschränkten zeitlichen Hintergrund, auch in romantischeren Zeiten auch in höchstem Grade abenteuerlich bezeichnet werden müßten. Wohl der merkwürdigste unter diesen „vielversclstagenen Helden" ist Miet von Doerring, von dem in den Werken Heinrich Heines die Rede ist, der in der Zeit der Demagogenverfolgungen in Deutschland, kurz nach den Freiheitskriegen, eine folgenschwere Rolle spielte, halb als Spion, halb als Vermittler zwischen den revolutionären Parteien und den deutschen Regierungen in die politischen Geheimnisse halb 'Europas eingeweiht war, eingekerkert die kühnsten und abenteuerlichsten Fluchtversuche erfolgreich unternahm und schließlich mit Aufsehen machenden Enthüllungen über feine Erlebnisse hervortrat. Aus diesen fast verschollenen vielbaiidigen Memoiren, denen selbst Heine eine wunderbare Herrschaft über Die Sprache nachrühmt, hat |3)r. H. H. Houben, der berannte Geschichtsschreiber des „Jungen Deutschlands' ein überfichtliches, einheitliches Werk zusamMengestellt, das_ er den „Lebensroman des Miet von Doerring" betitelt und bas letzt im ^usel-Verlag zu Leipzig erscheinen soll. Wir können mit Erlaubnis des ^-erlags schon heute eine Episode daraus zum Abdruck bringen: . Reichlich mit Pässen und Geld versehen, verließ ich in ben letzten Tagen des Januar 1823 das gastliche Roveredo. ^.ms zur schleunigen Abreise mich antrieb, war die >oeben angelangte Nachricht, daß die mir besonders wohlwollende Mailander General- Polizeidirektion meinen Aufenthalt ausgekundschastet und sihon 647 sehen, da die Vertrauten derselben mir schon t*nt Dessin teuf btt! Spur gewesen waren und sie ihre Spione viel zu gut dressiert hatte, als diese leichtlich bei Verfolgung ihres Menschenwildes auf eine falsche Fährte geraten könnten. Nachdem ich meinen .'Führer leider nicht meinen Wünschen/ sondern nur meinen Kräften gämäß belohnt hatte, blich mir noch gerade ein Toppia di Genova übrig, eine Goldmünze, ungefähr 82 Franken an Wert; wenig genug, um damit die Reise bis Basel zu bestreiten, wo ich Rimessen von Haufe erwartete. Da ich es nicht wagte, bei Tag meine Reise fortzusetzen, weil ich besorgen mußte, meinen Käschern zu begegnen, so machte ich mich noch in derselben Nacht auf den Weg. Kaum! eine Stunde weit gegangen, ergriffen mich heftige Fieberschauer, und mit Müh!e nur vermochte ich es, mich aufrecht zu erhalten; dennoch durfte ich nicht wagen, wieder umzukeh-ren, weil es meinen Verfolgern nicht lange verborgen bleiben konnte, daß, wann und mit wem ich über den Bernhardin gereist fei. Mein Aufenthalt im Dorfe Hinterrhein wurde ihnen dann sogleich bekannt, und meine Ver* Haftung war unausbleiblich. Die Schmerzen, die Müdigkeit und Ermattung zwangen mich zu wiederholten Malen auszuruhen; ends- lich verlor ich die Besinnung; dunkel weiß ich nur noch, daß ich unvermögend war aufzustehen, und mein letzter Gedanke wär: „Tu willst ein wenig schlafen."--. — Von den schrecklichsten Träumen geängstigt, erwachte ich und befand mich zu meiner größten Verwunderung an einem mir durchaus fremden Orte. Vergebens suchte ich mir ins Gedächtnis! zurückzurufen, wie ich hierher gekommen; es war und blieb mir ein Rätsel. Ich lag auf einen: Strohlager, worüber man Moos und einige weiche Felle ausgebreitet hatte; das Gemach war klein und schien aus unbehauenen Steinen aufgemauert, welche mit rohen Balken bekleidet und in den Ritzen ytm Schutz gegen die Kälte mit Moos verstopft waren. — Da ich auf mein wiederholtes Rufen keine Antwort erhielt, schwankte ich auf die Tür zu, sie war abgeschlossen; ich trat ans Fenster, und mir starrte eine zehn bis zwölf Fuß hohe Schüeewaiw entgegen. Rings um das Gebäude hatte man den Schnee wenige Schritte weit fortgeschaufelt, um doch nicht ganz das spärliche Tageslicht entbehren zu müssen. Gefangen konnte ich nicht sein, denn das Fenster war unverschlossen, auf dem Tisch lag ein Messer, und eine Flinte hing an der Wand. Hierdurch in etwas beruhigt, legte ich mich aufs Lager hin, und schnell schliß ich wieder ein. — Ms ich neuerdings erwachte, fand ich die ganze Szene verändert. Acht bis neun Männer saßen zechend und spielend um einen Tisch hemm, Waffen mancherlei Art lagen unordmtlich aufeinander geworfen am Boden, und ein junges, recht hübsches Weib macht die Hebe. Man denke sich diese Versammlung durch ein paar große Kienfackeln erhellt/ deren dunkle Glut und dicker, schwarzer 'Dampf die wunderbarsten Beleuchtungen hervorbringt, und man wird es ganz erklärlich finden, wenn ich offen hier bekenne, daß mir nicht wenig angst ward. Blinzelnd und regungslos fing ich nun an, die einzelnen Physiognomien zu studieren, und wurde hierdurch in etwas beruhigt, denn ich glaubte in den Zügen der Männer, wenn auch Roheit und Gemeinheit, doch keineswegs Bosheit und Hinterlist zu lesen, ja eine gewisse Gutmütigkeit war in ihrem gedämpften Lachen unverkennbar. Vergebens lauschte ich ihrem Gespräche zu; es war mir fast ganz unverständlich, eine Mschung von romanischer Mundart und schlechtem italcenischen Patois. Endlich faßte ich mir Mut und rief deutsch die in jenen katholischen Gegenden übliche Begrüßungsformel aus: „Gelobt sei Jesus Christ!" — „In 'Ewigkeit!" erwiderte die Gesellschaft, und ein ältlicher Mann, der Hausherr, wie ich hieraus erkannte, trat freundlich auf mich zu und reichte mir die Hand. Jetzt erst erfuhr ich, welcher Gefahr ich entgangen. Vor drei Tagen, denn so lange schon lag ich im heftigen Phantasieren bewußtlos in der Hütte darnieder, hatte dieser Mann, von einer Reise heimkehrend, mich unweit Rusfeuest erstarrt im Schnee gefunden. Das Scheuen und Bäumen seines. Pferdes ließ ihn auf etwas Ungewöhnliches schließen, und .en stieg ab, um es am Zaume vorüber zu führen. Da fand er mich; entsetzt hob er nun den erstarrten Körper in den Schlitten und' eilte damit nach seiner Wohnung, die ganz abwärts von der Churer Straße in der Richtung nach dem Splügen zu lag. Aus seiner und seiner Genossen Hantierung machte er mir kein Geheimnis; sie waren, wie ich halb und halb schon vermutet, Schleichhändler, In nicht geringe Verlegenheit geriet ich aber, als man mich jetzt nach Namen, Herkunft usw. befragte. Tie Wahrheit konnte ich natürlich nicht gestehn, und eine Erdichtung so schnell zu improvisieren, war um so schwerer, da ich nicht wissen konnte, ob sie nicht meine Papiere und namentlich meinen Paß gelesen hatten, der im grellsten Widerspruch zu meiner dermaligen so ärmlichen Lage stand. Von den Blanketts nämlich, die mir in Roveredo zugcstellt waren, hatte ich eines sogleich ausgeftillt und selbiges, da ich es zufällig nicht im Mantelsack verpackt, sondern' zu mir gesteckt hatte, noch gerettet. Leider war dieses aber von der Art, daß ich es nur unter äußerlich günstigen Verhältnissen! zu benutzen vermochte. Ein Vetter meiner vielfach erwähnten trefflichen Adelaide, der Vicomte von F., war seit längerer Zeit schon in Aegypten, und da alle Nachrichten von ihm ausgeblieben, glaubte man ihn gestorben. Eine flüchtige Aehnlichkeit, die wir miteinander hatten, bestimmte Adelaiden dazu, mich über ihn und seine Verhältnisse auf das genaueste zu unterrichten, damit einen ihrer Vertrauten nach Lugano abgesendet habe. Des Nachts beim schönsten Mondschein verließ ich Roveredo, ohne irgend jemanden zuvor davon in Kenntnis zu setzen, und schlenderte behaglich zu Fuße uach Misox. Da die Straße über den Bernhardin damals noch nicht ganz vollendet war, überhaupt aber in dieser Jahreszeit nicht gut zu passieren toar,. so hatte ich mir aus Vorsicht den besten Führer verschrieben, einen Bauer aus dem jeuseitigen Dorfe Hinterrhein, dem es oblag, die Straße den Winter über in wegsamem Stande zu erhalten. Um bei guter Zeit die in diesem besonders strengen Winter gefährliche Passage unternehmen zu können, war ich, wie gesagt, bei Nacht von Roveredo aufgebrocheu und schon um 3 Uhr Morgens in Misox. Ich hoffte meinen Führer bereits vorzufinden; da dieses aber nicht der Fall >var, legte ich mich einen Augenblick aufs 'Bett und gab dem Wirt,den Auftrag, mich, sowie jener käme, zu wecken. Nach Mittag erst erivachte ich und ließ.mir, ungeduldig und erzürnt aber des Führers langes Ausbleiben, etwas zu essen geben. Kaum hatte ich aögespeist, als man mir die Ankunft desselben meldete, worauf ich schleunigst in den schon bereitstehenden Schlitten sprang. Höchst verdrießlich über den längeren Verzug, begann ich, ihm Vorwürfe über sein,langes Ausbleiben zu machen, die er mir indessen echt schweizerisch in demselben Tone zurückgab. Da entdeckte sich denn der Betrug des habsüchtigen Wirtes in Misox. Schon am Abend zuvor war mein wackerer Führer angekommen; allein damit wir länger verweilen und somit mehr verzehren möchten, hatte der Wirt uns gegenseitig voreinander verborgen gehalten. Der Führer machte mir den Vorschlag, im Dorfe Bernhardin die Nacht zu verweilen; allein es trieb mich, bald durch die Mpen von meinen Verfolgern getrennt zu sein, und so bestand ich auf unsere Weiterreise. Es war acht Uhr, als wir das Dors Bernhardin beim schönsten Mondenschein und Sternenschimmer verließen; wohl eingehüllt saß ich im Schlitten, und lustig ging es beim fröhlichen Schellenklang den Söerg- hinan. Kaum aber .waren wir eine Stunde gefahren, als die schrecklichste Tormenta sich erhob; das Licht des Mondes und der Sterne schwand hinter düstern Wolken, und das entsetzlichste Schneegestöber machte es uns im eigentlichsten Sinne des Wortes unmöglich, die Hand vor Augen zu sehen. Mein Begleiter war stets ruhig geblieben, so lange er nur noch die hohen Stangen erkennen konnte, die den Weg bezeichneten; sowie uns aber auch dieses, wegen des 'Dunkels und der ungeheuren Schneemassen unmöglich geworden, erklärte er mir, wie er jetzt gar nichts Mehr zu unserer Rettung zu tun imstande sei und es daher am besten sei, wenn wir ruhig an dem' Orte, wo wir wären, verharrten, uns warm und wach 'erhielten und unsere Seele Gott und allen Heiligen empföhlen. 1 Nur eine geringe Hoffnung blieb uns noch. Und diese ließ Uns wunderbärerweise nicht zuschanden werden. Wir lösten die Stränge vom Schlitten ab, den wir seinem Schicksal überließen, banden uns damit aneinander fest, und der Führer wand den Schwanz des Pferdes um seine Hand. Der große Verlust, der mir daraus erwuchs, daß ich mit dem Schlitten all mein Hab und Gut verlor, ward in jenem Moment gar nicht von mir beachtet, sonst hätte ich wenigstens mein Geld herausgenommen; allein der Schiffbrüchige, der keine andere Hoffnung hat als ein elendes Brettchen, das ihm die nächste Welle schon wieder entreißen kann, henkt sicherlich nicht daran, sich erst noch mit Geld zu beschweren. Ter wunderbare Instinkt des Pferdes rettete uns. Das Gefährliche unserer Lage entsprang, wie ich schon bemerkte, daraus, haß die Schneewirbel jedes mögliche Erkennung?'sichen am Wege vernichtet hatten, so daß wir nie wissen konnte.., ob der nächste Schritt nicht schon uns einem tausend Fuß tiefen Abgrund entgegenführte. Unser Pferd war ein fogenannter Bahnbrecher; sowie nämlich die Masse des gefallenen Schnees tauf den Alpen die Kommunikation verhindert, werden eine Anzahl Ochsen den Berg hinan- getrießen, große, in einem spitzigen Winkel zusammengefügte Balken nach sich schleppend, ein des Weges besonders kundiges' starkes Pferd führt diese Schar an und wird deshalb der Bahnbrecher genannt. Wer nun hätte es glauben sollen, daß dieses Pferd, der Nacht und des Schnees ungeachtet, welcher oft so hoch zusammengeweht war, daß wir uns und das Pferd unter demselben hindurchschaufeln mußten, den im steilen Zickzack fortlaufenden Weg auf das sicherste auffinden könne? Und dennoch war dies der Fall. Nach unendlichen Mühen, fast erstarrt, unsere Kleidung mit einer dicken Eisdecke überzogen, daß wir faum uns fortzubewegen vermochten, laugten wir endlich um acht Uhr morgens im Dorfe Hinterrhein an. 1 Die Freude der Familie meines Führers war nicht gering, als sie den Vater, ob dessen Ausbleiben sie sehr in Sorge gewesen, gesund und wohl wiederkehren sahen. Auch meiner nahm man sich auf das herzlichste an, man zerklopfte die mich umgebende Eishülle, gab mir andere Kleider und brachte mich zu Bett. Erst am Abend ettvachte ich und überdachte meine jetzige Lage, deren große Unannehmlichkeiten bis dahin vor der größeren Gefahr ganz in den Hintergrund getreten waren. Schwermütig stieg ich in die Stube meines Wirtes hinab, wo meiner schon oas frugale Mahl harrte. Ich aß keinen Bissen; zu vieles bewegte mein Gemüt und nahst: meine ganze Denkkraft in Anspruch; denn was jetzt anfangen? — Daß die italienische Polizei sehr schnell meinen Aufenthaltsort entdecken würde, konnte ich voraus 648 ich mich int Fall bet Nvt für ihn ausgeben und selbst vis-ä-vis der Behörden meine Rolle behaupten könne. Ich suchte daher anfänglich nur ausweichend zu antworten, erzählte, wie ich auf der Reise all das Meinige verloren, entschuldigte mich mit meinen Schmerzen und meiner Ermattung tntb bewirkte dadurch, dass diese ehrlichen Leute, die weniger in irgendeiner bestimmten Absicht, als hcrgebrachtermaßen jene Fragen an mich gerichtet hatten, mich auch bald wieder in Ruhe ließen. — Ich aß und trank nun mit- vielem Appetit und schlief bald wieder ein. Am anderen Morgen erwachte ich neu gestärkt, ia, wie ein ganz anderer Mensch. Die Magd, eine ebenso gutherzige als häßliche junge Dirne, erzählte mir, daß man mich bei meiner Ankunft für tot gehalten imb daß die grundböse Tochter des Hauses, die obgedachte Hebe, mich nicht aufnehmen gewollt und ihrem Vater nachher die heftigsten Vorwürfe darüber gemacht habe, daß er sich unnötigerweise durch meine Rettung mancherlei Kosten und Unannehmlichkeiten bereite. Erst der kategorische Imperativ, d. h. eine derbe Ohrfeige, konnte sie dazu bewegen, mir ein Lager einzuräumen und für meine Herstellung Sorge zu tragen. Der wackere Mann hatte daraus, da sein Geschäft ihn zu häufigen Entfernungen nötigte, die Magd mit meiner Wartung beauftragt, welche diese denn auch, des Keifens der bösen Tochter nicht achtend, mit größter Aufmerksamkeit besorgte. Kaum hatte ich diese Aufklärungen erhalten, als die Tochter auch schon selbst erschien und ein Examen rigorostlin mit mir anstellte, welches ich, da ich erfahren, daß sie nicht lesen konnte, zu meiner größten Zufriedenheit bestand. Am Abend kam der Mann nach Hause und ergötzte sich, zum größten Aergcr seiner Tochter, an dein wahren Heißhunger, mit welchem ich die aufgetragenen Speisen verschlang. Tie arglistig-mißtrauischen Blicke, mit denen die geizige Tochter mich stets betrachtete, fingen an, mich zu beunruhigen. Meine Vermutung täuschte mich nicht, und niete gering war mein Schrecken, als die gute Magd mir am folgenden Morgen erzählte, die Tochter habe gesagt, ich sei bestimmt ein Spitzbube und sie wolle daher, sowie nur der Vater sich entferne und ein Landjäger sich zeige, mich arretieren lassen. Mein Entschluß war nun augenblicklich gefaßt; sowie es Nacht war, wollte ich, unter dem Vorwand, frische Lust zu schöpfen, vor die Tür treten und schnell dann auf dem von der Magd mir bezeichneten Weg davoneilen. Ich teilte der guten Dirne von meinem Schicksal dasjenige mit, was sie fassen und was ebendaher ihre Teilnahme erwecken konnte; die Revolution von Piemont war in jener Gegend wenigen unbekannt geblieben, und der Flüchtlinge waren auch manche in die Täler verschlagen, so daß sie das Gefährliche einer Verhaftung für mich erkannte. Die Magd versicherte mich, daß ich, sowie ich nur erst fort wäre, von der Tochter nichts weiter zu besorgen hätte, da sie lediglich Meine Entfernung durch meine Verhaftung bezwecke. Schon triumphierte ich über meinen Glücksstern, der, je dunkler die Nacht, desto heller stets mir geleuchtet, als ich entdeckte, daß mir mein Goldstück fehle; aller Wahrscheinlichkeit nach hatte die Dirne es mir geraubt, und um einer Entdeckung vorzubeugen, beabsichtigte sie Meine Verhaftung und Entfernung. So schrecklich mir nun auch die Aussicht war, eine so große Reise, krank, ohne Geld und von allen Seiten verfolgt, unternehmen zu müssen, so traute ich doch auf Gottes Hilfe, der im Verlauf weniger Tage mich zweimal auf so wunderbare Weise dem fast unvermeidlichen Untergang entrissen hatte. Die Magd steckte mir noch ein Stück Brot in den Sack, und sowie die Nacht anbrach, machte ich nnch auf den .Wckg. Meine Nahrungsmittel itraten bald verzehrt, und schon am nächsten Mittag sah ich mich genötigt, die Mildtätigkeit der Bauern in Anspruch zu nehmen. Vier Tage brachte ich auf dem Weg durch das Rheinwaldtal, die schauerliche Via mala und das schöne Tvmleschgertal zu, vier Tage, die entsetzlichsten meines Lebens. Ich sah mich genötigt, nicht bloß zu bitten, nein, im eigentlichsten Sinn des Worts zu betteln; meine Totenblässe, meine starren Blicke, meine halb unverständliche Sprache endlich verleiteten die Leute zum Glauben, ich sei ein Wahnsinniger. Um Geld bat ich nie, ein paar Blutzer, die eine gutherzige Alte mir zustecken wollte, wies ich kopfschüttelnd zurück, allein ich bat um ein Stück Brot, ich hat um eine Schale Milch, ich bat um ein Nachtlager, denn ich konnte es nicht mehr ertragen, die Nächte durch zu wandern. An Brot fehlte eS mir freilich nie; allein in dieser kurzen Zeit wurde mir zweimal die Street abgeschlagen, und ich mußte, um nicht neuerdings vor Kälte zu erstarren, mit einem Platz untern: Vieh mich begnügen. Und dennoch,lag selbst in dieser entsetzlichen Lage eine Art von Trost, von Befriedigung. Wenn ich allein war und einem Trunkenen gleich auf einen Knittel gestützt umherschwankte, forderte ich oftmals nut lauter, drohender Stimme das Schicksal zum Kampfe mit nur heraus; das Bewußtsein, daß es unmöglich noch schlechter Norden kann, gibt einen ganz,eignen Trost. Eine gellende Lache schlug tch auf, wenn ich, meine frühere Lage der gegenwärtigen ver- entsetzlichen Abstand gewahrte, und fast möchte ich selbst glauben, daß die Menschen damals nicht ganz unrecht hatten, wenn sie mich für wahnsinnig hielten. So kam ich denn endlich bis Thüsis; es war gerade Mittags die Sonne schien wunderschön, und um mich zu erwärmen, setzte ich mich, hinlänglich, wie ich glaubte, gegen jede Erkennung durch meine ganz verfallene Gestalt und schlechte Kleidung geschützt, auf eine Bank vor dem Gasthof zum weißen Krug. Ich mochte wohl eine Stunde daselbst geruht haben, mit mir selbst uneins, ob ich Yineintreten und um etwas Speise bitten wollte, als die Blicke eines ältlichen Mannes, der vor dem Hause auf und ab schritt nnd^ mich scharf fixierte, mich zu beunruhigen an- fingen. Da ich aufstand und forteilen wollte, trat er mir in den Weg, reichte freundlich mir die Hand und sagte auf deutsch: „Wenn Sie mich denn auch schon vergessen haben, so vergesse ich Sie doch nimmermehr!" —- Er nannte mir darauf seinen Namen, und ich erkannte zu meiner größten Freude in ihm einen Kaufmann, dem ich in Mailand, durch Bubnas gütige Vermittlung, einen bedeutenden Dienst geleistet hatte. Ich müßte mit ihm ins Gasthaus tzurück, um mich an warmer Speise zu sättigen und' mit einem Glas Wein zu erguicken. Ich konnte und wollte ihm aus meiner unglücklichen Lage kein Geheimnis machen, und er bestand darauf, daß ich bis Chur, wohin auch er jetzt reiste, mit ihm führe und das Geld zur gemächlichen Reise nach Basel annähme. Nach wenig Stunden waren wir .in Chur, !vo ich einige Tage auszuruhen beschloß, während mein wackerer Begleiter und Wohltäter seine Reise nach dem Vorarlberg fortsetzte. Nach zweien in Chur verlebten Tagen reiste ich mit der Diligenca nach Basel ab; die Reisegesellschaft war munter und angenehm, sie bestand nur aus Schweizer Offizieren in französischen Diensten, die vom Urlaub heimkehrten, um den Feldzug gegen Spanien mitzumacheir. vermischtes. * Unverkennbares Zeichen von Liebe. Tie „Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens" erzählt iolgende nette Geschichte: Ter Verfasser des Schauspiels „Tie Weihe der Krast", Zacharias Werner, war ein eckiger, ungeschliffener und exzentrischer Mensch, der sein Aeußercs aufs gröblichste vernachlässigte. Jin Alter von secl sunddreißig Jahren kam er nach Berlin, mar aber zu der Zeit bereits von zwei Frauen geschieden und ließ sich nicht lange darauf auch zum dritten Male scheiden. Seine dritte Frau war eine schöne, erst dreiundzwanzigjährige Polin, die sich nach kurzer Zeit in Berlin mit einem Staatsrat wieder verheiratete. Zehn Jahre später, als Werner Berlin verließ, stattete er seiner ehemaligen Frau, der nunmehrigen Stnatsrätin, einen Abschiedsbesuch ab und kam ganz ausgeregt zu einem Freunde. „Denke dir," berichtete er ihm frohlockend,' ich habe soeben entdeckt, daß mich meine schöne Malgarzata Mankjatowska noch immer liebt. Sie hat mir ein unverkennbares Zeichen von ihrer Liebe und Fürsorge gegeben." „Jst's möglich I Worin bestand denn das?" forschte der Freund. „Sie begleitete mich bis an die Treppe und sagte mir: „Werner, du bist doch nun einmal früher mein Mann gewesen, und da möchte ich dir doch noch eine« guten Rat mitgeben: Wasche dich und kämme dich, beim du siehst aus wie ein Schwein 1" Ob Werner sich nach diesem „unverkennbaren Zeichen der Liebe" gerichtet hat, hat die Geschichte leider nicht aufbewahrt. * Mulay Hafids Problem. Der Mitarbeiter des Temps, der Mulai Hasid interviewte und nach den Reise- eindrücken des marokkanischen Exsulians fragte, muß die braune Majestät in sehr grüblerischer Stimmung gefunden haben, denn Malay Hasid erzählte, daß er auf seiner Reise durch Frankreich besonders die Denkmäler und historischen Stätten jener sranzöst- schen Berühmtheiten besuchte, von denen er gelesen habe. Seme Helden sind Ludwig XIV. und Napoleon L, aber er hat auch eine ritterliche Bewunderung für die Jungsrau von Orleans. Und in diesem Zusammenhang warf der grüblerische Exsuitan eine neue tiefe Frage auf, deren Beantwortung den Historikern überlassen sei. Er schloß die Unterredung mit der Frage: „Was wäre geschehen, wenn Napoleon I. und Johanna von Orleans Zeitgenossen gewesen wären und sich geheiratet hätten?" Ja, was wäre geschehen . . . Silbenrätsel. a, ach, de, des, e, g, gu, la, le, meö, mm, mut, na, na, pi, ri, re, ra, sti, wa, xin. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangs, buchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, den Namen eines französischen Bühnen--und Romanschriftstellers ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter iolgendes: 1. Athenischer Staatsmann, 2. Sibirischen Strom, 8. Ein Gedicht, 4. Fluß in Brasilien, 5. Name osmanischer Sultane, 6, Belgische Provinz, 7. Einen Jndianerstamm. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung dos mätielÜ üt voriger Nummerr Untererheber. Redaktion: Ü. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen»