w «U ■fJKWi K1 ini h.nou. g i ess an 2®ö ji n MaÄä «MStf wwa« Sommrrleutnants. Roman von Walter Bloem. Copyright 1910 by Orethlein & Co. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ein siedender Schreck hatte Martin plötzlich durchzuckt, -als die Ordonnanz des Majors herangekommen war... -Auf die hatte et ja den ganzen Tag gewartet... Und -nun erging der Ruf zu seinem fröhlichen Zechen — !? -Also die Stunde her Abrechnung war noch immer nicht da... der Major wußte noch von nichts...?! , Natürlich, jetzt saß Brandeis drüben im Dorfe, wo der Brigadestab lag, mit seinem General zusammen, studierte die Korps- und Divisionsbefehle für morgen — redigierte den Brigadebefehl — — Da blieb ihm keine Zeit, an seine eigenen Angelegenheiten zu denken — mochten sie auch noch so dringlich... noch so unaufschiebbar sein...! Im Hinschreiten ließ Flamberg seine Blicke über das Weite Lager schweifen ... Die Dämmerung sank hernieder ... die frühe Dämmerung des Spätsommerabends...: hinter dem fernen braunen Strich des Jdarwaldes verglomm der letzte Tagesglast... Endlos hin über Berg und Tal zog sich das Biwak des Korps ... und überall dieselbe Szene ... die lodernden Feuer mit den rastenden, schmausenden, singenden jungen Männern drum herum... überall niedere Leinwandzelte ... Gewehrpyramiden... Posten vor der Fahne ... Ein ergreifendes Bild ruhender, gesammelter Volks- kraft: „Lieb Vaterland, magst ruhig sein..." Ach — und immer wieder fühlte er dann den jähen Ruck am Herzen... Was hast du getan — und was Wird werden ---?! Wie anders müßte mir nun zumute sein... wie leicht ,.. wie dankbar... wie voll Hoffnung... voll überströmender Glückshoffnung — und wie ist mir nun... Unmännlich hab ich mich hingegeben an diese Leidenschaft, die ich hätte bekämpfen müssen von Anbeginn... ausroden wie ein holdselig blühendes, berauschend duftendes Giftgewächs... Ich hab sie wachsen lassen ... und eine einzige Sekunde hat mein Leben... meine Zukunft... mein Glück vernichtet ... Mein Glück... ^ Meines nur...? Und sie... Agathe... das vertrauensvolle Mädchen, das sein Geschick in.meine Hand- gelegt hat.,.?! Ach, Kimmel, wenn sie ahnte... Und das, was kommen kann... was kommen muß.... Nein, nein — nicht dran denken... hinwegscheuchen die grausigen Bilder alles dessen, !vas kommen wird — Gespielt mit dem Heiligsten ... gedankenlos... haltlos... gewissenlos...! Jm Künstlerübermut... im Rausch des Machtgefühls hineingegriffen in die festgefügte Ordnung, welche diese Lebenssphäre beherrscht, in die der Dienst des Königs, des Vaterlandes mich, den Mann aus Kreisen leichterer, freierer Daseinsführung, hineingeführt... Nein, das ging nicht... das paßte nicht zusammen... Entweder — -oder! Nur zu einem Spiel... nur zu einem Anlaß künstlerischer Sensationen war das Gewand zu gut, das er trug, der Stand, dessen Zeichen es w-ar... Eine Offizierübung ist kein malerischer Motivenschatz ... die Ehe eines Fritz von Brandeis ist kein Modellbureau... Entweder — oder! Entweder man ist Offizier — oder man ist es nicht! — Nun... er würde sühnen... seine Schuld bezahlen... In tiefem Sinnen war Flambevg stehen geblieben am Rande des Gehölzes, welches das Biwak deckte. Nun hörte er Plötzlich seinen Namen rufen: „Flamberg! Sie, Flamberg!" Das klang vom Bataillonszelt her... Die Kameraden hatten ihn entdeckt. Er trat hastig näher. „Na Meister... bißchen Stimmung geschunden... bißchen photographiert für den Winter?! So, nun kommen Sie mal 'ran... die Bowle ist prima, prima..." so klang's durcheinander. Der Major lthronte inmitten der Tafelrunde, die sich auf Feldstühlen, Kisten und Koffern Um den grauen Klapptisch gruppiert hatte, der ein Vorrecht des Bataillonsstabes war. Sein Gesicht war gerötet, die zerknitterte Manövermütze saß ihm im Genick, den Kragen des Waffenrocks hatte er aufgehakt... Und an seiner rechten Seite saß der Leutnant der Landwehr Frobenins... seine Brillengläser funkelten... seine klugen Äugen leuchteten so seltsam... die rotumbarteten Lippen zuckten wie in freudiger, festlicher Erregung.. .f „So, lieber Dormagen," sagte der Major mit einer gewissen Feierlichkeit zu dem jüngsten der Herren des Bataillons, dem eleganten Referendar aus Koblenz, „nun füllen Sie gefälligst mal alle Gemäße —!" Schäumend floß der Kasinosekt über die Ränder der Emaillebecher, der Bierseidel, der henkellosen Kaffeetassen.. Und Sassenbach erhob sich: „Meine Herren — ich weiß, daß ich Ihnen allen eine Freude machen werde mit bent, was ich Ihnen jetzt mitzuteilen habe: Erstens — unser verehrter Kamerad, Herr Frobenins, bislang Privatdozent der Literaturgeschichte an der Universität Bonn — ein Herr, der in den acht Wochen, während deren er inmitten unseres Regiments geweilt hat, trotz gewisser — hm hm--anfänglicher Schwierigkeiten... trotz -einer gewissen Vorliebe für den Aufenthalt in Froschtümpeln und auf Parkettböden ... die uns ein wenig befremdet hat... auf die Dauer unsere -größte kameradschaftliche Hochachtung und Sym- 578 beitfyie erworben hat — dieser Ihnen wohlbekannte Herr hat soeben einen telegraphischen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Tübingen erhalten--" Das gab einen Sturm —! Ja, wahrhaftig, sie mochten ihn alle leiden, den bescheidenen, gutmütigen, pflichtgetreuen Mann... „Famos... tadellos... bravo, bravo Frobemus .... gratuliere tausendmal...!!" . , Halt, meine Herren!" überschrie der Major den Tumult, „ich bitte dringend um Ihre Aufmerksamkeit! — ich bin nämlich noch nicht 31t Ende —: Ich habe die angenehme Pflicht, Ihnen die Verlobung meiner Tochter Nelly mit —!" Weiter kam er nicht — keiner verlangte, den Namen des Erkorenen zu wissen. Es gab einen Jubel, daß au alleu Lagerfeuern des ganzen Bataillons alle Köpfe dorthin sich wandten, wo bei der Fahne auf einer leichten Bodenerhebung die Herren vorm Bataillonszelt tafelten... „Das Brautpaar: hurra, hurra, hurra--!" Und Vor versammeltem Kriegsvolk nahm der Major seinen Schwiegersohn beim Kragen Und preßte seine langwällenden Schnurrbarrzipfel auf den roten Bart des Herrn Professors. * Wenige Minuten vor neun Uhr ließen die Kompagnieführer ihre Leute bei den Gewehren antreten. Es war kühl geworden, die Mäntel hatten schon längst angezogen werden müssen... ' In langen' dunkeln Reihen standen die Kompagnien... es kam der Augenblick des Abendgebets. Die Kompagnieführer standen vor der Front, die Zugführer am rechten Flügel ihrer Züge. Und nun erklang von 'rechts her in ruhig heiterm Schreiten das Schmettern der Rcgimentsmusik... sie spielte die alte stolze Weise des „Großen Zapfenstreichs"..., Langsam marschierte das Musiklorps, die Spielleute aller drei Bataillone voran, an der Front des ganzen Regiments vorbei, dessen drei Bataillone ihre Biwaks nebeneinander aufgebaut hätten... Gelblich leuchteten die Instrumente ans im Widerschein der Lagerfeuer... Und aus der Ferne von rechts und links käm's wie ein Widerhall... dort, wo die andern Regimenter des Korps biwakierten, vollzog sich die gleiche Feierlichkeit... Nun war die Musik am linken Flügel des dritten Batail- lons angekommen, sie machte kehrt, zog abermals vor den dunkeln Massen der lauschenden Truppen entlang bis in die Mitte des zweiten Bataillons, in die Mitte der ganzen Regimentsfront. Da machte sie halt. Hier stand der Oberst mit seinem Stabe. Er gab mit weithin schallender Stimme das Kommando: „Mützen ab zum Gebet!" Die Bataillonskommandeure, die Kompagniechefs wiederholten den Befehl. Alle Mützen flogen von den Köpfen... ein tiefes, andächtiges Schweigen lagerte über dem nächtigen Plan... Nun scholl ein dumpfer, langhinrollender Trommelwirbel... die achtundvierzig Tambours des Regiments ließen leise rasselnd ihre Schlägel auf die entspannten Kalbfelle niederfallen... darüber schwebte ein leiser, flehender Triller der Flöten... und nun setzte der volle Ton der Trompeten, Tuben, Posaunen ein mit herzerschütternder Chvralmelodie... „Ich bete an die Macht der Liebe, die uns vom Himmel offenbart... ich geb' mich hin dem freien Triebe, mit dem ich je geliebet ward. Ich will, anstatt an mich! zn freuten, ins Meer der Liebe mich versenken.. — Das griff in jede Brust... übergewaltig... versöhnend ... Frieden spendend ... Himmelsfrieden... Stumm... regungslos lauschten die zwölfhundert jungen Männer im Waffenrock der Niederländer Füsiliere... und alles weithin übers endlose Wafsengefild lauschte... sie alle, die jugendschwiellenden, hochaufschauernden Krieger- herzen... Und keiner... keiner war so arm... so Heimat- und friedlos, daß er nicht an ein Liebes hätte denken können, dessen Herz in weiter Ferne für ihn schlug... Märtin Flambergs Herz aber schrie auf in wildem Mgm.., in fressender Reue... Agathe... Agathe...!i „Mützen auf — weggetreten —!" — Als Flamberg sich umwändte, freut Kompagniezelt zu i— stand plötzlich der Hauptmann von Brandeis hinter ihm: „Sitten Abend, Flamberg — habdn Sie einen Moment Zeit für mich?!" „Zu Befehl, Herr Hauptmann!" „Kommen Sie... wir gehen -ein paar Schritte in den Busch hinein..." Stumm folgte Märtin Flamberg — in seinem Kopf und Herzen war ein brandender Schwall — er konnte nichts denken — nichts fühlen... (Schluß folgt.) Helgoländer Zchlendertage. 1. Nun hat es auch mich gepackt. Durch mehrere Helgoländer Fahrten, die „glatt" verliefen, kühn gemacht, saß ich auf der vordersten Spitze des Oberdecks der „Prinzessin Heinrich" und jauchzte vergnügt in das Wogen und Brausen der recht erregten, See hinein. Gleich hinter Cuxhaven begannen die Wellen sich haushoch zu türmen und noch^ würde Spritzer über Spritzer, der mancheni schon bis auf die Haut ging, mit Lachen und Kreischen begrüßt. Plötzlich merkte ich ein noch nie gekanntes Gefühl irgendwo in der Magengegend. Am Tage vorher hatten wir noch große Töne darüber geschwungen, daß auch gegen die Seekrankheit die Willenskraft das Hauptmittel sei, und so holte ich denn alles, was sich an Vorrat hiervon 'in meinem Körper zusammcnsnchen ließ, hervor, und begann den fürchterlichen, aussichtslosen Kampf gegen die Geister des Meeres. Im .Stehen wirds besser gehen: nein, es ist doch int Sitzen leichter. Aber es hals nichts, 'zwar wohl nicht als erster ans dem Schiff, aber als erster dort unter den Passagieren des Vorderdecks, mußte ich die Flagge einziehen und verschwinden. Wen's einmal ähnlich faßt, der merke sich: keine falsche Scham, und nicht' hinnnter- gehen! Es war drunten ein fürchterlicher Aufenthalt, und ich war froh, einen Platz an der kleinen nach dem Unterdeck hinans- sührenden Tür erobert zu haben, in der ich frische Luft, Ausblick auf die wunderbare See nnd — die nötige Freiheit tztt allen Explosionen hatte. Von Zeit zu Zeit mußten sich die ermatteten Lebensgeister zu einem Kampf ums Dasein aufrasfen, da alle 5 Minuten ein anderer vorüberdrängte, um draußen die Reeling zn erreichen. Auf dem Streifen Deck vor uns flutete durch die überspülenden Wellen das Wasser 10 Zentimeter hoch und da drin standen die armen Opfer gefühllos. Bon Angehörigen und Freunden, die mit mir fuhren, konnte ich erst im Augenblicke des Ankerwerfens wieder etwas hören und sehen, da ein Gehen auf dem stampfenden, rollenden und schlingernden Schiffe unmöglich war, waren doch sogar die Stewards „krank" und alte Seeleute nahe daran, zu unterliegen. Einmal kam nut großem Gepolter etwas hinter mir die Schiffstreppe herunter, es waren 3 „Gegenstände": voran die kleine Frau eines Kollegen dann eine Decke, die ihr jemand nachtragen wollte und dann der ägev dieser Decke. Kurz, es war Heulen und Zähneklappen ui die ganze Reisegesellschaft eingezogen, die an den neuen St. Pauli- Landungsbrücken noch so freudig an Deck ging, zum Teil nut denk stolzen Hochgefühle der ersten Seefahrt. Verloren gegangen war unter sotanen Umständen das immer so fesselnde allmähliche Uuftauchen des roten Eilandes. Es lag da und wir lagen da, und die größte Freude war daß die alten Helgoländerruderboote jetzt alle mit Motor versehen sind, so daß das früher unleidige Ausbooten in wenigen Minuten vor sich ging. Die Lästerallee war noch die alte, d. h. ein Paar schnoddrige junge Leute versuchten die alte Tradition aufrecht zu erhalten, ohne damit guten Eindruck zu machen. Im allgemeinen beachtet man die noch grünlich Aussehenden in Helgoland nicht mehr. Und wie manches hat sich verändert. Vor der Südspitze ist in dem neuen Kriegshafen ein ganzes neues Unterland geschaffen worden, ein großes Gebiet mit Wasserbecken und künstlichem Festlande, auf dem eine Reihe von Häusern steht und auf dem grüne Flächen Und sogar der „Tennisplatz" nicht fehlen. Wer rann es.glauben, daß jetzt auf der Insel 4 Eisen- bahnm gehen? Eine Baubahn unten auf diesem neuen Gelände, eine solche durch den Tunnel von unten nach oben, und zwei oben auf dem Oberlande. Dort arbeiten auch Dampfmaschinen, die Steinmaterial befördern,*) große Baracken bergen eine Menge italienischer Arbeiter, und rote Steinhaufen liegen dort, wo früher Helgoländer Schafe weideten. Aus den wenigen Panzertürmen früherer Jahre ist eine ganze Reihe geworden, die das drohende Rohr auf die See hinausstrecken. Auch die Stadt zeigt eine Menge schöner Neubauten und hat an Stelle des alten Scheunentheaters einen einfachen schmucken Neubau gesetzt. Und mit dem und trotz alledem übt die grünweißrote Insel doch immer wieder auf den, der sie lieb gewonnen hat, dm alte« Reiz aus. *) Kürzlich alles abgebrannt. 679 II. . Wir haben schon öfters das Glück gehabt, in Helgoland von Kriegsschiffen belagert und bombardiert zu werden. Tas und überhaupt den Schiffsverkehr hat die Insel vor den nordfriesischen voraus. Gleich beim Aufgange begegneten wir dem Staatssekretär von Tirpitz, Prinz Heinrich war am Tage vorher dagewesen, überall standen Wachen und zur Zeit des Nachniittagskonzertis wimmelte es von Seeoffizieren. Kriegsschiffe streiften umher oder lagen hinter der !A.iüne vor Anker, und es ging ein eifriges Signalisieren mit dem blendenden Scheinwerfer Tag und Nacht hin und her Raketen stiegen hier und dort so hell, daß sie auch im Sonnenscheine noch ;u sehen waren. Nachts aber sah man in der Ferne das Aufblitzen von Schüssen, und nach langer, langer Weile kam langsam der Donner über die See herübergerollt. So kanns m einmal im Ernste werden. Aber das Oberland ist eine große Festung geworden und fürchtet sich nicht. Freilich, es hat, wie ich schon sagte, seine grünen Weiden zum großen Teile eingebußt. Ter Gang ums Oberland, der allabendliche Spazier- gang ;edes normalen Gastes, ist erhalten. Aber man geht jetzt zwischen den steilen Ufern und hohen aufgeworfenen Steinhalden hin auf kunstvoller Klinkerpflasterung, die das Lindringen des Wassers verhütet. Ueberall sieht man die schwarzen Löcher großer Geschütze auf sich gerichtet und überall herrscht heute noch ein krankhaftes Arbeiten an den Festungsbauwerken. Die hohen Anlagen der drahtlosen Telegraphie singen leise im Winde, und ihre Drähte blitzen auf, wenn am Abend die drei kreisenden Strahlen des Leuchtturms darüber huschen. ®^an maS bedauern, daß die Insel so viel von dem alten lieben Bilde verloren hat. Ja es gibt wohl auch noch! Leute, die mit mehr oder weniger Berechtigung den ganzen Vertrag bedauern. Aber wenn man sieht, wie hier in mehreren Jahren ein Bollwerk jft, ein Stützpunkt der Flotte; wie ruhig und sicher hier Vorkehrungen getroffen werden, um unser Haus und unseren Herd, unser Weib und Kind zu schützen, da zieht doch mit einer gewissen Beruhigung gegenüber der Großsprecherei man- .cher unserer „Freunde" auch ein wenig versöhnlichere Stimmung gegenüber den Hohen Flottenausgaben ins Herz hinein. Die Sage verleiht Helgoland in einer Zeit, die wenig über 100 Jahre zurückliegt, noch 70 Kirchen. So schlimm ist es freilich me gewesen; aber es war doch einmal ein großes Land, auf dem berüh!mte und berüchtigte Seeräuber schon vor langen Zeiten ihren Stützpunkt hatten. In dem großen reichillustrierten Werke von Major Brohm, Helgoland in Geschichte und Sage, ist, soweit Urkunden vorhanden sind, der Entwicklungsgang der Insel geschildert, der freilich; was Größe und Ausdehnung anlangt, einen Krebsgang bedeutet. Es gehört ja gar nicht viel Sachkunde dazu, um zil sehen, wie See und Sturm, Frost und Wetter immer mehr mnd mehr vom Felsen abbröckelten. Jetzt freilich hat es damit ein Ende. Die neuen Bauten, die im Vergleiche mit denen früherer Jahre ganz hervorragende Fortschritte zeigen, die erwähnte Pflasterung, Plombierung von Rissen, werden von jetzt an die Insel vor weiteren Verlusten schützen. Und da der Lummenfelsen! Zu Hunderten sitzen die niedlichen, der Möwe ähnlichen Vögel, in einer bestimmten, durch ihren Ausenthalt 'nun fchon ganz weiß gewordenen Felswand, und man hört, daß das blödsinnige Wegknallen dieser Vögel voni Boote aus, was natürlich jeder sechsjährige Schulbube fertiggebracht hätte, jetzt verboten sei. Es wird wohl selten jemand, der nicht Nordlandsreisen macht, Gelegenheit haben, eine derartige Vogelkolonie zu sehen. Weiter 'zur Nordspitze. Tie Sonne neigt sich dem Horizonte zu, das Meer im Westen vergoldend, während es sich nach rückwärts stahlblau in herber Strenge ausdehnt. Kleine Bootchen sind hinausgefahren, um dort in der Stille das Schauspiel des Sonnenunterganges zu genießen, ferne Schiffe streichen am Horizonte vorbei. Heilige Stille legt jedem Beschauer Schweigen auf, sogar die sonst so lebhaften italienischen Arbeiter stehen stumm ergriffen. Es wird kühl, wenn der letzte rote Rand versunken ist, und Leute mit und ohne Heusteber (gegen das ja Helgoland mit Vorliebe und Vorteil aufgesucht wird) eilen nach Hause. Auf der Falm, der nur einseitig bebauten vorderen Aussichtsstraße des Oberlandes, haben sich die Helgoländer Einwohner versammelt, äugen mit Fernrohren und Fernstecheru nach den Schiffen und warten der Saison. Tie wünsche ich dir mit reichem Gewinn für die Abgeschlossenheit und die Stürme des Winters, du grün-rot-weißes Eiland. ■ III. > ■ Ich würde nur immer auf dem Oberlande wohnen und zwar so, daß ich den Blick über das Meer habe, mit dem ersten Erwachen soll der Genuß beginnen, der uns Landratten so selten Und doch auch nur so kurze.Zeit zu teil wird. Weit lassen die Fenster Sonnenschein und leises Meeresrauschen herein, da klang durch den Morgen der Choral „Lobe den Herren". Wie schon früher einmal weckte uns so das Ständchen, das dem daneben wohnenden Kommandanten gebracht wurde. Ta fliegt man in die Kleider und eilt auf den Balkon, wo in der Morgensonne gut lauschen ist. Tas Unterland liegt in leichtem Dunste; über das Meer zur Düne hinüber zieht ein breiter flammender Lichtstreifen, zitternd und leuchtend „wie tausend Tiamanten". Tie Schiffe, die tags vorher kamen, oder noch in der Nacht in den Hafen einliefen, ruhen noch leicht auf und ab schaukelnd. Leise kräuseln um die Insel und um die Tune die Wellen, Un- fchuldig und friedlich. Dem Choräle folgen flotte Marschmelodien und andere Wersen — und über alle dem flattern in frischens Morgenwinde tue deutsche Flagge. Hinter der Düne kreuzen die manövrierenden Kriegsschiffe, schwari, gleichsam mit brummigem Gesichte huschen tue Torpedoboote umher, TamPfpinassen durchschneiden mit Windeseile die Fluten, um eine Ordonnanz oder (am Nachmittage) die Herren Offlziere zum Konzert an den Strand zu bringen, weiße Segel gleiten langsam in unbestimmte Fernen, und in edlem Fluge schwingen sich, wie'Funken auf- blitzend, die Möwen auf und ab. Jetzt werden an der Landungsbrücke die großen Boote bereit gestellt, die jetzt, durch Motorg modernisiert, den Badelustigen in wenigen Minuten zur Düne bringen — früher fuhr man mit Rudern fast 3/4 Stunden. Zur Düne, wo die plätschernden Wellen zum Bade laden: auf und hinüber! _ . IV. Wir legen an einem kleinen, fahrbaren, in das Wasser vorgeschobenen Stege an, unsere lieben Helgoländer Schiffer kommen m hohen Stiefeln und Oelhosen ein Stück entgegen gewatet und sichern das Boot auch für ängstliche Gemüter. . Noch ist Ebbe. Wir wandern langsam den sandigen Strand entlang, wundern uns, wie lang diese kleine Düne ist, sammeln glänzende oder rote feingeschliffene Steinchen (man möchte einen ganzen Sack voll mltnehmen), Muscheln, Seesterne, die die freundliche Ouartier- wirtin gern auskochen läßt, bedauern die auf dem Sande sitzen gebliebenen Quallen (Sitzenbleiben ist bekanntlich immer etwas Unangenehmes) und warten auf der Tünenspitze liegend, der kommenden Flut. Drüben liegt das rote Felseneiland, hier sind toir allein. Man liest, schwätzt und träumt. . Spannt das Hochgebirge mit seinen körperlichen Leistungen und seiner Fülle von seelischen Eindrücken die Nerven bis aufs Höchste an (in der Medizin sagen wir „übende" Behandlung), so kann der, der das Meer versteht und lieben gelernt hat, hier die abgejagten! Alltagsnerven einmal völlig erschlaffen und ausruhen lassen (Aschonende" Behandlung). Und trotzdem ist die ^Predigt des. Meeres nicht minder großartig, die Predigt von der Unendlichkeit, von Schönheit und Gewalt. Ein Wölklein steigt auf und treibt leise vorüber: du Mensch, der du daheim glaubst nicht 5 Minuten stillstehen zu können, schaust ihm nach bis es in der Ferne verschwindet. Tu liegst und träumst hinaus in das rauschende; brausende Meer, wenn du dein Buch beiseite gelegt hast. Mit dem Dichter schweifst du zurück und in vergangene Zeiten, in Zeiten! deines Lebens. Ta dehnt sich vor dir, wie das Meer, in der Ferne sich verlierend, die frühe, unbewußte und doch so glückliche Jugend. Und dann eine große wogende und lebende Fläche, viel Höhen, viel Tiefen. Und viel, viel kleine weiße lachende Kämmchen. Tas sind die Tage des Glückes und der Sonne. Aber auch viel Schatten. , Im rhythinischeu Atemschlage, wie das ganze Leben ein ewiger Rhythmus ist, spricht dir das Meer vom Vergangenen —■ wie es hätte (nicht ohne deine Schuld) manchmal ganz anders sein können. Vorbei! Blick und Geist laß schweifen nach der anderen Seite. Wieder in weite Fernen streckt sich das M'eer,- verliert sich im Ungeschauten und Unbewußten, und lockt und rüst: komm', frischauf zu fröhlicher Fahrt. Deine Zukunft. Schaffen, schaffen, nicht füll und träge werden, nicht alt werden, du ewig altes, du ewig junges Meer. Ueber alle Menschengedanken und Menschenworte predigst du und machst den Werktag zum Heiligtum'. Und nun du Meerweib, nimm mich auf deinen Rücken. Hinein in die Flut. Mit tausend Armen umgreift sie mich, leis erst die Füße bespülend, dann sich schmeichelnd anschmiegend, bis plötzlich eine größere Welle den kleinen .Menschen emporwirft, zehn: Meter weit auf den Sand streckt und kichernd zu ihren Schwestern zurückeilt. So spielt Wasser und Sonne und Menschlein, und dieses badet sich Leib und Seele- frei von den Schlacken des Alltags. Und wenn es zurückkehrt zu neuer Arbeit und alles mit frischem, gutem und neuem Mute wieder aufnehmen kann, dann denkt es gerne in stillen Abendstunden der sonnigen schönen Schlendertage in Helgoland. Dr. B. €ht intimes Bild vom täglichen Leben des Papstes, das manche unbekannte Züge enthält, zeichnet ein Mitarbeiter der römischen Tribuna. Das Zimmer Pius X. liegt im dritten Stock des vatikanifchen Palastes und hat ein Fenster, das auf den Säulengang des Platzes hinausführt, ivährend die beiden anderen nach Südosten liegen. In einem daran anstoßenden Zimmer, zu dem die ganze Nacht hindurch die Tür offen steht, schläft einer der Geheimkapläne, Monsignori Breffan, der schon Sekretär des Papstes mar, als er noch als Patriarch in Venedig lebte. Es wird er- zält, daß Pius X. in der Nacht an Beängstigungen leidet und be- onders befürchtet, er könnre durch einen plötzlichen Tod überrascht werden, während er wünscht, daß für jeden Fall der Priester zugegen sei, der seine Seele Gott empfehle. „Es wäre merkwürdig," so sagte er einmal, „daß unter so vielen Kardinälen und Monsignori, die es im Vatikan gibt, der Papst sterben sollte, ohne daß ein Prälat in der Nähe wäre." Wenn zur Mittagsstunde der Kanonenschuß vom Janieulus ertönt und die Glocken von Sankt Peter einsetzen, so unterbricht sich Pius, auch wenn er in diesem Augenblick empfängt, ohne weitere? und sagt zusammen mit den Amvesenven den „Angelus domini“. Sind die Emp'änge und Audienzen beendet, so kehrt er fast immer für 580 kurze Zeit in fein Studierzimmer zurück; dann fährt er mit dem Fahrstuhl zum dritten Stock zu feinem bevorzugten Wohnzimmer zurück und nimmt etwa nm 1 Uhr ein einfaches Frühstück. -i-er Tisch, au dem der Papst speist, ist groß und hat eine ovale tfornt. Er selbst siht am Ehrenplatz und in einer gewissen Entfernung sitzen die beiden Geheimkapläue, die Dionsignori Bressan und Pescini; Pius X. hat mit der früher fast nie gebrochenen Gewohnheit aufqehört, allein zu speisen. Es wird ihm ein besonderes Menu bereitet, das auf fein Alter und seine körperlichen Beschwerden Rücksicht nimmt. Er ißt und trinkt nur mäßig; ge« wohnlich nimmt er eine Suppe, mit Vorliebe Reis- und Hühnerbrühe, etivas gekochtes Huhn oder auch ein Kalbsbeefsteak, Fisch, oder einen andern Gang von weichem Fleisch mit gekochtem Gemüse und Obst; dazu trinkt er Mineralwasser und ein Glas sehr alten Bordeaux. Er hat den roten Valpolicella, den er als Bischof in Mantua trank, aufgeben müsse». Leo XIII. trank, wie hierbei bemerkt wird, als der vornehme Aristokrat nur Champagner. Zum Schluß der Tafel trinkt Pius X. eine Tasse Kaffee. Bressan und Pescini erhalten eine weniger einfache Mahlzeit, unb so kommt es wohl vor, daß der Papst, ivenn er sieht, daß die beiden Monsignori einen besonders schmackhaften Gang erhalten, mit schalkhafter Grazie sich ein wenig zu ihnen hinüberneigt, um besser zu sehen, und schließlich mit der Gabel etwas von dem Teller des einen oder andern nimmt, wobei er lächelnd sagt: „Es wird doch nicht gleich eine Schlemmerei {ein, ivenn ich das mal koste, nicht wahr?" Das Frühstück dauert in der Regel eine Stunde. Wenn das Wetter mild und die Lust klar ist, so verweilt der Papst wohl eine halbe Stunde am Fenster, dann zieht er sich in sein Schlaizimmer zurück und ruht. Hierauf kehrt er wieder in sein Studierzimmer zurück, wo er im Sommer bis 61/, Uhr, im Winter bis 5 Uhr bleibt und empfängt; manchmal dehnen sich die Audienzen aber auch bis 81/, Uhr aus. An Sommer- und schönen Herbsttagen unternimmt der Papst Spaziergänge in den vatikanischen (Sorten. Die Aerzte haben ihm Lust und Bewegung verordnet; er steigt daher aus dem Wagen und hält sich bei der Reproduktion der Grotte von Lourdes oder aus einem der Wege aus und spricht gelegentlich mit den Personen seines Gefolges, mit den Gärtnern oder anderen, die ihm begegnen. Um 9 Uhr kehrt der Papst in fein Zimmer zurück, betet den Rosenkranz und hält dann die Abendmahlzeit. Auch diese ist höchst einfach : eine Suppe, zwei Eier, gekochtes Gemüse und Marmelade. Bald danach legt er sich zu Bett, zugleich mit ihm Monsignore Bressan im Nebenzimmer; dann wird das Gemach verschlossen und Schweizer Garden und vatikanische Wächter halten vor der Türe Wacht. Als eifriger Leser der Zeitungen sah Pius X. auch die Notiz, die im vorigen Monat durch aste Blätter der Welt ging: von dem entscheidenden Einfluß der Zahl 9 im Leben des Papstes. 9 Jahre war er Kaplan, 9 Jahre Pfarrer, 9 Jahre Bischof, 9 Jahre Patriarch — 9 Jahre auch Papst. Da er am 4. August 1903 zum Papst erwählt worden war, so gingen die 9 Jahre am letzten 4. August zu Ende, so daß ... die Schlußfolgerung nahe lag, aber der Papst beunruhigte sich keineswegs über diese seltsame Prophezeiung, sondern sagte mit seinem fröhlichen Lächeln zu einem Prälaten: „Sagen Sie, haben Sie in den Blättern die Geschichte von der 9 gelesen? Eine schöne Geschichte, aber sie stimmt — absolut nicht ..." ------------- Vermischtes. ff. Der russische Feldzug der C o m e d i e - Frantz ai se im Jahre 1812. Ein friedlicher Feldzug war es, den Mitglieder der Comßdie-.Frantzaise int Jahve 1812 in Rußland führten. Während Napoleons Truppen den Njemen überschritten und die feindlichen Heere sich gegenüberstanden, spielten in St. Petersburg französische Schauspieler den „Nationalfeinden" französische Stücke vor. Ja, noch mehr! Da die Volksmeinung sich gegen die Franzosen wandte, so büßten die Schauspieler an Einnahmen ein, und — das Absonderliche geschah: Um gegen den „Eindringling" zu protestieren, Anderten die Mitglieder der Coms- die-Frantzaise den Spielplan und gaben fortan ein russisches, ins Französische übertragenes Stück. „Angesichts der gegenwärtigen Umstände" erließ Zar Alexander aber bald ein Dekret, durch das die französischen Schauspieler verabschiedet wurden. Wenigstens wurden ihnen die kaiserlichen Unterstützungen, die die französischen Bühneti in St. Petersburg und Moskau erhielten, entzogen. Es war ihnen jedoch gestattet, auf eigene Rechnung hin, gewissermaßen als private Schauspielgesellschaft-en, aufzutreten, und so seltsam es klingt, es ist Tatsache, daß während des ganzen russischfranzösischen Feldzuges Mitglieder der Comedie-Frantzaise in St. Petersburg ausgetreten sind. Erst zwei Monate nach dem Brande von Moskau kehrte die französische Schauspieltruppe St. Petersburg den Rücken. Ganz anders verhielten sich die französischen Schauspieler, die in Moskau gastierten. Selbstverständlich machten sie alsbald offene Sache mit ihren Landsleuten, und der Graf von Bausset, den Napoleon zum Direktor der schönen Künste er- nannt hatte, organisierte ein regelrechtes kaiserliches Hoftheater. Allerdings haperte es etwas sehr mit den Kostümen und den Regmsiten, und Memoiren aus der damaligen Zeit wissen von ganz absonderlichen Verkleidungen zu erzählen, die alles andere als getreu waren. Ms die ^Franzosen in Moskau einzogen, waren die Schauspieler des früheren, vom Zaren subventionierten.französischen Theaters, im größten Elend. Selbst die notwendigsten Kleidungsstücke fehlten ihnen, und es war daher eine Wohltat für sie, daß der Graf Dumas ihnen gnädigst erlaubte, sich aus den Kostümen, die man in den Häusern der flüchtigen .Bojaren sand/ das herauszusuchen, was ihnen gut schien. Sie fanden dort die kostbarsten Pelze, die erlesensten Spitzen, und so kam e§' denn, daß z>. B. die Schauspielerinnen auf der Bühne in einzelnen Kleidungsstücken prunken konnten, die -einer Königin würdig gewesen wären. Erwähnt sei aber auch, daß ihnen bei all der Pracht manchmal das — Hemd fehlte. 1 1 "FrattzösifcherWitz. Späte Erkenntnis. Rechtsanwalt : „Wie kommt es nur, daß Sie drei Jahre gewartet haben, ehe Sie de» Mann niederschlugen, der Sie ein Rinozeros genannt hat?" — Angeklagter: „Herr Rechtsanwalt, ich war am Tage vorher zum ersten Male im Zoologischen Garten und habe ein Rhinozeros gesehen." — In der Türkei. Gespräch zweier Paschas: „Wenn um 11 Uhr 40 die Regimenter, auf die ich zähle, die Gewalt haben werden, fo werde ich Sie füsilieren lassen . . / „Und ich Sie um 12 Uhr 32, wenn die Bataillone, an die ich denke, zu unserer Partei stoßen!" — Letzter Schmerz. Der Ehemann (in tiefem Sinnen) : . und nun soll ich nicht einmal den Frieden haben, wenn ich tot sein werde, wir haben ein Familiengrab." — Fehl am Ort. Alpenführer (zu den Touristen, die stehen geblieben sind, um eine Aussicht zu genießen): „Hier soll man nicht stehen bleiben! Sie müssen weiter oben in Begeisterung geraten — ich werds Ihne» dann schon sagen!" — Hygiene Parveim (zu feiner Frau): „Weißt du, endlich habe ich das berühmte Buch über Hygiene wiedergefunden, das wir uns angeschafft haben, und das wir nun schon seit zwei Jahren suchen . . „Schade, daß wirs nicht eher hatten. Wo war es denn aber?" .. „Dadrin — in der Badewanne I" — Der gute Kunde. „Nun, Doktor, Sie begleiten mich noch so weit? Ich glaubte doch, daß Sie einen Kranken zu besuchen hätten?" „Ach, der ist chronisch, der kann warten." . . . I m B a d e o r t. „Was für ein abscheuliches Wetter!" „So, wirklich, das weiß ich gar nicht . . . Es regnet immer zu? . . . Ach, ich interessiere mich nicht für das Wetter, ich spiele von 9 morgens bis 11 Uhr abends Bridge". Büchertisch. — Ein junges und erfolgreiches Unternehmen, das sich mik frischem Mute ganz in den Dienst der gebildeten Frau, der -gesunden Frauenbewegung stellt und sich weit fern hält von den Auswüchsen der Frauen-Emanzipation, ist die im Verlage von Velhagen u. Klasing zu Leipzig erscheinende illustrierte Frauenwochenschrift „D i e D e u t s ch e Fra u". Alle brennenden Tages- sragen, welche die gebildete Frau von heute bewegen, finden darin anregende Beleuchtung: Rechts- und Gesundheitsfragen, soziale Probleme, Frauen-Berufe und Frauen-Bildung, Nebenerwerb; aber auch Ratschlage für Haus und Hof, Küche und Keller, für -Toilette und Luxus. Die aparten Bilderbeigaben bevorzugen dte^ Bedürfnisse und Interessen der gebildeten und geschmackvollen Frau, sie berücksichtigen also insbesondere das unerschöpfliche Gebiet der Mode mit ihren vielfachen Verzweigungen, des Kunstgewerbes (Wohnungseinrichtungen, Beleuchtungsgegenstände, Gartenmöbel, Spielzeug, Porzellan, Handarbeiten feinerer Art, Spitzen, Schmuck), ferner Brautausstattungen, neueste Kücheneinrichtungen usw. Besonderes Interesse v-crdienen drei gemeinnützige Neueinrichtungen der „Deutschen Frau".: 1. der Toilettenmarkt, der den Damen der wohlhabenden Kreise eine willkommene Gelegenheit bietet, ihre guterhaltenen Toiletten (auch,Hüte, Pelze usw.) an die wirtschaftlich schwächeren Mitschwestern zu ermäßigtem Preise abzugeben/ 2. der Markt für Gelegenheitskäufe, welcher den vorteilhaften An- und Verkauf von vielen nützlichen und wertvollen Dingen/ Antiquitäten, Liebhabergegenständen, Gold- und Silbersachen, Bildern, alten Möbeln, Spielen und Sportsachen vermittelt, 3. der Nahrungsmittel-Markt, der den Hausfrauen in allen Teilen -Deutschlands erprobte und billige Quellen für den direkten -Einkauf vom Produzenten nachweist. Der Vertrag stellt Interessenten gern kostenlos eine Probenummer zur Verfügung. Der .Abonnementspreis für diese illustrierte und wöchentlich erscheinende Zeitschrift ist mit vierteljährlich 1 Mk. sehr niedrig bemessen. Rätsel. Ich kenne im Thüringerland einen Ort, Der ebenso heißt, wie das Flüßchen dort; Das Wörllein wird mit vier Zeichen geschrieben. Doch willst du sie richtig verdrehen und verschieben, So nennen sie dir einen Frauennamen, Ter wenig gebräuchlich bei unseren Damen. Im Drama und int modernen Rotnatt Triffst du ihn bei Weitem am häufigsten an. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer: Kelle, Egge, €}eel, Egle, Eeeb, Kofel, JLeef, Üle, Med; Kegelklub. Redaktion: K. Neurath. — NotatioitSdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Sange, Gießen,