oAd I WbbA MMW^^W alSÄ ^^z!iS,X4: ä' - ; \» * • v«Wm^S MVTfiorill h'Mct 8 MVO &?' I 1, ÄI '•!, - 1 WM Die von Gründingen. Roman von Freiherr von Schlicht, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Marianne erschien nach längerer Pause wieder einmal hoch zu Roß. Verwundert betrachtete sie die Coach und erkundigte sich, wohin die Fahrt ginge, und als sie hörte, daß man zur Bahn fuhr, um den Baron und seine Braut abzuholen, war sie ganz starr. Dann zog sie Dagmar beiseite: „Was, der Baron verlobt? Und das sagst du mir erst jetzt? Nicht ein Wort hast du mir davon geschrieben — wer ist die Braut — wie ist er so plötzlich zu der gekommen? Das mußt du mir alles erzählen." „Aber ich kann doch jetzt nicht, Marianne, es wird Zeit, daß wir fahren." z „Dann fahre ich mit," entschied Marianne schnell. 7,Oder noch Lesser: du läßt die anderen allein fahren; es ist doch auch vollkommen genug, wenn der Graf und Alexa die Braut in Empfang nehmen." „Aber ich habe Loch ganz bestimmte Gründe, die mich veranlassen, mitzufähren," wollte Dagmar sagen. Doch sie schwieg. War sie schon die Besiegte, dann war es genug, daß sie selbst sich das eingestehen mußte. Das auch "noch der Freundin erzählen — nein, unter keinen Umständen. Nie war iHv Marianne so ungelegen gekommen wie jetzt. Am liebsten hätte sie die gebeten, wieder nach Haus zu reiten, morgen oder an einem der nächsten Tage wiederzukommen; aber das konnte sie nicht, denn Marianne hatte erklärt: unter allen Umständen die Ankunft der Braut ab- zuwarten. Sie war viel zu neugierig, diese kennen zu lernen. „Aber wie ist es denn nun mit unserer Wette? Wer hat gewonnen?" „Ich natürlich, Marianne. Denn du siehst doch: ich habe mich nicht mit ihm verlobt." „Aber der Baron hat ja auch gar nicht um dich ange-s halten. Da List du nicht in Versuchung gekommen, ja oder nein zu sagen. Nach meiner Meinung ist sie unentp schieden." 7,Wie du willst- ich Lin damit einverstanden. Ich Lin nur froh, daß ich meinen „Old Fellow" behalte." 7,Wär' dir der Baron nicht doch lieber gewesen?" Noch bevor Dagmar die Frage hätte beantworten können, rief der Graf, der schon die Zügel zur Hand genommen hatte: „Wie ist es, Dagmar, fährst du mit?" Einen Augenblick zögerte sie noch. Aber sie sah keine Möglichkeit, sich freizumachen. So sagte sie denn: „Fahrt nur los, Papa, ich kann Marianne doch nicht allein lassen. Wer sag' dM Baron uM We ahch Claire^ daß ich die feste Absicht hatte, sie mit abzuholen. Vergeßt das bitte nicht; mir liegt viel daran, daß ihr es bestellt." „Sei unbesorgt, Dagmar, wir werden es bestellen," rief Alexa fröhlich zurück. Und gleich darauf fuhr der Viererzug von dannen. XI. Vor zwei Stunden waren der Graf und Alexa nttf dem Brautpaar von der Bahn zurückgekommen, und nun sollte gleich zu Tisch gegangen werden. Claire war noch in ihrem Zimmer mit Alexa, während Dagmar und Marianne sich bereits nach unten begeben hatten; denn Marianne hatte erklärt, unter allen Umständen zum Diner bleiben zu wollen, ganz einerlei, ob sie nun ein Reitkleid anhabe oder nicht. Wie vorhin, so unterhielt sie sich natürlich auch jetzt mit der Freundin fast ausk> schließlich über die Verlobung. „Wer hätte das gedacht — alles andere hätte ich eher geglaubt. — Der Baron hat dir doch aber auch den Hof gemacht, ich habe es mit meinen eigenen Angen gesehen —: mit meinen eigenen Ohren gehört. Und daß er nun so plötzlich abschwenkt Wie oft hatte Marianne im Lause des Nachmittags nicht schon dieses Wort gebraucht, und jedesmal zuckte Dagmar dabei zusammen. Fühlte die Freundin denn nicht, daß dieses Wort eine Beleidigung für sie enthielt, auch dann, wenn sie selbst nicht zugab, etwas von diesem Courmachen gemerkt zu haben? Und dieses „Abschwenken" erinnerte so an die Reitbahn oder an den Exerzierplatz, da wurde ja mit Zügen oder mit Schwadronen abgeschwenkt. Schön war Claire, auffallend schön, das mußten alle anerkennen, und auch Dagmar war ganz überrascht gewesen, als sie sie zum ersten Male sah. Neidlos gestand sie das ein. Und doch begriff sie nicht, wie der Baron so schnell dazu gc- kommen war, jeden Gedanken an sie auszugeben; denn auch sie war sich ihrer Schönheit wohl bewußt. Und wenn sie gedacht hatte, daß Claire es darauf angelegt hatte, den Baron einzufangen, fo bewies ihr die erste Begegnung, daß sie diesen Verdacht nicht aufrecht erhalten konnte. Claire war in ihrem ganzen Wesen, in ihrem ganzen Auftreten die Natürlichkeit selbst; jede Koketterie, jedes absichtliche Gefallenwollen lag ihr völlig fern. So sehr Dagmar Marianne auch zuerst fortgewünscht hatte, jetzt freute sie sich doch, daß sie da war. Bei der ersten Begegnung mit dem Baron war ihr deren Anwesew- heit sogar sehr angenehm gewesen; denn wenn sie dem Baron auch ganz unbefangen gegenübergetreten war und sich so zu verstellen gewußt hatte, daß niemand ihr etwas anmerkte, so war es ihr doch lieh, daß Marianne der Unterhaltung beiwohnte. „Ob die beiden wohl ein sehr zärtliches Brautpaar sein werden?" fragte Marianne jetzt. „Ich muß gestehen: bis jetzt habe ich noch nichts davon gemerkt. Mir war vorhin sogar so, als hätte sie einen kleinen Md erst and 434 geleistet, als er ihr heimlich Me Hand zu drücken vor- Sie können sich doch nicht vor uns allen ab küssen - das wäre doch im höchsten Grade geschmacklos und un- gehörig." „Das sehe ich gar nicht ein," widersprach Marianne. , Ich bin ja — leider, oder Gott sei Dank, je nachdem man Unll! 1— nie verlobt gewesen, aber bis zu einer gewissen Grenze ist es doch nun einmal das Vorrecht eines Braut- vaares, in Gegenwart anderer so zu tun, als ob sie ganz allein wären. Und soviel weiß ich: wenn rch Braut Ware und hätte plötzlich Lust, meinem Schatz einen Kuß zu geben, dann kriegte er ihn auch. Und was die Menschen dazu sagten, wäre mir ganz .gleich," „Nicht alle denken so", meinte Dagmar nicht ohne leise Ironie. _ r , „Leider," entgegnete Marianne., „Das ist ja eben der Fehler der Leute von heute, daß sie mtS lauter Rücksicht auf das Urteil und das Gerede ih>rer lieben Mitmenschen so oft zu gar keinem richtigen Lebensgenuß kommen, daß sie nur aus Angst vor dem, „was die Leute dazu sagen", nicht das tun, was sie wollen, sondern lediglich das, was keinen Anstoß erregt. Und das sind meistens zwei ganz verschiedene Dinge. Soviel weiß ich.: wäre ich ein Mann, wurde ich leben, wie ich wollte, und nicht, wie ich soNte. Als junges Mädchen muß ich aber anders denken." Unterdes half Alexa ihrer neuen Freundin beim Umkleiden. Natürlich hatte sie gleich auf dem Bahnhof das '„du" mit ihr gewechselt, und sie hatte sich auch durch das erstaunte Gesicht der Mutter darin nicht irre machen lassen. Die würde in den nächsten Tagen ja noch eine ganz andere Ueberraschung erleben! Ein klein wenig Angst hatte sie doch davor, um so mehr, weil, sie Claire so schön und so reizend fand und ihr deshalb jede Kränkung und Zurücks setzung ersparen wollte. Und Claire selbst war natürlich erst recht voller Un- ruhe. „Glaubst du wirklich, Alexa, daß deine Mutter mich liebgewinnen und mir dann diesen Schritt verzeihen wird? — Ich hätte es ja nie getan, wenn ich Hans nicht so über alles liebte, wenn ich nicht geglaubt hätte, es sei meine Pflicht, ihm dies Opfer zu bringen. Aber trotzdem hätte ich vielleicht nicht eingewilligt, wenn der Baron mich nicht so bestürmt hätte, auf seinen Plan einzugehen, wenn ihr — du und dein Vater — mir nicht durch ihn einen so zärtlichen Brief geschickt hättet. Ich habe ein schrecklich schlechtes Gewissen und eine furchtbare Angst! Was dann, wenn deine Mutter mir zürnt und mir das Haus verbietet?" Die Tränen Waren ihr nahe. „Aber Claire, wie kannst du Nur solchen Unsinn reden! Das wird Mama nie tun. Und außerdem ist Papa doch auch noch da, Und ich auch, und der Baron erst recht! Und schließlich doch auch Hans. Na, und wenn wir alle dich in Schutz nehmen Und alle für dich eintreten, da brauchst du doch keine Angst zu haben —und zärtlich schloß sie die neue Freundin in die Arme. Mer die war nicht so leicht zu beruhigen. „Wenn nur erst das Diner vorüber wäre —■. ich fürchte, ich werde mich dabei irgendwie versprechen oder sonst verraten — das Ware doch entsetzlich. Wenn ich erst einen oder zwei Tage hier bin, dann habe ich mich schon besser in meine Rolle hineingelebt; aber am Anfang ist es entsetzlich schwer, und wenn deine Mutter mich nur ansieht, steht mir fast das Herz still." Und sie schrak förmlich zusammen, als jetzt das erste Glockenzeichen zum Diner gegeben wurde. „Um Gottes willen, Alexa, ich bin noch nicht fertig; ich bin heute so ungeschickt — das kommt auch von der Angst und der Aufregung." Unten im Salon, der neben dem Speisesaal lag, erwarteten der Graf und die Gräfin ihre Gäste; Dagmar Und Marianne waren noch in einem Zimmer für sich Und tauschten ihre Ansichten über das Brautpaar aus. Bis fcitm zweiten Glockenzeichen hatten sie noch, zehn Minuten Zeit zum Plaudern. Der Graf ging im Zimmer auf Und ab' und rieh B vergnügt me Hände. Er war von Claire entzückt begeistert. Bon dem Moment an, da er sie auf dem Bahnhof an sein Herz gezogen und sie ihm mit einfachen. aber darum desto mehr zu Herzen gehenden Worten dankte, daß er sie als sein« Tochter aufnehm«, stand sein Herz in hellen Flammen, und mehr als je freute er sich, daß er -ein freier Mann sei und tun und lassen könne, was er wolle. „Und diesmal tue ich wirklich, was ich will," gelobte er sich. „Das tue ich ja sonst auch, gerade weil ich es auch anders kann, ohne mir dadurch etwas zu vergeben, h aber jetzt soll meine Frau mal Augen machen, die wird an ihrem Eduard ihr blaues Wunder erleben!" — Auf diesen Augenblick freute er sich wie ein .Kind. Er liebte seine Fran von ganzem Herzen, und- lebte mit ihr in der denkbar glücklichst-en Ehe, schon -deshalb', weil er als Kavalier die Pflicht hatte, keiner Frau, seiner eigenen am allerwenigsten, jemals ernstlich- zu widersprechen. Aber trotz alledem gönnte er ihr diese kleine Niederlage, daß sie eine bürgerliche Schwiegertochter aufnehmen mußte! Von dem Moment an würde sie doch nicht mehr nur über den Adel sprechen, und dann würde auch die allerletzte Wolke dahinschwinden, die zuweilen — wenn auch nur vorübergehend — den sonst so heiteren Himmel seines Eheglücks trübte. „Findest du Claire nicht wirklich entzückend?" fragte er seine Frau jetzt von neuem. „Aber Eduard, du kennst doch meine Ansicht über sie. Claire ist wirklich ganz allerliebst. Ich freue mich herzlich und aufrichtig für den Baron, daß er ein solches Mädchen gefunden hat, Und ich erkenne es ganz besonders' an, daß Claire, die -doch von Haus aus sehr verioöhnt zu sein scheint, 'sich in Zukunft einschränk-en will; denn das wird sie doch sehr müssen." „Ja, das wird sie allerdings," stimmte der Graf ihr bei, „denn diese kubanische Erbschaft scheint erst nach dem Untergang der Welt fällig zu werden. Und auch- dann ist es ja noch sehr zweifelhaft, ob der Baron etwas davon abbekommt. Na, hungern lassen wird der Baron seine Frau schon nicht. Und die Hauptsache ist ja doch, daß man sich liebt, und alles andere ist, mit Respekt zu melden: Dreck." „Aber Eduard, was für ein Ausdruck!" „Der einzig Richtige," rief er übermütig. komm her, mach' nicht so'n Gesicht, als ob du die Stunde verwünschtest, in der du mich kennen lerntest! Du freust dich ja doch jeden Tag, daß ich dein Mann bin — na, komm her und gib mir einen Kuß." Und als sie ihm nun die Hand reichte, zog er sie selbst an sich und küßte sie aus den Mund. „Aber Eduard," sagte sie halb verlegen, halb' tadelnd', „wir sind doch nicht mehr in den Flitterwochen." „Leider," meinte er,,„aber das schadet schließlich nichts'. So ist es ja auch sehr schön, was, Konstanze?" (Fortsetzung folgt.) Die Reformation »nd Gegenreformation in Herbstein und den ehemals landgräslichen und ritterschastlichen Orten des östlichen und südöstlichen Vogelsbergs. Bon Pfarrer Zinn in Herbstein. (Fortsetzung.) 10. Wie Fürstabt Johann Bernhard Schenk von Schwein?-: herg mit Hilfe der Tillyschen Soldaten die Evangelischen im Schlitzerland zu „reformieren" suchte. Waren die Evangelischen im Riedeselschen der drohenden Gefahr, wieder katholisch gemacht zu werden, mit Ausnahme der arme» Freiensteinauer, noch einmal entgangen, so sollten ihre Glaubensgenossen im SchlitzÄrlande umso schmerzlicher fühlen, daß sie dem Abte Johann Bernhard ein T-orn tot Äuge waren. Schott am 1. März 1628 hatte ein Beamter des Herrn von Schlitz Namens Hesselbacher aus Lauterbach durch einen glücklichen Zufall in Freiensteinau Kenntnis erhalten von einem Briefe, deü der ligistische Obrist von Lindlo an den Fürstabt von Fulda geschrieben hatte und 'worin er initteilte: Lindlo habe das Schrer- ben des Abts und dHn Befehl des Generals Graf von Tillv empfangen und daraus vernommen, daß der Abt das Stift reformier«« wolle, zu welchem' chrük- lichem Vorhaben 8r Gottes Segen und alle Wohlfahrt wünsche. Sollte der Abt Kur Ausführung seines Werkes Hilfe notig haben, so «roöt« er sich, mit einem Trutrv Soldajen ober dkvt gansen Kegiistent^a m selbst persönlich »lut Assist««» »u «rscheinen.^ Hesselbacher beeilte sich, dres seinem Herrn Wilhelm Balthasar als „dienstgevlißener Diener" brieflich zu melden, indem er ihn und seine Untertanen dem Schutze Gottes empfahl. Dieser Kries und die andern Hiobsposten von Freiensteinau ließen bat evangelischen Bewohnern des Schlitzerlandes keinen Zweifel mehr, was sie zu erwarten hatten. Die Befürchtungen sollten sich nur zu bald als begründet erweisen. Bereits am 16. März 1628 erschienen im Schlitzerland fuldische Kommissare mit bewaffneter Macht. Sie entsetzten die tüchtigen und allseits hoch geschätzten evangelischen Geistlichen Christoph Schellenberger und Johannes Hoffmann zu Schlitz, sowie die evangelischen Pfarrer von Queck, Hartershausen und Michelrombach ihres Amtes und befahlen ihnen, alsbald ihre Pfarrhäuser zu räumen.^) An Stelle der vertriebenen evangelischen Pfarrer fetzten sie katholische Priester ein, zu Schlitz Johann Axtius, zu Queck Joh. Philipp Herifab'er und zu Hartershausen Johann Volkmarus. Den Untertanen wurde anbefohlen, sich entweder beim Priester zur Beichte und Kommunion einzufin den oder das Land zu verlassen, andernfalls ihnen Soldaten beige legt würden, so lange und so viel, bis sie sich in dre katholische Religion bequemen würden. Tie Sakristeien und die darin befindlichen Kasten und Schranke wurden erbrochen und die darin aufbewahrten Kelche Und kirchlichen .Geräte usw. weggenommen. Wilhelm Balthasar ließ in seiner Not kein Rechtsmittel unversucht, das irgendwie Erfolg versprach, um das schwere Verhängnis^ von seinen Untertanen abzuwenden. Er konferierte mit den übrigen büchonischeN Rittern, holte Rechtsgutachten ein bei der Universität Jena und bei beit berühmtesten Rechtsgelehrten und Rechtsanwälten und wandte sich in Appellationen und Bittschriften an das Reichskammergericht. Alles, auch die herzbeweglichsteu Vorstellungen bei dem Äbte und die erbarmungswürdigsten Klagen der Schlitzer Bürger halfen nichts. Weder die Bitten noch "die Weigerung der Evangelischen zur Beichte zu kommen, machten Eindruck auf den Abt. Er fühlte sich vben als der Landesherr, und als solcher glaubte er sich auf Grund des Augsburger Religionsfriedens im Recht, nach dem Grundsatzzuhand elnicuiusregio, c i u s religio, d. h. wer das Land hat, hat auch über die Religion der Untertanen zu bestimmen. Schonungslos und rücksichtslos ging er auf dem betretenen Wege weiter. Am 31. Mürz 1628 ließ er den sämtlichen Gerichts- juukern durch einen gesandten Notar ein Patent, überreichen, wonach es den immer noch in Schlitz weilenden abgesetzten Pfarrern Schellenberger und Hoffmann untersagt sein sollte, heimliche Konventikel zu halten und die Bürger vom Besuch des katholischen Gottesdienstes zurückzuhalten. Obwohl sich Wilhelm Balthasar auf seine BelehNnngsurknnde von 1563 berief, wurde er doch genötigt, die beiden evangelischen Pfarrer, sowie den bisherigen Schulmeister Baitz, der sich nicht zur alleinseligmachenden Kirche bekennen wollte, auszuweisen und den katholischen Schulmeister Christoph Küchles aus Fulda alsbald in das Schulhüus einzuführen und ausreichend zu besolden. Tie Gerichtsjunker, die mit den schärfsten Strafen bedroht wurden, mußten sich fügen, verweigerten aber die Auslieferung der von ihren Vorfahren zur Kirche und Schule gestifteten Benefizien (milde Stiftungen). Ter Abt jedoch ließ am 9. Oktober 1628 durch seinen Schultheißen zu Salzschlirf unter dem Schutz etlicher Musketiere zu Roß und zu Fuß in Niederstoll von 4 Bauern den bereits erlegten Zins für die Benefizien der Herrn von Schlitz nochmals eintreiben; das gleiche geschah durch« "den Zentgrafen von Fulda mit vielen Musketieren im Dorf F r a u r o mb a ch Und durch den Salzschlirfer Schultheißen mit 200 Mann in H Utzdorf. Aehnlich verfuhr Man in Schlitz, Niederjossa und Berns hausens Die Schlitzer Bürger und Görtzischen Tiener, die ihre schwangeren Frauen nach Lauterbach, Kassel und Gelnhausen gesandt, um sie dort niederkommen und ihre Kinder evangelisch taufen lassen zu können, wurden mit 2—20 Reichstaler bestraft. — Nach dem Ahzug der evangelischen Pfarrer glaubte der katholische Priester Axtius in Schlitz umso rigoroser vorgehen zu dürfen. Er drohte denen, welche nicht bei ihm beichten und kommunizieren wollten, nut sofortiger Einquartierung. Am 23. Januar 1630 würden Rat und Bürge r m e i st e r v o n S ch li tz durch den Schulmeister in das Pfarrhaus geladen und im Beisein des Pfarrers Axt würde ihnen von einem Erschienenen fuldischen Kommissar vorgehalten: Falls sie innerhalb 14Tagtzn sich nicht zum katholischen Glauben bequemen Möchten, würden sie mit i) Diese und die folgenden Ausführungen fußen auf Akten des Gräfl. Schlitz'schen Archivs, wie sie Pfarrer Hotz von Schlitz in den Beiträgen zur Hess. K. G. Bd. III, H. 1, S. 43 ff. veröffentlicht und verarbeitet hat. , . 2) Schellenberg sand später, wie auch der vertriebene Freten- steinauer Pfarrer Köhler, wieder Anstellung bei den Riedeseln, und zwar in Engelrod. Kaplan Hoffmann wurde von Landgraf Georg tzon Darmstadt wieder aitgestellh gleicher Straf« fl>ie Sie tzu LangenschwarK, nSm- lrch mit Massenhafter Einquartierung, belegt werden. Bürgermeister und Rat et Härt en mannhaft, daß sie es Gott befehlen müßten; kämen die Soldaten, würden sie bald fertig Mit ihnen sein, da sie kaum noch Vorrat zum Leben Hätten. Als der Kommissar darauf den Bürgermeister Hans Jörgen fragte, ob er sich nicht bald ein stellen wofle, gab er zur Antwort: „Nein, eher will ich das Land raunten.'* Seiner Antwort schlossen sich alle an. Tie Soldaten kamen. Am 8. April 1630 schon konnte Axtius des „Quartiermeister amt es" walten und die Soldaten, die Graf Tillh ihm angeblich zur „Sicherheit gegen streifende Rotten" als salva guardia zur Verfügung gestellt hatte, e i n quartieren, aber selbstverständlich nur bei denjenigen Bürgern, die standhaft auf dem evangelischen Glauben beharrten. Den Gerichtsherrn wurdb befohlen, alle ihre Tiener, die noch evait- gelisch geblieben waren, hinnen 14 Tagen zu entlassen. Sie erklärten, daß sie weder für noch gegen einen Uebertritt bei ihren! Untertanen etwas unternehmen würden, sondern einem' jeden hierin seinen freien Willen lassen müßten. Tie Bedrängnis stieg aufs) höchste. Schon 18 lange, qualvolle Monate dauerte .die Drangsalierung der Evangelischen in Schlitz und Umgegend. Wie lange werden die Glaubenstteuen noch aushalten können? Mit Kummer und Herzeleid glaubte Man schon die letzte Stunde des evangelischen Bekenntnisses im Schlitzerlande gekommen. Ta geschah ein Wunder. Wie so manchesmal schon bewahrte sich auch hier die Wahrheit I Wenn die Not am höchsten, ist Gott am nächsten. Hals über Kopf verließen eines Tagen die Tillyschen Musketiere ihre Quartiere in eiliger Flucht nach Süden. Tie Stunde der Befreiung war gekommen. Der Befreier -und Retter, den Gott gesandt hatte, aber hieß: Gustav Adolf. 11. Gustav Adolf als Befreier und Retter der Evangelischen in der Abtei Fulda und im Schlitzerland. Tie Not feiner evangelischen Glaubensgenossen in Deutschland, das Schicksal seiner Verwandten, der von Wallenstein vertriebenen Herzöge von Mecklenburg, und die für Schweden bedrohliche Machtentfaltung des Kaisers an der Ostsee hatten Gustav Adolf, den edlen Schwebenkönig, auf ben Plan gerufen. Tie Situation war so ungünstig tote möglich für ihn. Ganz Deutschland seufzte unter der Soldateska der Liga und unter dem lieber» mute des Kaisers und' seiner Jesuiten. Im Kurfürstenkollegium! saßen ,5 Katholiken und zwei laue Protestanten, die als solche ihren Taufbatzen nicht wert waren (Sachsen und Brandenburg). Ter Landgraf von Hessen-Darmstadt suchte unter deut Schirme kaiserlicher Gunst das Schäfchen seiner Marburger Erbschaft ins Trockene zu bringen. Bleiche Furcht vor des Kaisers Ungnade und Rache hielt die übrigen protestantischen Träger von Kronen und Krönchen ab, dem nordischen Helden, brüderlich die Hand zu reichen zu gemeinsamem Kampf für die Ehre und Freiheit des evangelischen Bekenntnisses in Deutschland. Nur die Städte Stralsund und Magdeburg hatten Charakterstärke und Glaubeusmut genug, der katholischen Uebermacht zu trotzen. Schwer hat letztere für die Lauheit.und deü Kleinglauben ihrer Glaubensgenossen, befonberS bet Kurfürsten von Branbeubnrg unb Sachsen, büßen müssen. Sie ist «eine Märtyrerin des Evangeliums geworben unb verdient ihren Ehrenplatz als „tranernbe Magdeburg" auf bent Lutherbenkmal zu Worms. Aber neben ihr sollte tröstenb bie Gestalt des Sanbgrafen Wilhelm bes Fünften von Heffen-Kafsel stehen, der als toitrbiger Nachfolger des großen Sanbgrafen Philipp als erster deutscher Fürst es wagte, dem Mordbrenner von Magdeburg Hohn zu sprechet) unb sein Schicksal an bas Gustav Abolfs zu binben. Er hat seine Unerschrockenheit später tnt westfälischen Stieben nicht zu bereuen gehabt. Aber auch bie frevelnden Mordbrenner und Zerstörer Magdeburgs, Tilly und Pappenheim, sollten ihren Lohn empfangen. Als die beiden Haudegen mit ihrem als unbesieglich geltenden Heere bet Breitenfeld dein Schwebenkönig Gustav Aböls zum, Kampfe gerüstet gegenüber stauben, ba bebte bas Herz Europas in banger Erwartung, auf welcher Seite bie Wage bes Schicksals sich neigen werbe. Tas überlegene Felbherrngenie Gustav Abolfs, bie moralische Intaktheit und religiöse Begeisterung seines Heeres warfen ein solches Gewicht in die Schale, baß sie auf evangelischer Seite sich neigte und bie Pappenheimer unb Ligisteit zu leicht befunben würben. So glänzenb siegte Gustav Aböls am 5. Sep- tentber 1631 über seine kampferprobten Gegner, daß bet Ruhm ihrer Unbesieglichkeit für immer dahin war. Wie ein Triumphator zog Gustav Adolf durch Thüringen und Franken nach dem " i) Ms Tilly nach dem Falle Magdeburgs, ihn aufforberte,; ungesäumt seine Truppen zü entlassen, katholische Regimenter in seine Festungen unb in sein Laub aufzunehmen, Kontributionen zu entrichten unb sich 'entweder als Freunb ober als Felnb zu erklären, antwortete Wilhelm mit gewünschter Deutlichkeit: Fremde Solbaten in seine Festungen unb in seine Residenz aufzunehmen, sei er ganz und gar nicht gesonnen; ferne Truppen brauche er selbst: gegen einen Angriff würde er sich zu verteidigen wissen. Fehle es dem General Tilly an Geld unb Seben^ Mitteln, so Möchte ist doch nach München aufbrechen, wo,,Vorrat an bejhem fei. $8gf. Shciebx» b. Schiller, Gefch. de» 30jahr. Kk, 436 — Rhcinlaube und Bayern, die Trümmer des Tillyschen Heeres vor sich hertreibend. Wie einen gottgesandten Befreier begrüßten alle evangelisch Gesinnten den Sieger, wo «r durch kam. N ach d e n s chw er en Z ert e n der Niedergeschlagenheit erlebten sie wieder einen Augenblick seelischer Erhebung. Nach all den traurigen Go st alten minderwertiger evangelischer Fürsten und Fürstchen, die man hatte ausstehen müsson, erlebte man wieder einen Fürsten, der mit jedem Zoll ein König und mit jeder Faser seines Herzens ein Christ, ein evangelischer Christ war, einen Mann, vor dessen lauterem Charakter man in Ehrfurcht sich beugen und an dessen Seelengrö ße man sich aufrichten und erbauen konnte. Aus dieser Stimmung heraus begreift sich die Liebe und Verehrung, mit der das evangelische Deutschland heute noch an diesem Schwebenkönig hängt, den man wie einst so auch jetzt gar nicht als einen schwedischen, sondern als einen deutschen König Ästpfindet, würdig, sogar eine deutsche Kaiserkrone zu tragen. Auch für dick Evangelischen int Schlitzerland und in der ganzen Abtei Fulda bedeutet« Gustav Adolfs Sieg eine Wendung zum Guten. Tie Tillhschen Soldaten Mußten wieder die ritter- schaftlicheu Dörfer verlassen, zur Freude der lange genug von ihnen drangsalierten Evangelischen. Ihnen nach verließen auch die eingedrängten katholischen Priester ihre Posten, und die vertriebenen evangelischen Pfarrer und Gemeindeglieder durften wieder in ihre Gemeinden zurückkehren. 1 Ter Abt Johann Bernhard rettete seine Kirchenschätze nach Köln, in die damalige Hochburg des Ultramöntanismus. Dorthin begaben sich auch seine Domherrn. Er selber flüchtete nach Wien. Später schloß er sich dem Heere Wallensteins an, um hier als Mitkämpfer gegen Gustav Adolf einen Ruhm' zu finden, der ihm als geistlichem Fürsten versagt io ar. Er feuerte die in den Streit Ziehenden zur Tapferkeit an und segnete die Geschütze ein, die zur Vernichtung der Ketzer dienen sollten, kurz, er tat alles, was er konnte, um den Sieg wieder an die katholischen Fahnen zu heften. Es ist eine merkwürdige Fügung des Schicksals, daß dieser Mann in derselben Schlacht den Tod sand, ,in welcher Gustav Adolf über Wallenstein siegte, aber den Sieg mit seinem Leben bezahlen mußte. In der Schlacht bei Lützen, am 6. November 1632, traf ihn eine tötliche Kugel, als er die fliehenden Kroaten zum Standhalten anfeuern wollte?) Mit betrt herrenlosen Stifte Fulda belehnte Gustav Adolf feinen treuen Verbündeten, den Landgrafen Wilhelm V. von Kassel. ' (Schluß folgt.) , 2) Vgl. B!üff a. a. O. Nach anderer Annahme soll er bloß die Absicht gehabt haben, der Schlacht als Zuschauer beizuwohnen. Vgl. Komp a. a, O., S. 130 f. Versailles in Gefahr. Versailles in Gefahr! Diesen Schreckensruf erhebt ein Freund von Versailles in einem Pariser Blatte. Er hat vor ein paar Tagen in Begleitung eines fachkundigen Führers die Schloßbauten, die Parkanlagen und die Kunstschätze von Versailles eingehend besichtigt und .erklärt nun, sein Ruf, Versailles sei in Gefahr, wäre durchaus nicht übertrieben. Zum Beweise für diese Behauptung führt er verschiedene Tatsachen an, die allerdings schwerwiegend genug sind. Vor zwei Jahren hatte der „Bund der Freunde von Versailles" alle Marntorstandbilder, die im Freien aufgestellt sind, auf seine Kosten reinigen lassen. Sieht man sie heute an, so erkennt man, daß der Bund Mühe und Geld hätte sparen können, denn jetzt ist wieder alles schlimmer als vorher. Die Sockel aller Standbilder, aller erreichbarer Marmor, selbst die Wände der Gebäude sind dicht bedeckt mit Inschriften, die die Besucher von Versailles mit Bleistift oder Tinte hineingeschmiert haben, und zeigen außerdem noch Verletzungen mit dem Messer. Die Aufsichtsbeamten von Versailles sind gegen die Ruchlosigkeit törichter Besucher machtlos, und die Gesetze anscheinend auch. Am schlimmsten ist es in Klein-Trianon, und hier ist wieder die schlimmste Stelle das Marie-Antoinette-Theater. Dort bedecken solche Schmierereien alle Marmorteile so dicht, daß für heue kein Platz mehr vorhanden ist. Dies sind Uebelstände, die den Besuchern zur Last fallen. Außerdem ist in Versailles vieles int Laufe der Zeit verfallen, ohne daß rechtzeitig Ausbesserungen angeordnet worden sind. Die Ballinschen Vasen in der Orangerie- Mlee stehen auf ihren Sockeln so wacklig, daß sie jeden Augenblick herunterfallen können. Bei einem' Feuerwerke, das vor einiger Zeit in Versailles abgehälten wurde, ist tatsächlich schon eins dieser Kunstwerke gestürzt und in den kleinen „Schweizerteich" gefallen, wobei es natürlich beschädigt worden ist. Dieser eine Gegenstand fällt natürlich nicht so schwer ins Gewicht, aber es gibt noch andere, die ebenfalls gefährdet sind. Ein Girardonsches Basrelief,- das badende Nymphen darstellt (in der Nähe des Neptun-Beckens), hat sich gelockert. Die Bleineinsätze, mit denen es stn der Mauer befestigt W, sind ganz lose, so daß es jede« Augenblick ins Wasser stürzen kann. ES besteht aus weichent Metall und würde durch einen solchen Sturz einfach zerstört werden. Das schlimmste aber ist, daß auch das Schloß selbst gefährdet ist. Es ist oft die Klage darüber erhoben worden, daß die Pariser Kunstsammlungen, beispielsweise die im Louvre, nicht genügend gegen Feuersgefahr geschützt sind. Nun, in Versailles ist es noch schlimmer. Der Schloßpark ist arm an Wasserversorgung, und die Brunnenanlagen werden auf ziemlich kostspielige Weise durch Maschinenkraft mit Wasser versorgt. Sollte also in irgend einem der Bauten Feuer ausbrechen, so würde die Feuerwehr wegen! Wassermangel einem' Brande bald hilflos gegenüberstehen. Die Feuersgefahr ist aber sehr groß, denn in der Nordallee, gegenüber der alten Oper, wo der Kongreß die Präsidentschaftswahl! abzuhalten pflegt, hat man vor vielen Jahren eine Art Anbau hergestellt, den die „Freunde von Versailles" geradezu als „Brandmaschine" bezeichnen. Sie haben damit völlig recht. Es handelt sich nämlich um eine sehr ausgedehnte, etwas geneigte Holz- Plattform, die geteert ist. Sie ist so wurmstichig und ausgetrocknet,, daß schon ein Funke von einer Zigarre sie entzünden kann. Diese Holzebene diente ehemals bei Theatervorführnngen, denn die gewährte den Reitern bequemen Zutritt zur Höhe der Bühne der alten Oper. Seit dreißig Jahren hat man zwar keine Aufführungen dort gesehen, aber die sinnreiche „Brandmaschine", die noch dazu nicht gerade verschönend wirkt, hat man stehen lassen. Vor kurzem höben sogar die Schüler des Lyzeums von Versailles im Parke einen Fackelzug abgehalten, und cs ist eigentlich ein unerhörtes Glück für Versailles, daß bei ihrem Feste kein Brand ausgebrochen ist, denn der Fackelzug führte ganz dicht' an der „Brandmaschine" vorbei. Vermischte». * Das feinste Z i in m e r. Ein Pariser Bild aus der Reisezeit: Das Hotel ist das eleganteste und luxuriöseste Rendezvous der vornehmen Welt, das es in der „Lichtstadt" gibt. Ein Auto mit dem Sternenbanner fahrt vor; der reiche Amerikaner, der ihm entsteigt, ist reicher als alle anderen. Er wünscht ein „Appartement" und erklärt kurz: „Das Beste, was Sie haben." Man zeigt ihm „das Beste". Preis? 500 Francs. „Haben Sie nichts Teureres...?" Aber gewiß." „Wie viel?" „...800 Francs." „Nehme ich." Das Appartement für 800 Francs ist die getreue Wiederholung dessen für 500. Es war eben das Beste. Aber das zweite war teurer. Und das war entscheidend für den Millionär. Es gibt eben eine Nuance der Feinheit, die dem gewöhnlichen Sterblichen abgeht und die dem reichen Amerikaner im Blute liegt: das Feinste ist'das Teuerste. * Was ist Ewigkeit? Eine Anschauung von der Ewigkeit zu geben, hat schon so mancher versucht; aber originell ist der Vergleich eines schwarzen Predigers, der seiner farbigen Gemeinde, wie Everybodys Magazine erzählt, den Begriff, über den sich die Philosophen so oft den Kopf zerbrochen haben, unter, folgendem Bilde darstellt: „Wenn ein Sperling, lieben Brüder, einen Tropfen Wasser aus dem Atlantischen Ozean bei Coney Island nehmen würde, und mit diesem Tropfen Wasser im Schnabel forthüpfen würde, bis er den stillen Ozean bei Sankt Francisco erreichte, und wenn er hier den Tropfen in den Stillen Ozean fallen ließe, und wiederum, lieben Brüder, wenn er zurückkehrte und hüpfte den ganzen Weg bis Coney Island, und nähme wieder einen Tropfen und täte dasselbe, und so fort, bis er den ganzen Atlantischen Ozean ausgeschöpft und in den Stillen Ozean gebracht hätte, bann wäre es boch immer noch früh anj Morgen in der Ewigkeit. bk. Wie mau d i e S ch w ä g e r i n s e i n e r G r o ß m u 11 er wird. Die Frage, wie man sein eigener Großvater wird, soll vor vielen Jahren einmal durch eine verwickelte Verwandtfchafts- ehe gelöst worden sein. Die Frage, wie man die Schwägerin seiner eigenen Großmutter wird, hat jüngst eine Französin in der Praxis gelöst. Fräulein Antoinette Graulliöre (in Lunas in der Tordogne) hat sich nämlich jüngst, wie der „Daily Telegraph" erfährt, mit ihrem eigenen Großonkel, nämlich dem Bruder ihrer Großmutter verheiratet. Aus diese einfache Art und Weise, die namentlich bei Erbschaftsstreitigkeiten erfreuliche Folgen zeitigen kann, ist sie Schwägerin ihrer Großmutter und damit natürlich die Tante ihrer eigenen Eltern geworden. Rätsel. Nahrhaft und wohlschmeckend bin ich, man sieht mich auf heimischen Fluren; Setz' an das Ende mein Haupt, hält mich die Meerflut umringt. Auflösung in nächster Nummer. n -----—i ' i r Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer i Luise — Ilhland — Daun — Waffel — Inn — Gulben — Kuaheli — Dalas — Anguilla — Feile — Eule — Neunauge; Ludwigshafen. Lang», Gieße» Redaktion: ft. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Universitats-Buch- und Steindruckerei, R,