pjz - Nr. 59 w l b,111 Iw ■Myujpi '.-^1 Der König von Thule Roman von Paul Grabein. (Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung.) VII. „Küssen ist — keine Sünd —" Die banalen, aber gefälligen Walzerklänge, die die Kapelle der „Hamburg" auf lebhaftes Verlangen des größeren Teiles der Tischgesellschaft fast jeden zweiten Tag während des Diners spielen mußte, zogen wieder einmal durch den eleganten Speisesalon der ersten Kajüte, wo die übliche froh angeregte Stimmung und reichliche Wärme herrschte. Man war schon beim Gis. Die Wangen -der Damen stray.t.u rosig, die Herren zeigten vielfach sogar schon die verräterische „Weinfahne" im behaglich-vergnügten Antlitz; allenthalben perlte der Sekt in den Kelchen, und die Unterhaltung schwirrte durcheinander — wie im Pa- vageienhaus im „Zoologischen", pflegte Kapitän Neidhardt immer zu sagen. Er schenkte seiner Tischdame, Frau Söllnitz, gerade die flache Schale des langen Stengelglases — er trank den Champagner grundsätzlich nur ans dieser Form —। mit der üblichen „Veuve Cliquot" voll, als der nur zu gut bekannte Walzer einsetzte. Lebhaftes Bravo und Händeklatschen von einem Seitentisch begrüßte das Musikstück. „Ja bravo, brävo —" ahmte der Kapitän mit einem geringschätzigen Seitenblick zu den Lärmern deren breite, englische Aussprache nach. „Natürlich wieder die Cow- Boys!" so benannte er eine ihm höchst widerwärtige Gesellschaft amerikanischer Herren, die dort mit ihren Damen saßen und deren Manieren allerdings nicht die besten waren. „Ritschard Uaeger oder den Schunkelwalzer — was anderes kennt die gräßliche Gesellschaft ja nicht! Na, soll uns aber nicht abhalten!" Er präsentierte mit der Eleganz des alten Offiziers seinen Kelch vor der Tischnachbarin. „Darf ich gehorsamst Ihr Wohl trinken, meine gnädigste Frau?" Eva Söllnitz tat ihm freundlich Bescheid, aber während fie ihm zutrank, flog ihr Blick über die lange Tafel hinüber zu einem Seitentische, wo ein halbes Dutzend unverheirateter Herren beisammen saß. Dort hatte der Obersteward auch den neuen Gast placiert. Mit heimlicher Sehnsucht und Ungeduld schaute die junge' Frau dorthin. Sie hatte ja noch keine Gelegenheit gehabt, Dr. Amthor zu sprechen; ja, noch nicht einmal einen stummen Gruß hatte sie mit ihm gewechselt. Vorhin, vor dem Diner, als sie suchend auf dem Schiff Umhergegangen war, hatte sie ihn nirgends gefunden — gewiß hatte er sich in seiner Kabine eingerichtet — und jetzt bei Tisch saß er leider abseits und ihr halb den Rücken zukehrend, so daß er sie noch nicht bemerkt hatte. Und doch hatte sie so daraus gebrannt, ihm wenigstens mit einem lächelnden Blick zu danken und den ersten Gruß zu entbieten. Es war ja in ihr eine so namenlose Freude, daß er nun doch noch gekommen war. Nach ihrem traurigen Abschiede auf Nimmerwiedersehen! So war ihm doch auch an einem Beisammensein mit ihr gelegen gewesen. O, wie sehnte sie sich nach dem ersten Wort von ihm! Was er wohl sagen, ob er wohl andeuten würde, daß das Verlangen, mit ihr weiter zusammen zu sein, ihn doch noch zu guter Letzt umgestimmt habe? Wie endlos lang doch das Essen heute dauerte! Nervös spielte ihre Rechte mit dem kleinen Fächer, während sie den Blick immer noch drüben am Tische weilen ließ. Sie konnte Amthors Gesicht nur halb von der Seite sehen, aber sie vermochte doch zu erkennen, daß er still dasaß, mit ernster Miene, und nicht teilnahm an der lauten, fast lärmend lustigen Unterhaltung an seinem Tisch, wo ein kugelrunder Rechtsanwalt aus Berlin in seiner schnoddrig-witzelnden Art das große Wort führte. Von Zeit zu Zeit sah sie, wie Amthor den Kopf zurgSeite wandte und wie suchend über die Nachbartische wegblickte. Kein Zweifel, er suchte sie! Wie klopfte ihr das Herz schneller! So gern hätte sie ihm mit leisem Zuruf ihren Platz hier hinter ihm verraten. „Ihr isländischer Bekannter scheint sich etwas vereinsamt hier zu fühlen," wandte sich Kapitän Neidhardt plötzlich an sie; er war ihrem Blick mit den Augen gefolgt. Frau Söllnitz fuhr leicht zusammen. Erst wollte eine Verlegenheit in ihr auffteigen, sie fürchtete, daß ihre unbewachten Blicke ihrem Nachbar ihre Gedanken verraten haben möchten; aber der harmlose Ausdruck in seinen Zügen beruhigte sie schnell wieder. Sie hatte Neidhardt gleich zu Beginn der Tafel mit voller Absicht erzählt, welch sonderbarer Zufall das doch sei, sie kenne den neuen Schiffsgast! Es sei ja ihr Führer auf dem Ritt zu den warmen Quellen, der Dr. Amthor. Er habe allerdings auch schon zu ihr davon gesprochen, daß er einmal gern auf ein paar Wochen hinaus wollte aus der Einsamkeit Islands — aber der Entschluß, mit der „Hamburg" zu reisen, müsse ganz plötzlich bei ihm gekommen sein; wenigstens habe er ihr diese Absicht neulich nicht kundgetan. So war denn auch jetzt offenbar die Bemerkung des Kapitäns ganz unverfänglich, und die junge Frau konnte es wagen, an diesen eine Bitte zu richten, die sie schon lange im stillen hegte. „Ja," bestätigte sie ihm seine Beobachtung. „Ihm ist sicherlich drüben nicht wohl. Dr. Amthor ist ein sehr an-, genehmer, aber etwas ernster Mann, der zwischen die Herren da nicht paßt. Er tut mir eigentlich leid, wie er so still! da sitzt. Er hat sich unser neulich so liebenswürdig angenommen, daß ich mich gern ein bißchen revanchieren möchte. Als Frau kann ich das doch aber nicht gut. Wenn. Sie aber, Herr Kapitän, sich seiner erbarmen und ihn gelegentlich in unsere Gesellschaft ziehen wollten, so Wäre- das recht lieb von Ihnen, und ich würde mich freuen." 234 „Aber gern, meine gnädigste Frau! Mit größtem Vergnügen versicherte liebenswürdig der alte Seemann. ,,^ch werde mich ihm gleich nachher bekannt machen.. ®a ©te ihn empfehlen, wird er ja sicherlich eine rühmliche Ausnahme „Von dem allgemeinen Stumpfsinn Islands wachem Nicht wahr?" ergänzte sie, neckend aus seinen Tollpunkt auspielend, und hob, ihm lächelnd zutrinkend, den Sektkelch. Der Kapitän lachte herzlich — daß sie ihn so gut kannte! — und leerte, sich artig verbeugend, fern Glas. „Nun, seien Sie ohne Sorge," versicherte sie dann, ihren Kelch wieder niedersetzend. „Doktor Amthor wird Ihnen schon gefallen — gerade Ihnen. Uebrigens ist er ja auch gar kein richtiger Isländer, sondern eigentlich ein guter Deutscher." „Ah, was Sie nicht sagen!" staunte Neidhardt und ließ sich Näheres von ihr darüber erzählen. Inzwischen war aber der neue Schiffsgast auch der Gegenstand der Unterhaltung der jüngeren Herren gewesen, die mit zu der Tischgesellschaft des Kapitäns und der jungen Frau gehörten. Der Regierungsrat und der Leutnant waren nicht wenig erstaunt gewesen, als sie da vorhin, zu Beginn des Diners, ihren Führer von neulich, an dessen Stelle sie gestern so gern gewesen wären und dem sich die scharmante junge Frau so ruhig anvertraute, als Reisegenossen entdeckt hatten. „Sehn Sie doch bloß, Görtz! — Da sitzt ja wahrhaftig der lange Isländer — drüben bei der lustigen Sieben." So hieß auf dem Schiff die kleine Junggesellengruppe, die gerade ihrer sieben zählte. Der Regierungsrat setzte sich langsam das Augenglas ein; er vermied es grundsätzlich, durch schnelle Bewegungen seiner vornehmen Würde Abbruch zu tun oder gar etwas jugendlich zu erscheinen. „Was — wer?" näselte er, mit zusammengekniffenem Auge suchend. „Na, der Kerl neulich von den warmen Quellen; Sie wissen ja: Unser Führer — der König von Thule!" „Was, der? — Richtig!" Er hatte ihn nun drüben entdeckt. „Was hat denn der hier zu suchen? — Uebrigens, König von Thule ist gut!" wandte er sich, lachend, wieder v. Kreßmann zu. „Na ja," begründete der Leutnant geschmeichelt lächelnd diesen neusten, von ihm geprägten Spitznamen. „Der Mensch tat doch so, als ob ihm ganz Island erb- und eigentümlich gehörte: „Dies alles ist mir untertänig" zitierte er mit übertriebenem Pathos und einer großen Geste über den Tisch hin. „Haben Sie recht! Aber was will denn der Kerl bloß hier?" Mit gerunzelter Stirn und affektiert breitgezogenem geöffnetem Mund, was kalte Verächtlichkeit markieren sollte, starrte Herr Görtz-Schilling auf den Fremdling. „Na offenbar mitjondeln!" erklärte humorvoll der Leutnant. „Sie sehen ja doch, er reist als erster Klasse- Passagier wie Sie und ich." „Hätt' ich dem Menschen niemals zugetraut. Ich hab' ihn für 'nen ziemlichen Schlot gehalten." „Js er ooch — trotzdem!" entschied Kreßmann. „Seh' ich prnnavista. Sehn Sie doch! Der Kerl trägt ja Röllchen !" Mit einem belustigt-höhnischen Laut winkte er mit den Augen nach den losen Manschetten Amthors hinüber. „Bei Uns im Kasino geht das Sprichwort: Wer Röllchen trägt, stiehlt auch silberne Löffel! — Na, für mich ist der Gentleman damit erledigt." Und mit kühler Verachtung zog er die Blicke von dem - unwürdigen Gegenstände zurück. —, Die Tafel war dann aufgehoben worden, und die Gesellschaft hatte.sich bei dem milden Wetter auf den verschiedenen Deckplätzen verteilt, um im Freien den Abend zu verbringen. Der Kapitän hatte sich, seinem Versprechen gemäß, gleich zu Dr. Amthor begeben. Mit gespannter Erwartung hatte Frau Söllnitz, in ihrem Deckstuhl neben Mr. und Mrs. Sanderham sitzend, auf das Erscheinen der beiden Herren gewartet; denn sie nahm an, daß Neidhardt ihnen den neuen Gast gleich zuführen würde. Zerstreut nur plauderte sie daher mit dem liebenswürdigen, feingebildeten Ehepaar aus Washington; ihre Blicke schweiften beständig umher, voller Unruhe und Verlangen. Da sah sie plötzlich unten in dem Gang die Gesuchten einbiegen und heraufkommen. Es zuckte ihr in den Gliedern anfznspringen und ihnen entgegenzueilen; aber sie mußte sich ja beherrschen. So blieb fte denn äußerlich ganz ruhig in ihrem bequemen Schiffsstuhl sitzen, auch jetzt, als die beiden Herren zu ihnen traten. „Meine Herrschaften, gestatten Sie, daß ich Ihnen Herrn Doktor Amthor aus Reykjavik vorstelle," präsentierte der Kapitän den neuen Bekannten den Amerikanern, die ihn mit einem „shakehands" nach ihrer Sitte willkommen hießen. „Frau Professor Söllnitz sind Sie ja schon bekannt," wandte Neidhardt sich daraus zu der jungen Frau, die ihm mit einem herzlichen Blick dankte. Dann reichte sie Amthor die Hand. „Schön willkommen an Bord, Herr Doktor," begrüßte sie ihn freundlich in leichtem Konversationston. „Also haben Sie doch noch Ihren Plan ausgesührt, und so plötzlich!" Ein heimlicher Druck ihrer Hand aber sagte ihm verstohlen^ wie groß ihre innere Freude war, die sie ja hier nur nicht zeigen durfte. Amthor aber, der sie mit offener Herzlichkeit hatte begrüßen wollen, blickte sie betroffen an. Ihm war die Gabe solch geschickter Cachiecung der innersten Empfindungen nicht verliehen. Er suchte daher, sich verneigend, noch nach dem passenden Wort, als sie ihm mit ihrem gewandten Geplauder vor den Augen der anderen Bekannten zu Hilfe kam. > „Nun, wie fühlen Sie sich denn an Bord? Schon ein bißchen häuslich eingerichtet in Ihrer Kabine? —i Haben Sie denn noch gute Unterkunft gefunden?" „Danke, gnädige Frau," im Bestreben, auf ihren Ton einzugehen, verfiel er in ein übermäßig reserviertes Wesen. „Ich bin noch ganz gut unter gekommen. Natürlich fiihle ich mich vorläufig noch etwas fremd an Bord." „Nun, das wird sich bald legen. Man wird hier ja so schnell bekannt." Ein schalkhaftes Ausblitzen ihrer Augen traf ihn. „Schließen Sie sich nur uns ein bißchen an —। das heißt, wenn Sie nicht etwa Besseres mit sich, anzufangen wissen." Er sah sie an, und befremdetes Staunen sprach aus seinem Blick. (Fortsetzung folgt.) Gießen vor hundert Jahren. Mach ungedruckten Berichten.) Von M. P l o ch - Darmstadt. Zum hundertsten Mal« wird sich binnen kurzem jene große Zeit jähren, da di« Fürsten und Völker des östlichen Europas anfingen, sich auf sich selbst zu besinnen, um endlich nach heißem! Bemühen ihre Befreiung von dem schwer auf ihnen lastenden Joche des ersten Napoleon zu erzwingen. Für Deutschland galt es nicht nur — den ihm verbündeten Nationen gleich — Blut und Eisen zur Erreichung dieses Zieles einzusetzen. Ihm war es auch diesmal wieder, wie so oft schon infolge seiner geographischen Lage beschieden, den hauptsächlichen Schauplatz für die kriegerischen Ereignisse abzugeben und deren unausbleibliche Folgen: Notstand und Seuchen über sich ergehen zu lassen. Schwer hat damals auch — besonders unter den letzteren — die Stadt Gießen und ihre Umgebung gelitten und es dürfte nicht ohne Wert sein, hierüber die alle Einzelheiten berührende Schilderung eines Augenzeugen zu vernehmen. Als solcher hat ein mit allen in Frage kommender! Verhältnissen engverwachsencr Sohn Gießens und seinerzeit eine im besten Sinne des Wortes stadtbekannte Persönlichkeit, der Großh. Hess. Geheimerat und Prof, der Medizin an der einheimischen Universität Ernst Ludwig Wilhelm Nebel (1772—1854) Aufzeichnungen in Form eines Tagebuches hinterlassen. Sie berühren, getreu der ihnen zu Grunde liegenden Absicht, die schon Von vornherein durch die ihnen verliehene Aufschrift Chronica Gießensis gekennzeichnet wird, fast ausschließlich städtische Zustände und Vorkommnisse. Daß es sich der Schreiber, jedenfalls infolge dieser Wsicht, beinahe ausnahmslos versagt hat, die eigene Empfindung oder Ansicht zum Ausdruck zu bringen, muß, int Hinblick auf dessen, von maßgebenden ein- . heimischen Zeitgenossen des öfteren als hervorragend gerühmte Geistes- und Charaktereigenschaften, als sehr bedauerlich erscheinen.- Uvd ebenso, daß der begeisterte Baterlandsfreunv oer er war und als welcher «r z. B. — nach Mitteilungen seiner Kinder — dem Menfchen Goethe niemals die der Person oes korsischen Eroberers «ntgegengebrachten Huldigungen verzieh, in der Chronik nur äußerst fetten und alsdann auch mir zwischen den Zeilen zum Vorschein gelangt. Ist demgemäß der Rahmen der in Rede stehenden Aufzeichnungen nur ein beschränkter, so wäre es den- , noch verfehlt, in ihnen nicht mehr sehen zu wollen als eme getreue Wiederspiegelung örtlicher Zustände. Sie dürsten titel* mehr — in einzelnen ihrer Teile wenigstens — als ein Zett- 235 bild von kulturgeschichtlicher Bedeutung dästehen und' als solches nicht nur der Aufmerksamkeit der heutigen Einwohnerschaft Wehens, sondern auch der weiterer Kreise gewiß sein. Es soll hier nur kur- daran erinnert werden, daß Gießen i«t Jahre 1812 eine Stadt von etwa 4000 Einwohnern gewesen ist, um deren Häusergebiet sich das Ueberbleibsel der ehemaligen Festungswerke, die sogenannte Schoor, eng wie ein unregelmäßig gebogener Reisen spannte. Ihm schloß sich nach außen hin ein breiter Gürtel von Wiesen und Gärten an und diesem wiederum Ackerfeld, das sich! bis hu den, die Talsohle begrenzenden Höhen hinzog. Die Universität war, infolge der unaufhörlichen Kriegswirren, nur schwach besucht. In der Stadt lag damals noch das hessische Leibregiment, das ihr nur wenig später (1821) Streitigkeiten zwischen Studenten und Soldaten halber entzogen werden sollte. Industrie und Handel ausgedehnterer Art kannten die Bewohner nicht. Wer nicht Soldat, Beamter oder Professor War, lebte von ieinem Handwerk oder von Ackerbau und Viehzucht. Die großen Zeitereignisse betreffend , sei folgendes voraus^- geschickt: Um nun auch das stolze Zarenreich zu demütigen, war Napoleon im Mai 1812 nach Rußland anfgebrochen. Mit einer Streitmacht von '477 000 Köpfen, die neben der französischen Armee die Truppen sämtlicher, dem Franzosenkaiser infolge des Rheinbundes zur Heeresfolge verpflichteten deutschen Fürsten — unter ihnen die des Großherzogs von Hessen — umfaßte. Das durch die Niederlagen von 1806 und 07 anscheinend noch ganz ohnmächtige Preußen war zur Beisteuer eines Hilfskorps von 20 Ö00 Mann (unter Pork) herangözogen. Ein ebensolches hätte Oesterreich (unter Schwarzenberg) freiwillig gestellt. Ein letzter von Napoleon zu' Dresden gemachter Versuch, seinen Schwiegervater, den Kaiser Franz, zu einer umfassenderen Teilnahme an dem Feldzuge zu gewinnen, hatte sich als erfolglos erwiesen. Am 14. September war 'Moskau erreicht worden. Vom 30. melden die Aufzeichnungen Nebels, denen hier in der Hauptsache nur das, was mit' den weltgeschichtlichen Ereignissen in Zusammenhang steht, entnommen werden soll: „Heute kam die Nachricht hier an, daß Kaiser Napoleon mit der französischen und alliierten Armee in Moskau eingezogen sei." „Ueber Nacht ein starker Transport französischer Wagen in der Stadt." „An dem Stadtkirchenbau ist in diesem Sommer fleißig gearbeitet worden. Der Bau des Entbindungshauses" — jetzt landwirtschaftliches Institut — „ist beendigt. Der Bau soll auf 20 OOÖ fl. gekommen sein. Auch an den Wachhäusern und am Ausgang der Stadt ist bisher fleißig gearbeitet worden. Dagegen hat die Arbeit an der Grünberger Chaussee in diesem Jahre laut höherem Befehl geruht. Vielleicht aus Furcht vor Militärstraßen." 4. Oktober. „Heute, Sonntags, war in der Kirche eine sogenannte Siegespredigt (s. 30. Sept.). Eine Eskadron badischer Husaren über Nacht hier." 2. Dezember. „Tie Nachricht von dem Rückzug der Franzosen ans Moskau kam hier an. Es gehen täglich Wagen mit Munition, Wein und anderen Armeerequisiten aus Frankreich hier durch. Die Pulverwagen müssen sämtlich um die Stadt fahren." 17. Dezember. „Die Nachricht kam hier an, daß Kaiser Napoleon v!on der Armee bei Wilna abgegangen und durch, Frankfurt und Hanau passiert ist." — Am 5. Dezember hatte Napoleon genau wie vordem in Aegypten und Spanien, sobald er es sich nicht mehr verhehlen konnte, daß seine Sache schief gehen.werde — die von ihm nach! Rußland geführten Heere im Stiche "gelassen nnb war nach möglichst beschleunigter Reise am 19. Dezember nächtlicherweile und nur vvn wenigen seiner Getreuen begleitet 'in Paris eingetroffen. — 24. Dezember. „Die traurige Nachsicht von dem totalen Ruin der französischen Und alliierten Armee bei dem Rückzug von Moskau, von den erstaunlichen Verlusten unserer Leute an Erfrorenen, Toten und Verwundeten kam hier an." 1. Januar 1813. „Im Einhorn war in der Silvesternacht Ball von der sog. Gelehrten-Gesellschaft. Im Löwen eine Gesellschaft Honorationen (Mannespersonen) vvn 48 Couverts. Es wurde auf den Straßen erstaunlich mit Pistolen geschossen Und! Mordschläge gelegt. Jeder wünschte dem Anderen zum neuen Jahre Glück Und keine Russen oder Kosaken." — Die älteren Einwohner Gießens werden sich! beim Lesen dieses Eintrages mit Genugtuung daran zurückerinnern, daß auf Silvester 1870/71, als ebenfalls Deutsche und unter glücklicheren Umständen in Feindesland ständen, kaum jemand in ihrer Stadt Lust und keines^- falls Gelegenheit M Ballfveüden gehabt hätte. Ein Gegensatz zwischen zwei Zeitaltern, der indessen nicht allein in einer Verbesserung der Sitten, soUdern niehr noch in der ganz unterschiedlich gearteten Zusammensetzung der beiden in Ryde stehenden Heere begründet sein dürfte. — 17. Januar. „Es sind bisher viele französische Kanonen durchgekommen (sämtlich auf überzogenen Frachtwagen mit Rädern und Lafetten) auf dein! Wege nach! Magdeburg, um die in Rußland erlittenen Verluste einigermaßen aus'zugleichen." 6. Februar. „Marschall Macdonald, Herzog von Tarent reiste Heute von der Armee kommend Uer itattK Er frühstückte im Posthause." — Jetzt Walltorstraße 24. — 7. Februar. „Es marschierten 100 Mann als' Kommando mit einem Regierungs-Kommissar in die Ortschaften der Remter Hungen, Willingen, Romrod, weil die Bauern dort erklärt hatten, daß sie die starken Steuern nicht bezahlen könnten. (Sie fügten sich der Gewalt.)" 13. Februar. „Die geringen Ueberreste unseres Chev-Regi- mentes, etwa 30 Mann, kamen aus dem Felde zurück. ' Mit ihnen der Rest des badischen Husarenregimentes, etwa 15 Mann. Es liegen noch mehrere Soldaten von beiden in preußischen Hospitälern. Sie haben heute in Heuchelheim Rasttag." 22. Februar. „12 unserer Kanoniere ^amett mit 5 Kanonen aus dem Felde hierher. Es waren 104 Kanoniere ausgezogen, manche sind noch in Hospitälern zurück. Die Kanonen sind beim Rückzug über die Beresina gerettet worden. Dagegen sämtliche Wagen mit Munition und Montierungsstücken verloren gegangen." 23. Februar. „Wegen der vielen Kranken im Lazarett sind solchen noch 2 Zimmer im Bürgerhospital und 2 im Stadtschulhause am Ende der Hintergasse" — jetzt Wetzsteingasse — „eingeräumt worden. An den letzten Ort kamen sämtliche .Krätzige." 25. Februar. „Obrist v. Gall, Kommandeur des hiesigen, beinahe ganz anfgeriebenen Leibregiments kam vvn Danzig hier an. Um aus dem Depot der Reserve und Rekruten schleunigst ein neues Leibregiment zu bilden." 26. Februar. „Es kamen zwei Bataillone Kohorten, die jetzt das 135. Linienregiment genannt werden, als Einquartierung hier an. Ein Teil kam aufs Land. Es waren manche invalide, abgelebte Offiziere dabei, so einer, der nur eine Hand hatte. Die preußischen Lazaretts werden, wegen des Vordringens der Russen, förmlich, aus'geleert. Es kamen viel Elende Uer an, teils von unseren Leuten, teils Badenser, teils Franzosen." 28. Februar. „Heute wieder ein Regiment Kohorten als Einquartierung in der Stadt." 11. März. „Die Königin vvn Westfalen fuhr mit einem Gefolge von sieben Wagen, vvn Garde-Karabiniers geleitet, hier durch nach Paris." — Die Königin Katharina war eine württem- bergische Prinzessin. Napoleon hatte sie mit seinem jüngsten Brirder Jerome verheiratet uni>' zugleich aus seinen Eroberungen für diesen das Königreich Westfalen, mit der Hauptstadt Kassel, zusammengestellt. Die erwähnte Durchreise bedeutete eine Flucht vor den die napoleonische Armee verfolgenden Russen. — 15. März. „Starb Margarethe, des pensionierten Soldaten Stumpf Ehefrau, 40 Jahre alt. Sie war vor kurzem aus Spanier zurückgekehrt, war dort Marketenderin gewesen und hatte sich beim Durchwandern des Guadalquivir Erkältung und Lungensucht zugezogen." „Die Pferde vom Marstall des Königs von Westfalen, nebst schönen neuen Chaisen, kamen vvn Kassel her hier durch und blieben im Hirschen" — jetzt Seltersweg 12 — „über Nacht." „Das 9. französische leichte Infanterie-Regiment (die Leute liegen größtenteils im Buscckcr Tal) manövrierte im Feuer auf dem Trieb." 16. März. „Es kamen zwei französische Detachements als Einquartierung. Gegen Abend Durchmarsch eines Regiments Kohorten nach Lollar zu. 'Dabei zwei Kompagnien französischer Garnison, zwei Bataillone unserer Leute, welche zum Leibregiment formiert werden. Durch, alles dies wimmelt es in der Stadt vvn Soldaten und Kriegsgeschrei." 17. März. „Heute gingen die Kühe zum erstenmal hinaus." 19. März. „Da die bisherigen Anstalten zur Aufnahme der kranken Hessen und Franzosen nicht ausreichten, wurden auch noch Kranke in die Ziegelhütten" — standen links von der jetzigen Kaiser-Allee im freien Felde — „gebracht, besonders solche, von welchen Ansteckung zu befürchten war." „Die Professoren gerieten in Aufregung, weil einige Mitglieder der Kriegskommission vorgeschlagen hatten, das Kollegium" —wtzige Aula auf dem Brandplatz — „als Lazarett einzurichten," (Fortsetzung folgt.) Theodore Rousseau. (Geboren am 15. April 1812.) Von Robert Breuer (Berlin). „Abgeschnitten von der freien Natur durch ein glühendes Häusermeer, eine Esse, von Arbeit und Leidenschaft geschürt, hat der arme Weltstädter Augenblicke, tvo ihm der Anblick eines einzigen frischgrünen Blattes den Besitz eines Smaragdes aufwiegen könnte." Diese Worte schrieb A. Teichlein in dem Nachruf, den er 1868 dem toten Rousseau in der Lützow- schen Zeitschrift widmete. Tie Sehnsucht des Gefangenen der Großstadt nach einem Morgen im Walde, nach einem blühenden Wiesenhang soll den psychologischen Schlüssel weisen, daß es Londoner und Pariser waren (heute könnten wir noch sagen: nnd Berliner), die das moderne Landschaftsbild, das Bild von der Seele und den letzten Heimlichkeiten der Aecker und der Bäche, entdeckten. Diese Psychologie ist durchaus richtig; alle, die verflucht sind, im Grau der Häuserwüste eingepfercht zu sein, kennen diesen schweifenden Drang nach den: grünen Blut und dem feuchten Atem der Natur. Nur der Großstädter spürt den quälenden Hunger, Felder und Hügel, Büsche und Blumen zu 236 sehen; nur er liebt die Natur, die grüne, die bunte, mit flehender Zärtlichkeit- Solch ein Großstädter war Theodore Rousseau, von ihm wird uns erzählt, wie er aus einem Mansardenfenster über die Tücher von Paris dahingesehen hätte, tote er ^Schornsteine in Baumstämme verzaubert glaubte, die engen Spackste derHü in romantische Felsschluchten, und wie er mtt Liebe an einem Baum bina, der da irgendwo unterhalb der JJcaniaroe wucys. Rousseau zählte des Baumes Knospen, er kannte ledes Blatt. Ta er rüdem als ein Maler zur Welt gekommen war, mußte es geschehen, daß die ^Mansarde in der Rue de Taitbout das unbewußte Werden der Paysage intime kennen und reifen ließ- Tbsodore Rousseau wurde 1812 als der Sohn ernes Pariser Schneiders geboren: etwa 40 Jahre früher waren in London und nicht weit davon Turner und Constable zur Welt gekommen. Diese beiden Engländer haben das begonnen, was die Franzosen vollenden sollten; der dämonische Pionier, der den Nebel der Themse und die Wunder des von der Sonne übergluhten Meeres ÄÄmKt« Bild« »und ääköäwB Romantik des Delacroix bedräng, doch hielt sie fest g j SÄ! s Mmr in der Mansarde erklungen waren, trieben ihn uach Barbizon. 1833 ist er dort zum erstenmal; und Salon spickt er ein Bild aus der Wahrheit der Natur in den ^aron der Schulweisheit. Man nimmt es aut, man beehrt es sogar ™-l ■„„„ Mi»yallle dritten Grades; künftighin aber strauben sich die Perücken und verwehren hartnäckig den ungebildeten Bauern, den Barbaren die den Wald grün wie Spinat unb nicht edel malten, den Eintritt zu den heiligen Totenkammern. Erst nach der Revolution von 1848 hat Rousseau wieder un Salon ausstellen dürfen Er hat sich durch den Refus, nicht bekehren lassen; „irfit nach Italien gegangen, heroische Heldenszenen zu schaRoniKren Er Mt sich an das Wort des Georges Michels: Wem nicht ein Umkreis von einer Meile genügt, sem ganzes Äen darauf zu malen, der ist wahrlich kein Künstler " Er fand an den Ufern der Seine und auf den Spaziergangen nicht weiter als bis Meudon und St. Cloud schon so viel Schönheit/ das; ihm gar der Wald von Fontainebleau wie ein unerschöpfliches Paradies erschien, wie eine unsterbliche Leidenschaft, wre em Reichtum, den zu studierm und zu bewältigen ein Menschenleben niemals ausreichen könnte. Tas müssen Tage wie aus der Jugend der Erde gewesen sein, als Rousseau, Corot und Millet, Traz, Marly und Croissy unter den Eichen und Buchen des Fontainebleauer Waldes den Morgen belauschten und der scheidenden Sonne uachriaumten, unter den Stößen der Stürme erbebten und an dem Geflüster der Blätter im Frühlingswind sich entzückten. So verMeden diese Verliebten der Natur auch waren, so fühlten sie sich doch eins m der völligen und rastlosen Hingabe an den Tunst der Erde und dre Musik der Wipfel. Millet sah die unendliche Ebene und das schwere Geschlecht, das ihr entwachsen schien. Corot sagte über Rousseau. „Er ist ein Adler. Was mich betnfft ich btin nur eine Lerche, die ihre kleinen Liedlein in die grauen Wolken steigen laßt. Corot malte Espen, Pappeln, Erlen und Birken, das Sittnge und Webende, die Seligkeit des Nichts; er malte mit leichten, fliv- renden Strichen, mit Tupfen, die nach einer letzten, verwehten Melodie des Rokoko zu tanzen schienen. Rousseau war in der Tat das völlige Gegenteil; er malte die Eichen und Buchen, die massigen Stämme und die knorrigen Aeste, das geballte Laub und die festgekrallten Wurzeln. Er malte das alles mit bewußter Klarheit, deutlich gegliedert,, viel durchdacht.. Er war in seiner Jugend ein guter Mathematiker gewesen; seine letzten Arbeiten zeigen das Durchbrechen dieser Veranlagung, eine beinahe krankhafte, sich im Detail völlig verlierende Registratur. Während der glücklichen Jahre im Walde von Fontainebleau half das strenge innere Maß dem ernsten Künstler zu der epischen Größe seines Erlebens. Wenn man Corot dem Fra Angelico vergleicht, so darf man bei Rousseau an Mantegna denken. Unmittelbarer stellte sich dieser Franzose in die Entwickelungslinie, die von Ruysdael und tzobbema notwendig in die moderne Welt führen mußte; solche holländische Verwandtschaft macht beinahe vermuten: es gäbe in Rousseaus Blut irgendwie ein germanisches Erinnern. Etwas ähnliches meinte Muther, wenn er von dem unermüdlichen Waldwanderer sagt: „Er hat etwas von einem Märtyrer, dieser unersättliche Beobachter, der das Studium der Terrain- konstruktiou und die Anatomie der Baumäste wie einen heiligen Gottesdienst betrieb, dieser Mann, dessen Leben ein einziger Kampf war." Einmal ist Rousseau einem Holzfäller begegnet; den fragte er nach dem Unterschied zwischen einer Eiche und einer Latte. Er gab ihm zugleich die Antwort: „Aus einer Eiche macht man eiste Million Latten, aber eine Million Latten machen keine Eiche." Das war es, diese mystische Ehrfurcht vor dem Baum; von ihr ergriffen, bezwungen und beflügelt schuf Rousseau unsterbliche Bilder. Machtvolle Individuen, Eichen und Buchen, drängen aufwärts und breiten sich robust. In ihren Verzweigungen nistet die Energie. Man hört den Saft im Stamm steigen; man suhlt den Stamm aus der Erde bringen. Und wenn solche Bäume zusammenstehen, in einer Räumlichkeit vereint, glaubt man Helden geschart zu sehen. Rousseau hat auch anderes gemcklt. Eine karge Ebene und darin ein halbversiegter Tümpel, Haide ringsum; einige Msche, in denen der Wind zerrt, einige dürre Stämme/ eine Kuh, ein Weib, eine heilige, schwarze, schwere Einsamkeit. Oder: abgesprengte Felsen trotzen in die Höhe. Man sieht, tote das Wasser der Eiszeit an ihnen gefressen. Man fühlt^Urwelt und Weltengewitter. In solcher Finsternis des Deluviums stehen Häuser wie Gefangene, wie geängstigt durch noch nicht verstummtes Erdgebrüll. Und wiederum Schauer der Einsamkeit schwanken über dem Tal der Auvergne. Verfallene Hütten stehen Neben zermürbtem Gestrüpp; ein gejagter Wolkenhinmrel drückt nieder. Wre ein gotisches Epos sind die Bilder Rousseaus. Er arbeitete mit unermüdlicher Ausdauer. Noch vor fernem Tode ward ihm vollkommener Ruhm zuteil. Als er 1867 gestorben war, brachte schon der erste Tag 72 000 Franken, und damit den kompakten Beweis für den Sieg des Meisters von Barbizon über die längst vergessene Akademie. Wenn wir heute an Rousseau zurückdenken, so möchten wir ihn beinahe einen Vorläufer des van Gogh heißen. vermischter. * Das Opfer eines V e r e ins ab zei che« s. Der prächtige Watipihirsch (Cervus canadensis )scheint nach einer Mitteilung des Internationalen Patentbureaus Ingenieur Carl Fr. Reichelt, Berlin SW., das Schicksal des Büffels und der Indianer zu teilen. Während man die Watipis in der Mitte des vorigen Jahrhunderts noch nach Millionen zählte, trifft man sie heute nur noch ganz vereinzelt an. Zu ihrem Unglück hat sich in den Vereinigten Staaten eine halb geheime Gesellschaft der „Elche" gebildet, die in den Watipis eine dem europäischen Elch gleiche Hirschart erblickt und die Zähne des Watipis als Vereinsabzeichen gewählt hat. Da diese Gesellschaft ungeheuer verbreitet ist — in den Vereinigten Staaten und in Kanada zählt man mehr als 3 Millionen Mitglieder — so wurden die Watipis in großen Mengen nur ihrer Zähne wegen getötet, die hoch im Werte stehen. Die amerikanische Regierung sah sich nun veranlaßt, die Jagd auf Watipis gesetzlich zu verbieten. Die Jäger aber sanden einen grausamen Ausweg. Unterstützt von Cowboys umstellen sie die Herden, fangen die Tiere mittels Lassos, fesseln sie und reißen ihnen die Zähne aus, ohne sich viel darum zu kümmern, daß die nach dieser barbarischen Operation völlig erschöpften Tiere des Hungers sterben müssen, da sie nicht mehr imstande sind, Gräser und Kräuter zu kauen. Hier hat das Gesetz also ein Uebel an- gerichtet. Mit Genugtuung kann konstatiert werden, daß die gesamte amerikanische Presse gegen diese Grausamkeiten einen heftigen Feldzug eröffnet hat, sobald dieselben bekannt wurden. * Der Rauchverzehrungsring. Im Reisebriefkasten der Fr. Nachr. findet sich folgende nette Auskunft: „Fritz". Sie fragen an, was bei vielen Lokoinotivenl der rote Ring aut oberen Ende des Schornsteins für eine Bedeutung hat. — Hm. Tie Einen sagen, es fei dies ckn Zeichen der preußisch-hessischen Eisenbahngeineinschaft: Was oberhalb des roten Ringes sei, gehöre den Hessen: was unterhalb den Preußen. — Andere behaupten, der Ring sei das Zeicheii, daß die betreffende Ma!» schine mit Rauchverzehrung eingerichtet sei. Sie werden wohl selbst herausfinden, wer in dieser schwierigen Sache recht hat. Silbenrätsel. a, be, bel, den, bert, bo, d, da, e, er, go, ha, li, ne, pel, inon, se st, re, z, zo. Aus vorstehenden Silben und Buckstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, ein geflügeltes Wort ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter der Reihe nach folgendes: 1. Männlichen Vornamen. 2. Fraueufigur aus einem Schiller'schen Drama. 3. Kulturpflanze. 4. Kostbares Kleidungsstück. 5. Eine Blume. 6. Ein Nagetier. 7. Astronomische Bezeichnung. (Aufl. in nächst. Nr.l Auflösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nummert Laß, Pilger, Sorge aus dem Spiel, Sie mache dich nicht bang; Hienieden braucht der Mensch nicht viel, Ties Wen'ge auch nicht lang. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, ®tefcafc