Donnerstag, den H- rrovemoer 3 Milli. WZWP WWW Vbo-ro^ .aufgLH-'f-iol |"'^ l 'g.sse Die Dame im Pelz. Nornau von G. W. Appleton. (Nachdruck verboten.)’ (Fortsetzung.) Die/o Erklärung des bekannt en Polizeichefs rief abermals til (gemeine Sensation hervor, und mein Herz klopfte vor Freude immer Heftiger gegen die Brust. Herr Male fuhr dann fort, daß, wenn Doktor Penny- feather sich nicht durch bloße Indizien hätte leiten lassen und die Ortspolizei den Gründen des Verbrechens etwas mehr nachgesorscht hätte, es überhaupt nie 'zur Verhaftung des Beklagten -gekommen wäre. Das Versäumte sei jetzt von der Kriminalpolizei gewissenhaft nachgeholt worden und habe ganz überraschende Resultate zutage gefördert. Gericht und Publikum hingen staunend an den Lippen des Polizeiinspektors, als -er mit Nachdruck weiter erklärte, daß er in dem Krankenzimmer außer dem ersten Fläschchen ein zweites und in einem Versteck auch eine Dame gefunden habe, eine Mitverschworene der Bande, die auch bereits in das vvrljer erwähnte Attentat gegen die Verlobte des Angeklagten verwickelt gewesen sei — den Verhaftungsbefehl gegen sie habe er bereits in der Tasche. .Hier hielt Herr Beale inne und fegte das Schriftstück auf den Gcrichtstisch. Einen Augenblick herrschte tiefes Schweigen. Das Gefühl der Freude, das mich jetzt durchzog, läßt sich nicht beschreiben. Ich weiß nur noch soviel, daß Mortimer die allgemeine Stille unterbrach, und in Anbetracht der überwältigenden Beweise meiner Schuldlosigkeit meine ehrenvolle Freisprechung unv sofortige Haftentlassung beantragte, der dann der Gerichtshof nach kurzer Beratung äuch stattgab. Dann befand ich mich plötzlich in den Armen Marcellas und fühlte, daß ich nun endlich — und auch wirk-! lich — alle Fährnisse überstanden hatte. 22. Kapitel. Das war ein Freudentag, den ich nie vergessen werde. Die Reaktion von der schrecklichen Niedergeschlagenheit der letzten Wochen und das frohe Bewußtsein, wieder ein freier Mann zu sein, der tun und lassen kann, was er tzvill, erweckten ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Jetzt nach längerer Zeit kommt ntit die Sache vor wie ein böser Traum — vollkommen unglaublich. Eine heiterere Gesellschaft als wir auf unserer Heimfahrt hat es wohl nie gegeben. Inspektor Beale, der uns natürlich begleiten muhte, machte das zufriedenste Ge- sicht von der Welt, und Gregory sah mit seiner Lilie im Knopfloch aus tote die verkörperte Freude. Marcella erschien mir herrlicher als je zuvor. Sie hielt meine Hand auf dem ganzen Wege fest in der ihrigen, wie um mich nun niemals wieder zu verlieren. In Richmond blieben die Leute auf der Straße stehen und fahen uns staunend nach. Einige, denen mein Freispruch wohl schon bekannt sein mochte, zogen ehrerbietig den Hut. Die Kaufleute liefen vor ihre Ladentüren, um sich den seltsamen Anblick nicht entgehen zu lassen. Dann verbreitete sich das Gerücht von meiner Entlassung tote ein Lauffeuer durch die ganze Stadt; und ehe wir mein Heim erreichten, kamen Unzählige auf mich zu, mir die Hand zu schütteln. Es regnete nur so Glückwünsche von allen Seiten. Es war kein einfacher Willkomm, es war eine richtige Ovation. Als wir, die Gartentüre öffneten, stürzten uns Helen und Lucy to-ie toll entgegen und begrüßten uns mit unbändiger Freude. Es dauerte kaum fünf Minuten, so war guch schon der Geistliche, der uns hätte trauen sollen, zur Stelle und gratulierte uns aufs herzlichste. Wir waren alle mehr oder weniger außer uns vor Freude und Glück. Bis zum Essen war es das reine babylonische Sprachen-, gewirr, und dann -erst brachte uns der Inspektor Beale etwas zur Besinnung, tote man so zu sagen pfelgt. Dabei erfuhr ich. erst, daß Hephzibah das Gerichtsgebäude nicht hatte verlassen dürfen und sich zurzeit bereits hinter Schloß und Riegel befinden mutzte. Das gleiche Schicksal hatte auch die Baronin von Eitzen ereilt. Die Etikette an dem verhängnisvollen zweiten Giftfläschchen hatte die Polizei auf eine Drogerie in Pimlico geführt und eine dort vorgenommene Revision der Bücher ergeben, daß es ein paar Tage vor dem Morde von dem bereits erwähnten Doktor Mercier gefüllt worden war, der daraufhin nun ebenfalls wegen des Verdachts der Beihilfe verhaftet war. Auch die geheimnisvolle Gräfin Katinsky wurde aufs schärfste polizeilich bewacht, so daß sie nicht entrinnen konnte. So tonten denn unsere ärgsten Feinde in kurzer Zeit unschädlich gemacht: von Eißen war tot, seine angebliche Gattin, Hephzibah, Bertholdi und Merzier befanden sich tatsächlich in Nummer Sicher, und die Gräfin Katinsky war so gut wie gefangen. Das war fraglos eine gute Lösung der Angelegenheit, aber immerhin noch keine vollkommene. Der Schlüssel zum ganzen steckte zweifellos tn dem verloren gegangenen Briefe. Eine genaue Durchsuchung danach in meiner eigenen Wohnung tote auch in -den Räumlichkeiten, die Marcella und Lucy in der ersten Nacht ihrer Ankunft in London int Hotel Eecil inne gehabt hatten, war vollständig ergebnislos verlaufen. Deshalb hatten sie einen neuen Plan -entworfen, um das wichtige Schriftstück in Besitz zu' bekommen. Er fand meine volle Billigung und bestand in folgendem: Marcella und Lucy sollten heute nacht noch im Hotel Cecil ihre alten Räume wieder einnehmen — Mortimer hatte sie zu diesem Zweck vor ein paar Tagen schon bestellt — und in der festen Ueberzengung, daß meine Irei- fprechung zweifellos erfolgen würde, .hatte.er auch bereits 714 für ein Souper im Savov gesorgt, wo wir nach! einem Besuch des Theaters unseren Sieg feiern .sollten. Die beiden jungen Damen sollten sich hinterher in ihre Zimmer begeben und uns am nächsten Morgen dort erwarten. Marcella sollte sich bann alles andere ans dem ©um schlagen und ihr ganzes Denken ans den fehlenden Brief konzentrieren, d. h-, sich alle -Einzelheiten jenes ersten Abends ins Gedächtnis zurückrufen und angestrengt darüber Nachdenken, wo sie das wertvolle Schreiben verborgen, hätte. Es war dies zwar ein merkwürdiges und etwas zweifelhaftes Experiment, bot aber eine gute Aussicht auf Erfolg. Ich billigte den Plan natürlich, nur mit dem Besuch des Theaters und deni Souper konnte icfy mich nicht einverstanden erklären. Von Mortimer war es selbstredend gut gemeint, .ich hielt es .jedoch in Rücksicht auf das tragische Ende meiner Taute sür unschicklich, in dieser Wy.se öffentlich zu feiern. Mortimer sah meine Gründe auch gleich ein und stand nicht an zuzugeben, daß er nur im Gefühl der übersprudelnden Freude. über meine Befreiung aus ernster Gefahr auf diesen unpassenden Gedanken gekommen sei. So wurde denn dieser Teil des Abendprogramms fallen gelassen. Der denkwürdige Tag ging allmählich zur Neige. Helen begleitete uns gegen Abend «ach London, und wir fünf speisten dann zusammen in Marcellas Privatzimmer im Hotel Cecil. Trotzdem die Spannnng über den Ausgang unseres Experiments unsere Stimmung nicht ganz zum Ausbruch kommen ließ, ging es doch recht lustig her, und es war Mitternacht, ehe wir uns trennten. Mortimer und ich versprachen, am nächsten Vormittag um elf Uhr zurückzukehren, um welche Zeit sich auch Inspektor Beate hier einsind-en wollte, der uns zwar schon am Nachmittage aus dienstlichen Gründen verlassen hatte, aber auf das Ergebnis unseres Experiments nicht weniger gespannt war als wir selbst. Wir erreichten gerade noch den letzten Zug nach Richmond, und damit war dieser ereignisreiche Tag zu Ende. Punkt elf an: andern Morgen langten Mortimer und ich im Hotel an; trotzdem trafen wir den Inspektor schon im Flur. Wahrhaftig! sagte er, ich hatte keine Ruhe mehr heute morgen — ich bin ganz nervös. Wenn sie um Gottes willen nur den Brief gefunden hat. Sie glauben gar nicht, was für mich davon abhängt. Das werden wir bald erfahren, antwortete ich, während ich einen Jungen mit meiner Karte in Marcellas Zimmer schickte. Zwei Minuten später saßen wir bereits im Fahrstuhl. Schon beim Eintreten bemerkte ich, daß unser Plan geglückt war. Marcella stürzte mir freudestrahlend in die Arme, und Lucy tanzte mit einem Briefe im Zimmer herum. ' Hurra! rief sie. Hurra! Wir haben ihn — wir haben ihn! Da ist er, Herr Doktor. Ich nahm ihn mit zitternder Hand und las die Adresse: „Herrn Doktor Edward Williams, St. Bartholomäus- Spital, London, England." Mein Herz klopfte wie im Fieber, als ich den Umschlag aufmachte und zu lesen begann: „Carson City, Nevada, am 12. 11. 189.. Werter Herr! Bezugnehmend auf einen früheren Akt Ihrer Güte, bitte ich Sie herzlich, mir einen zweiten Gefallen zu tun. Da Sie früher mich aus der Hand meiner Feinde errettet haben, so lege ich jetzt vertrauensvoll das Leben meiner Tochter in Ihre Hände. Ich vertraue Ihnen voll und ganz, denn ich erkenne einen ehrenhaften Mann auf den ersten Blick, wahrscheinlich — weil ich lange Zeit mit Leuten ganz anderen Schlages zu tun gehübt habe. Von Natur bin. ich selbst ein ehrlicher Kerl; aber gewisse Umstände haben mich als einen Verbrecher schlimmster Sorte erscheinen lassen. Meine Mutter ivar von einer sehr hochstehenden Persönlichkeit schmählich verraten und im Stich gelassen wor- oen, und ich hatte ihren Groll und Haß gegen die oberen Klassen schon mit der Muttermilch eingesogen. Infolgedessen schloß ich mich bereits in jugendlichem Alter jener anarchistischen Richtung an, die allen Herrschenden Tod Und Feindschaft schwört. Als ich dann alt genug war einzusehen, daß die Fehltritte eines Einzelnen nicht an dem ganzen Stande gerächt werden dürfen, gab es kein Zurück mehr, ich mußte, äußerlich wenigstens, dem Bunde treu bleiben. Um mich jedoch tatsächlich allen Anforderungen zu entziehen, die die Mitglieder an mich stellten, ging ich nach Amerika,. wo ich mich lange Zeit vor ihren. Nachstellungen sicher wähnte. Leider, in einer Beziehung wenigstens, war mir das Glück hold. Seine Güter fielen mir fast mühelos in den Schoß. Ich heiratete ein gutes Weib, und sie schenkte mir ein liebliches Kind. Das Leben eröffnete mir neue Reize, meine früheren Vorurteile dagegen schwanden immer mehr. Ich hörte nichts mehr von meinen alten Genossen und- fühlte mich wieder als freier Mann. Da auf einmal mußten sie durch einen unglücklichen Zufall von meinem Aufenthalt und meinem Reichtum Kenntnis erhalten haben. Sie Erinnerten mich plötzlich an meinen alten Schwur, bei Todesstrafe, drei Viertel meines etwa zu erwerbenden Vermögens für die gemeinsame Sache hergeben zu wollen. Ich hatte dieses Versprechen leicht genug gegeben, hatte ich doch nie geahnt, daß. ich jemals mit Glücksgütern gesegnet werden würde. Schweren Herzens entschloß ich mich, um den Verdacht der Untreue und den .sicheren Tod zu vermeiden, ihnen eine beträchtliche Summe zu einem Zwecke zur Verfügung zu stellen, den ich längst nicht mehr billigte. Ich hoffte, mich ihren späteren Nachstellungen aus irgend eine Weise entziehen. zu können. Leider erfuhr ich bald darnach, daß ich mich durch mein Geldopfer zum Mitschuldigen eines furchtbaren Verbrechens gemacht hatte, das damals die ganze zivilsierte Welt mit Entsetzen erfüllte. Jjch Machte mir die bittersten Vorwürfe und nahm mir vor, nie wieder einen Ifennig zu solchem furchtbaren Treiben herzugebeu. Es dauerte jedoch nicht lange, bis man mit neuen Ansprüchen an mich herantrat und die volle Erfüllung meines Versprechens verlangte. Daraufhin reiste ich rasch nach London, und bei dieser Gelegenheit war es, wo Sie mir das Leben retteten. Nach meiner Rückkehr war ich nur noch ein Gefangener aus meinem Besitztum, und mein Haus war meine Festung. Bewaffnete Mannschaften bewachten es Tag und Nacht. Ich kämpfte um mein Leben. (Fortsetzung folgt.) Die Hagia Sophia in Konstantinopel. Bon Sv en tz edin.*) Wir zählen das Jahr 548 nach Christi Geburt. Eine der herrlichsten Kirchen der Christenheit ist soeben von den größten Baumeistern jener Zeit, Kleinasiaten, vollendet worden. Sechzehn Jahre hat die Arbeit gedauert und zehntausend Arbeiter unaufhörlich beschäftigt. Jetzt aber steht das Riesenwerk fertig da, und heute soll die Kirche der Heiligen Weisheit cingeweiht werden. Der große Kaiser des Byzantinischen Reiches, Justinianus, kommt auf schnellem Viergespann dahergefahren und betritt in Begleitung des Patriarchen von Konstantinopel die Kirche. Ihr Inneres ist so weit wie ein Marktplatz, und 56 Meter hoch wölbt sich, einem Himmel gleich, die Kuppel. Justinian sieht sich um und freut sich seines Werkes. Er bewundert den bunten Marmor an den Wänden, die kunstvolle Mosaik im Goldgrund der Kuppel, die hundert Säulen aus rotem Porphyr uudo.grünem Marmor, die Kuppel und Galerien tragen. Unermeßlich ist der Reichtum des Kaisers! Sieben Goldkreuze hat er der neuerbauten Kirche geschenkt, jedes einen Zentner schwer! Vierzigtausend Kelchdecken, alle mit Perlen und Edelsteinen gestickt, birgt die Sakristei, und vierundzwanzig Bibeln, die in ihren goldbeschlagenen Deckeln jede zwei Zentner wiegen! Die Türbekleidungen der drei Portale sind aus Bauholz von der Arche Noah gezimmert, und die Türen des Haupteinganges sind gediegenes Silber; die übrigen tragen prachtvolle eingelegte Arbeit aus Zedernholz, Elfenbein und Bernstein. Zwischen zwölf silbernen Säulen prangt, gleichfalls aus getriebenem! Silber, aber vergoldet, das Allerheiligste dieses Tempels, ein Bild des Gekreuzigten, ein getreues Wbild jenes Kreuzes, das römische Barbaren mehr als fünfhundert Jahre vorher in Jerusalem Tas Gewölbe schwimmt in Licht. Silberne Kronleuchter über dem Haupt des Kaisers bilden eine mächtige Kreuzesform, ein Sinnbild des sieghaften Glanzes himmlischen Lichtes .über, der Finsternis der Erde. In der Kuppelmosaik leuchten die milden Antlitze der Heiligen, die in stummer Andacht vor Gott knien; unter der Wölbung schweben die vier Cherubim. Und der Kaiser denkt des zweiten Buches Mosis: „Tie Cherubim breiteten ihre *) Aus Hedins trefflichem Volks- und Jugendbuch „Von! Pol zu Pol". (Leipzig, Blockhaus.) 715 Flügel aus von vbenher und- deckten damit den Gnadenstuhl; und ihre Antlitze stunden gegeneinander und sahen auf den Guaden- stuhl." War es in diesem neuen Tempel nicht ebenso? «Ergriffen von Demut vor dem Allerhöchsten, aber zugleich voll menschlichen Stolzes fällt Justianian auf die Knie nieder und ruft: „Gepriesen sei Gott, der mich gewürdigt hat, 'dies Werk zu vollenden! Ich habe dich besiegt, Salomo!" Tann ertönen Flöten und Trommeln, und die Jubellieder des Volkes hallen zwischen den Häusern wider, aus deren Fenstern lange Bahnen kostbaren Brokates herunterhängen. Vierzehn Tage dauert das Fest; Tonnen voll Silbermünzen werden unter das Volk verteilt, und die ganze Stadt ist Gast des Kaisers. — — Und neue Generationen, neue Jahrhunderte folgen in der Spur der alten. In der Kirche der Heiligen Weisheit werden noch immer die christlichen Jahresfeste prunkdoll begangen, und Patriarchen und Kirchenväter versammeln sich hier zu gebietenden Konzilien. Fast sind tausend Jahre über dies gewaltige Gotteshaus hingerauscht. Ta bricht der 29. Mai des Jahres 1453 an. Ter türkische Sultan hat mit seinen zahllosen Kriegerscharen die Mauern Konstantinopels erstürmt. Wahnsinnig vor «Tnt- setzen flüchten hunderttausend Männer, Frauen und Kinder in die Hagia Sophia, die übrige Stadt der Verwüstung preisgebend. Ter Eroberer wird es nicht wagen, diesen heiligen Ort zu schänden! In der Stunde der Not, so lautet eine Prophezeiung, wird ein Engel Gottes vom Himmel steigen, um Kirche und Stadt zu retten. Ta dröhnen die wilden Trompetenstöße der Mohammedaner schon von den nahen Hügeln. Herzzerreißende Ungstrufe hallen unter den Wölbungen wider, Mütter drücken ihre Kinder ans Herz, Ehegatten umarmen sich, Galeerensklaven, die Handgelenke noch in Ketten, flüchten sich in das 'Dunkel hinter den Säulen. Donnernd schlagen die Beile der Mohammedaner .gegen die Pforten; Splitter kostbaren Holzes fliegen unter den Hieben. Noch kracht die eine Tür in den Fugen, die andere ist schon gesprengt. Mit Feuer und Schwert seine Lehre zu verbreiten, ist ja der Befehl des Propheten, das schändlichste Gebot, das je einer Religion entstammte. Berauscht schon von dem blutigen Gemetzel an der Mauer stürmen die Jauitschareu herein, und mit trieseuden Krunun- säbeln mähen sie ihre «Ernte nieder nachdem Befehl des Propheten. Haufen Wehrloser werden mit Ketten gefesselt und wie Vieh hinausgetrieben. Dann geht es an die Plünderung. Unter Schwerthieben und Lanzenstößen zersplittert die Mosaik, die kostbaren! Altardeckeit tocrben hervorgerissen und unermessliche Schätze an Gold und Silber aus die Rücken der Maulesel und Kamele geladen. Unter wildem Geheul wird das Bild des Gekreuzigten durch die .Kirche getragen, ein schwarzbärtiger Moslem hat ihm voll wahnwitzigen Religionshasses seine Janitscharenmütze auf die Dornenkrone gedrückt, und den übermütigen Siegesjubel überschreien die Worte des Hohns: „Das ist der Gott der Christen!" Da oben am Hauptaltar aber steht ein griechischer Bischof in hohepriesterlichern Ornat. Furchtlos liest er mit lauter, ruhiger Stimme die Messe für die Christen und spendet ihnen Trost in ihrer furchtbaren Not. Aber schliesslich steht er ganz allein. Da ergreift er den goldenen Kelch und schreitet die Treppe hinauf zu den oberen Galerien. Jetzt bemerken ihn die Türken, jttü> mit gezückten Säbeln und gesenkten Speeren .stürmt ein Schwarm Jauitschareu hinter ihm drein. Im nächsten Augenblick wird ertöt über seinem Kelche zusammeubrecheil, denn entrinnen ist unmöglich, rings starren steinerne Wände. Doch in diesem Augenblick öffnet sich plötzlich vor ihm die graue Steinmauer, der Bischof tritt hindurch, und schon ist die Pforte wieder verschwunden. Starr vor Staunen prallen die Türken zurück, dann aber geht es mit Spießen und Beilen auf die Mauer los. Aber sie gibt nicht nach, und die Steine spotten ihrer vergeblichen Anstrengung. Voll ratlosen Staunens ziehen sich die Soldaten zurück. Unten im Schiff der Kirche haben. Plünderung und Lärm ihren Höhepunkt erreicht, da trägt ein schnaubendes Streitroß einen Reiter ans Hauptportal. Mohammedanische Heerführer und Paschas begleiten ihn. Der Eroberer selbst, Mohammed II., der Sultan der Türken, naht. Er ist jung 'und stolz und von unbeugsamem Willen, aber auch ernsten Sinnes. Zu Fuß schreitet er über die Marmor-platten, die stör tausend Jahren der Fuß des christlichen Kaisers Justinian berührte. Das erste, was er sieht, ist ein Janitschar, der mutwillig mit dem Beil den Marmorhoden zerhackt. Mohammed tritt an ihn heran und fragt: „Warum?" — „Um des Glaubens willen?" ist die Antwort. Da schlägt der Sultan mit seinem Säbel den Soldaten nieder. „Ihr Hunde! Habt ihr nicht genug an der Bente? Tie Gebäude dieser Stadt sind mein!" Ten Erschlagenen mit dem Fuße beiseite stoßend, geht er hinauf auf die christliche Kanzel und übergibt mit tönender Stimme die Kirche der Heiligen Weisheit dem Islam als Eigentum. — Viereinhalb Jahrhunderte sind es jetzt her, daß auf der Doni- kuppel der Hagia Sophia das Kreuz durch einen mächtigen Halbmond ersetzt wurde, und allabendlich tönt noch immer ,von der Plattsornr der Minaretts, deren die Türken vier au die Kirchk angebaut haben, die .Stimme des Gebetrufers. Er trägt einen weißen, Turban und einen lang herabwallenden Mantel. Nach allen vier Himmelsrichtungen läßt er seine wohllautende Stimme über Stambul ertönen; sie klingt von silberklaren, langgezogenen M-Lauten und vollen Ls und weckt das Echo nahe und fern. >,Gott ist groß", lauten seine Worte. „Außer Gott ist kein Gott und Mohammed ist sein Prophet! Kommet zum Heile! Kommt zur Erlösung! Gott ist groß. Außer Gott ist kein Gott!" Nun versinkt die Sonne unter dem Horizont. Da ertönt eilt Kanonenschuß. Tenn es ist Fastenmonat, während dessen die Mohammedaner tagsüber weder essen noch trinfen noch rauchen dürfen. So befiehlt der Prophet im Koran, ihrer heiligen Schrift. Jenes Zeichen verkündet für heute das Ende der Fasten, und wenn sich die Rechtgläubigen mm gelabt haben an dampfenden Fleischknödeln und Reispuddings, an Obst, Mokka und Wasserpfeife/ bann lenken sie ihre Schritte zur alten Kirche ber Heiligen Weisheit, wie sie noch immer heißt. Um bie Minaretts herum leuchten Tausenbe von Lampen, und zwischen den Türmen schreiben flackernde Lichter heilige Namen auf das Dunkel ber Nacht. Im Innern der Moschee aber hängen an fünfzig Meter langen Ketten Kronleuchter mit unzähligen Oellampen, und auf straffgespannten Seilen sitzen Lichter so bicht wie bie Kugeln des Rosenkranzes. Sin Lichtmeer überflutet den Boden ber Moschee. Mächtige grüne Schilbe an den Säulen tragen in goldener Schrift die Namen Allahs, Mohammeds und der Heiligen; die Schriftzeichen allein sind jedes neun Meter hoch. Ter Fußboden ist mit Strohmatten bedeckt; wer eintritt/ muß die Schuhe aus'ziehen und Gesicht, Hände und Arme waschen. Weiße und grüne Turbane und rote Fesse.mit schwarzen Troddeln mischen sich durcheinander. Alle Andächtigen wenden das Gesicht nach Mekka hin. Aus einmal heben sie die Hände bis zur Höhe des Gesichtes, die Handflächen nach vorn gekehrt, und halten' die Daumen an die Ohrläppchen. Dann beugen sie den Oberkörper vornüber und stemüten die Hände gegen die Knie. Zuletzt fallen sie auf die Knie und berühren, iden Fußboden mit der Stirn. „Tas Gebet ist der Schlüssel zum Paradiese", sagt der Koran, und jeder Teil des Gebetes erfordert eine bestimmte Körperstellung- Auf einer Kanzel steht ein Priester. Seine klare, singende Stimme unterbricht die feierliche Stille. Tas letzte Wort verklingt auf seinen Lippen, aber es hallt nochlange in der dämmerigen Wölbung der Krippe! nach und flattert wie ein unruhiger Geist zwischen den Statuen der Cherubim-. Den Türken aber ist nicht mehr geheuer in diesem ihrem Heiligtum. Tie Stuitde der Abrechnung wird auch für die Eroberer der Hagia Sophia einmal kommen, und immer mehr Bewohner Stambuls geben ihre Grabstellen draußen auf den Friedhöfen vor der Stadtmauer auf und über führ en ihre Toten nach Shitari, um sie im Schatten asiatischer Zypressen ruhen zu lassen. Und die Griechen glauben noch immer, daß an dem Tage, wo die Hagia Sophia wieder in die Hände der Christen zurückkehrt, die Mauer droben auf der Galerie sich öffnet und der Bischof mit dem Kelche in der Hand wieder hervortritt. Ruhig und würdevoll steigt er die Treppe herunter, durchschreitet die Kirche, tritt an den Hauptaltar und liest feine Messe weiter, genau Von der Stelle an, wo ihn vor vierhundertsünfzig Jahren die Türken! unterbrochen haben, Knigge — oder nicht? „In Gesellschaft sprich nicht von dir selber", steht im Knigge. Und wir haben uns ein Leben lang ängstlich daran gehalten., Weil wir wohlerzogene Menschen waren. Und was ist dabei herausgekommen? Daß wir aneinander vorbeigeredet haben, ein Leben lang. Daß wird uns gelangweilt haben bis auf bie Knochen. Daß ber prächtige Kaufmannskopf, ber von weltumfpaimenden Hcmbels- ibeen sprühte, sich mit dem tatenluftigen Ingenieur über das dämonische Prinzip in Ibsens Dramen unterhielt. Daß die geistvolle Hausfrau dem geistervollen Dichter mit schmerzhafter Anstrengung zuhörte, wie er seine Ansichten über die ueudeutschL Wirtschaftspolitik fünf Viertelstunden auseinanderfaltete, wobei sich beide wanden unter der für sie vollendeten „Wurschtigkeit" ihres hochaktuellen Themas. Daß wir einen Fuhrmann unterwegs/ den wir in der Sommerfrische ein Stück.Wegs begleiteten, umarmen hätten mögen vor freudiger Erfrischung über die prächtigen Geschichten, die er uns von sich und seinem Pferd erzählte. Und das Ergebnis nach einer lebenslangen Kniggeübung? „Es gibt nichts Vernünftigeres als von sich selbst zu sprechen", sagt Anti-Knigge. „Es ist taktlos, einem Menschen unangenehme Dinge zü sagen", steht im Knigge. Wie sind wir überall mit gekrümmten Zehen durch die Salons gegangen, um nicht gegen diese Regel zu verstoßen. Und was ist dabei herausgekommen? . Daß wir unsre ebenen Gesichter mit einem lebenslang ge- sälschten .Lächeln ganz verkuiggten und verknitterten. Daß sich Berge ungesprochnen Grolls in uns häuften, bis sie unsre Wirbel- säule bogen. Daß wir falsche Verdachte durch die Jahre schleppten. Daß wir es schließlich auch verlernten, uns selber unangenehme Dinge mitzuteilen, die so heilsam für uns gewesen wären. Daß iuir schließlich aus lauter Kniggeübersättigung statt einem Wahrheitsmenschen einem Grobian die Hand zum Freundschastsbunde reichten. Und das Ergebnis nach hundert braven Herzen, die uns crstarben am Gift ber Höflichkeit um jeden Preis? „Es gibt 716 nichts Vernünftigeres, als jede Art von Groll an den Feuern der Aufrichtigkeit zu verbrennen", sagt Antt-Knigge. „Suche dich selbst bis ins Innerste zu erkennen", steht im Knigge. Und wir haben gehorsam in uns htnemgefcheü. Wir haben uns nach innen gestülpt. Wir haben den Kopf über unfern Kopf hängen lassen und in uns hmernspmtrsiert. Werl wer uns selbst erkennen wollten. Und was ist dabei herausgekommen? Daß wir blind geworden sind nach außen. Daß wir die Unbefangenheit vor uns selbst verloren haben. Daß wir am Schlusie dümmer waren als am Anfang. Daß wir den Roienduft draußen versäumten, als wir uns nach innen immerzu begasiten. Daß uns ungezählte Freuden unsrer Umwell untwschlagen wurden. Datz wir keine Augen hatten für die Wunder außer uns. Worüber wir dann schließlich außer uns geraten sind. Als es zu spat ^Daun, als wir erkannten: „Es gibt für mich nichts Uninteressanteres, als inich selber — ich habe über mich Mr Tagesordnung meiner Umwett überzugehM." Laut Antt-Kmgge. Als ich mit diesen Erkermtnissen soweit gekommen war, da war ich vierzig Jahre alt. Dm nahm ich den Knigge und feuerte ihn in eine Ecke. Aber es war zu spät — das Beste war ja schon vertan. Was hat „mich's" geholfen, daß jetzt der Knigge zerfetzt am Boden lag? Nichts. Nein, nicht nur nichts — sondern ich habe noch drei Mark fünfzig für einen neuen Knigge zahlen müssen. Denn der ins Eck gefeuerte war ein geliehener. Fritz Züricher im ersten Novemberhest des Kirnstwarts und Kultnrwarts (Halb- nonatschml für Ausdrucksknltur auf allen LeLeusg.ebieten. Verlag von Georg D. W. Callwey-München). Vermied? tes» * Eine berühmte S ch w eiz erfchlacht. Ain Cunter des Murtener Sees, der mit den beiden anderen ivestschweizerifchen Wasserbecken, dem Neuenburger und bem Bieler See, ein seiner Geschickte nach eng zusannnenge i,örig es Trio bildet, erhebt sich, mit schlanken Türmen und rvinkeligen Gassen ein altertümliches Städtchen: Murten, das dem Lee den Namen gegeben. Es ist ein alter Waffenplatz, der Schlüssel zum Berner Oberland, begünstigt durch seine Lage am steilen liier eines Sees, Unter den Mauern dieses Städtchens bat sich eine der bedeutsamsten Waffen- taten des späten Atittelalters abgespielt: die Schlack t bei Murten, in der am LS. Juni 1476 das treffliche Fußvolk der Eidgenossen den Burgundecherzog Karl den Kühnen vernichtend schlug, war der erste Kampi, den ein deutsch fühlender Grenzstumm ohne Unterstützung des morschen und schwachen Reichs gegen einen fremden Eroberer siegreich auSiocht. Wir lesen Näheres darüber in einem reich illustrierten Auisatz der „Zeiten und Volker" (Stuttgart, Franclh'sche Verlagshnndlmigl aus der Jeder von F. Seitz. Am S. Juni 1476 erschien Karl der Kühne mit einem stattlichen Heer vor Murten — Chronisten erzählen von 60 000 Mann, in Wirklichkeit waiTn es höchstens 20 000. Er erkannte, daß dieses Boll- werk mit seiner auserwalüten Besatzung von 1580 Bernern und Freiburgern unter Adrian von Bubenberg erst durch eine sorgfältig vorbereitete Belagerung mürbe gemacht werden müsse. Die schwächste Stelle der' Stadt lag gegen bionlellier nach Nord- osleu, au! der Seite des Sees; dahin richteten die Burgunder ihre Angriffsgräben. Im Osten versicherten sie sich gegen Ersatzversucke durch eine etwa 2 km von der Festung entfernte vorbereitete Stellung. Am Abend Les 18. Juni waren hier die Stadtmauern soweit zerstört, datz sie ihren ersten großen Sturm wagen konnten. Gerade als die Not am höchsten stand, als eine tiefe Bresche in die Mauer gelegt, ein Turm gestürzt und ein anderer in seinen Grundsesten erschüttert war, da erschien das „ eidgenössische Heer, im ganzen 25000 Manu stark, unter der Fübruirg Wilhelm HerterS und Oswald von Tierstems. Lothringer unb Oesterreicher nahmen in beträcktlicher Zahl am Kamp! test; so zahlreich >ms Berichte aus den Federn von Chronisten, Briefe rmd Heldengedichte vorliegen, so wenig ist es möglich, ein genaues Bild von itjrem Verlaut zu geben. Tie Schweizer hatten sich bei Glimmen en gesammelt und gingen über die Saane an den Bkberenbach vor. Karl wurde völlig überrascht, die Verschanzungen, die ganz ungenügend besetzt waren, genommen, noch ehe feine Kerntruppen zur Stelle ivareii. Ter Sieg aber war ein durchschlagender; das lockere Gefüge der burgundischen Heeresmacht unterlag dem wuchtigen Massensioß des geschloffenen schweizerischen Fußvolkes. Fast die Hälfte der Bur- grinder kam auf dem Schlachtfeld oder im SOiurtener See um. Karl war durch diese Schlappe tief gebeugt: er floh mit seinen Truppen nach Gex am Genier See, an dessen Ufern er untätig liegen blieb. Unb doch trug er selbst die Schuld an dem Mißerfolg : er hatte sich auf dem Marsch nach ‘Diirrten unb mit der Belagerung der Stadt zu lange auigehalten; er hätte sofort einen kühnen Vorstotz nach dem Herzen der Schweiz, nach Bern, wagen müssen, noch ehe das eidgenössische Heer Zeit z>ir Versammlung gefunden hätte. Er fiel im Januar 147r vor Nancy, noch keine 44 Jahre alt. Redaktion: K. N — Eine E h e auf Kündigung. Von einer Eheschließung nach allermodernster Form wird aus Island — also ausnahms* weise einmal nicht aus dem Lande der unbegrenzten Mögliche ketten — berichtet. Wie das in Reykjavik erscheinende Blatt „Jngolfur" mitteilt, gingen der Dozent an der dortigen Uni» versität, Augenarzt Dr. Andrss Fjeldsted und Fräulein Sigridur Blöndahl, die Tochter eines früheren isländischen Volksvertreters,- jüngst die Ehe ein, und zwar in der eigentümlichen Weise, datz sie einen richtigen Kontrakt aufsetzten, der vor der zuständigen Rechtsstelle zur Verlesung gebracht wurde. Dieser Konttakt besagt, daß die beiden vertragschließenden Personen als Eheleute zusammenleben wollen, und daß alle üblichen Bestimmungen über die Ehe für sie, ihr Vermögen und ihre Kinder Gültigkeit haben sollten. Dieser Ehevertrag ist jedoch kündbar, und zwar ist eine Kündigungsfrist von mehreren Monaten festgesetzt. Außerdem sind besondere Bestimmungen für den Fall vereinbart worden, daß bin beiden Eheleute in Zukunft nicht mehr miteinander leben' wollen. Dieser Abschluß einer „Ehe auf Kündigung" ist nicht nur der erste dieser Art, der in Island bisher zu verzeichnen war, sondern sie stellt wohl überhaupt einen in ganz Europa bisher noch nicht erhörten Vorgang dar. * Ein sparsamer Ehemann. A.: „Ich habe soeben einen Brillantring für meine Frau zum Geburtstage gerauft; welcher 500 Mark kostet." — B.: „Ist das nicht ein bitzchen extravagant?" —- A.: „Durchaus nicht, bedenken Sie doch, was ich dabei an Handschuhen für sie erspare l" Vüchsrtisch. — Annettenott Dr o st e-H ülsho ff. Sämtliche Werke in sechs Teilen. Her ausgegeben, mit Einleitungen und Anmerkungen versehen von Julius Schwering. Goldene Bassiker-Vibsio- thek. Deutsche Verlagshaus Bong u. Co., Berlin. Ein Leben, das äußerlich 'so einförmig erschien, enthüllt sich in den Dichtungen- Erzählungen und Briefen der Droste als überaus reich und bewegt, und während sie sich scheinbar bereitwillig in dem^ engest Kreise eines Mädchens von altabtigcr. strenggläichiger yamthe hielt, ging ihre Seele, in beständigem heimlichen Widerstand pogen die Ihrigen, ihre ganz eigenen, gar nicht kouv entionellen W cge. Es ist «ne Freude, das Leben und das Werk dieser genialen Fran tn einer vortrefflichen Ausgabe vereinigt zu sehen. Ter Herausgeber, Professor Julius Schwering in Münster, als Landsmann der Dichterin mit ihrer Heimat innig vertraut, konnte durch persönliche Beziehungen Quellen erschließen, die bisher für die L-roste- forschung noch nicht benutzt worden sind. So gibt er denn die Texte in sorgfältig revidierter Gestatt, was namentlich auch den unsicher überlieferten Gedichten des „Geistlichen Jahres" zugute gekommen ist. Die gesamte literarische Hinterlassenschaft der stvvste wird hier vereinigt und eine interessante Auswahl ihrer Briefe hm- zugefügt. Gern lassen wir uns vom Herausgeber in das Land der Dichterin führen und folgen mit Spannung diesem eigenartig reizvollen Lebenslauf. Was an literarhistorischem unb erklärendem Material irgend zum Verständnis der Werke dienen kann, finden wir in Einleitungen und Anmerkungen bequem vereinigt. Daß Truck, Papier und Einband des großen Inhalts würdig sind, braucht bei den Untern djmltngat der Goldenen Klassiker-, Bibliothek nicht erst betont zu werden. — Adolf Schmittheuner: Treuherzige Geschichten. Mit einer -Einleitung von Dr. Alfred Graf, -einen, Blld des Verfassers und Zeichnungen voH, Ludwig Berwald. („Hausbücherei"-Vcmd 44.) Verlag der Deutschen Tichter-Ge- dächtnis-Stistung in Hamburg-Groß borftel. 159 Seiten. Tresor billige Band der „Hausbücherei" ist ein echtes Familienbuch. Schmittheuner erzählt von rührenden .Kinderherzen, von ihren übermütigen Streichen und edlen Regungen. Durch alle seine Geschichten scheittt das alte, traurigschöne Lied von der glückliches Jugendzeit und dem licken Heimatland M Hinge» Lögsgriph. Ein frommer Sang vielstimmig klingt Aus friebltdiem, geweihtem Orte. Ein „e" daran: wenn's dann noch singt, Sprichl's deutlich inhaltsschwere Worte. Auflösung m li.a. ;;a Nummer Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer k Abkürzungen: tr = Treff, p — Vigne, c = Coeur, car = Garreau trB = Treff-Bube, pA — Pigue»Ätz, cD — Coeur-Dame uff. Vorhand drückt 20 Augen (trZ und carZ). Mittelhand hat: trD, tr9, trS, tr7, pA, pZ, eZ, c9, carA, carD. Hinterhand den Rest, Verlauf des Spieles: 1. V. trB M. pZ H. p8 --- 12. 2. V. pB M. pA H. pD = 16. 8 V trA M. tr7 H. trK = 15. Die übrigen Stiche erhalten die Gegner, Vorhand hat aber zusammen mit den gedrückten 20 Augen das Spiel bereits gewonnen. eurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Giebel