Jii. 14 .sSwa ■i Der König von Thule. Roman von Paul Grabei u. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) In peinvollem Schweigen, immer noch im Kampf zwischen Pflichten und Wünschen stehend, stand er vor ihr; auch er blickte ernst mit bewegten Zügen und hielt ihre Rechte in seiner pressenden Hand. Da entzog sie ihm schnell ihre Finger, noch ein letztes leises Lebewohl tönte ihm ins Ohr, und im nächsten Augenblick sprengte sie davon. Ihm war, als müsse er ihr nachrufen, sie zurückholen. Aber die Kehle war ihm wie zugeschnürt. Mit düsteren Blicken starrte er ihr nach und lauschte mit einem dumpfen Angstgefühls aus den klappernden Hufschlag, der sie mit jedemmal ihm weiter entfernte. Es war ihm, als würde es plötzlich ganz öde und sinster um ihn, als entschwände da eilends ein freundlicher Lichtschein, der ihm das Grau seines Daseins hatte rosig durchleuchten wollen. Finsteren Antlitzes, die Lippen fest zusammengepreßt, hielt er so regungslos, bis sie seinen Blicken um die Straßenbiegung drunten entschwand. Da hob sich seine gepreßte Brust in einem tiefen Atemzuge, der ihm doch keine Erleichterung brachte. Langsam wandte er das Pferd herum und ritt im müden Schritt, gesenkten Hauptes, durch den Nebel dem freudlosen Hause zu, das da draußen einsam in der Steinwüste stand — nach seinem Heim. Heim? Ein Echo voll tiefster, trostloser Bitterkeit weckte das Wort in seiner Brust, und von oen Lippen des Mannes kam wie ein unterdrücktes Stöhnen — ein leiser Laut, der in der Einsamkeit verhallte. VI. Am hinteren Ende des langen Promenadendecks stand Frau Söllnitz, ganz allein. Die übrigen Reisenden drängten sich alle vorn auf der Back, wo eben die schwere Ankerkette aufgewunden werden sollte. Die „Hamburg" stand im Begriff, Island zu verlassen. Die junge Frau war eben erst aus ihrer Kabine herauf-' gekommen, wo sie fast den ganzen heutigen Tag zugebracht hatte. Sie fühlte sich nicht wohl. Ein dumpfer Kopfschmerz hatte sie wieder einmal befallen. Außerdem hatte es sie auch nicht mehr gereizt, an Land zu gehen, wo heute den deutschen Besuchern von der freundlichen Bevölkerung Reykjaviks Pferderennen, Ringkämpfe und andere Sportschau- stellungen dargeboten worden waren, die allerdings unter dem schlechten Wetter sehr gelitten hatten. Auch jetzt strömte der Regen hernieder auf das regungslose glatte Meer, das grau und trübselig vor ihr lag, tote drüben die Küste Islands, das nach dem Innern zu durch dicht« Nebelmassen dem Blick entzogen war- Mit matten Augen sah Eva Söllnitz hinüber zum Land. Zum letztenmal schaute sie auf das Bild, das ihr im Laufe der Tage hier vertraut geworden war, trotz seiner Herbheit und Eintönigkeit. Nie wieder würde sie es sehen, und mit diesem entlegenen Gestade nie wieder auch ihn, den sie hier kennen gelernt, an den sich ihre haltbedürftig« Seele so schnell gewöhnt hatte, und den sie mit wirklichem Schmerz entbehren würde — sie fühlte es nur zu gut. Wozu erst dieses grausame Spiel des Zufalls, das Menschen zusammenwarf, um sie im nächsten Augenblick, gerad' daß sie sich erfaßt, wieder auseinander zu treiben — in alle Winde? In schmerzliches Grübeln versunken, achtete die junge Frau nicht darauf, wie ein leises Zittern durch den Riesenleib des Schiffes lief, von der Maschine her durch die lange Welle hinten zur Schraube hin, die nun mit langsamen schweren Flügelschlägen schaumwirbelnd das Wasser aufpeitschte und ganz unmerklich das noch vom Anker gehaltene Schrff im Kreise zu drehen begann. Erst laute Hurrarufe von vorn her, wo mehrere Boote vom Land, Abschied nehmend, am Bug der „.Hamburg" lagen, und nun der dumpfe, markerschütternde Baß der Dampfpseife, der ihr unvermittelt in die Ohren dröhnte, schreckten Eva Söllnitz aus ihrer Verlorenheit auf. Dreimal scholl das ohrenzerreißende Signal, fauchend und prustend mit furchtbarer Kraft, wie der Wutschrei einer gigantischen Bestie, und nun zeigte ihr ein Blick aufs Wasser, daß sie bereits dahinglitten — es war vorbei! Wenn noch in irgend einem dunkeln Winkelchen ihres Herzens etwas wie eine törichte Hoffnung sich versteckt hatte, er könne es sich etwa anders überlegt haben und doch noch int letzten Augenblick an Bord kommen, so war das jetzt aus. Jeder Atemzug brachte eine neue Entfernung zwischen sie und das graue Land dort — es war vorbei! Und das törichte Herz mußte sich eben auch an diese neue Enttäuschung gewöhnen lernen, wie an so vieles schon. Eva Söllnitz raffte sich auf. Sie hörte die Schiffsgenossen, die lachend und laut schwatzend in kleinen Trupps den Gang heraufkamen. Sie trat dicht an die Reling und blickte so, den Nahenden den Rücken kehrend, hinaus, der Küste zu, die immer mehr im Nebel untertauchte. „Guten Abend, gnädigste Frau." Die unsympathische, geziert-vornehme Stimme des Regierungsrates klang da plötzlich neben ihr. „Endlich einmal wieder den Vorzug! Gnädigste sind ja ganz unsichtbar geworden." Und er trat, die Mütze ziehend, zu ihr. „Mtr war nicht ganz wohl," antwortete sie leichthin, seinen Gruß nur flüchtig erwidernd. „Leider ja! Ich hörte es schon von Ihrer Stewardeß, da sie ja nicht zu den Mahlzeiten erschienen. Gnädigste Frau haben sich gewiß bei dem Parforceritt gestern etwas übernommen." Sie blickte unverwandt in die Ferne, aber sie hörte hinter dem anscheinend bedauerlichen Ton die geheime Bos- 230 beit heraus. Natürlich war ihr Ritt mit Amthor bereits wieder Schiffsgeschwätz. Aber mochten sie doch! Unwtll- kürlich warf sie bett feinen Nacken ein wenig zurück, unb ein leis ironischer Blick streifte ihn. „Seien Sie ganz ohne Sorge. Der Ritt ist mir ganz nusgezeichnet bekommen." Er verneigte sich ein wenig gegen sie: „Schließlich auch begreiflich — unter so vorzüglicher Führung!" Sie sah ihm ruhig ins Gesicht. „Allerdings — Herr Doktor Amthor ist ein ausgezeichneter Führer, und," sie betonte es mit voller Absicht, „der Ritt mit ihm war sehr genußreich." „Zweifle nicht daran," erwiderte er mit seinem versteckten malitiösen Lächeln, dessentwegen allein sie ihn schon hassen konnte. Am liebsten hätte sie ihm verächtliche den Rücken zugekehrt, aber sie mußte ja nun doch einmal, hier aus bas Schiff gebannt, gewisse Gebote ber Lehensklugheit beachten. So fuhr sie denn, wie in natürlicher Erläuterung ihrer letzten Worte, fort: „Ich habe unter Herrn Doktor Amthors Führung interessante Einblicke in Land unb Leute Jslanbs tun können, die Ihnen allen versagt waren. Ich freue mich baher sehr, daß der Zufall mich diese Bekanntschaft hat machen lassen. — Ah, guten Abend, Herr Kapitän!" wandte sie sich dann aber schnell an den gerade mit einem anderen Herrn vorübergehenden guten Bekannten, der — da er sie im Gespräch sah r- nur liebenswürdig grüßend vorübergehen wollte. „Pardon, lieber Professor, Sie entschuldigen mich wohl!" machte sich der galante alte Offizier alsbald von seinem Begleiter frei, und trat ritterlich zu ihr. „Nun, Gott sei Dank, daß Sie wieder Wohl sind, meine gnädigste Frau! Wir waren schon ganz unglücklich bei Tisch — nicht, Herr Regierungsrat?" Und artig küßte er ihre ihm gereichte Hand. „Sollte Sie die Witwe Cliquot nicht schnell getröstet haben?" neckte sie ihn, auf sein regelmäßiges Taselgetränk anspielend. „Wer Gnädigste — wie können Sie glauben!" machte er gekränkt, was rhn aber nicht hinderte, mit den an Bord stets behandschuhten Händen nach seinem Zigarettenetui zu greifen. — „Wir waren untröstlich — wahrhaftig untröstlich! —" er gab sich Feuer — „allerdings haben wir, ich will es nicht leugnen, aus dem Gefühl unserer Vereinsamung heraus eine zweite Carte blanche getrunken — aber nur -aus Trauer! Verlassen Sie sich darauf, gnädigste Frau." „Nun, es ich wirklich gut, daß ich wieder erscheineit kann — in Ihrem eigensten Interesse!" scherzte sie. „Daß Sie nicht noch tiefer in Ihre Junggesellengewohnheiten Verfällen." Sie drohte dem weinfrohen alten Seemann lächelnd zu. „Küss' die Hand, gnä' Frau!" bekannte aber der Unverbesserliche. „In Ihrer Gesellschaft fchmeckts auch viel besser." Er lachte nach seiner Art vergnügt vor sich hin und ließ den jugendlich lebhaften Blick über die fast schon verschwundene Küste drüben gleiten. „Na, Island haben wir ja nun glücklich überstanden. Zum Abschied just das rechte Wetter!" er nickte ironisch zu dem herniedergleitenden Regen draußen vorm Schiff hin. „Ist auch nicht weiter schade drum. Aber wir haben 'nen nettes Souvenir mitbekommen, vom deutschen Konsul, einen jungen, niedlichen Blaufuchs — haben Sie ihn schon gesehen? Sein Käfig steht oben vorm Kartenhaus — und — ja, was sagen Sie dazu? ir-i einen ausgewachsenen Isländer!" „Was? Einen Isländer?" staunte der Regierungsrat. „Einen Pony meinen Sie?" „Nee, nee — einen richtig gehenden, zweibeinigen Isländer!" versicherte Neidhardt, sich an ihrem Irrtum ergötzend. „Ja aber — wie denn? Etwa als Wärter zu dem Blaufuchs?" „I wo — als Passagier." „Wie?" Die Hand der jungen Frau legte sich plötzlich dem Kapitän auf den Arm, ohne daß sie es wußte. „Ein Massagier, ber bie Reife mit uns machen will?" Der Kapitän nickte, harmlos vergnügt, baß seine Neuigkeit so viel Effekt machte. „Ja gewiß! Er ist noch kurz vor Tores Schluß mt Bord gekommen, wie ich vorhin vom tpachthabenben Offizier hörte." Eva Söllnitz durchfuhr es int Innern: Also boch er! Es konnte ja kein anberer sein. — Wer um sich Gewißheit zu verschaffett, wanbte sie sich weiter, anscheinenb unbefangen, an den Kapitän: „Ach nein, was Sie sagen! Ein wirklicher Isländer? —i Was ist er denn?" DerKapitän zuckte die Achseln: „Es soll ein Doktor sein — wie er heißt, weiß ich nicht." Die junge Frau frohlockte innerlich. Aber sie sah den heimlich lauernden Blick des Regierungsrats und so spielte sie die ihr aufgezwungene Rolle der Unbefangenen weiter. „Wer das ist ja wirklich interessant. Das muß ich doch'gleich Mrs. Sanderham erzählen!" Sie meinte eine Dame des engeren Verkehrszirkels, die kurz vorher vor- üb er gegangen w ar. So verließ sie die Herren, aber in Wahrheit nur, um Amthor zu suchen, dessen Anwesenheit an Bord für sie ja nun nicht mehr zweifelhaft Ivar. (Fortsetzung folgt.) Die Erstürmung von DadajoZ. Schon zweimal hatte General Philippon die vom Marschall Soult im März 1811 eroberte altspanische Festung Badajoz im Lause dieses Jahres mit Erfolg gegen die Angriffe englischer Armeen gehalten. Am linken Ufer der Guadiana ürt Süden Estramaduras dicht an der Portugiesischen Grenze gelegen, hatte ihre stark befestigte Stadtumwallung in Verbindung mit geschickt angelegten Äußenwerken zu beibeit Seiten des Flusses dem Liebeswerben der englischen Donnerbüchsen und Leiterangriffen gegenüber sich durchaus ablehnend verhalten. Nun hatte am 19. Januar 1812 die gleichfalls in der Nähe der portugiesischen Grenze, etwa 26 Meilen nördlich Badajoz, gelegene Festung Gindad Rodrigo vor einem überraschend schnellen Angriff des genialen Wellington die Waffen strecken müssen, bevor der am Duero operierende Marschall Marmout zum Entsatz eintraf. Begreiflicherweise ermutigte das Gelinge» dieses Wagestückes den dafür in den Grafenstand Erhobenen, nunmehr die ihm im Juni 1811 mißglückte Belagerung von Badajoz mit verdoppeltem Eifer wieder auszunehmen. Nachdem Gindad Rodrigo wieder in Verteidigungszustand gesetzt und eilt Nachrücken Marmonts infolge feiner Verproviantierungsschwierigkeiten vorerst nicht zu besorgen war, setzte sich Wellington nach Zurücklassung einer schwachen spanischen Garnison und des 1. Husaren-Regiments der deutschen Legion unter General Viktor von Alten am 5. März nach bent1 Süden in Bewegung. Auf einer von Lissabon aus östlich Abrantes vorbereiteten! Pontonbrücke wurde der Duero überschritten und am 11. März traf Wellington mit drei englischen Divisionen, einer portugiesischen Brigade und drei Linienbätaillonen der deutschen Legion — insgesamt etwa 12 000 Mann — in der 20 Kilometer westlich Badajoz gelegenen Grenzfeste Elvas ein. Dort war inzwischen bereits das gesamte Belagerungsmaterial angelangt, darunter 16 Viernnd- zwanzigpfünder und 20 Achtzehnpfünder aus Lissabon sowie 16 eiserne Bierundzwanzigpsundige Haubitzen aus Älmeida. Auch hatte die kleine Garnison von Elvas in den benachbarten Waldungen einige Tausend Schanzkörbe und Faschinen hergestellt. Zur Deckung der Belagerungsarmee gegen den mit etwa 35 000 Mann bei Sevilla stehenden Marschall Soult operierte General Oraham mit drei Divisionen und zwei Kavalleriebrigaden Bei dem 90 Kilometer südöstlich gelegenen Llerena, während General Hill mit zwei Divisionen und einer Kavalleriebrigade 32 Kilometer östlich der Festung bei Merida gegen einen etwaigen Entsatzverfuch Marmonts bereit stand. Diesem Korps waren auch die beiden leichten Bataillone und das 2. Husarenregiment der deutschen Legion zugeteilt, während die 3 Linienbataillone und die beiden in Irland stationierten Dragoner-Regimenter der Legion erst "Ende März bei diesen Beobachtungstruppen eintrafen. Auch die Verteidiger von Badajoz hatten die lange Zeit seit Wellingtons vorjährigem Besuche nicht ungenutzt verstreichen lassen. Sowohl die im Osten vom Revillas-Bache bespülte Umwallung wie auch die Außenwerke waren durch Verbesserungen!, Verstärkungen und Erhöhungen wesentlich sturmfreier gemacht worden. Von den letzteren hatten die auf dein rechten (nördlichen^ Ufer der Guadiana gelegenen Befestigungen der Brückenkopf und das Fort San Christobal in der lauf einem Hügel inördlich beider Werks neuerrichteten Lünette M'on Coeur einen willkommenen Zuwachs erhalten. Im Osten waren hinter der Lünette San Rochus an der Revillas-Brücke zu UeberschwemMnngszwecken zwei Dämme angelegt worden. Auch das Südwestfort Paroaleras lag nur einige hundert Schritt von der Stadtbefestigung entfernt,, während int Südosten die mit Sturmpfählen umgebene Lünette Pieurina tveiter vorgeschoben war, well von ihr ans der schwächste Teil der Um- wallung, die Südbästion Trinidad, eingesehen werden konnte. Ich nordöstlichen Winkel der Festung an der Mündung des Revillas in die Guadiana hatte man das dort auf einem 120 Fuß hohen Marl aekoene alte. Schloß durch aut gemauerte Böschungen 231 stürmen. Eine Besichtigung der Breschen ergab aber, daß der Verteidiger dieselben inzwischen durch starke innere Abschnitte gesichert hatte, so daß Wellington sich nunmehr entschloß, noch einen dritten Zugang durch Beschießung der dazwischenliegenden Kurtine herzustellen. Krachend schlugen am 6. April seit Tagesanbruch die Bomben sämtlicher Batterien gegen das Mauerwerk der Kurtine, die unter diesem Höllenfeuer bald zusammenstürzte. Gegen vier Uhr nachmittags war auch an dieser Stelle eine Bresche (die dritte) in die Stadtumwallung gelegt, so daß Wellington nunmehr den Sturmbefehl mit größerer Zuversicht ausgeben konnte. Aber auch der Verteidiger hatte alles aufgeboten, um dein sturmfrohen Gegner das Vordringen durch die Lücken nahezu unmöglich zu machen. Was nur der menschliche Geist an Hindernissen und Zerstörungsmitteln jemals ersonnen hatte, var zwischen den beiden gefährdeten Bastionen Trinidad und San Maria aufgestapelt und vergraben worden. Da man seit der Legung der Breschen allnächtlich auf einen Sturm gefaßt war, dem Gegner aber die Furchtbarkeit der Gegenrüstungen verbergen wollte, wurde alles Sichtbare vor Tagesanbruch wieder abgeräumt. In den Grabenstrecken am Fuße der Breschen waren lange Reihen Pulverminen und unter sich verbundener schwerer 'Bomben unterirdisch angelegt. An dem ausspringenden Winkel der Bastion Trinidad wurde ein mit 100 Scharfschützen bemannter Nachen aufgestellt, von dem aus nicht nur die Bresche flankiert, sondern auch die Front der Nebenbastion beschossen werden konnte. Auf den Kamnt der Wallbrüche legte man eine zusammenhängende Reihe von je 60 Pulverfässern und Bomben, die den Stürmenden beim Ersteigen mit brennender Zündschnur entgegenrollen sollten. Weiter, rückwärts waren durch Sandsäcke neue Brustwehren aufgeschichtet, die infolge ihrer feindwärts mit Degenklingen gespickten spanischen Reiter einen wenig einladenden Eindruck machten. Zu Beobach- tringszwecken und zum Umwerfen der Sturmleitern hatte matt auf Anraten eines erfinderischen Bataillonschefs einzelne Mannschaften in Aushöhlungen der Bastionsbrustwehren versteckt. Zur unmittelbaren Verteidigung der Breschen standen 16 Elitekompagnien unter den Befehlen des Bataillonschefs Barbot und des rühmlich bekannten hessischen Majors Meister bereit, während 2 Bataillone dahinter in Reserve standen. Für die Verteidigung des Schlosses waren daher nur 155 Hessen, darunter>22 bewaffnete Hoboisten, unter Oberst Köhler übrig geblieben. Punkt 10 Uhr am Abend des 6. April erfolgte der Befehl zum Beginn des in seiner Furchtbarkeit großartigsten blutigen! Schauspiels, das die vielen von beiden Seiten mit seltener Erbitterung geführten Belagerungskämpfe auf der von der Natur so reichbegnadeten Halbinsel aufzuweisen haben. Ein gleicherweise ehrendes Erinnerungsmal für die heldenhafte Tapferkeit der Angreifer wie der Verteidiger — für uns das bedauerliche, bei, dem unheilvollen Ringen schon öfter gezeitigte Bild, daß deutsche Söhne ihren Stammesbrüdern gegenüberstanden. Die leichte Division unter Oberst Bernard und die vierte Division unter General Colville sollten gegen die drei Breschen an der Südostseite der Ümwallung einbrechen, während dem General Picton mit der dritten das in der Nordostecke gelegene Schloß und General Leith mit der fünften Division die im Nordwesten von der Guadiana! bespülte Bastion San Vicente als Angriffspunkte angewiesen wurden. Gleichzeitig hatten die portugiesischen Truppen sowohl die nördlich des Flusses liegenden Befestigungen als auch das südwestliche Fort Pardaleras mit einer Ersteigung zu bedrohen. Eine dumpfe, unheimliche Stille auf den von der Belagerungsarbeit aufgewühlten Gefilden. Fast atemlose Spannung hüben und drüben. Geräuschlos schlängeln sich zur festgesetzten Zeit die Sturmkolonnen durch die im Zickzack angelegten Verbindungsgräben, vorneweg die Träger der Heu- oder grasgefüllten Säcke, dann die .Leitertruppe, hinterdrein die Stürmer. „Sieg oder Tod!" liest man in den entschlossenen Mienen, blindes Vertrauen zu ihrem! schwärmerisch verehrten Führer und der unwiderstehliche Wille, dem trefflichen Gegner die Palme zu entwinden, sprüht aus den kampsgierigen Blicken der wetterharten Krieger. Das, knatternde' Kleingewehrfeuer einer Nebenkolonne der dritten Division unter Mäjor Wilson an der linken Flanke der bald darauf erobertest Lünette San Rochus gibt das Zeichen zunk allgemeinen Borbrechen. Gleich einem unaufhörlichen Wetterleuchten wird das grausige Dunkel der Nacht wie mit einem Schlage vom hellsten Lichtschein durchstrahlt und der blendende Glanz der zahllosen Leuchtkugeln entrollt den Angreifern in kurzen Zwischenpausen das Bild aller der ihnen Tod und Verderben zugrinsenden Feuer- schlünde und des sichtbaren Teiles der vor Unüberwindlichkeit strotzenden Annäherungshindernisse. Am furchtbarsten wütet der Kampf an den Breschen. Neben ihren mit Leitern, Aexten und Brechstangen versehenen Sappeurabteilungen stürmen die beiden dorthin angesetzten Divisionen — die leichte unter Oberst Bernard links, die vierte unter General Colville rechts — Unter ablenkcnder Feuervorbereitung ihrer Schützen an den diesseitigen Grabenrand. Trotz mörderischen Eisenregens aus den Gewehren der Besatzung und den mit Kartätschen geladenen Wallgeschützen klettern die kampfwütigen Stürmer mit beispielloser Todesverachtung in den Graben hinunter. Gerade wollen sich die dort massierten Kolonnen unter verheerendem Feuer der Flankengeschütze auf die Böschung der Mauerbrüche stürzen, da fliegen unter markerschütterndem Getöse die am Fuße der Breschen angelegten bombengefülltöu Fladderminen in die Luft, während gleichzeitig von obenutzer die »st einer Art Zitadelle umgeschaffen tob durch Anlage von vur neuen Batterien verstärkt. Die Besatzung bestand aus 3Vs Bataillonen französischer Linien- und 2 Bataillonen leichter Infanterie, dem Gro jherzoglich Hessischen Regiment Groß- rind Erbprinz — jetzt 4. Großh. Hess. Inf.-Reg. (Prinz Karl) Nr. 118 —, je einer Kompagnie Mineure und Sappeure und 2 Kompagnien Fußartillerie, insgesamt etwa 5000 Mann. Die Abschnitte der Verteidigungswerke hatte der Truppenkommandeur, General Wey- ler, derart verteilt, daß« die West- und Südseite der Festung sowie die Außenwerke von den französischen Bataillonen besetzt wurden, während er die Verteidigung der gesamten Ostfront dem hessischen Regiment zuwies. ,. Derweil nun in Elvas die letzten Vorbereitungen für die Einschließung von Badajoz getroffen wurden, überzeugte sich Wellington durch persönliche Erkundungen, daß er bei der Unzulänglichkeit seiner Angriffsmittel und dem Maiigel an geeigneten Mineuren und Sappeuren gegen einen derartig wohlvorbereiteten und schlagfertigen Gegner keinen leichten Stand haben werde. Da ihm die Marschälle Marmont und Soult die zu einer Aushungerung nötige Zeit nicht gegönnt haben würden, ging er im Vertrauen auf die Unerschrockenheit feiner Untergebenen mit der ihm eigenen verblüffenden Schnelligkeit ans Werk. Auf einer am 15. März geschlagene Pontonbrücke überschritt die Armee am, folgenden Tag unterhalb der Festung die Guadiana, vollzog die Einschließung stnd schon in der Nacht des 17. Marz wurden trotz Sturm und Regen die Laufgräben gegen die Vorwerke der Ost- und Südostfront — die Lünetten San Rochus und Picurina — eröffnet. Nichts vermochte die zähe Energie Wellingtons und seiner braven Truppen zu erschüttern, weder die unaufhörlichen Regengüsse, die das Tempo des Fortschreitens der Angriffsarbeiten ungemein verlangsamten, noch das heftige Geschütz- und Gewehrfeuer von den Wällen und Außenwerken. Noch stärkere Belastungsproben aber sollten die Zuversicht der Belagerer ins Wanken bringen. In den Abendstunden des 19. März machte General Wepler mit zwei Bataillonen — darunter 200 Hessen — und 30 Reitern nördlich der Lünette San Rochus vorbei gegen die Laufgraben- besatzungen einen energischen Ausfall, der unter Mitwirkung von 100 Infanteristen der Lünette Picurina dem Belagerer, abgesehen von der Zerstörung einer Parallele, einige 100 Tote und Verwundete sowie 500 Stück Schanzzeug kostete. Dazu wurde Oberst Fletcher, der sachkundige Leiter der Angriffsarbeiten, durch eine Verwundung im Unterleibs fürs erste ausgeschaltet. Aber auch der Verteidiger hatte starke Verluste. Von den 220 Toten und Verwundeten entfallen auf die dabei beteiligten Hessen allein 97. Am 22. März riß die Strömung der durch die anhaltenden Wolkenbrüche stark angeschwollenen Guadiana die Brücke weg und ließ 11 Pontons an ihren Ankern in die Tiefe sinken. Zwar hals man sich durch die Einrichtung fliegender Brücken, jedoch konnte deren Vorsicht heischende langsame Arbeit mit dem Bedarf der Truppen an Verpflegung und Kriegsvorräten nicht Schritt halten. Obwohl der Magen knurrte und die Arbeiter bis an 'die Knie im Wasser standen, stunden die.Laufgräben und Batteriebauten durch die wackeren britischen, deutschen und portugiesischen Truppen doch derart gefördert, daß schon am Vormittag des 24. März aus sechs Angriffsbatterien, 21 Kanonen und 7 Haubitzen beiden Lünetten und der Ostfront der Umwallung ihre verderbensprühenden Gegengrüße, zudonnern konnten. Auch die Mannschaften der deutschen Fußbattericn wurden zur Bedienung dieser Belagerungsgeschütze eingeteilt. Bald waren die Kanonen der Lünette Picurina zum Schweigen gebracht. Noch in der Nacht zum 25. März gelang es dem Generalmajor Kempt, mit 7ÖO Mann das hartnäckig verteidigte Werk durch eine Ahne Leiterersteigung von der Kehlseite aus mit einem Gesamtverlust von 20 Offizieren und 300 Mann zu erstürmen. Von den 116 Ueberlebenden der 200 Mann starken Besatzung gerieten 86 in Gefangenschaft, .während etwa 30 Hessen unter Hauptmann Kullm'ann sich fechtend.nach der Festung durchschlugen. Der Besatzung von Badajoz hatte sich beim Beginn dieses nächtlichen Angriffs eine ungeheure Aufregung bemächtigt. Da man eine Ueberrumpelung befürchtete, mischten sich in den Trommelwirbel und das gellende Dröhnen der Alarm- trompeten die dumpfen Baßtöne der von allen Wällen speienden Feuerschlünde, während unzählige Raketen und Leuchtkugeln das in pechschwarze Nacht geMlte Vorgelände in kurzen Zwischenräumen erhellten. Erst nachdem ein in Richtung auf die angegriffene Picurina unternommener Vorstoß zurückgewiesen war, verstummte allmählich der Höllenlärm. Nun konnte nördlich des eroberten Werkes die zweite Parallele ausgebaut werden. Bald begannen drei in derselben angelegte Breschbatterien ihr Zerstörungswerk gegen die Südostfront der Stadtumwallung, wobei sich die Fußbatterie der deutschen .Legion Unter Leutnant von Goeben besonders erfolgreich hervortat. Schon am Morgen des 3. April waren zwei brauchbare Breschen in die beiden inneren Flanken der an der Südostseite nebeneinander- liegenden Bastionen Trinidad und San Mariä geschossen worden. Da sich inzwischen Marschall Soult von Sevilla aus gegen das Beobachtungskorps des südlich Badajoz operierenden Generals Craham in Bewegung gesetzt hatte und Marschall Marmont von Nordosten, her mit baldigem! Vormarsch drohte, zog Wellington bte 5. britische Division unter General Leith zur Belagerungs- vxmee heran und wollte schon am Abend des 5. April den Platz 232 tzxplosionsVereiten Pulverfässer unb weitere Bomben tn zischendem Aufleuchten die vorderen Gruppen des Angreifers zerschmettern. Um die grauenerregende Vernichtungsarbcit noch zu vervollstan- digen, prasselt in den von emporsteigendem bleifarbenen Gewölk verdunsteten Trümmerhaufen ein betäubendes Schnellfeuer der auf dem Kähn befindlichen 100 ScharfsclKtzen hinein. Und wenngleich das grausige Bild der Hügel von Leichen pind Verstümmelten den nachfolgenden Trupps das Blut in den Adern fast erstarren macht, sie scharen sich doch hinter ihren tapferen Offizieren zusammen und stürzen über die Leiber der gefallenen Kameraden und die mit eisernen Zacken gespickten Bohlen hinweg die Böschung hinan. Ader auch dieser Anprall zerschellt, als die Kammhöhe fast schon erreicht war, an einem wuchtigen Bajonettangriff der vor den spanischen Reitern aufgestellten französischen Grenadiere und der tapfer fechtenden Hessen. Ein Hagel von Geschossen folgt den Flüchtigen, da jeder Brescheverteidiger mit drei Gewehren ausgerüstet ist. Doch sie geben die Hoffnung auf ein Gelingen des Durchbruchs nicht auf, die beiden todesmutigen Divisionen, noch zweimal versuchen sie unter dem vernichtenden Feuer der frohlockenden Gegner den Aufgang auf die Breschen zu erzwingen, bis nach zweistlindigem, erbittertem Kampfe ihre Kraft zu Ende ist. Aber auch jetzt wollen die braven Truppen von Rückzug nichts hören, unter dem verfrühten Siegesgeschrei des Verteidigers „Jls ne monteront Pas!" suchen sie um Mitternacht in den Quergängen des Grabens und hinter einem unvollendeten Ravelin einstweilen Schutz. Gerade will Wellington den Befehl zum vorläufigen Rückzug der beiden braven Divisionen geben, als vom General Picton die Erstürmung des Schlosses gemeldet wird. Dort hatten die Sturmkolonnen der dritten Division zunächst den Anschlußwall zwischen dem südlichen Teil der Schloßbefestigungen und der benachbarten Bastion San Pedro durch Leiterersteigung zu stürmen versucht, waren aber von dem dort postierten 3. Bataillon des hessischen Regiments zu wiederholten Malen blutig zurückgeworfen worden. Nachdem sich der verwundete General Picton nach ern- stündigem, verlustreichem Ringen von der Nutzlosigkeit des Sturmes an diesem Punkte überzeugt, läßt er das Schloß von der Südost- und Nordseite angreifen. Erst nach halbstündigem verzweifeltem Kampfe gelingt es dem 54. englischen Regiment, auf der Mauerkrone an der Südostecke festen Fuß zu fassen und den größeren Teil der durch Abgaben an die Brescheverteidiger auf kaum 100 Mann zusammengeschmolzenen Hessen nach tapferster Gegenwehr zu überwältigen. Gleichzeitig glückt es einer anderen Abteilung der Division unter tätiger Mitwirkung einer Artilleristenabteilung unter dem bei der Leiteranlegung verwundeten Leutnant von Goeben, den nördlichen Teil der Schloßmauer zu ersteigen Und so die von allen Seiten gehetzten Trümmer der mit Löwenmut fechtenden hessischen Besatzung niederzumachen. Inzwischen ersteigt die Brigade Walker der Division Leith an der Nordwestecke der Stadt nach ähnlich verlustreichem Kampfe Wie bei dem auf der anderen Seide gelegenen Schloß die Bastion Sau Vicente, während ein Scheinangriff der portugiesischen Rttsi- menter auf den Brückenkopf und das Fort Pardaleras die Besatzungen dieser Werke beschäftigt. Die siegreiche Brigade Walker wirft sich nun an der inneren Seite der llmwallung vorbei auf die weiter südlich postierten Bastionsbesatzungen, wird aber durch einen entschlossenen Bajonettangriff der französischen 28 er wieder nach der Bastion San Vicente zurückgedrängt. Erst nachdem der pflichtvergessene Gouverneur der Festung, General Philippon, mit seinem Stabe und seinem sorgfältig auf Mauleseln verstauten Gepäck unter Geleit eines ganzten französischen Bataillons durch das Nordtor Las Palmas sich nach dem nördlich der Guadiana belegenen Fort Christobal hinübergerettet hat, gelingt es der «weiten Brigade der Division Leith, durch ebendasselbe Tor von Norden her in die Stadt ei'.zudringen. Nunmehr vereinigen sich zwei Regimenter mit den Erslürmern des Schlosses, zwei andere mit der Brigade Walker und dann werden 'unter gleichzeitigem Vormarsch nach der Südfront der Umwallung die dort aus Befehle des entwichenen Gouverneurs harrenden Teile der Besatzung nach kurzer, vergeblicher Gegenwehr gefangen genommen. Auch General Philippon setzt dem Einrücken der verbündeten Truppen in die Nordbefestigungen keinen Widerstand mehr entgegen. Mit Tagesanbruch war ganz Badajoz, wenn auch teuer erkauft, in Wellingtons Besitz. Gewissermaßen vor den Augen.der beiden feindlichen Entsatztruppen, denn Soult mußte seinem kaiserlichen Herrn von dem nur zwei Tagemärsche südöstlich Badajoz gelegenen Willaftanca de los Barros aus berichten, daß die ihm als so hochwichtig bezeichnete Veste sich nunmehr in den Klauen des „scheußlichen Leoparden" befinde. Und auch Märmont stand schon in bedrohlicher Nähe der Brücke, auf der die Belagerungsarmee den Tajo überschritten hatte. Ungeheuer waren die Verluste der beiden an Tapferkeit ebenbürtigen Gegner. Während der gesamten 20 tägigen Belagerungszeit einschließlich der Sturmnacht war die etwa 5000 Mann starke Besatzung genau auf die nunmehr kriegsgefangene Hälfte zusammengeschrumpft, wogegen die Belagerer “Item ttt der Nacht vom 6. zum 7. April etwa 400 Offiziere und 4500 Mann — also ungefähr ein Drittel ihres Bestandes — ian Toten und Verwundeten einbüßten. Auch das brave hessische Regiment hatte von seiner Mitte März über 900 Mann betragenden Stärke int ganzen 7 Offiziere und etwa '450 Mann an Gefallenen! verloren, während sich unter d^r gleichen Anzahl der Kriegsgefangenen allein 7 schwerverwundete Offiziere befanden. .Von großer Bedeutung war auch der strategische Erfolg der Besitznahme des ftanzösischen Bollwerkes. Marschall Soult trat unverzüglich den Rückmarsch nach Andalusien an und Marmont wich, als sich Wellington schon am 13. April wieder nach Norden in Bewegung setzte, eileirds nach Salamanka zurück, wo er dann am 22. Juli von seinem genialen Gegner gründlich aufs Haupt geschlagen wurde. Vermischtes. Ick. Eine Schnellbahn, die 5 0 0 km in der Stunde fährt. Seit 18 Jahren arbeitet der französische Erfinder Emile Bachelet in Nenyoik an dem sl?au einer elektrischen Schnellbahn, die die anßerordeiitlich große Geschwindigkeit von 500 km stündlich erreichen soll. Er glaiibt, jetzt am Ziele seiner Beinnhnnaen angelanat zn sein. Vor kurzem hat er einer Re he von Fachleuten seine Versilchsürecke in Mount Vernon bei 9ieui)ort vorgesiihrt. Tie Versiichsslrecke ist allerdings nur 1 m lang. Der „Eisenbahnzug", wenn man sein Modell so nennen will, ist ein zigarren- iörmiq gebauter Alumimumivagen von enva 15 kg Gewicht. ;lm gleichen Augenblick, wo Bachelet den elektrischen Belriebsüroin einfchattet, fliegt dieser Versuchswagen, ivie aus der Piuole geschossen, von einem Ende zum andern der Versiichsslrecke Das Geheimnis der großen Geschivindigkeit beruht darin, daß der Wagen außer bei» Widerstande der Vnft nicht mit Reibung zu kämpfen hat. Er läuft nicht mit Radern aur Schienen, sondern wird aui elektrischem Wege ireischivebend in der Luit gehalten. In den Schienen ist ein Wechselstrom vorhanden. Dieser Wechselstrom übt aus das Aluminium eine abstoßende Kraft aus und wirkt deshalb ^entgegengesetzt der Schwerkrait. Sobald bei den Boriüh>ungen der Strom von 110 Volt in der Führungsschiene eingeschaltet wird, erhebt sich der „Versuchswagen" ungeiähr einen Zentimeter hoch und bei Verdovvelung der Stromstärke verdovreit sich die Erbebung. Das Problem, die Reibuirg an den Schienen zu umgehen, das sonst der Steigerung der Geschwtudigie t sahrencer Züge außerordentlich hinderlich ist, glaubt Bachelet gelöst zu haben. Die zweite Schwierigkeit bei seiner Schnellbahn liegt in der fort- bewegenden Kraft. BZ seiner Verluchsnrecke, die nur lo Pieter lang ist, arbeitet er mit Elektromagneten, die den Verstlchsivagen anziehen und ihm tatsächlich eine Geschwindigkeit erteile», die einer Stundengeschivtiidigkeit von 500 km gleich ist. Bachelet nimmt aber an, daß er mit Lustschrauben ebenso große Geschivlndigkeilen erreichen kann Bachelet hat zwar bereits Patente au>geuomu,en, denkt jedoch »och nicht daran, Geldleute zur Äusiührnng e »er Schnellbabn zu suchen. Vorläufig will er versuchen, eine etwas größere Schnellbahn zu bauen die vielleicht zur Beförderung von Briesen oder leichieren Pakeleit bienen soll. kf. Das W >l n d e r m ä d ch e n. Wiederum ist ein Wunderkind entdeckt woiden, diesmal in Amerika. Miß Winifred Sackville Sloner zählt erst 8 Jahre, spricht aber nenn Sprachen geläufig: Eiiglisch, Französisch, Teiilsch, Japanisch, Chinesisch, Russisch, Latemisch, Griechisch uiid - Esperanto. Warum sie nun gerade noch Esperanto gelernt hat, ist nicht recht zu verfiel en, beim man sollte doch glauben, daß sie sich aus Grund ihrer anderen Sprach- keimtnis genügend hätte verständigen können. Tie Eltern dieses Wunderkindes schreiben seine Begabung und seine Fähigkeiten einzig uno allein der sorgfältigen und ausgezeichiieten Erziehung zu, die sie ihn, haben angedeihen lassen. SDlit Virgilversen hat die Mimer ihr Kind in den Schlas gesungen; sicherlich hat sie sie nach einem amerikanischen Wiegenliede umgeschrieben. Im Alter von sechs Monaten soll das Kind schon größere Vorträge gehalten Haren köimen und mit vier Jahren erict)ienen die ersten Gedichte und Ab- handlnngen, die drei biae Bände umfassen. So wird aus Amerika ivenigstens berichtet. * Auf leisen Sohlen. Kunde fznm Schuhmacher): „Meister, machen Sie mir unter meine sämtlichen Stiefel Gummiabsätze!" — „Ah, Sie haben sich wohl verheiratet, Herr Duch» meyer!" ___________ Ergänzungsrätsel. .. ß, P..g.r, -S..g. . u . d.. S. i.l, S.. . a.h. d..h .i..t b.n.; H.e..e.en b.a..h. ..r M.. s.. .L.t .i.I, D.e. W. »'. e a.. h .i..t l.n,.! Auflösung in nächster Nummer. erusiösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer r Abkürzungen: tr — Treff, p — x ique, c = Coeur, car — Carreatt trB — Treff-Bube, pA — Pigue-Aß, cD Coeur-Dame uff. Im Skat liegen b9 und c9, Vorhand hatte aA, aZ, a8, a7, dZ, dK, dl), d9, d8, d7, Hinterhand die übrigen. Verlaus des Spielest 1. V. aA 201. aö H. av = — 14. 2. V. aZ M. aK H. cZ — — 24. 3. V. dZ M. dA H. dB --- — 23. Summa = — 61. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Sleindruckerei, R. Lange, ©leiem