Donnerstag, den \2. Dezemder N LLL 8 Lb ffiMWcrö »■ <-<-* 1!'1' - X I M mÄflinS Das Amethyst-Fläschlein. Eine Erz-älMng von A. K. Green. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Herr Armstrong, der fein Erstaunen ebenso unverfälscht zeigte, tute jede andere Bewegung, schaute die leichte Gestalt, die von der Treppe herab die anderen beherrschte, an, und gab zur Antwort: Dieser Herr besitzt jedes Recht, Fräulein Murrah. Er ist der Coroner*) in dieser Stadt und gewohnt, alle un- erwarteten Todesfälle zu untersuchen. Dann, gab sie heftig wieder, wobei ihre blassen Wangen sich mit liefern Purpur übergossen, über dem ihre Augen in fast geisterhaftem Glanze leuchteten, dann wenden Sie sich nicht an Dorothea Camerden. Sie ist nicht der Zeuge, den Sie suchen, sotidern ich Bin es. Ich bin's, die jenen Schrei ausstieß; ich bin's, die unsere Tante sterben sah. Dorothea kann Ihnen nicht sagen, was in ihrem Zimmer und au ihrem Bette vorging, denn Dorothea war gar nicht dort; aber ich kann es! Verblüfft — nicht, wie die anderen, über die Aussage selbst - sondern über die freimütige Art und Weise ihrer Aeußerung, betrachtete ich das erstaunliche Mädchen Mit steigender Verwunderung. Immer schön, immer geistreich und stolz, sah sie in jenem Augenblicke aus, als ob kein Hauch der Furcht oder auch mir der Unsicherheit sie berühren könnte. Sie schaute dem Erstaunen ihrer besten.Freunde mit völliger Furchtlosigkeit ins Antlitz, und ehe sich das allgemeine Gemurmel noch in Worte zu verdichten vermochte, fügte sie hinzu: Ich halte es für meine Pflicht, so vor Ihnen allen zu reden, 'weil ich — indem ich schon zu Lange geschwiegen habe — einem falschen Gerüchte oder Eindrücke die Runde zu machen gestattete. Ich war vom Sehreck betäubt. Daher war es mir unmöglich, gleich bei diesem schweren Schlags zu sprechen. Außerdem habe ich selbst in gewisser Hinsicht eine Schuld an der Katastrophe, und es fehlte mir pn Mut, dies einzugestehen. Ich war es nämlich, die das kleine Amethystfläschchen in das Zimmer meiner Taute brachte. Ich war schon vom ersten Augenblick davon gebannt oder bezaubert — wie Sie es nennen tvollen — so bezaubert, datz ich das Verlangen hatte,.sie mehr aus der Nähe zu sehen und in der Hand zu halten. Aber ich schämte mich dieser Bezauberung — ich meine damit, es konnte jemand erfayreu, daß ich mich durch einen solch kindischen Beweggrund überwältigen ließ; daher entnahm ich de» Brosche, dre eher vermißt tuerden würde, einfach das kleine Fläschchen. Jetzt kann ich es kaum begreifen, inie ich dazu kam, es zu tun, abev ”Tsi? England und Amerika der Beamte, der bei verdächtigen Todesfällen die sofortige Untersuchung mit Hilfe einer Jury zu leiten hat. als ich es tat, kam mir mein Verlangen darnach sehr natürlich vor; und mit entschiedener Befriedigung trug ich das unheilvolle Ding bei mir, bis ich auf mein Zimmer kam. Dann, als das Haus still geworden und meine Zimmergenossin schlief, nahm ich es aus dem Versteck und sah es mir an, und da ich ein unwiderstehliches Verlangen in mir trug, meine Cousine an meiner Unterhaltung teilnehmen zu lassen, schlich ich über den angrenzenden Balkon in ihr Zimmer, genau so wie ich es schon manchesmal getan, tveitn unsere Tante zu Bett gegangen und eingeschlafen war. Aber int Gegensatz zu früheren Abenden fand ich ihr Zimmer leer. Dorothea war nicht darin; da indes ihr Licht noch nicht heruntergeschraubt worden war, wußte ich, daß sie bald zurück sein würde, und so ging ich trotzdem in ihr Zimmer. In diesem Augenblick vernahm ich die Stimme meiner Tante. Sie war noch wach und wollte irgend etwas haben. Offenbar hatte sie schon zuvor gerufen, denn ihre Stimme klang schrill vor Ungeduld, und ich hörte sie einige sehr unmutige Worte äußern. Als sie hörte, daß ich,. in Dorotheas Zimmer war, rief sie noch einmal. Da ich immer daran gewöhnt gewesen bin, ihren Befehlen Folge zu leisten, eilte ich an ihre Seite; die kleine Flasche hielt ich in der Hand verborgen. Da sie erwartet hatte, Dorothea und nicht mich zu sehen, fuhr sie in unvernünftigem Zorne auf, und fragte, !vo meine Cousine stecke und warum ich noch nicht zu Bett gegangen sei. Ich versuchte, ihr zu antworten, aber sie wollte nicht auf mich hören und hieß mich das Gas auf- vrehen. Dies tat ich auch. Dann befahl sie mir, ihr das Haar wieder zu ordnen und es ihr ein wenig bequemer zu machen. Dabei blickte sie mir scharf ins Auge, als ob sie wüßte, daß ich etwas vor ihr zu verbergen trachtete. Ich konnte nun ihren Befehl nicht' ausführen, ohne das kleine Fläschchen abzulegen. Daher ließ ich es mit einer raschen Bewegung, die ihr, wie ich hoffte, entgehen würde, hinter einige Flaschen gleiten, die auf dem Nachtischchen standen und beugte mich über sie, um ihrem Wunsch zu willfahren. Aber der Versuch, ihrem forschenden Blick zu entgehen, war nutzlos. Sie hatte meine Handbewegung beobachtet und plötzlich begann sie — ohne daß ich es bemerkte — nach dem Gläschen herumzn- tasten, das ich vor ihr hatte verbergen wollen. Sie fand es. So habe ich es mir wenigstens nachher zu erklären versucht. Denn plötzlich hatte sie es in der Hand und lächelte mich dabei auf eine Weise an, die ich nie vergessen werde. Was ist das? rief sie und zeigte über dis Kleinheit des Gläschens und seinen feinen Schliff ein so unverhohlenes Erstaunen, daß ich augenblicklich erkannte, daß sie nichts von dem AmetHystherzchen gehört, das uns Herr Sinclair in der Bibliothek gezeigt hatte. — Ich habe noch nie ein so kleines Fläschchen gesehen. Was ist denn darin? Warum erschrakst du so, als ich es sah? . , _ Während sie dies sagte, versuchte sie den Stöpsel herauszudreheu. Er gab ihren Versuchen nicht nach, und 778 — ich hoffte, es Werde ihr nicht gelingen, es M öffnen. Wer sie besaß eine ungewöhnliche Kraft, imlt> schon gab der Stöpsel nach und sie hielt das Gläschen geöffnet in der ^'Gelähmt vor Schrecken, hielt ich mich am Tischchen neben ihrem Bett fest, nm nicht umzusinken. Angenblich- lich verwandelte sich ihr neugieriger Blick in Verdacht. Sie wiederholte die Worte: Was ist darin? Was ist darin? ititb hielt das Gläschen an die Nase. Da. sie offenbar ans den: Geruch des Giftes nicht klar wurde, wollte sie es an die Lippen bringen. Dies gab mir mit einem Male den Gebrauch meiner Glieder wieder, trotzdem ich in diesem Augenblick erkannte, daß ihre Hand zu zittern begann. Dre Augen schienen ihr zuz>ufallen, und als sei ihr Mund nicht mehr fähig, geschlossen zu bleiben, öffnete er sich ein wenig. Vielleicht hatte sie der Geruch betäubt. Mitz Blitzeseile griff ich nach dem Fläschchen, aber es war schon ihrer Hand entglitten und das Tröpfchen Gift war ihr in den Mund geflossen. Ich wollte ihr noch zurufen, das Gift ja nicht zu schlucken; fürchterlich durchzuckte mich die Erinnerung an Herrn Sinclairs Worte, wonach der Tropfen genügend stark sein sollte, einen Mann §it töten; es war mir, als sei das Gift, das jahrhundertelang ohne Schaden cutzn- rrchten, in seinem Behälter geruht hatte, in meine eigene Kehle geflossen. Die Stimme versagte mir. Umsonst suchte ich die Ohnmächtige anfzurichten. Einen Augenblick später zog sie noch einmal die Augenlider in die Höhe, und ein Blick des Entsetzens und des Hasses traf den meinen, ein Mick entsetzlicher Anklage und unaussprechlichen Hasses, gemischt mit etwas, das wie ich halb ohnmächtig fühlte, das Zeichen des Todes sein mußte. Ein Berziveiflungs- schrei entrang sich jetzt meinen Lippen, worauf ich, von Panik erfaßt, davonfloh, als gälte es mein Leben, zurück auf mein Zimmer, den gleichen Weg, den ich gekommen war. Damit beging ich einen großen Fehler. Ich hätte bei meiner Tante zurückbleiben und kühn die Folgen der Tragödie abwarten sollen, die meine Torheit herbeigeführt hatte. Aber der Schrecken kennt keine Vernunft und kein Gesetz, und ivie ich schon einmal meine Zuflucht zum Verstecken genommen, wußte ich mir nicht anders zu helfen, als eine offenkundige Unkenntnis des Vorgefallenen auch weiterhin zur Schau zu tragen. Mit klappernden Zähnen und einem schrecklichen Herzklopfen riß ich mir mein Kleid vom Leibe und schlüpfte ins Bett. Fräulein Lane war nicht erwacht, aber sonst Ivar jedermann aus dem Schlaf gefahren, und bald ivar der Gang voller Leute. Dies erschreckte mich, noch mehr, und irn Augenblick fühlte ich, daß ich niemals würde die Wahrheit gestehen und mich zum Mittelpunkt all dieser Verwunderung und Neugierde machen können. So ließ ich zu, daß eine falsche Auffassung von der Begebenheit verbreitet würde, ein Akt von Feigheit, für den. ich nun alle Anwesenden um Verzeihung bitte, wie ich es schon bei Herrn Sinclair und unserem gütigen Freunde, Herrn Armstrong, getan habe. Sie hielt inne und blickte uns - eine (Tente Weile mit stolzen Singen und flammenden Wangen an. Dann, inmitten. eines Lärms, der sie nicht im geringsten zu kümmern schien, kam sie die Treppe, vollends herunter und näherte sich dem Manne, der, wie man ihr gesagt hatte, ein Anrecht auf ihr volles Vertrauen besaß. Diesem sagte sie, laut genug, daß es alle hören konnten: Ich bin bereit, Ihnen jedwede weitere Erklärung zu geben, wenn Sie eine solche wünschen. Soll ich mich mit Ihnen in den Salon begeben? Der Coroner verbeugte sich, und als die beiden die große Diele verlassen hatten, schwoll das Stimmengewirr zu einem währen Tumulte an. Unter gewöhnlichen Umständen würde ich in das Erstaunen und die Gespräche, die sich, an eilte so unerwartete Erklärung anschlvssen, eingestimmt haben. Aber zu jener Stunde war ich jeder Art von Unterhaltung abhold. Jievor ich. nicht Sinclair traf ijjtb in seinem Auge die glückliche Befreiung aus alt seinen Zweifeln las, würde ich, wie ich wußte, selber nicht wieder in meine gewöhnliche, mitteilsame Stimmung kommen. Aber Sinclair schien, soweit ich es beurteilen konnte, im Hintergründe bleiben zu wollen; während ich diese Absicht den anderen, ihm Fernerstehenden gegenüber wohl verstand, kam -es mir schrullenhaft von ihm vor, daß er mir keine Gelegenheit bieten wollte, ihn über die Wendung der Angelegenheit und die freimütige Haltung Wkbertines zu beglüchlv-ünscheu. Das sah ihm auch gar nicht gleich. ' Ich gestehe, daß ich mich durch diese Nachlässigkeit' nicht gerade geschmeichelt fühlte. Aks die Zeit verstrich und er immer noch nicht erschien, verschwand nach und nach meine frohe Stimmung über ihre Erklärungen, und ich erkannte, daß sie in gewissen Beziehungen die Sachlage nicht gänzlich aufklarten; und ehe mir dies recht klar wurde, war ich schon wieder die Beute erneuter Unruhe jitnb frischer Zweifel, die ich, so gut ich konnte, zu unterdrücken suchte, nicht allein Sinclair zuliebe, sondern auch, weil ich mich immer noch allzusehr unter dem Einfluß von Gilber- tiues imponierender Persönlichkeit befand, als daß ich etwas hätte glauben können, das von dem abwich, was ihre flammenden Sätze verkündet hätten. Sie hatte Wohl die Wahrheit gesprochen. Aber war es auch die ganze Wahrheit? Ich machte mir Borwürfe, daß ich diese Fragen stellen mußte, und weil ich ihr gegenüber kritischer verfuhr, als ich es mit Dorothea getan, die doch sicher ihre eigene Beteiligung an der Katastrophe nicht so klargestellt hatte, als einer wünschen, mochte, der sie liebte. Es war höchste Zeit, daß jemand Dorothea mitteilte, Gil- bertine habe sie öffentlich verteidigt. Nunmehr konnte sie erscheinen und. ihren Bekannten ohne Furcht und ohne Zagen ins Antlitz schauen. War sie wohl noch immer im Palmengarten? Ohne Zweifel. Aber es wäre vielleicht angezeigt, mich dessen zu versichern. Ich wandte mich daher diesem Raume durch eine kleine Türe zu, die ihiu mit dem Gange, wo ich stand, verband-, und warf schnell einen Blick hinein. Da ich niemand dort erblickte, eilte ich zwischen, den Palmen hindurch zu der Stelle, wo ich wußte, daß die Lieblingsbesucher des Gartens zu sitzen pflegten.' Aber auch dort war niemand zu finden, so wenig wie in der anstoßenden Bibliothek. Als ich zurück- kchrte, stieß ich auf Dntton, bei* damit beschäftigt war, die Topfpflanzen wegzuräumen, -die ben Durchgang beengten. Ich fragte ihn, ob er wisse-, wo sich Fräulein Camerden befinde. Ohne sich zu besinnen, erwiderte er mir, daß er sie vor wenigen Minuten auf der Hinteren Diele gesehen habe, wo sie sich mit Fräulein Murray unterhielt, haß sie dann die kleine Wendeltreppe hinaufgegangen sei und ihm gesagt habe, wenn jemand sie sehen wolle, so befinde sie sich in dem kleinen. Boudoir über der Eingangshalle. (Fortsetzung folgt.) Abenteuer Les Brigadier Gerard. Von C. D o y l e. Wie sich der Brigadier {einc Medaille holte. (Fortsetzung.) Ich bin ein vortrefflicher Soldat. Nicht etwa, daß ich von mir selbst eingenommen wäre, aber es ist nun einmal Tatsache. Klug und umsichtig, tote ich bin, fasse ich mit Blitzesschnelle alle Möglichkeiten ins Auge und treffe meine Entschließungen stets so glücklich, als ob ich wochenlang darüber gebrütet hätte. Fetzt wußte ich ganz gewiß, daß. ich verfolgt werden würde, ich, mit Violetta unter mir, die immerhin schon einen derben Ritt gemacht ! Dann mochten sie mich aber wenigstens vorwärts treiben und nicht zurück, so daß ich, meinem Ziele näher rückte. Also mutig drauf los! Kaum hatte ich die bärtigen Gesichter unter ihren Helmen erschaut, so gab ich meinem Pferde die Sporen, und nun giugs wie der Sturmwind dahin. Ta hätten Sie aber den Spektakel hinter mir hören sollen! Drei der Kerle schossen ihre Karabiner aus mich ab, und drei schwangen sich auf ihre Pferde. Eine der Kugeln schlug auf meinem Sattel auf, als -ob inän mit einem Stock -an eine Türe gedonnert hätte; Violetta jagte wie besessen dahin, so daß ich flirchtete, sie sei verwundet worden, aber glücklicherweise war es nur ein leichter Riß am linken Vorderfnß. Und meine liebe, kleine Mähre erholte sich auch bald von ihrem Schrecken und verfiel wieder in ihren leichten gestreckten Galopp, wobei ihre Hufe wie die Kastagnetten einer spanischen Tänzerin klappertem Da konnte ich mich vor Freude nicht mehr lassen, ich drehte,mich im Sattel um und schrie: „Vive l'Empereur!" und die Flut von Verwünschungen, dir als Antwort zurüchschallte, entlockte mir nur neuen Jubel. Aber ich war noch nicht außer aller- Gefahr. Denn einer der Soldaten, ein blutjunger Offizier, war besser beritten, als feine Kameraden und kam mir mit jeder Sekunde näher. Tie . anderen zwei Reiter waren wohl vierhundert Schritte gegen ihn zurück, und der Abstand schien sich noch.immer zü vergrößern. Ter Offizier ritt eine prächtige Falbe, mit.Violetta zwar nicht zu vergleichen, aber ein kräftiges Tier und offenbar noch ganz frisch. Nachdem er den übrigen ein -tüchtiges Stück voraus war, verlangsamte ich meinen Schritt ein ganz- >jklein wenig, so daß er denken konnte, er habe gewonnenes Spiel. Jetzt war et innerhalb Schußweite von mir gekommen, ich legte auf ihn an und beobachtete nun, was er wohl tzüt würde. -Er jwachte keine 779 Miene W schießen, Und bald bemerkte ich auch die Ursache: der junge Mann hatte die Pistolen ans der Halfter genommen, als er sein Nachtquartier bezogen, und mußte sich nun begnügen, seinen Säbel unter kräftigen Verwünschungen drohend gegenmich W schwingen. Tabei kam es ihm noch , gar nicht .einmal in bat Sinn, daß er nun gänzlich in meiner Hand war, sondern er ntt ganz nahe an mich heran und rief: , Rendcz-vous! , „Alle Achtung vor Ihrem Französisch!" Jagte ich und zielte nach seinem Gesichte. Nun merkte er doch, wie die Tinge lagen, denn ich sah im Scheine des Mondlichtes, «wie seine Züge kreideweiß wurden. Schon berührte mein Finger den Trucker, da fiel mir seine Mutter ein, und ich jagte.meine Kugel durch die Schulter seines Pferdes. Ein furchtbarer Fall, der mich befürchten ließ,, das Kerlchen möchte sich schwer verletzt haben — aber ich mußte an meinen Brief denken und sprengte davon. । Bald sollte ich gewahr werden, daß jene Bande sich mcht so leicht abschütteln ließ, Tie beiden Soldaten bekümmerten sich um ihren Offizier nicht mehr, als um einen Rekruten, der in der Reitschule vom Pferde gefallen ist, sondern überließen ihn ruhig seinem Schicksal, um mir nachzujagen, । Eben gedachte ich, am Fuße eines Hügels ein wenig verschnaufen, da waren sie mir auch schon auf den Fersen. < Nun galt es, nicht zu zaudern; in voller Karriere gings weiter; meine Mähre warf den Kopf empor, und ich den Tschako, um zu zeigen, tote gering tour über; ein paar Dragoner dachten, die hinter uns und war eben dabei, diese Fürbitte herzuplappern, als plötzlm) knapp vor mir französische Laute an mein Ohr drangen. Ach, guter Gott, wie schlug mir da das Herz vor Freude! Erkannte ich doch meine heben Kameraden von Marmonts Korps! IM Nn Machten meine beiden Dragoner kehrt undi galoppierten davon, als obs das Leben gälte, während ich ganz gemächlich zu meinen Freunden trabte. Mochten sie sehen, daß der Husar zwar in die Lage kommen kann, fliehen zu müssen, daß er den Rückzug jedoch nur langsam betreibt. Hoffentlich hat Violettas Zustand meine gleichgültige Miene nicht Lügen gestraft! Wen aber sollte ich an der Spitze der Schar erblicken? Ei, den alten Bouvet, dem ich bei Leipzig das Leben gerettet hatte ! Seine kleinen, roten Augen füllten sich bei meinem Anblick mit Tränen, und seine Frende rührte mich wiederum gewaltig., Natürlich setzte ich ihn sogleich von dem Zwecke meiner Reise in Kenntnis, aber er lachte über meine Absicht, durch senlis zu reiten. . ,, ,,,,,, „Geht nicht," meinte er, „ist vom Feind besetzt. „Desto besser!" antwortete ich. Aber warum nicht direkt nach Paris retten; wozu einen Crt berühren, wo Sie sicher sind, getötet oder wenigstens gefangen genommen zu werden?" . „Der Soldat wählt nicht, er gehorcht!" sagte ich genau so, wie ich es von Napoleon gehört hatte. Da fing der alte Bouvet zu lachen an und lachte, bis ich endlich meinen Schnurrbart zu bearbeiten begann und ihm einen Blick zuwarf, der ihn sogleich zur Räson brachte. Nun, bann kommen Sie wenigstens mit uns,. L-enlis ist ebenfalls unser Ziel — wir wollen den Ork rekognoszieren; eine Schwadron von Poniatowskys polnischen Ulanen ist uns schon voraus." , , . cm v v So machten wir uns denn zuiammen auf den Weg durch die fülle Nacht und stießen auch bald auf die Polen — lauter schöne, alte Soldaten, wenn auch em wenig zu schwer für ihre Pferde. Ich konnte mich an den stattlichen Gestalten kaum satt sehen, uub wie stramm sie sich hielten! Am Trüben Morgen sahen wir die Lichter von Senlis und erfubren von einem Bauern, der mit einem Lastwagen des Weges kam, löte es drin aussah. Wir durften seinen Mitteilungen Glauben schenken, beim fein Bruder, mit dem er am Abend zuvor noch gesprochen hatte, war Kutscher bei dem Maire des Ortes. Eine ganze Division preußischer Infanterie lag in dem Wäldchen gegen Norden zu, und nur eilte einzige Schwadron Kosaken — ein Pulk, wie es in ihrer gräßlichen Sprache genannt wird — war in dem Hache des Marktes und war das größte Gebäude des Ortes. AH, da hatten wir ja die schönste Gelegenheit, uns'an diesen Barbaren zu rächen, die unseren armen Landsleuten so übel nutgeltneu hatten. Wie ein Wirbelsturm fegten wir in das Städtchen hinein, stießen die Vorposten nieder, ritten über die Wachen hinweg und SertrttTnfnerten hie Türen des, bll.rg?rmeisterli,chen Haufech eh>e die Wüteriche nur die geringste Ahnung von üNs Balten. Was für scheußliche Köpfe erschienen da am Fenster! Köpfe mit Bärten bis in die Schläfen hinauf, verwirrtem Haar, Mützen ans Schafpelz und dummen, offenen Mäulern. „Hurra!" schrien sie und schossen auf uns herunter; aber unsere Burschen flogen die Treppen hinan und packten sie an den Kehlen, ehe sie.Zeit gehabt, sich den Schlaf aus den klugen zu wischen. Es war ganz schrecklich anzuseheti, wie die Polen sich, gleich hungrigen Wölfen über eine Herde feister HamMel, über 'sie herstürzten. Tie meisten wurden in den oberen Räumen getötet, wo sie Schutz gesucht hatten, und bas Blut tropfte wie Regen durch die Decke herunter.. Ja, diese Polen geben furchtbare Soldaten ab, wenn sie auch, meiner Meinung nach, ein wenig zu schwer für ihre Pferde find. Ich glaube nicht, daß sie an Größe Keklermvims Kürassieren nachstehen; aber natürlich ist ihre Ausrüstung bedeutend leichter, da sie foeber Küraß noch Helm haben. Jetzt komme ich freilich zu einem Punkte, wo ich einen Fehler, ja, einen sehr großen Fehler gemacht habe. Bisher hatte ich meine Mission in einer Weise ausgeführt, die ich als wunderbar bezeichnen möchte, wenn meine Bescheidenheit nichts wäre, während ich mich jetzt zu einem Schritte verleiten ließ, den ein Vorgesetzter streng rügen, ein Soldat aber gewiß entschuldigen würde. Mlerdings, das Pferd unter mir war erschöpft; was hinderte mich aber, Senlis den Rücken zu kehren und das freie Feld aufzusuchen, wo ich außer aller Gefahr war? Aber es ist doch für einen Husaren gar zu schwer, an einem hübschen Gefecht vorbeizureiten, ohne daran teilzunehmen, und überdies hoffte ich, ein paar Stunden der Rast-würden Violetta so erfrischen, daß sie ihr Ziel bann um so schneller erreichte. Den Ausschlag aber gaben jene Köpfe oben an den Fenstern, mit ihren ungeheuren Pelzmützen und dem wüsten Geschrei. Da ging's nicht mehr; ich sprang aus dem Sattel, schlang den Zügel um einen Pfahl und stürmte mit den übrigen ins Haus. Leider kam ich zu spät, um etwas nützen zu können und war überdies in großer Gefahr, durch die Lanze eines dieser Barbaren verwundet zu werden — aber es ist doch immerhin schade, eine Gelegenheit zum Avancement vorübergehen zu lassen. Und ich versichere Ihnen, derartige kleine Scharmützel sind dem strebsamen Soldaten häufig weit günstiger als die größten Schlachten. Nachdem sich der Lärm gelegt hatte, trug ich meinem Pferde einen Eimer Wasser hinaus, und der freundliche Kutscher verriet mir auch, wo sein Herr das Futter aufbewahrte. Ah, wie das meinem Liebling schmeckte! Nun rieb ich das Tier noch ab und ging dann wieder in das Haus hinein, um "mich selbst ein wenig zu starken, damit ich vor Paris nicht wieder anzu-- halten brauchte. < Und nun komme ich zu einem Abschnitt in meiner Geschichte, der Ihnen vielleicht ein wenig seltsam vorkommt, aber glauben Sie mir, Messieurs, ich könnte Ihnen wohl ein Dutzend Dinge aus meinem Leben erzählen, die mindestens ebenso seltsam sind. Ist es denn nicht nur zu natürlich, daß ein Mann, der Zeit seines Lebens auf dem blutgetränkten Felde zwischen zwei großen Armeen auf Posten gestanden und umherpatrouillierend Umschau gehalten, reichlich Gelegenheit zu seltsamen Mentcuern gefunden hat? So hören Sie denn zu, liebe Freunde, und seien Sie versichert, daß ich mich in dem Folgenden streng an die Tatsachen halte. Der alte Bouvet wartete schon auf mich und wagte, ob wir nicht zusammen einer Flasche den Hals brechen wollten, „Aber, man Dien," fügte er hinzu, „lange darf's nicht dauern, im Walde drüben liegen 10 000 Preußen." „Wo ist der Wein?" forschte ich. „Nun, den werden ein paar Husaren bald genug gefunden haben," meinte er, ergrif ein Licht und flieg, von mir gefolgt, die Steintreppe zur Küche hinab. Hier erblickten wir eine Türe, hinter welcher eine Wendeltreppe sichtbar wurde, durch die man in den Weinkellner gelangte. Wie wir aus den umherliegeuden, zerbrochenen Flaschen bemerkten, waren die Kosaken uns hier bereits zuvorgekommen, aber der Maire war einer, der da wußte, was gut schmeckte, und man konnte sich nichts Besseres wünschen, als was wir hier fanden. Was lag da nicht alles beifammen! Alicante, Chambertin, weißer Wein und roter, moussierender und und stiller — ganze Pyramiden von Flaschen dieses edlen Getränkes schauten uns aus ihrem Lager von Sägespänen neckisch an. Der alte Bouvet spionierte mit seinem Licht tu allen Ecken umher und schnurrte dazu, wie die Katze vor dem Milcheimer. Eben hatte er sich zugunsten -einer Flasche Burgunder entschieden und streckte schon schmunzelnd die Hand darnach aus, als Plötzlich die Decke über unseren Häuptern von Flintenschüssen erdröhnte, in die fick so entsetzliches Geheul und Gekreisch mischte, Ivie ich es in meinem ganzen Leben nicht vcrnommcn. Die Preußen waren hinter uns her ! , . (Fortsetzung folgt.) Mssionms-EnahrMgen am Kongo. Dem verdienten Bischof des französischen Kongo, Monsignore Augouard, ist in Anerkennung [einer Verdienste von der „Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften der Uudiffred-Preis von 15 000 FrcS, verliehen worden; bet dieser 780 Gelegenheit erzählt ei» Mitarbeiter des GaUlvis von beit Erfahrungen des Missionars während seiner 20 rahrigcn Tätigkeit in diesem für uns heute so wichtigen Gebiet. Als Angouard als junger Geistlicher nach dem Longo tont, war dort noch alles zu tun. Brazzaville war nur ein Haufen schlechter Strotzhütten: die meisten der Stämme waren noch völlig unkultiviert und die an den Usern des Ogoue wohnenden Pahmiw Menschenfresser, die ihre Feinde mit vergifteten 4-seilcn erlegten, lieber die Erfolge, die er bei diesen Wilden errungen, denkt Angouard nicht allzu rosig: „Sie bekehren? Ach, bannt kommt man langsam vorwärts. Sie vertrauen uns ivom einige Kinder an, die wir auf unsere Kosten erziehen, die wir zivilisieren und aus denen wir Christen machen. Die meisten Kongobewohner sind für den Glauben sehr wenig empfänglich: wir haben selost einen schwarzeii Priester, der durchaus nicht zu den Eifrern Der Bischof erzählte dann von den furchtbaren Gebräuchen^der Pahuins, die ihre Gefangenen, wie Gänse, erst fett machen, bevor sie sie verspeisen. Als ein unglücklicher Gefangener so weit gestopft 'war, daß er zum Schlachten reif war, führte man ihn auf den Hauptplatz des Dorfes, ließ ihn auf einen großen Stein setzen und band ihn fest. Dann trat jede verheiratete Frau an ihn heran und wählte sich an seinem Körper das Stuck Fleisch aus, das sie als Mahlzeit haben wollte. Die Stellen wurden mit einem Farbstoff bezeichnet, und der Gefangene, der auf sein Schicksal schon lange vorbereitet war, lachte, wenn einige Feinschmeckerinnen ihn erst genau beklopften und befühlten. Nachdem die Beute bei lebendigem Leibe verteilt war, wurde ihm mit einem kräftigen Säbelhieb der Kopf vom Rumpfe getrennt und nach der Theorie trat die Praxis in ihre Rechte. Die Pahuins opferten auch in Ermangelung eines Gefangenen ein Kind zum Festessen und die größte Ehrung bestand darin, einem Eingeladenen Kinderfleisch cmzubieten. Angouard hat unzähligen Gefahren während seiner MissionStätigM getrotzt; unter den ersten Pionieren ist er heut fast allein übriggeblieben; in 20 Jahren wurden am Kongo 34 Missionare von Entbehrungen, vom Fieber oder von der Hand der Wilden fortgerafft. Der 60jährige Bischof, der bereits vom Papst Leo zum apostolischen Protonotar erhoben wurde, setzt unermüdlich sein christliches Werk am Kongo fort. Er hat es erreicht, daß heute alle Schwarzen am Kongo zum wenigsten seinen Namen kennen und daß ihn viele als einen guten Manu verehren. Während die von der französischen Regierung eingerichtete Schule sehr wenig besucht wird, haben die von ihm geleiteten Missionsschulen schon sehr viele schwarze Kinder ausgebildet und am meisten zur Verbreitung des Christentums bei getragen. Mit Trauer hat es den Bischof erfüllt, daß ein großer Teil des Landes, dem er so lauge seine Kräfte gewidmet, nun an Deutschland übergeht. „Er besuchte feine schwarzen Freunde," so berichtet unser Gewährsmann, „ver- fünbete ihnen die traurige Nachricht, und fast alle versprachen ihm sogleich, die abgetretenen Gebiete zu verlassen (!) und in dem Lande zu wohnen, 'das Frankreich erhalten blieb." Vermachtes. * Der.Priesterstaat Tibet wird noch aus lange Zeit das geheimnisvollste Land der Erde bleiben. Sven Heb in hat am meisten dazu beigetragen, dieses von eisgepanzerten Gebirgen umgebene Land bekannt zu machen. Mit welchen Opfern ihm seine Entdeckungen geglückt sind, hat der kühne Schwede in aller Bescheidenheit geschildert. In weiten Kreisen ist sein Werk „Trans- himalaja" bekannt, das vor wenigen Jahren erschienen ist und nun durch einen dritten Band vollendet wurde. Dieser lange erwartete Schlußband ist soeben in der bei Brockhäus üblichen Ausstattung erschienen (gebunden. 10 Mk.) und er ist noch spannender als die ersten zwei Bände. Mit größtem Interesse verfolgen wir die letzten Ueberschreitnngen des riesigen TranShima- laja, die Verhandlungen mit mächtigen Häuptlingen und ehrwürdigen Achten, bei denen allen die Kaltblütigkeit des Forschers den Sieg davonträgt. Köstlich ist die Unterhaltung mit Seiner Exzellenz dem Grobian, dem Herrn des tibetischen Klosters Totling! Und dann der mühsame Zug der Karawane Hedins durch die vielen verschlungenen Schluchten des Satledsch, der Hedin von den eisigen Höhen des Transhimalaja hinausführt in die stickigen Dschungeln Indiens. Die Flußübergänge bereiteten stets sehr große Schwierigkeiten, und manchmal hing das Schicksal der Karawane nur an einem dünnen Drahtseil, dem sich Mensch und Tier anvertrauen mußten. Zu poetischer Höhe erhebt sich HedinI Darstellung in der Entdeckungsgeschichte des heiligen Sees der Inder und Tibeter. Hochinteressant ist sein Nachweis, welch großen Verdienste den katholischen Missionaren der frühesten Zeiten, insbesondere aber beit Jesuiten, zukommen. Das Kapitel „Der erste Jesuit in Tibet" liest sich wie ein Roman. Ebenso fesselt das Kapitel „Ein gelehrter Santa aus Ungarn", in dem sich Hedin mit dem berühmten Sprachforscher Csoma beschäftigt, der die Stammväter der Magyaren in Asien suchte und mehrere Jahre seines aben- teuerreichen Lebens an der Grenze von Tibet, in dem von Hckstn ausführlich geschilderten Kloster Kanam, zubrachte. Die Ausstattung Mit bunten UUd einfarbigen Bildern nach Photographin und Zeichnungen des Verfassers ist ausgezeichnet und schließt sich aufs engste an die ersten zwei Bände des „Transhimalaja" an. kf. Vierzig Stahlfedern in der Sekunde! Vierzig Stahlfedern in der Sekunde erzeugt jahraus jahrein eine einzige Stadt, nämlich Birmingham, und die Stahlfedererzeugung Birminghams ist noch immer im Steigen. Im Jahre 1850 arbeiteten in Birmingham, tote ein Rückblick der „Times" augibtp 2000 Angestellte in 12 Federfabriken und erzeugten wöchentlich 65 000 Groß Federn. Im Jahre 1866 stieg die Erzeugung auf 98 000 Groß wöchentlich, und zwanzig Jahre später wurden in Birmingham jährlich 160 000 Groß, int Jahre also 22 Millionen Federn hergestellt. Gegenwärtig stellt man in Birmingham 100 000 verschiedene Federarten her, und von diesen sollen wöchent- lich 200 000 Groß erzeugt werden. Das wären etwa 28,8 Millionen Stück wöchentlich, täglich also 4,1 Millionen oder rund vierzig Stück in der Sekunde. Was diese Zahl bedeutet, zeigt sich, wenn man sie in Beziehung zu allen Menschen auf der Erde setzt. Vierzig Federn in der Sekunde bedeuten im Jahre in runden Zahlen eineinhalb Milliarden.. Diese Zahl ist. ungefähr gleich der der menschlichen Bewohner der Erde, und vierzig Federn in der Sekunde bedeuten demnach, 'daß jeder Beivohner der Erde eine Feder im Jahve in Birmingham hergestellt bekommt. Nun stehen wir aber im Zeichen der Schreibmaschine, weit über die Hälfte der Menschen schreibt nicht mit Stahlfedern, ungezählte Menschen schreiben überhaupt nicht,, und schließlich ist hier nur von der Federerzeugung einer einzigen Stadt die Rede. Tatsächlich kommen auf jeden Menschen auf der Erde also bedeutend mehr Federn, als eine im Jahr, * Erkannt. „Gnädige Frau, es ist ein Herr draußen, der Sie zu sprechen wünscht!" — „Hat er seinen Namen nicht genannt?" — „Nein, er sagte, es sei nicht nötig!" -7 „Kennst du ihn denn nicht?" — „Nein — er hat mich in die Backen gekniffen!"— „Ah! Das ist mein Bruder Gustav!" * Mißverständnis. Richter: „Angeklagter, wie kant es nur, daß Sie die Wäsche stahlen und den mit Goldwaren angefüllten Kasten unberührt ließen?" — Angeklagter: „Ich bitte Sie, Herr Richter, 'halten Sie mir das nicht auch noch vor, meine Frau hat schon genug deshalb geschimpft." , * Der Heiratsschwindler. „Dieser Trauring gefallt mir, also machen Sie mir mal von dieser Sorte ein Dutzend," Viichettisch. — Deutsche Männer. Fünfzig Charakterbilder von Robert Hessen. Verlag von Julius Hoffmann in Stuttgart. Dieses Buch erzählt von dem Leben und Streben, den Ideen unb Taten, dem Ringen und Erreichen großer deutscher Männer und gibt so ein reiches Bild aus der geschichtlichen Zeit unseres Volkes. Wir lernen die blühende Wirklichkeit dessen, kennen, was so oft in Wolken von Phrasen gehüllt wird, nämlich die deutsche Art, deutsche Aufgaben und Ideale: wir sehen Kühnheit und Bedächtigkeit, frohes Hoffen und zähes Standhaftem den Glauben au die gute Sackte und die Treue zu ihr am Werke, und aus den vielen Charakteren und Bestrebungen formt sich ein einheitliches, großes, frisches Bild des deutschen Wesens rund und treu zusammen. Der .Verfasser übt die Porträtkunst meisterhaft, mit wenigen Zügen arbeitet er die Eigenart der Personen zugleich scharf und ansprechend heraus; er weiß uns diese deutschen Männer menschlich nahezubringen in ein lebendiges, herzliches Verhältnis. Man kann sagen, er macht uns alles, die Personen und Verhältnisse/ zur Familiensache, so daß wir alles' Sorgen und Sehnen, Hoffen und Streben lebhaft mitmachen und uns als lebendiges Glied einer großen, herrlichen Genieiiischaft fühlen. TrgSnzungsräM u 1 Auflösung in nächster Nummer. ,X Rest. 1. V. trB Mithin insgesamt = 4-95 Augen. tr8 eat8 car9 cK 2. V. trA 3. V. carA 4. V. earZ 5. V. cA 6. V. pA ©.. g. W. ch. i M.ß. . O.. r e M. M. M. M. .. . I. g. (I. T.g.; . .e.j.g.n r.g..I Auslösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr — Treff, p = Pique, « = Coeur, car — Carreau trB = Treff-Bube, pA = Pique-Aß, eD --- Coenr-Tame uff. Vorhand sand noch carA und drückte trK und pD. Mittelhand hatte pB, tr9, tr8, pK, p8, p7, cZ, cK, cai9, ear8. Hinterhand den ~ " Gang des Spieles: 1. V. trB M. pB H. carB = 4-6. £>. trZ ---- + 21. H. carT = — 11. H. carK = 4- 14. H. c7 = 4. 15. M. p7 H. pZ = + 21. Im Skat liegen bereits 4~ 7- Redaktion: K. Nenrat h. — Notatiousdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buck- und Steindruckerei, R, Lange, Gieße«,