K 111! Ml Ml KSvWrTS»1» ' ,— I I MMi! rMWs-ÄHU'N «■ Der König von Thule. Roman von Paul Gr ab ein. (Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung.) „Eva!" Er ergriff unwillkürlich ihre Hände. „Nein, nein, es kann ja nicht sein. Es ist ja nicht möglich! Fassung, Fassung ! Die Operation ist ja schon gestern gewesen. Wäre das Schlimmste eingetreten, so wäre ja sicherlich die Nachricht schon da." Sie sah aus ihrem krampfhaften Schluchzen auf zu ihm. Ein Hoffnungsstrahl leuchtete bei seinen Worten in ihren Augen auf. Wenn er recht hätte! Ja, ja — so grausam konnte Gott ja nicht sein, ihr auch das noch anzutun! Aber mit einem Male fiel ihr ein anderes auf die Seele! und verzweifelt klagte sie sich an: , „Und ich habe wochenlang hingelebt, unbekümmert um mein Kind, nur an mich gedacht! — Gott, straf' mich dafür nicht so furchtbar! Hab' Erbarmen, sieh doch meine Qual!" Erschüttert blickte Amthor auf sie nieder; aber dann kam es über ihn: Hier hieß es handeln, nicht klagen! „Haben Sie schon depeschiert?" Sie schüttelte aufhorchend das Haupt. „Ich habe ja eben erst die Telegramme erhalten." „Gut. — Ich depeschiere sofort — Eildepesche — daß Sie umgehend kommen, und erbitte unverzügliche Nachricht. Sodann erkundige ich mich nach , der nächsten Reisegelegen- heil. In einer halben, dreiviertel Stunde längstens bin ich wieder hier. — Inzwischen, Eva," er trat dicht zu ihr und legte innig seinen Arm um ihre Schulter, „Mut und Vertrauen! Es wird sich alles zum Guten wendem Ein Ahnen sagt es mir." „Wenn du recht hättest!" . Einen Moment schmiegte sie sich an seine Schulter. Seine Nähe, seine Zuversicht gab ihr ja solchen Trost. „Auf Wiedersehen!" Noch einen bestärkenden Händedruck und dann eilte er von ihr. — Ein Boot hatte.Amthor sofort an Land gebracht, und einige Minuten später ging bereits das Eiltelegramm ab. Nun hieß es das übrige zu erledigen. Mit geheimer Sorge dachte er daran. Bis zur nächsten Eisenbahnstation war es ja noch einige Tagereisen mit dem Wagen, um die Fjorde und Gebirge herum. Die „Hamburg" mußte ja ihren vor- aefchriebenen Kurs innehalten, sie wäre also guch erst in fünf Tagen an die Bahn nach,Bergen gekommen. Die einzige Hoffnung war demnach, daß einer der kleinen Handelsdampfer, die den Verkehr dieses nördlichsten Winkels Norwegens mit den Küstenstädten weiter drunten unterhielten, vielleicht heute gerade fuhr. So ging er denn zum Häfen; aber hier erhielt er die traurige Auskunft, daß das Postschiff gerade gestern abgegangen war und erst in acht Tagen wieder fahren würde. Irgend ein Handelsschiff mit entsprechendem Kurs fuhr auch nicht in den nächsten Tagen. Einige Augenblicke war Amthor tief niedergeschlagen. Dann aber durchzuckte ihn ein Gedanke: Er hatte da im Hafen einen kleinen Schlepper gesehen, der erst in nächster Woche mit einigen Fischerkuttexn wieder in See gehen sollte. Wenn der Kapitän gegen eine angemessene Entschädigung sich bereit finden ließe, inzwischen die Fahrt zur Bahnstation zu machen? Sofort suchte Amthor den Kapitän auf. Nach längerem Suchen fand er ihn auch und —. welch ein Glück! — er wurde mit ihm einig. Der Mann forderte zwar zweihundert Kronen, aber was spielte hier Geld eine Rolle? Er schloß sofort mit ihm ab. Gleich nach Tisch bereits versprach der Kapitän in See gehen zu wollen. Mit erleichtertem Herzen eilte Amthor nun wieder dem Kai zu, um an Bord zurückzukehren'. Es war nun doch später geworden, als er Eva versprochen hatte; fast zwei Stunden waren über dem Hin- und Herlaufen vergangen. Aber da fiel es ihm unterwegs ein, noch einmal schnell auf der Post vorzusprechen und nach einem Telegramm für Frau Söllnitz zu fragen. Es war ja doch eine Nachricht über den Verlauf der schon gestern vorgenommenen Operation eigentlich längst zu erwarten. So fragte er denn nun auf dem Pofibureau. Die Schalterbeamtin ging nachfehen, dann teilt* sie mit dem Bescheide wieder: Es läge nichts für die Dame hier; aber vor einer halben Stunde wäre eine Depesche für sie angekommen und ihr bereits an Bord des Schiffes gebracht worden. Mit kaum zu zügelnder Ungeduld saß Amthor im Boote, das ihn zur „Hamburg" Hinüberfuhr. Was mochte die Botschaft gebracht haben? Endlich war er am Schiff und sprang die Treppe empor. Noch im Steigen sah er schon oben an der Reling Eva stehen, eine stille Seligkeit im Antlitz — ihm mit der Depesche zuwinkend. Und als er nun zu ihr trat —। ganz atemlos vom Heraufstürmen — da rief sie ihm mit unterdrücktem Jubel die kurzen Worte zu, die das inhaltsschwere Blatt da in ihrer Hand enthielt: „Operation geglückt. Jede Gefahr vorüber. ^Kurt schwach, aber ganz svohl." Befreit aufatmend ergriff er ihre Rechte, die ihm das Telegramm hingereicht 'hatte. Kein Wort des Glückwunsches kam von seinen Lippen — sie waren ja hier nicht ohne Zeugen — aber sein pressender Händedruck verriet ihr, was er empfand. Dann erzählte er ihr in Kürze, was nötig war. Selbstverständlich litt es sie ja auch nun, trotz Abwendung der ernsten Gefahr, keine Minute länger hier. Hin wollte sie zu ihrem Kinde, das sie brauchte, das nach ihr verlangt hatte — täglich, stündlich in dieser schweren Zeit! — Die starre Hülle der Gleichgültigkeit, die sich um ihr 294 Mutterherz gelegt hatte, sie war in dieser Prüfungsstunde zersprungen; in unsagbarer Liebe zog es sie wieder zu ihrem Kinde. Gott hatte ja sein Herz gelenkt. In der Zeit der Not, des Leidens, war sein Zehnen nach der Mutter-, liebe wieder erwacht. Nun sollte sie ihm werden, die lang verhaltene, überreich! ' Mit still aufleuchtendem Blick hörte Amthor diese Bekenntnisse an, ein wenig abseits von den anderen. „Habe ich es Ihnen nicht damals schon gesagt, Eva?" sein Auge sucht das ihre. „Das konnte ja nicht in'Ihnen! erstorben sein!" „Ja!" Mit innigem Erstrahlen dankte ihm ihr Blick. „Sie kannten mich besser als ich." „Und ich werde auch jetzt wieder Recht behalten!" bedeutungsvoll sagte er es, plötzlich wieder sehr ernst werdend. Dann richtete er sich aus. „Sie haben keine Zeit zu verlieren. In nicht mehr zwei Stunden müssen Sie abfahren." Sie schrak zusammen, jäh erblaßt. In ihrem Mutterglück hatte, sie das vergessen können! Einen Moment umklammerten sich ihre Blicke in einem trostlosen, stummen Jneinanderschmiegen, das nicht voneinander lassen wollte. Dann machte er ein Ende. „Es muß sein. — Ich will Sie nun nicht aufhalten bei Ihren Vorbereitungen. Ich hole Sie nachher ab, wenn es Zeit ist." Und schnell wandte er sich von ihr. XVII. ■ Zur vereinbarten Zeit legte das Boot, das Amthor und Eva Söllnitz von der „Hamburg" herüberbrachte, bei dem kleinen Dampfer an, der schon unter Feupr lag. Während die Schiffsleute das Gepäck an Deck schafften, geleitete Amthor Eva in den engen Kajütenraum, sonst die Kabine des Kapitäns, die jetzt in aller Eile notdürftig zu ihrer Unterkunft hergerichtet war. Nur wenige flüchtige Minuten waren den beiden noch vergönnt; denn er konnte ihr ja natürlich nur bis hierher das Geleit geben und mußte wieder an Bord der „Hamburg" zurück. Nun war der Mann, der Evas Handgepäck in die Kajüte getragen hatte, mich hinausgegangen, und sie waren allein. Es hieß Abschied nehmen. Unbeweglich stand Amthor nahe der Tür, den Blick vor sich hin geheftet. Wie sonderbar das! doch war: Er hatte gemeint, es müsse ihn ei» unerhörter Schmerz zerreißen, ihn zu verzweifeltem Ausbruch treiben — und nun nichts davon! Eine starre Ruhe war vielmehr über ihn' gekommen, als ginge ihn das hier gar nichts an. War er es denn wirklich, der hier Eva Söllnitz gegenüberstand, der geliebten Frau, um die er übermenschliches Leid getragen hatte und die er nun zum letzten Male vor sich sah? Wie konnte er so gelassen, so gefühllos ruhig, vor ihr stehen? - Langsam hob er den Blick zu ihr, die weiter drinne'n in dem dämmrigen Raum stand, halb von ihm abgewandt, nahe dem kleinen Sofa, das in die Rückenwand eingebaut war. Im Hut und Schleier, den Reisemantel angetan, sah er sie da vor sich, das Antlitz über ein Täschchen gebeugt, au dem sie wortlos, mit zitternden Fingern schloß; noch immer, obschon der Matrose ja nun hinaus war, um dessentwillen sie die äußerliche Beschäftigung vorgeschützt hatte, um den Blick von ihrem Seelenzustand abzulenken. Mer nun warf sie die Tasche plötzlich vor sich auf den Tisch und mit einem fassungslosen Aufschluchzen brach sie aus dem Sofa zusammen, ihr Gesicht in den Händen verbergend. Da tobte der Schmerz in Amthor auf, daß er hätte auffchreien mögen. Im nächsten Augenblick kniete er vor ihr und vergrub, ihren Leib umfangend, sein Gesicht in ihrem Schoß. v Atemlos hatte es sie ja in diesen letzten Stunden um- getrieben: Die sich überstürzenden Ereignisse und furchtbaren Seelenspannungen, dann die Hetze der Reisevorbereitungen — da waren sie beide nicht zur Besinnung gekommen. Aber nun wurde es ihnen plötzlich voll bewußt, was diese; Minute bedeutete — den Abschied für immer! Wortlos hielten sie sich lange umschlungen. Nur ihre zuckenden Herzen, ihre fiebernden Hände sprachen, erschütternder als Worte. Dann sprang Amthor empor. Noch einmal drückte er ihr feine Lippen auf die Stirn iit einem leidenschaftslosen, segnenden Kusse. '„Leb wohl!" Eva Söllnitz hob die tränenseuchket! Blicke, aus denen haltlose Verzweiflung klagte, zu ihm aus. Sie sah in ein blasses, feierlich ernstes Mitlitz, von dem es wie eilte Verklärung leuchtete, die Hoheit des Leidens, das sich selbst überwunden hat. Da geschah ihr wie ein Wunder: Auch ihr würde es plötzlich still im Herzen, und nur die große, für sich nichts mehr begehrende Liebe blieb. „Hjalmar — nur -einmal noch sag' mir däs Wort, das du mir nie hättest sagen sollen," bat sie. Er zögerte einen Moment, dann tat er nach ihrem Wunsch. । „Ich liebe dich, Eva —. in alle Ewigkeit." Kaum vernehmbar flüsterte er es, aber der bebende Hauch drang durch den lautlosen Raum in schlichter Feierlichkeit. Mit geschlossenen Augen, einen seligen Ausdruck in den Zügen, lauschte sie dem Bekenntnis. Paun griff sie nach seiner Rechten und! plötzW), ehe er es ihr wehr ejus konnte, riß fte sie an ihren Mund. Heiß! fühlte er stick zuckenden Lippen, noch heißer die Tränen auf seiner Hand brennen. „Hab' Dank, unsagbaren Dank, für alles, was du mir gäbst! — und nun geh. Ich kann nicht mehr." Es schoß ihm glühend in die Augen, er meinte, sein - Herz müsse brechen in diesem Augenblick. Was hatte er ihr nicht wenigstens noch alles sagen wollen — aber sie drängte ihn mit letzter Kraft zur Tür. „Geh," flehte sie noch^ einmal, sie war ja am Ende, Da ging er schnellen Schrittes hinaus, ohne noch einmal zurückzusehen. Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, wußte er: Nun sank sie da drinnen hilflos zusammen in ihrem Herzeleid. Eine Minute später saß Amthor unten im Boot, den Blick starr in die Ferne geheftet, und die eiligen Ruderschläge sührten ihn von Mal zu Mal weiter ab von dem Schiff, das mit seinen zertrümmerten Hoffnungen nun hinaus fuhr in dte unermeßliche Ferne. (Schluß folgt.) Nützliche Minke für den Gattenbau. Während wir bei der Topfpslanzenkuliur mit einer ganzen Anzahl verschiedener Erdarten rechnen müssen, kommen wir bei der Kultur der Freilandpflauzen mit wesentlich weniger Erdarten aus. Wir müssen uns im allgemeinen mit der im Garten vorhandenen Erde begnügen und können dieselbe allenfalls noch im einzelnen verbessern. Die sogenannte Gartenerde ist eine lockere, humusreiche, dabei doch etwas sandige Erde. Durch reiche Zufuhr von organischen Substanzen können wir schließlich jeden Boden in eine solche Erde umwandeln. Deshalb müssen wir darauf bedacht sein, an einer Stelle im Garten eine Sammelstelle anzulegen, an welcher alle organischen Abfälle des Hanfes und Gartens aufbewahrt werden. Diese Stelle ist der Komposthanfen. Man lege jedes Jahr einen neuen Haufen an und verwende die Erde, welche man von einem solchen (Hänfen erhält, erst dann, wenn der Haufen wenigstens zwei Jahre alt nst, damit alle schädlichen Pilzsporen, welche auf den Haufen 'gekommen sind, abstcrben. Sehr wesentlich trägt es zur (Verrottung der organischen Substanzen bei, wenn der Haufen im Lause bes Sommers wiederholt umgearb'eitet wird. Bei dieser Gelegenheit wird (das unterste nach oben gebracht. Ferner ist es sehr gut, wenn man den Haufen von Zeit zü Zeit mit ungelöschtem Kalk bestreut, welcher ebenfalls zur schnellen Zersetzung der organischen Substanz beiträgt, i Das im Herbste von den Bäumen und Sträuchern fallende Laub wird am besten auf einen besonderen Haufen gebracht, weil 'es eine besonders lockere Erde liefert. Endlich ist es ratsam, einen besonderen Haufen für Stallmist anzulegen, welcher eine sehr nahrhafte Erde liefert. Kuhdung ist int Garten dem 'Pferdedung vorzuziehen. Bringt man in die Erde des Gemüsegartens frischen Stalldnng, so achte man darauf, daß derselbe gut in 'der Erde verteilt wird und vor allem nicht zu tief in die (Erde kommt, weil er bei Luftabschluß nicht.'öerrotteft sondern verlorst. — Statt >des Stalldunges kann man in vielen Fällen, aber nicht immer, mineralischen Püngcr verwenden. Derselbe enthält Verbindungen des Stickstoffes, des Kaliums und des Phosphors, und zwar entweder 'alle gemischt, oder nur einzelne derselben. Bei der Anwendung chcs mineralischen Düngers muß man aber vorsichtig sein Mnd darf nicht An viel von demselben geben, weil er die 'Nährstoffe, welche die Pflanze braucht, in sehr starker Konzentration enthält. Wo 'man durch Dünger zugleich die physikalischen Verhältnisse des (Bodens verbessern will, da muß män unbedingt zum (Stalldung und zum Kompost greifen, kann diese aber auch 'durch Beimischung von mineralischem Dünger noch wirksamer machen. ■ Den mineralischen Dünger wendet man am besten in 'flüssiger Form an, und zwar kann man im freien Lande Lösungen geben, welche 2—3 Gramm des Düngers im Liter Wasser enthalten. Am 'besten ist es, während der Pege- Mionsperiode den .Pflanzen den ^Dungguß jede Woche einmal & geben. NM der Mitte des August darf man stickstoffhaltige nger Nur nM den Gemüsepflanzen geben, während die anderen Pflanzen dann nur noch 'Dünger erhalten dürfen, welche Kalium iinb Phosphor enthalten. ' Das Begießen der Pflanzen (im freien Lande soll möglichst mit jabgestandenem Wchser geschehen, damit lhie Erde nicht zu stark Mgekühlt wird. Es ist ldeshalb gut, wenn man im Garten ein Bassin hat, das man.Mach dem Begießen immer gleich wieder mit Wasser füllt. Man begieße an heißen Sommertagen vor allem des Abends, damit die (Pflanzen während der Nacht Zeit finden, sich reilich mit Wasser!zu versehen. . Bei dem Pflanzen achte 'man darauf, daß die Wurzeln gut Mit .Erde bedeckt sind, mnd daß das Erdreich, in welches sie ein- dringen sollen, gut gelockert fist. Bei der Neuanlage eines Gartens ist es deshalb sehr 'gut, den Boden bis auf eine Tiefe von etwa PU bis 75 Zentimeter 'umzugraben. Man iiennt dieses tiefe Uin- gtaben Rigolen oder Rajolen. i Man Benutzt diese Gelegenheit, den Boden in der Diese mit Vorratsnahrung zu versehen, wozu sich> aber nur Thomasschlackemnehl eignet, (weil dieses allein im Boden bleibt. Eine Düngung mit'.1—200 Gramm auf den Quadratmeter ist sehr vorteilhaft. Außerdem (verbessert man den Boden bei dieser Gelegenheit mit organischer iSubstanz, indem man recht viel Kompost in die (Erbe bringt. .. 3» Anwachsen der Pflanzen trägt es wesentlich bei, wenn man die Erde, welche man an die Wurzel Bringt, mit Torfmull mischt, Weil ftch die Wurzeln in diesem sehr leicht mit jungen Wurzeln versehen. Das Pflanzloch soll immer so groß sein, daß die Wurzeln reichlich darin Platz haben; vor allem sollen die Wurzeln nicht m der Pflanzengrube umgebogen werden. Sind Wurzeln verletzt worden, so müssen sie.vor dem Pflanzen mit einem scharfen Messer beschnitten werden, und zwar so, daß die Schnittfläche später horizontal abwärts gerichtet ist. Ferner achte inan bei dem Pflanzen von Holzgewächsen darauf, daß sie genau ebenso tief in die Erde kommen, wie sie bisher standen, denn ein zu tiefes Pflanzen führt sehr häufig zum Tode der Pflanze. Da sich die Erde in der Pflanz- grube noch nach einiger Zeit setzt, so muß man hierauf Rücksicht nehmen. Außer den beschädigten Wurzeln wird an den zu pflanzenden Gehölzen nichts beschnitten, es sei denn, daß Aeste oder Zweige beschädigt sind. Erst im nächsten Jahre, wenn die Pflanze auge- wachseii ist, kann man, wenn es sich Herausstellen sollte, daß die Pflanze die Zweige nicht alle ernähren kann, einige Aeste fort- uehmen., Man darf nie vergessen, daß die Aeste und Zweige immer eine bedeutende Menge Reservestoffe enthalten. Die beste Zeit zum Pflanzen ist fift die meisteii Pflanzen der Herbst und Borwinter, wenn die Pflanzen ruhen. Auf sehr nassen Böden kann man auch noch im zeitigen Frühjahre pflanzen. Nur die Nadelhölzer machen eine Ausnahme, weil man diese am besten bann verpflanzt, wenn sie zu treiben beginnen, ober int August. Die Aussaat im Freien ist ebenfalls mit sehr viel weniger Schwierigkeiten verknüpft als die in Töpfe. Mau mache es sich zur Regel, die Samen immer nur so tief in die Erde zu Bringen, wie sie dick sind, und die Erde in der Zeit, bis 'die Samen gekeimt sind, beständig feucht zu halten. Dies letztere erreicht man, wenn man die Stellen, auf denen man Aussaaten gemacht hat, mit alten Säcken bedeckt und diese immer naß hält. Ferner sei man immer daraus bedacht, die Erde nach der Aussaat fest anzudrücken, damit sich die Erde fest um die Samen legt. Sehr zu empfehlen ist es, die Samen in Reihen auszusäen, weil sich dann die Beete später besser von Unkraut rein- halten lassen. — Die Vermehrung 6er Pflanzen durch Stecklinge geschieht auch bei Freilandpflanzen am besten in Töpfen ober in Mistbeeten. Eine wesentliche Vermehrungsärt im freien Laube ist fobann die Veredelung. Man wendet entweder das Okulieren, ober bas Kopulieren loder das Pftopfen an. Die beste Zeit zum Veredeln ist immer dann, wenn die Pflanzen in Saft sind, damit sich die Rinde gut lösen läßt. Steinobst veredelt man möglichst frühzeitig im Jahre, dann folgt das Kernobst. Rosen, welche man durch Okulatioii veredelt, werden entweder im Juni bis' Juli, ober im August bis September veredelt. Die erstere Verebelungszeit Bringt noch im selben Jahre junge Triebe, während Bet der späteren Veredelung die Knospen erst im nächsten Jahre austreiben. Man nennt deshalb die erstere die Veredelung auf das treibende, die letztere die Veredelung auf das schlafende Auge. Ziini Schlüsse feien noch einige Winke für die Bekämpfung der Schädlinge der Gartenpflanzen gegeben. Die Schädlinge sind entweder Tiere oder Pilze. Gegen die Tiere gibt es zwei Universal- mittel, welche der Privatmann stets antoenben kann, nämlich Thripsolin unb Tetrachlorkohlenstoff, welcher auch unter bem Namen Beuzinoform bekannt ist. Diesen Beiben Mitteln vermag fein schäb- liches Insekt zu toiberfteljen, wenn sie richtig angetoenbet werben. Es ist nämlich notwendig, baß die Stoffe mit einer Zerstäuberspritze ganz fein verteilt werben, so baß bie Schüblinge mit den Flüssigkeiten ganz Benetzt werden. Gegen bie Pilze ist bas Universalmittel bie KuPferkalkBtühe, auch Borbeläser Brühe genannt. Dieselbe wird im Winter als zweiprozentige, im Sommer als halb- prozentige Lösung angewendet. Zur Herstellung der ersteren löst mau in einem irdenen Gefäße 10 Gramm blaues Kupfervitriol, in einem halben Liter Wässer, in einem anderen irdenen Gesäße IQ Gramm frisch gebrannten, ungelöschten Kalk, gießt ain nächsten Tage berde Lösungen in ein drittes größeres Gefäß und hat bann bte fertige Lösung, welche bald verwendet werden muß. Der entstehende Bodensatz muß von Zeit zu Zeit aufgerührt werden. Für bte Sommerlösung nimmt man die vierfache Menge Wasser. Das Mittel tötet alle gerade auf den Pflanzen vorhandenen Pilze, wftkt aber nicht prophylaktisch, muß also im Laufe des Sommers wtederholt, am besten alle drei bis vier Wochen angetoenbet werden. Gewisse tierische Schädlinge könneit auch noch auf andere Weise, als oben angegeben wurde, bekämpft werden. So ist vor allem die Obstmadenfalle zu erwähnen, welche ans einem Streifen wasser- drchten Papiers besteht, auf welches man einen Streifen Wellpappe ober Holzwolle gelegt hat. Dieser Streifen wird so um den Obst- Baumstamm gelegt, bafn die Wellpappe ober bie Holzwolle am Stamme liegt und blon dem Papiere gegen Regen geschützt wird. Der Streifen wird dann oben fest gebunden. Die Raupen der Schädlinge kriechen bann Unter den Streifen und verpuppen sich hier. Man muß nun den Streifen zweimal int Jahre eulftrnen, wetl der Schmetterling iM Laufe des Jahres zwei Generationen hat. Ein anderes Mittel sind bie Naupenleimringe, mit denen man alle am Stamme emporftiechenben Schüblinge aBfängt. Dabei ist daraus zu achten, daß der Raupenleim seine Klebrigkeit nicht verliert. Man ivendet bie Leimringe Besonders zur Bekämpfung des Frostspanners an, dessen Weibchen verkümmerte Flügel haben unb infolgedessen nicht fliegen können. Neues wissen von der Haarpflege. Daß alle unsere heutigen Methoden der Haarpflege falsch seien Und Ausfall wie Ergrauen der Haare Befördern, anstatt sie zu verhindern, Behauptet ein französischer Spezialist auf diesem Gebiete, Dr. D. Gu elpa, der ein großes Werk über diese Frage hat erscheinen lassen, in einem Aufsatz der Revue. Er geht von der Beobachtung aus, baf; Bauern und Handwerker, bie sich am wenigsten mit ber Haarpflege Befassen, viel seltener kahlköpfig sinb als Leute bcr höheren Stäube, bie auf die Erhaltung ihres Hauptschmuckes viel Sorgfalt verwenden. Gerade Aerzte unb Friseure, so meint er, bie bock- am Besten mit ber Haarpflege Bescheid wissen müßten, haben sehr häufig Glatzen, ein Beweis dafür, bah bie gegenwärtige Hygiene ber Haare sich auf falschem unb Unwissenschaftlichem Wege befindet. Tas Shampoonieren, das Reiben und all bie Manipulationen der Coiffeure bebauten ein unaufhörliches Attentat auf bas Leben ber Haare. Das läßt sich aus einer einfachen anatomischen Betrachtung berkKopshaut und der Haare erkennen. Die verschiedenen Schichten ber Kopfhaut werden durch sechs Gruppen von Hauptarterien gespeist; jedes Haar sitzt mit seiner Wurzel in einem sog. Haarbalg- ober Säckchen, aus bem ber Haavkeim seine Nahrung erhält. Seitlich in das Haarsäckchen münben bie Hauttalgdrusen, die bas Haar einfetten, geschmeidig unb gegen bie Einflüsse ber Atmosphäre wiberstandsfähig machen. Außerdem ist bie Wand des Haarsäckchens mit sog. organischen Muskeln versehen, bie durch Kontrakten bas Haar aufrichten, aber besonbers dazu bienen, auf bie Talgbrüse zu brücken unb bie Ausscheidung ihres Inhalts zu erleichtern. Die Schweiß erzeugenden Drüsen tragen dazu bei, um bie Temperatur ber Kopfhaut im Gleichgewicht zu erhalten unb können bei Gelegenheit bie beschränkte oder unterdrückte Funktion der Talgdrüse unterstützen. Im gesunden Zustand des Haars erfolgt bie Sekretion bes Talgs fortgesetzt unb gleichmäßig. Jede mechanische Irritation bes Haares aber, bie durch spitze Kämme, durch äußere Behandlung der Kopfhaut ober auch durch pathologische Erscheinungen wie Gicht, Alter usw. hervorgerufen wirb, erzeugt eine Berbickung bes Drüsentalgs; es bilden sich bann birefte Pftopfen, bie bie regelmäßige und vollständige Entleerung ber Talgbrüse verhinbern. Bei Personen mit tuyen Haaren, besonders wenn sie unter ber Einwirkung der Kälte unb Feuchtigkeit eine gichtische Anlage haben, wirb ber Kontraktionsmuskel steif und wirkt nicht mehr auf bie Talgdrüse; bie pfropfenartige Verdickung, bie sich gebildet hat unb burch Eintoivkung bes Muskels vielleicht aufgehoben werden konnte, perstärkt sich dadurch. Es entsteht eine beträchtliche Erweiterung ber Talgdrüse, bie den Haarkeim zusammenpreßt und seine LeBensfähigkeit vernichtet. Das Haar, das nicht mehr durch den Haarkeim ernährt wird, fällt aus und die fortschreitende Hyperthropie der Talgdrüsen vermindert allmählich bie Lebenskraft bes ganzen HautgeweBes unb ruft so die Kahlköpfigkeit hervor. Dr. Guelpa hat durch Untersuchungen nachgewiesen, bajj bie Kopfhaut eines gut mit Haaren versehenen Kadavers sich in drei deutlich unterschiedene Schichten teilen läßt, von denen eine, die ber sog. Leberhaut, Besonders entwickelt ist; Bei Kahlköpfigen dagegen läßt sich feststellen, daß diese Hautzone überhaupt nicht mehr existiert, sondern durch eine Fettschicht ersetzt ist, die aus der krankhaften Erweiterung ber Talgdrüsen entsteht. Früher hat man geglaubt, bei: Pazillen beim Haarausfall eine wichtige Rolle zuschreiBen zu müssen, 'aber nach den Forschungen des Verfassers sind die Mikroben nicht Ursachen der Kahlköpfigkeit, som dem ihr Erscheinen ist vielmehr eine Folge der Erkrankung des Haarbobens. Da unter ben.Ursachen' des Haarausfalls gichtische Anlage eine große Rolle fpielt, so empfiehlt Dr. Guelpa Leuten, bie an Haarausfall leiden, vegetarische Nahrung. Das Wachstum der Haare ist überhaupt eng mit dem Blutkreislauf verknüpft. Wenn durch krankhafte Störungen ober auch durch ben Druck bes 296 Hutes die Mutgefäße ihre Elastizität verliere!» und Feiner werden, dann macht sich das bald an dieser Stelle der .Kopfhaut durch einen kahlen Fleck bemerkbar. Deshalb beginnt die Kahlköpfigkeit immer am Wirbel oder an der Stirn, well hier die Endpunkte! des Blutgefäßsystems sind. Die Tatsache des Ergrauens rst von.dem Haarausfall unab- hängig, wenngleich^ beides häufig Mammen auftreten wrrd. Wenn man eine ergrauende Person durch Waschungen mit alkalischen, antiseptischen oder alkoholischen Lösungen behandelt oder auch mit den Drüsentalg zerstörenden Erhitzungen, so sind das die denkbar günstigsten Mittel, um die Kahlköpfigkeit zN befördern. Die rationelle Haarpflege besteht vielmehr in einer leichten Massage und in der Verwendung von Fettigkeit, die der Kopfhaut neue Lebenskraft zuführt. Es ist erwiesen, daß der Bart, der sehr oft gewaschen und ohne Schutz der Lust ausgesetzt wird, stets viel heller und rascher entfärbt ist als die anderen Haare. Will man dagegen einwenden, daß die Haare früher grau werden als der Bart, so muß man bedenken, daß das Barthaar um wenigstens fünfzehn Jahre jünger ist als das! Kopfhaar. Da das Ergrauen des Bartes nun dem des Haares sehr rasch sblgt, so ergraut der Bart eigentlich! schneller. Daß das Waschen der Haare schadet, läßt sich auch dadurch beweisen, daß das Haar der Frau reicher ist und später ergraut, weil es weniger gewaschen wird. Die Länge des Haars ist von größter Wichtigkeit für den Schutz der Kopfhaut gegen die atmosphärischen Einflüsfe und gegen sonstige schädliche Behandlung der Kopfhaut. Durch allzu häufiges Haarschneiden und allzu kurzes Tragen des Haares zerstört man systematisch seinen Kopfschmuck. Die Hauptgrundsätze einer rationellen Haarpflege sind also: jede Behinderung des Blutkreislaufes zu vermeiden, also leichte und weiche Hüte zu tragen, dann alle Tage die Kopfhaut ein wenig $u massieren und mit einem Kamin, der keine spitzen Zähne hat, M behandeln. Dadurch werden die bereits nicht mehr lebensfähigen Haare entfernt, die Mr das Entstehen neuer Haare nur ein Hindernis find. . Savage Landors Forschungsreise in Südamerika. Der berühmte englische Jorschungsreisende A. H. Savage L a n d o r ist soeben von einer 18monatigen Reise in den uner forschten Gebieten Südamerikas nach London zurückgekehrt. ®er kühne Knlturpionier, der bereits aus eine 25jährige Tätigkeit als Forschungsreisender zurückblicken kann, hat aus seinen abenteuerreichen Fahrten die Quellen des Brahmaputra iestgestellt, ist in Tibet unter großen Gefahren bis nach Lasa vorgedrungen und hat 1906 Afrika von Osten nach Westen durchquert. Diesmal galt sein Ziel den unerforschten Gegenden von Brasilien zwischen Rio und Ma- naos in den großen Zentralbecken der Flüsse Xingtt, Tapajoz und Madeira, eine Gegend, die bisher für völlig unzugänglich gehalten wurde. Wie Landor nun mitteilt, hat er nach der Durchquerung Brasiliens die Anden überschritten, zog von Peru nach Lima bis zum Titicacasee, um die Inka-Ruinen zu studieren, durchquerte darauf Bolivien und Chile bis Antosagasta, nahm von dort bis Valparaiso einen Dampfer und zog noch einmal durch Südamerika bis Buenos-Aires. „Ich habe ungeheure Ztckzackwege ein- geschlagen," berichtete er, „um alle die Gegenden zu besuchen, die mich interessierten, weil sie völlig unbekannt waren. SDlit Ausnahme von 50 im Zug verbrachten Stunden habe ich die ganze Reise auf dem Maulesel, im Boot oder zu Fuß zurückgelegt. Etwa die Hüllte des Weges mußten wir uns unseren Pfad durch den Urwald hauen, an den großen Campos vorbei oder über Prärien ziehen, weite, weite Strecken eines völlig unbewohnten Landes. Zuerst nahm die brasilianische Regierung großes Interesse an meinen Plänen und schlug vor, daß ich von Brasilianern begleitet werden sollte. Aber dies schöne Vorhaben scheiterte, als die Regierung keine Brasilianer finden konnte, die willens waren, mich zu begleiten, denn sie fürchteten sich vor den Indianern und vor der undurchdringlichen Wirrnis der Urlvälder. So mußte ich denn die Expedition selbst zusammenbringen und die ganze Ausrüstung allein übernehmen. Es hielt recht schwer, die dreißig Mann zu finden, die ich brauchte, aber schließlich glückte es mir doch, indem ich sechs eingeborene Brasilianer annahm, die nur durch die sehr hohe Bezahlung bewogen wurden, die ich ihnen versprach. Als ich Rio im März vergangenen Jahres verließ, nahm ich genügend Vorrat an Lebensmitteln für ein Jahr mit, aber infolge der Verschwendung, die ein Teil meiner Leute trieb, und von Verlusten aller Art ging der Proviant aus, und während des letzten Teiles der Expedition durch das unerforschte Gebiet Brasiliens waren wir sechzehn Tag« lang ohne einen Bissen. Glücklicherweise gab es Wasser in Fülle, aber sonst war weder Wild, noch Frucht, noch Fisch da, keine Bewohner gab es, und weder meine Leute, noch ich selbst hatten auch nur das geringste zu essen. Ich hatte damals nur zwei Träger mit mir, die noch viel niehr litten als ich. Sie waren beide endlich entschlossen, ihren Leiden ein Ende zu machen, und nur mit größter Mühe gelang es mir, sie vom Selbstmord abzuhalten. Auch ich, obwohl ich an Entbehrungen und Hunger gewöhnt bin, starb beinahe. Der Mangel an Nahrung verursachte Blutarmut, die von Beriberi im rechten Bein gefolgt war und die Atrophie zweier Zehen verursachte. Wi- überstanden diese furchtbare Situation, aber gingen in einem ent- setzlichenZustand daraus hervor. Ich verlor fünfzig Pfund an Gewicht.' Savage Landor hat auf seiner Reise eine ganze Anzahl bisher unbekannter Stämme studiert, den Wortschatz ihrer Sprache ausgenommen und interessante geologische, geographische und anthropologische Beobachtungen gemacht. Nirgends hat er unter der Feindseligkeit der Eingeborenen zu leiden gehabt, er erklärte mfi Stolz, daß er weder einen Revolver, noch ein Messer mit sich führte. Die Ausdehnung der Wege durch unerforschtes Land in Brasilien betrug gegen 5000 englische Meilen, und die brasilianische Regierung war über seine für unmöglich gehaltenen Erfolge so erstaunt, daß der Kongreß dem Forscher eine Ehrengabe von 80 000 Mk. bewilligte. Die Expedition hatte schwer unter den zahllosen Insekten aller Art zu leiden, besonders unter Moskitos, Ameisen.und einer Art Stechmücken, die das Leben fast unerträglich machten. Entsetzlich waren auch die Millionen Bienen, die sich, wenn sie auch nicht stachen, doch auf jedem unbedeckten Teile des Körpers sestsetzten. , Büchertisch. — Naturgeschichte des Kindes, von Dr. Hermann Dekker. Illustriert. In Farbendruck-Umschlag. Verlag des „Kosmos", Gesellschaft der Naturfreunde (Geschäftsstelle: Franckhsche Verlagshandlung), Stuttgart. Ueber „Die Seele des Kindes" hat bereits Dr. W. Ament ein Kosmos-Bändchen geschrieben. Wenn Ttr. Dekker dazu ein „körperliches" Gegenstück liefert, so tut er es, weil der Körper des Kindes eilte Fülle von Problemen in sich birgt. Die Entwicklung vom Ei durch das Stadium der Frucht, durch das Säuglings-, Kindes- und Jünglingsalter bis z!um „Typus" des Menschen bietet der biologischen Wissenschaft reichen Stoff zum Forschen und Grübeln. Was ist ein Kind? Wie verhält es sich zum Erwachsenen? Wie ist es zu verstehen aus seiner historischen Entwicklung heraus, als das Resultat von Vererbung und Anpassung? Wenn man sich darüber llar geworden ist, wird man nicht in den Fehler verfallen, das Kind Mr einen Menschen in kleinem Format zu halten, sondern erkennen, daß es ein besonderes, ganz anders geartetes Geschöpfchen ist. Und daß es so teilt muß, will das Büchlein zeigen. — Atlas der Volks- und Schulhygiene von Dr. nied. Baur. Eine Anleitung zur Pflege der Gesundheit nebst einem Anhang: Der Beistand bei Krankheiten und Verletzungen. 270 Seiten Text mit 284 Abbildungen und,10 Farbdruckhafiln. (Verlag I. F. Schreiber, Eßlingen a. N. und München.) In den drei Abschnitten: Gesundheitspflege des Einzelnen, korporative Gesundheitspflege und Schulgesundheitspfbege bietet das Werk in übersichtlich gegliederter Form alles zu wissen Nötige: Bekämpfung der ansteckenden Krankheiten, Berufswahl, Lebensweise, gesundheits gemäßes Wohnen, Ernährung, ,Leibesübungen usw. DaW komntt ein Anhang „Beistand bei Krankheiten und Verletzungen", der auf über 130 Seiten (mit Mehr als 160 Text- rchLildungen und 7 Farbendrucktafeln) die Krankenpflege und erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen behandelt und nicht nur für den Hausgebrauch, sondern des anschaulichen Bildermaterials wegen 'auch vorzüglich im Unterricht in freiwilligen Sanitätskolonnmi, Feuerwehren und tSamariterabteilUngen des öffentlichen Sicherheitsdienstes von großem Warte ist. — Griebe »s Reise führe r, Band 8: „W i e n". Verlagsbuchhandlung Albert Goldschmidt, Berlin W. 35. In der 22. Auflage dieses erschöpfenden.Reiseführers haben die vielen architektonischen und landschaftlichen Schönheiten der einzigartigen Kaiserstadt, ihre reichen Kunstschätze yteben den prosaischeren, aber darum nicht minder wichtigen .praktischen Angaben über Hotels/ Berkehrsverhältnisse usw. liebevollste Berücksichtigung gefunden. Besondere Sorgfalt wurde der Neuordnung der Museen und sonstigen Kunstsammlungen gewidmet. Die.kleine Ausgabe, ein Auszug aus dem großen Führer dürfte für einen kürzeren .Aufenthalt ausreichend sein. Magisches Vuadrat. 1 In die Felder nebenstehenden Quadrats sind _ die Buchstaben AEEEEEIKLLNNRR U U derart einzutragcn, daß die wagerechten u. _ senkrecht. Reihen gleichlautend solgendes bedeuten: 1. Einen Raubvogel. - 2. Fluß in Norddeutschland. 3. Eine Kulturpflanze. 4. Weiblichen Pornanten. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Der ew'gen Satzung folget die Natur: Nach üpp'gem Blüh'n ein langsames Entfärben; Von Widerstand und Ausruhr keine Spur; Schön wie im Leben, ist sie auch int Sterben. Und wer das schauet alles recht und klar, Dem kann kein Zweifel kommen und kein Reuen; Dem ist des Glücks Geheimnis offenbar: Zufrieden leben und den Tod nicht scheuen. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gietzea-