ZüMtüg, öeft 9e Mvember iir j ? U 1*1 Ul W W L . L Die Dame im Pelz. .Roman von G. W. Appleton. (Nachdruck verboten.) — (Fortsetzung.) Ich habe diese Worte nie vergessen können. Jeder Widerspruch würde vergeblich gewesen sein; rch mußte gehorchen, so erniedrigend mir diese Zumutungen auch erschienen. Dann kam das Frühstück • eine Sache, die meine Neugierde mehr reizte als meinen Appetit. Nach langen Stunden der Einsamkeit folgte die Aufforderung, mich mit Gebet- und Gesangbuch zu versehen und «um Gottesdienst zu kommen. Im Korridor,traf ich meine MU- aefauaenen, und dann ging es gemeinschaftlich zur Kapelle. Die tröstende Rede des Geistlichen belebte meine Hoffnung wenigstens etwas. Als ich noch nicht lange wieder in meinet Zelle saß nitb über mein grausames Schicksal nachgrübelte, schloß ein Wärter meine Tür auf und sagte in barschem Tone: Stecken Sie Ihre Nummer an und kommen Sie mit. iEs ivill Sie jemand sprechen. Ich nahm hastig meine Marke Nr. B. 107 und ging klopfenden Herzens hinter ihm her. Wer mochte der Besucher sein, und was mochte er bringen? Aber meine Erregung war bald geschwunden. Als wir eine Treppe tiefer in ein kleines gewölbtes Zimmer traten, sprang mir Mortimer entgegen und ergriff mit beiden Händen meine Hand. . n Lieber alter Junge, sagte er, wie geht'v drr denn? Wie du sichst, erwiderte ich, auf das Tafelchen in meinem Knopfloch deutend, bin ich nnr noch 'ne Nummer. Doch das ist das geringste. Was macht Marbella? Er zögerte einen Moment, was mich beunruhigte. Du scheinst mir schlimme Nachricht zu bringen, fragte ich ungeduldig weiter. Das gerade nicht, erwiderte er nun zaudernd, aber sie hat sich's etwas zu sehr zu Herzen genommen. Es war eine schreckliche Szene. Sie klagte sich an, an all deinem Unglück schuld zu sein. Sie war untrostl ich, selbst Helen vermochte sie nicht zu beruhigen. Sie blieb dabei, daß sie vom ersten Augenblick, wo sie deine Schwelle überschritten habe, ein Fluch für dich gewesen sei. Helen und Lucy mußten die ganze Nacht bei ihr Wache halten, weil man nicht wissen konnte, was sie in ihrer Verzweiflung tun würde. Arme Marcella, stammelte ich, armes Kind! Heute ist sie ruhiger, fuhr Mortimer fort, bedeutend ruhiger. Wir haben sie endlich überzeugt, dag foe sich deinetwegen solchem Kummer nicht länger ergeben dürfe; daß du für sie kämpfst und es deshalb ihre Pflicht sei, dich zu ermutigen und zu unterstützen. Luch hat uns redlich geholfen und wahre Wunder bei ihr gclvirkk. Sie ist ein prächtiges Mädchen. Es bauerte ein paar Sekunden, ehe ich sprechen konnte; dann sagte ich: Ein klein wenig haben mich deine Erklärungen zwar beruhigt, aber meine Befürchtungen sind noch lange nicht verscheucht. Ich bitte dich um alles in der Welt, Paß gut auf Marcella auf. Unsere Feinde werden jetzt vor nichts mehr zurückschrecken. In dieser Beziehung kannst du. ohne Sorge sein, antwortete Mortimer. Es ist keine Vorsichtsmaßregel außer Acht gelassen. Ich habe zwei Privatdetektivs engagiert, die Tag und Nacht die Wohnung bewachen. Am meisten bin ich jetzt deiner selbst wegen beunruhigt. Die Verdachtsmomente gegen dich haben sich stark vermehrt. Die merk-- würdigsten Umstände treffen zusammen. Selbst Gregory hat einen schweren Fehler begangen. Der arme Kerl ist ganz außer sich darüber. Er kann sich diese Dummheit nie verzeihen. Ich schaute meinen Freund erstaunt an. Ich verstehe dich nicht, Mortimer. Inwiefern könnte Gregory ungünstig gegen mich aussagen, selbst wenn er mir übel gesonnen warn? । . Nun, die Sache ist die: Während meiner Abwesew heit gestern, und ehe er noch von deiner Verhaftung wußte, hat ihn ein Kriminalbeamter ausgesucht und über dein Tun am Abend vorher ausgefragt. Und ohne zu wissen, was er damit anrichtete, hatte der biedere, ehrliche Gregory ansgeplandert, daß du vor dem Weggehen wegen des Aconits mit ihm gesprochen und dich sogar nach der tödlichen Doiis dieses Giftes erkundigt hättest. ' Was soll denn dabei sein? fragte ich harmlos. Diese Unterhaltung war doch ganz unschuldig, wahrhaftig! In deinen Augen, ja; aber was soll ein Gerichtshof davon halten? Du bittest deinen Assistenten, das Aconitfläschchen zu füllen, du fragst ihn, wieviel nötig ist, einen Menschen zu töten. Dann gehst du weg. Das verhängnisvolle Glas wird am selben.Abend in der Wohnung deiner Tante gefunden. Es ist leer, und deine Tante, die dich ihre Arzneiflasche in der Hand gehabt zu haben beschuldigt, stirbt au Aconitvergiftung. Was wird ein hoher britischer Gerichtshof dazu sagen? Und wie willst du diese gravierenden Umstände, die durch Gregorys Torheit nun bekannt sind, erklären und entkräften? Ferner hat sich unter den Sachen, die dir gestern im Polizeigewährsam abgenommen worden sind, ein Brief von Barton gefunden, ivorin er dir mittellt, daß deine Tante das dich enterbende Testament noch nicht unterzeichnet habe, also für dich die Gelegenheit günstig sei, und du ein großer Tor sein würdest, wenn du sie nicht sofort benutztest. Ich brauche dir wohl nicht auseinanderzusetzen, wie dieser Brief, den du gerade am Tage der Ermordung bekommen haben mußt, ausgelegt worden ist. Barton ist furchtbar aufgeregt deshalb, weil er ihn als MitschnlSigen 702 an dem Verbrechen erscheinen lassen würde, falls es gelingen sollte, es auf dich zu bringen. Natürlich hat er den Glauben an dich! keineswegs verloren, und ich habe ihm, die Augen über vieles geöffnet, was ihm bislang unbekannt war. Aber er ist angesichts des gravierenden Materials, das sich von allen Seiten gegen dich auftürmt, trotzdem sehr besorgt. Alles in allem genommen, ist es eine höchst unerquickliche und ernste Sache-, und es wird viel Mühe kosten, -dich aus der Affäre herauszuziehen. Nun, ich habe dir die Geschichte -absichtlich -etwas düster geschildert, damit du sie nicht zu leicht nimmst. Wir werden selbstverständlich mit allen Mitteln für deine Frer- heit kämpfen, und in dem festen Glauben au die Gerechtigkeit der Vorsehung, die uns bisher geholfen hat, zweifle ich nicht im geringsten, daß wir schließlich doch den Sieg davontragen -werden. Freilich wird es eine schwere Prüfung für -dich sein, aber du darfst den Mut nicht sinken lassen und mußt alles mannhaft ertragen. Mortimer hatte so auffallend- ernst gesprochen, daß ich die außerordentliche Schwierigkeit meiner Lage wohl einsah und merkte, daß ich all meine Energie zusammen- uehmen mußte. Seine Worte machten nach verschiedenen Richtungen hin einen tiefen Eindruck auf mich. Mortimer, sagte ich gerührt, die Vorsehung ist gütig -gegen mich, daß sie mir einen solchen Freund gesandt -hat, wie man unter Tausend-en kaum einen trifft. Du bringst mir neues Leben, neuen Mut, neue Hoffnung. Ich fühle mich wieder stark. Mein Blick ist klarer, freier. Ich weiß jetzt, daß die- Gerechtigkeit doch siegen wird. Sage Marcella, sie solle um meinetwillen vertrauensvoll in die Zukunft blicken und sich nicht länger Selbstvorwürfe machen. Das würde mich nur bekümmern. Es ist wahr, daß ich diesen Kampf ihretwegen führe, aber kein Mißgeschick kann meine Liebe aus meinem Herzen herausreißen. Sage ihr, die Vorsehung schaue günstig auf eine Liebe wie die unsrige, sie solle Geduld haben und nicht verzweifeln. Mortimer, alter Freund, ich weiß kaum, was ich rede, aber du hast wieder einen Mann aus mir gemacht. Doch nun zum geschäftlichen Teil. Was für ’ne Rolle spielt Pennyfeather bei iber Sache? Eine sehr -aktive, mein Lieber. Ich wollte gerade selbst darauf zu sprechen kommen, erwiderte er. Er war es, der die Anzeige erstattet hat, ob aus beruflichem Eifer, oder — hier hielt er inne. Oder was? Ich hätte mich beinahe verplappert. Ihr Schüler des Aeskulap seid natürlich, wie die Gemahlin Cäsars, über allen Verdacht erhaben. Es war nur 'n flüchtiger Gedanke. Der würdige Pennyfeather wird selbstverständlich von den ehrlichsten Absichten getrieben. Er denunzierte dich, als deine Tante kaum tot war. Er war -auffallend rasch entschlossen. Er hatte sofort erkannt, daß -es sich um eine Aconitvergiftung handele. Ziemlich! merkwürdig, nicht wahr? Muß ein 'kolossal gescheiter Mann sein. Und wie gesagt, den Verhaftungsbefehl hatte er bereits erwirkt, ehe der Richter Zeit -hatte, sein Frühstück zu verdauen. Er scheint es sehr eilig zu haben, dich an den Galgen tzu bringen, und ich glaube, du wirst dich demnächst vor dem Schwurgericht zu verantworten -haben. Das wird wenigstens nach den jüngsten Erfahrungen eine kleine Abwechselung bringen, versetzte ich bitter. Ganz recht. Die Eintönigkeit wird dadurch unterbrochen werden; es wird aber auch noch einen anderen Vorteil haben: sie- werden Farbe bekennen müssen, und wir werden dann wissen, was wir zu tun h!aben. Ach möchte wissen, sagte ich, ob Wohl Inspektor Beale schon von -der Sache gehört hat. Gehört? antwortete Mortimer. Er weiß alles. Ich bin heute früh eine ganze Stunde mit ihm zusammen gewesen, und -er wird gleich- selbst Herkommen und dich sprechen. In demselben -Augenblick erschien auch bereits der Wärter. Es lut mir leid-, Herr, sagte ier, Jhlre Zeit ist um, und es hat sich ein anderer Besucher -gemeldet, Inspektor Beale von Scotland Darb. Da ist er also schon, sagte Mortimer. Nun, leb' wohl, alter Junge! Ich werde jetzt nach Richmond zurückfahven Und Marcella deine Botschaft überbringen. Er drückte! mir die Hand und verschwand: Das M wohnlich heitere Gesicht d-es Inspektors war diesmal sehr ernst. Das' ist 'ne üble Sache, Doktor, sagte er; wahrhaftig! Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Die Geschichte! -geht denn doch -etwas zu weit, und wir müssen ihr energisch Einhalt tun. Es ist höchste Zeit, daß wir von der Polizei uns geregt haben. Nun erzählen Sie mir mal den ganz-en Verlauf, aber in aller Ruhe. Lassen Sie mich alles -genau wissen, was in der Mordnacht vorgefallen ist, auch -die kleinste Kleinigkeit. Er hörte aufmerksam zu und machte sich häufig Notizen. Als ich -auf den Zwischenfall zu sprechen kam, der mich am stärksten -erregt hatte, — das Gesicht im Spiegel,- spitzte -er -die Ohren und rief: Das war die Baronin! Zehn gegen -eins! Was machte sie dort? Bedarf -es darauf- einer Antwort? Nein, ganz -gewiß nicht. Die war -entschieden ohne Wissen Ihrer Tante dort, darauf -geh ich jede Wette ein. Ganz bestimmt. Sicherlich. Sie und dieses Frauenzimmer. Heph —5 H-eph — wie heißt das verflixte Wort? Hephzibah, sagte ich. Ist das ’n Wort. Einem Weib mit solchem Namen ist alles zuzutraueu. Die- und- die Baronin haben die Sache miteinander -gemacht. Das ist zweifellos, aber es wird ’n schweres Stück Arbeit kosten, es nachzuw-eisen. Dieser Assistent von Ihnen hat uns auch ’ne schöne Suppe eingebrockt. Gregory? fragte ich. Jawohl, so- heißt der Dummkopf. Warum baten Sie ihn, Ihnen ein Fläschchen Aconit zurecht zu machen? Aus weiter gar keinem Grunde, als weil -es leer war. Es gehört zu seinen Obliegenheiten, diesen Kasten immer im Stand zu halten. Er tat also nur seine Pflicht. Aber dieser verfluchte Speech über die tödliche Dosis! Der wird uns in der Verhandlung auch wieder vorgehalten werden, denn von d-em, was -er dem Detektiv erklärt hat, kann er nun nicht wieder loskommen. Was haben Sie -darauf zu erwidern? Das war nur ’ne ganz zufällige Bemerkung meinerseits, die -gar keiner -Erklärung bedarf, gab ich zur Ant- wort. Ebenso wie Man sagt: Ein schöner Dag heute, oder: Glauben Sie-, daß w-ir heute noch Re-gen b-ekomukeu? Was soll da weiter dabei sein? Wenn ich die- Absicht -gehabt hätte, meine Tante zu vergiften, meinen Sie, daß ich dann ein solcher Narr gewesen toäre, zu Gregory! zu gehen und mich bei ihm nach -der erforderlichen Dosis zu erkundigen? Verrückt! Sehr richtig, fuhr der Inspektor fort. Darin bin ich ganz Ihrer Ansicht, aber, verrückt oder nicht, mit solchen Erwägungen kommen Sie vor Gericht nicht durch. Das klammert sich an Tatsachen, und Gregorys Zeugnis wird dabei schwer ins Gewicht fallen. Er hätte Sie nicht schlimmer belasten können, wenn er Ihr bitterster Feind gewesen toäre. Einen Mann im Hause zu hüben, der so g-ew-issen- -haft ist, daß -er bis auf den letzten Deut die Wahrheit sagen zu müssen glaubt, und- sollte er seinen eigenen Vater dadurch an den Galgen bringen, ist eine fatale Sache! (Fortsetzung folgt.) Großen Lindener voNIeben vor 250 Jahren. Von Pfarrer Schulte,- Großen-Linden. Den Stoff zu der nachfolgenden Arbeit, die, selbst ein Aus^ zug aus. einer noch unvollendeten größeren, in Anbetracht der Zeit nur gewisse Hauptpunkte berücksichtigen kann, hat in der Hauptsache das ungedruckte Archiv der Kirche Hierselbst geliefert.; Ich nenne hier vor allem das Protocollum des Pfarrers PHUipp Weigel, das mit großen Lücken über die Jahre 1652-—1682 sich erstreckt. Es ist, wie wir heute sagen würden, ein Kirchenbuch, also Tauf-, Kopülations- und Beerdigungsregister,- nur -ohne strenge Scheidung der -einzelnen Materien. Aber es ist zugleich auch em Tagebuch, an dem Tag nach Tag verzeichnet ist, was vorkam. Und nicht nur Amtliches, Dorfneuigkeiten, Urteile, Anekdoten, Gerüchte, Mitteilungen aus Zeitungen sind in reicher Zahl hmem verwoben. Wenn -ein Superintendent von heute den damaligen Pfarrer und sein Kirchenbuch zu visitieren gehabt hätte, ich glaube, Pfarrer Weigel hätte einen Rüffel davongetragen, Witz man ihn kaum größer sich vorstellen könnte.; Die Herren Pyr^ tatoren von 'damals scheinen anders, gedacht M hab-en^ Zu IW 703 t 6 her Landgraf ernennt, wohnt hier. Er ist für das Polizei- und Steuerwesen verantwortlich, er leitet das Stadtgericht, zu dem außer ihm noch '6 Schöffen gehören, er überbrachte die Beschlüsse des Rats und der Gemeinde und greift gebietend und verbietend davon frei unter den da zeige»/ Die große Bürger aber, den die Wahl traf, mußte das Amt Nur die Kanzlei in Gießen konnte auf Bitte hin ihn geben und sie gab selten frei. Es sind uns noch Stadtgerichts-Akten solche Bittschriften enthalten, die daß das Burgmeisteranit damals wenig begehrt war. hier ein. Er ist eine gewichtige Persönlichkeit, dessen Urteil in irgendwie bedeutenderen Angelegenheiten selbst der Pfarrer nicht einzuholen versäumt. Auch die benachbarten Dörfer Lang-Göns, Leihgestern, Staufenberg hatten solche Schultheiße. Sie waren dem Oberschultheiß untergeordnet, der in Gießen wohnte und auch Amtsschultheiß hieß. An der Spitze der Gemeinde steht der Burgmeister, auch Oberburgmeister (doch seltener) genannt. Es ist alle Jahre ein anderer. Der Burgmeister des vorhergehenden Jahres bestimmt ihn, doch ist er an die alte Ordnung gebunden, ihn der Zahl der Schöffen zu entnehmen. Auch für das Dorf Lindes, das nur kirchlich mit Großen-Linden zusammengehört, läßt sich in dem Protocollum des Pfarrers Weigel die jährliche Wahl des Burgmeisters durch seinen Vorgänger nachweisen. Es wäre des Nachforschens wert, ob _baS so im ganzen Lande war. Jeder annehmem Abhängigkeit von pben und die Verantwortung gegen unten haben wohl das Meiste dazu getan. Uebrigens war es mit denr Amte eines Kastenmeisters der Kirche und eines Kirchcuseniors ebenso. Der Burgmeistcr leitete den Rat, der aus 12 Personen bestand, Ratsverwandten geheißen; 6 von ihnen waren zugleich Schöffen. Diese uns eigentümlich scheinende Zusammensetzung erinnert noch an die Zeit, da jede Gemeinde die Rechtspflege selbst ausubte. . Der Rat entschied in fast allen Gemeindeangelegen- Heiken, er stellte die beiden Weinmeister, den Kuhhirt, den Büttel, den Säuhirt an, sorgte fiir Unterhaltung der städtischen Gebäude, des Rathauses, des Brauhauses, der beiden Backhäuser, des Narrenhauses, der Tore, er stellte die Wächter auf dem Turm der Kirche an, die nach Feuer und heranziehenden Feinden ausschauen mußten,- er verteilte die zum Bauen notwendigen Fuhren unter die einzelnen Bürger, er unterhielt die Gassen der Stadt, Wege und Stege draußen zu bessern war Pflicht der Forenses. Doch war der Rat in bestimmten Angelegenheiten von der Entscheidung der Gemeinde selbst, d. h. von der Gesamtheit der Ortsburger, abhängig, die auf ein Glockenzeichen hin zum Rathause oder unter die dabei stehende Linde gerufen wurde. Ich habe vorhin das Narrenhaus genannt. Es diente zur Unterbringung der Wahnsinnigen, der Verrückten, oder wie Weigel sie nennt, derer, die verirrt waren und auch zuM zeitweiligen Gewahrsam von Gefangenen. Weigels Protokoll gibt freilich keinen Aufschluß darüber, wie sie in demselben gepflegt und gehalten,- aber es ineldet dafür Beispiele, wie man in Klein-Linden und in Lützellinden mit ihnen umging. Man legte sie, wenn sie gemeingefährlich waren, wie Hunde an die. Kette. In Klein- Linden hat sich! auf irgend eine Weise einmal eine solche Person losgemacht, das Haus angezündet, und so eine Feuersbrunst veranlaßt, die 4 Gebäude in Asche legte und ist dann in die Lahn gesprungen, dem armen Leben ein Ende zu.machen. In Lützellinden ist, abgesehen vom Brande, dasselbe vorgekommen. Man hat vor einem Jahre in den Zeitungen gelesen, wie in Bayern ein Bauer dieses Anlegen an die Kette an seiner idiotischen Tochter vollbracht hat. Hier haben wir einen jahrhundertalten Brauch. Nur das wundert mich, daß der Pfarrer Weigel in seinem Protokoll den Brauch ohne Verdammung mitteilt, wohl ein Beweis,- daß sein Enipfinden in diesem Punkte auch nicht höher stauch als das der Menschen, in deren Mitte er lebte. Großen-Linden besaß manche Gerechtsamen. Darum war es nicht leicht als Burger ausgenommen zu werden. Man gab nur solchen „Ausländern" dieses Recht, die 200 fl. Wert an Besitz mitbrachten, daneben 15 fl. Kammergeld dem Landgrafen und ebensoviel in die .Gemeindekasse bezahlten, und endlich einen ledernen Eimer für Löschzwecke bei ausbrechendem Feuer auf das Rathaus lieferten. Für die Einheimischen bedeutete die Heirat an sich die Aufnahme in die Bürgerschaft. Doch mußte der Ehegatte alsbald nach der Trauung auf das Rathaus kommen und sich durch den Schultheißen in Eid und Pflicht nehmen lassen/ außerdem 9 thornes in die Gemeindekasse zahlen. Eine von mir wieder aufgefundene Stadtordnung von 1641/ die von der Regierung ausgegangen ist, und die viermal im Jahr- unter der Linde beim Rathause verlesen werden mußte, nachdem die Gemeinde vorher durch das Läuten mit einer bestimmten Glocke dahin bestellt war, regelte das Zusammenleben der einzelnen. Jeder in der Gemeinde hatte bei dem Verlesen bei Strafe zu erscheinen. Schon der 1. Paragraph zeigt, wie die Obrigkeit darauf ausgeht, die Ordnuug scharf durchzuführen. Er heißt: Was Burgmeister und andere Burger sehen oder hören, das strafbar ist, soll am Gericht angezcigt werden bei Strafe der höchsten Buß. Er macht also den einen Burger zum Aufpasser des andern und legt so den .Grund einerseits zu dem bis in unser Jahrhundert nachweisbaren Brauche, haß bei Schlägereien usw, Alles rennet und flüchtet, um nicht in Zeugenschaft verwickelt zu werden, -anderseits zu Mißtrauen untereinander und zu mancher hinterlistigen Anzeige. Es kann hier nicht der Ort sein, die fern: Glück, denn sonst wüßten wir, vom Großen-Lindmer Volksleben vor 250 Jahren nicht sehr viel. Neben dem Protocollum nenne ich als Material die Akten der hiesigen Stadtgerichtslade, die mit vielen und sehr großen Lücken von 1650—1780 reichen. N. a. ist von diesen die wertvolle Stadtordnung von 1671 zu nennen, dann ist weiter art» zusühren das Grundbuch der Gemeinde Großen-Linden, das etwa Um 1700 angelegt worden ist, endlich das reiche Kirchenarchiv Hierselbst, das, noch unausgesch!öpft, manches für die Kultur- und Ortsgeschichte Großen-Lindens Wichtige enthält. Ich führe Sie in eine weit entlegene Zeit zurück. Eben ist der 30jährige Krieg vorüber. Großen-Linden ist in ihin einige Male geplündert und ausgeraubt worden, es hat drückende lange Einqartierungen hinter sich, die Pest, das .große Sterben, hat in einem Jahre, 1636, ungefähr den 10. Teil seiner Bevölkerung weggerafft. Aber im Vergleich zu andern mitteldeutschen Orten, wie denerr Thüringens, ist es noch verhältnismäßig gut weggekommen, kein Brand hat große Verheerungen angerichtet, die öffentlichen Gebäude der Gemeinde, wie die Kirche, die Pfarrhäuser, das Rathaus und die adeligen. Häuser, das der Junker von Rodenhausen und das der Linden-Schlaune sind erhalten geblieben. Freilich Zucht und Ordnung haben einen argen Stoß erlitten. Es wird viel gestohlen, sowohl Früchte des Feldes als auch Geld in den Häusern. Es ist des Saufens und wüsten Wesens viel in den Häusern und unter den Linden, von andern Dingen tzu schweigen. Großen-Linden hat viel von seinem früheren Wohlstände eingebüßt. Aber nun nach Beendigung der, langen schweren Zeit beginnen Zucht und Ordnung langsam wieder zu erstarken und das wirtschaftliche Leben sich zu heben. Der Ort war im 16. Jahrhundert zur Stadt erhoben worden. Er hatte ein eigenes Stadtgericht, dessen noch vorhandenes Siegel in einem halb deutschen, halb spanischen Schilde einen dick belaubten Baum, wohl eine Linde, zeigt (nach' der unser Ort ja genannt ist) und dessen Lade mit der Jahreszahl 1629 samt den Gerichtsakten von mir wieder aufgefunden worden ist. Aber trotzdem war der Ort klein. Er zählte im Jahre 1669 434 Einwohner. Wall und Graben zäunten ihn ein, der Wall war mit undurchdringlichem Dickicht von Buchen, Eichen und Dornen bewachsen. An den von auswärts einmündenden Wegen waren hölzerne Tore angebracht. Die große von Frankfurt nach. Kassel führende Heerstraße führte an ihm vorbei, nicht durch ihn hin. Auf ihr war viel Gesindel und besonders im Sommer, wenn die Kaufleute mit ihren Waren auf ihr zur Frankfurter Messe fuhren, kamen die Bettler und Bedürftigen oft Don weither an die Straße. Die damalige Anschauung, daß der Anschluß an den Verkehr der Welt einen Schaden, keinen Vorteil bedeutet, ist ja in dem so lange weltfremden Vogelsbcrge selbst heute noch nicht ganz überwunden, und mir noch vor 20 Jahren oft be- bcgegnet. Die Stadt 'hatte wenig Häuser, etwa 115 nach dem Grundbuche von 1700. Sie waren, abgesehen von den öffentlichen .Gelände» und den Häusern der Vornehmen, mit Stroh gedeckt und auf einer wenig über der Erjde reichenden Mauer aus Kalksteinen aus Fachwerk errichtet, Wohnhaus, Viehstall und Scheuer, jedes für sich. Groß war die Furcht vor Bränden, die in der Tat selten auf ein einziges 'Haus beschränkt blieben. Sie kommt in ntanchen Absätzen der Stadt-Ordnung von 1641 zum Ausdruck, so in der Bestimmung, daß jeder Bürger einen ledernen Eimer ins Rathaus bei seiner Annahme zu liefern hat, daß niemand mit einer Strohfackel über die Straße gehen darf und daß es verboten ist, in den Scheuern Tabak zu trinken; Sehr zahlreich sind die Kollekten, die für Brandbeschätzigte in der Nähe und Ferne erhoben werden, und häufig ziehen solche Leute selbst im Orte herum/ Frucht und Gaben zu heischen. Tie Stadt hat wenige Gassen (keine Straßen), die Psarr- aasse, die Obergasse und Untergasse, die Zeilgasse (wohl die heutige Junkergasse), die Bewohner sind fast durchweg Bauern. Nur ein Schlosser und Färber, jeder mit wenigen Gesellen und Lehrlingen wohnen unter ihnen. Selbst der Pfarrer, der Diakonus, der Schultheiß, der Lehrer — alle sind Bauern und beziehen den größten Teil des Einkommens von den ihnen überwiesenen Gütern. Die Dreifelderwirtschaft steht in Blüte. Mit kluger Vorsicht aber hat man jedes von den 3 Feldern in 2 Teile zerlegt, die in entgegengesetzter Seite liegen. Das soll, wie man heute zuweilen noch hören kann, des Hagelwetters halber geschehen sein, das in der Regel nur einen kleineren Komplex trifft und den anderen verschont. Was man zum Leben brauchte, erzeugte man selbst, und es sind wohl nur des Pfarrers Töchter gewesen, die nach Weigels Antzeichnungen sich Wämser — darin wieder ganz modern — vom Schneider in der nahe gelegenen Stadt Gießen anmessen und anfertigen ließen und das Geschäft, wie damals üblich, damit begannen, daß sie des Schneiders Buben ein Bißlein Speck und ein paar Kräpflein mitbrachten. So war .Großen- Linden eine Stadt itrtb doch im Grunde nur ein Dorf. Und ich denke, daß gerade dieser Umstand den alten Akten, die ich' meiner Schilderung zugrunde lege, Interesse gibt. Ist doch das Dorfleben dieser Zeit etwas sehr wenig Bekanntes. Der Ort stand unter .der Herrschaft des Hess, Landgrafen/ der durch seine Kanzlei in Gießen ein strenges, aber auch patriarcha- lisches Regiment führt. Ein Unterbeamte, der Schultheiß, den 704 ganze Ordnung auszuzählen, die in den meisten anderen Vara- graphen nichts anderes ist, als eine Summe von Vorschriften, die das Zusammenleben als nützlich erwiesen hat und deren Nachwirkungen sich heute noch im Zusammenleben z. T. noch zeigen. Erwähnt seien hier nur noch die Warnungen, nach Abendläuten sich nicht im Felde finden zu lassen, nach 9 Uhr abends ohne erhebliche Ursache auszugehen,' ferner, daß den Leinwebern, den Weiß- bäckern und Müllern zur Pflicht gemacht wurde, richtig Maß und Gewicht zu halten, die schon erwähnten Maßregeln, Brände zu verhüten, endlich zahlreiche Gebote der Regierung, die Einkünfte aus Jagd, Fischerei, Tranksteuer und Hansbeede sicher zu stellen. Alle Verfehlungen gegen diese Stadtordnung, lute auch kleinere Vergehen, Beleidigungen, Schlägereien kommen im Stadtgerichte zur Verhandlung, während schwere Vergehen und Verbrechen vor dem peinlichen Richter, dem Amtsschultheiß oder Obcrschultheiß und der Gerichte in Gießen ihre Sühne finden. Die Dörfer haben an Stelle des Stadtgerichts dafür ein Centgericht, das mehrere Ortschaften immer zusammenfaßt. Wir sind in der glücklichen Lage, die Formeln noch mitteilen zu können, mit denen die Verhandlungen auf dem Stadtgerichtshause, dem Rathause zu Großen- Linden eingeleitet wurden, auf dem, nebenbei gesagt die beiden Wetterfahnen noch die im Stadtgerichtssiegel enthaltene Linde zeigen. Zu. Beginn der Tagung erhebt sich, so sagt eine Urkunde in der Stadtgerichtslade, der älteste Schöffe und spricht: Es wird gefragt, ob es am Tage und an der Zeit sei, das hoch- fürstliche Stadtgericht zu halten. Nach Der Antwort: „Ja", fuhr er fort: Ferner fragt es sich, wie das Gericht gehegt und gehalten wird, daß es Kraft und Macht habe und inö Rechte bestehen könne. Darauf wird geantwortet, daß es tut Namen des Landgrafen von Hessen geschehe, dessen sämtliche Titel und Würden nun aufgezühlt werden. Es erübrigt noch der Geistlichkeit zu gedenken. Großcu- Linden hatte, wie noch heute, 2 Pfarrhäuser, das Pastorat und das Diakonat. So verlockend es nun wäre, auf Grund des reichen Materials das Verhältnis der Geistlichkeit zur Gemeiude darzulegen und einerseits zu zeigen, wie Sitte und Brauch auch ihre Tätigkeit bestimmen und anderseits mit welcher Treue und mit welchem Eifer sie darauf aus sind, Zucht und Ordnung wieder einzuführen, ich muß dieser Lockung hier widerstehen. (Schluß folgt.) Die Wasiereismbahn. Uc6cr_etn neues Verkehrsmittel für die Flußschiffahrt schreibt Dr. Scheffer in der Deutschen Techniker-Zeitung folgendes: Der Erfinder der „Wassereisenbahn" ist der Regierungs- und Baurat Kotz aus Münsteri. W., derselbe, der seinerzeit die Elektrisierung der Berliner Stadtbahn als Direktor der Union-Elektrizitäts- Gesellschaft vorbereitet hat: jetzt, nach zwölf Jahren, wird der Vorschlag durchgeführt! Die elektrische Straßenbahn ist in Deutschland erfunden, aber von Amerika aus zu uns gekommen. Die neue Wasscreiseubahn findet hoffentlich nicht erst den Weg übers große Wasser, um dann als amerikanischer Triumph bei uns einzuziehen. Am 5. Februar hat Koß über seine Eisenbahn im Berliner Architekten-Verein ausführlich berichtet. Es sei vorweg genommen, daß dem Vortrag maßgebende höhere Beamte bcigewohnt haben und daß die Versuche mit d'ern neuen System die Unterstützung der Behörden gefunden haben. Würden die Dauerversuche noch in diesem Jahre unternommen, würden sie günstig ausfallen (woran kaum zu zweifeln ist) und würde die Einführung des Systems dann in den Jahren 1913 und 1914 erfolgen tonnen, so würde das Resultat für die Verfrachter sein, daß die Fracht nur noch 3/t des bisherigen Satzes betragen würde. Das System besteht in folgendem: dem Schleppzug vorauf fährt die „Schlepplokomotive", nämlich ein Motorboot von en 10 Meter Länge und 3 Meter Breite. Im Boden dieses Bootes befindet sich ein rechteckiger Ausschnitt, der, mit einem Blechmantel umgeben, einen unten und oben offenen Schacht darstellt (in dem das Wasser innen also genau so hoch steht tote außen um das Boot herum). In diesen Schacht hineingehängt ist die Betriebsvorrichtung, welche unten vier flachliegende Rollen trägt. Diese Rollen schweben etwa y2 Meter über dem Kanalboden. Auf dem Wassergrunde hingestreckt liegt ein Eisenstab, die Schiene; an einer Eisenkrücke verankert. Diese Krücke ist ein langer beweglicher Arm, dessen Ankerglied (wie der Schlägel beim Dreschflegel) dort eiubetoniert ist, wo Uferböschung und Kanalsohle in stumpfem Winkel zusammenstoßen. Das Gewicht der Schiene drückt den ganzen Schienenstrang auf die Kanalsohle, wo der Strang also ähnlich so liegt, tote die Kette, die den Kettendampfern dient. Auch geschieht die Fortbewegung des Schleppbootes ähnlich so: es zieht sich an dieser Schiene weiter, indem die flachstehenden Rollen die Schiene zwischen sich klemmen. Die Klemmstärke (Reibung) kann nach Maßgabe der zu schleppenden Last verschieden eingestellt werden, so daß also der Kraftverbrauch reguliert werden kann. Die Zuglast selbst greift unmittelbar an dem Räderwerk an, nicht am Boot selbst, das dadurch vor Erschütterungen bewahrt bleibt. Dieses Book ist vielmehr nur wie eine Tragschale des Räderwerkes, das ins Wasser hineinhängt; die Räder werden durch einen Dieselmotor int Boot getrieben; auch ist elektrische Stromzuführung möglich. Damit das Boot sich auch ohne die Schiene bewegen kann, ist es mit einer Schraube ausgestattet. Die Versuchsanlage im Dortmund—Ems—Kanal bei Münster hat die praktische Brauchbarkeit der Neueruug erwiesen. In dem Gutachten, das von den Kommissaren des Ministers über die Versuchsergebnisse erstattet wurde, heißt es u. n.: „Die Fahrten des Treidelbootes an der Schiene verliefen im allgemeinen einwandfrei und zufriedenstellend. Das Boot zeigte nur geringe Schwankungen und passierte die am Ufer deutlich gemachten Unterstellen stoßfrei und fast unmerklich. An einer für die Versuche hergeftellten Luftleitung fuhr das Boot anstandslos nach Belieben vor- und rückwärts. Das Aufsuchen und Einheben der Schiene bis zur Betriebsbereitschaft dauerte sechs Minuten. Zum Ausrichten des Stromabnehmers und Anlegen an die Luftleitung waren fünf Minuten erforderlich." Kurz, es scheint eine Verbesserung des Wassertransportes bevorzuslehen, die nach verschiedenen Seiten hin von Bedeutung ist. Das ergibt sich — wenn das Koßsche Verfahren erst Eingang gefunden hat — durch Vergleich mit den jetzigen Transportarten. Von den S ch r a u b e n d a m p f e r n ist bekannt, daß ihre Fortbewegung ein so starkes Wallen des Wassers nötig macht, daß dem Kanal aus dieser Wasserbewegung die schwersten Nachteile erwachsen. Die Uferböschungen werden infolge der von den Schraubenflügeln der Dampfer verursachten Wasserbewegung ausgewaschen und müssen repariert werden; das Bodenprofil, bei der Ausschachtung trapezförmig angelegt, wird allmählich muldenförmig, so daß die Fahrbreite an den Rändern sich verringert. Dann die Kettenfahrerei: in engen Kanälen ist sie gar nicht anzuwenden, weil die Kette in den Kurven nicht festgelegt werden kann und daher vom herankommenden Schiff in die „grade Linie" gezogen wird. Sie ist nur im großen Strom brauchbar, hat aber auch da ihre Nachteile. — Die neueste Errungenschaft knüpfte an die älteste Form der Schleppschifffahrt an, an die Treidelei, indem sie die treidelnden Menschen und Tiere durch die elektrische Lokomotive ersetzte, — ein System,^ dessen Anwendung zuerst beim Teltow-Kanal.durchgeführt wurde. Dies System tvirb sich auch so lange halten lassen, als die Ufer des Kanals noch schwach besiedelt, von Seiten- und Stichkanälen zu Hafenbassins hin noch wenig durchbrochen sind. Dann aber machen sich die Nachteile nachdrücklich geltend, die durch die Treideltrosse entstehen. Diese Trosse „rasiert" das Ufer: es darf ihr kein Baum, kein Hans, keine Unterbrechung durch Seitenkanäle im Weg sein. Diese Hindernisse zu überwinden macht heute schon Schwierigkeiten. Diese fallen aber alle weg, wenn die Zugkraft, wie bei der Wasserlokomotive, in grader Linie v o r den Schleppkähnen angreifen kann, ohne daß sie auf den festen Neibungswiderstand zu verzichten braucht, . also die ins Wasser verlegte Schiene. Und ferner fällt dann die Notwendigkeit weg, an beiden Ufern einen besonderen Eisenbahnunterbast zu erhalten. Die Ufer werden für jegliche Art anderer Anlagen frei. Man wird also der neuen Erfindung und ihrer Einführung in den öffentlichen Verkehr mit besonderem Interesse entgegen sehen können, humoristisches. * Eine Seele von einem Menschen. Ehemann (zn feiner Fran): „Fein! Für deine Hand, die du in der Wagentür gequetscht hast, bietet mir die Eisenbahn 1800 Franks Schadenersatz! . . ." —'.„Für den Preis machte ich die Geschichte gleich noch einmal!" Bilderrätsel. Auflösung in nächster Nummer. KO Auflösung des -- t voriger Nummer: HEBE EPOS KOSS MUSE AUCH NEUN Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen»