Donnerstag, den 8. August n ii «LZ rfS>?ggFlll S aTZwWj^^^™^ ' Sommkrlrutnsnts. Roman von Walter Bloem. Copryght 1910 by Grethiein & Co, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Oberleutnant Menshausen leitete die Ausbildung der Einjährigen und ihre Vorbereitung zum Offizierexamen, und von seinem Wohlwollen hing es sehr wesentlich ab, ob man bei der Entlassung zur Reserve die Qualifikation zum Offizier des Beurlaubtenstandes bekommen würde . . . Uebrigens war er ein harter Instruktor gewesen, der eine tiefe, grundsätzliche Abneigung gegen die „Intelligenz im Heere" besaß und sich gar keine Mühe gab, das zu verbergen . . .[ Also wirklich, es ging „um die Wurst!" Ach . . . und dabei war Hans Friesen heute so ganz und gar nicht dazu aufgelegt, seine Gedanken auf den Königlichen Dienst zu konzentrieren. . . Auf halb zwölf war er zu Frau Hauptmann von Brandeis befohlen, um dort den Damen des Regiments, die bei der Festaufführung im Kasino Mitwirken sollten, und dem Herrn Bataillonsadjutanten das Festspiel vorzulesen, das — er selbst — Hans Friesen, verfaßt hatte. . . Er, Hans Friesen, seiner bürgerlichen Hantierung nach Königlich preußischer Gerichtsreferendar und Doktor beider Rechte — zurzeit Seiner Majestät jüngster Unteroffizier... Wahrlich ... es war keine Kleinigkeit gewesen, unmittelbar nach bestandenem Referendarexamen . . . unN mittelbar nach dem Uebergang aus dem heiteren Studentenleben in Amt und Würde hinein . . . plötzlich ein gemeiner Füsilier zu werden und unter der Fuchtel roher Unteroffiziere inmitten derber Söhne des Volkes die Geheimnisse des langsamen Schritts und des Jnfanterie- gewehrs zu erlernen! . . . Und das nun gar, wenn man nicht nur ein alter Korpsstudent und königlicher Justizbeamter, sondern außerdem — ein werdender Dichter war. Ach, noch zwei Monate . . . dann würde die Schinderei zu Ende sein, und Hans Friesen würde wieder zu seinen geliebten Manuskripten und seinen weniger geliebten, aber um so ehrwurdigern Akten zurückkehren dürfen . . . Vorher aber galt's noch mancherlei Fährnis zu bestehen . . . Das Manöver war in Aussicht, und Hans Friesen war Korporalschäftsführer . . . hatte das Vergnügen, jedes Kommißbrot und jede Unterhose für seine Korporalschaft in Empfang zu nehmen... Samstags die Ausgehgarnitur auf Kammer zu empfangen . . . und Montags sie wieder in tadellosem Zustande abzuliefern . . . und dazu kamen all die tausend jämmerlichen und doch so notwendigen Michten der Fürsorge für zwanzig stramme Burschen ,. . Das alles zog durch des jungen Soldaten Hirn, als er Die ihm anvertrauten zwei Gruppen in langer Schützenlinie durch den blumigen Talgrund führte. . . Ach, dieser Talgrund schien so gar nicht geschaffen zum Tummelplatz für nägelbeschlagene Kommißstiefel. . . Hier mußte man mit einem süßen, braunäugigen Kind eng- umschlangen wandeln . . . und von holden und freudigen Dingen reden . . . holde und freudige Dinge tun. . . Gott, heute mittag würde er ja endlich einmal wieder Mensch sein, Kavalier sein, würde mit richtigen Damen reden! — Ob er das nicht überhaupt schon verlernt hatte im seelenmordenden Gamaschendienst? — Nun, an ihm sollte es jedenfalls nicht fehlen! Zwar auf sein Festspiel bildete er sich verdammt wenig ein . . . Da hatte er dem Dichtertum in seinem Busen ganz gründlich Zaum anlegen müssen ... Er wußte wohl: es tvar eine schrecklich langweilige, frostige Allegorie geworden . .. Aber Frau Major von Sassenbach hatte ihm durch Leutnant Blowitz mitteilen lassen, daß sie entzückt sei. . . Und das war ja schließlich doch der Zwecke der Uebung. . . Und heute mittag würde er von der schönen Frau von Brandeis empfangen werden . . . würde plaudern und ftui dieren dürfen mit ihr und den schlanken Töchtern des Majors . . . Es war fast wie ein Traum ... so ausgehungert wie mau war nach Schönheit und Glanz in dieser verfluchten Kas^nenatmosphäre, in dieser ekelhaften Tretmühle des Dienstes, in dem verblödeten Milieu der Unteroffiziere und Füsiliere. . . Merkwürdig nur, daß dies Tälchen sich so endlos lang hinzog. Schon eine Halbe Stunde mußte verflogen sein, seit er sich von der Kompagnie losgelöst und nun als eine Art kleiner Cäsar, als selbständiger Detachementsführer, in der Welt herumgondelte. Allmählich fiug's an, unheimlich zu werden. Er drehte sich um. Schweigsam trotteten seine Füsiliere hinter ihm her, das Gewehr im Arm, die Nase zum grünen Waldboden gesenkt. „Sagt mal, Kerls, weiß einer von euch, wo das Gehölz liegt?" Die Füsiliere saheu einander an. „Wat für en Jehölz?" sagte einer der alten Leute, „mir wisse uix von eine Jehölz." „Na, das Gehölz, wo wir uns aufbauen sollen, zum Donnerwetter!" „Da Hann mir doch nix von gehört — dat hat dä Herr Oberleutnant doch em Herr Unner'ffzier selbst jesagt!" grinste der Füsilier. „Nä, da wisse mer nix von," wiederholten grinsend die übrigen Kerle. Verflucht! — das war ja 'ne schöne Bescherung. „Halt!" kommandierte Friesen und überlegte. Ringsum Bäume, nichts als Bäume, Buchen und Eichen 196 —- gemischt — Waldsriede — Waldsriede —- wünschlose Sommers eligkeit. Was tun? — Offenbar war er zu lange geradeaus! gegangen, statt nach links abznbiegen, um den Saum des Wäldchens nach dem Exerzierplatz hin zu erreichen. „Ja, zum Donnerwetter, Kerls, weiß denn hier keiner Von euch Bescheid?" „Nä, hier wisse mir kei' Bescheid — wo will der Herr Unner'ffzier denn hin?" „Na, doch natürlich zuM Exerzierplatz hinüber, an den Waldrand!" - Die Füsiliere freuten sich königlich. „Da Exerzierplatz? i—, dä litt so janz do hinne!" „Himmelkreuzmillionen! — Also links schwenkt — Marsch!" „Na, vielleicht würde die Erste nicht gar zu früh' angreifen, und man kam noch zur rechten Zeit. Bäume — Bäume — nichts als Bäume. ■— Doch . . . noch etwas anderes als Bäume — unter den Bäumen dichtes Dorngestrüpp . . , immer dichter. . . immer dichter .. . Bei jedem Schritt schlugen den Vorwärtsdringenden Brombeerranken und Tannenzweige ins Gesicht. Die Füsiliere wurden ungemütlich: „Dat is ja en Schweinerei — hä kütt jo ke' Mensch nit dörch — —" Das mußte Hans Friesen schließlich selber einsehen, r- Also zurück-- Bautz! — da fiel in der Ferne der erste Schuß — plautz! ein zweiter — bautz '— b'autz ein dritter und vierter. . . Tas Gefecht mußte begonnen haben-- Himmel — und nun verließ sich der Oberleutnant Mens- hausen darauf, daß im entscheidenden Augenblick aus dem Hinterhalt das wohlgezielte Feuer der zwei detachierten Gruppen dem Feind in die Flanke fallen und seinen Ansprung über das Blachfeld des Exerzierplatzes lahmlegen würde . . . Ade, Leutnantsqualifikation . . . ade, Epaulettes und Schärpe. Ade, holdselige Hoffnung aus ein Paar Stunden eines höhern Daseins . . . Nach dieser Blamage, in dieser Elendstimmung vor die schöne Frau von Brandeis, vor die schlanken Majorstöchter treten, die ihm gewiß seine schauderhafte militärische Unzulänglichkeit am Gesicht ansehen und ihn im tiefsten Grund ihrer Seele verachten würden . . . das war eine Hölle statt des erträumten Daradieses! Martin Flamberg ärgerte sich ein wenig, als Beim Beginn der Felddienstübnng Hauptmann von Brandeis ihm die Führung der Kompagnie übergab. . . Das hätte der Hauptmann ihm doch auch vorher sagen können. . . dann hätte er sich einen Gaul zwischen die Beine geklemint . . . Na, es mußte nun auch so gehn! Mit ruhiger Sicherheit wiederholte er die Spezialidee und den Befehl, den ihm der Hauptmann mitgeteilt, traf noch unter den Augen seines Kompagniechefs sachgemäß die erforderlichen Anordnungen für die Unteroffiziere, die .er im Kreise um sich versammelt hatte . . . „Sehr gut, sehr gut!" lobte Hauptmann von Brandeis, „vollkommen einverstanden! . . . Na, und nun viel Vergnügen!" Und damit galoppierte er von dannen. Die Kompagnie hatte die Gewehre auf der Chaussee zusammengesetzt... die Mannschaft rastete im Graben... „An die Gewehre!" Hui, da kam ein Leben in den Ameisenhaufen,. . . „Stillgestanden!" Und mit drei kurzen Sätzen teilte Flamberg den Mannschaften mit, was sie zum Verständnis der Kriegslage wissen mußten . . . „Herr Leutnant Carstanjen, treten Sie an!" Der Kleine salutierte: „Erster Zug — Gewehr in die Hand ... die vorderste Gruppe als Spitze — schwärmen — der Rest des Zuges folgt unter dem Sergeanten Clausen!" Und der Vormarsch der ersten Kompagnie gegen den Feind begann . . . FlanÄerg schritt in mnnterm Geplauder mit dem jüngern Kameraden fünf Schritt vor der Spitze , , - Hei . . welche Lust, Soldat zu sein . . .! Welche Lust ... zu friedlichemUnd doch so ernstem und Mächtigem .Waffenspiel in die blauen Morgermebel hinein- zuprlgern -., Nach einer halben Stünde wär der Saum des Exerzier«» ettcicfyt. Selbstverständlich brauchte kein Geist voM Himmel herabzusteigen, um dem Kompagnieführer zu sagen, daß der Feind am Kastanienwäldchen liege . das war ja doch natürlich seit Jahrzehnten immer so gewesen . . . Und glatt und reglementsmäßig entwickelte sich der Angriff der Ersten unter den Augen der Schiedsrichter von der Hohen Tanne her auf das Kastanienwäldchen zu . . . das Gelände wurde trefflich ausgenutzt . . . bald zugweise, bald gruppenweise ging die Kompagnie im Sprung über die kahle Tenne des Platzes gegen den heftig feuernden Gegner vor. . . Und Flamberg begriff nur das eine nicht: daß die ganze Sache so glatt vonstatten ging. Er war daraus gefaßt gewesen, einen Flankenangriff von links !zu erleben, und hatte infolgedessen in das Gehölz zu seiner Linken eine starke Gefechtspatrouille geschickt... Jeden Augenblick erwartete er deren Warnungsschüsse zur Linken zu vernehmen . . . aber nichts erfolgte. Und hundert Meter vorm Kastanienwäldchen setzte Flamberg zum Sturmangriff an . . . Mit gezogenem Säbel sprang er zwanzig Schritt seiner Kompagnie voran beim Sturmmarsch der Tambours und dem dröhnenden Hurra seiner Füsiliere, Gerade auf die Mitte des Wäldchens rannte er los, wo. die berittenen Offiziere hielten, denen sich inzwischen, das sah er schon von weitem, der Bataillonskommandeur mit seinem Adjutanten beigesellt hatte. . . Im Augenblick, als er auf zehn Schritte an die Gruppe herangekommen war, winkte der Major seinem Hornisten,, und: „Das Ganze — halt!" klang schmetternd das erwünschte Signal zur Beendigung der Uebung über den weiten Plan. > Unmittelbar darauf erfolgte das Signal: „Zur Kritik!" „Bitte, Herr Hauptmann Goll!" Zwischen den zusammengezogenen Branen des Hauptmanns brütete das Unheil und entlud sich alsbald als fürchterliches Donnerwetter über den Oberleutnant Mens- hausen: „Herr Oberleutnant, wenn (Sie nichts Besseres zu tun wußten, als sich mit Ihrer ganzen Sippschaft am Waldrand einzubuddeln und den Angriff der Ersten abzuwarten , . . dann hätte ich schließlich gerade so gut die Kompagnie von einem Unteroffizier führen lassen können. . . Was haben Sie sich bei dieser stumpfsinnigen Maßregel denn eigentlich gedacht Oberleutnant Menshausen bebte vor Wut und Schaml Die Hand am Helm, sagte er, als der Hauptmann seine Frage gestellt hatte: „Ich habe den einjährig-freiwilligen Unteroffizier Friesen mit einem Halbzuge in das Gehölz dort zur Rechten geschickt, und zwar mit genauer Instruktion ... Er sollte im Augenblick, wenn die erste Kompagnie nach ihrem Vorgehen auf der Höhe des Gehölzes! angekommen wäre, Flankenfeuer geben!" „Bedaure — habe nichts von Flankenseuer gemerkt! Wo steckt denn Ihr Unteroffizier?" „Daß weiß ich nicht, Herr Hauptmanns,. - er muß sich verlaufen haben!" Leutnant Blowitz, ho.ch zu Roß, flüsterte dem Major eine Bemerkung zu. „Aha — der Dichter — na, das fehlte mir gerade! Erst brennt bei den ersten Schüssen ein Gaul durch, auf! dem zufällig ein Herr von der Landwehr angebracht ist . , K dann schmeißt dieser unglückliche Einjährige die ganze Uebung um. . . Na, warte/mein Jungchen . . . dir werd ich das Dichten austreiben! Aber bitte weiter, Herr Hauptmann, Sie haben noch nicht den Angriff der Ersten bet' sprochen!" Flämberg erhielt ein gerüttelt und geschüttelt Maß voll Lob, sowohl von Hauptmann Goll, als auch nachher beim Schlußwort des Bataillonskommandeurs: „Ihre Leistungen',: Herr Leutnant Flamberg," sagte der Major, „söhnen mich einigermaßen mit her Situation aus! — Ich danke Jhnev, meine Herren — i—" Rum, plUm, plumbidibum. — Heimwärts ging's mit Trommelschlag und munterm Gekreisch der Pfeifen $. $ Martin Flämberg Mar kolossal vergnügt -. . Er mar-, schierte dicht hinter der Gruppe der Berittenen und sanU eine muntere Epistel zusammen,, mit der er seiner Braut das „Wasfenglück" des ersten UebUngsmorgens zu perW.udM gedachte -, - Ha, welche Lust, Soldat zu sein.. U > (Fortsetzung folgt.) *- ’ « ..... , —.....T 491 Der Ebsdörfer Grund. Lage und Name. Ter Oberwald, ein breiter, vom Vogelsberg ausgehender Gebirgsrücken von mäßiger Höhe, zieht sich in südwestlicher Rich- tung hin zwischen der Lumda und Zwester Ohm, zwei Bächen, welche die Lahn unterhalb Marburgs von der linken Seite empfängt; gegenüber liegt der in Längsrichtung von Süden nach Norden am linken User der Lahn sich erstreckende Lahnberg. Zwischen; diesen Höhenzügen eingebettet, ruht still und friedlich der anmutige Ebsdörser Grund, wie ein Säugling an der Mutter Brust. Auf den einschließenden Höhenzügen erheben sich einzelne Berge: auf dem Oberwald: Seist (405 in), Leidenhofer Kopf (393), Sennberg (382), Hattenberg (377), Totenberg (356)). Vom Lahnberg herab grüßt freundlich der Frauenberg mit seiner Ruine, zwei Gasthäusern und der französischen Kolonie; weiter nördlich merken wir Stempel, Lichteküppel und Spiegelslust. Eine niedrige, zwischen Beltershausen und Moischt vom Lahnberg ausgehende und jenseits Wittelsberg den Oberwald erreich!ende Hügelkette mit dem 320 Meter hohen Basaltkegel von Wittelsberg bildet die nordöstliche Grenze des Ebsdörfer Grundes. Nach Südwesten geht er bei Bellnhausen in das offene Lahntal über. Aussichtsreiche Punkte sind: Roßberg, der kahle Basaltkegel des Staufenberges bei Treihausen, die Erhebung von Heskem, die Höhe von Beltershausen, der „Kirchberg" bei Wittelsberg, Ebsdorf, die Terrasse von Bellnhausen. U. a. sind, die Ohmebene mit der Amöneburg und der Tünsberg Bet Gießen sichtbar. Ten Tünsberg erkennt man auch von dem mit einem _ Aussichtsturm gekrönten Leidenhofer Kopf aus, der auch zum Ebsdörfer Grund, Frauenberg, Stempel, Spiegelslust, Rimberg, Burgwald, Hainagebirgö, Amöneburg, Knüll, Staufenberg, Gleiberg und Vetzberg eine vorzügliche Fernsicht bietet. 1 Im Herzen des Ebsdörser Grundes liegt Ebsdorf; die nähere Umgebung dieses Ortes, etwa von Heskem bis Hachborn, ist der Ebsdörfer Grund im engeren Sinne. Indessen müssen wir den Begriff weiter fassen. Allgemein bezeichnet man wohl den Ebsdörser Grund als eine südöstlich von Marburg gelegene Niederung, das Tal des Ober- und Mittellaufes der Zwester Ohm. Wir schließen den Unterlauf dieses Baches in unsere Beschreibung mit ein. Tas Tal der Zwester Ohm unterhalb Hachborn führt den Namen „Schnitzengrund". ij : Ortsnamen. Alle Namen, mithin also auch die! Ortsnamen, sind ein wichtiger Bestandteil unserer Sprache. Tiefe aber, ein Kunstwerk der Natur, hat ihre Wurzeln in der menschlichen Gesellschaft und ist bedingt durch den physischen und geistigen Zustand der Völker. Die Ortsnamen sind die von dem Dasein des Menschen hinterlassenen Spuren. Viele von ihnen sind Marksteine in der Geschichte der Völker: als lebendige Zeugen berichten sie oft von Vorgängen, die ohne sie niemals entdeckt werden könnten. „Tie deutschen Gewässer haben Jsisnatur, und Nixen, Undinen und Elfen wurden stets weiblich gedacht." Ter letzte Teil unseres Flußnamens Zwester O h m entstammt nicht dem Deutschen, ist aber doch weiblichen Geschlechts. Er ist keltischen Ursprungs und lautete, wohl ursprünglich Oma, Ama, Amanah, Ohmene. Bei den Alemannen treffen wir vorwiegend Namen auf -ach, -beuren, -Hofen, -ingen, -wang, -Weiler. Möglich vielleicht, daß Selben» Hofen eine alemannische Niederlassung ist; 1018 hieß der Ort Lindenhoue. (Das Städtchen Grüningen in der Nähe von Gießen, soll von den Alemannen gegründet worden sein.) Ortsnamen mit den Endungen --bach, -dorf, -seid, heim, -häufen, -scheid finden wir bei den Franken. Heskem wird schon frühe Hei- stingenheim, 1199 Heistenheim, 1377 Heistenkeym, 1506 Heiste- hain, 1613 Heissigheim, später Hessigkem genannt. (Haisting, Heistine ist ein sehr alter und selten vorkommender Mannesname, in dem vielleicht die gotische Wurzel ushaists = arm steckt). Nicht weniger als acht Ortsnamen int Ebsdörfer Grunde enden auf -hausen: Wermerts-, Drei-, Belters-, Erben-, Jlsch-, Hassen-, Belln- und Sichertshausen. Wermertshausen kommt im 10. Jahrhundert unter dem Namen Wermbrachtshusen vor. Drei- Hausen besteht aus drei HLusergruppen: Ober-, Mittel- und Unterhausen. In Beltershausen soll der Sage nach eine heidnische Opferstelle gewesen sein, die dem Gott Baldur geweiht war; daher führte der Ort früher den Namen Balders-, später Beldershauseu. Auch der Hessenname lautete früher anders; er hat sich aus Chatten über Hatten und Hassen zu Hessen entwickelt. Noch trägt das Dorf Hassenhausen den Hessennamen. Am Anfang des 9. Jahrhunderts hieß Ebsdorf: Ewilizdorf und 1289 Ebizdorf. Auf -berg endigen Roßberg und Wittelsberg: letzterer Ort wird 1360 als Wittelsbergk erwähnt. Im Jahre 813 wird Hachborn unter dem Namen Hauucabrumio, 1189 Ha- vecheburnen, 1255 Hachenbörne, 1348 Hacheburn, sowie Haucke- bron genannt. Mölln hieß früher Mulinen, d. h. zu den Wühlen. Noch wird in Flurnamen die Farbe des Bodens bezeichnet; -.rote Erde" findet sich bei Treihausen, schwarze bei Mölln und Leidenhofen, weiße z. B. bei Kirchhain. Hessische Ortsnamen (Erfurtshausen, Nassen- und Trockenerfurth usw.) sind mit „er" zusammengesetzt; cmch heißt eine Feldlage bet Hassenhausen >,Er". Bet' Leidenhofen liegt der Krökenhfuhl, welche Bezeichnung Wohl nicht auf einen germanischen Gott Crodo, sondern auf die ost fälschlicherweise verachtete und verfolgte Kröte zurück- zuführen ist. G e olo g i sch e Udb er si ch t. Tie Wissenschaft der Geologie, welche die Frage der Enh, stehung der jetzigen Erdoberfläche zu beantworten sucht, wird wohl nie genau angeben können, wann der Erde Grund gelegt wurde. Viele Geologen sind — als Folge der Lehre Darwins über die Entstehung der AtteN — der Ansicht, die Erde sei wenigstens 230 Millionen Jähre alt. Strutt, ein englischer Physiker, kam' mit Hilfe der Theorie über die Radioakttvität der Stoffe zu dem Schlüsse, daß die int Thorianit vorhandenen Mengen Helium zu ihrer Bildung mindestens 240 Millionen Jahre brauchten. Danach ist also die Erde noch alter, und ein Mineral vermag sein! eigenes Alter anzugeben. Durch die von ihnen hetrührenden Bildungen können wir die vier Zeitalter in Hessen nachweisen. In der Mitteloligozänzeit bedeckte der ärmelförmige See der Hessischen Senke den Graben- bruch von Kassel bis Frankfurt a. M. Ter Ebsdörfer Grund/ ein Anhängsel dieser Senke, wird nur lose durch die zwischen Wittelsberg und Moischt verlaufende niedrige Hügelkette von dem ausgedehnteren Ohmtale geschieden. Tertiäre Tone, Sande, Schottern und Süßwasserkalks erfüllen die Talniederung des Ebsdörser Grundes und reichen an manchen Stellen hoch an den Gehängen empor. Man nahm an, daß dem Oberoligozän die Sande und Quarzite angehören, „welche sich von Frielendorfs aus südlich nach Gießen zu erstrecken (Felsenmeer östlich Schweinsberg, Hachborn, Daubringen usw.), und es ließe sich möglicherweise dann ein Zusammenhang mit gewissen Sanden des Mainzer Beckens nachweifen". Nach anderen gehören zum Miozän die Melanientone bei Ziegenhain, über den Sanden und Quarziten lagernd, welche bei Frielendorf und Leidenhofen manchmal Knollen oder kleine Lager von gelblichem Kalkstein aufweisen. Aber auch die meisten Braunkohlenbildungen Hessens gehören dem Miozän an, auch die des Ebsdörfer Grundes. Vor Jahren trug man sich einmal mit der Absicht, die Braunkohles- schätze im Ebsdörfer Grunde zu heben; doch scheiterte der Plan, wohl an der geringen Ergiebigkeit bei Vornahme von Versuchern Tie Braunkohlen des Ebsdörfer Grundes gehören der Periode der älteren Braunkohlenbildung an. Bis zur Aendernng ihres Laufes (zur südwestlichen Richtung) Bei Heskem wird die Zwester Ohm beiderseits von Basalten Begleitet, die der Basaltmasse des Vogelsberges zuzurechnen find. Bei Treihausen wird ein ebenflächiger, etwas muscheliger Basalt gewonnen, der ausgedehnte Verwendung als Pflastersteine findet. Zahlreiche hellgrau gefärbte Olivine, Spaltungsflächen vom Augit und reicher Zusatz vom Olivinfels glänzen aus der Grundmasse hervor. Bei Wittelsberg findet sich anstatt des farblosen Glases braunes Glas vor; der dorttge Gangbasalt verdankt einer sehr jungen Eruption sein Dasein. Auch am Staufenberg bei Roßberg zeigt der Basalt eine glasreiche Ausbildung. Vermutlich ist der Staufenberg der Eruptions (vulkanische Ausbruch-) pünkt für den großen Lavastrom des Trei- häuser Basaltes. Tas noch 1881 vorhandene, aber schon 1887 zerstörte sehr merkwürdige Profil des gebrannten Berges zeigte zwei verschiedene Gesteine, einen hellgrauen Tolerit und ein schwarzgraues Gestein. Tie Strombasalte haben — gegenüber den ebenfalls hier auftretenden gangartig lagernden Basalten — den Löwenanteil. Ter fogeuamite Änamesit bildet den Uebergang vom echten Basalt zum Tolerit. Hydrographische Verhältnis sei „Es rinnet das Bächlein vom Berge zu Tal, Es glänzen die Wellen int Sonnenstrahl. — Als Knabe einst stand ich am singenden Bach Und lauschte und schaute den Wellen nach. Auch sind sie am Jüngling vorüber gerauscht, Und habe ich träumend dem Liede gelauscht." Ja das Tälchen der Heimat, wie wonnig, wie schön! Und was wäre sie ohne das murmelnde und plätschernde, lispelnde und erzählende Bächlein?! Auch den Ebsdörfer Grund durcheilt ent rauschender Bach, rast- und ruhelos: die Zwester Ohm. ^hren Ursprung verdankt sie einigen Teichen bei W e r m e r t s h a u s e n. Anfangs ist ihr Tal eng; unterhalb' Roßberg aber erweitert es sich schnell, nimmt aber bann hinter Ebsdorf wieder an Breite ab. Unterhalb Erbenhausen durchbricht der Bach den Bunt- sandsteinrücken des Lahnberges, weshalb dieser Teil des äales wieder eng und der Lauf vielfach ein gewundener wird^ Nach etwa dreistündigem Laufe ergießt sich die Zwester Ohm bet Sichertshausen in die Lahn. Der wasserführende Horizont von Sichertshausen bis Ron- Hausen verdankt höchstwahrscheinlich den Letten (magerer Ton) des oberen Zechsteins seine Entstehung. Aehulich wie dieser tritt der untere BMitsandstein nur in einer schmalen, von Wetter bis Hassenhausen verlaufenden Zone zutage. Drei ziemlich starke Quellen entspringen in der Nähe des unteren Buntsand- steins gegen den Zechstein: bei Hassenhausen der Oberborn, Bet Hachborn der Hachborn und bei Ebsdorf der Lteinborn. Ta 492 diese Quellen über die mittlere Jahrestemperatur der Luft stark erwärmt sind, ist anzunehmen, daß sie den Konglomeraten (verbundenen Gesteinen) ihre Entstehung verdanken. Tas Wasser der Quellen wird mehr und mehr zur Speisung von Wasserleitungen verwendet, deren Segen sich schon bei manchem Brande gezeigt hat, und zu deren Anlage daher auch die Brandkasse erhebliche Beträge beisteuert. Noch besitzen nicht alle Orte des Ebsdörfer Grundes Wasserleitungen, es bestehen solche in Treihausen, Roßberg, Heskem, Wittelsberg und seit kurzem in Beltershausen. Ganz besonders ist diese Art der Wasserversorgung aus Gesundheitsrücksichten zu empfehlen. Tas Gebiet der Zwester Ohm weist eine Bevölkerungs^ifferi von annähernd 6000 Seelen auf. Im einzelnen ergeben sich folgende Zahlen: Treihausen hat 967, Ebsdorf 697, Hachborn 671, Heskem 548, Wittelsberg 513, Leidenhofen 452, Beltershausen 348, Bellnhausen 331, Sichertshausen 345, Hassenhausen 264, Roßberg 265, Wermertshausen 196, Ilschhausen 83, Erbenhausen 57 Eimvohner. Frühgeschichtliches. Erst als die Quellen rieselten, die Bäche plätscherten und die Ströme rauschten, war auch Raum für den Menschen geschaffen. Bogelsb-erg und Lahnberg, die den Ebsdörfer Grund einschließenden Gebirge, wurden in der zweiten Hälfte der Ter- tiärperiode, in welcher Zeit jene großartigen Faltungen der Erdrinde stattfanden, gebildet. Weit über die letzte Eiszeit zurück- reichen rohe, von Menschenhand verfertigte Werkzeuge, welche sich in den Ablagerungen jener Zeit finden. Mindestens 30.000 Jähre sind für das Alter dieser Ablagerungen anzunehmen: der Zeitraum kann aber auch zehnmal so lang sein. Rühren aber die Eolithe von Menschenhand her, so könnte, wie der Geophysiker Professor Pcnck ausführte, die Menschheit ein Alter von mehreren Millionen Jahren haben. Als den ältesten ihr bekannten menschlichen Schädel bezeichnet die Wissenschaft den bei Chapelle-aux- Saints in Frankreich gefundenen. Freilich entfernt sich das Gehirn dieses prähistorischen Menschen sehr von dem unseres jetzigen Geschlechtes und steht selbst hinter den Gehirnformen der primitivsten Völker zurück. Aehnliche Funde stehen in Hessen noch aus. Dagegen ist durch Auffindung von Gräbern u. dgl. bewiesen, daß Hessen schon in der älteren Steinzeit bewohnt war. Tie Spuren deuten auf die Werragegend, Vöhl, Züschen u. a. Ob der Ebsdörfer Grund in jener ersten Periode des Menschengeschlechts besiedelt war, könnten nur etwaige stumme Zeugen im „dunklen Schoß der heiligen Erde" beweisen. Bei Vöhl und Züschen sand man sog. Steinkistengräbcr. Tie tieferen Lagen des Ebsdörfer Grundes mögen nicht sehr frühe bewohnt gewesen sein; denn auf sie trifft das Wort des Tacitus zu: „silvis horrida, palu- dibus foeda"= schauerlich durch seine Wälder, scheußlich durch seine Sümpfe. Ter Ebsdörfer Grund war einst ein Tal voller Sümpfe; zur Zeit Christi und später wohl noch ein zusammenhängender Sumpf- Noch vor hundert Jahren zeigten sich hier häufig Spuren von Sümpfen, besonders von Heskem bis zur Lahn. Tie Gegend von Hachborn, wo sich um 800 n. Ehr. der sächsische Graf Hiddi niederließ, wurde zu Karls des Großen Zeiten angerodet. Hiddi, ein Karl dem Großen zugetaner Sachse, wurde deshalb von seinen Landsleuten gehaßt und mußte fliehen. Wolfsanger (bei Kassel) schien ihm nicht sicher genug, und so siedelte er sich bei Hachborn an, wo ihm ein königliches Lehen übertragen wurde. Sein Sohn Asig oder Hessiko, in dem Erbe bestätigt, starb im Kloster zu Fulda. Der älteste Ort der Niederung ist wohl Ebsdorf, worauf Königshof, Kirche und Gericht Hinweisen. In der Nähe von Roßberg verlief die alte Heerstraße, welche aus dem Lumdatal heraufkam und nach Amöneburg führte. Von Gießen ging eine Straße durch den Ebsdörfer Grund bis nach Amöneburg. (Fortsetzung folgt.) vermischte». * Ein internationaler Taubstummen-Kon- greß. Das Amphitheater Richelieu in Paris bietet in diesen Tagen einen unvergeßlichen Anblick. Angehörige aus aller Herren Länder drängen sich in großer Zahl durcheinander und führen erregte Unterhaltungen, ohne daß ein einziger Laut ertönt: der dritte internationale Taubstummen-Kongreß hält seine Tagungen. Aus den Vereinigten Staaten sind etwa ein Dutzend Delegierte da, 40 aus England. Die Deutschen, Oesterreicher, Italiener, Belgier, Skandinavier, Spanier, Portugiesen, Schweizer und Japaner sind vertreten. Der Kongreß erhält dieses Jahr seine besondere Bedeutung durch die Feier des 200. Geburtstags des Abbs de l'Epoe, des großen Taubstummenlehrers, der das französische System der Erziehung durch Zeichensprache begründet hat. Die Sitzungen "wurden durch eine Rede des französischen Staatssekretärs Morel eröffnet, deren tönende Worte aber wir-- kungslos verhallten, bis der Dolmetscher Omnss sie mit erstaunlicher Geschwindigkeit in die Zeichensprache übertragen hatte. Da erst wurde in der seltsam stillen Versammlung wieder und wieder starker Applaus,durch Händeklatschen laut. Die meisten Ansprachen vollzogen sich in lautloser Stille. Die Delegierten redeten in der Zeichensprache und der Beifall ihrer Schicksalsgenossen kündete ihnen an, daß sie auch ohne Worte verstanden wurden. Die tiefe Ruhe, die in den Diskussionen dieses Kongresses herrscht/ wird nur bisweilen in seltsamer Weise durch die unartikulierten Laute unterbrochen, in denen Taubstumme gelegentlich mit sich selbst reden. Besonders die Ansprache eines türkischen Taubstummen/ die mit außerordentlicher Ruhe der Geste höchste Klarheit verband/ war ein Triumph pantomimischer Kunst und erregte die Bewunderung der andern. Das Hauptthema der Verhandlung war die Erörterung der Vorzüge und Nachteile der Zeichensprache. Sie gewährt ein wundervolles Mittel sür die Taubstummen, um sich untereinander zu verständigen, aber sie schließt sie von der redenden Umwelt ab. Deshalb hat man gesagt: „Das Zeichen ist ein Unglück für den Taubstummen." Auf dem Kongreß wurde eine Methode vorgeführt, durch die die Taubstummen lernen, sich mit dem Munde verständlich zu machen und das Wort von den Lippen der andern abzulesen. kf. Die anigetischte Madonna. Ans Barcelona wird berichtet: Ein Fischer batte vor einigen Tagen vom Meeresgründe eine schwere Blasse, die buchstäblich von Algen und Muscheln eingehüllt war, ans Tageslicht gebracht. Wie groß war sein Erstaunen, als sich die Masse, nachdem sie gereinigt und von allem Unrat beireit war, als eine prachtvolle Madonna-Statne entvupvte, die ans dem prächtigsten Marmor gemeißelt ivar Spanische Archäologen sind der Ansicht, daß diese Statue mehrere Jahrhunderte hindurch auf dem Meeresboden geruht hat, und daß sie wahrscheinlich zu den Bildwerken gehört, die die Krieger Johanns von Oesterreich ivährend des Feldzuges gegen die Türken mit sich führten. ______________ Büchertisch. — „Ge s uudb ru n n e n", Kalender des DürerbundeA Soeben erscheint zuni sechsten Male der Gesundbrunnen, der Kalender des Türerbundes für das Jahr 1913. Für den, der die früheren Bändchen kennt, bedarf es keines empfehlenden Wortes. Denen aber, die diese Jahresgabe des Türerbundes noch nicht kennen lernten, sei es gesagt, daß das Buch von scharfen Kritikern als Musterkalender, als beste Lösung des Kalenderproblems bezeichnet wurde. Und tatsächlich: es ist unmöglich, für den billigen Preis von 60 Pfg. ein gleich gutes Volks- und Familienbuch zu schaffen. Auf 216 Seiten bringt er eine Fülle wertvoller Aufsätze für jung und alt, hoch und niedrig, gelehrt und ungelehrt, für Stadt und Land. Sieht man dazu noch die prächtigen Zeichnungen, die Schattenrisse, den Buchschmuck, die musikalischen Beiträge, bedenkt man, daß ein sich ergebender Reingewinn restlos der Arbeit für Volkskultur zugute kommt, so wird niemand mehr zweifeln, daß das Buch wert ist, in Hunderttausenden verbreitet zu werden. — Ernst Wichert: T i e S ch w e st e r n. Mit. einer Em- leitung von Dr. Ernst Schultze, einem Bilde des Verfassers und Illustrationen von F. Cohrs. („Hausbücherei" Band 37), Verlag der Deutschen Tichter-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg-Groß- borstel. Wenige Völker sind heute von einem so eigenartigen! Reize umgeben, wie der aussterbende Stamm der Litauer, dem der Stoff zu der Erzählung von Ernst Wichert entnommen tft, die tue Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung als neuen Band ihrer „Hausbücherei" herausgibt. Das hübsch ausgestattete Buch erzählt von der Eisersucht zweier Schwestern. Anziehende Charaktere sind sie beide: die muntere, leichtsinnige Katre, und die ernste fleißige Mare, die beide den Seemann Janis lieben. Nach dem Tode der einen Schwester gilt die Eifersucht der leidenschaftlichen Litauerin dem Kinde der Verstorbenen, und Mare läßt sich zu einem Verbrechen hinreißen. Der Leser ist jedoch von solcher Teilnahme erfüllt an dem Geschicke der Schuldigen, daß ihn der Freispruch des Richters wider Willen erfreut. Die Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stistung hat einen guten Griff getan, als sie dieses fesselnde und starke Buch in einer billigen Ausgabe erscheinen ließ. ________________ 8!at-Aufgabe. Da Vorhand und Hinterhand pasien, tourniert Mittelhand in der Hoffnung, einen oder zwei Wenzel zu finden — Grand will sie nicht riskieren — mit folgenden Karten: +*+ + .+ +*+ Sie wendet jedoch Pique-Dame imb findet noch Carreau- Neun, muß demnach Pique-Tournee spielen. Tas Spiel wird mit Schneider gewonnen. — Wie müssen die Karten verteilt jein und wie wurde gespielt? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Anagramms in voriger Nummer: Lech, Elch. Redaktion: I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck imb Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.