donnekstag den 8. Februar H uJOb1' lijöS MMU»« TggUj äSIS W ;ßui: AM ** MÄWWjM Glückslasten. WvMM von Hianns von ZobeltiA WMdruck verboteipl (Fortsetzung.) Uudarcza atmete auf. „Na denn — schön, lieber Junge." Er sprach noch ein paar Vatertöne. Ein Moralist sei er ja nicht, aber das Jen sei nun mal das schlimmste aller Laster. Es ruiniere früher oder später jeden, aber auch jeden: Geldbeutel und Charakter. Dann kamen sie auf allerhand- andere Dinge: auf das Regiment, auf den Klub, schließlich auch auf Signe. „Signe ist einfach verschroben, Papa. Da solltest du wirklich mal ein bißchen straffer die Kandare anziehen. Das mit Hoburg schreit zum Himmel! Der arme Kerl schleicht umher wie eine geknickte Lilie. Erst Hoffnungen machen — und das hat Signe getan — und dann einen Korb geben. . . einem Prinzen. . . hübsch ist das nicht. Ich halte ja Signe viel zugute. Sie kann Ansprüche machen, so schön wie sie ist. Es hat aber alles feilte. Grenzen. Und der arme. Hoburg ist nicht der einzige. Erinnerst du dich unseres netten Horfeck? Den hat sie ganz toll und verrückt gemacht. Ich wiegele ja ab, wo ich kann. Aber ich sehe es kommen: nächstens schießt er auch los und holt sich, einen Korb. Nee — schön ist das nicht —" Vater stand auf. Die Zigarre war zu Ende, und er wollte auch nichts mehr über Signe hören. . Er schien-/ der le mit dem Sohn noch einmal durch die Zimmer, um sich einen kleinen Humpen zeigen zu lassen, den Haroi in Gotha gewonnen hatte. Dann fiel ihm im Vorüber-; gehen das Bild der schönen Frau auf dem Schreibtisch wieder in die Augen. Er machte einen langen Zeigefinger. -„Wer ist beim das da, Eberhard? Da! Mitten zwischen uns allen —" Eberhard stand halblinks hinter dem Vater, und der sah nicht die dunkle Röte, die über das Gesicht des Sohnes flutete/ und sah nicht, wie er die Unterlippe zwischen die Zähne nahm/ Nur daß Hardt nicht sofort antwortete, fiel ihm ans. Aber als er sich umwandte, hatte Eberhard schon die Fassung wiedergewonnen. ! „Schöne Fran — nicht wahr?" „Ja, ich weiß gar nicht, gesehen muß ich sie schon haben." „Aber gewiß. Auf dem Wohltätigkeitsfest bei Kroll. Ich soupierte ja da mit ihr und ihrem Mann,"- > . „Also wirklich verheiratet?" Eberhard lachte: „Versteht sich! Herr und Frau Wh ne." ■ der Komiker?" ' 1 ; -Ja doch, alter Herr. Wil etivas ungleiches Paar. Mbrigens wirklich eine anständige Frau," „Na, iiimm's mir nicht übel, Hardi, wer sein BUK an einen jungen Leutnant schenkt —" „Du lieber Himmel, Papa! Du siehst doch, daß ich es zwischen eure Photographien gestellt habe. Frau Ware weiß ganz genau, daß das Bild bei mir in guten Han4 den ist." , ! ■ ; ! / „Frau . 7 . Cläre . . Eberhard lachte wieder. „Alter Herr, sei nicht komisch. Man ist doch nur einmal jung. Gönnst du mir solchen kleinen Flirt etwa nicht?" Vater stellte die Photographie wieder hin. Allerdings nicht zwischen Mutter und Signe, sondern ganz auf dech linken Flügel. Aber das war wohl Zufall. „Ihr seid mir nette Bürschchen, ihr von heute!" sagte, er dabei und schmunzelte doch- wieder. „Na, a.ddio, Hardr, und laß dich bald mal sehen — — —" Das war etwa vierzehn Tage vor Weihnachten gewesen, und in den nächsten beiden Wochen vergaß Vater so ziem-: lich alle kleinen und großen, wirklichen und eingebildetes Sorgen. Er und Frau Ida lebten ganz der Wonne, endlich einmal recht aus dem vollen einkaufen, bescheren zu können. Er freilich noch etwas anders als- Mutter: sie fuhr von einem großen Geschäft zum andern, er ging suchend durch die Straßen, musterte die Auslagen und war glücklich, wenn er etivas .fand, mit dem er eine besondere Freude glaubte bereiten '51t können. Das war schon früher seine Art gewesen: nur daß es sich in Korkin um allerhand billige Kleinigkeiten gehandelt hatte, und daß nun der Preis keine Rolle mehr spielte. Aber eine persönliche Note sollten seine Geschenke auch jetzt haben. Die Geselligkeit ruhte in der Adventszeit fast ganz. Ein paar kleine Diners, ein Konzert in der Philharmonie, , ein Empfang beim japanischen Botschafter — das war alles. Mai/ saß am Wend meist ruhig zu Hause. Die Mädchen arbeiteten. Auch Signe. Eigentlich lag ihr das! nicht, und früher hatten sie wohl oft genug über die „augenverderbenden Stickereien" gespöttelt. Jetzt entfaltete sie einen Eifer, der Do do staunen machte. Und noch mehr staunte Dodo, welche Geschicklichkeit diese langen, schmalen Finger entfalten konnten, wie unter ihnen eine simple Arbeit ein kleines Kunstwerk wurde. Staunte und sagte sich daml doch neidisch: .Signe kann eben alles -- wenn sie nur will! , , ,, . _ Dabei war Signe sehr still geworden in Die)er Zeit und „unheimlich nachdenklich", fand Dodo. Und hatte manchmal ganz absonderliche Ideen. Daß sie für die beiden kleinen „Neuleute" zwei Mese'npuppen ausstaffierte, die beide meisterlich getreu Wiedergaben, wie sie in dem lebenden Bilde gestanden hatten, das mochte ja angehend die „Neukinder" hatten es Signe nun mal angetan unfl waren auch süße Bälger. Aber daß Signe dann noch halbe Nächte lang Puppen Mr eine Bescherung int Kind erkranken-; Hans schneiderte, das war doch ziemlicher Unsinn : so etwas 86 — kaufte uran schließlich fertig ebenso grrt, darin hatte Mutter recht. Esn bisset neidisch war Dodo am Ende doch. Sie kam sich unendlich langsam und ungeschickt bei ihren Arbeiten vor. Es ging ihr gar nicht von der Hand. Und ungednl- big war sie, zum Verzweifeln. Alle Augenblicke mußte sre anispringerr, mal durch die Zimmer toben; zwang srch dann Wieder, stickte mit roteri Backen ein kleines Pensum und warf die Arbeit aufs neue in den Korb: „Signe, erzähl was!" Wer Signe sah dann nur lächelnd auf — mit eurem aanz eigenen Lächeln. Wenn man lächelt, soll das von Rechts wegen doch ein Zeichen sein, daß man vergnügt ist. Signe lächelte aber manchmal, fand Dodo, als ob sie eigene lich weinen möchte. Weinen — unsere kluge, schöne Srgne: das war nurr wieder „einfach lächerlich". Es wurde ein Riesenaufbau, unten in der Halle. Ern Tannenbaum, der fast bis zur halben Höhe des großen Raumes reichte, mit Hunderten von Glühlämpchen; Gabentische, auf denen die Geschenke sich hier und dort unheimlich türmten. Zuerst sang Signe „Heilige Stacht" — bet* rauf hatte Vater bestanden; dann gab es das ublrche Staunen, Bewundern, Bedanken. Wer es war wunderlich, die rechte Stimmung Wollte nicht aufkommen. Vergeblich mahnte Vater: „Kinder, seid doch vergnügt, tote ihr immer in Körlin gewesen seid!" Dann nahmen sie einen Anlauf, doch es blieb bei dem. Mles war so anders wie ehedem. Nur Mutter war sich in einem gleich geblieben: sie sprach sofort davon, daß sie die Spitzen, die Vater ihr geschenkt, und die Bronze, die die Kinder gemeinsam gekauft hatten, umtauschen müßte. Das gab daun wenigstens einen Grund zur Heiterkeit. Und Friedel erzählte von einem Herrn, der zu Gerson hereingestürmt kommt: „Geben Sie mir eine Bluse, eine seidene Bluse!" — „Bitte -— welche Farbe?" — „Geben Sie mir nur irgend eine." „Aber, mein Herr, Sie müssen uns doch wenigstens etwas beschreiben, von welcher Art —" „Nein, nein! Geben Sie mir nur irgend eine Bluse — umgetauscht wird sie doch!" Früher als sonst ging man zu Tisch. Aber der Sekt schien nicht so wirksam, wie ehedem der dünne Arrakpunsch. Der Frohsinn kanr nicht recht zum Durchbruch, und wenn er einmal ausflackerte, war es, als sei er erzwungen, und erlosch gleich wieder. Den beiden Söhnen merkte man es an: sie saßen wie auf Kohlen. Eberhard empfahl sich auch sobald als möglich: eine Verabredung mit Kameraden, die sonst so einsam säßen. Dann schickte sich auch Friedel zum Fortgehen an. Er sagte wenigstens ehrlich: „Ich habe versprochen, noch bei Braunsteins auf einen Augenblick vorzusprechen. Seid nicht böse." Vater und Mutter schwiegen verletzt. Aber Dodo rief: „Feiern die denn auch Christabend?" Da wurde Friedel unangenehm. Er verbat sich diese „naseweise Art" in sehr entschiedenem Ton. „Und übrigens, Dorothee, kannst du dir hinter die Ohren schreiben, daß Braunsteins wahrscheinlich bessere Christen sind, als du und ich! Jeden-, falls aber ist Fräulein Braunstein ungleich besser erzogen als du. Das laß dir nur gesagt sein." Man saß noch zu vieren eine Weile zusammen, aber es lag wie Blei auf der Stimmung. Dodo schluckte noch immer an der Zurechtweisung, die sie erfahren hatte, und auf die sie bei aller Schlagfertigkeit die Antwort schuldig geblieben war. Vater fragte, scheinbar beiläufig, aber doch sichtlich interessiert, was denn diese Braunsteins eigentlich für eine Sorte Leute wären; den alten Herrn kenne er oberflächlich aus dem Klub, der schiene ganz wenig protzig, die Tochter ein bildhübsches, etwas üppiges Mädchen. Signe schwieg beharrlich. Endlich hob Frau Ida die Tafel auf, allen zur Erleichterung. Man ging noch einmal in die Halle, sah noch einmal die Geschenke. Mutter gähnte ein paar Maale verstohlen und sagte dann doch: „Kinder, Weihnachten ist für die arme Hausfrau immer am schwersten. Ich bin todmüde und geh zu Bette." Vater blieb. Er stand mit beiden Töchtern vor dem großen Baum und schaltete abwechselnd bald die obere, bald die untere Hälfte der elektrischen Birnen ein und aus. „Sehr hübsch," meinte er dabet jedesmal. „Wirklich sehr originell und hübsch," Und sah dabei verdrießlich in das Tannengrün. Dann sagte er mit einem: Male: „Dodo, lauf mal fix und hol von meinem Schreibtisch den Wachsstock." Und als Dodo iviederkam, strich er vom nächsten sil-! bernen Tablett Pfefferkuchen uno Marzipan mit der Hand herunter, daß die Lebkuchen und Herzchen lustig auf den Teppich purzelten, bröckelte Wachs, ganz langsam, mit zittrigen Fingern: „So, und nu rupft 'n bissel Nadeln vom! Baume. So, Kinder — wir tooll'n mal kokeln —" Und zündete die trockenen Nadeln an. Es gab einen leichten-, feinen Qualm: „So, Kinder . . . ein bißchen Weihnachtsgeruch müssen wir doch haben. Wißt ihr, der hat uns den ganzen Abend gesehlt — ja — wie er sonst unser ganzes Festzimmer füllte. Wachs- und Tannenduft — ja!" 9. Ein paar Tage nach Neujahr wär im Millionenklubi ein nachträgliches Weihnachts- und Silvesterfest gewesen,, an dem Vater teingenommen hatte. Arn nächsten Morgen erzählte er, ein klein wenig in Katerstimmung, von dem lukullischen Souper und daun, beiläufig und doch nicht ganz absichtslos, davon, daß „einem on btt zufolge" der Geheime Kommerzienrat Braunstein in allernächster Zeit nobilitiert werden sollte. „Was sagst du dazu, Mama —< wenn 's wahr ist?" Frau Ida besaß, obwohl selbst bürgerlicher Herkunft, ausgeprägt aristokratische Neigungen. Sie schüttelte den Kopf: „Wenn's wahr ist! Man erlebt zwar mancherlei- aber ich möchte das zunächst nichts glauben." Am Nachmittag kam Friedel. Er kam in letzter Zeit häufiger zu den Eltern und hatte so etwas eigen Fesch üches, versteckt Festliches an sich. War nngemein aufmerksam gegen die alten Herrschaften, brachte Mutter meist ein kleines Sträußchen mit, gab sich liebenswürdig gegen Signe, und abgesehen von gelegentlichen Zusammenstößen, sogar gegen Dodo. Dabei war er sehr still, noch gemessener als sonst, mit einer kleinen Würde, der er aber! jetzt einen Hauch von Bescheidenheit beizumischen liebte. Das alles paßte au sich nicht schlecht zu seiner ganzen, immer möglichst aufs Korrekte gestellten Art. Nur übertrieb er ein wenig. Signe achtete in ihrer Stimmung nicht darauf, Dodo machte sich lustig darüber, die Eltern waren erwartungsvoll. Nicht gerade beglückt, aber auch nicht ablehnend. Was hätte eine ablehnende Haltung auch gegen Friedels festen Willen genutzt? Der ging einen eigenen Weg und wußte immer genau, tvas er wollte und tat. (Fortsetzung folgt.) Iagddetrieb und Tierschutz. Bon einem Forstmeister. Zahlreiche Tierschubvereine sind berühmt, das SoS' der unZ zum Dienst bestimmten Tiere zu bessern tuib das Mitgefühl, welches früher nur von Mensch zu Mensch gelten durfte, auch auf die Tierwelt auszudehnen. Nur ein Gebiet gibt es, auf welchem erst wenig zu bemerken ist von den Folgen dieser hmnanen JBea strebungen, obgleich sie gerade hier ein äußerst lohnendes Felo! finden würden. Es ist dies der. moderne Jagdbetrieb. Ein weidmännischer Jagdbetrieb, wie er uns von Alters heb überkommen ist und wie er auch in der weidgerechten Jägerwelt! im ganzen Baterlande geübt wird, ein solcher bedarf keiner tierschützerischen Bestrebungen. Der echte Jäger ist in erster Lime! Heger, Pfleger und Schützer seines Wildes, und wenn er es zur Strecke bringen will oder muß, so wird er alle ihm zu Gebote! stehenden weidgerechten Mittel anwenden, nm das Töten in möglichster Schnelle und ohne jede Qual bewirken zu können. !Das! weidgerecht gejagte Wild wird nur ausnahmsweise Qualen auszustehen haben, sicherlich ohne Willen der Jäger. Wo aber von! einem weidmännischen Betriebe nicht mehr die Rede ist — mm das ist leider jetzt in weiten Gebieten unseres Vaterlandes der Fall — da ist auch das Wild Verhältnissen ausgesetzt, die dringend einen Schutz erheischen. . Die Ueberhandnahme der Jagdliebhaber überhaupt und Mmeii diesen wieder derjenigen Elemente, welche man einerseits als „Sonntagsjäger", anderseits als „Aasjäger" zu bezeichnen pflegt, ist in erster Linie schuld an diesem Zustande. Wohl sind unter den Jagdliebhabern sehr viele, welche ernsthaft trachten, sich einer weidmännischen Jagdausübung zu befleißigen. Von den darunter befindlichen wirklichen Jägern wie von den Berufsjägern kann hier abgesehen werden, denn sie fallen, bis aus wenige Ausnahmen, tatsächlich unter die weidgerechten Jäger. Ihnen nachzueifern, ist das Bestreben zahlreicher Jagdliebhaber, wenngleich sie nicht selten das Unglück haben, durch schlechte Schüsse, mangelhafte Kenntnis des Jagdbetriebes, ungewohnte Erregung und ähnliche Sünden, wie sie den meisteii Anfängern im Weidwerk«! auch nicht erspart bleiben, dem Wilde ungewollte Qualen zst — 87 Bereiten. Es ist klar, datz Stinte, Welche fetten Air FatziÄusMtnA kommen, welche di-e Gewohnheiten des Wildes nicht genau kennen, welche geringe Hebung im Schießen besitzen, weniger scharfes Auge haben und unter der Erregung des Jagdfiebers mehr leiden, als alte erfahrene Weidleute, auch leichter in die Lage kommen, dem Wilde Schmerz und Qual zu verursachen in obigem ©inne. Aber sie befleißigen sich doch wenigstens, diese Uebelstände zu vermeiden, jmd es bedarf daher meist nur der Zeit, um auch sie allmählich in die Klasse derjenigen Jäger aufrücken zu lassen, bei welchen jnan nichst mehr für das Wild zu befürchten braucht. Wie aber steht es mit den beiden anderen Arten der ^.agd- liebliaber? Zunächst der „Sonntagsjäger" im eigentlichen Sinne. Dieser pflegt harmlos zu sein; der Schaden, den er anrichtet, ist beschränkt, denn er hat selten ein hohes Trefferprozent unter seinen Schüssen zu verzeichnen, er verpaßt meist die Gelegenheit zur rechtzeitigen Anbringung des Schusses unb er ist rm allgemeinen gutmütig, der Belehrung zugänglich und rst kontrollrer- bar. Der richtige Sonntagsjäger, eigentlich eine komische Figur in der Jägerwelt, ist deshalb in der Regel so harmlos, wen ihm jede jagdliche Fähigkeit dauernd abgeht, er läuft zur ^agd ain? Mode, aus Geselligkeit, aus Freude am. jagdlichen Aufputz und ähnlichen unschuldigen Gründen. Zuweilen auch aus Passion, aber auch aus Freude an der Natur überhaupt. Man mag rhm seine Existenz gönnen, unb kann ihn teils durch Unterwerfung, teils an Ausstellung an wildfreien Oertlichkeiten des Reviers, Unschädlich machen. Freilich kommt auch er tu dre Sage, Unheil anzurichten. Vieles daran läßt sich aber wieder gut machen, und jedenfalls fehlt ihnr sowohl die böse Absicht als dre reichere Gelegenheit, dem Wilde Schaden zuzustigen. Wie anders zeigt sich dagegen der übelste Vertreter der Jagdliebhaberei, der „Aasjäger". Schon sein.Name werft auf fern verderbliches Wirken hin unb er ist es, dessen Tätigkeit die Äus- dehnung eines Tierschutzes auch auf die Jagd notwendig macht. Gerade unter diesen Leuten findet , man Personen, von hervorragender Jagdpassion, mit großer jagdlicher Befähigung, ebenso wie besonders gute Schützen. Aber wenn ein solcher Mensch auch dadurch das Zeug zum wirklichen Jäger haben würde, der, Geist, der ihn beseelt, die niedrige Gesinnung, sie srnd es, dre rhn M dem stempeln, was er ist, zum habgierigen Jagdausrüb er, zum rücksichtslosen Schießer, zum — Aasjäger. Zunächst kann er |ane Schießwut nicht bezähmen, er muß auf jebe Kreatur knallen, dre in den Bereich seiner Schußwaffe gerät, ob etn Zweck damit verbunden ist oder nicht.. Tann kommt die Habgier, nicht der Jagdruhm, sondern meist die gemeinste Geldgier, die rhn rn Versuchung führt, so viel als möglich zur Strecke zu bringen und zwar jeweils das stärkste oder überhaupt jedes irgend erreichbare Stück. Deshalb schießt er auf 'jede mögliche oder unmögliche Entfernung, bei jeder noch so zweifelhaften Beleuchtung, ja in finsterer Nacht, deshalb knallt er wahllos in die Rudel hinein, deshalb schießt er die stärksten Stücke, die Mütter Won dem Kalbe weg. Er kennt keinerlei frage, oft kümmert er sich mcht einmal Um die gesetzlichen Schonzeiten. Und wenn Jagdneid unb Bosheit gegen den Grenznachbar noch hinzutreten, bann ist der Aachäger als das gefährlichste Raubzeug zu bezeinchen, gefährlicher als der eigentliche Wildschütz. Tenn letzterer sicht außerhalb des Gesetzes, ihm ist mit Wachsamkeit, Schneid, nötigenfalls mit Waffengewalt! beizukommen, der Aasjäger aber übt sein schmutziges Gewerbe Unter den Augen des Gesetzes und unter dessen vollem Schutze, solange er nicht gerade dieses Gesetz gröblich v-erlcht ober sich der Wilddieberei mehr oder weniger schuldig macht. Diese Klasse von Jagdliebhabern hat von Jahr zu Jahr an Zahl zugenommen Es gibt wohl kaum eine Gegend, in der sie nicht bei der Arbeit sind, und am meisten pflegen sie sich an die Grenzen gutbesetzter, weidgerechter gehegter Reviere zu heften. So weiß der Staats- wald wie der Großgrundbesitz ein artig Siedlern davon zu fingen. So lange diese Völker noch unter sich bleiben, so lange sie Pacht- jagden beschießen, wo sie selbst aneinandergrenzen, braucht man sich weniger um ihren Jagdbetrieb zu b-Mmmern. Mögen, sie ihre Jagden gegenseitig ausschießen, nun dann hört eben eines Tages das Waldvergnügen ganz auf und es bleibt ihnen nur noch das Vergnügen, die meist hohe Jahrespacht bis zum Schlüsse der Pachtperiode zahlen zu dürfen. Das' wäre nur eine gerechte Folge ihrer Handlungsweise. Aber leider trifft dies selten zu. Denn diese Sorte Schießier ist weniger auf solcher Pacht;agd ihres Gleichen zu treffen, als gerade in den Grenzmarken der wirklich gut besetzten Jagdreviere, frier entfalten sie ihre Tätigkeit in mehrfach schändlicher Weise, indem sie jede frage unb Pflege vereiteln, indem sie ernten, wo sie nicht gefäet haben, und indem sie in schamloser Weise den Gesetzen der Menschlichkeit gegen das Tier Hohn sprechen. Das letztere trifft nun freilich für jeden Jagdbezirk zu, der dem Treiben dieser Gesellen ausgesetzt ist, ob eigener, ob erpachteter, vb! angrenzender Bezirk. Nicht minder graufam ist das von diesen Aasjägern ans Habgier so beliebte Wegschießen der stärksten Stücke ans dem Rudel; das heißt oft genug: die Mutter von deni Kalbe wegzuknallen.. Zahlreiche mutterlose Kälber sind ein beredtes Zeugnis für diese Schinderei. Wer mag sich die Qualen ausmalen, die Angst und die Seiden eines solch schwachen Kälbchens, welchem in bitterer Winterkälte die Führung, die körperliche Wärme unb die Milch der Mütter fehlt, und welches dem frungertobe preisgegeben ist »der bestenfalls als schwacher Kümmerer durch den Winter kommt, um dann noch im Frühjahr elend einzugehen'! Was aber soll man sagen, wenn im Juni und Juli da, wo z. B. das Rotwild! keine Schonzeit hat, oder wo unter dem Vorwande des Wildschadens der Abschuß in der Schonzeit erschlichen ist, Habgierigti Schützen das alte Tier von dem wenige Wochen alten Kalb« wegknallen unb sich dann noch als weidgerechte Jäger brüsten wollen? Solche Saite verdienen öffentlich an den Pranger gestellt zu werden, ihre Heldentaten sollten mit voller Nennung des Namens nicht nur in den Jagdzeitungen, sondern auch in beit Blättern ihres Wirkungskreises bekannt gegeben werden. Schmachvoller Weise befinden sich auch vereinzelt Grünröcke barunter!) So wie es dem Hochwild ergeht, so muß auch das. Rehwild daran glauben, ja noch weit häufiger, denn es ist zahlreicher mst! vertrauter. Ter Aasjäger schießt in der Bockzeit oft. genug fkrnpel- Io§ auch auf die Ricke, die dann nicht nur Schonzeit hat, sondern noch ihre Kitzchen führt. Wird er gefaßt, so finden sich Ausreden genug, schlimmstenfalls zahlt er seine Strafe, wenn es ihm nicht gar gelingt, mit Hilfe eines gewandten Rechtsanwalts bei einem mit der Jagd unbekannten Richter ganz frei zu kommen. Und wird er nicht abgefaßt, nun um so besser für ihn, er weiß dick Ricken ebenfogut an den Mann zu bringen, trotz der. Schonzeit- wie den rechtmäßig erlegten Bock. Vom Mord der Kitze auf den winterlichen Treibjagden wollen wir ganz schweigen; das ThemB ist zu landläufig. Nickst besser, als dem Hoch- unb Rehwild, ergeht es dem armen Lampe, der fein Lager hat auf einer von Aasjägern beschossenen Jagd ober an deren Grenze. Sobald er nur eräugt ist, wird er auch schon beschossen. Mit den weittragenden, scharf- schießenden Gewehren der Neuzeit ist die Verlockung zu gewagten Schüssen noch größer als früher. Meist weidwund ober mit zerschossenen Läufen entkommt der unglückliche Hase noch -etiou in die nächste Dickung. Auch hier endet nur erst nach längerem Zeit ein qualvoller Tod feine Leiden. Wer aber weiß,.mit welchem Leichtsinn auf nicht weidmännisch gehandhabten Treibjagden geschossen wird, und wie wenig man sich dort nachher um die Nach- fuche bekümmert, der vermag zu ermessen, welch ein Prozentsatz krank geschossener Hasen unter bitteren. Todesqualen öerenbeit muß unb dazu noch nutzlos! Denn, wo die sachgemäße Nochsuche fehlt, kommen solche Hasen überhaupt nicht mehr zur. Streck« und deshalb auch nicht zur Nutzung. Vergnügt zieht die Jagdgesellschaft heimwärts von solchen Treibjagden, wenn die Sonne sinkt. Man stärkt sich bei munterem Mahle und schwelgt tu der Erinnerung seiner guten wie auch schlechten Schüsse. Oft.lohnt wiehernder Beifall die Schilderung irgend einer Roheit, die bei der üblen Schießleistnng mit unter gelaufen ist. Draußen aber steigt die Nacht empor, mit ihr bitterste Kälte, unb da drücken sich Dutzende armer zerschossener Hasen im Lager, ober sie werben; gar aufgestöbert durch wildernde Hunde, durch den hungrigen Fuchs unb müssen mit den zerschossenen Läufen, mit dem brennenden, schrotzerrissenen Gescheide noch flüchtig werden, so gut es geht; ' bis sie unter bitteren Schmerzen unb erneuter Todesangst endlich den grausamen Zähnen des Raubzeugs verfallen. Li« sind fast noch zu beneiden gegenüber den armen Stücken, Die unter langsamen Qualen ihren Verletzungen erliegen, oft erst nach Tagen, ober die von den Schindern der Vogelwelt, den Krähen, in der grausamsten Weise nach langer schmerzhafter Gegenwehr bei lebendigem Leib« zerstückelt werden. Wahrlich, mancher Schütze, der Zeuge solcher Szenen fein konnte, würde sich lieber noch einmal besinnen, ehe er sich von Schieß- ober Mordlust hinreißen ließe, einen unsicheren, gewagten Schuß auf ein armseliges Häschen abzugeben. Wer des öfteren Wild hat klagen hören, es hat im Wundbett werenden scheu, wen es mit bittendem Blick aus den großen Lickstern angeäugt hat, wenn er es abfangen mußte, wer dabeizustehen gezwungen war, wenn ein Stück Wild trotz guten Schusses und trotz des ©euictfangeS1 immer noch nicht ein Ende seiner Todesqual finden Sonnte, wer das Tier beim verendenden Kalbe stehen sah oder gar umgekehrt, dem prägen sich solche Bilder tief ein in das Gemüt und er wird alles daran setzen, um ihre Wiederholung nach Kräften zu vermeiden. Barmherzigkeit mit dem Wilde wird sein erster Grundsatz bleiben bei jeglicher Jagdausübung. Ter echte Aasjäger aber hat bafür kein Herz und keinen Sinn,. Habgier, Schießwut, Mißachtung der Kreatur, Gemütsroheit, sie ersticken jede bessere Regung in ihm, wenn er überhaupt einer solchen jemals fähig gewesen. Er ist nicht besser zu achten, als der eigentliche Wilddieb, der nur des leidigen Geldes willen dem Wilde sein gehacktes Blei in den Leib jagt, dem jedes Mittel recht ist zur Erlangung seiner Bente unb der mit der Schlinge arbeitet in der Satzzeit des Wildes wie zurzeit von dessen bitterster Winters-, not. Unvergeßlich wird mir der Anblick einer Ricke fein, die,, in grausamer Schlinge gefangen und erwürgt, tu ihrer Todes-, angst noch ein Kitzchen gesetzt hatte. Aasjäger gibt es Dausende in deutschen Landen, die das' edle Weidwerk ebenso schänden, wie die Gebote der Menschlichkeit, sie dürfen ungestört ihr rohes! Handwerk treten, sie haben Recht und Gesetz auf 'ihrer ©eite und sie lachen Hohn über den empörten Weidmann, der ihnen! in keiner Weise beizukommen vermag. , , Durch die zweck- unb sinnlose Aachägeret gehen alliahrlich große Werte dem Nationalvermögen direkt ober indirekt verloren. In bem oben erwähnten .Regier z. B. sind jedes Jahr über! 20 Prozent des sehr erheblichen Gesamtabschnfses an solchem M 88 Holze geschossewett Wilde B vetteuhum g«ve,M. MtSdas »st doch nur das Wild, welches mifgefnttbeit Stücke gehen noch in den Deckungen auf rammervolle Werse^em oder ausserhalb des betreffenden Jagdgebiets, wo renienrand N-met anfgewa^sene Kälber bilden ihrerseits dieselbe Ursache zu einem Mückaang in der Qualität des Wild,taubes! Die mit solchem modernen Jagdbetrrebe verbundenen Roheiten Vollziehen sich nicht so öffentlich, sie lasfen sich Nicht so leicht durch Augenschein oder Zeugen beweisen, wie etwa em Tall der Mißhandlung von Zugtieren. Verhältnismäßig ,M«r ist der Täter zu überführen, und dann ist noch felteiM im Einzelfalle die Grenze zu ziehen da, wo die weidmännische Handhabung a-if- hört und die Aasjägerei bezw. die Tierquälerei beginnt. ~t'trf= fant könnten nur gesetzliche Bestimmungen zur Einschränkung gewisser jagdlicher Betätigung scm, eine schärfere Kontrolle der Personen bei Erteilung der Jagdscheine, bei^ Verpachtung von Jagden und vor allem eine starke Erhöhung der ^agdscherngebuhren. Man müßte dÄch, Belehrung, Ermahnung und ortgesetzten unermüdlichen Hinweis auf die Schändlichkeit solchen Gebarens allmählich das Gewissen wecken, vielleicht auch durch öffentliche Bekanntgabe besonders schwerwiegender Vorkommnisse, wenn möglich mit Nennung des Namens, eine aoschreckende Wirkung Hervorrufen Im übrigen wird dieses Gebiet, wie so manches andere rm Leben, in der Hauptsache der gegenseitigen Erziehung, dem Eui- slusse der Edlerdenlenden ans die roheren Elemente vorbeha.ten ’ ^Immerhin' ist das Interesse, welches die Tierschutzbewegung den- Leidem des Wildes zuzuwenden begonnen hat, mit irrende zu begrüßen. Es sollten die Jäger nicht verfehlen, die maßgebenden Persönlichkeiten der Vereine mit ausrelchenden Nachrichten zu versehen, damit das Bild der Aasjägerei nicht nur, wie bisher, in den Jagdzeitungen -allein gezeichnet werde, sondern mich zur Kenntnis breitester Oeffentlich-keit komme. Biellncht gelingt es dann, die jetzt übergroße Zahl der Jagdschinder aus allen Ständen etwas zu verringern und die geradezu krankhafte Jagdmode wieder Wf ein vernüftiges Maß zurückzuführen. M, Vermidehtes. ® Ein kostbarer Finger. Aus New York wird berichtet: Der Violinsnvirtuose Kubelik macht gegen di- bekannte englische Versicherungsgesellschaft Lloyd einen ungewöhnlichen Anspruch geltend. Der Geiger soll seine Zehn Finger bet der Gesellschaft mit einer Million Mark versichert haben, und er fordert letzt die Auszahlung eines Zehntels von diesem Betrage. Als er sich am Freitag mit der Pflege seiner Fingernägel beschäftigte, rutschte ihm die Feile ans und verursachte unter dem Nagel eine Wunde die den Virtuosen nach seinen Angaben auf einige Wochen verhindern wird, aufzutreten. TaS in Chicago auf Sonnabend augefetzte Konzert mutzte auf unbestimmte Zeit vertagt und das Eintrittsgeld zurückerstattet roarbeit. Nun fordert Kubelik auf Grund seiner Police die Auszahlung von hunderttausend Mark von der Gesellschaft, bei der er seine Finger gegen derartige Unfälle versichert hat. * Der Arzt als Sherlock Holmes. Im Wartezimmer eines Pariser Arztes, so erzählt der Gaulois, erschien dieser Tage ein bescheidener Mann. Der Arzt mustert ihn mit scharfem Kennerblick, er hat wohl Sherlock Holmes gelesen, denn er erkennt und weiß sofort alle Ursachen ledes Nebels. Es ist übrigens kein schwerer Fall, ein wenig Neuralgie, Appetitlosigkeit und Gliedersteifheit. Der Arzt unter,ucht den Fremden und schüttelt den Kopf: „Immer dasselbe^ diese Pariser! Sicher führen Sie «eine fitzende Lebensweise, Sie sitzen den ganzen Tag?" „Jawohl," sagte schüchtern der Kranke. „Und Sie wohnen im Hinterhaus?" „Jawohl." „Kleine Zimmer, wenig Licht? .„Nun ja, man ist eben nicht reich." ,Schon, mein Freimd, ich werde Ihnen sagen, was Ihnen fehlt. Frische Luft, meui Lieber, Sie haben zu wenig frische Luft! Ziehen Sie aus, gehen Sie spazieren, fitzen Sie nicht den ganzen Tag herum, .„Frische Luft!" „Frische Luft!" Der Patient lächelt milde -„Sie lächeln? Warum lächeln Sie?" „Ach, Herr Doktor, ich bin — Omnibuskutfcher..." . o ' Des Pastors Heiratsklub. Die Jugend von Kancho City scheint an gefährlicher Ehescheu zu leiden, denn der Reverend Talton, der würdige Pastor der Volkskirche, hat sich veranlaßt gesehen, eine „Ehescbule" zu gründen, deren Zweck es ist, in der Gemeinde das Heiraten zu fördern imb populär zu machen. Vor einigen Tagen berief er bie jungen Herren und Damen zu einer Kirchenverfammlung und erklärte, daß seiner Meinung nach jeder Junggeselle von 24 Jahren, der 300 Mk. im Monat verdient, heiraten müsse, ebenso wie jedes Mädchen von mehr als 1« Jahren. Und er, der Reverend Dalto», tvolle dafür sorgen, daß dies auch geschehe. Und so begründete er denn zu diesem Zwecke einen Heiratsklub und setzte 50 Paare auf die Liste. Den Mitgliedern des Klubs hält der wackere Seeleuhirte jetzt wöchentlich Vorlesungen über „Brautwerbung", „Liebe", „Einkauf von Möbel", über „Kochen", über „Sparen" und über „Kindererziehnng", wobei jeder Vortrag mit einer eindringlichen Beweisführung schließt, datz man nie schnell genug in den Hasen bet Ehe einlamen könne. Und je eher die 50 Paare des Heiratsklubs von KansaS City beit Mut zu diesem Entschluß aufbringen, je besser sei es für sie, ja bei der Ehe- chließunq gilt nach der Ueberzenaung des Pastors als erste Regel der alte Rat: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht ans morgen..." m Ick. Kleine Geschichten ouS Hermann BangS Leben weiß, wie aus Kopenhagen berichtet wird, die dortige Zeitung „Politiken" zu erzählen. Bang hatte manche eigene Gewohnheiten imb Abneigungen. Nie z. B. benutzte er eine Straßenbahn, sonbern er bebiente sich stets einer Droschke ober eines Automobils. Er selbst aber bezeichnete als seine tzauptabneigungen zwei ßitbere Dinge; er sagte einmal: „Zwei Tinge gibt es, bie ich ab- olnt nicht tun kann: ich kann nicht telephonieren imb — ich kann nicht mit einer roten Nelke im Knopfloch gehen. Beides (simch gräßlich I” Eigentümlich ging es ihm in Paris mit der Rejane. Obgleich Bang es war, ber bas Ibsen-Drama, in beni bie Achäne mitwirken sollte, in Szene setzte, so beliebte es ber Diva doch, den kleinen zurückhaltenben Dänen absolut nicht zu bemerken. Wie ne nun tutf einer Probe eilig auf bie Bühne rauschte, um ihre -neben zu sprechen, jagte Bang zu einem bet jüngeren Schauspieler: „Nein, entschuldigen Sie, bitte!" imb begann an seiner Stelle bie Repliken zu geben. Die Rchaue würbe ausrnerksam, sah sich den fremden Herrn an und schließlich brach sie ganz entzückt in die Worte aus: „Sieh mal den Kleinen! — Vois le petit!“ Diese schmeichelhafte Charakteristik hat Bang Zeit seines Lebens nicht vergessen. Er ähnle übrigens seinen frühen Tod. Bevor er die Weltreue antrat, auf der er gestorben ist, sagte er selbst, er iverde diese -lnstreng- ungen nicht überleben. Björnsons Witwe, Frau Caroline, fragte ihn vor einiger Zeit in Stockholm, ob er denn wirklich rund um die Erde reifen wolle. „Ja, Frau Björnson," versetzte Bang, .sich reife um Sie ganze Erde herum, und ich komme auch, können Sie sich denken, nach Japan; da sterbe ich — und dann reise ich weiter nach Indien." Ein echt Bang'scher Gedaitkensprung, aber nut der Idee, in Japan sterben zu ivollen, ivar es ihm insofern Ernst, als ihm Japan das würdigste Land erschien, um hier von der Erde zu scheiden. Er sollte das ertrümnte Land der Kirschenblute nicht mehr Das Schmeicheln der Katzeu wird gewöhnlich als. Falschheit gedeutet, ist jedoch lediglich Folge ihres hochentwickelten Gefühlssimts. Streichelt man ihnen sanft von vorn nach hinten den Rücken, so empfinden sie besonderes Wohlbehagen,!beni sie durch sonores Schnurren Ausdruck geben, habet in behagliche Muhe versinken und schließlich cinschlafen. Wenn man aber die Katzen dem Strich entgegen oder vor- und rückwärts streichelt, so wird elektrisches Fünkelisprühen erzeugt, bas bet schwarzhaarigen Katzen am deutlichsten erscheint. Am besten, gelingt das Experiment im dunklen Raume, wenn die betreffende Katze vorher am Ofen lag und die Haarspitzen Wärme ausgenommen haben. Tmm entwickeln sich schon bei leiser Berührung viele elektrische Funken, die unter lebhaftem Knistern frei werden und bei vcrmehrtcm und kräftigerem Hin- und Herstreichen immer reichlicher erscheinen Das Ei-petiinent behagt aber dem Tier dnrchaits nicht, ist ihm vielleicht sogar schmerzhaft; beim selbst der gutmutigste Kater, sucht sich demselben sobald als möglich gewaltfam zn entz«-h-n.. Wegen der dem Katzenkörper eignen Elektrizität werben diese Tiere auch wahrscheinlich durch die elektrische Spannung der Lust m derartig starke Mitleidenschaft gezogen, daß sie bei Gewittern heftige Erregung äußern. Aus den „Meggendorfer Blättern". -* M i ß verstau d n i s. Moralist: „Es ist geradezu schmachvoll, diese schlechten Zeiten und — Fasching!" — „Nicht wahr? Sie haben wohl mich kein Geld?" * Einwand. „Sie müssen drei Mark Eintritt zahlen." „Ich möchte aber nur sehen, ob meine Braut nicht heimlicherweise hier ist," - „Na, das wird Ihnen doch drei Mark ivevt feilt! ?z/ * Unter Frenndinnen. „Ich iverde als Türkin auf den Maskenball gehen." - „Da hast du TeM Dg jannft feit dich wenigstens tief verschleiern." Magischer SaWnquadrat. In die Felber itebenstehenbeu Quadrats — sollen die Ziffern 7 15 24 33 — viermal derart eingetragen werden, baß die Summe der Zahlen in jeder der senkrechten, — wagerechten und Diagonalreihen stets 79 __ beträgt. Auflösung in nächster- Nummer, Llnflösung des Taufchrätsels in voriger Nummer: Hobel, Uhr, Rebel, Gicht, Enkel, Regen, Mieder, Auge, Cid, Haube, Teller, Zopf, Auster, Hund, Magd; Hunger in a ch t z a h in. ...... - _ IUI. i ■ hiii ■■in ii i ■ ■ .............. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schon Universitäts-Buch- und Steiubruckerei, R. Lange, Gießen.