Msntag -en 8. Januar 141 V 1 k Glückslasten. Roman von Hanns von ZobeltiA- (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Tief War das Haupt Gudarczas auf die Brust herabgesunken. Beide Augen hatte er geschlossen. Seine Ge- ■ danken wanderten zurück: „Wenn bii nur ein Bruchteil dieser Millionen damals besessen hättest, als du heiratetest, wie anders würde sich deine Karriere gestaltet haben. Es ist so traurig, man traut es sich kaum auszusprech-en, und doch ist es wahr: was tut nicht das Geld! Du hättest in der Garde bleiben, bit hättest ein großes Haus machen können. Und man hätte dir nicht in die Qualifikation geschrieben, daß dein Reiten Schneid vermissen ließe: es gibt ja schließlich für jeden Reiter ein passendes Pferd, tmm muß es nur bezahlen können." Und dann zogen steine Gedanken hinaus in die Zukunft, und Signes 'lichtes Bild stand plötzlich vor ihm: für die lag 'nun auch, mit einem Male, das Leben weit und schön offen.1 Nur zuzugreifen brauchte sie, unb- alles, was sie sich erträumt, was sie erhofft, wonach sie sich gesehnt, alles war ihr erreichbar. Nur an sie, ' an seinen Herzensliebling und sein Schmerzenskind, dachte er in diesen Augenblicken. Er freute sich wohl auch für die anderen dort drüben — gewiß — auch für Ida. Aber das stand alles doch in zweiter Reihe. Weit voran "stand Signe. Und ganz mrriwürdig mischte sich damit eine gewisse leise Bi.terkeit. Das erste Wort, das fiel, gab dem Ausdruck: „Wenn Dnkel Reinhard so reich war, dann hätte er Signe auch ihre "Wünsche gewähren können." „Gewiß!" stimmte Friedel ein. „Auf die paar tausend Emmchen hätte es ihm uicht anzukommen brauchen. Ich will beileibe über den guten Alten nichts Böses sagen. Ich wäre der letzte dazu. Aber ein bissel geizig war er doch. Sonst hätte er freilich seine Millionen nicht zusammenscharren können." Dodo stand bisher nut dem Gesicht nach dem Fenster zu. Auf sie hatten die Mitteilungen des Bruders eigentlich am wenigsten Eindruck gemacht — Kind, das sie war. Nur flüchtig hatte auch sic gedacht: „Jetzt wird die gute Mama nicht mehr jeden Nickel dreimal umzudrehen brauchen, und Papa mit seinen zwei Dutzend Kassen braucht nicht mehr so ängstlich zu rechnen." Aber jetzt fuhr sic herum, jach und mit roter Stirn, und schrie Friedel an: „Pfui! Pfui sag ich - - und nochmals Pfui!" Es war so aufrichtig gemeint, war der Ausdrück echtester, ehrlichster Entrüstung. Mit geballten Fäusten sprudelte sie's heraus. Aber auf die andern wirkte es nur komisch. Friedel lachte ihr ins Gesicht, Eberhard- zog lächelnd die Achseln hoch. .Vater schüttelte den Kopf und sagte: „Dodo, schäme dich. Wie kann man so heftig sein? Du machst dich ja lächerlich." „Aber es war doch abscheulich — das, chas Friedel sagtet Ganz abscheulich war's. Er sollte sich schämen!" „Nun hör auf, Dodo. Ich will nichts weiter hören," entschied Vater. „Das fehlte noch, daß ihr cnch hier, eine Stunde nach- Onkels Beerdigung, zanktet." Und dann wandte er sich an den Aelteften: „Ist denn der Rechtsanwalt wirklich so gut unterrichtet?" „Er gilt allgemein als äußerst gewissenhaft und als sehr vorsichtig in seinen Aeußerungen, Papa. Mehr kann ich auch nicht sagen." Frau Ida hatte bisher ganz still in ihrer Sofaccke gesessen. Jetzt richtete sie sich zum ersten Male ein wenig ans. Eine plötzliche -Angst hatte sie überkommen, der sie Ausdruck geben mußte: „Ich bitt euch alle — dich, Pahachen, und euch, Kinder — baut nicht zu fest auf eure Voraussetzungen. Es kommt immer anders, als man denkt und hofft. Es kann sich doch noch ein Testament finden. Und das -glaubt mir: die Summe, die Eberhard nannte, ist eitel Phantasie. So reich kann Onkel gar nicht gewesen fein. Denn sonst hätte er -ganz gewiß mehr für uns alle getan." Die Worte wirkten wie ein kleiner Dämpfer. Wenigstens' vorübergehend. Eberhard schüttelte zwar den hübschen Kopf mit dem blonden, ganz kurz geschorenen Haar, aber er machte diesmal keine direkte Einwendung. Vater saß eine Weile still, zupfte die Röllchen langsam aus den Aer- meln des Gehrocks weiter hervor und- drehte an den Man- schettenknöpfen. Dann sagte -er endlich: „Ihr werdet sehen, Mama hat recht, wie sie immer recht gehabt hat. ES kann sich noch ein Testament finden. Und auch das ist richtig: wäre Onkel so reich gewesen, dann hätte er ja eigentlich unverantwortlich gehandelt, wenn er uns in der Misere gelassen hätte." Es war ein kleines Schweigen im Zimmer. Auch das Wort Misere, das Vater -gebraucht hätte, klaug nach. Es weckte bei Frau Ida trübe Erinnerungen, die in einem schwachen Seufzer zum Ausdruck kamen. Und besonders die beiden großen eleganten Söhne fühlten, was es bedeutete. Sie, die sich eigentlich nie klar gemacht hatten, nie recht hatten klar machen wollen, welche Entbehrungen die Eltern sich um ihretwillen auferlegt hatten. Friedel sah unwillkürlich aus die dürftige Trauerkleidung von Mutter und Schwester. Eberhard-, der vorhin noch ein etwas spöttisch überlegenes Lächeln für Vaters Röllchen gehabt hatte, schämte sich ein wenig. IN das Schweigen hinein tönte ein diskretes Klopfen. „Herein!" rief Vater. Der Zimmerkellner war es. Er brachte eine Karte. Ob der Herr den Major sprechen könnte? Gudareza wandte die Karte verlegen in den Händen. Er wußte .augenscheinlich nicht recht, was er damit an- fan-gen sollte. „Aus Neustadt," flüsterte er endlich seiner! 14 Frau zu. „Der Herr, der sich mir bei der Beerdigung vorstellte . . . Senator Brügge. Ich werde ihn doch wohl annehmen müssen. Vielleicht, ich weiß nicht, vielleicht geht ihr so lange ins Schlafzimmer." Und dann sagte er laut: „Ich lasse bitten." Aber als der Kellner die Tür hinter stich geschlossen hatte, überkam ihn schon wieder etwas wie ein Anklammerungsgesühl: „Du bleibst doch besser hier, Eberhard . . . ich" meine, als Nettester . . ." Es klopfte wieder. Gerade als die andern verfchwun- den waren. Der Major erhob sich. Er fühlte das Bedürfnis, dein Fremden gegenüber die Familie zu repräsentieren, straffte sich, knöpfte den Rock zu, zog ihn her-, unter und ging dem Eintretenden ein paar Schritte entgegen. Nicht ohne Würde. „Es ist sehr liebenswürdig, Herr Senator. Erlauben Sie: mein ältester Sohn. Wollen Sie nicht Platz nehmen." Der kleine rundliche Herr war stark verlegen. Er schlug die Frackschöße auseinander, ehe er sich setzte, stellte umständlich den sehr hohen Zylinderhut neben sich auf den Teppich, konnte nicht recht das erste Wort finden, räusperte sich, griff an die schwarze Krawatte. — „Wir haben es als besondere liebe Aufmerksamkeit empfunden, Herr Senator, daß die Heimatstadt des Verewigten ihm gleichsam eine letzte Ehre durch Ihre und« Ihrer Herren Kollegen Anwesenheit erwiest Tie Verlegenheit des andern gab Gudareza ein sicheres Gefühl. „Mein guter Oheim hat Neustadt stets ein treues Gedenken bewahrt." ; „Hat er — hat er!" Senator Brügge suchte Haltung zu gewinnen, warf sich ein wenig in die Brust, und reckte den weißhaarigen Kopf. „Mir ist die Fühlung mit ihm nie ganz verloren gegangen. Wir sind nämlich in unserer Jugend befreundet gewesen, Herr Major. Reinhard war freilich ein paar Jährchen älter, aber die Häuser unserer Eltern stießen aneinander, und da ergibt stich das so von selber. Dann und wann haben wir uns guch immer geschrieben. Wie das so geht" — „kehl", sag e er mit stark sächsischem Provinzialdialekt — „zu Neujahr mal, zum Geburtstag mal. Manchmal vergaß er'§ ja auch. Tut nichts . . . er hatte ja hier so viel zu tun. Ja, und hatte so viel Glück. Wenn man's überlegt, ein erstaunliches Glück. So mancher geht nach Berlin und verliert hier sein Letztes. .Aber er . . . immer reicher ist er geworden!" „Was will der gute Mann eigentlich nur?" dachte Eberhard, der sich iic eine Sofaecke "geschmiegt hatte und den kleinen Greis ziemlich ungeniert voi: beit großen rindsleder- neu Stiefeln bis zum roten, von dichtem weißem Haar bekrönten Kopf musterte. „Er will doch etwas. Die vielen Worte sind doch nur eine Einleitung. Und Vater kommt nicht mit der Sprache heraus. Man muß ihm helfen." „Onkel Reinhard hat ja wohl int Frühjahr Ihr Neustadt noch einmal besucht, Herr Senator?" „Jawohl, Herr Leutnant. Im Mai war er bei uns. Und so wohl uttb' frisch, tote ein Fisch int Wasser. Ja. . . wer hätte das gedacht. Ich sage Ihnen, er saß ein paar Abende mit uns im Bären zusammen, das heißt, er hatte uns eingeladen, und da hat er uns eigentliche alle unter den Tisch. . . bitte jtnt Verzeihung, ich wollte nur sagen, wie gesund und rüstig er noch war. Und wir haben es alle mit großer Rührung empfunden, tote anhänglich er an unser kleines Neustadt war. Nämlich..." i Senator Brügge machte eine kleine Panse. Es wurde ihm doch schwer, mit seinem eigentlichen Anliegen herauszukommen. In der Erinnerung des Majors aber stieg wieder das Bild des Sterbenden empor, sein Ringen nach Worten, das halbverständliche: „Neustadt" — „Testament". Rührung überkam ihn dabei und auch ein Gefühl der Unsicherheit, des Unbehagens. Er wich dem Mick des Besuchs aus. Aber er sagte doch: „Jawohl, Herr Senator — noch in der Todesstunde hat Onkel von Neustadt gesprochen." „Hat er? Sehen Sie, Herr Major — nämlich, er hat uns Hoffnungen erweckt, sehr große Hoffnungen. Nämlich eüt paar Male hat er uns gesagt: „Nach meinem Tode sollt ihr erfahren, daß ich tut Herzen immer ein Neustädter geblieben hin." Und dabei sprach er von einem Elektrizitätswerk und von einem Schlachthause und von einem Hospital. Er faßte ja alles immer ganz im großen Stil an. Sehen Sie, Herr Major - Sie werden es gewiß natürlich und nicht unbescheiden finden, ich bin ja persönlich auch ganz uninteressiert r- nämlich, ich möchte mir nur im Namen unseres Städtchens die Frage erlauben!! hat er ein Testament hinterlassen?" Er atmete auf. Gottlob, nun war es heraus. Und da kam auch schon ein kurzes, scharfes „Nein !" vom Sofa herüber. Eberhard hatte es gesprochen. Zu scharf, zu bestimmt klang es dem Vater. „Das heißt," schränkte er ein, „ein Testament hat sich! in der Tat nicht vorgefunden. Auch der langjährige Anwalt unseres lieben Onkels glaubt, daß keine letztwillige Verfügung vorhanden ist, Onkel fühlte sich ja bis zuletzt so frisch, er dachte nicht an Sterben. Vielleicht hatte er auch die Scheu vieler Menschen gegen das Testieren . . ." Während er sprach, trat wieder das Bild des Sterbenden vor seine Seele. Aber nun war ihm mit einem Male ganz klar: „Onkel kann kein Testament hinterlassen haben. Sonst hätte er ja nicht so, mit Anspannung der letzten Kraft, nach dem Notar verlangt. Daß du das jetzt erst einsiehst!" Es war eine große Beruhigung, es gab Gudareza plötzlich eine starke Sicherheit. Jetzt erst fühlte er sich ganz als Erbe der Reinhardscheu Millionen. Aber daraus erwachte ihm auch ein Gefühl der Großmut. In gewissem Sinne mußte mau Onkels Absichten doch respektieren. Ganz leer durften diese braven Neustädter nicht ausgehen. Das verlangt die Gerechtigkeit; nicht die juristische, aber die moralische. Unter allen Umständen: Anstandspflicht war's! Der Neustadter Großwürdeuträger war unter dem Druck der Eröffnungen ganz tief in den Sessel zurückgesunken. Ein paar Male glitt seine Rechte wie im Versuch! des Beruhigens über die Weißen Haare, glättete sie von rückwärts nach der Stirn zu. Dann griff er nach seinem Zylinder und bügelte den Filz mit dem Rockärmel. Er überlegte: nun müßte er Wohl gehen? Und erhob sich doch nicht. In die herbe Enttäuschung mischte sich ein wenig Mißtrauenspfiffigkeit: „Machen dir die beiden da nicht am Ende Wind vor? Der alte geriebene Reinhard und nicht testieren! Solch ein guter Geschäftsmann. Es gibt Exempel von Beispielen, daß Testamente sehr zur rechten Zeit verschwunden sind." „Herr Reiuharo hatte uns wirklich sehr bestimmte Zu- sagen gemacht —" sagte er schließlich, und es klang ziemlich gallig. Doch nun hatte Gudareza sich völlig gefaßt: „Ich bebau re aufrichtig, wenn ich Ihnen eine Enttäuschung bereiten mußte," meinte er. „Aber ich kann Ihnen der-, sichern, daß wir, wenn sich int Nachlaß bes Verewigten noch irgenb eine Aufzeichnung finden sollte, die auf Ihre Vaterstadt Bezug hat — baß wir sie selbstverständlich respektieren werben. Und mehr als bas: wir werden auch ohnedem nicht vergessen, daß der Verstorbene die Absicht hatte, seine Heimat zu bedenken." Er erhob sich, tote zum Zeichen, daß er nicht mehr zu sagen hatte, daß er die llnterrcbuitg für beendet an sah. Auch der Neustädter stand auf. Er drehte den Zylinder noch ein paar Male zwischen den Händen. Eigentlich hatte er die größte Lust, sich in die Brust zu werfen und die „beN stimmten Zusagen" noch einmal stark zu Betonen. Aber daun beschlich ihn doch das Gefühl, daß es mit solchen Zusagen eine eigene Sache und daß ein Sperling in ben Hand besser sei als eitle Taube auf dem Dache. So sagte er mit einiger UeBertoitibuitg: „Ich darf wohl im 9irtmen meiner Mitbürger versichern, daß wir für jedes Entgegen- kommett sehr dankbar setn würden. Und . . . nämlich. . . ein Krankenhaus täte uns besonders not. . ." Man schüttelte sich die Hände. Der Senator ging mit mehrfachen Verbeugungen. Als sich die Tür hinter ihm geschlossen, hatte, war's mit der mühsam erkämpften Ruhe Gudarczas vorbei. Er schritt ein paar Male hastig durchs Zimmer und wiederholte immer wieder: „Zu peinlich, zu peinlich!" (Fortsetzung folgt.) Der peterle. Eine Dreikönigsfest-Erinnerung von Hans Brandeck. Als ich noch ein Junge war und die Schule besuchte, endete für mich die Weihnachtsfreude erst mit dem Dreikönigstage; denn an dessen Vorabend hielt uns' eine Ortssitte in ganz besonderen Spannung. Da zogen die heiligen Dreikönige mit dem Stern um. Am Abend des 5. Januar, sobald die Dunkelheit hereinge-- brvchcn war, zogen drei stimmbegabte Knaben von Haus zu Haus., lieber ihre Neider hatten sie lange weiße Hemden gezogen, eine 15 Wit Goldpapier überklebte Pappdeckelkrone zierte ihr Haupt. In den Händen trug der eine von ihnen ein Kästchen, meist die von der älteren Schwester entliehene Nähschatulle, die nach seiner An- 'gabe das dem Weltheiland M opfernde Gold enthielt; der zweite hielt in seiner Rechten gar sorgsam eine Honig- oder Zuckerdose, bergend den Myrrhenbalsanr, während der dritte auf einem Teller glühende Holzkohlen hatte, auf welche er hin und wieder eines der Weihrauchkörnchen streute, die ihm der Mehner auf Ansuchen geschenkt. Der interessanteste von den drei Königen war der Baltha- sar; denn der hatte seirr Gesicht mit Kam in ruß geschwärzt, frei- nch nicht immer sehr sorgfältig und in den Händen trug er dre schwarzen Wollhandschuhe, welche feilte Mutter am morgigien Festtage in die Kirche n 1150g. ( Boten so die heiligen drei Könige für ein Kinder Herz des' Bemerkenswerten genug, das Schönste war doch! ihr Stern. 'Tiefen trug der Gregori, unseres Herrn Lehrers Blasebalgtreter, jan einer drei bis vier Meter Hohen Stange. 'Ter Stern war ans einem Draht- oder Holzgestell gefertigt, mit goldgelbem, durchscheinendem Papier beklebt, zwei Fuß hoch und drehte sich um ein Eisenstängcheu. Der Stent war hohl, und in seinem Innern hing etn Licht. Durch eine besondere Vorrichtung drehte sich der Stern ziemlich rasch, wenn der Träger eine Schitur ans- und abbewegte, was der Gregori mit einer so wichtigen Miene besorgte, als Helse er deut Meßner das heilige Weihnachtsfest einläuten. Die drei Buben in ihrer Verkleidung gingen in jedes Haus hinein. Sie sangen dort das Sieb: „Ein Stern ging auf im Osten, drei König' sahen ihn" usw., verkündeten dann in einem kleinen Dialoge die Geburt Christi und nahmen hernach dankend die Geschenke in Empfang, Hutzelbrot, Schick und Würste, am liebsten aber Geld, weil sie von ihrer Eittnahme dem Gregori einen halben Gulden geben mußten, wie das seit altersher gewesen. Hatten wir Buben uns in der Stube aushalten lassen, ftänbig in Unruhe, bis die heiligen drei Könige da gewesen waren, so ging es mit ihnen hinaus auf die Straße, und wir hielten uns in der Gefolgschaft des Sternes, der immer vvr den Häusern halten blieb. Wohl ein halbes Hundert Kinder untstanden ihn, mit leuchtenden Augen keinen Blick von ihm wendend, bis er, den drei Königen den Weg weisend, zum nächsten Hanse weiterzog. Da schauten wir stumm auf die erleuchtete Papier hülle, die sich gleichmäßig drehte, wir achteten nicht der Kälte, nicht der tanzenden Schneeflocken, mir sahen nicht den prosaischen Gregori, der, an seinen halben Gulden denkend, mechanisch an der Schnur zog, wir sahen nur den Stern, den Stern, der den drei Königen nach Bethlehem vorausgiug. O unvergleichliche Jugendzeit, du Gottessnihling int Erdenleben ! An dem Tage sagte der Vater nichts, wenn wir eine Stunde iuub noch mehr in der Nachtzeit draußen zubrachten; er mochte an seine eigene Jugendzeit denken, da er, den Stern bewttndernd, den heil. Treikönigen nachgelaufen war. Wenn ich mich an diese Abende erinnere, muß ich immer an den Peterle denken. Dieser spielte, als ich mich für die Dreikönigsbarstellungen zu interessieren begann, jeweils den rußgeschwärzten Balthasar. Er besaß eine Helle, klingende Stimme und sang immer allein die Melodie. Mir sind seine braunen Augen, die freudestrahlend aus dem schwarzen Gesichte heraus leuchteten, noch heute in guter Erinnerung. Gerade brav war er nicht, der Peterle. Wo es einen schlimmen Streich auszuführen gab, da war er dabei. Aber diese nicht sehr lobenswerte Eigenschaft entsprang weniger einem bösen Herzen, sondern hatte in einer mangelhaften Erziehung ihre Ursache. Den Junge hatte früh feinest Vater verloren, und seine Mutter, ein armes Weib, taglöhnerte Sommer und Winter bei fremden Leuten. Da war der Peter den ganzen Tag sich selber überlassen, half nach Beendigung der Schulzeit dem ober jenem Nachbar beim Fuhrwerk und schaute hernach, mit seinesgleichen Belustigung zu finden. Der reichste Manu meines Heimatortes war in jener Zeit der Sonneuwirt. Das halbe Tors stak bei ihm in Schulden, Auch die Mutter unseres Peterle hatte ihm von ihres seligen Mannes Zeiten her noch ein Sümmchen von 150 Mk. zu bezahlen, und die Abtragung dieser Schuld wollte ihr nicht gelingen. Aber der Sonneuwirt mahnte und mahnte zuletzt eindringlicher, und jetzt wollte er ihr ein Aeckerlein versteigern lassen, das fast ihr einziger Grundbesitz war. Das Weinen der Mutter ging dem Peterle nahe, unb sein Herz faßte einen Haß gegen beit harten Mann. „Daß Ihrs nur wißt, zum Sonnenwirt gehen wir nicht!" sagte er bei der Probe zu seinen Kameraden. „Ja, warum nicht?" fragten erstaunt der Kaspar und der Melchior. Der Peterle scheute sich erst, darüber zu reden. Aber schließ?- lich erzählte er seinen Kameraden das Vorgehen des Wirtes und erklärte rundweg, lieber mache er gar nicht mit, als daß er in des Sonnenwirtes Stube singe. DaS wat den Zweien nicht recht; zum Ersten konnte es böses Blut geben, wenn ein Haus .übergangen würde, insbesondere das des Sonnenwirts, des einflußreichsten Mannes im Ort. Das wäre gewiß seit Menschengedenken der erste Fall, daß die heiligen Dreikönige nicht in feie Sonne gingen, Zstm Andern gabs dort immer reiche Beute. Die Gäste spendeten jeder einen Groschen, Unb der tooiineutoirt stellte den drei Kronenträgern und ihrem siechte, der den Geschenkkorb trug, jedem ein Glas Wein vor, schütte sogar dem Gregori ein Glas hinaus, der draußen auf der Straße seinen Stern drehte. Schmeckte der Wein auch ein wenig sauer, so war es eben doch Wein, der das Singen erleichtert« und den Leib erwärmte. Aber was war zu tun? Den eigenwilligen Peterle ganz aus dem Spiel lassen und noch schnell Ersatz für ihn suchen, girtg nicht wohl an, weil nicht leicht ein anderer Knabe im Orte eine so helle Stimme hatte und so schön fingen konnte; auch hätte sich nicht jeber das Gesicht mit Ruß beschmiert. Also mußten sie sich zufrieden geben, hofften aber insgeheim, der Peterle werde sich noch uinftimmen lassen. Allein, wie am Vorabend des Dreikönigsfestes die Reihe an das Sonneuwirtshaus kommen sollte, ergriff der Balthasar feen Melchior am Aermel und zog ihn vorbei. Der Kaspar stand schon auf der Stafiel und bat und drohte unter Assistenz des Korbträgers, aber der Peterle ließ sich nicht erweichen, sondern zog den Melchior mit sich weiter, so daß die beiden andern auch folgen mußten. Doch gabs noch eine kleine Szene. Der Gregori stand wie eilte Bildsäule vor der Wirtshausstasfel und drehte seinen Stern. Es schien ihm unbegreiflich, daß die „Sonne" boykottiert werden solle und hätte er nicht an den halben Gulden gedacht, so würde er tu den Streik getreten fein. Brummend und mit großem Widerwillen folgte feer Alte endlich feen heiligen Treikönigen. Drinnen in der Wirtsstube wartete man auf feie Ankunft der Knaben. Es waren zwei Reisende da, die von dem Wirte daraus aufmerksam gemacht wurden, daß es an diesem Abend etwas zu sehen und zu hören geben würde, auch hatte sich! im Laufe des Nachmittags eine lustige Gesellschaft aus der Amtsstadt auf zwei Schlitten eingefunden, die gerne nach ein gebrochener Dunkelheit weggefahren wäre, sich jedoch auf Zureden fees Sonnenwirts bewegen ließ, das Auftreten der heiligen Dreikönige abzuwarten. Und nun kamen die Erwartenden nicht. Wohl aber wußte ein eintretender Manu darüber zu berichten und auch feen Grund anzugeben, weshalb das Haus des Sonnenwirts übergangen worden war. So erfuhren die fremden Reisenden und die lustigen Gäste aus feer Amtsstadt das wenig menschenfreundliche Vorgehen des Sonnenwirts und ließen es an entsprechende Reden nicht fehlen. Das ärgerte ihn ganz gewaltig, und am andern Morgen, als das Hochamt beendet war, ließ er durch seinen Knecht dem Peterle aiifpassen und ihn in das Hinterstübchen debitier en. „Du Lausbub, warum seid ihr gestern Wend nicht gekommen/ herrschte er den Buben an. ; „Tas werdet Ihr schon wissen, Sonneuwirt. Weil Ihr uns feen Sommerhalbenacker nehmen wollt!" Ta fuhr der Sonnemvirt mit erhobener Hand auf ihn ein. „So? Ist deine Mutter mir das Geld nicht schon lang' schuldig und laßt alle Jahre noch den Zins hängen?" Er schlug den kleinen Burschen aber nicht, denn dieser schaute ihm so ernst und ruhig in die Augen, daß, der sonst rücksichtslose Mann feen Arm sinken ließ. „Wenn Euch feie Mutter zahlen könnt' hält' sie es schon getan!" „Ihr seit eben Bettelvolk, dem es nicht darauf ankommt, wenn andere Leute ihr Geld verlieren!" „Ja, aber zum Dreikönigspielen ist das Bettelvolk schon recht. Wenn Ihr meiner Mutter den Acker wegnehmt, kommen die Drei- könig im nächsten Jahr wieder nicht zu lÄrch!" „Die Mutter soll mich bezahlen, dann kann der Acker Euer bleiben!" „Wartet bis ich groß bin, bann will ich schaffen unb sparen, daß Ihr das Geld bekommt!" „Wenn ich auf dich warten müßt!" sagte der S»iineuwirk Unb pufft den Peterle scheltend hinaus. Die Sache machte ihm aber doch zu schaffen; denn sie sprach sich im ganzen Orte herum. Unb die meisten Leute gaben dem Peterle recht, der sich an dem unnachsichtlichen Manne gerächt hätte. „Peterle, bist ja sonst nicht der brävste, aber diesmal hast's recht gemacht. Ich als König Balthasar hätt dem Sonnenwirk in dem Fall auch nicht gesungen!" sagte sein Vormund zu ihm. Einigemal des nachts mußte der Sonneuwirt an das Aeckerlein der Witwe denken, und je länger, desto mehr scheute er sich, es ihr abzuuetzmen. Schließlich nahm er sich vor, die Sache vorerst beim Alten zu lassen. Im nächsten Jahre fangen ihm feie heiligen 'Dreikönige wieder, unb er hatte diesmal eine ganz besondere Freude daran, namentlich lobte er hernach den Peterle wegen seiner schönen Stimme. Als der Junge aus der Schule entlassen war dachte der Sonneuwirt an die Worte deS Burschen, daß er später zur Abbezahlung der Schuld schaffen und sparen wollte, und er nahm ihn zur Verrichtung leichter Arbeiten in bas Haus. Und das gern (feste dem Peter zum Glücke. Er wurde ein tüchtiger, fleißiger Mensch, der im SonnenwirtShause bald unentbehrlich ward. Und weil feer Sonneuwirt, feer nur eine Tochter hotte, die au einen Richter in feer Stadt verheiratet war, in späteren Jahren viel von der Gicht geplagt wurde, wollte er fein Geschäft verkaufen. Aber 16 stimme mit: Ein Stern ging auf im Osten fSrei König sahen ihn. Sie hatten treu geharret, Bis cnblidj er erschien. (Sie sah'n so hell noch keinen Und mußten freudig weinen. es fand sich kein passender Liebhaber dafür. Da gab er es dem Peter auf Pacht. _ ,, u, , ,, Heute ist der ehemalige Balthasar-Darsteller Ergentümicr des Sonnenwirtschaftshauses, und wenn er auch nrcht so titel Oelti hat, wie der Vorgänger, findet er doch sein Auskommen, und tst zufrieden dabei. „ . „ . ._ , „ Jedes Jahr, wenn nun die Buben meines Heunatsort es Dreikönige spielen, werden sie in der Sonne besonders gut gehalten, und der Peter singt jedesmal mit seiner ntngenbui Denor- Zchisonntag in den Zchlierseer Bergen. Von Carl I. Luther, München. Am Freitag bringen die Münchener Zeitungen den Wintcr- sport-Witterungsbericht des Frcmdenverkehrstiereins. Danach werden am selben Abend noch oder spätestens Sonnabend früh die Pläne für den kommenden Sonntag geschmiedet. D-as Telephon ruft die Gefährten zu dem oder jenem Bahnzug. 'Die Klub-Fahrwarte sammeln ihre Schlitz- und Lehrbefohlenen. Schiwachs unb allerlei Kleinigkeiten gehen in den Sportgeschäften wie warme Semmeln. Trambahnschaffner stoßen die allerschönsten Schwartlmgretter- fli'iche ans, weil sich auf der Plattform die Schier flauen; bei der Staatsbahndirektlvn ist der Sportzugreferent in Heller Berzweisl- tung, weil er die Sonderzuge voraussichtlich fahren lasten muß; kurzum, das ganze ivintcrsportliche München, und was mit ihm in Berührung steht, ist in fieberhafter Erregung, weil vom Gebirge Pulverschnee, acht Grad Kälte und Sonnenschein gemeldet sind. — Sportzug! Segensreiche lang erkämpfte Einrichtung, der Kgl. bahr. Staatsbahn gleichsam abgetrotzt: vor fünf Jahren mußten die Gasthofbesitzer der Schlier- seer Gegend und die Münchener Schiklnbs 300 Mk. Garantie für den ersten Sportzug aufbringen. 'Der Zug wird auch heute nicht abgelassen, wenn dem betreffenden Referenten, der natürlich keine Ahnung vom Wintersport hat, am Sonnabend nachmittag em Tropfen aus der Dachtraufe auf die Nase fällt, mag auch vorn Gebirge das herrlichste Wetter gemeldet feilt. Ist der Sportzug aber gar nicht laufzuhalteu, dann bringt er uns für 1,30 Mk. in lyi Std. nach Schliersee. Wenn sich dann in Schliersee die Perrontüren öffnen, und das Heer der Schiläufer, die Schier geschultert, sich wie ein Landsknechtshausen durch die Bahnsteigpforten drängt, reisst der Billettkontrolleur die Mütze vom Haupt, beileibe nicht aus Ehrerbietung vor den Münchenern und ihrem Geld, das sie „herin sitzen lassen" sondern wegen der Flut der Billette, der seine Hände trotz Nr. 9y2 nicht gewachsen sind. Am Schliersee entlang nach Fifchhansen und dann den Kühzaglweg hinauf! Das ist die Marschroute der meisten, die da Sonntags in den Schlierseer Bergen dem Schilauf huldigen. In endlosem Gänsemarsch schlnrperp „Männlein und Weibl", schlnrpt Münchens Schiläuferwelt bergan, mitten durch den tief verschneiten Wald, die Schneehänge der Bodenschneid und Brecherspitze vor Augen, an denen sich sieghaft das Frühlicht bricht. Bei der Naineralm, zu der sich von allen Seiten die schönsten Uebungshänge nicdersenken, machen wir heute Frühstücksrast, ’&ia hat sich einer ein Loch in den Schnee gestampft, den Kochapparat zur Schneeschmelze und zum Teesud hineingestellt und sucht nun mit Oberkörper 'und Rucksack das spiritnsflämmchen vor dem Wind zu schützen Wie ein Staketeuzaun stecken ringsherum und auf dem Hüttendach die Schier und Stöcke; zwischendurch lagern sich überall im Schnee.oder auf etwa noch hervorragenden Felsblöcken die Schiläufer. Wenn irgendwo, dann sind bei solcher Schiläuferrast alle Standes'unterschiede verschwunden. Brüderlich reicht dir dein Nachbar — du hast ihn nie im Leben gesehen — eine Apfelsine, du revanchierst dich mit einem Stück Wurst, indes dir kameradschaftlich von einer hübschen Studentin ein heißer_ Becher Tee aus der Thermesflasche geboten wird, den du anfjauchzend in den Schnee fallen läßt. Obendrein erhältst du irgendwoher einen Rippenstoß, der dich darauf aufmerksam macht, daß am Hang drüben zwischen den Tannen ein paar ganz Eifrige auf einer rasch gebauten Sprungschanze die ersten Probesprünge absolvieren. Unsere Rast ist nur kurz. Die Wintermarkierung — rote Tuchfetzen an den Tannen, rote Richtungspfeile an Stangen, zinnoberrot gestrichene Konservenbüchsen, die, freihängend, nicht verschneit werden, ja, sogar eine alte Bratpfanne entdeckte ich kürzlich als Markiernngszeicheil bei Birkenstein — leitet uns weiter am Rettenbeckhans vorbei zum steilen Ostanstieg der Boden- schneid und in vielen Spitzkehren und Zickzackgängen zum Gipfel (1700 Meter), von dem ein Riesenkreuz weil hinaus in die Lande schaut, hinüber zum Tegernsee und zu den Tölzer Bergen, zum Wallberg und Blankenstein, zum Gufferd, Schinder unb Sonnwendjoch und zum dahinter liegenden Mpenland, von den Allgäuern bis zu den Tauern, südöstlich hinab in die Riesenmulde der Fürstalm, wo wir die Läufer, Kein wie Mücken, bei beit Hütten rasten und am Stumpflinghang üben sehen; weiter hinab zum Spitzingsee und zur Rotwandgruppe hinüber, hinter der der wilde Kaiser anfragt, und gegen Ost und Nord zur Raineralm hinab, die 300 Nieter, und zum Schliersee, der 900 Meter unter uns liegt, zur Wendelsteingruppe und ins Schigebiet von Birkenstein und weit hinaus über die oberbaherische Hochebene, auf der in grauen Schwaden das Nebelmeer lastet. Puh, mag, es da trüb und feucht sein in dem lieben München, während bei uns hier oben ti'ont capriblauen Himmel sengend die Sonne strahlt, während wir, im Windschutz des Krenzsockels wohlig geborgen, im Sonnenbad fitzen, die Füße int warnten Rucksack. , Doch auf! Jetzt kannst du, mein Freund, deine Stemmbogen- technik voll entfalten. Steil gehts hinab mit Kamme, durch lichten unb dichten Wald, wo bald der Schnee hoch aufgeweht liegt, bald Gras und Steine sichtbar sind. Zum Stnmpflingssattel hinab/ wo matt den schönen Blick ins Rottachtal und auf die Abfahrt nach Tegernsee genießt. Bom Sattel sind wir dann in zwanzig Minuten auf dem Stumpfling, dem meistbesuchten Schimugel Ober- baherns. Hier rüsten wir uns zur schneidigen Norwegerschußfahrt htnab zu den Fürstalmen. Da berauschen wir uns an der Schnelligkeit unb am Bewußtsein, fliegen zu können. Zur Hocke geduckt, um den Schwerpunkt tiefer zu legen und beit Luftzug ab- zuschneiden, laufen die Telemarkbogeu wie vorgezirkelt; am Steilhang hemmt der Christiania die tolle Fahrt, daß. der Schnee soit- tänenartig hochstiebt. Und ehe wir uns bedacht,"gleiten wir zwischen den Uebenden bei den Almhütten durch an den Sprunghügeln vorüber, die da in Eile angelegt sind, und erreichen in wenig hundert Meter langem leichten Ansteige die Hütte des Schneeschuh- Vereins München, wo eine lustige Korona im Schnee draußen um den ins Freie getragenen Tisch beim Nachmittagstee sitzt. Hier haben wir, sei es von der „Gartenwirtschaft" oder vom Hütten- fenster aus, Muße, dem Treiben am Stumpflinghang zuzusehen. Hunderte üben hier allsonntäglich die Kunst der Balance, die Beherrschung der Zentrifugalkraft, das Parallelogramm der bei dem Telemark' wirkenden Kräfte und den freien Flug von der Sprungschanze, bis um die dritte Nachmittagsstnnde die wachsenden Sckwt- tenkegel der Bodenschmid, von der die Reflektorscheibe» des Kreuzes, herniederblinl'en, zur Heimkehr mahnen. , Herrlich ist die Abfahrt zum Spitzingsee und über die Spitzing- ftraße nach Josefstal; etwas schwieriger zum Teil die von uns gewählte über den Freudenreichsattel und den Kühzaglweg nach Fisch- liausen, wo wir nach allerlei Fährlichkeiten und Abenteuern am Stammtisch des Schiklubs Schliersee bei Finsterlin, der vor zwanzig Jahren den Schilauf in München entführte, den Gesellschasts- schlitten nach Schliersee zum Abendzug abwarten. Köstlich erfrischt von beul Aufenthalt in der klaren Winter - luft sitzt man bann im Zuge, der uns der Großstadt wieder zuführt, und bespricht noch einmal die Ereignisse und Erlebnisse des Wages' — oder schließt, der angenehmen Ermüdung nach geb end, auf ein knappes Stündchen die Augen, bis der Zug in bett Münchener Hauptbahnhof einrollt. „ z , Wiederum ist es ein Landsknechtshcuifen, der da tu München durch die engen Bahnsteigpforten quillt, von Hunderten, erwartet, die das einzigartige Schauspiel sehen wollen, das sich allsonntäglich zwischen November und April im Hauptbahnhof abrollt, wenn die Sportzüge aus Schliersee, ans dem Chiemgau, von Kufstein, Tölz, Partcnkirchen und a-nders woher ciutreffen unb Tausende, von stählender Winterluft erfrischt und vom Schilauf begeistert, mit glückgeröteten Wangen elastischen Schrittes in die Stadt zurück- kehrest. ________________ humoristisches. - * Guter Rat. Der neue Kommis: „Der Chef hat mich zum Abendessen eingeladen; wie soll ich mich da verhalten?" —. Kellege: „Essen Sie vorher zu Hause!" * S el b st i r onie. „Bitt' schön um eine Gabe für di« Musik." — Ach was ich habe von der Musik nichts gehört!" — „Da können S' erst recht was zahlen!" Biiderrcitsei. Auflösung in nächster Nummer> Auflösung des Rätsels in voriger Nummer'. Rat, Hans. — Rathaus. Hausrat. Redaktion; K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lang«, Gieren.