Of B,5 .i 1 I Lommerleutnsnts. Roman von Walter B l 0 e m. ■Copryght 1910 by Grethlein & Cq. (Nachdruck verboten.)' (Fortsetzung.) Frobenius war weich gefallen ... zu seinem Glücke war just neben dem Platz der Katastrophe ein Froschwässerlein im Chausseegraben, das hatte wie ein elastisches Kissen seinen Sturz aufgefangen. . . die Frösche hatten dabei mehr Schaden genommen als ihr unfreiwilliger Gast. . . Nun saß -Frobenius mit der Rückseite seines Körpers in dem Tümpel, während die Beine noch- auf dem Rande der Chaussee lagen. Er hatte sich aufgerichtet, und seine Arme standen hinter seinem Rücken in dem Wässerchen ... so sah er drein mit -dem Unschuldsblick eines Kindes, das eben vom Himmel gefallen wäre. . . seine Augen suchten, wie äus tiefem Traum -erwachend, nach dem Urheber seines Unglücks . . . Auf einmal sah! er neben dem keuchenden und schnaubenden Ki.rno den Oberkörper einer Dame. . . Eine Dame? . . . wie kam denn die hierher? . . . Das war doch nicht etwa gar . . . nein. . . das durfte nicht sein . . . das -wäre zu ungeheuerlich- gewesen . . . Er, ein Mann. . . und von einem jungen Mädel gerettet ... das wäre gar nicht wieder gut zu machen . . . Und Teufel . . . kam da nicht eben gar sein Bataillonskommandeur herangesprengt, mit dem er sich gestern abend bei der letzten Flasche Sekt so glänzend unterhalten —? Und der lvär sorglich um das junge Mädchen bemüht... fragte nach ihrem Befinden —- — Ja . . . gab's denn so was überhaupt? . . , wär eine solche Blamage denn überhaupt faßbar? . . . Der Major nannte da!s junge Mädchen du . . . sie sagte Vater zu ihm. . . Gerettet von der Tochter seines Bataillonskommandeurs! . . . Das wär so ungeheuerlich- ... so unwahrscheinlich — daß es schon fast nicht mehr ernst zu nehmen war . . . ! Und wie nun Wilhelm Frobenius an sich selber her- Unterschaute und sich rücklings in dem Froschtümpel sitzen sah, da verschwand jede Spur persönlicher Beschämung vor der reinen Freude an der haarsträubenden Komik der Situation . . . Als der Major sich! überzeugt hätte, daß seine Tochter heil sei, und beide sich- dem Opfer der Katastrophe tzu- wandten... da saß dies Opfer in seinem Ueberzug von Schlamm und Algen. . . und lachte. . . lachte selig wie -ein Kind, das einen fabelhäft gelungenen Streich aus- geführt hat und nun auf allgemeine! Dankbarkeit -Anspruch M M .. n Einen Augenblick waren die Retterin und ihr Vater völlig verblüfft. . . dann aber stimmten auch sie erlöst und überwältigt ein in die erdentrückte Heiterkeit des langen Menschen im Froschpfuhl. . . „Donnerwetter! — Sie scheinen sich in Ihrem Tümpel da ja ganz behaglich zu fühlen! — Wie lange wollen Sie denn da -eigentlich noch- sitzen bleiben?" Und die junge Dame fragte: „Soll ich vom Pferde runterkommen und Ihnen die Hand geben?" Da kam Wilhelm Frobenius denn doch zu Besinnung. Er versuchte aufzuspringen . . . aber das war nicht so leicht ... Es blieb ihm nichts übrig, als die Beine, die bisher so schön auf dem Trocknen gelegen hatten, von ihrem hochgelegenen Platze herunterzudirigieren. Und so, am ganzen Leibe triefend und mit grünem Schlamm überzogen, richtete Wilhelm Frobenius seine lange Gestalt auf, stieg auf die Chaussee und machte ein« tragikomische Verbeugung. „Darf ich Herrn Major ganz gehorsamst bitten, mich vorzustellen?!" Abermals platzte Nelly heraus. „Ja," sagte der Major, „als was soll ich Sie denn nun vorstellen — als Leutnant der Landwehr? — Das geht doch nicht gut; denn augenblicklich haben Sie mit allem Möglichen Aehnlichkeit . . . -aber mit einem Leutnant. . . Also, sagen wir schlechtweg: Herr Frobenius — meine Tochter Nelly!" „Na, nun bsdanken Sie sich mal schön bei mir!" sagte Nelly und rieb den schmerzenden Arm, „wer weiß, wo Sie jetzt schon wären, wenn ich mich nicht über Sie erbarmt hätte!" „Eigentlich müßte ich Ihnen böse sein, mein gnädiges Fräulein . . . stellen Sie sich vor, welch ein Schicksal meiner wartet! — Meinen Sie nicht auch, daß mir besser wäre, dieser infame Schinder hätte mich -da hinten irgendwo gegen einen Baum -gerannt? . .. Dann wäre jetzt alles vorbei und ich läge friedlich Und -entseelt irgendwo an der Landstraße . . . aber jetzt: —- so ein Lachen, wie über mich anheben wird, ist doch überhaupt noch gar nicht dagewesen. Das habe ich Ihnen zu verdanken, mein gnädiges Fräulein!" Dabei strahlten hinter den funkelnden Brillengläsern die braunen Augen des Mannes zu dem Mädchen empor, mit einem Ausdruck, der just das Gegenteil seiner Worte sagte: Ahnst du, Mädchen, wie lieb ich das Leben hab? . . ahnst du, wieviel ich uoch wirken und schaffen möcht' auf dieser Erde? . . . ahUst du, was für ein krauses, sehnsüchtiges, umgetriebenes Herz das ist, das nun weiter schlagen darf dank deiner schnellen Tat? Einen Augenblick lang hatte dies geheimnisvolle, Leuchten der braunen Augen die stahlblauen der Retterin fest- gehalten . . . dann Uber ließ sie ihre Blicke an der hageren Gestalt herabgleiteu.... - 486 Mein, so ‘eine Karikatur! . . . «Von den grün überkleisterten Rockschößen . . . von den Uermelaufschlägen hernieder triefte es in den Staub der Chaussee . . . Die dürren Beine in den schlammüberkrusteten Reitstiefeln schlotterten vor Rässe und Frost. . . Der Instinkt der Soldatentochter lehnte sich auf gegen dieses Zerrbild . . . Der Herr trug doch nun mal des Königs Rock. . . nun galt's vor allem, die unmögliche Situation zu retten . . . Mit Ueberraschunq sah! Frobenius, daß das Zucken des Lächelns und der Teilnahme plötzlich, wie weggeweht, vom Gesicht des jungen Mädchens verschwand. „Herr Leutnant," sagte sie mit unüberhörbarer Ironie, „mein Vater war gerade im Begriff, zum Bataillon zu fetten —• Gehn Sie bitte dort irgendwo in den Wald und legen Sie sich in die Sonne zum Trocknen . . . (meine Schwester und ich werden Ihr Pferd mit zum Tattersall nehmen und Ihnen einen Wagen herausschicken. . So können Sie ja unmöglich in die Stadt zurück!" „Ah, das ist ja 'ne ausgezeichnete Idee!" stimmte der Major zu. Zerschmettert sah Wilhelm Frobenius an seiner jammervollen Erscheinung herunter. . . „Allerdings — Sie haben wohl recht, gnädiges Fräulein! Ich danke Ihnen! — Den Dank für meine. . . Rettung . . . hoffe ich Ihnen ... in etwas schicklicherer Verfassung . . ." „Schon gut, schon gut!" sagte Nelly, „nur schuell von der Chaussee herunter, Herr Leutnant. . . Da hinten kommt schon eine Kompagnie vom Exerzierplatz zurück . .!" „Ahj gut, gut!" sagte der Major, „also schnell, Herr Leutnant, verschwinden Sie! — Und ihr, Mädels," — das galt Nelly und der soeben herankommenden Molly — „macht, daß ihr nach Hause kommt . . . Ich halte den Schinder so lange und werde ihn der Kompagnie dort übergeben; die kann ihn zur Stadt zurückschafsen...!'< Mit kurzem, herbem Kopfnicken verabschiedete sich die junge Dame von ihrem Schützling, der barhaupt iin prallen Sonnenschein vor ihr stand und mit schlotternden Gliedern eine hilflos befangene Verbeugung machte ... In schlankem Galopp stoben die beiden Reiterinnen nach rechts der Stadt zu. Der Major ergriff die Zügel Kunos des Schrecklichen, der wie ‘ein Lämmchen folgte, grüßte kürz mit der Linken und sprengte der anmarschierenden Kompagnie entgegen. Wilhelm Frobenius aber stapfte an seinem Tümpel vorüber . . . durch den Chausseegraben ... in den Wald , . . und suchte sich ein sonniges Plätzchen aus . . . ! 5. Kapitel. Die Kompagnie, die auf der Chaussee vom Exerzierplatz sich näherte, war die dritte. Hauptmann Haller, der vorschriftsmäßig an der Queue ritt, sah seinen Bataillonskommandeur herankommen und galoppierte an, überholte seine Kompagnie und meldete dem Major: „Dritte Kompagnie auf dem Rückmarsch vom Exerzierplatz!" „Danke, lieber Haller! — Hier bring ich Ihnen etwas Schönes mit!" „Ich hab mich schon gewundert, Herr Major." „Haarsträubende Geschichte! — Hat den Leutnant der Landwehr Frobenius abgeworfen — der Satan!" Die Kompagnie war inzwischen herangekommen. Staubbedeckt, lustig seine Zigarette rauchend, marschierte an ihrer Spitze der schlanke, blonde Leutnant von Finette. Er hatte die letzten Worte gehört, und nachdem er vor seinem Bataillonskommandeur salutiert, erlaubte er sich zu bemerken: „Darf ich Herrn Major darauf aufmerksam machen, daß das Kuno der Schreckliche ist?!" „Küno der Schreckliche — wer ist denn das?" „Ein total aus dem Leim gerittener Schinder aus dem Tattersall! Wer hat denn bloß dem unglücklichen Herrn von der Landwehr diese Kreatur unter den Leib gesteckt? . . Die ist doch eigentlich nur noch zu Beefsteak zu gebrauchen!" „So," sagte der Major, „das begreife ich allerdings auch nicht . . . Ich werde doch mal an den Direktor telephonieren ... So was darf nicht wieder Vorkommen . . > das ist ja ’ne Infamie geradezu!" Hauptmann Haller hatte inzwischen feinen Burschen herangewinkt, der dem Major die Zügel des unglücklichen Gaules aus der Hand genommen hatte. ».Haben Sie die Erste und Zweite gesehen?" erkundigte! sich der Major. „Zu Befehl, Herr Major! Die Zweite hat das Ka-! stanienwäldchen besetzt ™ Die Erste greift von der Hohen Tanne her an!" -„Danke vielmels! g Guten Morgen, meine Herren!" * Am Kreuzweg traf Sassenbäch, wie verabredet, mit seinem Adjutanten zusammen. „Was macht der Brummschädel?" „Danke gehorsamst, Herr Major g durchaus vorschriftsmäßig !" „Langt's zu 'nem Galopp?" „Selbstverständlich, Herr Major! — Hohe Zeit! Die Erste und Zweite müssen schon aneinander sein!" Hauptmann von Brandeis hatte frühmorgens am Rande des Exerzierplatzes seine Kompagnie in Züge aus- einandergezogen und Uebungen im Entfernungsschätzen durch die Zugführer vornehmen lassen. Nach einer Stunde hatte er die Kompagnie zusammengezogen und sie fünf Kilometer weit nordwärts geführt, um auf Grund einer mit Hauptmann Goll vereinbarten einfachen Gefechtsannahme eine kleine Felddienstübung anzuschließen . . . Einer von den üblichen „Türken", die mit tödlicher Sicherheit sich immer wiederholten und denselben typischen Verlauf nahmen. Die beiden Hauptleute hatten miteinander verabredet,- daß ihre ältesten Zugführer die Kompagnien führen sollten. Hauptmann von Brandeis hatte den weißen Helmbezug und die weiße Armbinde der Schiedsrichter angelegt, und zu ihm war von der Zweiten Leutnant Quincke als Schiedsrichtergehilfe getreten. . . Oberleutnant Menshausen führte die Zweite. . . Leutnant der Reserve Flamberg die Erste . . . Hauptmann Goll, als der Aeltere, markierte den Leitenden und hätte den Leutnant der Landwehr Fro- benius als Zuschauer zu sich befohlen. Bei der Zweiten wurden infolgedessen sämtliche Züge von Unteroffizieren: einem aktiven und einem Reserve- Vizefeldwebel und dem ältesten Sergeanten geführt . . . Bei der Ersten standen Leutnant Earstanjen und zwei Vize-, feldwebel als Zugführer. Der Oberleutnant Menshausen besetzte mit allen drei Zügen den Rand des Kastanienwäldchens und ließ dis Mannschaften sich eingraben. . . Dann hielt er Musterung unter den Unteroffizieren . .) „Der einjährig-freiwillige Unteroffizier Friesen!" „Hier!" „Kommen Sie mal her . . . Für Sie hab' ich heute eine Spezialaufgabe: Sehen Sie sich mal rechts da das Gebüsch an! — Sehn Sie?" „Zu Befehl, Herr Oberleutnant!" „Nehmen Sie sich die beiden rechten Ilügelgruppen vom ersten Zuge und suchen Sie, in das Gehölz hinein--, zukommen. . . aber gedeckt. . . verstehn Sie!?. .— auch wenn Sie -einen größeren Umweg machen müssen! — Und daß Sie mir nicht eher zum Vorschein kommen, als bis die Erste über den Exerzierplatz zum Angriff ansetzt . . < sie muß ja selbstverständlich von der Hohen Tanne Herkommen . . . Wenn dann die vorhergehenden Züge auf der Höhe Ihres Gehölzes angekommen sind, dann erscheinen Sie plötzlich mit Ihren zwei Gruppen am Waldrand und schießen der' Ersten in die linke Flanke hinein . . . Haben Sie begriffen?" „Zu Befehl, Herr Oberleutnant!" „Na, nun nehmen Sie sich mal zusammen und beweisen Sie, daß Sie würdig sind, nächstens die Offizier-i qualisikation zu bekommen — Sie Vertreter der Intelligenz! Los, treten Sie an!" Der einjährig-freiwillige Unteroffizier Friesen begab sich an die rechte Flanke der ausgeschwärmten Kompagnie und befahl: „Erste und zweite Gruppe vom rechten Flügel des ersten Zuges ■- sammeln!" Im selben Augenblick galoppierte auch schon der Konw pagniefü.hrer heran: „Donnerwetter, Friesen, wozu wollen Sie denn Ihre zwei Gruppen sammeln? Lassen Sie die doch ausgeschwärmt. . . Wir sind im Gefecht! Einfach kehrt marsch und dann in Schützenlinie 'runter in hen Grund ... so schnell wie möglich . . ." Der Einjährige stand stramm, zog dann mit dem Befehl! „Schwärmen!" seine beiden Gruppert wieder auseinander 481" - schiller aus der Badereise. Pyrmonts hyMger Vorn. Von Ottp Buchmann. .In spateren Jahren wellte Friedrich der Große für längere Beit m Pyrmont. Auf dem Königsbcrge sollen die Pläne zum zweiten schlesischen Kriege von dem großen Schlachtenlenker entworfen worden fern. An den großen König erinnert ein Denkstein auf dem Königsberge, der die Aufschrift trägt: Fridericus Maximus Fonts Salutifero Vires Restauraturus Hoc secessu Gaudebal. -„.Die Bergwälder sind die igüter der Schätze Pyrmonts. Mit smaragdenen Wälderschanzen umrahmen sie Pyrmonts lieb- liches Tal, aufstrebend in die selige Bläue des Sommerhimmels. Sie sind es auch, die Pyrmont den Ruf eines idealen klimatischen Kurortes eingetragen haben. $>ie Heilfaktoren Pyrmonts umschließen natürlich ein großes Krankheitsgebiet. So entfallen in das Heilgebiet der Quellen, um sie in kurzer Skizze anzuführen, folgende Krankheiten: Stoffwechselkrankheiten, besonders Gicht, Skrofulose, Rachitis: Krankheiten des Herzens und der Verdauungsorgane, der Atmungsorgane, der Leber, der Sexualorgane, Nieren- und Nervenkrankheiten, sowie chronische Rheumatismen. Tie Pyrmonter Badehäuser sind gewaltige Apparate, so können 8- B. in dem sogenannten oberen Badehause, ein Bau, der in den Jahren 1905/1906 entstanden ist, zu gleicher Zeit 145 Stahl-, 57 Sol- und ebensoviel Stahlsolbäder, sowie 27 Moorbäder zu Zleicher Zeit verabfolgt werden. Außer seinen hervorragenden Eisensäuerlingen und Kochsalz- guellen, die zu Trink- und Badezwecken benutzt werden, hat Pyrmont in seinen reichhaltigen Eisenmoorlagern, einen Heilfaktor, wm den es von vielen Bädern mit Recht beneidet wird. . Pyrmont, wie es sich jetzt zeigt, ist ein modernes Bad, em Ort, der den Charakter eines Weltbades deutlich aufgeprägt tragt. Nur ein einziges Mal hat Schiller eine wirkliche Badereise unternommen. Das war in jenem traurigen Jahre 1791, wo iljn gleich zu Anfang ein furchtbarer Anfall seines alten Leidens, uer Brustkrampfe, monatelang darniederwarf, im Mai ihn ein Ruckfall an den Rand des Grabes brachte und schließlich keine andere Rettung mehr schien, als daß er die heilenden Quellen von Karlsbad, aufsuchte. In die Sommerfrische ist Schiller freilich auch sonst des öfteren gegangen. So hat er zu Loschwitz im artigen Gartenhäuschen des Freundes Körner vergnügte Tage verbracht; aus Weimar „flog" er 1788 aufs Land nach dem! lieblichen Volkstadt bei Rudolstadt, wo er schwärmerische Tage mit den Schwestern Caroline von Beulwitz und Lotte von Lengefeld verlebte, wo die ersten Fäden des künftigen Ehebundes geknüpft wur- 1-793 bat er die Heimat wieder besucht, um sich zu erholen und che Tage der Kindheit wieder heraufzubeschwören, er hat 1803 in Lauchstadt Kur gebraucht, aber zugleich regen Anteil am Weimarer Theater genommen, das hier gastierte, viel gearbeitet und nicht die nötige Stille und Einsamkeit gefunden. Wie er selbst gestand, zog. ihn nicht so das Bad, als das Theater hin So bleibt denn der Karlsbader Aufenthalt seine einzige Badereise, die von trefflicher Wirkung auf seinen außerordentlich geschwächten Körper war. Schiller reiste nicht gern; die äußeren Schwierigkeiten und Hindernisse waren ihm lästig, und schon die V o r b e r e i t n n g e n betrieb er „etwas geniemäßig", wie uns Funck erzählt, der ihn vor seiner großen Reise nach der Heimat 1793 beobachtete. „Sie kennen ja seine Art," schreibt er, „auf der Stelle für jedes Hindernis eine Auskunft zu finden und daun gleich nicht mehr daran zu,denken. Komisch hMtr es indessen, wie glücklich dies Benehmen auf die Menschen, die einem sonst solche langwierigen Reisen so sehr verbittern, auf Fuhrleute, Aufpacker, Frachtkärner usw. wirkte. Er sah alles in rosenfarbenem Lichte; daß die Kerls groß werden könnten oder Geld erpressen wollten, fiel ihm gar nicht ein; sie waren ihm gutmütige Dummköpfe, denen er mit gutem Rat beistand, wie sie die Reise, die Fracht, die Ladung usw. einrichtenj sollten. Kaum war die neue Schwierigkeit mit vielem Drucksen Hinterhalten, mit Nein und Aber wenn herausgesagt, so hatte er gleich auf der Stelle zehn Gegenmittel und blieb dabei bei so guter Laune, daß die Grobians völlig deroutiert nach Hause gingen, um in einer Stunde wiederzukommen, neue Schwierigkeiten zu machen und ebenso wieder abgefertigt zu werden." Bei der Reise von 1791 war Schiller zu schwach, um selbst etwas vorzubereiten; seine Fran !und deren Schwester Caroline begleiteten ihn, und außerdem hatte ihn sein bewährter Jenenser Arzt Dr. Starke noch einen seiner Klmikgehilfen Tr. Eicke als medizinischen Beistand mitgegeben. Als 90jähriger Greis hat dieser Begleiter interessante Mitteilungen über die Badereise gemacht. Schiller litt hauptsächlich an heftigen Brustkrämpfen und bedurfte bei diesen Anfällen eines starken Beistandes, wozu sich- der robuste junge Mann gut eignete. „Schon während der Reise mußte er dem Patienten im Wagen gegenübersitzen und denselben, wenn er bei seinen asthmatischen Zufällen zurücksank, an den Händen emporziehen, toobei Schiller stets bereitwillig selbst die Hände entgegenhielt." Mm 1. Juli kam Schiller in Karlsbad knd führte sie in den waldbestandenen Grund, der sich zur Rechten des Kastanrenwäldchens Mnzva . . " ’ 3 Alle Wetter, Keule galt's aufpassen! 3 (Fortsetzung folgt.) 1 Komfortable Hotels mit allem Luxus, Pensionen S'nnto für Unterkunft für all' die Saufen™'HeSSnt(MB suchend, alftahrlich besuchen. Im Jahre 1910 weilten hier 40 000 Fremde, darunter 14 000 Kurgäste, an die 125 000 Bäder abgegeben wurden Ein Prachtstück deutscher Architektenkunst ist das Kurhaus. Mit seiner Flucht von 200 Zimmern, seinen 40 eigenen fDiincrnlßabent im Anschluß an die Fremdenzimmer ist es ein großzügiges Hotel, tote man es nicht oft findet Tie Fürstliche Kurverwaltung untersteht dem großzügigen ^rdtrektors von Beckerath. Ein Reigen fröhlicher Tage ist die Saison in Pyrmont, denn nur mit heiterem Sinn laßt es sich zur Genesung kommen. Gartenfeste, Sinfoniekonzerte, Pferderennen, Lawn-Tennistourniere usw. usw wech- W m bunter Reihe ab, und schassen Zerstreuung. Das FürR nrBh (ü&t durch das meisterhafte Spiel der Mit- der .Araer Hochuhne und durch ein reichhaltiges Repertoire tu kunstleriicher Beziehung die Großstadt nicht vermissen. Die Sufc/öft 19°? begründeten Naturbühnen Festspiel haben dem Hagen Pyrmont den Ruf einer idealen Kunstpflegestätte einge- (Nachdruck verboten.) I ; Hof-Rat und Leib-Medicns Herr D. Johann Philip Seil) I i Meibt in seinem Büchlein „UnterrichtvomGebrauch r m^n 1 f f = n © t a ßl»SB a f f erim Jahre 1743 * "Man setzet als eme bekannte und angenommene Wahr- Woraus, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, die mine- I rauschen Wasser als sonderbare Mittel zu verordnen, hauptsächlich * ’ aller6aitb alte, eingewurzelte und langwierige Krankheiten (welche morbi chromel in der Medizin genannt werden) zu curiren. Das ^i-f?i"n^cho^^ahlwasser, welches nach Veystimmung vieler der gelehrtesten Medicorum und Kenner der Wasser, als eines der I ~ gr,,» • q- ■ - , ... „ vornehmsten, stärksten und begehrtesten in seiner Wirkung, unter I Nervmltuna^n?^mbrrort ist Pyrmont, seitdem die Fürstliche einer so großen Anzahl anderer mineralischen Wassern in Deutsch- der Wege nach dem Oertelschen System land (und in anderen Ländern erkannt und gehalten wird erfüllet I s. Pyrmonter Kurort ist ja altberühmt durch burtf) die Erfahrung obgemeldete Tugenden, indem es alle Jahre I l8e Oliederung seiner Anlagen seine gewaltigen Alleen, Laesroße Menge Menschen, die mit langwierigen Krankheiten fee?btt Wc tiOn architektonischen veschvert |tnb, curtret, welche vorher gantz veraebens viele andere I ,ÖTei„ Ruinen ^empeln u,to. Mittel und Artzeneyen gebrauchet haben." I noch gesagt, daß Pyrmont keineswegs ein e -Mi-ÄW-L-W«- ®vitttont. Wer kennt es nicht, wer hätte noch nichts von ' r? WifPenbenben Quellen gehört, die in unerschöpflicher Fülle fett Jahrhunderten dunklen Bergschößen, Gesundheit und Genc,ung nut Nch tragend, entströmen, vom „hylligeu Born", ü "daß seine Wasser wie lauter aqua ? ,0”s salutts, ia Christus der lebendige Quell selbst gewesen mu ^'rt allergraueste Zeit hinein verliert sich die Geschichte der Pyrmonter Heilquellen. Ein bei der Neufassung einer Quelle ■kJ Munzensuud, drei römische Denaren, deren eine den Kopf des Kaisers Caracalla (211—217 n. Chr.) trägt, beweist, £ e JL e r die Quellen schon kannten. Positive Hand,christliche Nachricht über die Pyrmonter Wasser riihrt dagegen von denn Dominikanermönch Hewieius de Herrodia her, der ums Fahr 13a0 lebte, und der bereits „den heiligen Brunnen" erwähnt. In her Mitte des 16. Jahrhunderts war der Ruf des „heiligen Bornes außerordentlich groß. Im Jahre 1556 versammelten sich tn Pyrmont gegen Anfang des Frühlings aus Spanien, Frank- teich, Cmglaud, Norwegen, Schweden, Dänemark usw. eine solche Menge Kurgaste, daß sie in Pyrmont und den naheliegenden Dörfern keine Unterkunft fanden und daher in der Nähe der Quellen in Zelten nächtigen mußten. Vom Jahre 1681 erzählt das Pariser yournal „mercure galont“, daß nicht weniger als vierzig königliche und fürstliche Personen in Pyrmont zur Kur weilten. 488 an und Kahm eine bescheidene Wohnung in einem Gasthof dritten Ranges „Zum weißen Schwan". Er lebte hier sehr,eingezogen, wie Caroline von Wolzogen schrieb: „die Bekanntschaft mit einigen bedeutenden österreichischen Kriegern interessierte ihn Und gab ihm neue Ansichten dieses Standes, in den er seines „Wallenstein" wegen gern hineinschaute." Mit Eifer gebrauchte er die Brunnenkur. „Wenn wir es als gewiß annehmen, daß ein Schwindsüchtiger oder Brustkranker nicht drei Tage den Sprudel trinken kann," berichtet sein .Freund und Verleger Göschen, der damals auch in Karlsbad weilte und den Dichter in seinen dürftigen Verhältnissen mit Geld versorgte, an Wieland, „so ist die Erfahrung, daß Schiller 18 Becher täglich ohne den mindesten üblen Erfolg seit 18 Tagen täglich trinkt, allein hinlänglich, alle seine Freunde mit der schönsten Hoffnung zu beglücken. Das ist aber nicht alles. Er kam so schwach hierher, daß er eine kleine Anhöhe nicht ersteigen konnte. Gestern hab ich ihn schon über einen sehr beschwerlichen Berg geführt, und heute hat er ziemlich schnell gelaufen, ohne daß er darauf achtgab." Dm berühmte Dichter der Räuber und des Don Charlos erregte Aufsehen, wenn er über den Kurplatz ging: „eilt langer, hagerer Mann mit rötlichem Haare, Sommersprossen im Gesicht, angetan mit einem blauen Frack und gelben Beinkleidern, dem sogenannten Wertherkostüm, wie es damals eben Mode war." Gern ritt er auf einen: Esel spazieren, und so hat ihir der Maler Joh. Ehr. Reinhardt in einem amüsanten Bilde dargestellt, seitlich auf dem Grautier sitzend und behaglich sein Pfeifchen schmauchend, mit breitem Krempenhut und dem Beinkleisd in den hohen Stiefeln. Sobald er sich mehr erholt hatte, unternahm er grüß er e Ausflüge in die Umgegend und schöpfte reiche Anregungen aus dent historischen Boden Böhmens für die Geschichte des dreißigjährigen Krieges und den Wallenstein-Plan, die ihn damals beschäftigten. In Eger hat er das Haus besucht, in dem Wallenstein ermordet wustde, die Hellebarde betrachtet, die ihn tötete, im alten Familienschoß der Waldsteine zu Dux das Bild des Feldherrn sich lebendig heraufbeschworen und manche Unterhaltung mit dem berühmten Abenteurer Casanova geführt, der hier nach buntbewegtem Leben ausruhte; 14 Tage lang hat er die Herrlichkeiten des hunderttürmigen Prag bewundert. Während er Nur auf der „alten Wiese" in Karlsbad mit erneutem Kraftgefühl spazieren ging und die Gestalten unsterblicher Werke Leben und Blut in seinem Geiste gewannen/ verbreitete sich durch ganz Deutschland die Hiobspost, der „Liebling der deutschen Musen", der Hofrat von Schiller, sei gestorben. Bis nach Kopenhagen drang die Kunde, wo der Dichter Baggesen die berühmte Totenfeier veranstaltete, die dann jene hochherzige Unterstützung Schillers durch den Herzog von Augustenburg und den Gmfen Schimmelmann zur Folge hatte. So waren es denn günstige Genien, die das Geschick des, Dichters, auf dieser einzigen Badereise lenkten. 8ternschnuppenglaube. Es ist eine uralte Vorstellung der Menschheit, daß irdische Wesen nach ihrem Tode als Sterne am Himmel fortleben. Auch der Eskimo z. B. glaubt, daß die Sterne einst Menschen oder auch Tiere gewesen seien, und der Patagonier sieht in den Gestirnen alte Indianer — sowie in der Milchstraße den Pfad, auf dem sie sich mit der Slraußenjagd vergnügen. Sehr häufig findet man in Sagen und Mythen die Sternwerdung auch aufgeMßt als göttliche Belohnung für alle Taten oder Tugenden. Der Glaube, durch vorbildlichen Erdenmandel nach dem Tode die „Lichtnatur" erlangen und ein Stermvesen werden zu können, beseelte namentlich die Inder. Sie meinten, durch das Vedastuüium dieser Gnade würdig zu werden und als Sterne den nächtlichen Himmel schmücken zu dürfen „rote Perlen ein dunkles Roß". Aber auch das Sternendasein nimmt einmal ein Ende — und zwar in dem Augenblick, in dem der Lohn für die guten Taten abgelaufen ist. Zu diesem Zeitpunkt fallen die betreffenden Stermvesen vom Himmel herab und ein neues Erdendasein muß angetreten werden. Auf diese Weise erklärt sich der Inder die Erscheinung fallender Lichter am Firmament. Neben der Auffassung, daß der Mensch nach dem Tode zum Sterne wird, daß in seiner Sterbestunde ein neues Gestirn am Himmel aufflammt, geht bei vielen Völkern eine andere einher, die uns ebenfalls geläufig ist: sie lehrt, daß für jeden Menschen, sobald er geboren wird, ein Stern am Himmel erscheint, und daß dieser sein Stern erst in der Todesstunde des Betreffenden wieder fallend erlischt. Eine hübsche Variante hierzu bildet die litauische Sage von der Schicksalsgöttin der Vergeja. Diese beginnt bei der Geburt eines jeden Menschenkindes am Himmelszelt einen Faden zu spinnen, den sie zuletzt mit einem flimmernden Sternlein abschließt. So lange der Mensch am Leben ist, strahlt der Stern. Doch wenn er stirbt, so reißt fein Lebensfaden, und mm stürzt auch sein Stern hinab in die Tiefe. Aber auch andere, poetische Deutungen hat man für die Erscheinung des Sternenfalles vorgebracht. Als himmlische Tränen, als „die Tränen des heiligen Laurentius" bezeichnet man z. B. im Volke die Sternschnuppen, die man um den Laurentiustag, in den Nächten vom 8.—12. August sinken sieht. Daß man aber vor allem auch einer weit derberen und gewissermaßen humoristischen Auffassung des bewußten himmlischen Vorganges huldigte, beweist das Wort „Sternschnuppe" selbst: Unser Volk sah in dem fallenden Himmelslicht den leuchtenden Abfall eines Sternes, der sich gleichsam putzt, schneuzt oder schnupft. Daher auch die Bezeichnungen „Steruputze" und „Sternschneuze". Uebrigens war das Landvolk häufig der Meinung, die Ueberreste erloschener „Sternschneuzen" aufgeiunden zu haben. Es handelt sich da nicht etwa um Meteorgebilde, sondern um eine Alge (Nostoc commune), die nach starken Regengüssen plötzlich zu einer gallertartigen, unregelmäßig ge° formten Masse aufguillt. Da man sich das jähe Erscheinen dieser Gallerte nicht zu erklären vermochte, sagte man sich, sie müsse vom Himmel gefallen sein und von Sternschnuppen herrühren. Wer solche Gebilde auf seinem Grund und Boden sand, wird wahrscheinlich ganz zufrieden damit gewesen sein, denn Sternschnuppen bedeuten ja Glück. Im Märchen fallen mit ihnen zugleich auf das brave Mädchen Goldstücke herab. Auch fall das in Erfüllung gehen, was man sich beim Anblick eines fallenden Sternes heimlich wünscht. Alt dieser poetischen Tradition hält unsere Frauenwelt aus alter, lieber Gewohnheit noch immer fest. Und darum wird in den sternschnuppenreichen Augustnächten, denen wir entgegengehen, nicht mir wieder manches Lichtlein vom Himmel herabfallen, sondern auch wieder manches Wünschlein zu ihm emporsteigen. 0. K. Vermischtes. Ick. Der Fluch der Schönheit „Schönheit ist Reichtum, Schönheit ist Macht!" So kündigt eine Wiener Schönheitskünstlerin ihre wunderbaren Präparate an. Daß aber Schönheit und zwar vollendete Schönheit auch ein Hindernis sein kann, wenn es heißt, das tägliche Brot zu verdienen, das beweist das Schicksal einer schönen Genferin. Tie Dame ist gebildet, spricht mehrere Sprachen, ist int Besitze des Erzieherinnenzeugnisses, kurz, sie kann sich eines großen Maße? guter Eigenschasten rühmen, die ihr eigentlich alle Pforten öffnen sollten. Aber der Fluch, der auf ihr lastet, ist ihre Schönheit! Es gelang ihr, in einer englischen Familie Stellung zu finden; aber schon nach kurzer Zeit erwachte in ihrer Herrin die Eifersucht. Die schöne Erzieherin mußte Knall und Fall heraus, trotzdem sie nie die Grenzen des Erlaubten überschritten, noch durch ihr Benehmen irgendwie Anlaß zur Klage gegeben hatte. Und so ging es fort! Nirgends war ihr Aufenthalt von längerer Dauer. Nicht selten war eine Frau so offenherzig, ihr ins Gesicht zu sagen, daß sie sie zu hübsch fände, um sie in ihren Haushalt aufnehmen zu können. Sieben Monate hat die arme schöne Erzieherin mit ihrem Schicksal gerungen; nun ist sie verzweifelt in ihre Heimat zurückgekehrt. — Vielleicht wird sie jetzt mit Heiratsanträgen bestürmt werden! kf. Der elektrisch erleuchtete Hut. In den Straßen Chicagos erregte vor einigen Tagen eine Dame großes Aufsehen, deren Hut int hellsten Glanze erstrahlte. Zwischen einem sehr geschmackvollen Arrangement von künstlichen Blumen und Früchten waren kleine elektrische Birnen versteckt, deren Licht durch Gaze- umhüllungen diskret durchschunmerle. Sie wurden von einer in der Kopfform befindlichen kleinen Batterie gespeist. Eine mit einem elektrischen Hut versehene Dame wird wohl niemals des abends den Weg verfehlen können. Mcherlisch. ’ — Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde (Begründet von Dr. Josef Ettlinger. Herausgegeben! von Dr. Ernst Heilborn. Verlag Egon Flcischel u. Co./ Berlin W. 9). Das 1. Augustheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Paul Wiegler: Audrä Gide. — Walter von Molo: Ecce poeta. — W. A. Hammer: Franz Atelzhamer. — Andrs Gide: Bethsabe. — Karl Hans Strobl: Quer durch den Eiit-> lauf II. — Sascha Schwabacher: Reisebücher. — Echo der Zeitungen und Zeitschriften. — Echo des Auslands. — Echo der Bühnen. — Kurze Anzeigen. = Notizen. Nachrichten. — Büchermarkt. — Musik für Alle. „Das Nachtlager von Grä- naba", Konradin Kreutzers herrliche Oper, ist soeben in dem neuesten Heft der Zeitschrift „Musik für Alle" erschienen. (Verlag von Ullstein u. Co., Berlin.) Anagramm. Rastlos ström' ich dahin durch Schwabens liebliche Gaue; Setzest zwei Zeichen du um, bin ich ein jagdbares Tier. „Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Geographischen VerschiebrätselA in voriger Nummer) itöhmeu Harz Pari» Sudeten , Bern Nizza; Bastei. Redaktion : I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießens