M2 - Llr. 68 Tsnji^^swL l!W'®PS^Ää©ö I « W ä W Glückslasten. KoMM von Hanns von ZobeltiK« MaMruck verboten^ (Schluß.) Wieder sah er auf. Und wieder sah sie das Leuchten in seinen Augen. „Halt fest — halt fest," jubelte es in ihr. Ganz weit beugte sie sich vor. Beide Hände streckte sie ihm hin — wortlos. Ihr Mund lächelte ihm zu. Da sprang er auf: „Dado —", und sie lag in seinen Armen, und er küßte sie. Küßte sie, bis die Kinder an der Tür polterten. Ms die hineinkamen, mit einem Glase Wasser, an dem sie beide trugen, saßen Bruder und Dante wieder auf ihren Stühlen. Tante Dodo nahm das Glas und tat einen tiefen Zug. Ihre Lippen mußten riesig durstig sein. Und dann sagte sie mit lachenden Augen: „Das hat sehr gut geschmeckt. Wirklich — Herr Friedrich Neumann." Und auch seine Augen lachten, und er sagte: „Ich bin auch durstig —" Die Kinder wollten durchaus noch ein Glas holen. Mer er wehrte ab. „Sie haben ja wohl noch etwas für mich übrig gelassen, Fräulein Dorothee von Gudarcza. Dars ich?" Und dann trank er, ganz langsam, das Glas leer, bis auf den letzten Rest. Trank genau von der Stelle, von der Dodo getrunken hatte. I „Köstlich!" sagte er. Die Kinder aber lachten: „Fritz und Tante Dodo trinken aus einem Glase! Zu komisch — —" Als Dorothee eine halbe Stunde später die Treppe hinunterging und er, oben an das Geländer gelehnt, ihr nachgrüßte und nachwinkte, war ihr Herz voll Jubel. Auf dem ganzen Heimwege klang es in ihr nach: „Ich hab mein Glück erobert! Ich hab mein Glück erobert!" Mochte nun kommen, was da wollte — ihren Fritz konnte ihr niemand srehmen. >Mit strahlenden Augen trat sie vor Vater und Mutter. Die saßen im Herrenzimmer vor dem großen Kamin, in dem schon ein paar Holzscheite flammten, denn der Herbst war feucht und kühl. Wie ein Wirbelwind war sie hereingekommen, umhalste Mutter, küßte Vater auf die Stirn, auf beide Wangen und stand dann vor ihnen, atemlos, und lachte vor Glück und Seligkeit. Mutter hatte in der Zeitung gelesen. Sie ließ das Lorgnon sinken: „Aber Kind —" „Na, alte Dodo. Lach nur! Laß sie, Ida, wir hören selten genug ein fröhliches Lachen. Was gibt's denn?" Da sagte sie es: „Ich bin ja so glücklich. . . ich hab mich mit Fritz Neumann verlobt l" Mutter schrie auf: „Bist du toll, Dodo! Was soll denn das heißen?" ' Einen Augenblick stand Dodo verwirrt. Sie sah aus den Vater. Der hatte den Kopf sinken lassen. .... nun sollte er auch das letzte Kind fortgeben. Immer einsamer würde es um ihn werden. An nichts anderes dachte er. Nicht daran, wie jung Dodo noch war. Nicht daran, ob ihm Fritz Neumann ein genehmer Schwiegersohn wäre. Nur, daß sie eins nach dem andern fortgegangen wären. Aber da tönte in ihm Dodos Jubelruf auf: „Ich bin ja so glücklich." Und er stand auf, nahm Dorothees Kopf zwischen beide Hände und sah ihr sinnend in die Augen. * i Vom Bahnhof aus ging der alte Major zu Fuß durch die Hauptstraße, quer durch die ganze Stadt. Langsam und schwer auf seinen Stock gestützt. Dann und toanii blieb er stehen, las hier das Schild über einem Krämern laden, blickte dort in einen Hausflur hinein oder besah sich die gleichgültigsten Auslagen bei Hinz oder Kunz. Es interessierte ihn alles. Manchmal war ihm, als sei er gar nicht fortgewesen aus Körlin. Wie wenig solch pommersches Nestchen sich doch verändert. Da ging draußen das Leben hin in gewaltigen Zügen, und hier blieb alles beim alten. In der Elisenstraße stand er eine ganze Weile vor dem Hause, in dem er einst gewohnt hatte. Fenstev für Fenster suchte er mit den Augen ab und dachte att| den Tag, wo er dort in seinem Zimmer, hinter dem breiteren Fenster, Onkel Reinhard sterbend auf dem Teppich ge- funden hatte. Langsamer noch, als er hergegangen, ging er zurück. An der Ecke des Marktplatzes blieb er stehen und sah nach der Uhr. Eigentlich hatte er alles gesehen, was er sehen wollte. Es war ja überhaupt nur eine Laune gewesen, eine Marotte. Ida hätte ihn gewiß ausgelacht: „Dies Nest" — Ja, ja: dies liebe alte Nest! Es waren doch glückliche Zeiten gewesen. Damals! Trotz aller Einschränkung', trotz aller Sorgen. Frau Sorge war erst gekommen, seit die Sorgen entschwanden. Ein Uhr — Also noch fast zwei Stunden bis zur Abfahrt des Zuges. Mit einem plötzlichen Entschluß bog der alte Herr in die schmale Querstraße ein. Richtig — Ph. K. Emke & Sohn existierte noch!. Wie sollte er auch nicht. Wieder stand Gudarcza eine Weile vor dem kleinen Schaufenster. Ganz wie einst: ein halbes Dutzend Würste — man war ja in der Gegend von Rügenwalde —, ein Schinken, ein Käse unter der Glasglocke, ein Bund Radieschen und einige Büchsen Sardinen, rechts und links , eine Batterie Flaschen» 150 Und die Ladenklingel hatte auch noch den alten quiek Menden Ton. Hinter dem Ladentisch stand Herr Emke senior, mit dem schwarzen Käppchen auf dem viereckigen, roten Kops, und starrte den eleganten alten Herrn verwundert an. „Ich möchte eine halbe Milon haben." Mit einem Male flog das Käppchen vonr Kops: „Der Herr Major! Wahrhaftig, der Herr Major! Nee ■—- aber so was!" Und Herr Emke senior kam hinter dem Ladentisch hervor, helle Freude im Gesicht, und streckte die Hand hin: „Das ist nun aber mal 'ne Ucberraschuug! Der Herr Major!" Dann saß Gudarcza im dämmrigen Hinterzimmer auf dem Ledersofa mit den tausend Rißchen. Neu bezogen war es nicht worden, auch der Großvaterstuhl nicht, in dem der Landrat immer sein Nickerchen gemacht hatte. Alles war beim alten geblieben. Merkwürdig! Merkwürdig! So gut hatte Gudarcza seit undenklichen Zeiten kein Bordeaux geschmeckt. Und da hatte Exzellenz Fürdinger immer behauptet, der Emke wäre ein Giftmischer. Ja. . . Fürdinger, der ruhte nun auch schon unter der Erde. Ganz tief setzte der alte Herr sich in seine Ecke zurück, in die Sofakuhle, die eine Generation Gäste nach der andern zu überliefern schien. Das wurden nun acht Jahre, seit er zum letzten Male hier gesessen hatte. Damals! Wie das alles deutlich wieder auftauchte: da Exzellenz. Fürdinger, da der Landrat und da Onkel Reinhard. So lustig war der noch gewesen. So erstaunlich rüstig und mobil. Aus seiner Lebeus- geschichte hatte er erzählt und von seinen Grundstücken und Häusern. Drei Stunden darauf war er ein toter Mann . . Herr Emke senior kam ab und zu in das Zimmerc Er machte sich ein Geschäftchen, kramte hier und kramte da und wollte im Grunde doch nur seine Neugier befriedigen. „Darf ich wohl fragen, wo kommen der Herr Major denn heut her?" „Bon Kokberg, Herr Emke. Ich bin mit meinen Kindern da. Mit meiner jüngsten Tochter, heißt das." „So — so. Die Frau Majorin ist doch auch gut zuwege? Auch mit in Kolberg?" „Nein, Herr Emke. Meine Frau ist in Heringsdorf. Mrt der Familie meines Sohnes. Aber es geht ihr ganz gut. Danke schön. . . Schicken Sie mir noch ein Schöppchen." --— —- Acht Jahre. . , Wie glücklich und wie zufrieden wir doch damals toure», wenn wir auch stöhnten unter all dem kleinlichen Druck. Mutter, daß sie sich keine neuen Gardinen anschaffen konnte, ich, daß mein schwarzer Rock schon ganz abgeschabt war an den Aermeln. Wenn wir auch rechnen und rechnen mußten, in tausend Aengsten manchmal. Lieber Gott, es waren doch schöne Zeiten. Eigentlich hat uns der Reichtum erst kennen gelehrt, was Not ist. Herzensnot. . . Da drüben hat der Hardi ein paar Male gesessen. Als Kadett . . . solch bildhübsches Bengelchen und so stolz, daß rch ihn mitnahm. Dann als frischgebackener Leutnant in der lieben alten Uniform. Armer Hardt . . . dir war nicht zu helfen . . , War Signe glücklich? War Signe unglücklich? Wie sagten wir doch früher: Wer kann aus Signe klug werden? Ich habe noch nie ein Wort der Klage von ihr gehört, glücklich?^ sie auch klagen? Wer glücklich? Wirklich Was ist das doch für ein ödes Leben, das sie führt? I Kn Hoburg wird sie nicht heimisch. Immer auf Reisen, And wenn sie mal wo längeren Aufenthalt nehmen, immer Gesellschaften, Gesellschaften, Gesellschaften. Und Bill im Grunde solch eine taube Nuß. „ - - • wenn Signe noch Kinder hätte. Wo sie so kinder- lteb rst! Aber auch das ist ihr versagt. , . . und vielleicht wär auch für sie alles anders gekommen, ohne Onkels Millionen. Ihre ganze Art hätte mne andere Richtung angenommen. Und Bill würde sich besonnen haben, trotz aller Verschossenheit, ein ganz armes Mädchen zu herraten. I Arme Signe! Auch du kragst an des Glückes Lasten. | Solange du jung brst und schön, mag's noch hingehen. | Stf) toerb’s ja nicht mehr erleben, aber dann — dann werdest lte drch kalt nennen und hochmütig. Arme Signe! — — —( Der gute Milon schmeckte nicht mehr recht. Gudarcza hatte Eas hin, kaum daß er die Lippen naß gemacht Er lehnte den Kopf weit zurück und sann sich wieder rn die alten Zeiten. Es war doch schön gewesen damals. Mutter immer frisch und munter, immer geduldig und zufrieden. Ein wenig den Pantoffel geschwungen hatte sie ja. Aber das war ganz gut. Mit dem Gclde —• mit dem verfluchten Gelde erst war sie eine andere geworden. Nicht schlecht — bei- letöe nicht. Aber nie recht zufrieden, immer nach oben hinaus . . . und ein wenig fausse neblesse. Friedel. Nun ja, der würde heut noch so laut als möglich sagen: ich bin glücklich. Der hatte am Geldschaufeln Gefallen gefunden von Anfang an. Der ging durch die Welt mit rücksichtslosen Ellenbogen. Wenn es einmal nicht klappte zwischen ihm und seiner Frau — dann und wann klappt es ja wirklich rricht — dann zuckte er auch die Achseln. Aber die Furche hat er doch auf der Stirn, die Sorgenfurche. Und manchmal denkt er gewiß: lieber dem Kaiser dienen als meinem Schwiegervater. — . Die Fliegen summten durch das Zimmer. Komisch -H der Emke hatte es immer so viele Fliegen gegeben. Ge^- schmeiß das. Sogar da drüben 'die Kaiserbilder verschonen sie nicht. Und dabei führt der Alte einen ewigen Kampf mit ihnen. Da tappst er wieder mit der Klappe entlang —i schwapp — schwapp — „Wie geht's beim eigentlich mit der werten Gesund-, heit, Herr Major?" „Könnte besser sei», Herr Emke. Im Frühjahr mußte ich wieder nach Karlsbad. Der Magen will nicht recht, und die Nerven wollen auch nicht. Das Leben in der Groß- stadt hat's in sich." „Ja ... so gesund wie unser Pommern ist das tut st?ohl nicht. Da schimpfen sic immer auf uns, dse klugen Berliner. „Im Winter ist der Pommer noch dommer wie im Sommer", sagen sie. Ja Proste die Mahlzeit: wir Pommern sind am, Ende doch die klügsten. Weil iuir uns nämlich nicht ausregen lassen, Herr Major. Immer unser» ruhigen Stiefel weg, und 'n gutes Pülleken Roteu: da kann man bis hoch in die Siebzig sein strammes Stück Pomincrsche Spickgans vertrage». Sie sollten wieder nach Körliu ziehe», Herr Major." Nun mußte Gudarcza doch lache». Es war ei» wehmütiger Einklang dabei, aber der Wein schmeckte plötzlich wieder. Der alte Emke hatte zu drollige Ideen! "Körting Ja, wenn man nicht auch ein. ganz anderer geworden wäre — in den acht Jahren. Aber draußen an der Oberspree, wo Fritz Neumann! sich seine Gießerei und feine Werkzeugfabrik hingesetzt hatte, da wollte er sich eine Billa bauen. Um den Kindern recht nahe zu sein. Denn die Dodo, die stand nun seinem Herzen doch am! nächsten. Ein Prachtmädel . . . ein Prachtfrauchen! Wie die damals ihren Fritz sich erobert hat, wie die MrrttersI Widerspruch und meine Bedenken niedergernngen hat: das war einfach großartig. Auf die Dodo hat das verfluchte Geld nie Einfluß gehabt. Die ist in ihrer gesunden Natürlichkeit durch den plötzlichen Reichtum durchgegangen . . . ja wie denn? . . . mit sauberen Schuhen, sozusagen. Und wenn man's recht überlegt: von allen Kindern hat sie alleist ein volles Glück gewonnen —- . ( , Und nun wurde es wohl Zeit. । 1 , Gudarcza stand auf und langte sich Hut und Stock, Er sah sich noch einmal in dem Stübchen um. Mt und verräuchert war's. Eigentlich eine schauderhafte Bude. Wer ern Hauch von Gemütlichkeit lag darüber. Mit dem konnten Weber Adlon noch Bristol noch der Kaiserhof aufwarten. „Also nu wollen der Herr Major wieder nach Kolberg! zurück? Sind denn auch Enkelkinder da, mit Erlaubnis zu fragen?" „Aber natürlich, Herr Emke. Ein Junge und ein Mädel. Die reinen Wonneklöße für solch altes Großvaterherz." Herr Emke senior wischte seine rechte Hand am Hosenboden ab und streckte sie dann über den Ladentisch. Er drückte pommersch derb zu. So etwas kannte man in Berlin gar nicht. „Enkels machen immer Freude! Ich hab auch 151 dreie!" sagte er. „Wenn Sie mal wieder nach Körlin kom- meit, beehren Sie mich, Herr Major." „Ganz gewiß, Herr Emke. Ganz gewiß." Die Ladenklingel tönte wie einst. Ganz derselbe Miet- schende Klang war's wie ehedem — vor acht Jahren. ‘ Gudarcza trat auf die Straße. Die frische Lust tat ihm Wohl. Meeresluft, vom Ostseestrande herübergetragen. Am Strande spielten jetzt die Enkel. Sie hatten eine große Burg im Sande gebaut, und Großvater sollte die heut noch mit einweihen. Er war feierlichst geladen worden. Menu er zurecht kommen wollte, war's höchste Zeit. Er schritt schneller aus als auf dem Hinweg. Das Herz war ihm leichter geworden. Und er dachte: „Ja, die Dodo! —■ Die hat's von uns allen am besten verstanden. Die hat sich auch eine Burg gebaut, eine feste Burg des Glücks. Wenn ich nur erst wieder ihr fröhliches Lachen hörte!" , Die Bewegung in der Wirklichkeit und in der ttunst. Dr. A. S a a g e r, München veröffentlicht im „Kosmos", dem Handweiser für Naturfreunde, interessante Studien über die Bewegung in der Wirklichkeit und Kunst, die wir im folgenden Wiedergeben: Ms die Momentphvtvgraphie erfunden War, erkannte Wan, daß ihre Bilder sich ost sehr wesentlich von den künstlerischen Darstellungen der gleichen Gegenstände unterschieden. Ganz besonders war dies natürlich bei bewegten Dingen der Fall. Und noch heute erscheinen uns die Momentaufnahmen z. B. von rennenden Pferden so ungewohnt, daß toir bei ihrem Anblick bisweilen ein Lächeln nicht unterdrücken können. Das Erstaunen steigerte sich noch, als man die Bewegungen durch! eine Reihe von rasch hintereinander angefertigten Momentaufnahmen in ihre einzelnen Teile zerlegte. Wenn wir eine solche Reihe von Aufnahmen betrachten, so finden wir, daß kaum eine einzige sich mit den entsprechenden Kunstwerken deckt. Da nun die photographische Kamera die Wirklichkeit unverändert wiedergibt, diese Bilder von Künstlerhand aber sich zwar von dieser Wirklichkeit sehr weit entfernen, uns aber als richtiger erscheinen als die photographischen Aufnahmen, so muß irgendetwas dabei nicht in Ordnung sein. Ganz besonders kain urir das zum Bewußtsein, als ich einmal in der Camargue, dem Rhonedelta, Gelegenheit hatte, wilde Pferde zu beobachte», die in ziemlicher Nähe von mir über jene endlose, streckenweise von einer dünnen Wasserschicht überschwemmte Sandebene wie Gespenster in gestrecktem Galoppe hinwegeilten. Es gelang, eine Aufnahme däv'on zu machen, und ich war aufs höchste enttäuscht, als die Platte entwickelt wurde: die Photographie des flüchtigen Trüppchens war von meinem Eindruck und Erinnerungsbild durchaus verschieden; und die edlen Tiere, die in Wirklichkeit kaum den Boden zu berühren schienen und wie Pfeile dahinschossen, waren hier in steife, fast komisch sich gebärdende Geschöpfe verwandelt. Woher rührt nun dieser Zwiespalt? Dr. Felix Regnaült hat kürzlich diese Frage in einem Aufsätze behandelt, von dem wir hier das Wichtigste anführen wollen. Er weist nach, daß die Künstler die Wirklichkeit des Augenblicks abändern, aber dabei nicht willkürlich, sondern nach Gesetzen verfahren, die zu allen Zeiten dieselben waren. Lehrreich ist der Vergleich der Momentaufnahmen eines in vollem Lauf befindlichen Menschen mit den künstlerischen Darstellungen dieser Bewegung. Die Buschmänner, die Indianer wie auch die Griechen in ihrer Darstellung der Erinnhen oder ein Rubens in seinem Bilde „Raub der Hippodameia durch die Kentauren" übertreiben die Bewegung in unmöglicher Weise; ihre Modelle spreizen die Beine, tote es im besten Fall troch ein Akrobat fertig bringt, und sie befinden sich in so starker Bewegung nach vorn, daß sie in. Wirklichkeit zu Boden stürzen müßten. Mit dieser Ueber- treibung erreichen die Künstler bett Eindruck großer Bewegung. Utn ein naheliegendes Beispiel zu nennen, erinnern wir an unserett W. Busch, der bekanntlich jiticht bloß als Humorist, sondern auch als famoser Zeichner zu schätzen ist: in seinen „Wenteuern eines Junggesellen" zeigt er uns bett Knopp, wie er sich jedesmal am Ende eines Abenteuers vom Schauplatz entfernt. Anfänglich hat er keine besondere Eile, aber zum Schlüsse läuft er, was das Zeug hält. Diese Steigerung ist lediglich durch die Bewegung der Beine erreicht, und wie er sich schließlich „eilig" sortbegibt, hat er die Möglichkeiten der Wirklichkeit längst überschritten. Dieser bewußten Steigerung der Wirklichkeit schließt sich der -„Dyschronismus" an, durch den der Künstler zwei Stellungen, die in WirUichkeit zu verschiedenen Zeiten sich abspielen, für einen einzigen Augenblick zusammenzieht. Beispiele hierzu finden sich in den Tierdarstellungen der vorgeschichtlichen Höhlen, bei den Australiern, Asshrern, Griechen, Chinesen, uitb das vielbewunderte „Rennen von Epson" von Göricanlt zeigt uns die Rennpferde ebenfalls langgestreckt wie Pfeile über das Feld dahinschießen, während die Photographie uns beweist, daß gestreckte Vorder- und Hinterextremitäten niemals zu gleicher Zeit Vorkommen und daß stets, wenn die einen ober änderen in dieser! Lage sich befinden, ein Teil der Beine den Boden berührt. Dieser Dyschronismus kommt übrigens nicht bloß bei schnell bewegten Tierbildern Vor. Es ist bekannt, daß wir beim Gehen nie zu gleicher Zeit mit beiden Sohlen Völlig den Boden berühren können. Ganz richtigerweise hat dies auch die Kunst meist, berücksichtigt, aber in bem berühmten Parthenonfries sehen wir Frauen, bte in feierlicher Prozession ihres Weges ziehen, und deren beide Füße zu gleicher Zeit ganz auf dem Boden ruhen; so ziehen sich Hodlers Landsknechte bei Marignano zurück und ebenso schreitet Rodins Johannes der Täufer einher. Rodin hat, wie er erklärt, damit den Eindruck eiues langsamen, feierlichen, unaufhaltsamen Gehens geben wollen, und der gleiche Zweck hat auch die griechischen Küustler dazu bewogeit, von der ihnen wohl bekannten Wirklichkeit abzuweichen. Ein anderes Beispiel liefern die Darstellungen von griechischen Wettläufen, bei denen die Wettläufer den Arm mit dem jeweils Vorgesetzten Bein in gleichem statt in entgegengesetztem Sinne Vorwärtsbewegen. In ähnlicher Weise stützt sich auch der bekannte Diskuswerfer Myrons auf das rechte Bein, indem er seinen Diskus mit dem rechten Arm wirft, während, tote die Photographie lehrt, er sein Gewicht auf den linken. Fuß stützen sollte. Ueberlegen wir uns nun diese Gesetze, die Regnaült als grundlegend für die Darstellung der bewegten Natur findet, so sehen wir, daß beide dem Künstler dazu dienen, uns seine Werke ausdrucksvoller erscheinen zu lassen als das Momentbild der Wirklichkeit. Vergleichen wir aber z. B. Natur-Aufnahme und Gemälde, so werden wir keinen Augenblick darüber im Zweifel sein, daß der Künstler die Bewegung viel überzeugender zeigt, als die Kamera, daß der Künstler uns also eine richtigere Vorstellung gibt. Und das kommt daher, daß unsere! Augen eben nicht genaue Momentbildchen aufnehmen, sondern von der ganzen Bewegung mit Hilfe der Phantasie ein ihnen charakteristisch erscheinendes Bild sich zusammenstellen. Zweifellos lassen wir Laien uns dabei von früher gesehenen Bildern beeinflussen. Der Künstler ist es also, der die Bewegung für uns entdeckt und unsere Augen lehrt, die von ihm dargestellte Bewegung auch in der Natur zu sehen. So kommt es, daß der Mensch verschiedener Zeitalter verschieden sieht. Daher ist es sehr natürlich, daß die Momentphotographie durch den Künstler auch auf ttnfer Sehen von Einfluß sein wird und es schon ist. Neuerdings geben die Künstler rennende Pferde nicht mehr in jener langgestreckten Art Gsricanlts, wie sie in der Natur gar nie vorkommt, sondern nähern sich hierin weit .Mehr der Wirklichkeit, indem sie die auch durch die Momentphotographie sichtbare Stellung bevorzugen, wo das Pferd sozusagen zusammengeballt, gleich einer Kugel über den Erdboden dahinsaust. Als diese neue Art der Darstellung laufender Pferde aufkam, war der Laie nicht geneigt, ihr zu folgen, Und er behauptete — da er sich nicht bewußt war, daß seine Auffassung durch die bisherige Kunst beeinflußt war —, diese Stellung sei unnatürlich. In überraschend kurzer Zeit aber hat man sich daran gewöhnt und findet heute schon die Art Görieaults, die noch vor wenigen Jahrzehnten als völlig überzeugend galt, nicht mehr recht „richtig". Folgt aber nun aus dem Gesagten, daß die Kunst allmählich sich immer mehr den photographischen Bildern annähern wird? Nein. Das Charakteristische an der raschen Vorwärtsbewegung ist, daß der Bewegte den Boden kaum zu berühren scheint. Je mehr er an dem Boden haftet, desto mehr scheint ihn dieser fest- znhaltetr. Wie tvir sahen, benützten die Künstler dieses Festklebert ant Boden geradezu, um dem Gange ihrer Gestalten das Laug- sante zu geben. Soll hingegen der Eindruck von rascher Bewegung erzielt werden, so löst man — und 'fei es auch gegen die Wirklichkeit — alle Füße vom Boden ab, um die Bewegung als dahiusliegend ober dähinschießend zu kennzeichnen, tote es für den schnellen Laus charakteristisch ist Und die Schwere vergessen läßt — ob nun der bewegte Gegenstand gleich einem Pfeile wie Gsricaults Pferde oder zu einer Kugel zusammengeballt, wie z. B. Angelo Jank, Max Feldbauer und überhaupt die modernen Küitstler die Pferde zeichnen, dahineilt. Die Kunst will eben eine Illusion geben. Und je überzeugender diese Illusion wirkt, desto „richtiger" ist die Kunst, desto wahrer, ob die Wirklichkeit^ in der dicht neben dem Wichtigen das Nebensächliche sich breit macht, diese Kunst astch Lügen zu strafen scheint, Ein Ezenftochau vor <000 Zähren. Schier tausend Jahre vor dem Fall Czenstochau haben sich in dem größten und reichsten Kloster der damaligen Welt Vorgänge abgespielt, die an das Leben und Treiben in dem polnischen Kloster erinnern; das Hauptverbrechen der Mönche von Czen- stochau, die Beraubung kirchlicher Heiligtuwer, ist damals ebenfalls begangen worden, sogar in weit größerem Maßstab'. Farsaj hieß die berühmte Abtei, eins der ältesten Benediktinerklöster in der Nähe der am Adriatischen Meer gelegenen italienischen Stadt Fermo. Das Kloster genoß schon zur Zeit der Longobarben- könige große Privilegien, bte Karl der Große bestätigte. Kein Bischof durfte Tribut ober Steuer von den Mönchen erheben, nicht einmal der Papst hatte ein anderes Recht als den Mt 152 schäft in Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brübl'icken UniversttätZ-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gießeid * Die Vernichtung des B.-Pulvers. Seit zwei Monaten etwa haben die Beivohner von Toulon tagtäglich morgens und abends Gelegenheit, ein ebenso eintöniges wie kostspieliges Feuerwerk zu bewundern; aus einer Dammhöhe gegenüber der Pulverinsel von Millcmd verbrennt inan nach und nach die Vorräte des als gefährlich erkannten B.-Pulvers. Das Pulver wird in Streiken von 20 m Länge und 1 m Breite aus die^ Erde gestreut und mit einem einkachen Zündholz angezündet. L-ogleich lodert eine rote Flamme empor, die sich zu einer Hohe von 4—v m erhebt, ohne den geringsten Rauch zu verursachen und ohne irgend einen Neberrest zu hinterlassen. Dieser ivogende, nut feurigen Zungen in die Lukt leckende Flammenwall, der zwei Minuten laug einen phantastisch großartigen Anblick bietet, vernichtet gegen 25) Kilo des Explosivstoffes und läßt so eine Summe von 12o0 Alk. Dechiffrir-Aufgabe. Vzr egdrrdm mhbgs chd jqzdgdm. 1 Vzr rdgdm mhbgs ondsdm! Vzr rbgvzsydm mhbgs adsqtmjmd! Vzr sgtm mhbgs ltdry’fd vdhadq! Auslösung in nächster Nummer. Auslösung des Rätsels in voriger Nummert Das Herz. esi Pflicht erfüllten — das kam im ch, „Fürst und Senator aller Romer Vermischtes. * Zwei schöne, interessante Frühjahrs blüh er die in den Augen mancher Liebhaber nur den Nachteil besitzen । dürkten, einheimische Pflanzen zu sein, sind : 1. Heleborus koedltus L. stinkende Nießwurz. Die Pflanze findet sich an Grabenrandern, wird 40-50 Zentimeter hoch, zeigt in einer Rispe zahlreiche hängende gelbe Blüten mit abgesäumtem Rande, schon geformte Blätter und entwickelt einen stark aromatischen Wohlgeruch. Sie verlangt im Garteii nicht zu trocknen humusreichen Boden und halbschattige Lage, entwickelt sich aber dann viel üppiger als in unkultiviertem Zustande und macht während der Blute einen geradezu monumentalen Eindruck. 2. Scilla biiolia, zweiblüttrige Meerzwiebel, ist bei weitern schöner als die kultivierte Scilla sibirica, die man gewöhnlich als Topspsianze findet. Sie wird 15 bis 20 Zentimeter hoch und zeigt in etwas überhängender Traube zahlreiche himmelblau geiärbte Bluten. . * D as Wachstum der Hafenstädte rn der Levante In den letzten 50 Jahren hat das öffentliche Leben und besonders der Handel der Levante riesige Fortschritte gemacht., Das beste Beispiel dafür ist das Wachstum einer Anzahl von Städten. So z B war vor 50 Jahren Port Said noch ent kleines Araberdorf: heute zählt die Stadt 50 000 Einwohner. Der Piräus, die Hafenstadt von Athen, hat heute 80 000 Einwohner und war vor 50 Jahren ein kleines Fischerdorf. Mersina bestand damals noch gar nicht, hat heute 22 000 Bewohner und ist.die Endstation der Linie nach Adana. Beirut hatte damals 25 000, heute 150 000, Gaza ehemals 2000, jetzt 48 000. Beirut hatte vor 50 Jahren noch kein anständiges Hotel, heute hat die Stadt moderne Paläste, Schulen, Zeitungen, Post, Telegraph und elektrische Beleuchtung. Bor 25 Jahren gab es dort noch keinen Wagen und heute hat Beirut etwa 600 elegante Victorias und eine ganze Anzahl Automobile. in Flammen auigehen. , . „., _, kf. Napoleonworte über Lieb en n d L i t e r a t n r. Die soeben in Paris erschienene Napoleon-Anthologic — Aussprüche, die M. I. Berkan ans seinen Werken gesammelt Hal — zeigt, welch ein großer Meister Napoleon in der scharfen Prägung von Gedanken war. Da sind z. B. ferne Aussprüche über Liebe voll von Zynismus, aber von einer ungeheuren Lch l agiertrgkcrl. Im Liebeskampfe ist die Flucht der einzige eteg, — Ate Uebe. tjt für den Müßiggänger Beschäftigung, kür den Soldawn Zerstreuung, ittr den Monarchen aber der Stein, der ihn zum Stolpern und zu Fall bringt. — Tie Liebe ist eine Dummheit zu zweit. — Aag Napoleon sich sehr geistreich über Literatrrr zu unterhalten wulste, ist ja durch seine Zusammenkunkt nut Goethe bekamst. Besonders der Tragödie legte er großen Wert bei: „Ter Wert einer fiit eit Tragödie steigt täglich. Eure große Tragödie rst die beste Ccljuie großer Männer; es ist deshalb Pflicht der Monarchen, sie zu kör- dern. Nicht der Dichter, sonderir der Alenschenkemrer ist der berufene Kritiker der Tragödie. — Die Tragödie sollte die Schule kur Könige und Völker sein: sie ist das Höchste und Edelste, das em Dichter schaffen kann. — Dranren sind ^ragodien der Kammer -oken. — Bei Aescbylos bewlmdere ich besonders tue Kraft, die in der einfachen Handlung liegt, die packende Steigerung von Furcht und Schrecken, die dieser Vater der Tragödie so nteisterhat versteht. — „Tarlnffe" ist unstreitig das grove Werk eines Dleilters , aber trotzdem würde ich heutzutage keinen Augenblick zogen,, seine Aufführung zu verbiete'', wenn es erst jetzt veröffentlicht wurde. Aeußerst scharf kritisiert Napoleon Beaumarchais: Er ist em Mann ohne Sitten, ohne Prinzipien, eher ein Hausierer mit Literatur als ein Liierat. Ich würde ihn ins Gesangins gesteckt haben. Vielleicht hätte man mich einen Tyrannen genannt, aber welch edle Tat kür die ganze Menschheit würde ich vollbracht haben. kf. Das Innggefellenc> bzeichen. Philadelphia wird wohl bald eine Einrichtung aufzuweisen haben, die ans der welt wohl kaum ihresgleichen finden und die das Wort des berühmten Rabbis Ben Akiba zweikellos Lügen strafen wird. Toit wird neun lich mit riesigem Erfolge Propaganda für eine Junggesellenniatke gemacht und einer der Hauptgründe, die die Verteidiger es sind nämlich Männer, die diesen Plaii zuerst angeregt haben — für ihre Jungqesellenmarke ins Feld führen, ist der,,da« durch Emkuhrmig eines Junqqesellenabzeichens die ledigen Aladchei, am besten gegen — verheiratete Alänner geschützt sein würden. Sieht ein junge-, Rä chen, daß ein Mann ihr besondere Aufmerksamkeit widmet, so hat sie ihn bloß genau zu betrachten, ob er im Besitze der Jung- geiellenmarke ist, die öffentlich zur Schau getragen werben muß. I Sie kann also sofort erkennen, ob die eache „reell gemeint ist. I Ten verheirateten Männern, die leichtsinnigerwelje nut jungen I Mädchen flirten, wird also bald das Handiverk gelegt sein. (?) yiichertisch. Fasching, Roman von Paul Oskar Höcker (Verlag Ullstein u. Co., Berlin und Wien). In den wilden Taumel des Münchener Karnevals, mit all seiner tollen Laune und dem sessel- losen Leichtsinn des genußfrohen Künstlervolkes fuhrt uns dieser neue Roman Paul Oskar Höckers Dem Rausche der Faichmgs- lust verfällt auch die junge schöne Frau des berühmten Architekten Peter Lenze, die sich an der Seite des flatterhaften Künstlers nicht glücklich fühlt. Erst in der tiefen Reue über das Geschehene erblüht der schuldgebeugten Frau ein neues Glück an der Seite eines vornehm denkenden Mannes, über dessen Liebe sie früher m verblendetem Ehrgeiz achtlos hinweg gegangen ist — Hockers Meisterschaft in der Schilderung mondänen Lebens bewahrt sich auch in diesem seinem neuen Werke, das einen tiefen Einblick in das Künstlerleben gewährt und eine Fülle echt menschlicher, rührender« humorvoller und charakteristischer Gestalten in sich vereint. ... bestätigen dÄt die Mönche sich aus ihrer Mitte selbständig wählten ^Fü'r diese Ausnahmestellung hatten die Mönche von Farfa nichts anderes zu tun als „in Frieden für ihn (den Kaiser) Und Die Dauer des Reiches zu beten . In welcher Weise sie btep nnmonfi sftnffrei) gehabt. Ihn ermordeten tm sichre 936 zwei seiner Mönche, Campo, und Hildebrands Campo vebmer Sabiner und in jungen Jahren schon ms Kloster ge kommen- er war aufgeweckt und scheinbar lernbegierig, so daß ÄÄÄtattS " MM,'». A»s lettaem GM-t mackw der Zögling bald so große Fortschritte daß, er fernen Lehrer durch einen wirksam gemischten Gisttrank beseitigte. Sterbend soll der Abt unter Anspielung ans den Namen.seines Schülers noch folgenden Wortwitz gemacht haben: Campigenas CaniDo male quam me campigenasti! Campo erwarb nun durchs schlaue Politik und reiche Geschenke, die Würde be§ Abte^ und begann nun mit seinem Genossen Hildebrand em Freuden- leben. Das Kloster wurde völlig demoralisiert, es begann eine Weiberherrschaft ohnegleichen. Alle Mönche nahmenTraum zu sich Nach einem Jahr schon erkauntm die beiden Freunoe, daß Farsa für die Bedürfnisse beider zugleich zu eng war. 5)ilde- brand zog aus und warf sich in den Klostergutem der Mark Ferrno selbst zum Abt auf. Campo, blieb in Farfa und erseugte mit seiner Lieblingsfrau Liuza drei Söhne und sieben Tochter, die er alle glänzend versorgte. Unter dem Schein von Packp- und Tau chverträgen wurde das Klostergut an die Anhänger der beiden Siebte verschleudert. Als man damit fertig war, ging man — wie in Czenstochau — an die S9 eraubung . der Heiug tümer. Man brach von den Religuienbehaltern die,, kostbaren Perlen und Steine, schenkte die heiligen Brokatgewander den hergelaufenen Weibern, ja, man ließ sogar, tote Gregorovms in deiner Geschichte der Stadt Rom erwähnt, »us den Loldenen Altargeräten Ohrgehänge und Spangen fertigen Schließlich bauten sich Abt und Mönche Billen außerhalb des Klosters; dort wohnten sie mit ihren Weibern, die sie sich hatten kirchlich, antrauentaffn. Zuerst ereilte das Schicksal den Abt Hildebrand. Er lud eines Tages in seiner Residenz S. Bictorm sime Frauen, Sohne und Töchter und viele Ritter zu einem Festmahl, als alle berauscht waren, ging das Kastell in Feuer auf, und es verbrannten die zahllosen Schätze, die Hildebrand aus Farfa weggescksteppt hatte. Endlich wagte sich Mberich an Farfa und seine Mönche. Er schickte Angehörige des neuen reformatorischen Kluniazenserordens hin, um Ordnung schassen zu lassen: die Sendboten wuA>en nachts beinahe erwürgt und flohen nach Rom zurück. Da kam Alberich selbst mit seinen Milizen. Er vertrieb Campo, setzte Kluniazenfer ein und übergab das Kloster dem Mönch Dagobert aus Cuma Fünf Jahre lang herrschte nun Ordnung, hierauf wurde Dagobert vergiftet und Farfa von neuem eine Städte der Lebenslust. Wieder zogen Bacchus und Venus in Jarfa em. , ,. Nur der Mönch, der den guten Abt Dagobert vergiftet hatte mürbe von den Qualen der Reue gepackt. Er pilgerte rum Berg Garganus, aber ein Jahr lang soll er sich vergebens angestrengt haben, den Gipfel zu erklimmen: dann verschwand er.