Vonnerrtag Sen 6. Juttf sm tei1 Die von Grundlagen. Roman von Freiherr von Schlicht. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Als der Graf jutn erstenmal diese Entdeckung machte, fiel er tatsächlich vor Erstaunen in einen Stuhl und starrte seinen Sohn verständnislos an. Dann gab er sich wochenlang die größte Mühe, dieses Wunder zu erklären und zu deuten? Als seine eigene Weisheit dies Kunststück nicht fertig brachte, fragte er seinen Sohn: „Warum bist du denn mit Leib und Seele Soldat? Liebst du den Dienst?" „Nein." „Liebst du dann die gesellschaftliche Stellung, die du als Offizier einnimmst?" „Die hätte ich als Graf ohne die Uniform doch ebensogut." „Gewiß, natürlich. Also, was liebst du denn an deinem Beruf?" „Ich weiß es nicht, Papa." Und da Hans es selbst nicht wußte, hatte der Graf es definitiv aufgegebeu, den Schleier dieses Geheimnisses zu liiften. Heute nachmittag sollte Hans nun endlich eintreffen, und das war nach Meinung des Barons auch die allerhöchste Zeit, denn er konnte diese ewigen Gespräche über Hans kaum noch mit anhören. Sie interessierten ihn um so weniger, als er den jungen Offizier gar nicht kannte Und immer den stummen Zuhörer spielen mußte. Und Wenn die Gräfin ihn mit ihrem zärtlichsten Augenaufschlag, 1— der aber nicht ihm, sondern Hans galt, — fragte: „Nicht wahr, lieber Baron, Sie stimmen mir da doch bei —" so hatte er in das Lob auf ihren Sohn einstimmen müssen, ob er wollte oder nicht. Heute, am letzten Tag, war auf Schloß Gründingen alles außer Rand und Band, wie er es nannte. Wenn Seine Majestät sich angesagt hätte, selbst dann hätte keine größere Aufregung herrschen können als jetzt. Und aus ihm völlig unverständlichen Gründen fragten ihn die Komtessen: „Nicht wahr, Herr Baron, heute lassen wir den Unterricht ausfallen?" „Aber warum denn nur?" fragte er erstaunt. „Wir reiten von zehn bis elf — der Zug kommt nachmittags um halb fünf — ba können Sie doch jetzt noch nicht zur Bahn fahren wollen? Und deshalb sehe ich absolut nicht ein, warum wir nicht reiten wollen. Ganz abgesehen davon, daß es für die Pferde gar. nichts taugt, wenn sie einen Tag stehen; sie bewegen zu lassen ist ein Notbehelf, den man nur dann wählen soll, wenn es gar nicht anders geht" „Ei-gentlich haben Sie recht, Herr Baron," stimmte Alexa ihm bei. „Ich will schnell hingehen und mich umziehen. Kommst d,u mit, Dagmar?" Der Baron hätte darauf schwören mögen, daß si« es unter irgend einem Vorwande ablehnen würde, heute an dem Unterricht teilzunehmen. Aber er hatte sich geirrt. Ganz gelassen stand sie auf und zerdrückte im Aschenbecher den Rest ihrer Zigarette, dann sagte sie: „Ich denke wie du, Alexa. Komm, wir wollen uns umkleiden. Auf Wiedersehen spätestens in einer halben Stunde, Herr Baron." Der Baron blieb allein, und etwas ärgerlich stieß er mit dem Fach auf den Teppich. Er hätte sich einmal eingebildet, Dagmar ganz genau zu kennen, und nur zu oft mußte er einseheu, daß sie ihm doch noch eine ganz Fremde war. Er hatte sich den Sieg über sie doch leichter und den Kampf mit ihr anders vorgestellt! Er hatte an eine neue Auflage der „bezähmten Widerspenstigen" gedacht, er hatte sich gesagt: Dagmar wird dir nicht nur eine stille, sondern eine offene Opposition entgegensetzen, aber du wirst es durch die Macht deiner Persönlichkeit dahin bringen, daß sie schließlich alles tut, was du willst. Aber mehr und mehr wurde dem Baron klar, daß Dagmar in ihrem Charakter doch wenig Aehnlichkeit mit der Shakespeareschen Katharina hatte, oder wenn sie der doch glich, so hatte sie auf jeden Fall eine andere Kampfes- weise erfunden, denn sie gab immer nach. Für einer, Augenblick blitzte wohl zuweilen in ihren Augen der Widerstand auf, und die schienen daun zu sagen: ich tu genau das, was ich will. Aber dann fügte sie sich doch, ohne auch nur ein Wort deswegen zu verlieren — —. Der Baron knirschte mit den Zähnen. Dagmar konnte in vieler Hinsicht nicht höflicher und zuvorkommender gegen ihn sein, als sie es war, — und trotzdem lag in ihrem Verhalten eine fast beleidigende Geringschätzung seiner Person. Er mußte ost an sich halten, um sich nicht zu verraten. Aber so eifrig uno aufmerksam Dagmar auch in seinem Gesicht las, sie konnte ihn doch nie ergründen. Kein anderer merkte etwas von dem stummen Krieg, den sie miteinander führten. Alle hielten das Einvernehmen zwischen Dagmar und ihm für das denkbar beste. Nur sie beide wußten ganz genau, wie sie miteinander standen: jeder wollte den anderen zu seinen Füßen sehen, aber keiner gab nach. Der Baron wußte genau: wäre er nur ein einziges Mal bei Dagmars Worten so zusammengezuckt, daß sie es bemerkte, — so hätte ein stolzes Gefühl sie durchdrungen, und von dem Tage an würde es ihm tausendmal leichter werden, als jetzt, sie zu gewinnen. Aber er wollte nicht. Und daß er nicht wollte, daß ihre Pfeile ihn oft getroffen haben mußten und ihn anscheinend Poch nicht verwundeten, oder daß er seinen Schmerz dann wenigstens nicht zeigte, das reizte Dagmar immer aufs neue. Das wußte er, aber trotz alledem. wenn 346 es h-ier überhaupt einen Sieger geben würde, — dann war er es! Mochte kommen, was da wollte, nie sollte pie schöne, stolze Dagmar, wenn auch nur vor sich selbst, fich oamit rühmen können, einen Reitlehrer, der es gewagt hatte, die Augen zu ihr zu erheben, ganz gehörig haben abfallen" lassen! Der Baron stand am Fenster, die heiße Stirn gegen die kalten Scheiben gepreßt, als sich die Tür öffnete und der Graf eintrat. „Was machen Sie denn hier, Baron?" Der wandte sich schnell um: „Ich fange Grillen, Herr Graf." „Auch 'ne Beschäftigung. Noch dazu eine, die ich aus eigener Erfahrung kenne. Namentlich in dieser Zeit, wo man als Gutsherr doch eigentlich sehr wenig zu tun hat. Während der Ernte oder iin Herbst ist es ja etwas anderes, aber im Frühjahr >— da besteht unsere ganze Tätigkeit darin, über die Felder zu reiten und nachzusehen, wie der liebe Herrgott das Korn wachsen läßt. Manchmal geht's zu langsam, manchmal zu flink, — aber ändern kann man doch nichts daran. — Uebrigens hätte ich eine große Bitte an Sie, es ist mir lieb, daß ich Sie hier allein treffe. Sie betrifft meinen Sohn Hans." „Ich wollte, er wäre erst hier." Fast unwillkürlich! kam es über die Lippen des Barons." Der Graf verstand diese Worte ganz falsch. >,Das ist sehr freundlich von Ihnen, Herr Baron — aber — offen gestanden — mir wäre es lieber, er wäre schon wieder fort. Der Gedanke an den teuren Abschied macht mir schon jetzt manchmal Sorgen — nicht des Geldes wegen, — ob der Junge ein paar tausend Mark mehr ausgibt oder nicht, das wirst mich nicht um, aber trotzdem könnte es nicht schaden, wenn man ihm nral die Augen öffnete. Ich habe die Angst, daß er bei seinem Bummeln in schlechte Gesellschaft gerät, und da kriegt man leicht einen Knacks weg, fei es an der Ehre oder auch nur darin, daß man sich öffentlich mit Menschen zeigt, in deren Kreis man nicht hineingehört, solange man noch selbst etwas auf sich hält. Und da wollte in) Sie Bitten, Baron, ob Sie dem Jungen nicht einmal die Augen darüber öffnen möchten —?" Der Baron blickte ganz überrascht auf: „Ich, Herr Graf?" Der sah sich um, ob sie auch wirklich allein wären, dann sagte er: „Ich verstehe, daß meine Worte Sie überraschen, und ich weiß sehr wohl, daß es in erster Linie meine Pflicht wäre, ihm den Standpunkt klar zu machen. Ich tue es ja auch — aber mein Schelten kommt nicht von Herzen, und wenn ich ihn trotzdem tadele, dann sieht mein Junge bei allem Respekt, den er vor mir hat, mich immer mit jo eigentümlich blinzelnden Augen an, die mir da zu sagen scheinen: Papa, d u hast es nötig, dich über mich aufzuregen! Ich weiß ja, was du in deiner Jugend für Geschichten gemacht hast! Dagegen kann selbst tch beim besten Willen nicht an!" „Sie müßten dieses „Blinzeln" Ihrem Herrn Sohn verbieten, Herr Graf." „Das sagen Sie so, Baron. Vielleicht täte ich es auch, wenn ich nur genau wüßte, ob der Junge wirklich blinzelt! Vielleicht bilde ich es mir nur deshalb' ein, weil ich in früheren Jahren in solchen Fällen meinem Pater gegenüber stets zu blinzeln pflegte. Das ist anscheinend erblich in unserer Familie — ebenso wie der Leichtsinn, solange wir jung sind, — das Bummeln läßt sich in unserer Familie — wenigstens bis aus meinen Ur- Ur-Urgroßvater zurückführen." Der Baron lachte lustig auf: „Da wird dann schwer etwas zu machen sein." Der Graf stöhnte: „Sie haben gut lachen! Im allgemeinen stimme ich Ihnen ja bei, aber trotzdem: ich meine, versuchen könnte man es ja 'mal. Gerade aus Ihrem Munde würde es sicher Eindruck machen, denn wenn ich auch Ihr bisheriges Leben nicht kenne und kein Recht habe, danach zu fragen, so glaube ich doch, daß man auch von Ihnen sagen kann: „o Fatinitza, was hast du alles durchgemacht"." Trotz des scherzenden Tones des Grasen würde der Baron ernst: „Ich danke, Herr Gras. Das genügt voll- stänmg. An den Stürmen, die über meinen Schädel dahingegangen sind, hätte mancher Andere mehr als genug gchabt. Jeder Dritte wäre als „gefällte Eiche" am Bodeü liegen geblieben, aber ich wollte mich nicht unterliegen lassen. Und deshalb stehe ich heute vor Ihnen, — mrr als Reitlehrer Ihrer Töchter, — aber trotzdem als Baron, der jedem, und wäre es auch seinem Kaiser, die Hand geben und ihm ruhig in die Augen sehen kann> ohne erröten zu müssen." „Bravo," sagte der Graf. „Das wußte ich auch schon alles vorher. Man sieht's Ihnen ja an, wer und was Sie sind, und gerade deshalb — denke ich — werden Ihre Worte auf Hans Eindruck machen. Sie dürfen ihn natürlich nicht in eine „stille Ecke" nehmen und ihm eine Stunde lang eine Vorlesung halten über Moral, Tugend, Sparsamkeit und ähnliche schöne Dinge, sondern Sie müssen ihm die Medizin sozusagen indirekt einfiltrieren, er darf gar nicht merken, daß er sie schluckt, und doch muß er sie schlucken, und zwar ganz gehörig. Der Bengel hat eine ausgepichte Kehle — der kann vier Flaschen Champagner trinken und ist dann doch genau so nüchtern, wie wir beide in diesem Augenblick. Ich war immer schon bei der dritten in jener halbseligen Stimmung, die die Mutter aller leichtsinnigen Streiche ist." Es klang etwas wie ein leises Bedauern aus diesen Worten heraus, daß sein Sohn in dieser Hinsicht mehr leisten konnte, als er selbst in seiner Jugend. Wieder mußte der Baron unwillkürlich lächeln, dann sagte er: „Wenn ich Ihnen damit einen Gefallen tue, können Sie natürlich auf mich rechnen. Aber ob es etwas nützt, muß die Zukunft lehren." Schon während er sprach, hatte er einen Blick aus seine Uhr geworfen und steckte sie jetzt schnell in die Tasche zurück: ,,Um Gottes willen — die Komtessen werden nicht schlecht schelten, es ist schon ein Viertel nach zehn, da muß ich machen, daß ich fortkomme — bitte, entschuldigen Sie mich, Herr Graf." Als er sich laufend der Reitbahn näherte, kam ihm Dagmar entgegen: sie war bereits wieder abgesessen und schickte sich an, ins Schloß zu gehen. In einiger Entfernung folgte der Stallknecht mit dem Pferde. Mer er winkte dem Burschen zu, wieder umzukehren. „Was soll das?" fragte sie scharf. „Sie sehen doch, daß ich nicht mehr reite." „Sie dürfen für meine Unpünktlichkeit nicht mich, sondern nur Ihren Herrn Vater verantwortlich machen, Komtesse. Er bat mich in einer für ihn wichtigen Angelegenheit um meinen Rat, und die Höflichkeit, die ich als Gast des Hauses jedem der Bewohner schuldig bin, verlangte es, daß ich ihn bis zu Ende anhörte." War es Absicht oder Zufall, daß er die Worte „als Gast des Hauses" besonders betonte? Auf jeden Fall hatte sie sich rasend darüber geärgert, daß er nicht pünktlich gewesen war, und aus dieser Stimmung heraus sagte sie: „Ich bin es nicht gewohnt, daß meine Lehrer mich warten lassen." Sie ärgerte sich über sich selbst, daß sie auch jetzt den Ausdruck „Lehrer" gebrauchte, sie zeigte ihm dadurch ja doch wieder, daß sie ihn demütigen und kränken wollte — daß er also doch für sie aus der Welt war — —. (Fortsetzung folgt.) Lin erloschener Ziern. Von Ernest G a u b e r t. Deutsch von M. Bruso t. Ein neuer Star war am Barietshimmel ausgetaucht. Unter den Beifallskundgebungen, die fein Erscheinen begrüßten, war der von Christian Favier, dem bekannten Pariser Journalisten, ■am lautesten gewesen. Er hatte.glückstrahlend gelächelt. Ms wir ihn Nach dem Grunde seiner so lebhaften Begeisterung gefragt/ erzählte 'er uns nach der Vorstellung folgendes Abenteuer : „ „Mein Freund Delaigle hat sich, wie Ihr wißt, Heuer ein prächtiges Automobil mit 25 Pferdekrästen angeschafft. Damit sausten wir den ganzen Sommer kreuz und quer durch die Provence. Ser, Schnelligkeitswahnsinn, diese eigenartige, moderne Trunkenheitssucht,, mit dem Winde um die Wette zu brausen, Raum Und Zeit in einen! .zu verschlingen, er hatte uns erfaßt und Machte Uns alle anderen Vergnügungen vergessen. Ich vergaß Meine Bücher, Freund Delaigle,feine Maitressen." Delaigle ist ein ausgezeichneter Chauffeur, Khn und kaltblütig zugleich. Er macht mit Leichtigkeit seine 75 Kilometer auf Straßen, die nicht zu den besten gehören. Seine Hand am Volant ist von außerordentlicher Sicherheit, sein Blick von ungewöhnlicher Schärfe und Vorsicht. Während der zwei MonaK hatten wir nicht einmal einen eleiiden Köter überfahren. 347 einem regnerischen Sept'emVernachmitiag waren wir gegen vier Uhr von Narbvnne abgefahren und nahmen die Route nach Be-iers. Ein Hundewetter. Es nieselte bei einem leichten Nebel. Die Nacht sank herab. Es' war unmöglich geworden, ein beschlew- nigtes Tempo einzuhalten, da wir nur zwei kleine .Laternen besaßen »und es unterlassen hatten, uns mit einem Reflektor zu versehen. So liefen wir etwa 15 Kilometer in der Stunde, als plötzlich, an einer Wendung der Straße, die noch dazu gerade da sich verengte, dicht vor uns die geschlossene Rampe der Eisenhahn austauchte, kaum' drei bis' vier Meter weit entfernt. Delaigle bremste vergebens, vergebens unterbrach er den Kontakt. Der Unprall erfolgte, wiewohl abgeschwächt, die Laternen gingen dabei in Trümmer und die Brustwand wurde beschädigt. Delaigle fluchte ergrimmt gegen Götter, Menschen und Wetter. Auf das Geräusch, das unser Anprall verursachte, lief die erschrockene. Bahnwärtersfrau herbei. Sie bot sich an, unser Auto in ihrem Hühnerschuppen unterzubringen und teilte uns auf unser Befragen mit, daß das nächste.Dorf 10 Kilometer weit entfernt! sei. Was tun? Die arme,FraU konnte uns nicht beherbergen/ Und Uns dem offenen Auto.vermochten wir auch nicht zu schlafen. Umsomehr, als der Hunger uns quälte. Auf Unser Beharren, sie möge doch irgend ein Gehöft oder eine Herberge in der Nähe bezeichnen, sagte endlich die Frau Nach einigem Zögern: „Es ist das „Lorbeeren"-Haus nicht ferne, aber man wird Sie nicht empfangen." l„Das werden wir sehen. . . Wo .Mrt der Weg dahin, sagte mein Freund. „Verfolgen Sie diesen Fußpfad, etwa fünf- bis sechshundert Seter weit; das Haus befindet sich hinter diesem Hügel. Mer mache Sie aufmerksam, Sie werden nicht eingelassen." „Gut, darauf find wir neugierig," wiederholte Delaigle, und beherzt schlug er den bezeichneten Pfad ein. Ich folgte ihm. Wenige Minuten später tauchte vor uns ein dichtbestandener/ dunkler Lorbeerhain auf. Am jenseitigen Ende einer kleinen Lichtung erhob sich ein geräumiges, vierfrvntiges Haus, iit nächtliche Waldesstille getaucht und sämtliche Fensterläden dicht verschlossen. Davor angelangt, zog Delaigle eine elektrische Taschenlaterne hervor und beleuchtete die .Hauptfassade, indem er den Eingang zu finden suchte. Eine Glocke war nicht zu entdecken. Wir pochten mit einem Stocke ans Tor. Endlich, nach einigem' Harren, öffnete sich im ersten Stockwerk ein Flügel, und eine Stimme tönte herab: „Wer sind Sie? Was wollen Sie?" „Ich heiße Delaigle," entgegnete mein Freund, „Und bin gut bekannt hier in der Umgegend. Ich befinde mich in der Gesellschaft von M. Favier, einem ..Pariser Journalisten. Infolge eines Automobilunfalles können wir unsere nächste Station nicht mehr erreichen und wünschen deshalb- Gastfreundschaft für die Nacht Und etwas' zum essen, damit wir nicht Hungers sterben." Der Fensterflügel schloß sich wieder, ohne daß eine entscheidende Antwort uns geworden wäre. Beunruhigt und außer uns, berichtigten wir schon das Tor .einz-urennen, als ein Guckloch daran geöffnet wurde. Man betrachtete .uns. Das Examen war zweifelsohne zu unseren Gunsten ausgefallen, denn man öffnete und geleitete uns in eine Art von weitläufigem Salon, den ein großer dreiarmiger Kandelaber nicht bis in seine innersten Tiefen zu beleuchten vermochte. „ । Da verblieben wir, unsere Lungen von jenem' eigenartig stickigen Gerüche benommen, wie er Wohnräumlichkeiten eigen ist, die durch lange Zeit unbenMt und geschlossen gehalten wurden. Nach zirka einer halben Stunde öffneten jich plötzlich die zwei Türflügel eines Speisesaales, der von glänzendem Lichte überflutet ivurde. Ein Bedienter lud uns .ein, an! einer Iafel Platz zu nehmen, die von Silber- und Porzellangeschirr überschwemmt war. „Aber, das ist ja ein Schloß aus einem Feenmärchen?" meinte ich leise und verwundert. , < v „Das letzte romantische Asyl," entgegnete .mein FreUnd. Obgleich es nur aus kalten Gängen bestand, erschien das Mahl uns ausgehungerten Schiffbrüchigen nicht minder vorzüglich als ein Diner bei .Paillard. Behende und schiveigend wie eilt Gespenst aus einer deutschen Ballade, füllte der Bediente die verschiedensten köstlichen Weine in.unsere Pokale. Nachdem sich unsere Mägen gestärkt .hatten, gewann der Geist die Oberhand und damit der Takt. „Nun möchte ich gern unserem.Wirte danken," meinte mein Freund. „Könnte man Ihren Herrn sprechen, .um ihm Dank zu sagen?" fragte ich den Diener. Er entgegnete nichts, verneigte sich bloß und verschwand. Als er zurückkehrte, präsentierte er uns aus einer silbernen Platte eine Karte. Wir lasen: . „Ich kann eine Schranke nicht.übersteigen, die ich mir selbst 'aufgerichtet habe. Ich danke Ihnen, daß Sie auch Ihrer Wirtin gedacht haben und übermittle Ihnen hiermit meine besten Empfehlungen. C." „Welch mysteriöse Behausung!" murmelte mein Freund. Und zum Diener sich wendend: „Also übernehmen Sie es, Ihrer Herrin nochntals unsere Dankbarkeit auszudrü'cken." Einen Leuchter in der Hand, geleitete uns der Diener nach unseren aneinanderstoßenden Schlafgemächern. Ich hörte bald darauf, wie Delaigle schwer wie ein gewichtiger Bleiklumpen, sich aufs Lager fallen ließ und ein regelmäßiges Schnarche» benachrichtigte mich alsbald von seinem festen Schlaf. Das sonderbare Mysterium, das diese Gastfreundschaft umgab, die zögernden Worte der Bahnwärterssrau und ihre wiederholten Warnungen vor deni „Lorbeeren"-Haus, beunruhigten mich. Der Schlummer widerstand meiner Müdigkeit. Ein leichtes Fieber ließ mich von einer Seite auf die andere ivälzen. Da ich es auf meinem Lager nicht länger aushielt, erhob ich mich. Es war keineswegs schon spät. Kaum zehn Uhr. Ich stieg nach dem Speiseraum hinab, in der Wsicht, daselbst irgend eine Erfrischung zu nehmen. Aber der Anblick, der sich hier mir darbot, bannte mich vor Verwunderung an der Schwelle fest. Ein junges Mädchen von etwa fiinfzehn Jahren, in Hellem und durchscheinendem Gewände, die Arme in weiten, duftigen Aermeln, zur Hälfte entblößt, überwachte da zwei Bediente, die das kostbare Geschirr, darauf wir getafelt, in einem Schranke verwahrten. Zierlich und gebrechlich, von der Art der Statuetten ans Sevrcs oder Tanagra; eine kleine Marquise, aus einem Gemälde von Laueret oder Pater, hatte sie jenes rätselhafte und unbefangene Lächeln, wie wir es bei Bühnenkindern sehen, das Jungfräulichkeit mit der Finesse der Buhlerin paart. Ihre langen Wimpern milderten den feurig-genialen Blick ihrer Augen und hie scharfen Spitzen ihres jungen Busens widerstanden siegreich dem beengenden Mieder. Ihr Teint und die Arme hatten die matte Farbe edler Majoliken und ihre Lippen schienen feucht- glänzend zu bluten, über dem' elfenbeinernen Schmelz ihrer Zähne. Im übrigen ist es mir schier unmöglich, den Eindruck in Worte zu fassen, welchen die Schönheit dieses Kindes auf mich aus- geübt hatte, eine Schönheit, die mir aber — so meinte ich wenigstens — schon bekannt war. Irgendwo —- wahrscheinlich in einem Museum — bin ich schon einmal diesem vornetzm-feierlich- stillcn Jungfraucnantlitz begegnet, etwa in einem Gemälde Van Dycks, und diesen Lippen, dieser Haltung, dieser Geste, die an die erhabensten Schöpfungen Van Loos erinnerten. Ms sie sich zufällig umwendete, und meiner gewahr wurde, Machte sie unwillkürlich teilte erstaunte Bewegung. Tab er ließ sie einen leisen Schrei, wie den eines Vögelchens vernehmen. Daraufhin erschien «ne andere Frau, in der schönsten Reife der Jahre, etwa um vierzig, und die in einer ausgestalteteren Forni dieselben Züge, dieselben Reize aufwies, als das von mir bewunderte junge Mädchen. Ms sie mich merkte, wollte sie sich zurückziehen. Doch rasch begriff 'sie, daß es hierfür zu spät war. Ohne weiteres kam' sie dann auf mich zu: „Seien Site mir willkommen, Monsieur Favier; ich habe Sie sofort wieder erkannt und Sie haben mich vergessen! Es ist sechs Jahre her, Sie standen damals am Beginne Ihrer literarischen Karriere, da brachte .Sie eines Abends ein Altmeister der Pariser Publizistik, der heute schon tot ist, in einem' der fashionablen Varietes auf Montmartre in meine Loge. Coelia Centini hat nicht vergessen, mit welcher Begeisterung Sie ihr von diesen südlichen Landstrichen hier sprachen; ihrer majestätischen Einsamkeit und Schönheit. Zu jener Zeit, da fühlte ich mich schon im Absteigen begriffen. Meine Schönheit glich bereits her Rose, welche die ersten Herbststürme zu entblättern drohen. Ich trug mich daher mit dem Gedanken, meiner Profession möglichst rasch Valet zu sagen. Ich wollte nicht, in der unerbittlichen Helle der Rampe, nörglerischen Blicken das Dahinwelken eines! Leibes offenbaren, der lange begehrt gewesen; ich wollte ihnen nicht die letzten Reste einer verflackernden Glut zur Schau stellen. Ich habe mich in die Einsamkeit zurückgezogen, in die Abgeschieden- §eit dieses Landsitzes, wo ich niemanden empfange, mit Ausnahme eines einzigen Freundes, der hin und wieder uns aufzusuchen komUtt. So bin ich denn verschwunden aus der großen Welt, um in der Erinnerung aller jener, die mtdj gekannt und verehrt haben, ein Bild von jener Schönheit zuruckzulassen, die nicht altert und nicht verwelkt . . . Und so lebe ich fort tm Gedächtnisse aller, denen ich wert war, interner noch reizvoll und begehrenswert, bis zu dem nahen Tage, wo ich wiedergeboren sein werde, herrlich und von der Aureole der Jugend umgeben, in dieser da, Meiner Tochter, die mir nachfolgen wird. . Und indem sie, mit der mir an ihr bekannten Geste, einen Kandelaber er^oß, beleuchtete sie ein großes Gemälde von Fantin- Latour, das ich vordem nicht bemerkt hatte, und in welchem ich die große Schauspielerin Coelia Centini wieder erkannte, deren Züge, Linie für Linie wiederersianden, fast herrlicher noch und anziehender und reiner, in dem Antlitz des lächelnden jungen Mädchens, das schüchtern mir zur Seite stand und neugierig mich betrachtete. Ich blieb stuuim, gerührt von dein Stolz, dem Selbstbewußt- sein und dem Zartsinn dies« Frau, mit welchem sie es zu vermeiden getrachtet hatte, ihren physischen Niedergang zur Schau zu stellen. Tie es vorgeiogen hatte, vom Schauplatze zu verschwiichen, weit hinweg zu fluchten von der einst ihr so teueren Gesellschaft, um ihren Verehrern die Illusion ihrer unvergänglichen Reize zu belassen, die Erinnerung an einen glänzenden Stern, der ftei- 348 willig im Nebel untergetmtM um daun gleich dem Adonis im Mythos, voll neuenr empor zu steigen, herrlicher und lugend- lrcher denn Mützen Sie," schloß Favier seine Erzählung, „das entzückende Wesen, welches wir eben bejubelten, es ist oas nämliche junge Mädchen, das ich damals irrt Hause unter den Lor> beeren gesehen... an jenem regnerischen Septemberabend. . . Napokeon-plMtasien. Tie Geschichtswissenschaft, deren Hauptaufgabe die streme, nüchtern-objektive Kritik ist, hat doch auch wie jedes andere Bereich menschlicher Tätigkeit mannigfache Phantasien gezeitigt, ine es an Kühnheit der Einbildungskraft und unwirklichen Träunmn mit den sonderbarsten Produkten der Dichtung aufnehmen. So hat man uns beweisen wollen, daß Shakespeare keine Zeile seiner Dichtwerke geschrieben habe, daß Rembrandts Bilder aus dem Atelier -eines seiner Schüler stammen, und vieles andere. Tie tollsten Phantasmen dieser Art aber haben sich wohl um die uns historisch doch so nahe Gestalt Napoleons kristallisiert, und voil einigen der ausschweifendsten Blicken dieser „Napoleonforschung" erzählt uns Paul Ginisty in einem Aufsatz des Journal de Tsbats. Eine Satire auf die gelehrte Geschichtsforschung überhaupt ist das bekannte Werk von J.-B. Porös „Wenn Napoleon niemals gelebt hätte. . Hier wird in ironisch-amüsanter Weise dargestellt, daß in einigen tausend Jahren ein Alter- tumsforscher Dokumente aus der napoleonischen Zeit findet und nun nachweist, dieser Herrscher habe niemals existiert, sondern die von ihn! berichteten Legenden seien die symbolische Schilderung eines Sonnenmythos. Napoleon als Abbild des befruchtenden und zerstörenden Himmelsgestirns, die Erzählungen von seinen Taten im Lichte der alten Hymnen und Bolksepen! Ein anderer historischer Phantast ist Carni, der Verfasser eines Werkes, das den Namen „Messias Napoleon" führt. In diesem Buch wird mit einem großen Aufwand von Mühe und Scharfsinn „nachgewiesen", daß die ganze Geschichte Napoleons von Corsika bis St. Helena bereits von den Propheten des Alten Testaments vorausgesagt worden ist. So soll die schonungslose Unterdriickung des Aufstandes am 13. Vendsmiaire durch Napoleon in den Worten des Propheten Nahum enthalten sein: „Und sind ihre Kinder auf allen Gassen zerschmettert worden, und um ihre Edlen warf man das Los, und alle ihre Gewaltigen wurden in Ketten und Fesseln gelegt." (III, 10.) Der Staatsstreich von 18. Brumaire wird durch die Worte des Jesaias prophezeit: „Dann ,wird einer seinen Bruder aus seines Vaters Haus ergreifen: sei du unser Fürst, hilf du diesem Einsturz." (III, 6.) Tie Proklamation des Kaiserreichs ist in dem Verse des Saharja ausgedrückt: „Und er sprach: setzt einen reinen Hut auf sein Haupt! Und sie setzten einen reinen Hut auf sein Haupt und zogen ihm Kleider an und der Engel des Herrn stund da." Tie Reiche, die Napoleon an seine Brüder verteilte, find in dem Gesicht ber Daniel (VIII) vorhergesagt, in dem von den vier Königreichen gesprochen wird, die „aus dem Volke entstehen werden, aber nicht so mächtig, als er war." Bei Hosea ist die Trennung von Josephine angekündigt. Tie Höhe der napoleonischen Macht soll von Micha in seinem letzten Kapitel in allen ihren Einzelheiten geschildert sein. Tie Voraussetzung des unheilvollen russischen Feldzuges wird in den Worten des Daniel Munden: „Er wird mit einem Heer kommen und wird erobern di« Festung des Königs des Nordens und wird große Taten tun, aber er wird dadurch nicht gestärkt werden, beim der König des Nordens wird wiederkommen, weder die Armee des Südens noch ein ansgewähltes Volk werden ihm widerstehen können." Diesem merkwürdigen Historiker sind bei der Durchforschung der großen und der kleinen Propheten alle Einzel- Sfeiten der napoleonischen Geschichte klar geworden, von Kleinig- eiten, rote der Verschwörung des Generals Malet, bis zu der Verbannung nach Elba und dem Tode des Herrschers. Als eine rein dichterische Utopie gibt sich dagegen das zuerst im Jahre 1836 erschienene Buch von Louis Geoffroy „Napolson apocryphe", das an die Stelle des wirklichen Geschehens eine Ausmalung der weiteren Laufbahn des Welteroberers setzt, nachdem es ihm gelungen, Rußland zu besiegen. Er erobert in dieser Phantasie Schweden, setzt Bernadotte als König ein, vernichtet England durch die Entscheidungsschlacht von Cambridge; die Regierung Über dieses Land wird seinem zweiten Sohne Vorbehalten; er unterwirft schließlich die ganze Welt, Amerika erkennt ihn freiwillig als Herrscher an; aber am Ziele seiner ungeheuren Pläne Uhlt er eine schreckliche Einsamkeit und Langweile. Unglücklich und unbefriedigt als unumschränkter Fürst der ganzen Welt, stirbt er 1832 am Schlage. . . Vermischtes. ' Das Haus in der Bildersprache. Bon der Zeit an, da der Mensch fein bewegliches Zell in das dauernde Haus umwandelte, ist er mit diesem seinem schützenden und bergenden Heini auss engste verwachsen. Was Wunder, wenn das Haus auch in seiner Bildersprache von jeher eine bedeutsame Rolle gespielt hat und noch heute spielt? Sein Körper wird (2. Petr. 1, 13. 14) nist einem Hause verglichen, er selbst kann ein altes Haus {ein, au$ altem Hanfs stammen, aus hohem, regierenden, rote z. B. ein Ab. kömmling des Zollernhauses. Die Gesamtheit seiner uerfaffungs. mäßigen Vertreter nennt er Abgeordnetenhaus, die Mitglieder eines Handelsgeschäftes gehören ihm zum Handlungshause, die Beamten einer Bank zum Bankhause, die Zuhörerschaft eines Theaters ist ihm mit Schiller „das schweigend horchende Haus". Treibt er Stern« beuterei, so teilt er den Himmel in Häuser ein, den Samenbehälter des Kernobstes nennt er das Kernhaus, selbst seine Uhr hat ei« Gehäuse. Er selbst lebt, vielleicht gar noch im Anklang an das altgermanische Holzhaus oder seine Umfriedung, sicher in seine« vier Pfählen. Ordnet er vor seinem Abscheiden seine Hinterlasse«, schast, so bestellt er sein Haus; ist er vertraut mit einer Sache wie mit seinem Heim, so ist er in ihr zu Hause; bringt er unwahre Dinge an die Oeffentlichkeit, so sollte er lieber damit zu Hause geblieben fein, um so mehr, wenn er von Haus aus als verlogener Mensch bekannt ist und nichts als haushohe Unwahrheiten vor- bringt. Kluge Leute halten Haus mit dem Ihrigen, es fällt ihnen nicht ein, über ihre Mittel hinaus ein großes Haus zu mache«. Ist der Mensch krank, so hütet er das Haus; läßt er sich bei jedem geringfügigen Anlaß stets jählings aus seiner Ruhe (ber Ruhe seines Hauses) reisen, so ist er immer gleich aus dem (seinem) Häuschen (Goethe: außenn Haus); ist er in Gesinnung und Ausdruck schwimg. los und derb, so nennt man ihn hausbacken, mag er hausen, wo er will. Bon dessen Wesen und Worten ist man zumeist wenig erbaut, desonbers, wenn er auch noch hier und da plump mit der Tür ins Haus fällt. — Aber nicht nur das Haus als Ganzes ist in der Bildersprache reich vertreten, auch seine wichtigsten Bestandteile begegnen uns in ihr auf Schritt und Tritt. Wird der Mensch von schweren Schicksalsschlägen getroffen, so kann er dis in die Grundfesten erschüttert werden; ist er vor Schäden gesichert, so ist er gedeckt. Dein Dach kann gastfrei und wirtlich sein; ist es im- wirtlich, so kann er seine Gründe dafür haben, und man darf ihm deshalb nicht gleich aufs Dach steigen. Schlimm ist es, wenn et einen Sparren zu viel hat, oder wenn es gor in seinem Oberstübchen nicht richtig ist, wenn einzelne Gegenstände darin verrückt sind, so daß sie sich nicht mehr au der gehörigen Stelle besinde«, In einer Recl n mgs- oder gar Regierungskammer kann man ihn dann jedenfalls nicht verwenden, und die Klinke der Gesetzgebung muß ihm ferngebalten werden, widrigenfalls Unglück und llnheil vor der Tür stehen würden. Er muß ja dann nicht gerade lügen, daß die Balken krachen, aber immerhin sind mißtrauischen Gedanken ihm gegenüber Tor und Tür geöffnet, und niemand wird ihn sonderlich gern an seinem Herde aufnehmen. Was nützen ihm Augen und Ohren? Fenster der Erfahrung sind sie für ihn zmt auch, aber sie sind trübe und angelaufen und lassen ihn die Singt nicht sehen, wie sie wirklich sind. Wird er dann auch noch von böswilligen Menschen betrogen, so kann er das ihm Geschuldete ivohl in den Schornftein schreiben, aber er wird es lange darin lesen müssen, da er nur schwer |o viel verdienen wird, daß fein Schornstein raucht. Söhus (Hannover). kf. Das Orchester der Einarmige». In bem amerikanischen Staate Oregon gibt es wohl das merkwürdigste Orchester der Welt, nämlich das Orchester der Einarmigen, das aus acht Musikern besteht, die alle in den Spinnereien Oregons einen Arm verloren Haden und zwar sieben den rechten, der achte den linken. Die Seele dieses Orchesters ist B. R. Amend. Dieser Musiker kam, als ein Maschinenunfall ihn um einen Arm gebracht batte, auf den echt amerikanischen Gedanken, nach Leidensgefährten zu suchen und mit diesen zusammen die (iinarmigfeit auszunutze». Wirklich fand er nach kurzer Zeit noch sieben Einarmige und seitdem musiziert das Orchester in beit Städten Oregons, wobei natürlich nicht klassische Musik vorgeführt wird, sondern moderne Tanzweisen gespielt werden. Zn den seltsamsten Vorführungen bei Orchesters gehört wohl das Guitarrensolo, das aber nicht einer von ihnen allein ausführt, sondern bei dem zwei aus dem gleichen Instrumente spielen I Bilderrätsel. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummer: G l ü ck st a d!. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. 8ai*gn, Wiesle*