Mo.itag, den 5. August fUiUUiiU II Sommerlentnsnts. Roman von Walter Bloem. Copryght 1910 by Qrethlein & Co. (Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung.) 4. Kapitel. JKa, Alter — wie wär's mit 'nem Galöppchen?" Nelly von Sassenbach ritt zur Rechten ihres Baiers. Sie war heute morgen gar nicht mit ihrem Alten zufrieden — sonst waren er und sie immer für scharfes Tempo, und Molly, die um sieben Jahre jüngere Schwester, die sich auf dem Gaul weit weniger zu Hause fühlte, war immer wie zerschlagen, wenn sie vom gemeinsamen Mit mit Vater und Schwester heimkam. . Aber heute war der Major nicht aus dem Schritt zu bringen — und auch jetzt brummte er auf die Zumutung seiner Aeltesten zum Angaloppieren irgend etwas Unverständliches in die melancholisch nicderhängenden Schnurr- bartzipfel hinein, nahm gleichzeitig die Mütze ab und tupfte den Schweiß von der Stirn, obgleich die Spätsommersonpe kaum die Frühnebel zu besiegen begann. „Aha," sagte Nelly, „du hast Kater, Alter, ich merk's schon — was war beim gestern los im Kasino?" „Na, was wird los gewesen sein — die Herren von der Reserve und Landwehr wurden angefeiert — das war älles!" „So," sagte Nelly, „und deshalb war der Oberst zu Tisch gekommen?" „Der Oberst —, wieso — wie kommst du denn auf die Idee, Mädel?" „Aber Alter!" lachte Nelly verschmitzt, „ich hab doch gestern selbst gehört, wie du Mama erklärt hast, du kämest nicht zum Mittagessen, weil der Oberst im Kasino speise und dich zu Tisch, eingeladen habe." „Ei verflucht —" knurrte der Major, „na also, daß ihr's wißt, Kinder — das war geschwindelt, weil ich sonst hm, hm — schwerlich Urlaub bekommen hätte. Daß ihr Mir aber reinen Mund haltet! — besonders du, Nesthäkchen !" Die blonde Molly antwortete nicht, verzog den Mund in einer Manier, die der Vater gar zu gut kannte; denn sie war restlos von der Mutter auf die Tochter vererbt worden — nur daß es doch ein Unterschied war, ob die bewußte Falte rechts und links von einer Neunzehnjährigen oder einer Nchtundvierztgjährigen Munde stand. „Also wirklich — mit dem Galopp wird's heute nichts! £=s Na, dann erzähl! uns wenigstens was von gestern." „Ja, was ist da diel zu erzählen — ist eben mal wieder 'ne Anzahl fragwürdiger Gestalten, als Leutnants und Oberleutnants verkleidet, auf der Bildfläche erschienen — haben sich mit uns betrunken und uns allerhqnd höchst gleichgültige Geschichten von den merkwürdigsten Zivilberufen erzählt." „Was sind's denn für Leute?" fragte Nelly unverdrossen weiter, „bekommen wir sie auch mal zu sehen?" „Na, doch natürlich — sind ja noch im Regiment, wenn nächstens die große Fste vom Stapel läuft!" „Erlaube mir, bei dieser Gelegenheit zu bemerken, lieber Papa," warf Molly ein, „daß wir heute spätestens um halb elf Uhr zu Hause sein müssen; denn wir sind auf Punkt eis Uhr zu Frau von Brandeis gebeten, wo die erste Probe für das Festspiel stattfinden soll." . .»Wat is dpt?" grunzte der Vater, „Festspiel? — Hab rch ja noch gar nichts von gehört!" „Wir haben angenommen, das interessierte dich nicht, lieber Papa," meinte Molly spitz. Dann aber ließ sie sich doch herab, etwas genauere Angaben zu machen. Es würden also lebende Bilder gestellt werden, und zwar drei — dazu verbindender Text, dialogisch gesprochen von Frau von Brandeis, Schwester Nelly, ihr selbst und Herrn Leutnant Blowitz — den Text habe ein Einjähriger des Regiments verbrochen. Das letztere war schließlich das einzige, was den Major ernstlich interessierte. Ein Einjähriger des Regiments — von welcher Kompagnie der denn sei und wie er heiße? Das wußten die Mädchen nicht .— sie hatten ihn noch nicht kennen gelernt. „Gnade Gott, wenn er von meinem Bataillon ist — dem werd ich die Hammelbeine langziehen — jedenfalls werd ich ihn mir mal vorbinden und ermitteln, ob er auch im Exerzierreglement und in Dienstkenntnis aus der Höhe der Situation ist — wenn nicht, dann treib ich ihm das Dichten aus — aber gründlich!" „Also die Reserveoffiziere kommen auch zuM Regimentsfest?" fragte Nelly weiter, „das ist ja 'n wahrer Segen —■; dann bekommt mau doch endlich mal 'n paar andere Gespräche zu hören, als ewig Avancement — Kommandos — Vorderleute — und den übrigen Kommißtratsch. Wenn man das, wie ich, bereits sieben Saisons hindurch genossen hat, dann lechzt man geradezu nach Abwechslung." „Tja, Mädel," knurrte der Major, „warum hast du nicht längst geheiratet?" „Warum ich wicht geheiratet habe? — Na, Vater, ich meine, das müßtest du doch wissen!" „Is ja wahrhaftig 'ne Schande," brummte der Major, „Mädel wie 'ne Tanne — firm auf dem Gaul und in der Küche — 'Kommißvermögen dreidoppelt vorhanden, dank meiner seinerzeitigen Vorsicht in der Auswahl des Schwiegerpapas — mit einem Worte: alles da! — Und ihr Mädels bleibt liegen wie die trocknen Semmeln!" „Na, an Mir hat's doch wahrhaftig nicht gelegen," schmollte Nelly. „Ne, ich weiß schon — du kannst nichts dazu!" Der Major griff sich Mit drei Fingern in den Rockkragen, als sei der zu eng geworden. „Du kannst nichts dazu!" 482 Molly rückte ungeduldig auf ihrem Sattel hin und her: „Möchtest du mir nicht den Gefallen tun, Papa, und in meiner Gegenwart von Mama nicht so respektlos sprechen —: du Weißt, das schmerzt mich." „Nanu — hab ja kein Wort gesagt!" „O — ich habe dich sehr gut verstanden. Wenn Mama Zuweilen etwas abwehrend gegenüber gewissen Herren gewesen ist, die sich um uns bemüht haben, so hat sie es jedenfalls sehr gut gemeint — und soweit ich's beurteilen kann, ist es immer zu unserm Glück gewesen, daß aus den Partien nichts geworden ist, die Mama abgelehnt hat." Nelly warf dem Vater einen verständnisvollen, der Schwester einen bitterbösen Blick zu. Der Vater und seine Aelteste wußten sich einig in dem Gedanken: der Freier, der Mama von Sassenbachs Beifall fände, der sollte noch geboren werden. Unter den jungen Leuten von heute hatte Mama von jeher fürchterliche Musterung gehalten — und keinen gerecht befunden. Nelly hatte auch längst die Hoffnung ausgegeben, daß einer der Herren des Regiments Gnade vor Mamas Augen finden könnte. Sie hatte in ihren sechsundzwanzig Jahren und sieben durchtanzten Saisons gar manchen Flirt gehabt, und der eine oder andere war verflucht ernst geworden, .aber im richtigen Augenblick war es Mama stets gelungen, den betreffenden Bewerber derart kopfscheu zu machen, daß er abschnappte. Jedesmal, wenn ein Herr in entsprechenden Jahren, Hauptmann oder Oberleutnant, der noch zu haben war, von auswärts ins Regiment versetzt worden war, hatten der Vater und seine Aelteste sich in geheimen Hoffnungen gewiegt, aber nie war's etwas geworden — und so exklusiv war der Verkehr des Regiments, daß Bewerber aus nicht militärischen Kreisen für eine ernsthafte Annäherung kaum in Frage kamen. Molly, Mamas Ebenbild und getreue Schildhalterin, war bisher mit ihrem Schicksal vollkommen zufrieden geblieben — Nelly aber hatte sich allmählich in einen Zustand ständiger, latenter Empörung wider ihr Los hineingelebt. | Den unverbrauchten Energieüberschuß ihrer stählernen Leiblichkeit tobte sie in halsbrecherischen Ritten, stundenlangen Radpartien, endlosen Tennistournieren aus — ihre lebenshungrige Seele aber lag völlig brach. Dies Gefühl der Jnhaltslehre ihres Dafeins preßte ihr oft in der Einsamkeit draußen — in schlummerlosen Nächten daheim — heiße, ächzende Tränengüsse ab. Sie war verstummt. Den Kopf in den Nacken zurückgeworfen, spornte sie ihren Gaul, hielt ihn aber fest an der Kandare, daß er schäumend und kopfschleudernd nach rechts und links absprang, ohne vom Fleck zu können. Trüben Blicks verfolgte der Major das Tun seines Lieblings. — Ja, ja — so lagen sie alle drei an der Kandare — her Gaul, das Mädel und er selber auch. Das war nun achtundzwanzig Jahre her, seit der junge, leichtsinnige Leutnant sich durch die Heirat mit der Tochter eines reichgewordenen, baronisierten niederrheinischen Großindustriellen aus dem chronischen Dalles herausge- holfeu hatte, dem auch er verfallen war, wie seine ganze altfeudäle Familie . . . aber für diese Rettung hatten seine achtundzwanzig Ehejahre ihm die Quittung präsentiert . . . Ein reiches Mädel heiraten! — Soll's der Deubel holen — den Drachen bekommt man gratis! Der Major zog die Uhr. Es fiel ihm ein, daß er sich quf Punkt neun Uhr am Wegekreuz mit seinent Adjutanten, dem Leutnant Blowitz, verabredet hatte, um sich dort von seinen Töchtern zu trennen und zur Inspektion der Morgenarbeit seines Bataillons nach dem "Exerzierplatz hinüberzureiten. „Ja, Kinder, nun wird uns doch nichts übrig bleiben, als ein kleines Träbchen zu riskieren, sonst geraten die Erste und die Zweite aneinander, ehe der Kommandeur zur Stelle ist!" Und in der Tat — vom Exerzierplatz herüber klangen vereinzelte Schüsse, die bald lebhafter wurden: die beiden Kompagnien, welche heute Gefechtsübuug miteinander vereinbart hatten, mußten also bereits Fühlung gewonnen haben. Schweigend trabte der Major inmitten seiner Töchter die Chaussee entlang. Die Sonne hatte sich inzwischen durchgekämpft... das Bild der Landschaft entrollte sich in leuchtender Lieblichkeit . . . zur Rechten die dunkeln Waldberge . . . zur Linken die abgeernteteu fahlgelben Ackerbreiten, die sich zum Tal heruiedersenkten, wo längs des blinkenden Fluß?- streifs die Türme und qualmenden Schornsteine der Gar- nisoustadt aus fahlem' Dunste stiegen, der noch drunten lagerte . . . Geradeaus vor den Reitern zog sich die Chaussee in schnurgerader Linie einen Hügel hinan, hinter dem das Wegekreuz lag und weiterhin der Exerzierplatz sich dehnte. . . Jetzt schollen aus der Feme rasche Hufschläge. „Aha — hört ihr?" sagte der Major, „das muß Blowitz sein! Gewiß kommt er mir entgegen, um mich zur Eile anzuspornen, weil's dahinten schon losgeht!" In diesem Augenblick tauchte ganz, ganz hinten, wo die Chausseebäume sich zu einem dunkeln Strich längs des gelben Wegstreifens zusammenschlossen, ein Reiter auf . . . nein . . ein Reiter schien's nicht zu sein . . . ein herrenloses Pferd, daß in rasender Karriere den sanft sich senkenden Hang heruntertobte. Aber nein . . . der Sattel war ja nicht leer . . . es sah aus, als baumele ein dunkler Sack auf dem PferderückeU hin und her . . . , . Nun auf einmal enthüllte sich das ganze Schrecknis . ... der Ganl mußte durchgegaugen sein und der Reiter die Herrschaft völlig verloren haben . . . Wahrhaftig! . . . Ein Offizier! . . . Der Säbel schlenkerte hoch in der Luft ... nun flog in weitem Bogen der Helm von: Kopfe des Reiters in den Chausseegraben, und verzweifelt umklammerte der Reiter den Hals des Pferdes . . . immer näher heran raste die tolle Jagd . . . Ein Schrei war aus den Kehlen beider Mädchen erklungen, ein dumpfer Fluch kam aus den Zähnen des Majors, als den dreien der Vorgang klar geworden war. Während aber der Vater und die jüngste Tochter wie gelähmt auf das unbegreifliche Schauspiel starrten, warf Nelly plötzlich ihren Gaul herum uud raste in der entgegengesetzten Richtung von dannen. Der Major gaffte einen Augenblick verständnislos hinter seiner Aeltesten drein . . . Dann hatte er begriffen. Nelly, die leidenschaftliche Reiterinj hatte den einzig richtigen Weg eingeschlagen . . . Schon warf auch er den Ganl herum und galoppierte hinterdrein. . . In diesem Augenblick fegte schon der durchgegangene Gaul an ihm vorbei, und der Major erkannte in dem Reiter den Landwehronkel, mit dem er sich gestern abend so fabelhaft gebildet unterhalten . . . Mit wütendem Sporenhieb stachelte der Major sein Pferd, aber der Vorsprung, den der Durchgänger erlangt, schien nicht mehr einzuholen. . . Nun hatte der Flüchtling Nellys Pferd erreicht, und beide Tiere rasten in gleichem Tempo die Chaussee entlang . . . immer mehr näherte sich das Mädchen dem Durchbrenner . . . nun neigte sie sich im Reiten nach rechts hinüber und suchte die flatternden Zügel des rasenden Tieres zu fassen. „Nelly — Nelly!" schrie der Major. Das konnte ja nun und nintmer gut gehen! ... Doch jetzt hatte das Mädchen die Zügel gepackt. .< Im vollen Dahinstürmen riß sie drei-, viermal mit ganzer Kraft den Kopf des Gaules zu sich herüber. . .< Das Tempo verlangsamte sich. . . abermals riß das Mädchen den Kopf des Durchbrenners herum . . . noch schossen beide Gäule dicht Seite an Seite vorwärts . . , aber der Ansturm erlahmte... Nun stieg der Fuchs ein paarmal in die Höhe, machte noch einen vergeblichen Versuch, auszubrechen, stfeg abermals . . . und stand plötzlich wie angemauert, flanken- zitternd, schnaubend, über und über mit flockigem Schaum und Schweiß bedeckt... Der Reiter hatte bei diesem letzten plötzlichen Hält den Zusammenhang mit feinem Gaul vollends verloren und war in den Graben gekNgelt. Als der Major hierankam, hätte sein Mädchen den Flüchtling bereits vollständig in ihrer Gewalt und beruhigte ihn mit Klopfen und Zuspruchs. . ., ‘ „So ein Satan ton Mädel!" keuchte Sässenbäch, „häst du denn Nichts mitbekommen?" Er mochte wohl fragen! — -Als der Major die Biiiget des Ausreißers ergriffen hatte, ließ Nelly! den zechten Arm schlaff heruntersinken '—i ihr war's, als seien alle seine Sehnen wacklig geworden und baumelten schlapp herunter, wie die ausgezerrtett 483 Kugelgelenke einer Gliederpuppe . . . mit leisem Stöhnen zog sie die Luft durchs die Zähn-es. . .; „Tut's weh?" fragte der Vater nochmals' besorgt. „Haarsträubend!" gestand Nelly, „aber dir siehst: aus dem Leim ist er noch nicht . . . sehen wir also zunächst mal nach dem da im Graben! . . ." (Fortsetzung folgt.) Die Bayreuther Zestsprele |9|2. Bayreuth, Anfang August. Zum letzten Male hat Heuer Bayreuth unter beml Schild der Schutzfrist gespielt, die den Werken seines Meisters durch die Bestimmungen des deutschen Gesetzes gezogen ist. Was wird nun aus Bayreuths? Kein Gesetz schirmt mehr sein Werk. Und doch' schützt dieses Werk — das darf man als sicher annehmen — sich selbst. Durch seine Arbeit, die Eigenart seiner Arbeit und die Idealität, die Über den Schöpfungen Bayreuths schwebt. Mit solchem Eindruck ging man auch in diesem Jahre aus dem ersten Zyklus der Bayreuther Festspiele. In aller schwülen Juli-Hitze hat das internationale Publikum, das zu den Festspielen aus aller Welt herbeigeströmt war, mit einer Andacht und Begeisterung ausgehalten, wie sie eben nur in Bayreuth möglich ist. Wo in aller Welt fiele es sonst den Leuten ein, sich in den heißesten Tagen des Sommers in ein Theater zu setzen und von 4 Uhr nachmittags bis 11 Uhr nachts Wagner-Vorstellungen anzuhören? Wo aber auch würden sich die Künstler dazu verstehen, vor den Festspielen geschlagene zwei Monate sich nach Bayreuth zu setzen und statt in den Bergen oder au der See im Urlaub zu schwelgen, hochnotpeinliche Proben von Sachen über sich ergehen zu lassen, die sie im heimischen Theaterbetrieb hundertmal schoit^gespielt oder gesungen haben? Die Wagner-Aufführungen in Bayreuth haben die Schöpfungen des Meisters auch diesmal wieder mit einer Vollendung auf die Szene gestellt, wie man sie sonst nirgends' auf der Welt treffen wird. ' * Daß der eine oder der andere Erdenrest an einer Ausführung klebte, ist selbstverständlich. Auch Bayreuth muß mit den gegebenen Verhältnissen rechnen. Wie jede andere Bühne empfand es auch Heuer schmerzlich den Mangel an wirklich großen, ersten Wagner-Sängern. Die wenigen Solisten, die ernsthaft für erste Rollen in Betracht kamen, kann man ja an den Fingern her- zählen. Bayreuth hat Heuer unter ihnen immerhin im ganzen eine gute Auswahl getroffen. Allen voran stand im Ring der Siegfried Alfred von Marys. Dieser große, herrliche Künstler brachte die Rolle pes' Wälsungen-Sprossen in einer schlechthin vollendeten Art zur Darstellung. Er vereinigte in seinem Jung-Siegfried eine ausgesprochene Kindlichkeit, Natürlichkeit und Urwüchsigkeit mit einer tiefergreifenden dramatischen Gestaltung im Siegfried der Götter- dämnrerung. Diese Kombination ist bei ihm vielleicht ganz einzigartig. Und gerade darrun wirkt das Verhängnis, das über seinem lichten, stimm-sonnigen Siegfried heraufzieht, doppelt tragisch. Dieses Verhängnis: der Fluch, beit Alberich über den Ring gesprochen hat, schien in der Gestalt des Bayreuther Hagen geradezu lebendig geworden zu sein. Carl Braun von der Wiener Hofoper, der nunmehr nach Berlin verpflichtet ist, gab den finsteren Sohn des Alben mit einer so packenden Unheimlichkeit, wie man sie selbst in Bayreuth noch nicht erlebt hat. Schon die Maske war ein Meisterstück für sich. Aber auch jede Bewegung, jeder Blick war Vollendung. Mustergültig sang er auch int Rheingold den verliebten Riesen Fasolt. Ihm am nächsten kam Frau S chuma nu-H ein ck mit ihrer Erda und Waltraute. Ter Günther Weils (Stuttgart) war von einer schmerzvollen Hoheit erfüllt. Mer er war — wohl den Anordnungen der Bayreuther Regie entsprechend — etwas allzu weich int Ausdruck gehalten. Das Gleiche gilt von S o o m e r s (Dresden) gewaltigem Wotan und Wanderer. Stimmlich wird Soomer in dieser Rolle, zumal als Wanderer, wenig Rivalen haben. Seine Töne ziehen mit einer natürlichen Wärme, die niemals durch Forcieren erzwungen ist, über das Orchester. In vielen Augenblicken gestaltet er auch wahrhaft groß und unmittelbar ergreifend. Namentlich die große Erzählung im' zweiten Aufzug der Walküre und den Abschied von Brunhilde brachte Soomer ganz wundervoll zu Gehör. Aber er scheint bisweilen unter dem Baun mancher Bayreuther Regie-Anordnungen zu stehen, die vielleicht seiner persönlichen künstlerischen Ueberzeugung nicht 'entsprechen. Daher erscheint bei ihm manches etwas gezwungen und mechanisch, und es will in entscheidenden Momenten zu keiner eigentlichen Größe des Ausdrucks kommen. Breuers Mime ist ein Kabinettstück, das man in diesem Jahre zum 25. Mal in der Bayreuther Spielzeit begrüßte. Mit Recht war diesem Mime nach der Aufführung über seinem Stammtisch in einer bekannten Bayreuther Künstlerkneipe ein Transparent mit dem Siegfried-Zitat errichtet: „Hei Mime, wie glückt Dir das!" Habich sang einen dämonischen Alberich. Leider ist seine Stimme etwas zu hell und zu wenig wuchtig für diese Rolle. Guths Falner rst eine wohldürchdachte, auch stimmlich hervorragende Leistung. Schäfendorf-Bellwidts Donner ist dagegen den Bayreuther Anforderungen aus rein stimmlichen Gründen nicht gewachsen. Er verspuckt sich im Konsoitanteukanipf Fran Renß-Belce ivar eine hoheitsvolle, sich im strengsten Bayreuther Stil bewegende Fricka. Eine altbewährte Sängerin Bayreuths ist auch Frau Ellen Gulbranson. Ihre Brünhilde ist seiner Zeit noch auf das Genaueste von Fran Cosima Wagner einstudiert worden. Man empfindet heute noch den monumentalen, auf große Bewegung und Gebärde eingestellten Stil dieser Künstlerin und freut sich über stimmliche Frische und Ausdauer. Urlus (Leipzig) war ein ausgezeichneter Siegmund, Frau Stev ens-Sa l tzm a n n eine liebliche Sieglinde: ihr Bestes waren ihre hohen Töne, während sie in der Mittellage teilweise versagte. Paul Knüpfer war ein gewaltiger Hunding. Im Rhein schwanden und sangen als Rheintöchter munter Fräulein Gertrude Foerste! (Wien), Frau Sofie Bischoff-David und Frau Ottilie Metzger-Lattermann. Leider war Gertrude Foerstel im Siegfried als Waldvogel erheblich indisponiert. Heinrich H e n- f e l (Wiesbaden) war ein guter Loge. Eine Spezialität in dieser Rolle — wie seiner Zeit mit dem verstorbenen Otto Briesemeister — konnte Bayreuth freilich in diesem Jahre anscheineitd nicht auf die Bühne. stellen. Frau Hafgreen-Waag war eine liebliche Freia mit blühenden Tönen und einem etwas buntblumigen Kostüm, Kirchhoff ein frisch drauflossingender Gott Froh. * Weniger prägnant als im Ring gestalteten sich die solistischen Figuren in den Aufführungen der Meistersinger und des Parsifal. Hier, wo mehr Bedeutung auf die Wirkungen in Volks- und Chorszeneu gelegt war, trat das solistische Moment naturgemäß Mehr in den Hintergrund. Immerhin war auch hier der starke Einfluß der Bayreuther Schule unverkennbar. Am deutlichsten und man darf wohl sagen am glänzendsten, zeigte sich diese Schule bei dem Sänger des Beckmesser, den Bayreuth im wahrsten Sinne des Wortes erst entdeckt hat. Kam da vor einigen Jahren auf der Fahrt nach Süddeutschland eilt junger Chorsänger der Weimarer Oper nach Bayreuth, um dort Probe zu singen. Als man ihm mit einigem Mißtrauen und der in Bayreuth üblichen Reserve begegnete, meinte er ganz naiv: „Ihr müßt mich nehmen. Denn wißt Ihr: ich bin der beste Beckmesser!" Natürlich lachte alles. Aber der junge Chorsänger hatte wenigstens erreicht, daß man ihn anhörte. Und in der Tat: die Qualifikationen des Herrn Schultz — so hieß der junge Künstler — schienen für die Rolle des Beckmesser ungewöhnlich. Schon das Gesicht war eine Beckmesser-Maske. Dann aber lag auch in den Gebärden, vielleicht noch aus der früheren, vor der Theater-Karriere liegenden Zeit, wo Herr Schultz selbst ehrsamer Handwerker, ein Kupferstecher, gewesen war, so viel trocken Pedantisches, man möchte sagen: Zunstmäßiges. Die Bayreuther Schule nahm sich nunmehr des jungen Säugers energisch an und arbeitete mit ihut einen Beckmesser heraus, der in der Tat auf der deutschen Bühne seinesgleichen sucht. Schultz gab keine Karrikutar, sondern einen ernsten, aber feingiftigen, mali- tiösen Meistersinger, dem Neid, Kleinlichkeit und eifersüchtige Verliebtheit auf die Stirn geschrieben sind. Musikalisch und darstellerisch war die schwierige Rolle bis auf das Tüpfelchen ausgearbeitet, und in der Stimme saß jeder Ton. Gegenüber dieser überragenden Figur unter den Meistersingern hatten alle anderen einen schweren Stand. Weil (Stuttgart) sang den Hans Sachs mit edler, vornehm warmer Stimme. Er gab den Schusterpoeten mit Humor, Poesie und echtem deutschen Sinn. Aber besondere Eindrücke konnte er trotz der fleißigsten Durcharbeitung der Rolle nicht geben. Schärfer gezeichnet war schon der Veit Pogner Paul Knüpfers (Berlin) und der Kothuer G e i ß e - W i u k e l s (Wiesbaden). Beide imponierten auch durch ihr prächtiges, sonores Stimmaterial. Lilli Hafgreen-Waag war ein Evchen, das schon durch den Charme der Erscheinung und der Stimme gewann. Schade, gerade im Quintett, in dem man von dem Ansteigen ihres saftigen, vollen Soprans viel erwartet hatte, sank sie merklich im Ton. Bedauerlicherweise sekundierte ihr in diesem Punkte auch die Jungfer Magdalena, welche von Frau Stau di gl gesungen wurde. Und Walter Stolzing — Herr Kirchhoff, der sonst einen ganz prachtvollen Junker aus Frankenland sang — kam offenbar durch solches Mißgeschick um die Ruhe seines schwierigen Einsatzes, den er infolge der eigentümlichen Bayreuther Aufstellung zum Quintett — Sachs und Stolzing stehen mit dem Rücken gegen das Publikum und wenden sich dem' Evchen zu — anstatt vom Dirigenten eigentlich von David zu erhalten gehabt hätte. Davidcheu, „der liebe Gesell", Herr Ziegler aus Wien, schien noch der sattelfesteste. Er hielt, soweit ihm eine Einwirkung verstattet war, tapfer die Stimmung des Quintetts untz steuerte an einigen bedenklichen Momenten kühn vorbei. Im P a r s i f a l ragte unter den Solisten einzig Fran B a h r — Mildenburgs Knndry hervor. Eine geniale Figur, die sich in dem hypnotisierenden Augenspiel und dem dramatisch hinreißenden Sang der Mildenburg wundersam spiegelte. Ban Dyks Parsifal enttäuschte stimmlich ziemlich bedeutend. Darstellerisch war er der alte Große. Gut war auch der Gumemanz 484 heg Wiener May r. Dagegen entbehrte her Amfortas des Herrn Engel schmerzlich der Bedeutung. * Vor Zufälligkeiten sind eben auch in Bayreuth die Solisten nicht gefeit. Anders ist es mit den Chören und der Regie. Tie Chöre hat Hugo Rüdel (Berlin) so zusammengestellt, daß sie alle Stellen — auch die ganze Fuge in der Prügelszene — ä capella auswendig singen können! Es ist eine Freude, solche Chöre zu hören. Jedes Motiv saß und der ganze chorale Bau der Meistersinger-Partitur ward einem bei einer so vollendeten Ausführung gewissermaßen zum erstenmal lebendig. Zufälligkeiten sind da bei einem solchen Studium ziemlich ausgeschlossen. Gerade die Leistungen der Chöre, die Bayreuth dem eisernen Fleiß Hugo Rüdels verdankt, lassen das Werk Bayreuths als jeder Konkurrenz entrückt erscheinen. Denn solche Klänge kann es nicht an einem Theater geben, das mit Repertoirbetrieb belastet ist. Man fühlt die zwei Monate Probe, die von den Chören auf die wenigen Stellen verwendet worden sind. Ein Aehnliches gilt von der Regier die Siegfried Wagner selbst und mit ausgesprochenem ganz großen Talent in die Hand genommen hat. Jeder Takt ist von ihm durcher- wogcn und mit dem Blick des erfahrenen Wagner-Regisseurs durchdacht worden. So lebt bei ihm jede Szene. In den Meistersingern und im Parsifal hat sich dabei Siegfried mit anerkennens- wertem Mut von allen antiquierten Pietäts-Erwägungen losgerissen und mit mode r n e m Geist und mit modernen Mitteln gestaltet. Seine Entfaltung der großen Szenen auf der Fest- tviese.war ein gleiches Meisterstück wie die Art, in der er auch geruhsame und beschauliche Bilder wie z. B. die Stimmung vor Pogners Hans oder die Schusterstuben-Szene einführte und weiter entwickelte. Im Ring stand Siegfried Wagner vielleicht was Szenerie anbetrisft noch etwas unter dem Einfluß jener alten, vielgetreuen Bayreuther Paladine, die die Umstoßung einer alten szenischen Anordnung aus dem Grunde unlieb empfinden, weil Richard Wagner mit der damaligen, unvollkommenen szenischen Lösung einverstanden war. Das ist natürlich kein Grund. Denn Wagner war der erste, der selber sagte: „Kinder, bringt Neues!" Nein, über die teilweise, von modernen Tendenzen getragenen Inszenierungen seines Sohnes Siegfried würde sich Richard Wagner vermutlich mit von Herzen freuen. „Siegfried, erfreu' dich des Siegs!" Ob er aber auch mit dem Dirigieren seines Sohnes int Bayreuther Festspielhaus so rückhaltlos einverstanden iväre, das ist eine andere Frage. Denn Siegfried hat diesen Ring zwar sehr lebendig, flüssig und elegant, aber doch vielfach ohne Größe und Plastik an entscheidenden Stellen geleitet. Dafür waren Dr. Richter, der ehrwürdige, beneidenswert frische Dirigent der Meistersinger, und Dr. Muck, der scharfsinnige, klar- gestaltende Leiter des Parsifal, auch diesmal berufene Führer des Bayreuther Orchesters, das im ganzen mit einer Klangschönheit und Farbenpracht spielte, wie man sie sonst wohl bei keinem anderen Orchester der Welt antrifft. Das Publikum, das an allen Abenden das Haus bis auf den letzten Platz füllte, klatschte begeisterten Beifall und ruhte nicht eher, als bis sich Siegfried Wagner am Schlüsse der Götterdämmerung auf der Bühne zeigte. Ar. Vermischtes. * Die Suisragettes und die Mode. Die Snffragettes wollen fortan ihren Kainpseiier nicht inehr allein auf Minister, Fensterscheiben und Wahlrecht beschränkeil, auch die Mode, und zwar nicht nur die Mode der Frau, soll künftig ihrem Urteil unterliegen. _ Diese verheißungsvolle Programmerweiterung der Frauenrechtlerinnen geht von Amerika aus. Mrs. Arthur Townsend, die „bestgekleidete Suffragette New Ports", ruft mit einer der guten Sache angemessenen Begeisterung alle Frauenrechtlerinnen Amerikas zum Kampfe für die Mode auf. Es handelt sich diesmal freilich nur um einen Verteidigungskampf; die für den kommenden Winter prophezeite neue Pariser Mode, die in der weiblichen Gestalt dem Leib einen Ehrenplatz gönnen will, scheint den Suffragettes Amerikas nicht zu gefallen, und ihre Kmnpiesireude gilt der Verteidigung der alten Mode. „Die moderne Suffragette", so verkündet Frau Townsend, „erkennt die griechischen Göttinnen nicht an; sie ist mit dein gegenwärtigen gefälligen und hübschen Stil der Mode vollauf zufrieden. Hier jedenfalls, in Amerika, ivo die Frauenbewegung unsere Schwestern zur Unabhängigkeit und Selbständigkeit des Denkens auch in Kleidungssrage» erzogen hat, werden diese Gestalten keinen Anklang finden. Wir sind der Gestalt der Venus' so nahe, als mir ihr nur kommen können, aber ich glaube nicht, daß die Frauen Anierikas zu einer Venus ohne Korsett zurückkehren möchten. Alle dicken Frauen werden sich gegen eine Mode aus- lehnen, die ihneir eine gerade Taille rauben will. Vom Standpunkt anmutiger Schönheit und praktischer Vernunft kann gegen die jetzige Art des Schnürens nichts eingewendet iverden. Die Figur der modernen Frau hat die große Taillenlinie der Venus und der Schnitt ihrer Kleider verachtet die Wespentaille. In der Tat, die I Rückseite der Frauen- und der Herrenkleiduug zeigt heute faum einen Unterschied." Man sollte nun glauben, daß di« von Mrs. Townsend gerühmte Uebereinstinunung der Herrentracht mit der Damenkleidung ein Lob für die Männertracht in sich schließe, aber der Geist der Suffragette entwindet sich überlegen jenen niedrigen Fesseln der Logik. Nachdem sie noch erklärt hat, daß die Künstler des alten Hellas beim Anblick moderner Frauentrachten entzückt sein ivürden, unternimmt sie eine Attacke auf die Herren der Schöpfung, die auch in Fragen der Mode die Iran verlemnden imb unterdrücken. Tie Männer haben es nach dieser Ansicht viel nötiger, ihre Tracht zu reformieren, als die Frauen. „Die Kleiduiig, die sie bei heißem Wetter tragen, ist ein Schlag in das Gesicht des gesunden Menschenverstandes. Und dann die gestärkten Kragen, die gestärkten Hemden: nein, die Männer sind die wahren „Sklaven der Mode" und nicht die Frauen, die sich, wenigstens soweit sie Suffragettes sind, nach den Gesetzen ihres Geschmackes und der Bequemlichkeit kleiden und nicht Nachbeter einer uniformierenden Tradition iverden." * Ein melancholischer Gedanke. „Mein Gott, machst du ein trostloses Gesicht. Woran denkst du?" — „Ich stellte mir einen Aekunbärbahnzug vor,, der auf ein totes Geleise geraten ist." ______________ Die Zimmerpflanzen und ihre Pflege. Woche vom 6. bis 12. August. Die Zeit der Vermehrung durch Stecklinge nähert sich ihrmt Ende. Man wird von den gewöhnlichen Zimmerblumen in hinreichender Menge gemacht haben; jetzt fügt man ihnen vielleicht noch einige von den ausdauernden, schönen Tropciolum- Arten (Kapuziner-Kresse) hinzu; diese überwintert man bei 2—8 Grad Celsius hell und nicht zu feucht und topft sie im zeitigen Frühjahr um; sie blühen bann im nächsten Sommer. — Von den Zwiebelchen der im Herbst, Winter und Vorfrühling blühenden Oxalis-Arten (Sauerklee), z. B. bifida für Ampeln, steckt man je 3—4 in 12-Zentimetertöpfe, etwa 3 Zentimeter tief. Erdmischung: sandige Lehmerde und etwas Lauberde. Man Mit die Töpfe draußen, mäßig feucht, hell und geschützt. — Das Horn Veilchen (Viola cornuta) läßt sich (gleich den Lobelien) durch Auseinanderreißen außerordentlich reichlich vermehren. Sßenn, Platz für die Ueberwinterung vorhanden, so sorge man auf diese Weife für einen schönen und langanhaltenden Früh- lingsflor in den Äalkonkästen. Die besten Sorten desselben sind: „Gustav Wermich" und „Alpha", beide blau; außerdem das cremefarbige „Sylvia". Mitte August beginnt die beliebte Blnmen-Zwiebel- Treiberei im Zimmer. Für die ersten Pflanzungen verwende man keine späten Sorten, für die letzten keine frühen! Auch verwende man saubere, aber nicht neue Töpfe! Als Erdmischung; lehmige Mistbeet- oder Kompost-Erde mit reinem Maurersand, Die Zwiebeln werden bis an den Hals, nicht tiefer, eingepflanzch Tieferes Einpflanzen vertragen und erfordern nur die Narzissen und Lilien. Für frühes, ebenso wie für späteres Einpflanzeit und Treiben sind geeignet: Hyazinthen, Tulpen (Duc van Toll am frühesten), Narzissen, Tazetten und Jon- quillen. Für sMtere Treiberei: Maiblumen, Crocus,- Scilla und Schneeglöckchen, auch Lilien. Außer den Maiblumen verlangen alle Treibzwiebeln nach dem Einpflanzen kühlen Stand (Keller usw.) und zwar so lange, bis die Töpfe! (oder Gläser) durchgewurzelt sind oder bet Trieb sich zeigt (8 bis 10 Wochen). Maiblumen setzt man schon früher höherer Wärme aus (bis 25 Grab C.). Heller Standort ist bei allen erst bann nötig, wenn der Trieb sich zeigt. Hyazinthen pflanzt man einzeln ober zu zweien in 12—15-Zentimeter-Töpfe ober stellt sie auf Gläser, das Wasser (Regenwasser) darf nicht ganz bis an beit Boben der Zwiebel reichen; sie sollten auch während des Treibens nicht über 15 Grab C. haben; über ben erscheinenden Trieb! wirb eine Tüte oder Topf gestülpt, bis er mehrere Zentimeter lang ist. Die übrigen Zwiebeln pflanzt man zu mehreren (3—6) ein, Narzissen in vielleicht etwas größere Töpfe. .— Eine schöne Lauch-Art, die man wie Crocus treiben kann, ist AlliuM Urfinunt. Die im Keller in größerer Anzahl aufgestellten Töpfe überdeckt man bis zum Trieb praktisch mit einer Erb- oder Sandschicht, damit die Zwiebeln sich nicht aus ben Töpfen hochheben. _____________ Geographisches verschiebrätsel. Böhmen — Harz — Paris — Sudeten — Bern — Nizza. Vorstehende Namen sollen derart untereinander geschoben werden, daß eine Buchstabenreihe, von oben nach unten gelesen, den Namen eines viel besuchten Aussichtspunktes in der Sächsischen Schweiz ergibt. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer: Barbe — Bembold — Anna — Uran — Salomo — Elm Eeoni; Brauselimonade. Redaktion ; I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießet