3 S W ■jifitrtU, Glückslasten. [ Usnurn von Hanns von ZobelttK. LNaMruck verboten^ (Fortsetzung.) Ms Signe eine Viertelstunde später, die Kinder an der Hand, auch in das Wohnzimmer kam, saß Elly zwischen Water und Friedel und schien sich ganz heimisch zu fühlen. Der kleine hübsche Mund plapperte wie ein Mühlrad. „Eigentlich ist nur der Mund hübsch und das braune Haar," dachte Signe. „Die Kinder haben mehr von der schönen Mutter, als die Aelteste. Die ist zu sehr nach der Baterseite geschlagen: kurz, stämmig und resolut. Wer vielleicht auch darin wie der Vater: von der Art, die immer und überall sicher durchs Leben geht." Sie mochte ein Jahr älter fein als Dodo, war aber ungleich fertiger. Saß mit übereinandergeschlagenen Füßen, die sie sehr ungeniert zeigte, trotzdem sie nicht etwa übermäßig klein waren, sah Vater und Friedel sehr unbefangen in die Augen und stand wacker Rede und Antwort. „Mir etwas zu sehr Berliner Kind —" empfand Signe. Die 'Unterhaltung ging — holterdiepolter — vom Hundertsten ins Tausendste: das Wohltätigkeitsfest, Theater, Literatur, Eisbahn, Universität. Zum Verwundern war's nur, wie Dodo mitchielt. Beide Mädels hatten ganz rote Bäckchen. Und während Mutter und Signe sich mit den Kleinen zu tun machten, klang immer wieder fröhliches Lachen vom Kamin herüber. Dann sprang Elly plötzlich auf: „Nun müssen wir aber heim. Sonst beunruhigt sich mein alter Herr." „Erst müssen Sie in mein Reich. Mein Stübchen sehen. Und wir müssen doch auch noch über das Kolleg reden," erklärte Dodo. „Kommst du mit hinauf, Signe'? Nimm die süßen Würmer mit. Ich hab oben noch etwas Besonderes für sie." Das war eine große Puppe, die Dodo ganz im geheimen über die Backstschzeit hinaus konserviert hacke. Vielleicht hatten die kleinen Neumanns zu .Hause ungleich reichere und schönere als dies Körliner Erzeugnis. Aber das Fremde übte auch auf sie magische Gewalt. Sie waren begeistert, jubelten, kauerten sich mit der starkknochigen Düenna, der eine Hand und die Nasenspitze fehlten, auf den Teppich und vergaßen alles um sich her. Auch Signe. Die beiden Mädchen steckten über einem Heft die Köpfe zusammen, debattierten, holten noch ein Buch zu Rate, und dann hatte mit einem Male Dodo den Arm um der andern Schulter gelegt, und die Wangen ruhten dicht aneinander, Mädchenfreundschaft. Schnoll geschlossen, vielleicht ebenso schnell verweht. Vielleicht doch fürs Leben ausdauernd — «lgne stand allein. Sie lächelte über die fröhlichen Kind» -, >>te sich auf dem Teppich herumkullerten; sie lächelte un-. .... beiden dort am Schreibtisch, die in diesem Augen- bliu .vieoer ganz holde Siebzehn waren. Wer etwas Wehes war doch bei diesem Lächeln: „Eigentlich bist du selber nie ein frohes Kind gewesen; eigentlich hast du nie eine Freundin gehabt..." , Am Abend, als Signe schon im Bett lag, kam Dodo nom einmal hineingchufchh, setzte sich auf den Bettrand uns) machte ernste Augen. „Ich wollte dir da unten nichts sagen, geliebte Große. Wegen... na du weißt schon. Du — gib mir die Hand . . so. . . nämlich, fetzt muß es doch heraus: ich bin sehr glücklich, daß alles so gekommen ist. Manchmal hatte ich schon Sorge. Aber du bist doch die Klügste. Recht hast du gehabt! Recht! Recht! Und zum dritten Male recht! So . . . und nun will ich dich nicht quälen, 'n Kuß noch. Gute Nacht. Schlaf recht sckön —" So war's immer. Wenn sie feierlich Gute Nacht gesagt hatte und schon aufgestanden war, setzte sie sich noch einmal, baumelte mit den Füßchen eine Weile und sing wieder an. , , lieb, die Elly, nicht wahr? Das erste hebe Madel, das ich in diesem ganzen dummen Berlin kennen gelernt habe. Und riesig klug. Klug, sag ich dir, zum Genieren klug. „Eine- gescheite Range!" sagte Friedel nachher unten. „Dies Fräulein Neumann." Weißt du, und dabei zog er den Namen so, als ob der vom Keller bis in ein drittes! Stockwerk reichte. Das diplomatische Schaf! Ich hab ihm die Range aber aufs Butterbrot gestrichen. „Im kleinen Finger," hab ich gesagt, „ist meine Freundin mehr, als die Braunstein aus der Bolsbude, der du so toll die Kur geschnitten haft. Diese Er—rna mit der Wespentaille — fa — aus der Tiergartenstraße, wo die Millionenerbiuneni als Lockenten für gute Namen sitzen." Na, du hättest Friedet sehen sollen. Ein Puter wäre ein Waisenknabe gegen ihn gewesen. Und dabei immer die di—diplomatische Mäßigung, zu der er sich zwingt. Zum Wälzen! Aber nun wirklich gute Nacht. Gute Nacht, du mein herziges Kind —" Dann, auf der Schwelle, noch eine Kußhand: „Recht hast du gehabt! Dreimal recht! — Und morgen will ich mal zu den Neuleuten nach der Brüderstraße — Guts Nacht!" „Gute Nackh Dodo — Ja — gute Nacht! Wer dein Schlafe gebieten konnte H Signe lag und lag und konnte keine Ruhe finden. Sie war ruhig gewesen, als Hoburg ging, froh, glücklich fast über ihren Entschluß. Er gereute sie auch jetzt nicht, er beschäftigte sie nur. Er gereute sie nicht, aber sie grübelte doch über dein, was sie durch ihn aufgegeben hatte. Trotz allen Abwehrens tauchte immer wieder das eine Wort vor ihr auf: „Prinzessin". Lachen hätte sie, über die eigene Torheit mögen und konnte es doch nicht. Spotten hätte sie- mögen; „Was ist denn das, solch klein« 78 — Ein winteraurflug. Eine wahrhastige Wintersportgeschichte von Lothar B r e n k e n d o r s. Während sie in einem ivohlgeheizten Mteil zweiter Nasse vom Starnberger Bahnhos zu München aus den bayerischen Borbergen znsuhren, beide im schönsten Sportdreß und mit der zusammenlegbaren Rodel über sich im Gepäcknetz, brachte Erwin Lewald das Gespräch wieder einmal aus sein Lreblnigsthema, nämlich ans das Heiraten. "Senn das war ein Gegenstand, der ihm säst noch mehr am Herzen lag als die Frage, wann endlich die Kritik anfangen würde, ihn unter die berühmten zeitgerrosnschen Maler z-n rechnen. Er war erst vor etlichen Wochen von Berlin nach München übergesiedelt, weil es nach seiner Meinung entschieden leichter sein musste, sich in diesem Maler-Eldorado zur Geltung zu bringen, als in dem grossen Berlin, wo die Leut« neben beut Interesse für die bildende Kimst leider noch so entsetzlich viele andere Interessen haben. Gleich ain ersten Lage hatte er seinen alten Freund Peter Reimers ausgesucht, von Mn er wußte, daß er schon seit einem halben Jahre als junger Medikus an den Ufern der Isar lebte, und sie waren seither trotz mancher! Gegensätze in ihren Charakteren und Anschaulingen beinahe unzertrennlich gewesen. , „ „ . „ Es war viel uneigennützige Aufopferung von fetten des Hern, Erwin Lewald in diesem frenndschastlicl>en Verkehr — wenigstens! nach seiner eigenen Ansicht. Denn angesichts' der geradezu ver- blüssenden Welttmkenntnis und Hilslosigkeit seines ärztliüwn Freundes sühlte er sozusagen die moralische Verpflichttrng, ihm einiges von dem Ueberslnh zuzuwenden, den er selbst an durchdring ende« Kenntnis der Welt und der Menschen besaß. !Tie Vorträge, Die Dann drehte sie schnell alle Flammen aus, huschte ins Bett, und mit einem Male kamen der Schlaf über sie und der Traumgott. Und sie träumte sich Helena. Am Morgen aber fühlte Signe sich übernächtigt. Sie schämte sich des Spuks, den sie mit sich selber getrieben hatte. Es fehlte nicht viel, so hätte sie Dodo beneidet, die frisch und fröhlich nut blanken Augen ins Zimmer hereinschaute: „Langschläferin! Auf, sprach der Juchs zum Hasen —" die dann drüben ihr albernes Dtüllerlredchen trällerte: „Wir müllern, müllern, Müllern... bis rot die Wangen schillern. . Und als sie unten auf der Diele Vater begegnete, der seinen Gesundheitsmarsch antreten wollte und ihr in die Augen sah: „Mädel, Signe, du siehst ja aus, als ob du verkatert wärst!" da ging sie trotzig an ihm vorüber inä Frühstückszimmer — und hätte am liebsten Cetueiut. Mutter saß noch am Teetisch und hatte etne vorwurfsvolle verärgerte Miene aufgesteckt, sagte nur kurz „Guten Morgen!" und vertiefte sich gleich wieder in die Familien- Anzcigen der „KreuMitung", las dann das „Lokals im „Tag" und bildete sich an ein paar Theaterberichten^ Signe trank hastig eine Tasse Tee, stand auf und trat ans Fenster, sah in den verschneiten Garten hinaus. Es fröstelte sie. Dann kam sie plötzlich zurück und fragte hastig: „Wollen wir nicht ein paar Wochen verreisen, Mama? Nach Italien, nach Paris, gleichviel wohin!" Der „Tag" sank herab, Mutter blickte sie ganz erstaunt an. „Jetzt — verreisen? Wo wir uns kaum gemütlich eingerichtet haben. Wo die Saison gerade beginnen will! Ich denke nicht daran. Es kann doch nicht dein Ernst sein." „Wenn — wenn ihr nicht reisen wollt, könnte ich nicht allein..." , „ „ Mutter legte die Zeitung beiseite, nach alter Gewohnheit säuberlich zusammengeknifft, nahm die Brille ab, die sie seit einiger Zeit im Hause zum Lesen trug, da ihre Weitsichtigkeit sich immer mehr gesteigert hatte, und legte die auf die Zeitung. Alles das ganz langsam, schrecklich umständlich für nervöse Leute, wie heut Signe war. Manchmal gefiel Frau Ida sich darin, Frau und Mutter aus der guten alten Zeit zu spielen. „Allein —" sagte sie gedehnt. „Das schickt sich nichts mein Kind." Signe lachte gereizt: „Danach hat doch niemand gefragt, als ich zur Fürstin nach Rom reiste." „Ta war doch mich ein Ziel, und wir wußten dich dort in guter Obhut." , „D — gute Obhut! Aber gleichviel: ich konnte ja in eine Pension gehen, irgendwo in Italien —" , „Du hast doch hier dein Elternhaus. Weshalo tn aller Welt —" „Ich — ich halte es hier nicht aus. Jetzt nicht!"- (Fortsetzung folgt.) Prinzessin! Im Auslande gibt's ihrer zu Dutzenden. In , Frankreich, in Italien wimmelt's von Duchessen und Princi- pessas — es lohnt ja gar nicht darüber uachzudenken.' Aber sie dachte doch nach: dachte daran, daß Deutschland nicht Italien ist, ja daß auch die römische Principessa immer noch, und sei sie bettelarm, ein besonderes Relief genießt. Und! wenn sich mit der Fürstenkrone Reichtum und Schönheit paarte, und wenn zu dem allem noch ein Funken Geist und etwas persönlicher Geschmack hinzukamen, gab das nicht eine unvergleichliche gesellschaftliche Stellung! Dennoch: es gereute sie nicht, nein gesagt zu haben. Nur — nur — was blieb ihr nun? Aus die Liebe warten? Darauf, daß ein Mann kommen sollte, der das große heilige Feuer in ihr entzünden könnte! Sie zweifelte selbst. Es war doch Wahrheit, was sie Hoburg gesagt hatte: vielleicht — ich weiß es nicht — vielleicht erwacht mein Herz nie. , Man ging daran nicht zugrunde. Aber man ging der Oede entgegen. So lange man jung ist, umschlcrert das Hundertelei des Lebens die Leere, aber sie bleibt gewiß nicht aus. , Und jetzt schon: stand sie nrcht isoliert? Jinmer loser wurden die Fäden zur Mutter hinüber. Zn den Brüdern hatten sie sich fast schon gelöst. Am schmerzlichsten war es mit Vater. Da war früher ein so inniges warmes Verständnis gewesen, nun hatte sich auch das gelockert. Seit wann eigentlich? Knüpfte sich's vielleicht an die Stunde, in der sie Kalteneggs letzte Werbung znrückgewiesen hatte? Oder war Baler selber ein anderer geworden? Ehedem war er eine in aller Enge so schlichte, in sich abgeschlossene Natur gewesen, im kleinen schwach, bei allen großen Entscheidungen doch wiltenskräftig. Jetzt lief er der Stunde nach, fand Befriedigung in tausend' Nichtigkeiten oder täuschte sich in ihnen Befriedigung vor. Die Zügel waren ihm ganz aus der Hand geglitten — vielleicht — das schlimmste: auch die Zügel über sich selber. Er war nicht mehr der Vater, an den man sich anklammern konnte in der Stunde der Not. Blieb Dodo. Aber Dodo würde sicher bald hinaus- gehen in die Welt. Dodo fand gewiß bald einen sicheren Port. Und die Kunst — Einst hatte sie davon geträumt, eins große Sängerin zu werden, eine Jenny Lind, eine Malibran. Nun wußte sie, der Weg war ihr zu lang. Das Stimmaterial hätte wohl zugereicht, die Lehrerin sagte es jetzt noch. Auch der Ausdruck möchte nicht fehlen. Aber die eiserne Energie fehlt, den weiten Weg zu ebnen. Rundheraus gesagt, Signe, der andauernde Fleiß! Gesteh dir's nur ehrlich Wenn du heut noch arm wärst und hättest doch eine Möglichkeit zu studieren, dann würdest du den Fleiß finden. So aber — jetzt — der Fluch des Reichtums hat auch dich gepackt! Deine Kunst ist artige Spielerei geworden und wird's ewig bleiben. Ein Zeitvertreib für den Salon. Mehr nicht — mehr nicht —> Du hast mit dein eit Pfunden schlecht hausgehalten. —- —— —— — — Stunde auf Stunde lag sie schlaflos, starrte ins Dunkle, grübelte, kämpfte mit Tränen und lachte spöttisch vor 7 Dann trotzte es plötzlich in ihr auf: ich bin doch noch jung, und das Leben ist lang . . . Ich bin doch schön. Mit einem jähen Entschluß drehte sie das elektrische Licht an ihrem Bett auf, richtete sich empor, sann noch einen Augenblick nach, warf die Kissen fort, schlüpfte in die Matinee, ließ die Deckenkrone aufflammen und die Seitenlichter an dem großen Trumeaü. Ihr Haar löste sie, daß die goldrote Flut bis zu den Knien wallte — und dann ging sie mit nackten Füßen über den weichen Teppich bis zum Spiegel. Lange sah sie hinein. Und die Lust an der eigenen Schönheit kam über sie. Sie warf die Haarwelle zurück, schob sie im Nacken zusammen, prüfte das Profil, ließ ihr Gesicht en face im Spiegelbild auf sich wirken, öffnete die seidene Hülle, reckte die hohe schlanke Gestalt, prüfte den schönen Fltrß aller Linien — Ich bin doch schön! Die lachte ihrem eigenen Bilde zu. Ich bin schön, und Schönheit ist Macht. Was sollen die trüben Gedanken, was soll alles Grübeln! Das Glück wird schon kommen. Das Glück ist immer Mit der Schönheit! V» — er ihm bei jeder hassenden Gelegenheit über das Beiräten mtÜ das Karrieremachen hielt — beides gehörte für ihn unauflöslich zusammen — waren um ihres Reichtums an tiefgründiger Lebensweisheit willen nickst mit Gold zu bezahlen gewesen. Und es war in hohem Matze anerkennenswert, daß die wahrhaft mitleidswürdige Verständnislosigkeit des 'Doktors seinen pädagogischen Eifer bisher nicht zu lähmen vermocht hatte. „Wenn man nun mal in der Wahl seiner Eltern so unvorsichtig gewesen ist, wie wir beide," dozierte er auch jetzt, „so hat man heutzutage eben keine andere Chance als eine vorteilhafte Heirat. Und für Leute unseres Schlages ist glücklicherweife die Auswahl so groß, daß man bei einiger Behutsamkeit recht wohl auch das sogenannte Herz zu dem ©einigen gelangen lassen kann. Die Hauptsache ist eben nur, daß man ihm nicht das erste und entscheidende Wort einräumt. Erst wenn der scharfblickende, nüchtern prüfende Verstand sein zustimmendes Votum abgegeben hat, darf die Liebe in ihre Rechte treten. Nur nicht dem ersten beiten Lärvchen ins Garn lausen! — Nur nicht verplempern! Wenn ich beobachte, wie interessiert du jedem netten Käfer uachschaust, gleichviel von welcher Art und Gattung er sein mag, so wird mirs jedesmal todesangst um deine Zukunft." „Na, erlaube mal —," wagte Dr. Reimers schüchtern ein» zuwenden, „ich denke, in bezug auf das Aeugeln bin ich der reine Waisenknabe gegen dich" Der Maler machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ah, bei mir — das ist ganz was anderes! — Bei meiner Kenntnis der Menschen und zumal der Weiber!--Ich sehe es jeder auf den ersten Blick an, wie ich sie zu rubrizieren habe» Und wenn du mich mal Feuer fangen siehst, mein Lieber, so darfst du ganz sicher sein, daß zuvor der Verstand gesprochen pnd mir alle nötigen Garantien verschafft hat." „Garantien — wofür?" „Dafür, daß das Mädel aus guter Familie, von tadelloser Erziehung und im Besitz des erforderlichen Vermögens ist." „'Tu wirst also jedesmal, wenn dir ein hübsches Mädchen begegnet, zunächst ein Auskunftsbuveau in Nahrung setzen?" Lewald lachte mitleidig. „Nee, mein Bester, das hab ich Gottseidank nicht nötig. Fünf Minuten — oder höchstens zehne — und ich weiß alles, was ich brauche. Wozu hätte mau denn seine Maleraugen und seine in Berlin gesammelten Erfahrungen! — Ich sage dir — Donnerwetter, was für ein pompöses Geschöpf!" Der bewundernde Ausruf, mit dem er seine Rede unterbrochen hatte, war durch die Erscheinung einer jungen Dame hervor-, gerufen worden, die draußen auf dem Gange des Wagens aufgetaucht war, um an einem der Fenster stehen zu bleiben. Auch Peter Reimers mutzte sich gestehen, daß er selten etwas Eleganteres gesehen harte, als diese hoch gewachsene gertenschlanke Figur und dies mit wahrhaft raffiniertem Geschmack gearbeitete Wintersport-Kostüm, das sich wie angegossen um den wundervollen Körper legte. Bon dem Gesicht'konnte man von dem Platze der beiden Freunde aus nur das sein geschnittene Profil erkennen, aber es war hübsch, genug, um den Beschauer ohne weiteres zu vergewissern, datz die junge 'Dame auch eine Prüfung in der Vorderansicht mit allen Ehren bestehen würde. „Sehr nett!" meinte der Doktor. Lewald aber stieß ihn beinahe ergrimmt in die Seite. „Sehr nett — nennst du das, du Böotier! — Herrlich »st sie — einfach herrlich! Und eine Vornehmheit, wie sie mir in eurem München iwch nicht vorgekommen ist! Siehst du — da können wir ja gleich mal die Probe auf das Exempel machen. Ich werde mich an das göttliche Geschöpf heranschlängeln, und wenn ich innerhalb der nächsten zehn Minuten nicht zu dir zurückgekehrt bin, so hast du damit den Beweis, datz mein physiog- uomischer Scharfblick mich nicht getäuscht hat." „Wenn du nicht zurückkehrst?" fragte der Doktor verständnislos. „Na, es ist doch selbstverständlich, datz man einen solchen Glückssund nicht wieder fahren läßt, und daß man noch weniger Lust hat, ihn mit einem anderen zu teilen. Erweist sich diese reizende junge Dame bei näherer Prüfung als das, wofür ich sie halte, so sehen wir uns vor heute abend nicht wieder. Damit wirst du dich wohl oder übel abfinden müssen, mein guter Peter!" „Du hast ein goldenes Gemüt, Erwin! — Aber in Gottesnamen ! — Ich wünsche dir viel Glück, und ich werde versuchen, die Trennung mannhaft zu tragen." Der Maler hatte inzwischen einen verstohlenen Blick in seinen Taschenspiegel geworfen. Dann stand er auf und trat in den Gang hinaus. Dr. Reimers bewunderte ihn um der Kühnheit willen, mit der er sich der vornehmen jungen Dame zu nähern wagte, und er würde es ganz natürlich gefunden haben, wenn der Verwegene einer kühlen Abweisung begegnet wäre. Aber Erwin mußte wohl in Berlin W. gelernt haben, wie man mit distinguierten Damen Bekanntschaft anknüpft, ohne sie zu verletzen, denn wenige Minuten später befanden sich die beiden bereits in der lebhaftesten Unterhaltung, und ein silberhelles Lachen der schönen Unbekannten war das letzte, was,der , arme verlassene Peter von ihnen hörte, ehe sie gemeinsam in einem der benachbarten Abteile verschwanden. — Nicht nur die bedungene Frist von zehn Minuten, sondern eine weitere halbe Stunde verstrich, ohne daß der Maler znrückgekehrt wäre, und so mußte Dr. Reimers. denn wühl annehmen, daß auch die nähere Prüfung zum Vorteil der jungen Dame auSge tollen war. „Tutzing! — Nach Kochel — umsteigen!" rief der Schaffner, und während Peter bedäckstig seine Rodel auf dem Gepäcknetz holte, stürzte Erwin sehr eilfertig herein, um sich der feuriger! zu versichern. „Nun?" fragte der Doktor. „Es stimmt also?" „Natürlich stimmt es! — Dieser Rodelausflug war die glorreichste Idee deines Lebens, Peter! — Vielleicht sehen wir uns nachher aus der Kesselbergerstraße. Aber du nrußt entschuldigen, wenn ich dich nicht vorstelle. — Du weißt ja: in Herzenssachen —" „Hört die Freundschaft noch früher auf als in Geldangelegenheiten. — Jawohl, ich weih! — Rodel heil, mein Guter!" Schwupp — war der Maler weg. Peter aber ging nach seiner Gewohnheit höchst gemächlich zu dem anderen Bahnsteig hinüber, wo schon eine ganze Anzahl anderer winterlich vermummter Sonntagsausflügler des Kocheler Zuges harrte. Ein kleiner, dicker Herr mit eisgrauem Schnurrbart und echt münch- nerisch jovialem Biergesicht bat ihn artig um Feuer für seine Zigarre und knüpfte aus diesem Anlaß mit bajnvarischer Zutraulichkeit gleich eine Unterhaltung an, die sich natürlich um die Schneeverhältnisse in den Bergen drehte und die bei dem Doktor freundliches Verständnis fand, obwohl sie von dem kleinen Dicken im reinsten Münchener Dialekt geführt wurde. „Kochel — einsteigen!" riet der Schaffner, und Peter toat eben im Begriff, sich dem einzigen Wagen zweiter Klasse zuzuwenden, als er gewahrte, daß der kleine Dicke einem jungen Mädckyen zuwinkte, das bis dahin um zwei oder drei ©dyritte abseits gestanden hatte und das aller Wahrsckzeinlichkeit nach seine Tochter war. Sie war bei weitem nickst so schön, wie die biftinguiertd Unbekannte, und ihr Kostüm hatte nicht den geringsten Anspruch auf raffinierte Eleganz, aber sie hatte ein gar so liebes, blauäugiges Gesichtchen, daß Peter wie unter dem Einfluß einer unsichtbaren Gewalt seine verbrieften Anrechte auf Beförderung in der zweiten Wagenklasse fahren ließ und hinter den beiden her die Plattform eines „Amerikaner-Wagens" dritter Klasse erklomm. Als er den Fuß noch auf dem Trittbrett hatte, streifte eben seist Freund an ihm vorüber uitb raunte ihm warnend zu: „Keine Dummheiten, Peter! — Du wirst dich doch nicht um des Lärvchens willen an diesen Bierkeller-Stammgast atta- chieren? Mein Wort darauf, er ist ein Metzgermeister oder im allergünstigsten Fall ein Magistrats-Funktionär." Peter brummte etwas Unverständliches und kletterte weiter. Aber als man in Kochel den Zug verließ, sah er ebenso vergnügt aus wie der kleine Dicke, mit dem er bei einem harmlosen Geiprächl über die neuen Maßkrüge im Hofbräuhaus, über Weißwürste und das hartnäckig stumm bleibende Glockenspiel im Turm J)eä neuen Rathauses nachgerade auf einen fast freundschaftlichen Fuß gekommen war, ohne daß man die Zeremonie gegenseitiger Vor- jtellnng für erforderlich gehalten hätte. Ob es just die Ansichten des Dicken über die neuen Maßkrüge und die Weißwürste gewesen waren, die ihn so freundlich gestimmt hatten, mochte freilich dahingestellt bleiben. Sicher war nur, daß seine Augen sehr oft zst dem rosigen Antlitz des allerliebsten Töchlerckyens hinüberflogen, und daß er sich förmlich dazu drängte, ihr beim Aussteigen behilflich zu fein. Damit kam er nun allerdings trotz aller Beflissenheit zu spät, denn Fräulein Fanny — er wußte aus ihrer Unterhaltung mit dem Vater, daß sie Fräulein Fanny hieß< sprang behend wie ein junges Eichkätzchen von dem hohen Trittbrett herab, jegliche Hilfe verschmähend. Ein dankbar freundlicher Blick aas ihren lieben blauen Augen aber wurde ihm doch als Lohn für seine rittcrlidye Absicht zuteil, und während sie dann zu Tritt durch das verschneite Tors und am lieblichen Gestade des Kochelsees entlang dem majestätisch herübergrüßenden Herzogsstand zuschritten, beteiligte sich Fräulein Fanny mit hellem Stimmchen auch an der Unterhaltung, die sich jetzt nicht mehr um Weißwürste, sondern um die Schönheit der rointcrlidyen Natur und um die Freuden des Schncespvrts drehte. Einmal mußten sie hastig zur Seite answeickyen, um den slott dahersausenden Sdstitten vorbei zu lassen, darin Erwin Lewald und die vornehme Unbekannte sahen. Mißbilligend sckyüttelte der Maler den Kopf, als er seinen Freund trotz aller wohlgemeinten Warnungen in solcher Gesellsckyaft erblickte, und weil er sich offenbar vor feiner Begleiterin schämte, in den Verdacht einer Zugehörigkeit zu derartigen kleinen Leuten zu kommen, unterließ er es, ihn zu grüßen. Peter aber liefe sich dadurch keinen Augenblick die gute Saune verderben. Ihm gehet der fröhliche Metzgermeister sehr gut und fein munteres Töchterchen noch viel besser, so daß er nach keiner vornehmeren Gesellschaft Verlangen trug. Und als sie dann nach ziemlich langer Wanderung durch goldenen Sonnenschein und durch prächtigen, im eisglitzernden Festgewand prangenden Hochwald die Paßhöhe erreicht hatten, vorbei an zahllosen, mit Windeselle herabsausenden, sportsrohen, ladyenben und jauchzenden Menschenkindern jeden 'Alters, Standes und Gcsckyleckstes — als der kleine 'Licke sich auf seinen Rodel zurecht setzte wie ein ausgelassener Schulbub, da sand Peter trotz aller angeborenen Unbeholfenheit und Schüchternheit das Herz, Fräulein Fanny zn fragen, ob sie nicht der größeren Sicherheit halben lieber mit auf seinem Schlitten Platz nehmen wolle. Denn er übte den Rodelsvort feit seinem ersten Münchener Semester und durfte sich wohl getrauen, die Verantwortung für eine glückliche Fahrt zu übernehmen. Fräulein Fanny stimmte mit 80 — Nösirlfprung. Redakuon; K. Neurath. — Roiaiwnsbruck und Verlag der Brühi'jchen Universtiäts-Buch- und totemöuidetet, R. Lang«, (Sielen. VlUllUlUliti Hi n. utl VlUHllUCC. Auflösung des LogogrttU-s t« voriger Nummerr Falke, Falte, zu Falle. betrage auf gerade diesem Formular ein Scheck ausgestellt werden fünu. Außerdem aber ist die Steile, aut die die 9iamen*imiec- scheikt geseut wird, mit chemischen Stoffen io vorbereitet, dog nur mit einer ganz bestimmten Timenart, deren Herstellung gebe ungehalten tvird, da, aut qeschrieben n'erden kann. Bei solchen Scheck» ist es also nicht möglich, das; em Uneingeivethter anstelle des recht- mäßigen Ausstellers einen Stauten schreibt. ' D ie Bers ch w öruu g des Kindersegens. Abergläubische Handlungen sind bekanntlich s-br schwer ansrottbar, He überstehen ganze Kuitnrpertoden und tauchen, vielleicht tn vcr- ändetter Form, immer tvteder aut, wenn man meint, ste Wien längst dahingeichtvunden. Tte Perschwörung des Kinder egens tll bet den verschiedensten Völkern in der verschiedensten Weise aus- geübt tvorden; im deiufchen Millc-laUet war die gebräuchlich'!« Form daiür, die sich bis iir das vergangene Jahrhundert lnnetn erhalte» hat und vielleicht auch jetzt noch in irgend einem Winket unseres Vaterlandes als geheimnisvolle Kunst alter Weiber toit- lebt, das Neslelkuüvkeu. Tie Person, die einem jungen den Kindersegen verschwören ivoilte, begab sich zur Trauung des Paares in die Kirche und im AugeiibttÄ, da der Plärrer die K'pulationswrinel jvrach, knüv'te sie einen Knoten iStcUel» 'n einen roten Faden und sprach dabei leite den Namen des Vra,tligamS aus Alan nahm auch wohl einen Nunkern, teilte ihn in zwei Mitten und le.,ie diese zu Seiten des Kirchivegs, so da» Brau und Bräutigam dazwischen durchgehen muszien, oder Neckte em Meyer tu die Wand oder die Tür des Brautgemachs. Es herrschte gan, auiierordentliche Furcht vor diesem Zauber, und EhroniUen berichten, dast Mütter selbst tim ansgenbt hätten, weil iie giaubien, dadurch die Witkung des Nestelknüv'ens durch andere zu beseitige^ ihren eigenen Zauber aber jederzeit auiheben zu können. Natürlich sann man aul Mittel, wie der gestirchtetee Zauber zu jchanüe» gemacht werden könnte, und diese Milt l lvaren benso seltsam, wie die Veischwörung selbst. So sollte es Hellen, wenn man einen »ecat, ohne em Wort zu sprechen oder sich zu räuspern, zu schnauzen uni)., in ein stiebendes Wasser ivarl und der ,nich stromaulwaris chwamm. Tder man nahm ein lriich gelegtes, möglichst noch warmes Ei und verschairte es in einem Ameisenhaulen, nachdem man d>e öfflme et.vas geöffnet hatte. Wenn das Ei verzehrt war, wich der Zauber. Tab auch der Galgen, der Ltiick eines Erbangten. der Dolch eines Selbstmörders bet diesem Gegeiizauber eine Rolle spielten, ist erklärlich. Es mochte jo ziemlich scder utmcT« alber ein besonderes Mittel dagegen haben mtd je geheimmsvoller es ivar, desto mehr Verlraueii schenkte man ihm. Aber auch waschechte Aerzie des achtzehnten Jahrhunderts glaubten an < te Gewalt des FauberS, und je ehrlicher sie ivaren, desto hiistsser zeigten ne sich ihm gegenüber. Faszie man eme Person heim ^Uelkunp en ab oder geriet sie auch nur in den dringenden Verdacht, ab icent bitt der Familie, aus Stäche ober Missgunst den Zauber verlibt zu haben, fo trat sie der Has; der gesamten Verwandtschajt und tnan riet selbst die Gerichte gegen sie an. Zeitweilig war das Ne el knüp en beinahe ebenso gestirchtet wie der dös« Blick, an den man bekanntlich noch heute tu den verschiedensten schichten der Bevölkerung glaubt. ,, * her Dorfschule. Lehrer: „Weshalb haben di« Amphibien, z. B. der Frosch, keine Haare?" — Schüler (zöaernd)i „Weil sie in ihrer Jugend so viel herumsumpfen. verinischLes. kk. Wie sichMillioiiäre gegen N a m eu S l ä lsch n n g Ich ü tz e n. Millionäre l,..ben mitunter ziemlich sinnreich ausge- klüaelte Lysterne, durch ine geldgierigen ©chivmbletn das Hand- iveit gelegt wird. Ter Millionär Johann Peter Sciimidt, so lührt der »Daily Expreß" ein Beispiel aus, kann seine llnteririjuit aal die verschiedensten Arten schreiben, je nachdem er seine Vornamen ausschreibt, mit den An'angsbuchstabei, abkürzt, oder nur bett einen davon ganz ober abgekürzt vor seinen Namen setzt. Für Beträge unter 100 Mark gibt er etwa die Unterschrilt Johann Peter Schmibt voll ausgeschrieben. Bei Beträgen über LjOO Mark schreibt er Johann P. Schmibt, und so geht es weiter. Das tut er aber nur am Montag. Schon am nächsten Tag werben bie sieben möglichen Arten, au? die er seine Unterschrist geben Eamt, in der Reihenlolge vertauscht und da nur er und die Banken das ausgeärbeitete System kennen, so ist die Fälschung nicht leicht. Ein noch so geschickier Fälscher mag aus der Zahl 100 — in Zissertt ober in Buchstaben — eine 1000 machen — sobald ein Scheck bei dem dies geschehen ist, der Bank vorgelegt tvird, tommt bet Betrug heraus. Bei 'ÖIHltonäreit lohnt es itämlich ichon, daß die Banken bet jebent Scheck, bet bie Unterschritt ihres Kunden trägt, diese Unterichrtit genau auiehen. In London soll es einzelne Firtuen geben, die sich ausschließlich mit bet Herstellung von Papieren und Formularen litt bett Geeboerkeht beschästtgen, bei betten Namenlälschuttgen uiimöglich sind. Ein Alilliotiär soll sedst einer dieser Firmen ein System angegeben haben, das so leicht nicht versagt; alle Schecklormulare sind mit Wasserzeichen versehen, aus dcueti die Bankbeamten ablcsen löntten, bis zu welchem Höch't- dnent niedlichen kleinen Erröten zu, tatff ver Dicke lachte wohl- toüt‘erScb-„8 mir aber fein Obacht auf die «ne, Herr Nachbar!" rief er dem Doktor zu. „I hab halt nur dos vaneMadel alle Masten gut hatte dem Dr. Reimers Zeit Ieines S & stnnnu die ein so biegsames, gewandtes und belnrztes zzerioitafUi war dast einem edyten Rodel-Ettihttsiaslen wohl das Herz tm Leibe lachen mustte ob des Glückes, sie zur Fahrtgenosjtn zu haben. c^l nnr mit ihrem Beschützer ersichtlich Nicht weniger zufrieden als er es mst sinnem Schühltng war Als sie drunten bet der Einmündung in die neue Straße angelangt waren, fragte tr Üb©Sn:mir noch amal auffi, Fräulein Fanny?" lind sie erwiderte mit lustigem Lachen: , ,. Wann's Eana g'freut, Herr Nachbar — nur ts sch) recht. Bei der zweiten Abfahrt kamen sie an einem gestrandeten Schlitten vorüber, und Peter erhaschte tm Fluge das Bild seines Freundes Erwin, wie er die ersichtlich stark hlntende schone Un bekannte aus der Fahrbahn heraus tn Sicherheit brachte. Dann aber bekam er ihn im Verlauf dieses für ihn so glücklichen Tages nicht mehr zu Gesicht. Denn er legte die abendliche Heimfahrt wieder in der dritten Wagenklasse zuiNck, die er mit keinem Salonwagen eines Luxuszugeö vertauscht haben wurde, so fern er dabei auf den Anblick von Fräuletn Fannys blauen Augen und auf das süße Geplauder ihres hellen Sümmchens hatte verzichten müssen. Als er sich am Stachus von Vater und Tochter trennte, hatte man sich längst gegenseitig vorgestellt und Peier gtng über» fclia mit einer Einladung für den nächsten Abend nach Hause. — ^Eine volle Woche lang ließ Erwin Lewald sich nicht bei ihm blicken. Und als er dann eines Tages erschien, trug er noch die reckte tüHnverwünschten Rodelpartie den Unterarm verstäuchl," gab er auf Peters teilnehmende Frage berdrießchche Auskunft. „In deinem ganzen Leben hast du keine dümmere Idee gehabt als die, mich zu diesem zweifelhaften Vergnügen cinzuladeu. „Das tut mir aufrichtig leid," meinte der Doktor „Um-- somehr, als mich dieser unvergeßliche Tag zu dem glücklichsten aller Menschen gemacht hat. Ich habe mich nämlich gestern verlobt CnÖtJVcnfcM — Doch nicht mit der Tochter des Mchaerineisters?" Mit derselben — nur daß ihr Vater nicht Metzgermeister, sondern Kommerzienrat ist und einer der tüchtigsten, angesehensten Bürger der Stadt. Vielleicht hast du seinen Namen schon mal gehört: Lautenbacher heißt er." , , , „„ , Wa — was? — Doch nicht der Millionär Lautenbacher? „Es wird wohl stimmen, lieber Erwin! — Aber du selbst? — Deine schöne Unbekannte?" Erwin machte eine abwehrende Geste. „Äh, reden wir nicht von ihr. — Es liegen Verhältnisse vor, die mich bestimmten, unsere Beziehungen alsbald wieder zu lösen. Und ich habe mich verpflichtet, über ihren Namen und Stand Diskretion zu bewahren." Der glückliche Peter forschte mcht werter. Aber der un- galante Zufall war weniger diskret als sein Freund Erwin. Er ließ ihn schon an einem der nächsten Tage die schone Unbekannte Wiedersehen, und zwar im Cass Luitpold, wo sie ihm nut lteoens- Würdigem Lächeln einen Schwarzen servierte. Peppi hieß sie. ■— 1 kett zes sieht chelii bitt- beines bet- mer weh und ltg- Schmer leg' Rum- les selbst Hei- sag' Lä- res Wor- nen In neu all' Herz- ihren bei- ein 'tte- ten Rum- mit de dein les sie wer nen dein kein kal- rau« Fretin- Seh- Auge Leid scheu ver- dir lieb Lied ben scheu nut in los damit schweig' den dem ein Men- dein