o W MW |ig|S| 1 - Sommerleutnants. ■ Roman von Walter Bloem, Copyright 1910 by Grethlein & Co. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Dum, bum, drohten die Geschütze ringsum auf den Dergen ohn' Unterlaß. . . „Nun, gnädige Frau, wen bekomm' ich . . .?" Die drei Freundinnen standen im feierlich Halbdunkeln, getäfelten Speisesaal des einstmals kurtrierschen Schlöß?- chens, das ein Kölner Bankier vor acht Iahten aus einer ziemlich wohlerhaltenen Ruine in einen behaglichen weltfernen Herrensitz zurückverwandelt hatte... und Frau Cäcilie legte die Tischkarten... „Abwarten, Kleine! — Also: Ans Kopfende komme selbstverständlich ich — leider, leider zwischen die beiden Herren Kommandeure... den Oberst zu meiner Linken, Ihren lieben Brummbär Papa zu meiner Rechten!" „Donnerwetter, fabelhafter Dusel für Papa! — Na, der wird schmunzeln ... gut, daß Mama nichts davon ahnt... das gäb' ein paar schlaflose Nächte!" „Schäm dich, Nelly!" zürnte das jugendliche Ebenbild der Entfernten. „Na, und nun gehen wir mal zunächst hier links hinunter, damit die kleine Neugier auch lange genug auf die Folter gespannt wird! Also neben oen Herrn Regimentskommandeur natürlich Sie, Nelly !" „Um Gottes willen! — läßt sich das nicht vermeiden?" „Unmöglich, Kind! — Die Tischordnung versteht sich sozusagen von selbst... es geht gar nicht anders, als ich's aufgesetzt habe! Aber nun kömmt die Entschädigung: zu Ihrer Linken sitzt — Herr Oberleutnant von Schoenawa!" Ernsthaft hatte die Wirtin das gesagt... aber ihre Augen blitzten schlemisch prüfend zu der schlanken Freundin hinüber. Die bewahrte Haltung. Was lag an dem Diner?,.. Sie wußte ja doch, was sie wollte... t „Zu Befehl, gnädige Frau!" „Also wirklich — vollkommen einverstanden?!" „Vollkommen!" „Aber ich nicht! — Der gestrenge Herr Regimentsadju- tant ist mir zu feierlich und offiziell für Sie... Außerdem ist ein Herr da, der zwar eine Charge unter ihm steht, aber an Jahren der nächste nach den beiden Herren Kandillen-, tragern ist!" Und nach der Melodie des Lockens zum Parademarsch trällerte die schöne Frau: „Großmutter, die Landwehr kommt, Die Landwehr kommt, die Landwehr kommt, i - Großmutter, die Landwehr kommt..." ' • Da errötete Nelly denn doch ein wenig und ver- stummte. „Na, ich seh schon, ich hab's getroffen... da, Kindchen, legen Sie selber den Zettel hin! — Also, neben Herrn Frobenius setzen wir Herrn Oberleutnant Menshausen und neben den: Herrn Flamberg... Herr Menshausen kann die Herren vom Beurlaubtenstande nicht leiden — id) kann Herrn Menshausen nicht leiden — Rache ist süß, krächzte der Habicht!" Außerdem kann es nicht schaden, dachte sie, daß ich Flamberg recht weit von mir entfernt auf einen schlechten Platz setze... Fritz machte neulich im Biwak einmal so merkwürdige Augen ... „Ans Fußende kommt natürlich das grüne Gemüse —? unten meines Mannes Fahnenjunker, der kaum geborene Erichsen — zwischen ihn und den Herrn von der Reserve! setze ich Herrn Quincke!" ■ • Den Herrn von der Reserve! dachte Nelly —, diese Heuchlerin! „— dem gegenüber Herrn Carstanjen... dann kommt mein Mann... neben den kommen Sie, kleine Molly!" „Sehr einverstanden! — Himmlisch !" Der Backfisch hatte ein wenig für Fritz von Brandeis geschwärmt, ehe dieser anderweitig vergeben worden war. an Ihre andere Seite der Adjutant des ersten Bataillons!" . Molly rümpfte das Näschen: „Der ist so entsetzlich brav!" i „Ja, ich hab niemand andern mehr... nur noch Herr von Schoenawa ist übrig!" „Ne, danke... dann immer noch lieber Herrn Blowitz!"' „Gut — dann also Herrn von Schoenawa zwischen Blowitz und Ihren Vater! Na, ist das nicht tadellos, Kinder?" „Ausgezeichnet — ganz vorzüglich, gnädige Frau!" „Ach was — ihr immer mit eurer langweiligen gnädigen Frau —! Machen wir's uns doch endlich mal gemüw lich: sagen wir du zueinander!" Ties erglühend vor Seligkeit boten die Mädchen der vergötterten Wirtin ihre Lippen. Und über alle drei kam's wie ein Festrausch. So herrlich strahlte draußen die Spätsommersonne.. . die eben leise sich bräunenden Bergwälder schlossen sich so traulich um das Schlößchen wie ernste, fromme Hüter eines geheiligten Asyls... Und immer näher... immer drängender scholl draußen das mächtige Geläute der Kanonen auf den Hohen ringsum, „Ach, Kinder, das Leben ist doch schön!" „Das weiß der Himmel!" sagte Nelly aus tiefer, dankbar hoffender Brust. „Ja, wahrhaftig, das weiß der Himmel!" echote auch die Neunzehnjährige... und sie träumte von einem, der morgen abend "zwar nicht hier mit an der Tafel sitzen würde... heu sie aber doch sehen wollte... heimliche 560 Wtt f=* UttS küssen.?. draüßen irg-endwv in ben verschwiegenen Bosketten, die sich über den Trum- Nrern der alten, nicht wieder hergestellten Bastionen Sie mußte ihn ja trösten... mußte ihn entichadrgen für die Unbill, die der widerwärtige Quincke ihm zugesugt... bffenbar mit Absicht in ihrer Gegenwart... um rhn zu blamieren vor ihr...! „ „ , . .. „ .. v.,, Zn blamieren vor ihr... haha... alo ob das möglich gewesen wäre...! ,,, Aber er durfte sich's um Gottes willen nrcht zu sehr zu Herzen nehmen... ihr süßer Junge .. ihr . Dichter . Lessen himmlische Verse, rasch nut Bleistift auf einer Meldekarte niedergekritzelt, unter der Bluse an ihtem Herzchen knisterten... , ' Und darum mußte sie ihn trösten — unbedingt... damit er keine Dummheiten machte! — Na, das wurde ihr schon gelingen.-- _ Bum, bum, Lum, läuteten draußen die Kanonen.,. * , „Sie kommen! sie kommen!" ' Die aufgeregt harrenden Mägde drunten am Schloßtor schrien's zuerst... Der Gärtner, der Chauffeur gaben's weiter... Das Hausfräulein stürzte zu den Damen hinein, die eben im Herrenzimmer die kleinere Tafel für den heutigen Mend mit Blumen schmückten. „Wer kommt?" fragte die Hausfrau. „Soldaten! Soldaten wie Sand am Meer!" Von den tiefen Nischen der Fenster des Schloßturms aus konnte man den Weg überschauen, der durch die buschigen Abhänge nördlich des Beierbachs empor sich schlängelte nach Hettenrodt zu... Von dort stieg jetzt, eilt Pferd hinter dem andern, vorsichtig eine endlose Linie von Reitern in hellblauen Waffen- röcken hernieder — Saarbrücker Siebente Dragoner. — „Die sind nicht von den Unfern!" erklärte Nelly sach- verständig, „seht, sie tragen Helmbezüge... das ist der böse Feind; der ist jedenfalls geschlagen und muß sich zurückziehen..." r „Geschieht ihm recht!" rief Molly mit blitzenden Augen. Nun sprengte auf der Chaussee, die an der andern Seite des Schlößchens von Mackenrodt her in langen Zickzack- Wendungen ins Tal hinunterkroch, ein Trupp Artillerieoffiziere, gleichfalls in Helmbezügen, hart am Schloß vorüber, bergab ins Tal... verschwand drunten zwischen den Häusern des Dörfchens und tauchte cut der andern Bergi- lehne wieder auf, galoppierte jenseits in das Seitentälchen hinein, das sich gen Vollmersbach hinaufzog. Sie schwenkten rechts ab, erschienen, klein wie .Bleisoldaten, droben auf der kahlen Höhe... Und durch die Gläser konnten die Damen deutliche erkennen, daß sie droben Halt machten und mit ihren Feldstechern übers Schlößchen hinweg Ausschau hielten. „Sie suchen eine Stellung für die zurückgehende feindliche Artillerie aus; die soll den Rückzug des gegnerischen Detachements decken!" wußte Nelly wiederum zu erläutern. „Da werden wir ja das Kanonenkonzert aus allernächster Nähe zu genießen bekommen!" Und richtig! — Nach wenigen Minuten rasselte eine schier endlose Artilleriekolonne die Chaussee hinunter, so schnell als der abschüssige Weg mit seinen zahllosen, scharfen Krümmungen es nur irgend gestattete. Die Kanoniere saßen mit rauchgeschwärzten, staub- bekrusteten Gesichtern auf den Protzkästen und hielten sich krampfhaft fest, um nicht beim Rumpeln der federlosen Gestelle abgeschleudert zu werden... , Das Sitzfleisch tat einem weh vom bloßen Ansehen...! Drüben den steilen Talweg gin's hinan... da mußten die Kanoniere absitzen und die Geschütze bergan schieben helfen... Die armen Kerle! Ganz deutlich war's zu verfolgen, wie nun drüben die Mündungen der Geschütze über dem hohen Kamm auf» tauchten... Bum — da krachte auch schon der erste Schuß, bum — der zweite... - Dicke weiße Wolken stiegen auf, doch' verflogen sie in der blauen Nachmittagsluft wie der Rauch! einer Zigarre... Die Damen hielten sich die Ohren zu, so heftig knallten die.Schüsse... widerhallend kam das Echo zurück von .all den dunkelbelaubteu Berghängen ringsum... ~ Eine Viertelstunde später begäün der Abstieg der ge- schlagenen feindlichen Infanterie . . . eine dunkelblaue Schlange mit grau und silbern schillernden Schuppen, so wälzte sich der Zug des Fußvolks nieder ins Tal... Kompagnie hinter Kompagnie... Bataillon hinter Bataillon.. .■ Ganz dicht unter den Schloßfenstern wogte der endlose Schwall vorüber... ' ■. < Gott, sahen die Wackern Jungen aus! — Spätsommermittagsglut und 'der Staub vielstuudeN- langer Märsche hatten ihr Werk getan... schmutzige Rinnen hatte der Schweiß in die tiefgebräunten, graubepuderten Gesichter gezeichnet... die Rockkragen waren geöffnet... die Gewehre pendelten schwer auf den müden Schultern... Aber'die gesenkten Nacken richteten sich straffer auf, als plötzlich bei der Wegwende vor ihrem Blick das schmucke Schlößchen mit seinen altersgrauen Mauern und der blinkenden Zier seiner Erneuerungsbauten, den roten Ziegeldächern, den blitzend weißen Fensterkreuzen auftauchte, von dunkelgrünen Efeupolstern und leuchtendrotem Ranken- geriesel wilden Weins umwuchert... Und über den Rand der Garteiianlage beugten sich frische Mädchenkopfe... das Hausfräulein und die beiden Mägde... ' , r., .. Hei — wie das elektrisierte, wie Jugend da plötzlich bte Jugend erschaute... da reckten sich! die matten Gestalten der Marschierenden empor, da slog ein endloser Schwall von Neckereien und derben Späßen zur Mauer hinan in allen Mundarten der rheinischen Gaue... Aber Glied um Glied wurde rasch von dannen gerysen im rastlosen Rückmarsch. Mochten auch die Vorbeimarschierenden die Köpfe noch so sehnsüchtig umiuenben — bie Blicke ber strammen Holden broben waren schon wieder weitergewandert, neuen Kömm- lingsscharen entgegen. Die Herren Offiziere aber hoben ihre Blicke noch etwas, höher als bis zur Maner ber Gartenbastion... sie strebten zum Balkon empor, wo in lichten Gewändern drei Frauengestalten aus ihrer eigenen Kaste sich zeigten... Hei — wie flogen da feurig kecke Blicke empor... dorthin, wo die Damen standen... die Damen... Aber auch fie mußten von hinnen, die stattlichen Stabsoffiziere und Hauptleute hoch zu Roß, die schlanken, in Staub und Schweiß noch eleganten uub aufrechten Leutnants mit den häßlichen Wachstuchtornisterchen auf dem Rücken — dem „Schandfleck der Ritterlichkeit" --- Und von dem vorüberrollenden Strom kriegerischen Lebens stieg ein Dunst zu ber schönen, schlanken Herrin, den winkenden Mädchen und Mägden empor... ein Wßer^ schwüler Dunst hochblühender, waffendienstgestahlter, in g en d p r an g end er Männlichkeit, der ihnen den Sinn verwerte... einen Schwall weckte von unbewußten, unbe-! grisseneu Sehnsuchtgefühlen... ■ Doch endlich! war her Strom vorubergerauscht. Schräger flimmerte die Spätuachmittagssonne auf ber Chaussee, bie sich wie ein fahlgelbes Band durch das. Brau.n- grün ber Walbhänge zog. Die Damen waren verstummt. Nun müssen bgld die Unsern kommen, dachte eine jede ...die Unfern.,.$ i , Und dann... bann kommt auch! er, der eine,.., beh meine, dachten die jungen Mädchen... . . ,k- 1 " Fran Cäcilien aber bebte das Herz... Der meine... Wer war das, der meine? — — Ach, sie wußte es selber nicht zu sagen... nur bang'.i,, grenzenlos bang und ahnungstrüb zitterte nun auf einmal ihre einsame Seele, die sich! niemandem' j— Niemandem .cm- nertran.cn konnte in ber Qual ihrer Zerrissenheit, , (Fortsetzung folgt.) * t Vern. 1 Keine Stadt von allen, die ich in einem wanderreichen Lebert kennen gelernt habe, befiijt so festgefügte, unerschütterliche Eigenart und so trotzige Schönheit wie die Bundesstadt. Zwei wedelt wohnen in ihrer Brust, aber sie bekamMn sich nicht, sondern haben sich zu einer Gemeinschaft zusauimengesuuden, wie es m dieser Art eigentlich unerhört ist, ■ r ■ Wer baS eine Bern kenüen lernen wilh besuche es an einem Hellen sonnigen Tage. Dann gleitet der Zug aus grünem Wiesental, von schwarzen Tannenwäldern begleitet, plötzlich über eine schwindelnd hohe Brücke in das enggedrängte Häusermeer von Bern. Brücken schlagen ihre kühnen Bogen über einen tief unten tmt silbergrünett Sfrubcfn ungeduldig iOTtlTehSeri Muß, dÄ in Wer scharfen Kehre heranbraust, so daß wir gar keinen Ueberblick über Weg und Richtung seines stürmischen Laufes gewinnen können. Ern Tom von machtvollen Formen steigt aus einem festgeschlossenen Giebelkranz, moderne goldflimmernde Kuppeln tauchen stuf, und nun darüber, dahinter in wundervoller Schau die.Berner Alpen, spitze glänzende Hörner, breitgeschwungene leuchtende Firnen, von einem zarten .Rosenton ins Unwirkliche, Traumhafte gehoben, „Jungfrau", „Mönch", „Eiger", die „Bltimlisalp", ein Anblick, der gerade auf dem Hintergründe dieses Städtebildes etwas Ueberwältigendes hstt und immer wieder mit Ewigkeitsgedanken auf uns einstürmt. Und nun ein Bahnhof, der zu eng geworden ist — darüber auf der hohen Schanze das neue Bollwerk des alten kriegerischen Bern, ein Bollwerk der Wissenschaft, die Universität. Tann dicht vor .bent Bahnhofsportal die Heiliggeistkirche mitten im Verkehr, umzingelt von Straßenbahnschienen, umlärmt vom Getriebe, und endlich nach links sich öffnend die Altstadt mit schattenden Lauben und Bogen, mit Durchgangstoren und rauschenden Brunnen, rechts rns Freie streichende breite Straßenzüge, die zum nahen Walde zu eilen scheinen, der dort hinten mit scharfen Tannenwipfelst als dunkle Silhouette den Horizont schließt. Wer aber geradeaus geht, steht in wenigen Minuten vor dem „Bundeshaus", bon fremden Besuchern Bundespalast genannt. Und hier auf der Terrasse, die in den tief unten rauschenden Fluß, schaut, Und von der der Blick wiederum die Schneeberge grüßt, weiß man nun, daß dies das Bern der neuen Zeit ist. Weht auf den Kuppeltürmen das weiße Kreuz im roten Felde, so tagen in diesem wohlgefügten, mit gewaltigen Quadern an den Felsenkern verankerten Bai: die Räte .des. Volkes und. der Stände der schweizerischen Eidgenossenschaft. , Von dieser Terrasse wird in den Septembertagen der Deutsche Kaiser wohl^Umschau halten, und man wird ihm das vielgeschwungene Silberband der Aare tief unten zeigen, wie es a::s dunklen Waldtälern herausflattert, am Fuße des grünen „Gurtenberges", der Berns Ausfichtswarte ist, vorbei auf den Felsenkern der alten Stadt zuläuft und diesen umschlingt, wie der grüne, mit Silber gestickte Gürtel sich um einen schlanken Frauenleib! legt. Kein Fluß schützt besser als dieser wasserreiche, strudelnde Gesell. Aber keiner verbindet auch schöner Stadt und Landschaft ckls dieser mit seinen Zuläufen das ganze Berner Land erfüllende Zwilling des Rheins, der schon so viel Blut getrunken hat unter den Mauern von Bern. Und nun zurück und hinein in die alte Stadt, auf den Markt, wo die kernige Landbevölkerung sich drängt, wo hundert Bauernrößlein angebunden stehen am alten prächtigen Münster, wo auf einmal Bern als der Mittelpunkt und die Hauptstadt des Berner Staates erscheint, der in stolzer Geschichte diesen: Felsennest angegliedert worden ist. Tie Gassen senken sich, durch die Bogengänge, die sich an den alten Giebelhäusern entlangziehen, quirlt der moderne Verkehr, als müsse er sie sprengen. Stufen, immer mehr Stufen, rasch steigt sich's hinab .und wieder blitzt — diesmal ist es die dritte Seite — die Stare. Aber nun stehen wir nur wenige Meter über dem Wasserspiegel, und gegenüber erhebt sich das andere Ufer, in grüner Halde ziehen sich Baumalleen, die „Halden", enchor, die hier die hochgelegene Slltstadt beinahe beherrschen: die „Schloßhalde", und der ist ein Schoßkind des Glückes, der hier auf der Höhe sich sein Haus gebaut, sind dem von der einen Seite die'Schneeberge, ant Morgen und an: Abend rosig erglühend, ins Fenster schauen, von der anderen Seite die Stadt auf ihrem Felsenkern den Anblick ihres unvergleichlichen .Bildes von Geschlossenheit, Kraft und Bürgerstolz darbietet'. Knapp 90 000 Einwohner zählt Bern, aber es bietet mit seinen Außenquartieren, die weit über die Aare vorgeschoben sind, mit den stattlichen Neubauten und den: lebhaft pulsierenden Verkehrsleben, das nach Fertigstellung der Lötschbergbahn nur noch größere Verhältnisse annehmen wird, den Anblick einer wahren Großstadt. Es wächst aus den: Begriffe der eidgenössischen .Beamtenstadt in den eines modernen Verkehrszentrums hinein. Mer nun gibt es noch ein anderes Bern. Und wenn bet Deutsche Kaiser, statt am gleichen Tage wieder fort zu fahren, über Nacht hier bliebe, dann wüßte ich, was' ich täte. Ich ging mir nichts, dir nichts zu ihm, wenn die Nacht ihre mitternächtige Stunde kommen sieht, und führte ihn aus der Mitte seines Gefolges hinweg. Mitten hinein in das alte Bern. Das liegt dann in: Mondschein. Tie Kramgasse ist menschenleer, die hohen Giebelhäuser drängen sich- schlafend aneinander, in den Lauben atmet die Nacht. Silber fließt über die Dächer und tropft auf den breiten Stein, der die Gasse teilt. Ein sanftes Rauschen laufender Brunnen füllt das Ohr. lind nun hebt das Uhrwerk an, und auf dem Zeitglockenturme beginnt es sich zu regen. Ter Geharnischte, der dort oben steht, schlägt die Zeit. Der Hahn hebt die Flügel und sein Krähen klingt geisterhaft in der Stille, der Bär dreht den Kopf, der Fürst der Zeit, der auf goldenem Stuhl neben dem Uhrwerke sitzt, kehrt das Stundenglas und bewegt das Szepter: Mitternacht. Lauter rauschen die Brunnen. ■ Vom ;,Kindlifresserbrunnen" raunt ein Märchen durch die Nacht. _llnb wieder trägt die bewegte Luft des Voralpenlanbes den Tust lpat- blühender, herbstlicher Rosen ans den Gärten empor und streut W: mit dem Mondschein vermischt auf das alte schlafende Bern. Ter Kacker getzt auf dein' bdeifen Stein, die witternächtigen Lausten Horen fernen Schritts. Die Nacht lehnt träumend an der Bergs Rand und >,es singen die Wasser im Schlafe noch sott vom! Tage, Pont heute gewesenen Tage..." Hermann Stegeistanich! | Die rriiche im September. ' o Von ST. .85 u r gj , ' M < , Die deutschen Hausfrauen begrüßen eine ergiebige Rebhuhnjagd mit Freuden, da dann auch für minder Begüterte Wirtschaften em- oder einigem^ ein Rebhuhngericht möglich wird. Es braucht ist nicht immer , ein Rebhuhnbraten zu sein, denn die allein dazu sich eignenden jungen Hühner sind meist teuer. In guten Reb- huhniahren sind aber oft ältere Hühner sehr billig zu haben/ d:e man schmoren, mit Sellerie dünsten oder von denen man eine Rebhuhnsuppe mit ober ohne Linsen bereiten kann. Wie für alles Wildbret, so ist freilich auch das Braten des Rebhuhns am Spieß die idealste Bereitung, welche mehr als der Ofenbraten den vollen aromatischen Fleischsast bewahrt. Ta die allermeisten Hausfrauen aber sich mit dem Ofenbraten behelfen müssen, so seien sie wenigstens darauf aufmerksam gen:acht, daß es dabei von großer Wichtigkeit ist, die Hühnchen dicht in ein möglichst enges Speckmäntelchen zu hüllen und dann noch frische Weinblätter rundherum zu legen. Dadurch wird jeder Saftaustritt aus dem Fleisch gehindert. Tie Hüllen werden erst beim An-. richten von den Hühnern entfernt, aber zur Seite der tranchierten Vögel auf gleicher Schüssel mitangerichtet. Dazu fei noch gleich darauf hingewiesen: da junge Rebhühner schnell braten, müssen sie immerfort begossen und nach dem Garwerben sofort angerichtet werden. Sobald der Braten zu lange steht und erkaltet, verliert er fein feines, eigentümliches Wildaroma. Gewärmte Rebhühner aber büßen fast allen Wohlgeschmack ein. Als besonders für Rebhühner passendes Gemüse gelten Rotkohl und Sauerkohl. Ersteren dünstet man (feingehobelt) in ganz weiß emaillierter ober irdener Kasserolle mit wenig Wasser, Butter oder Schmalz, etwas Salz und Zucker gehörig weich. Anstelle des Zuckers empfiehlt die Ältberliuer Küche guten, Braunen, klaren Sirup, dessen Süßigkeit dem Gemüse ein vorzügliches, eigenartiges Aroma verleiht. Tann wird etwas Mehl mit durchgeschmort und zuletzt etwas kochender milder Essig hinzugefügt. — Die Hühner hat man inzwischen gebraten und steckt sie für die letzten zehn Minuten in den gut abgeschmeckien Kohl, damit der Geschmack der Hühner, deren Sauce nebst geschälten Kartoffeln nebenher! serviert wird, den Kohl ordentlich durchzieht. Schließlich schneidet man jedes Huhn in 2 ober 4 Teile und legt sie auf den Kohl und! füllt ein wenig von der Sauce darüber. Ebenso verfährt man mit dem Sauerkohl, d. h. man brät die in Speck gehüllten Hühner nur halb gar und läßt sie in bent fertig gewürzten und halb gar geschmorten Kohl vollends gar dünsten. — Um recht weißes, feinschmeckendes Sauerkohl-Gemüse zu erzielen, verwendet man den Kohl niemals so, wie man ihn aus! dem Faß nimmt, sondern wäscht ihn erst mit klarem Wasser auch drückt ihn ans, brüht ihn mit kochendem Wasser, läßt ihn ab- iropfen und abkühlen, drückt ihn nochmals ans und bringt ihn bann mit Wasser und Fett und etwas Weißwein zuin Feuer, (Man hüte sich übrigens, Sauerkohl mit Essig im Geschmack pikant zu machen, da der durch Salzlake gesäuerte Kohlgeschmack diese pikante Zutat nicht verträgt!) Wer ein leichtes Rebhuhngericht haben will, kann Reis mit Rebhuhn zusammenstellen, d. h. die gebratenen Rebhühner neben in Wasser und Butter und Salz ober in leichter Brühe ausgequollenem körnigen Reis anrichten und bie mit etwas! saurer! Sahne verkochte Rebhuhnsauce barüberfüllen. Deutscher Weißkohl und krauser deutscher Wirsingkohl werden sehr gern mit Hammelfleisch ober mit Rindfleisch gekocht. Doch wenn das Fleisch (wie jetzt) sehr teuer ist, kocht man auch wohl den Kohl nur mit Wasser und Butter, würzt mit Salz, verkocht bas fertige Gemüse mit etwas in Butter gelBgebünftetem Mehlmischt etwas feingeriebene Muskatnuß dazwischen und gibt Brühwürstchen oder Bratwürstchen dazu. Eine andere Strt, den Kohl ohne Fleisch zu bereiten, ist fein WirsingkpW-Äuflau'f (ans der vegetarischen Küche ftammeub): Man läßt in einer Kasserolle! i/2 Liter Milch nebst 50—60 Gramm' Butter zum Kochen kommen. Dam: schüttet man nach und nach 250 Gramm Mehl dazu unb] kocht, fortgesetzt kräftig rührend, einen dicken, ebenen Teig davon- der sich von dem Gefäß ablöst und dann zum' Erkälten ausgeschüttet wird. Inzwischen hat man 1—2 Köpfe Wirsingkohl geputzt, von Strunk und groben Blättern befreit, in siebendem «alzwasser weich gekocht, abgekühlt, ausgebrückt und feingehackt. Den ab- gekühlten Teig mischt man mit 7—8 nach und nach dazugegebenen Eidottern, dem Kohl, dem steifgeschlageueu Schnee ber 7—8 Ec- weiße, würzt nach Geschmack mit etwas wetßem Mester, Salz' und" geriebener Muskatnuß, füllt bie Masse in eine mit Butter ausgestrichene, mit geriebener Semmel bestreute feuerfeste Auflaufform und läßt den Auflauf in: Ofen bei guter Hetze Ihr b:s li/2 Stunden backen. (Die Speise wird- in der Form aufgetragen ) Mit den: September naht auch der letzte Einmachmonat, und mau wird bas Einmachen von Senf-, Zucker- unb Kräutergurken nicht länger hinausschieben, ba die baM passenden Schlangemi gurken jetzt gerade ihre beste Zeit haben. Und hoffentlrch sind auch 552 Klötzen), oder auch in Zuckersaft oder it der Küche aber wird die Birne im die Ertrüge an Preiselbeeren Heuer reichlicher, als im vergangenen Jahre (und als die Heidelbeeren in diesem Sommer)! — Meist werden die verlesenen Preiselbeeren mit gelautertem Zuckeriaft zu dicker Konserve eingekocht; wenn man aber sieht, daß die Beeren sehr reichlichen Saft geben, fo tut gut, emen Teil schöner, weicher, saftiger Birnen, dre geschalt, in Halsten geschm.ten und von: Kernhaus befreit sind, mitkochen zu lassen. Die Konsewe wird dadurch dicklicher und die mit dem herben Beerensaft durchzogenen Birnen sehr wohlschmeckend. Während die Aepfel uns das ganze Jahr über treu bleiben, sind die viel weniger haltbaren Birnen deutscher Ernte viel kürzere Zeit vorhanden. Sie werden meist roh verspeist oder zu Kompott verkocht (etwa als Zugabe zu -k-----*• mildem Essig eingemacht. In der Küche allgemeinen viel seltener verwandt als der Apsel. Und doch ist z. B ein sehr feinschmeckendes Gericht -eine Birnensuppe: Man schält 20—25 mittelgroße, saftige Birnen, schneidet sie in Scheiben und kocht diese mit 2 Liter Wasser, etwas Weißwein, Zucker nach Bedarf und einem Stückchen Zimt weich. Fast die Hälft? der Scheiben nimmt man fort und legt sie in die Terrine, wahrend man die andern noch weicher kochen läßt und die ganze Maste durch ein Sieb rührt. Den Fruchtbrei verdünnt man mit Wmtz- wein oder.Wasser, fügt noch etwas- Zucker und Zitronenschale, sowie 125 Gramm feinen Gries oder Sago dazu und laßt dies unter fleißigem Rühren zerkochen, worauf die abgeschmecrte Suppe über die Birnenscheiben gegossen wird. Man kann auch noch kleine, dicke Suppenmakronen nebenher reichen. vermischtes. * Ein origineller Theaterzettel. Ein origineller Theaterzettel, der während der letzten Badesaison gewissermaßen als „Aufklärung" in einem bekannten Kurorte zur Verteilung gelangte, wird uns von einem Mitarbeiter übersandt. Ter sicherlich „beachtenswerte" Zettel trägt folgende Aufschrift: „Im Interesse der geehrten Kurgäste erlaube ich mir zu bemerken, daß der Besuch des Theaters auf die Kur selbst von segensreichec Wirkung ist, weil die Abendstunden, in heiterer Unterhaltung und Zerstreuung verlebt, dem Patienten eine stärkende Nachtruhe gewähren, während das Alleinsein in den meisten Fällen die so nachteilige melancholische Stimmung hervorruft und eine unruhige Nacht bringt. Seit vielen Jahren kenne ich das hiesige Kurleben und habe stets die Beobachtung gemacht, daß der Erfolg der Kur bei allen Theaterbesuchern eiu besserer war als bei denen, die die Abendstunden in ihrer Behausung zubrachten." Ein Kurtheaterdirektor 111116, es freilich wissen I Wer jetzt noch daran zweiielt, warum ihm seine Badekur nicht bekommen ist, der vergißt, daß er nicht im Theater war. * Goldene Kohlen. Welchen Wert auch das unscheiiw barste Material durch die Verarbeitung in der Industrie be' kommen kann, erhellt aus einer eiistachen Ueberlegnng, die wir z B- für den Kohlenfaden einer elektrischen Glühbirne anstellen wollen- Der Engrospreis einer solchen Lampe von 10 oder 16 Kerzen beträgt ungefähr 40 Pfennig. Jeder Bestandteil der Lampe wird von einem „Spezialisten" in Millionen von Exemplaren hergestellt und kann demzistolge zu äußerst niedrigem Preise geliefert werden. Das Glas der Lampe sowie der Kohlenfaden kommen auf je vier Pfennig zu stehen, die Metallfassung sowie die zwei kleinen Platin- drähte, welche den Kohlenfaden halten, kosten zusammen etwa neun Pfennig; der Nest von 23 Pfennig, ist für die Zusammensetzung der Lampe, Arbeitslohn usw. zu rechnen. Eine Glühbirne, die 110 Volt Strom beansprucht und 10 Kerzen Licht gibt, bedarf eines Kohlenfadens von 15 Zentimeter Länge und 0,04 Millimeter Durchmesser. Dieser haarfeine Faden ist so leicht, daß 500) Stück davon nicht mehr als 7 Gramm wiegen. Auf das Gewicht eines Kilogramms kommen sonach rund 714 000 Kohlenfäden, deren Preis gegen 29 000 Mk. beträgt. Man sieht, daß ein Stück Kohle unter solchen Umständen reichlich mit Gold ausgewogen ist. In diesem Zusammenhänge mag gleichzeitig darauf hingewiesen werden, wie sich ein in der Industrie häufig angewandtes kostbares Metall nach und nach verliert. Die obengenannten Glühlampen, besitzen zwei Platinfäden von 16 Millimeter Länge und 0,03 Millimeter Durchmesser; sie wiegen jeder bloß 12 Milligramm. Auf 1000 Lampen kommen sonach 24 Gramm des wertvollen Metalls, auf einen (in Wirklichkeit übrigens erheblich überschrittenen) Jahresverbrauch von 100 Millionen Glühbirnen: 2400 Kilogramm. Der Preis einer solchen Platinmenge beträgt gegenwärtig über 6 Millionen Mark. Diese respektvolle Summe geht größtenteils verloren, da nur ein verschwindender Bruchteil der Lampen nach erfolgtem Gebrauch gesammelt und ihr Rohmaterial weiter verwendet wird. Infolgedessen büßt die Industrie alljährlich einen wahren Schatz des seltenen Metalls unwiederbringlich ein. Man kann daher die Bestrebimgeii verstehen, die darauf abzielen, das mit Gold ausgewogene Platin durch ein anderes, häufiger vorkommendes und damit billigeres Metall zu ersetzen. tf; Aus der Pariser H a s ch i s ch h ö h l e. Auf dem Palast, in dem man ,dem Haschischlaster, wie kürzlich aus Paris 'gemeldet wurde, fröhnt, paßt die Bezeichnung Höhle eigentlich recht wenig. Es ist grämlich ein sechsstöckiges, prächtiges Gebäude im Mittelpunkte Volt Paris, das aus zwanzig vornehm eilige, richteten Einzelwohnungen besteht. Für einen Unbekannten hält es schwer, nicht allein Eintritt in die „Höhle" zu erlangen, son- Sern auch daun, wenn dies ihm wirklich gelungen ist, dort die! eigentlichen Räume des „Lasters" ausfindig zu machen. Er muß schon ein vertrauenerweckendes Aenßere, haben, wenn ihm die ehrwürdige Matrone, die „Höhlenvorsteherin" Zutritt -zu den geheimnisvollen Orten gewährt, wo ihm die Haschischzigarette etn Nirwana eröffnet. Von einem -Besuche in der Haschischhöhle entwirft der Pariser Korrespondent einer Londoner Zeitung ein hübsches Bild: „Mit anmutigem Lächeln empfing uns Fräulein $, eine würdige Matrone mit grauem Haar. Aber, wenn wir glaubten, daß sie uns sofort in die Geheimnisse des Haschischrauchens einweihen würde, so waren wir arg auf dem Holzwege.. Erst nachdem eine Menge von Alltäglichkeiten erörtert worden war, geruhte sie, uns in den geheimnisvollen Raum zu führen,- in dem man dem köstlichen Genüsse huldigt. Mit unnachahm- barer Grazie entnahm sie dort einem Kästchen einige Tabletten,- die wie Schokoladentäfelchen aussahen, hielt sie über eine Lampe, wo die Blättchen weich wurden, und rollte sie dann zu kleinen Stangen zusammen, die ungefähr die Größe eines Streichholzes hatten. Diese Stangen wurden in feinen tüniichen Tabak gelegt, und die Zigarette wurde alsdann in der gewöhnlichen Weise gerollt. Zuerst zögerte ich, sie zu rauchen; aber bald wurde ich zuversichtlicher. Und ich empfand sofort die Wirkung, ^n mir schien es zu sprudeln vor Freude und Lustigkeit. Alles war mir lächerlich. Plötzlich war mir, als ob ich chavonslöge, und immerzu mußte ich lachen -und lachen, bis ich schließlich nicht mehr lachen konnte. Dabei fühlte ich einen riesigen Hunger Wir Begnügten uns mit einer Haschischzigarette, und allmählich gewann bei uns die Vernunft wieder lOberhand. Und. — dann machten wir, daß ivir davonkamen." 1 _ ,. * Französischer Witz. Am Anfang der Saison, „Teurer Meister, bitte, erzählen Sie mir etwas über Ihr neues Stück, das Sie diese Saison herausbringen." „Darüber kann ich Ihnen nichts sagen; es ist 'strengstes Geheimnis. Aber hier: das Menu für das Soup-er bei der Feier der 100. Aufführung . Das können Sie Wort für Wort veröffentlichen!" — Die Rückte h r a u s Rußland. „Nun, was bringen Sie uns mit, teurer Freund?" „Einen verdorbenen Magen, Herr Präsident." — Mutter. „Ach, das Porträt von Dir ist wundervoll, mein Töchterchen, so schön und -anmutig! Das bin ich, wie ich „leibte; und lebte — vor 12 Jahren." — Die alten Denkmäler.-, „Vergiß nicht, mein Lieb, heute um 5 Uhr müssen wir die Ruinen besichtigen." — „Ach richtig, wir wollen ja zu Onkel und Tante. — Einfaches Mittel. „Kellner, das Beefsteak riecht ja scheußlich. Rufen Sie mir den Geschäftsführer, ich will mich beschweren!" „Machen Sie sich nicht erst -Umstände, mein Hexr,- ich öffne schon ein wenig das- Fenster." — Der U eb er ho fliche.- „Verzeihung, mein Herr, würde es Sie wohl stören, wenn ich hier, esse, während Sie rauchen?" Büchertisch. — Die Streiche der jchliinrnen Paulette oder die Insel der Enttäuschung, Roman in Weiß und Blau von Karl Hans Strobl (Verlag Ullstein & Co., Berlin-Wien). - In die Zeit, in der Napoleon auf der Insel Elba gefangen war, führt dieser reizvolle, von amnutendem Huinor erfüllte Roman Karl Hans Strobls. Um den gefangenen Aar, der sich zum Fluge nach Frankreich rüstet, bewegt sich auf dem felfemimgürteten Eiland eine engere Gefolgschaft, in der plötzlich feine Lieblingsschwester Paulette, die Fürstin Borghese, auftaucht. Die elegante, schöne Fürstin gewinnt sofort die Zuneigung und Liebe der ganzen Bevölkerung, und wenn sie auci) durch allerlei muntere, mitunter tolle Streiche Unruhe und Verwirrungen in das stille Leden des Idylls auf der Insel bringt, so wirkt sie dennoch wie ein guter Geist, dessen werktätiger Hilfe es der gefangene Kaiser nicht zum geringsten Teile verdankt, daß et wieder Den Fuß auf französischen Boden setzen darf. Zu dem wechsel- vollen Spiel der Ereignisse tritt noch eine Liebesepisode hinzu, in dessen Mittelpunkt ein für die Sache des Kaisers begeisterter Jüngling steht, der, um in der Nähe des Kaisers weilen zu dürfen, als Gemeiner in dessen Garde Dienste nimmt. verwandlunsrrMl. Hort — den — Ader — Stern — und — Leier — Blech — blaß — Adel — Rand — Brut — Eder — malen. Die vorstehenden Wörter sollen durch Hinzufttgen je eines Buchstaben derart in eben so viele neue Wörter verwandelt werden, daß die hinzugefügteu Buchstaben der Reihe nach gelesen den Namen eines Komponisten ergeben. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Anagramms, in voriger Nummer: Enschede, neidisch, Deichsel, Eider, General, Ungarn, Trauben, Andreas, Lissabon, Liesbeth, Eidechse, Schuhmacher, Gesimdheit, llngarwetn, Titanen; Ende gut, Alles gut. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.