Donnerstag, M <• Jull LLLL »H W , ■ Ml» W |W^-Li*|T!!ii Die von Gründingen. Rsman von Freiherr von Schlicht, (Nachdruck verboten.), (Fortsetzung.) Vergebens bat iHv Alexa, auch jetzt — und wenn nur .für wenige Minuten —• einmal gehörig daraujlos zu fahren. Selbst ihr Schmollen vermochte nicht, ihn umzu- stimmett. „Es geht wirklich nicht — ich muß Rücksicht auf Ihr Fräulein Schwester nehmen, es ist doch für alle Teile unangenehm, wenn Je sich nachher bei Tisch nicht wohl fühlt oder gar nach Hause fahren muß. Vielleicht fahren wir bald wieder einmal, — und dann will ich Ihnen jeden Wunsch erfüllen, selbst auf die Gefahr hin, die Gesetze zu überschreiten und mich Dann abermals verurteilen zu Müssen." — „Sie sprechen sich in zweiter Instanz ja doch wieder frei," neckte sie ihn. „Möglich Aber doch noch nicht gewiß." Der Wagen rollte nur mit mäßiger Geschwindigkeit dahin, das gab ihnen Zeit, da er nicht mehr so aufmerksam auf die Straße und das Gefährt achten mußte, lebhafter miteinander zu plaudern, und die lustige Unterhaltung, die sie zusammen führten, söhnte sie allmählich mit dem langsamen Tempo aus. „Geht es immer noch zu schnell, Komtesse?" rief der Landrat von Zeit zu Zeit Dagmar zu, „Sie brauchen es nur zu sagen." „Nein, nein, so ist es sehr schön." Sie fuhren immer noch schnell, aber doch viel langsamer als vorhin. Auch jetzt flogen die Bäume, die einzelnen Gehöfte an ihnen vorüber. Mancher Punkt, der sich int Gelände ab hob, war erreicht und passiert, ehe sie ihn deutlich erkannt hatte, aber dennoch war mit dem Vorhin kein Vergleich. So war sie jetzt auch ganz ruhig, jede Angst war von ihr gewichen, sie saß nicht mehr auf ihrem Platz, ohne sich zu rühren und zu regen, sondern wagte es sogar, sich manchmal umzuwenden, um einen Ausblick, den sie zu schnell gesehen, noch einmal zu genießen. Sie hätte es vorhin nicht für möglich gehalten, daß sie bei dem Ende der Fahrt traurig sein würde! Und doch war sie es. „Wie schade, daß wir schon hier sind — es war so schön!" meinte sie, als sie vor der Villa des' Landrats hielten. „Sind Sie wirllich bekehrt, Komtesse? Ich kann Ihnen Üicht sagen, wie mich das freut! Da müssen auch Sie dem Herrn Grafen zureden, sich ein Auto anzuschaffen, denn wenn wir, deren Mittel uns doch diesen Luxus erlauben, diesen Sport nicht tatkräftig unterstützen wollen, wer soll ks denn tun?" Der Landrat war begeistert, daß der Ausflug so Wohl gelungen war, ' . „Na, und was sagen Sie, Herr Baron? Ist aus Ihnen, dem alten Saulus, auch ein Paulus geworden? Hat es Ihnen gefallen?" „Das schon, Herr Landrat. Aber ich kann's nicht ändern, und selbst aus Höflichkeit und Dankbarkeit kann ich nicht gegen meine Ueberzeugung reden: Pferd bleibt Pferd. Und bei allem Automobilfahten, ob schnell oder langsam, ob aus guten oder schlechten Wegen, — es fehlt das, was wenigstens für mich dem Reiten und dem Fahren den unendlichen Reiz verleiht: der persönliche Einfluß ,auf das Tier, die Wechselwirkungen zwischen Pferd und Reiter. Ich kann mir nicht helfen. Stellen Sie mir hier Ihr Automobil hin — und daneben einen ungarischen Juckerzug, — ich steige auf den Kutschbock, nehme die Zügel in die Hand, und wenn Sie auch tausendmal an mir vorbeisausen: meine Freude ist doch größer als die Ihre." „Wollen die Herrschaften denn gar nicht hereinkommen?" Man hatte bei dem lebhaften Disput ganz vergessen, daß man noch immer vor dem Hause stand. Das wurde erst allen klar, als die Schwester des Landrats auf der Schwelle erschien und die Gäste in das Haus einlud. Der Landrat bewohnte — eine flehte halbe Stunde vor der Stadt — eine nahe am Walde gelegene große Villa. In früheren Jahren war hier das Stadtgut ge- wesen, das dann in private Hände überging. So befanden sich denn auch in nächster Nähe des Hauses große Stallungen und Wiesen, und das hatte den Landrat veranlaßt, zu seinem eigenen Vergnügen eine flehte Landwirtschaft zu betreiben. Die Villa selbst, die der Landrat, ehe er sie bezog, noch hatte umbauen und renovieren lassen, war ein Muster an praktischer Einrichtung und eine Sehenswürdigkeit in Bezug auf ihre innere Einrichtung. Der Landrat war ein großer Kunstschwärmer, wie seine verstorbenen Eltern es auch gewesen waren. Was er von denen ererbt, bildete den Grundstock seiner Sammlung von Antiquitäten, die er immer weiter aus zu bauen suchte. Er kam nie von einer Reise zurück, ohne irgend eine schöne Seltenheit aufgetrieben zu haben, und auch jetzt bemerkte Alexa gleich eine große alte Sylter Standuhr aus der Diele. „Wo haben Sie die nur wieder gefunden, Herr Landrat?" „Nicht wahr, die ist schön?" fragte er erfreut. „Das ist eine ganze Geschichte, wie ich die fand und erstand, die erzähle ich Ihnen nachher. Vielleicht machen die Damen sich jetzt etwas zurecht, und wir gehen dann ins Freie, um die Pferde zu sehen. Ich will einstweilen dem Kutscher und dem Reitknecht sagen, daß sie anspannen und satteln, denn es wird Ihnen lieber sein, Herr Baron, die Tiere in Aktion als im Stall zu sehen." „Gewiß, Herr Landrat, wenn es Ihnen nicht zu viele Umstände für Ihre Leute macht." 410 -Mer int "Gegenteil, dis werden sich freuen, daß' sie einmal wieder ihre Künste zeigen können. Bitte, entschuldigen die Damen mich!" „ ' Und zusammen mit dem Barort ging er über den tadellos gehaltenen Hof zu den Stallungen. Ebenso wie der Landrat seine Schwester gebeten hatte, sich ans ein üppiges Diner einzurichten/ falls sie bis mittags um zwei Uhr keinen anderen Bescheid erhielte, ebenso hatte er seine beiden Kutscher und die anderen Leute darauf vorbereitet, daß unter Umständen am Nachmittag ein Gast eintreffen würde, um die Pferde zu sehen und sie sich v-or- führen zu lassen. Die Mah-nung) daß dann alles tadellos sein müsse, hatte ihre Wirkung nicht verfehlt. In dem ganz nach englischem Beispiel erbauten und- -eingerichteten Stall herrschte eine musterhafte Ordnung und die denkbar größte Sauberkeit. Der Baron mußte sich gestehen, daß er selbst im Marstall eines hohen Fürstenhauses nicht solche peinliche Akkuratesse vorgefunden. „Aber w-as machen Sie nur mit all den Gäulen?" rief der Baron ganz verwundert, als er jetzt sah, daß jeder Platz, jede Box besetzt war. „Das sind ja —, »eins, zwei, drei —" er sah sich zählend um — „acht, zehn — das sind ja vierzehn Stück!" „Es sind sogar sechszehn, Herr Baron. Und was ich mit ihnen mache, weiß ich selbst nicht. Früher, als ich noch in Berlin war, und in der ersten Zeit auch hier, bin ich sehr viel gefahren, oft bin ich ja auch dienstlich tage-, lang unterwegs, na, und um die Pferde nicht zu überanstrengen, kaufte ich immer neue hinzu, wenn sie mir gefielen. Und so habe ich denn jetzt mehr, als ich brauchet -Außerdem habe ich ja auch noch meine beiden Automobile, das, in dem wir vorhin fuhren, und- außerdem das elektrische." Aus dem Munde eines anderen hätte diese Aufzählung leicht etwas protzig klingen können. Aber der Landrat war weit davon entfernt, mit seinem Besitz zu prahlen. Im Gegenteil, er wurde sogar etwas verlegen und sagte jetzt: „Sie haben ganz recht, es ist zu viel — ich will auch oft das eine oder andere Pferd verkaufen — aber dann weiß ich nie, welches, denn eins ist mir so lieb, wie das andere. Sie alle fortzugeben, kann ich mich auch nicht entschließen, und so wird wohl vorläufig alles so bleiben, wie es ist." „Soll ich dem Biererzug das gute Geschirr auflegen, Herr Landrat?" fragte der Kutscher leise. . „Was, den willst du uns auch vorführen, Fritz? Nä meinetwegen, dann mach' sie nur so hübsch, wie du kannst." Und zu seinem Gast gewandt, fuhr er fort: „Der Viererzug ist nämlich der Stolz des Kutschers. Gott, wie ost bin ich mit den Gäulen von Berlin nach Babelsberg ge- fahreu! — Ich glaube, die hätten es selbst mit dem berühmten Schimmelviererzug des Kaisers ausgenommen! Herrgott, konnten die Kerls laufen! Jetzt sind sie nicht mehr im Training, eigentlich schade!" „Sogar sehr schade," stimmte der Baron ihm bei, und er hielt dieses Urteil aufrecht, als wenig später die einzelnen Gespanne vorgeführt wurden. Die Pferde waren alle tadelloses Material und mußten sehr viel Geld gekostet haben. Auch die Wagen und Geschirre waren erster Oualität, mit Geschmack und- Sachkenntnis zusammengestellt. Aber man sah es den Gäulen an, sie hatten zu wenig Bewegung, die Aktionen waren träge und matt, bei dem Viererzug war keine Einigkeit unter den Gäulen, der Kutscher hatte es fast verlernt, zu fahren, und als er jetzt eine Acht fahren wollte, hätte er um ein Haar um- gew-orfen. Und ähnlich ging es mit einem Gespann von Halbponys — die waren so übermütig, daß sie im Stehen auskeilten und kaum zu halten waren. „Es ist ein Jammer, Herr Landrat, — nehmen Sie mir dieses offene Wort nicht übel. Den Stall und die Pferde sollte ich unter mir haben! Das würde keine sechs Wochen dauern, dann hätte ich die Gäule und Ihre Leute wieder derartig in Fasson, daß selbst der eingefleischteste Automobilist seine Freude daran hätte." .. Der Land ra t sah eig entlich erst heute zum erstenmal »nt aller Deutlichkeit, wie sein Stall, auf den er früher so stolz gew-esen war, h-erunterkam! Er schämte sich fast vor fernem Gast, den er doch eigens eingeladen hätte, um ferne Pferde zu bewundern, und so sagte er denn jetzt: >,Sie bir-ben recht- -fvpr" Barop -- es lohnte sich- wohl, da mal wieder Ordnung zu schaffen. Aber Wo jemand finden, Net! die Sache übernimmt?" „Wenn Sie wollen, Herr Landrat, mache ich es. Ich kann täglich auf ein paar Stunden herüb-erkommen. Eventuell komme ich auch einmal ganz als Gast zu Ihnen, denn auf Schloß Gründingen werde ich wohl nicht mehr allzulange zrt tun haben." Er sprach die Worte absichtlich so- laut, daß Dagmar und Alexa, die eben aus dein Haus kamen und sich zu ihnen gesellten, sie hören mußten. Der Landrat war begeistert: „Das wollten Sie toirBt uch, Herr Baron? Sie würden mich dadurch zu dem größten Dank verpflichten!" „Bitte sehr, was ich tue, tue jchim -JUt-eresse des Sports aus Ltebe zu den Pferden." ' „Und hoffentlich auch etwas aus Freundschaft für mich."- , „Gewiß, Herr Landrat. Wer der Wahrheit die Ehret ttt diesem Falle stehen die 'Tiere meinem Herzen näher als Ste." 'Der Landrat machte ein etwas verlegenes Gesicht, dann meinte er lustig: „Na, weshalb Sie kommen, soll mir schließlich einerlei sein — die Hauptsache ist, daß Sie kommen. Und Sie kommen, das ist abgemacht, nicht wahr?"- Und er hielt seinem Gast die Hand hin. Der schlug ein. „Abgemacht. Der Kontrakt ist geschlossen. _ Natürlich mit der Einschränkung, daß ich meins Zusage nicht zu halten brauche, wenn irgend etwas dazwischen kommt, das es mir zur Unmöglichkeit macht." „Selbstverständlich, Herr Baron. Aber ich will nicht hoffen, daß ein solcher Fall eintritt." „Man kann es ja aber nie wissen." Und wie zufällig heftete er dabei seine Blicke auf Dagmar. Die kräuselte ironisch die Lippen: war er immer noch so wahnsinnig, an sie zu denken — hatte sie nicht eben selbst gehört, wie er dem Landrat seine Dienste anbot, h erst ihr Vater, dann dieser! Er wechselte seine Herrschaft wie ein Knecht oder eine Dienstmagd — —. Glaubte er wirklich, daß eine Komtesse Dagmar einen solchen Freier auch nur einen Augenblick ernst nehmen, seine Bewerbungen anders als lächerlich oder beleidigend auffassen könnte? Nur eins mußte sie anerkennen, er machte wenigstens kein Hehl ans seiner Stellung. Sie wunderte sich mir, daß er in ihrer Gegenwart nicht ganz ruhig um sein Honorar gehandelt hatte. Er war ja so stolz darauf, für seine Arbeit Geld zst verdienen — da hätte er sich doch nicht zu genieren brauchen, öffentlich die einzelnen Punkte des Kontraktes gilt besprechen! =□ =3 i । ■ (Fortsetzung folgt.) Die Reformation und Gegenreformation in Herbstein und den ehemals iandgräflichen und ritterfchaftiichen Orten des östlichen und südöstlichen Vogelsbergs. Bon Pfarrer Zinn in Herbsteiw (Fortsetzung.) Schon mehrere Wvchen erschreckten allerlei beängstigende Gerüchte über die Unterdrückung der Evangelischm in Fulda und Umgegend durch Balthasar und seine Jesuiten die Bewohner Herbsteins, die schon länger als ein halbes Jahrhundert der augs- burgischen Konfession zugetan waren Und in ringsum evangelischem Lande wohnten. Was drohend in der Luft lag, entlud sich. An einem! der letzten Märztage des Jahres 1603 erschien auch in Herbstein ein Jesuit aus Fulda als bevollmächtigter Delegierter des Fürst- abts. Er versammelte alsbald Schultheis, Bürgermeister und Ratsherrn, samt Pfarrer, Stadtschreiber und Stadtknechten in der oberen Hinterstube des gemeinen Wirtshauses, gemeiniglich die Ratstube genannt?) Nach der üblichen zeremoniellen Begrüßung -verlas der Jesuit das bekannte! Religionsedikt des Fürst- abts und ermahnte die Versammlung, dem Mandat und Befehl der Obrigkeit nachzukommen, die katholische Religion anzu- nehmen und mitzuhelsen, daß die ganze Gemeinde Nachfolge. Dabei versäumte der Redner nicht, deutlich durchblicken zu lassen- daß des Fürsten Ungnade und schwere Geldstrafen, ja, wenn nötig, Ausweisung von HaiW' und Hof die Ungehorsamen treffen werde. Peinliche Stille folgte den Worten des Redners. Unmut und Zorn drängten zum Reden, aber die Klugheit und die Sorge für Weib und Kind schlossen jeden Münd, der sich zu einem mannhaften Proteste auftun wollte. Nur ein ex durchbrach das ’) So tat der fuld. Sekretär 1588, als er kam, um! die Stadt dem Stifte huldigen zu lassen., -■< — 411 peinliche Schtvviegn: 5er alt ehrwürdig e Pfarrer Valentin Eckhardt. Wnfundvierzig Jahre lang hatte er ohne Menschenfurcht sind Menschenscheu der Stadt das Evangelium gepredigt, da wollte er auch jetzt kein stummer Hund sein. Mit vor innerer Erregung zitternder, aber doch klarer und fester Stimme sagte er alles, was der ernste und große Augenblick gebot, er bat, die Gemeinde bei dem ein halbes Jahrhundert lang geübten Bekenntnis der Augsburger Konfession zu belassen, er berief sich auf den Religions- frieben und auf den mich schwebenden Prozeß am Reichskammergericht wegen der strittigen Hoheitsrechte über Stadt und Landgericht Herbstein und er legte Verwahrung ein gegen den Versuch, die Gewissen mit weltlicher Gewalt zu knechten. Er beschwor die Gemeürde, bei dem evangelischen Glauben zu bleiben, und er erklärte für seine Person, daß er durch keine Obrigkeit der Welt sich zwingen lassen werde, katholisch zu werden. Es war das letzte Bekenntnis, daß Eckhardt äls evangelischer Prediger und Seelsorger ablegen durste. Kaum hatte er geendet, da wurde rhm auch schon vom Jesuiten kraft eines für diesen Fall mitgebrachten fürstlichen Befehls aufgetragen, alsbald fein Pfarramt meder- zulegen und in kürzester Frist das Pfarrhaus zu räumen und die Stadt zu verlassen. Keine Chronik meldet uns, wo der greise Bekenner sich hingewandt hat und wie er seinen Lebensabend verbracht hat. Eckhardt Hat mit seinem opferfreudigen Bekenntnis den Gang der Ereignisse in Herbstein nicht aufhalten können, aber er hat sein Gewissen salviert und erreicht, daß die Ratsglieder den Mut fanden, Bedenken zu äußern, ihre Zustimmung zur tÄnführuug des katholischen Kultus in Herbstein zunächst zu verweigern und sich Bedenkzeit auszubitten. Ter Jesuit aber, mit diesem Ersolg zunächst zufrieden, versammelte die Gemeinde im Gotteshause. Tie meisten erschienen nicht, trotz der Geldstrafen, die sie vom sulhischen Schultheiß zu erwarten hatten. Manche kamen dem Zwang gehorchend oder aus Neugier, und einige wohl auch aus Opposition gegen den alten Pfarrer, der, temperamentvoll wie er war, sie in seinen Predigten gar manchmal stift scharfen Worten gestraft hatte, so daß einmal sogar auf erhobene Beschwerde hin die Obrigkeit die schärfsten Worte 7,kassieren" mußte?) Auch dadurch, daß Eckhardt das alte, sehr baufällige Pfarrhaus nicht mehr aus Mitteln seiner Besoldung Unterhalten und der Gemeinde die Baupflicht zumuteu wollte, hatte er viele an ihrer empfindlichsten Seite verletzt, am Geldbeutel. go bekam auch der Jesuit sein Publikum für fernen „Gottesdienst". Nach einer fulminanten Predigt, ivorm er den Zuhörern die Mängel ihres seitherigen lutherischen Glaubens geißelte und die Vorzüge der katholischen Religion pries, verlas er das Religiouseldikt des Fürstabts und erklärte, daß er mit obrigkeitlicher Vollmacht gekommen sei. Um dieses Edikt durch- zuführeu. Er erklärte, daß er den seitherigen Pfarrer wegen seines ketzerischen Ungehorsams bereits abgesetzt habe und daß der Abt der Gemeinde'aus besonderer Gnade bald wieder einen neuen Pfarrer senden werde, der gut katholisch sei; dem sollten sie folgen bei Vermeidung fürstlicher Ungnade und obrigkeitlicher Strafe. Angetan mit alten, aus der früheren katholischen Zeit herrührenden Meßgewändern, die man seither achtlos m der Sakristei hatte hermuliegen lassen, zelebrierte der Jesuit alsdann die Messe zum Erstaunen der Gemeinde, die so etwas noch Nicht gesehen hatte. Ohne daß einer von den lateinischen Gebeten und unbekannten Zeremonien und ihrer Bedeutung auch nur das geringste verstand, hörte die Versammlung schweigend zu und entfernte sich kopfschüttelnd. Ter neue katholische Pfarrer zog bald auf. Tie Gemeinde empfing ihn mit großer Kalte und Reserve. Seine Gottesdienste und Messen tourbeit nur von Wenigen besucht. Ein schweres Stück Arbeit begann. Die einzelnen erwachsenen Gemeiudeglieder mußten eins nach dem andern im Beisein des Jesuiten vorgenomMen und seelsorgerisch bearbeftet werden. Was bei beut unwissenben, wie es scheint auch viel zu wenig in evangelischer Glaubensausfassung und biblischer Wahrheit geschulten Volke jesuitische Ueberrebung nicht vermochte, das bewirkten die angedrohteu und verhängten ©trafen unb die Erklärung, mau werde die Widerspenstigen „ansschassen" wie den Pfarrer Eckhardt. Es hat nicht jeder das Zeug dazu, em Märtyrer zu Tein. So konnte der neue Pfarrer schon zu Ostern eine ziems siche Anzahl von devoten Beichtkindern feinem Beichtstühle sich nahen sehen. Aber größer war noch die Zahl derer, die nicht kamen und die in die benachbarten evangelisiheu Dörfer zum GotteMeMst We seelsorgerliche EsiWelbetzandlung mußte das ganze Jayr hindurch fortgesetzt werden. Tie bedrängten Evangelischen hatten nirgends, auch beim evangelischen Adel nicht, Hilfe zu erwarten. Tie 100 000 Goldgulden Strafe, die das Reichs- rammergericht den Rittern bereits auferlegt hatte, wollten bezahlt sein und dämpften allen weiteren Wagemut. Nur der Freiherr Heinrich Hermann von Burgmilchling nahm sich treulich seiner Untertanen an, stärkte sie im Widerstande und machte Vorstel- kungen bei dem Fürstabt. Er berief sich auf den Religionsfrieden und auf feinen noch schwebenden Prozeß am Reichskammergericht. Vergeblich. Auch die Drohungen Milchlings, eventuell zur Selbsthilfe zu schreiten, machten keinen Eindruck auf den unbeugsam sein Ziel veriolgenden Abt. Der Not gehorchend,, unterwarfen sich 8) Nach Akten des Großh. Hess. HauK- und' Staatsarchivs zu Darmstadt, viele. Auch die Ratsherrn gaben ihren aussichtslosen Widers stand endlich aus. Wer noch gab es viele, die sich weigerten, den katholischen Pfarrer anzuerkennen und zur Beichte zu kom, men. Ostern 1604 nahte. Ta erging ein strenges Manifest des Fürstabts Balthasar an seinen Schultheißeii Konrad Seinberger in Herbstein, die „Restanten" einzeln und im Beisein des Pfarrers vorzuladen und unter Androhung der Ausweisung zu befragen, ob sie zu Ostern zur Beichte und KomniUnftm kommen wollten oder nicht, und alsbald zu berichten, wie sie sich erklärt hätten. Ter Schultheiß tat, wie besohlen. Viele, der Drangsalierung Niüde erklärten, daß sie sich zu Ostern zur Beichte einstellen wollten. Ein Schmied namens Hans Stock bat flehentlich, mau möge nicht weiter in ihn bringen und sich zufrieden geben, wenn fein Weih unb feine Kinder katholisch würden. Tenn wenn auch er üben» träte, würbe man ihm nicht Mehr gestatten, in den landgräslichen Waldungen zu kohlen, und dann wisse er mit feinem Handwerk nicht wo ein oder aus. Ein.Bürger und „gemeiner Stadt Weinwirt", namens Timotheus Kleinschmidt erklärte, daß er als Zins- einnehmer des Herrn von Milchling und Wilmersdorf ohne die Zustimmung seines Herrn sich in keine Glaubensänderung einlassen dürfe und wolle. Ter Schnormacher (Seiler?) Michael Krosch — Ehre feinem Andenken — weigerte sich auch jetzt noch, zinst katholischen Gottesdienste zu kommen, und will lieber auswandern als katholisch werden. Desgleichen fanden sich einige Weib,r> „welche von Ansang an sich widerspennisch gehalten und noch" Ter Schultheiß bat um Weisung, was weiter gegen diese Widern spenstigen geschehen solle. Wir wissen nicht, was der Abt geantti toortet hat. Aber in Lanzenhain geht eine alte Sage, am sogen. Mullstein zwischen Lanzenhain und Herbstein Habe man früher Hexen verbrannt. Wir hörteii schon, daß Balthasar in den Jahren 1603 bis 1605 an Dritthalbhundert Personen wegen angeblichen Teufelsdienstes verbrennen ließ, und der Freiensteinauer Chronist wußte von fieben Weibern, die Balthasar an einem Tage trotz der heiligen Fastenzeit (also vor der österlichen Beichte!) wegen Hexerei habe verbrennen lassen. Wer kann sagen, ob nicht auch in Herbstein die letzten Bekennerinnen des Evangeliums ihre glaubensstarke Seele elend in den Flammen des Scheiterhaufens aus!- hauchen mußten? Aber jedenfalls hatte Balthasar die Genugtuung, daß Ostern 1604 Herbstein wieder rein katholisch war. Seine Nachfolger wachten darüber, daß auch später Herbstein katholisch blieb und daß keine Evangelischen mehr hereinkamen. Solange Herbstein zur Fürstabtei Fulda gehörte, war es Evangelischen durch Ortsstatut verwehrt, in Herbstein sich niederzulassen und Ortsbürger zft werden. Erst seitdem Herbstein hessisch geworden war (1810), bot sich auch Evangelischen wieder die Möglichkeit, in Herbstein wohnen zu können. Im Anfang des vorigen Jahrhunderts waren es nur Einzelne, die sich dort uiederließen. Doch um die Mitte! des Jahrhunderts waren es bereits wieder so viele, daß sie mit Hilfe des Gustav-Adolf-Vereins sich zu einer evangelischen Kirchengemeinde zusammen schließen und der evangelischen Predigt und Jugendlehre wieder eine Heimstätte _ in den Mauern des Städtchens bereiten konnten. Möge fernerhin es Jedem vergönnt bleiben, an diesem einst Hart umstrittenen Orte, ungestört durch falschen Zelotismus seines Glaubens zu leben. (Fortsetzung folgt.) Was man beim vitz einer Giftschlange fühlt. Ter frühere britische Regierungskommissar von Betschuana- lanb in Südafrika, F. N. Streatsield, ist einer der wenigen, vielleicht sogar der einzig lebende Mensch, der den Biß der gefürchteten Puffotter überlebt hat. Im Londoner Field gibt er eine Schilderung dieses schlimmen Abenteuers, unter dessen Folgen er noch heute zu leiden hat und das er nur wie durch ein Wunder nicht mit dem Tode zu bezahlen hatte. _ Es war auf der Rückreise nach England, der Komimssar hatte kurz vorher eine dieser gefährlichsten Giftschlangen gefangen und beschlossen, das Exemplar nach London mitzunehmen, um es deut Zoologischen Garten zu überweisen. Das Reptil war über einen Meter lang und Streatsield führte es in einer alten Patronenkiste als Reisegepäck mit. Man war bereits einige Tage an Bord, durch irgend einen Zufall erfuhren einige Mitreisende, daß der Kommissar eine lebende Puffotter bei seinem Reisegepäck habe und man bestürmte ihn mit Bitten, das Reptil zu zeigen. „Ich sträubte mich eine ganze Weile, aber schließlich überredete man mich doch und ich holte die „Gnädige" herbei. Ich faßte sie dicht hinter den Kopf und erklärte den Zuschauern die wundervolle Einrichtung ihres Giftapparates. Ich öffnete ihren Mund, zeigte die Gistzähue, die Giftdrüsen. Nachdem ich meine Vorlefuug beendet hatte, begann ich die „Gnädige" in ihre einstweilige Behausung zurückzulegen. Man muß dabei darauf achten, daß in dem Augenblick, da mau den Hals des Reptils losläßt, das Tier nicht mehr um den Arm gerollt ist, ihr ganzer Körper muß freiliegen, und beim Loslassen muß die Hand sofort mit einem raschen Ruck außer Reichweite der Gistzähue gebracht werden. Grade in diesem Augenblicke fragte mich jemand etwas und wahrscheinlich zog ich dabei meine Hand nicht zurück. Ich habe wohl auch den Kopf zu dem Frageiiden gewandt, denn ich sah nicht, wie ich gebissen wurde. Wer ich fühlte es sofort, es war, als würde ein scharfes Messer 412 durch meinen Wnger gestoßen und als t($ herabbliKe, sah ich das Wut fließen und die Schlange frei über den Tisch gierten. Ich zog sie am Schwanz zurück, packte sie wredcr am Nacken und steckte ^Ms ich gebissen wurde, waren vielleicht zwanzig Leute in dem Gemache: zwanzig Sekunden später war kem Mensch mehr zu sehen Nie in meinem Leben sah ich einen Raum so schnell ge- leert.' Als die Otter wieder hinter Schloß und Riegel war, kamen die Zuschauer zögernd zurück und auch der Dortor erlchien. Ich bat um Ammoniak, aber es gab keinen an Bord und jo mußte itf) denn eine Menge Branntwein trinken. Dann schnitt ich meinen Finger bis aus den Knochen aus uiid saugte mit aller Kraft die Wunde ans. Einem guten,Freunde übergab ich meine Schlüssel und meine Adresse; er mußte mir versprechen, sich um mich zu kümmern und während meiner Bewußtlosigkeit meine Instruktionen genau zu befolgen. Ich erklärte ihm, daß man mich als tot bezeichnen würde, aber das träfe nicht zu: wenn es ihm dann gelänge, mir ein paar Tropfen Branntwein emzufloßen, würde die Herztätigkeit wiederkehren. Es war 10 Uhr, als ich mich im Rauchzimmer hinlegte: unmittelbar darauf verlor ich das Bewußtsein. Während der Nacht erklärte der, Arzt meinem Freunde mehrfach, daß ich bereits tot sei; wenn mein Freund sich nicht eigensinnig geweigert hätte, das zu glauben, wurde ich heute 300 Meilen iwrdlich von Madeira in Leinwand gewickelt m den Tiefen des Weltmeeres ruhen. Aber er befolgte, meine Instruktionen. Am Morgen kani ich wieder zum Bewußtiem. Von der.Spitze des Fingers bis hinauf zur Schulter spurte ich euren furchtbaren Schmerz, es war, als wären meine Knochen zu glühenden Eisen geworden, mein Arm war dick geschwollen und ganz hart. Man schleppte mich in eine Kajüte und hier lag ich 24 Stunden hindurch, konnte mich nur mit Hilfe meines Freundes bewegen. Nach und nach wurde der Schmerz milder, und als, wir den Hafen erreichten, hatte ich bereits begonnen, am Leben wieder ein wenig Anteil zu nehmen. Aber Monate hindurch mußte ich mir die strengste Schonung auferlegen. So gesund kräftig wie früher bin ich nie wieder geworden, und ich toeiß heute auch, was >,Müdigkeit" bedeutet, etwas, was ich nie kannte, ehe die „Gnädige" Mich am Finger erwischte." Die Zimmerpflanzen und ihre Pflege. Woche vom 9.—15. Juli. So ziemlich unsere ganze Aufmerksamkeit gilt jetzt äußer dem Regelmäßigen Gießen, Düngen, Auflockern der Erde und Aus- kneisen der abgeblühten Blüten den Stecklingeii, die mir schon macksten und die wir immer weiter machen. — Die früher so sehr beliebte Liliacee, die V eli heimie, tritt jetzt ihre Ruhezeit an, die ebenso wie bei Amaryllis vittata, bis September dauert, Und während welcher die Pflanzen in>den Töpfen völlig trocken und kühl stehen. Sie blühen dann im Januar bis Frühling. — Den stark duftenden Tabak (Mcotiana affiuis) säen wir für die Winterblüte jetzt aus (recht dünn! ' Später einzeln in nicht ■ zu große Töpfe mit kräftiger Erde).1 Auch Reseda für Winterblüte säen wir aus; doch muß man Sorten für Topfkultur.wählen. Durch dreiwöchige Folgesaaten bis Ende August erreichen wir Blüten bis in den Frühling. Aussaat'derselben dünn in 15 Zentimeter Töpfe (lehmige Mistbeeterde, gute Scherbeneinlage); die Sämlinge werden nicht verstopft, sondern bis auf 3 bis 5 der stärksten ausgelichtet; dann lustig und sonnig gestellt. — Nelken- Stecklinge wachsen jetzt vorzüglich, wenn man sie nicht bertrodnen läßt, desgleichen Rosen; bei den Rosenckann man vielleicht auch schon ‘ mit dem Okulieren beginnen. — Englische Pelargonien- Stecklinge werden in kleinen Töpfen gezogen und ein paarmal während des Sommers verpflanzt. Aeltere Pflanzen werden nach der Blüte kräftig zurückgeschnitten und kurz nach dem neuen Austrieb verpflanzt, wobei der Ballen ausgeschüttelt, und eine kräftige lockere Erde verwendet wird. -Von den Hortensien Whdrangea opulodes) nehmen wir die Spitzen der Triebe, die keine Knospen zeigen, sowie die dünnen, kurz-gedrungenen biegsamen Triebe des Wurzelhalses zu Stecklingen (einzeln in 10 Zentimeter-Töpfe). Stecklinge machen wir ferner, außer von Geranien, Epheupesargonien, Petunien, Sparmannien (Ziminerlinden), Fuchsien usw., auch von dem herrlichen Granatbaum (Punica grämt tum), halten sie aber bis zur'Bewurzelung unter Glasglocken und lüsten vorsichtig. — 5 bis 6 Monate nach dem Einpflanzen blühen die niedlichen Freesien oder Kap-Maiblumen. Wenn wir jetzt mit dem Einpflanzen beginnen und mit Utägigeu Pausen damit bis Oktober fortfahren, so haben wir Blüten bis tn den Avril. Mehrere Zwiebeln werden in einen mittelgroßen Topf in lehmige Laub- und Mistbeeterde 'einige Zentimeter tief eingechlanzt, zuerst kühl, luftig und ziemlich trocken gehalten, „bann allmählich feuchter und mit Entwicklung der Blüten- schäfte auch wärmer (10—15 Grad Celsius). * Auf dem Balkon wird täglich gegossen und immer wieder gegossen; sogar bei Regen, der ja'doch nicht an die'Wurzeln dringt. Sprachest des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. ♦ Kuhname n. Kuynamen ? Ja, haben denn die Kühe auch, wie wir Menschen, ihre Namen? So wird woal mancher beim Lesen dieser Ueberfcbrift erstaunt fragen. Es gibt eben bei bett Bauern draußen gar viel Sprachgut, von dem sonst hochgebildete Stadtbewohner nichts wissen. Achtlos gehen die meisten Wanderer an den Tieren auf der Weide vorüber und ahnen nicht, daß eine kurze Unterhaltung mit dem Hirten oder der Hirtin ihnen lehrreiche Ausschlüsse über Namengebung verschaffen könnte. Wie man Menschen nach ihrem Geburtsort oder -land Meißner (— aus Meißen), Baßler l— aus Basel), Bremer, Beier nannte, so weisen auch die Kuhnamen Alqäuer, Altenburger, Pommer, d'Wurm- lingern usiv. auf die Herkunst des Tieres hin. Biele Familiennamen, wie Weiß, Böse, Kluge sind ursprünglich Eigenschaftswörter; mit ähnlichen Namen ruft auch der Bauer seine Kühe zum Füttern und Melken. Besondws beliebte Namen dieser Art sind; Weiße, Golde (— Goldige), Gelbe Schwarze, Note, Falsche, Feine, Flinke, Schlaue, Wilde. Der Mensch bildet aber auch Personennamen aus Eigenschaftswort und Hauplivort: Schönkops, Schmal- suß, Langbein, Gulsmut; ihnen entsprechen die Kuhnamen Weiß. horn, Weißkopi, Schivarzauge, Schivarzkops. Weisen die Namen Schecke, Bleß, Mohr, Mohrkopf, Stern aus die Färbung des Tieres hin, !o entspringen die ginnten Prinz, Dame, Junker, Rittmeister, Siallmeister, Kraivallmeister, Muckel, Tambour dem Bemühen des Bauern, auch andere Eigenschaiten seiner Tiere durch sinnvolle Namen hervorzuheben. Daß auch die Namen von anderen Tieren und Pflanzen zur Benennung von Kühen verivendet werben, wundert uns nicht; die Namen Amsel, Fink, Kuckuck, Lerche, Taube, Schwalbe, Wachtel; Esel, Hirsch, Maus, Reh; Blume, Nelke, Rose, Tulpe, Veilchen atmen die Luit des Landes. Reichlich vertreten sind weibliche Vornamen, unter betten matt manche altfränkische findet, wie Rebekka, Christel, Riale; am häufigsten sind wohl Lotte, Gretel, Liefet; heißt es doch auch am Anfänge von Schillers „Telf: Die braune Liefet kenn ich am Geläut. — Warum der Sprachverein auf die Kuhnamen aufmerksam macht? Weil er meint, daß auch für scheinbar bisher abseits liegende Gebiete unserer Sprache der Sinn geweckt werden muß; weil er meint, baß gerade bet diesen nur wenig voni Einfluß städtischer Kultur berührten Namen jedermann zwar nicht tiesgreisettde, aber doch selbständige Forschungen anstellen kann. Rau (Zwickau.) Vuchertisch. — Das Bayrische Hochlaub mit dem Allgäu, bas angrenzeitbe Tirol unbSalzburg nebst Salzkammergut. Von Th. Trautwein. Bearbeitet von Auto» Ebliuger unb Heinrich Heß. 15. Auflage. Mit 34 Karten und Plänen Wien u. Leipzig, 1912, A. Edlingers Verlag. Das vorliegende, in allen Kreisen der Alpettreisenden als der „Kleine Trautivein" bekannte, ausgezeichnete Reisehandbuch i)t soeben in 15 Auflage erschienen. Die anerkannten Vorzüge der Kraut- weinschen Reisebücher: größte Zuverlässigkeit und knappste Fassung, werden die Freunde des Buches auch in dieser neuen Ausgabe ungeschmälert wiederfinden. Dem hochälpinen Wintervergnügen ist durch Erwähnung aller wichtigeren Gelegenheiten zur Ausübung des Wintersportes (Rodeln, Skilaufen) Rechnung getragen. Alles in allem darf der „Kleine Trautweiu" für das Bayrische Hochland, stiordtirol, Salzburg und Salzkammergut für jeden Alpenwauderer, gleich ob Tal- oder Jochwanderer oder Hochtourist, unbedenflich als der ausführlichste und beste Führer bezeichnet werden. humoristisches. * Die großen Hüte. „Totschicke Toiletten waren auf dem Flugplätze!" — „Und wen habt Ihr fliegen sehen?" — „Niemand; wir werden doch wegen der paar Flugzeuge nicht unsere Hüte abnehmen!" ,., „ „ .. * Ermunterung. Onkel (dem dichtenden Neffen seine Sparkassenbücher zeigend): „Siehst du. Junge, das sind meine gesammelten Werke!" — „Gib doch mal einen Band heraus! Rätsel. Zwei Zeichen sotten dich belehren, Daß du die Ruhe nicht darfst stören. Sechs andre Zeichen sind bekannt Als eine Stadt nm Oderstrand. Tas Ganze siehst bu weit und breit Auf Feldern nach der Erntezeit. .Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer r . Menschen sind die Menschenkinder Aller Zeiten, aller Zonen, Ob sie unter Birkenbüschen, Ob sie unter Palmen ivohuen. Ob sie vor dem Christengotte, Ob vor Wodan sie sich bücken, Ob sie sich in Lumpen bergen, Oder sich mit Purpur schmücken. Redaktion: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlas der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R. Lang«,