m S-fjiT MM °-!Ld WWMWD Der König von Thule. Roman von Paul Grabern. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Den Schluß des kleinen Zuges machte Amthor und Mr. Sanderham, dessen Gattin mit Frau Eva ihnen vorauf ging. Eine halbe Stunde fast wanderte man über das Plateau des Gebirges hin, durch die starre Felsöde; die Kosten der Unterhaltung wurden fast ganz von Kapitän Neidhardt bestritten, der, mit noch einem Herrn vorauf- gehend, lebhaft in seiner humorvollen, drastischen Art erzählte, von früheren Nordlandsfahrten und einem Besuch in Spitzbergen. So kam man an den Rand des Plateaus, das nun in einer tiefen Auskehlung zu der kleinen Meeresbucht darunter abfiel, wo, wie dunkle Punkte, die Boote lagen mnd weiter draußen auf der goldflüssigen Flut die „Hamburg" wie ein Kinderspielzeug schwamm. Der Weg war ziemlich steil und durch loses Geröll etwas beschwerlich. Nach wenigen Schritten, wo der Pfad gerade in scharfer Biegung um einen Felsen führte, glitt denn auch Mrs. Sanderham schon aus, und ein kreischender Aufschrei rief nach Hilfe. Schnell war der Gatte bei ihr, noch vor den beiden Herren darunter, und sie klammerte sich ängstlich an ihn. „Bleib bei mir! Laß mich nicht allein gehen, Dick, auf diese miserable Weg!" bat sie dringlich, und der gutmütige Gatte diente ihr gern als Stütze. Eva Söllnitz blieb so einen Augenblick sich selbst überlassen; diese lang ersehnte Gelegenheit benutzte Amthor, um an ihre Seite zu treten. Mit geheimem Erbeben fühlte /sie ihn herankommen. Nun wär ja der Moment da, vor dem sie sich so bangte, dem sie so aus dem Wege gegangen war, und schon tönte ihr seine Frage im Ohr: „Warum fliehen Sie mich, Frau Eva? — Was haben Sie gegen mich?" Es klang aus seinen Worten eine so große Trauer; da konnte sie ihm nicht länger ausw'eichen. „Nichts gegen Sie!" versicherte sie, und ein beteuernder Blick traf ihn. „Was dann aber?" Mit tiefster Sorge fah er auf sie. „Sie sind ja seit gestern ganz verstört." Ein letztes Zaudern noch, schwer atmete sie; dann gestand sie leise und stockend, den Blick vor sich auf den Boden heftend: „Ich habe etwas Furchtbares erlebt. — Als ich mich gestern von ihnen trennte und in meine Kabine kam — fand ich einen Brief —" es würgte ihr in der Kehle, „diesev Brief war anonym." „Wie?" Ein Ahnen schoß wie ein Blitz in ihm aus. „Anonym?" Sie nickte nur schweigend in stummer Qual. Ach, wenn sie doch nichts weiter zu sagen brauchte! „Nun versteh ich!" 'Er blieb in zitternder Erregung vor ihr stehen. „Dieser Brief enthielt Verleumdungen — Verdächtigungen gegen Sie?" Wieder ein stummes Nicken. Aber es sagte ihm genug. „Ah — diese Elenden! Diese —" ein unterdrückter Zornlaut entfuhr ihm, und fußstampfend ballte er die Faust nach der Gesellschaft, die drunten unterhalb des Felsvorsprungs, wie eine endlos lange Schlange sich auf dem Zickzackweg den Hang hinab zog. Dann aber kehrte er sich ihr wieder zu. „Aber warum sagten Sie mir das nicht schon längst? Warum auälten Sie siw damit allein?" Es kam keine Antwort, doch tiefer senkte sich ihr Haupt. „Frau Eva." Sehr ernst klangen seine Worte. „Sind wir denn nicht Freunde?" Er sah,, wie sie noch einmal mit sich rang; dann aber raffte sie sich entschlossen auf, als würfe sie eine falsche Scheu von sich, und blickte ihm voll ins Gesicht: „Nun zwingen Sie mich zu sagen, was ich Ihnen hatte verschweigen wollen. Die Verleumdungen in jenem Briefe, sie trafen nicht nur mich, sondern — auch Sie!" Einen Moment stand Amthor, noch ohne Verständnis; aber wie er jetzt ihr Haupt sich senken sah, wie eine flammende Röte auf ihren Wangen erschien, begriff er. „Man hat Sie — man hat unsere Beziehungen —?" Sie zuckte, statt jeder Antwort, nur in sich zusammen. Da kam, sein Herz erschütternd, das volle Verstehen über ihn: Um ihn hatte sie gelitten, die furchtbaren Qualen tödlich verletzten Frauenstolzes — allein, ohne jede Hilfe — gelitten bis zum Zusammenbrechen! Hatte er sie nicht getrieben, ihren vertrauten Verkehr frei vor aller Welt zu zeigen? Und nun hatte sie es büßen müssen! Seine Augen begannen zu zittern. Wie sie. die Zarte, Schwache und doch so Tapfere, in frauenhafter Scham erglüht da vor ihm stand — so süß, so begehrenswert! Und all das, was in diesen Tagen cm Sehnen in ihm zurückgedrängt worden war, das brach jetzt leidenschaftlich in ihm aus, brausend, unaufhaltsam, alle Vernunflsschran- ken hinwegreißend, wie ein aufbrandendes Meer. „Eva — Eva!" Ehe sie es hindern könnte, hatte er ihre beiden Hände ergriffen, und nun brannten seine wilden, inbrünstigen Küsse wieder und immer wieder auf diesen kalten, leidenszarten Händen. In jähem Erschrecken erstarrt — das Herz stand ihr plötzlich still — gelähmt durch den über sie hinstürmenden Ausbruch seiner Lcivenschaft, ließ Eva Söllnitz geschlossenen Auges, wie in einer seligen Ohnmacht, das sekundenlang über sich ergehen; sie wußte nicht, wie ihr geschah. Aber dann kehrte ihr die Besinnung wieder. Mein Gott, was tat er mit ihr? Mit einem Ruck entriß sie ihm die Hände. Da kam auch er aus seinem Taumel zu sich. Er richtete sich ans. Dann aber zuckte er plötzlich wie unter einem furchtbaren Schlage zusammen. Totenblässe erschien auf seinen Zügen, und seine Hand fuhr zur Stirn. Mein Gott — was hatte er getan! Er starrte mit fast entsetzten Blicken auf sie nieder, die in zitternder, selig-banger Erwartung, mit gesenkten Augen seines Wortes harrte, das ihr die volle" Seligkeit bringen sollte. Sie harrte, mit angehaltenem Herzschlag — aber das Wort kam nicht. Statt dessen drang jetzt ein dumpfer Laut wie ein unterdrücktes Stöhnen an ihr Ohr. Erschreckt blickte sie auf. Da sah sie ihn vor sich stehen — keinen Tropfen Blut im Gesicht. ift Ihnen Langsam sank ihm die Hand hernieder, ein Blick traf sie, der ihr das Herz zerschnitt, dann kam es tonlos von seinen Lippen: „Ich bin zum Frevler an Ihnen geworden. — Mein Gott — wäre diese Stunde doch nie gekommen!" Und abermals entrang sich ihm ein verzweifelter Laut. Sie starrte ihn mit weit geöffneten Augen an, entsetzt, wortlos. Sie verstand ihn nicht, aber sie fühlte es: Da war eben etwas Furchtbares zwischen sie beide getreten — im Augenblick höchster Seligkeit, wo das Glück sie schon gestreift hatte. Die entsetzliche Pause dünkte sie eine Ewigkeit. Dann machte er eine Bewegung auf sie zu: „Nun ist es geschehen, was nie hätte sein dürfen; denn ich bin ein Unfreier, der nicht das Recht hat, Liebe zu zeigen, und um Liebe zu werben. — Ich bin verheiratet, Frau Eva." „Wie — ?" Sie blickte ihn mit irren, weit geöffneten Augen an. Das konnte er doch nicht gesagt haben, was ihr da eben ihr Ohr vorlügen wollte! Aber stumin bestätigend neigte sich langsam sein Haupt. Da war es ihr, als ob alles herum um sie. sich zu drehen begann. Ihre Hand tastete wie nach einem Halt. Amthor sah es und streckte die Rechte nach ihr hin. Doch sie raffte sich im selben Moment zusammen; es war, als schreckte sic vo^ der Berührung seiner Hand zurück. Es entging ihm nicht, und ein unbeschreiblicher Schmerz spiegelte sich in seinen Zügen. „Verurteilen Sie mich nicht ungehört!" flehte er leise. „Sie wissen nicht, was mich diese Stunde kostet. Lassen Sie mich Ihnen alles sagen!" Sie sah an ihm vorbei, hinunter in die Tiefe, mit einem leeren Blick. Was konnte er ihr noch sagen? In ihrem Ohr. tönte ja unausgesetzt das eine furchtbare Wort, das alle anderen überflüssig machte: Unfrei! „Frau Eva!" Seine bang bittende Stimme entriß sie ihrer Starrheit. Mechanisch begann sie sich zu regen. Ihr Blick fiel drunten auf die Gesellschaft; unterhalb des Felsenvorsprungs wurden jetzt auch ihre Bekannten wieder sichtbar, das Ende des langen, sich herabwindenden Zuges. Es kam ihr plötzlich zum Bewußtsein, wie weit zurückgeblieben sie hier waren, und unwillkürlich begann sie bergab zu gehen, des Weges achtlos, nur schnell, schnell den anderen nach. Amthor schritt an ihrer Seite. Noch immer hatte er keine Antwort auf seine Frage. „Sie wollen mich also nicht hören?" Eine unendliche Trauer klang aus seinen Worten. Ja so — er hatte sie ja vorhin da etwas gefragt. Es kam ihr wieder in Erinnerung. „Doch — aber nicht jetzt. Vielleicht morgen — später." Mit müdem, gleichgültigem Ton erwiderte sie es. Da sprach auch er nichts mehr. In todestraurigem Schweigen gingen sie beide nebeneinander her. XIV. Im Damensalon des Schiffes, der auch als Schreibzimmer diente, saß Amthor und schrieb. Es war in der vierten Morgenstunde. Der mattgelbe Schein der nächtlichen Polarsonne fiel durch die Scheiben, ein eigenes, geheimnisvolles Licht erzeugend, das die Gegenstände im Raum mystisch umfloß. Lautlos still und verlassen lag das Gemach, nur ganz vorn, vom anderen Ende des Decks, drang dann und wann ein gedämpfter Hall, aus dem Rauchsalon, — dort saßen noch die letzten unermüdlichen Schwärmer beim Sekt und feierten die Polarnacht. Blatt auf Blatt vor Amthor hatte sich mit seinen festen Schriftzügen gefüllt. Nun schrieb er die letzten endenden Zeilen, langsamer, jedes Wort in seiner vollen Schwere empfindend." Dann legte er die Feder aus der Hand und tief aufatmend lehnte er sich im Stuhl zurück. So verharrte er einige Augenblicke mit geschlossenen Augen; dann beugte er sich wieder vor. Noch einmal nahm er die Blätter auf und überlas, was er da eben niedergeschrieben hatte: „Liebe, liebe Frau Eva! Wenn Sie mich auch vorhin erkennen ließen, daß Sie einer Aufklärung von meiner Seite nach dem, was geschehen ist, kein Interesse mehr entgegentrügen, so muß ich doch zu Ihnen sprechen. Und ich bitte Sie, wenn ich Ihnen je etwas gewesen bin, versagen Sie mir diese letzte Bitte nicht. Ich ertrage es nicht, ungehört von Ihnen verurteilt — verachtet zu werden. Glauben Sie mir: Ich bin ein so mit Leid Beladener, daß Sie mir das nicht auch noch antun dürfen. Die nachstehenden Zeilen werden es Ihnen zeigen und Ihnen zugleich dartun, daß ich nicht ein Abenteurer bin, der ein frivoles Spiel mit einer schon genug vom Schicksal heimgesuchten Frau getrieben hat. Sie wissen, daß ich Ihnen auf unserem ersten Ritt in Island sagte, daß mich ernste Pflichten dort festbannten, in jenes Haus des Grauens und der Trauer, das ich Ihnen von ferne zeigte. Ich sagte Ihnen aber nicht, welcher Art diese Pflichten sind. Ich tat es nicht, weil ich über mein Unglück seit Jahren nicht mehr spreche, weil ich nicht durch das Aufrühren alten Leids meine nur mühsam errungene Ruhe wieder aufs Spiel setzen wollte. Ich bin verheiratet, Frau Eva, Sie wissen es ja nun bereits — aber nun mögen Sie auch alles wissen: Verheiratet mic einer lebendig Begrabenen, die jenes Haus beherbergt — das ist die Pflicht, die mich auf Island festbannt. (Fortsetzung folgt.) hgchMzgebräuHe im Vogelsberg. Ein Beitrag zur Volkskunde Oberhessens von A. S. Nichts ist interessanter als die Verkiesung in die Sitten und Gebräuche der biederen Dorfbewohner. Denn während das Leben der Stadtbevölkerung in unserer rasch dahinflutcnden Zeit mit ihrem Erlisten, Erraffen, Wetten und Wagen schon seit mehr denn einem Menschenalter nüchtern und poesielos geworden ist, finden sich im Torfleben noch so viel poesiereiche und gemütvolle Gebräuche, das; man sich in die Zeit unserer Urgroßeltern zurückversetzt glaubt. Freilich, der oberflächliche Beobachter sieht und merkt davon nur sehr wenig; er sieht nur die rauhe Außenseite mit all ihrem nüchternen Tun und Treiben. Tas Gemüt des Bauern bleibt ihm ein unbekanntes Gebiet, zumal der Landmann nur schwer einem Fremden einen offenen Blick in diese Seite seines Lebens tun läßt. Man muß schon jahrelang unter ihnen leben und ihr Vertrauen gewinnen, und ein aufmerksames Ohr und einen scharfen Blick für all die Tinge haben, die den meisten entgehen. Freilich ist wohl zu unterscheiden zwischen den Dörfern, die in entlegener Gegend, fern dem hastenden Ver- kehx, in Weltabgeschiedenheit viel länger am Althergebrachten festhalten und wohin die moderne -Zeit mit ihrer Aufklärung und Nüchternheit nur sehr langsam vordringt, und der m unmittelbarer Nähe der Industriestädte liegenden, in beständigem Wechselverkehr mit der Stadt stehenden Orten, in dem der seit Jahrhunderten eingesessene Bauernstand von der stetig wachsenden und wechselnden Arbeiterbevölkerung in Zahl und Einfluß und Sinnesart verdrängt wird. Und auch wieder in abgelegener Gegend, wie etwa im Vogelsberg, beobachtet man, nicht eine sich auf größere Gebiete erstreckende Gleichheit der Sitten und Gebräuche, 279 sondern eine ost schon von Ort zu Ort bemerkbare Mannig»- saltigkeit derselben. Eine charakteristische Eigentümlichkeit aber dieser Sitten ist, daß sie säst durchweg mit einem mehr oder weniger krassen Aberglauben verbunden sind. Aberglauben? wird das aufgeklärte Stadtkind rufen: gibts denn das auch noch in unserem modernen 20. Jahrhundert? Ten findet man doch allenfalls noch bei alten Jungfern und hysterischen Frauenzimmern, die den Freitag für einen Unglückstag und die Zahl 13 für eine Unglückszahl halten! Und doch, auf dem Lande begegnet man ihm aus Schritt und Tritt. Ter Aberglaube begleitet die Dorfbewohner von der Wiege bis zum Grabe, von Aberglauben umwoben sind Geburt und Taufe, Hochzeit und Tod. Interessant sind besonders die abergläubischen Gebräuche, die mit der Hochzeit verbunden sind. Sie zu schildern ist der Zweck dieser Zeilen: vielleicht, daß ich ein ander Mal die Schilderung solcher Gebräuche fortsetze. . Was gibt es Lieberes für ein Bräutchen in der Stadt, fernen Schatz zu Weihnachten und Geburtstag mit selbstgefertigten Hausarbeiten zu überraschen und zu erfreuen! Eine Braut aus dem Lande aber darf, wenn sie in der Ehe mit ihrem Liebsten einig blechen will, keinen Nadelstich für ihn tun. Uneinigkeit und Zwietracht sind die unausbleibliche Folge. Unglück in der Ehe bringt auch, wenn die Braut beim Backen der Hochzeitskuchen schon beim ersten Gebäck ins Backhaus kommt. Schöne Gebräuche knüpfen sich an den Rumpelwagen oder „Bräutwagen". Steht er fertig gepackt und geschmückt, mit Pferden bespannt zur Abfahrt bereit irn Hofe, so muß eine Taglöhnersfrau einen neuen, mit bunten Bändern und Sträußern geschmückten Reiserbesen dreimal hoch über den Bräutwagen werfen. Bleibt er hängen, oder kommt er mcht über den Wagen, so bringt das Unglück. Tie Pferde müssen dreimal anziehen und wieder anhalten, ehe es eudgiltig zur neuen Heunat geht. , Dieser Brauch findet sich auch in der Form, daß der Besen dreimal um den Wagen herumgetragen wird. Zwischendurch bleibt die Frau jedesmal vor den Pferden stehen, die dann kurz anziehen müssen. Nachher wird er sofort auf den Wagen geworfen, wo er so liegen bleiben muß, wenn es Glück bringen soll. Nun geht es in lustiger Fahrt in die neue Heimat. Aber Uschi ungehindert, denn oft werden von ärmeren Leuten und Kindern die Pferde, angehalten und nur gegen ein Lösegeld in klingens er Münze freigegeben. Scharf wird aber beobachtet, wer zuerst auf der Fahrt ihnen entgegenkommt und den Zug zum Stehen bringt, ^zsts ein Mann, so bringt das Glück, ists eine Frau, dann Unglück. — Nun kommt der Tag der Trauung. Wahrlich, es ist eine Kunst und erfordert die angestrengte Aufmerksamkeit der Brautleute, alle die Gebräuche genau zu beobachten, damit ja das Glück im Ehestand nicht fehle. Schon mit der intimsten Brauttoilette beschäftigt sich der Aberglaube. Tie Braut muß, will sie selbst der Herr im Hause fein, das — Brauthemd von unten herauf an- Swhen! Aber obs immer hilft? Tann gäbe es auf dem Land fast lauter Pantoffelhelden. Nun kommt der Gang zur Kirche. Wehe, wenn sich die Braut einmal umschaut oder auch nur nach der Seite blickt. Tann heißts: sie schaut nach einem andern aus und die Ehe dauert nicht lange; die jetzt zum Altäre schreiten zum Gelöbnis lebenslänglicher Liebe und Treue, kommen bald auseinander durch Tod oder Scheidung und das eine heiratet wieder. Auch das Wetter ist von großer Vorbedeutung für Glück oder Unglück. Starker Regen, schlechtes Hochzeitswetter bringt Unglück. Man sagt aber auch vielfach, wenn es leise regnet auf den-Gang zur Kirche, so regnet es Glück auf das junge Paar. Und steht es dann am Altäre, so kann man seine Liebe leicht ermessen. Eng aneinander geschmiegt stehen recht glückliche Brautleute. Unglück in der Ehe bedeutet, wenn man zwischen ihnen hindurch sehen tarnt. Vor allem aber sieht man streng darauf, •— und das ist ganz allgemein Sitte — daß nicht zwei Brautpaare am selben Tag getraut werden. Was in der Stadt oder auch nur an größeren Orten sich unmöglich durchführen ließe, wird hier fast immer möglich gemacht. Tenn nur das zuerst kopulierte Paar hat den Segen. Dem zweiten ist er genommen, es wird im Unglück heimgesucht in der Ehe. Es kommt immer wieder vor, daß zufällig in solchen Fällen Mann oder Frau frühzeitig sterben. Tas bestärkt natürlich wieder das ganze Torf in seinem Glauben auf Jahre hinaus und peinlicher noch als früher wird darauf gesehen, daß die alte Regel nicht verletzt wird. Und es läßt sich einmal nicht vermeiden, daß zwei Paare am selben Tag heiraten, dann sucht das zweite Paar sich doch den Segen zu verschaffen. Auf dem Lande ist es Sitte, daß die ganze Hochzeitsgesellschaft mit dem Brautpaar an der Spitze — der Bräutigam voran — nach vollendeter Trauung um den Altar zieht, um ihr Scherflein zu opfern. Tiefer Zug um den Altar geschieht natürlich wie bei der Abendmahlsfeier von links, so daß der Altar rechts bleibt. Muß nun am selben Tag noch ein zweites Paar diesen Gang tun, so geht es von rechts um den Altar. So wird der vorweggenommene Segen doch noch erlangt. Es ist die uralte Geschichte von Jakob und Esau, die sich auch heute noch in dieser veränderten Form immer wiederholt. — Es ging über den Rahmen dieser Skizze hinaus, wollte ich die Anschauungen von Gott und dem göttlichen Segen klarlegen, die dieser Sitte zu Grunde liegen, so interessant dies auch fein mag; wie es überhaupt der Mühe wert wäre, den in all diesen Gebräuchen steckenden Aberglauben nach seinen Wurzeln zu untersuchen. Es wäre zuviel gesagt, wollte man behaupten, alle diese Gebräuche würden noch in jedem einzelnen Fall so gewissenhaft wie in früheren Zeiten befolgt: es gibt auch auf dem Land „emanzipierte" Leute, die sich über solche Tinge spottend hinwegsetzen. Aber wenn auch vielfach die Jugend diesem Aber, glauben und seinen Aeußernngen zweifelnd ober ablehnend gegenüber steht — die „Alten" im Hanse und in der Verwandtschaft, Großmutter, Mutter und Tanten sorgen schon dafür, daß die Jungen nichts von dem versäumen, was sie ihnen dringend ans Herz legen. Und wenn diese „Jungen" selbst „alt" geworden sind, machen sies nicht anders. Frühling am Rhein. Das erste Morgenlicht flirrt mit fahlem Schimmer über das schlummernde Mainz und ruft mich zu früher Stunde aus den Federn. Während ich mich anUeide und mein Ränzel schnüre, greift das Morgenrot in warmem Schimmer am Himmel weiter und erfüllt die Landschast^mit rotfrohen Farben. Rasch und rascher hebt sich im Osten die Sonne in purpurner Pracht und verklärt die Stadt mit ihren goldenen Strahlen. — Am Gonsenheimer Tore treffe ich meine Kameraden und mit munterem Sieb gehts hinaus in den Tag, der sich in Hellen Bogen über das erwachende Land wölbt. Mit uns zieht eine Abteilung Soldaten aus der Stadt nach dein „Großen Sande". Auch sie sind heiter und froh. Lustig Hingt ihr freudiger Sang durch das Feld. Es ist als ob alles vorn Lenze geküßt wäre, als ob es in allen klinge und jubiliere vor Lebenswonne und Lebenslust. Und doch gehen sie nur an die Arbeit, an das harte „Muß" des Alltags, während wir frei und ungebunden in den Tag wandern können und uns an der Schönheit der Welt ergötzen dürfen. . . . Durch lockeren Sand und duftenden Fichtenwald führt der Weg zürn Leniaberg, der einen herrlichen Blick auf den Taunus gewährt, der in greifbarer Nähe seine sanftgeschwungenen, waldigen Höhen reckt. , Mit goldenen Kuppeln grüßt die griechische Kapelle durch den jungen Morgen und das Jagdschloß auf der Platte schimmert in glänzendem Weiß. Von dem in nächster Nähe liegenden, hochtürmigen Schlosse Waldhaufen, dessen Park und Anfahrt mit den zwei prächtigen Erzhirschen ein Bild voll Schönheit und Wucht bietet, hat man einen zweiten Blick auf den Taunus und den Rhein, der in der w eiten, fruchtbaren Niederung seine stolzen, grüngoldigen Fluten dahinwälzt. Zur Rechten liegt Budenheim, in ein Meer von Blüten versenkt, auf der anderen Seite des Stromes Eltville mit seinem alten Wartturm, Walluf, Kiedrich und wie die Dörfer alle heißen mögen, von blühenden Bäumen umgeben und von sprießenden Reben umgrenzt. Das ist ein Anblick, wie ihn die Welt kaum zum zweitenmal wird bieten können. Durch einen Weidenwald, der in golddoldiger Blüte steht, geht unser Weg über Heidesheim auf die Pariser Straße, die einst Napoleon I. für seine Heere bauen oder doch wenigstens ausbauen ließ. Sie führt nach Ingelheim, das schon zur Zeit Karls des Großen seine Weinberge pflegte und heute durch den würzigen Geschmack seines Rotweins weithin bekannt ist. Das alte Dörflein birgt noch jetzt die verwitterten Trümmer der alten Kaiserpfalz in feinem Innern, in der einst Karl lustwandelte und sich von den Sorgen und Lasten seiner Würde erholte. Vor uns, ganz in der Nähe wellt nun der Rhein und quer durch das Feld geht es nach Frei-Weinheim. Mit langsamem Schritt schreitet ein Bauer durch das Feld und wirft mit ansgereckten Armen den Samen in die dampfende Erde. Am Ranfte grasen seine Pferde beim um- gestürzten Pflug, auf dem ein Junge mit behaglichem Grinsen sein Butterbrot verzehrt. Weiter draußen im Feld leuchtet der rote Unterrock einer Frau, die in geschäftigem Eifer durch die Furchen geht. Es ist allmählich heiß geworden unter der Frühlingssonne, und der kleine Wald, der sich dem Blicke zeigt, ist daher höchst willkommen. Ragende, sattgrüne Tannen umfangen uns mit erfrischendem Schatten. Auf moosigem Boden lächelt die blauäugige Anemone, die mit ihrem gelben Herzchen und ihrem leuchtenden Silbermäntelchen reizend aus dem Grünen hervorlugt. — Leider tritt diese schöne Blume fast nur in dem „Mainzer Becken" und auch da schon spärlich auf. — Aus dem nahen Gebüsch flüstert das rieselnde Plätschern eines hurtigen Wässerchens, das in purzelnden Sprüngen die Felsen herabgurgelt und die schießenden Gräser mit schmeichelndem Zünglein umtost. Sanfte Kühle verbreitet sich um das lauschige Fleckchen und belebt die ermüdenden Glieder. Nach kurzer Rast setzen wir den Marsch mit freudigen Schritt fort, durch Üppige Wiesen und Felder. Vorbei an knorrigen Weiden und altersgrauen Pappeln, die sich in einem brausend 280 Über das Wehr stürzenden Muhlbach zu seltsamen Schatten verzerren. Lustig schallt das Geklapper der Mühle durch die säuselnde Stille und vereint sich mit dem Rauschen des Baches zu melodischem Klingen. In Frei-Weinheim wird in einem Gasthause, das dicht am Rheine steht, Einkehr gehalten. In grünender Laube kosten wir des Rheines herrlichste Gabe, den Wein. Bon den Römern gepflanzt, von den Mönchen gehegt, hat sich dieser goldene Saft einen Weltruf errungen durch seine köstliche Blume. „Wie glüht er im Glase! Wie flammt er so hold! Geschliffnem Topase vergleich ich sein Gold! Und Düfte entschweben ihm blumig und fein. Gott schütze die Reben am sonnigen Rhein." So fühlte schon manch anderer, so sangen schon viele Tausende, und der Wunsch durchdrang ihre Herzen in heißem Flehen, 'wenn sie am Rhein und beim Weine den Zauber erkannten, der die Menschen dort so fröhlich und heiter macht. .... Gott schütze die Reben am sonnigen Rhein .... Auf schmaleni Pfade geht es weiter den Rhein entlang. Aus frischgrünen Hecken dringt eines, Schäfers wehseliges Lied. Unter einer starken, rissigen Pappel sitzt er da, den ergrauenden Nacken über einen Strickstrumpf gebeugt, unbekümmert um seine Herde, die zwei Hunde in ruhelosem Gekläff umeilen. Ueberall Leben, Freude und Bewegung. Durch die schimmernden Wellenhügel des Stromes bahnt sich ein langer Schleppzug schnaufend seinen Weg. Schwer und ächzend frißt sich der große Schleppdampfer in die strömende Flut. Düstere Rauchwolken entströmen dem Schornsteine des Schiffes und das Rasseln der Maschine, das Schreien der Matrosen und Flößer klingt bis zum Lande herüber. Rheinab zieht einer der eleganten Dampfer der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft, durch seine bunten Wimpel und Fahnen als Festschiff bezeichnet. Mit dumpfen Böllerschüssen begrüßt es das Sinnbild der deutschen Einheit, die Germania, und das Vaterlandslied braust huldigend empor. Stolz Und erhaben steht sie da, die Hüterin des deutschen Rheines, von der Abendsonne in glitzerndes Gold getaucht. Mutige, deutsche Augen schauen voll kühnen Feuers zu ihr hinauf, und in den Herzen Hingt das Lied: „Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein, Ob sie wie gier'ge Raben, sich heiser darnach schrcin!" . . Aus dem Rochus berge, der jetzt im Äorblick erscheint, ragt des heiligen Wundertäters Kapelle, deren Wiederherstellung Goethe in einer seiner Schriften erzählt hat. An der rheinseilen Wand des Gotteshauses leuchtet eine weiße Marmorplatte in stiller Trauer. Sie ist deut Andenken einer Studentengesellschaft gewidmet, die vor Jahr en bei einer Nachenfahrt umkam. Auf der anderen Seite erglüht die Ehrenburg unter den Strahlen der Spätjonne und ihr liebliches Bild grüßt aus den wogenden Fluten, die den alten Mäuseturm umspülen, in dem einst der Sage nach der grausame Bischof Hatto von Mäusen den Tod fand. iTatsächlich wurde früher jedoch an dieser Stelle von den Schissen ein Zoll — bayrisch Maut — erhoben, woraus der Name Mautturm, später Mäuse- turm, entstand.) Heute dient der Turm der Schiffahrt als wichtige Signalstation,_ die den Verkehr in dem gefährlichen Bingerloch regelt, wo fast jährlich trotz aller Vorsicht Unfälle Vorkommen oder Schiffe gar scheitern. Nach kurzem Besuch der Burg Klopp, deren Entstehung auf die Römer zurückgeführt wird, lassen wir uns in einem der freundlichen Wirtsgärten am Rheinufer nieder und dehnen behaglich die vom Marsch ermatteten Glieder. Drüben auf dem Rhein ziehen die Schiffe vorüber und auf beiden Ufern rollen ratternd Eisenbahnzüge vorbei: Dampf und Dunst erfüllt die Luft. Das ist die neuzeitliche Rheinromantik, in der keine Nixe mehr kosende Zwiesprache hält mit einem sehnsüchtigen, jungen Blut und es mit seinen feuchten Blicken betört, um cs zu sich hinabzuziehen in die kristallenen Paläste, wo der Nibelungen verderbenbringender Hort in leuchtender Pracht geborgen liegt. Auch Frau Loreley ist längst verschwunden und nur ihr goldenes Haar^ schimmert noch manchmal im Abendschein von der Klippe des Felsens hernieder. Kein Sterblicher mehr sah das berückende Weib. Still und ruhig ruht sie auf dem Grunde des Stromes, den einst Siegfried, der „herrliche Held", lachend befuhr, als er gen Jsenstein zog, um Brünhild für Gunther zu gewinnen. Seitdem ist der Rhein nicht aus der Geschichte der deutschen Völker geschwunden. Alle find bereit, ihr Blut für ihn zu lassen. Aber mild und strahlend fließt sein Wasser dahin, als ob das Leid ünd die Kämpfe von Jahrhunderten eindruckslos an ihm vorübergegangen wären. . . . O, wie herrlich ist so ein Abend am Rhein. Die Sonne senkt sich im Westen strahlend hinab und mit grauen Füßen schreitet die Dämmerung über die rheinischen Fluren. Allmählich, .foringenb wie ein Irrwisch, flammt den Strom entlang Licht nm Licht auf und aus schmalen Fenstern fällt ihr dämmernder Strahl ins mollige Dunkel. Der Mond steigt in sanfter Bahn am Himmel empor, schimmernder Glanz flutet in silbernem Schaum über die träumenden Wogen und der Duft der blühenden Reben liegt schwer auf dem abendlichen Land. 0. Nth. was das Autzbrtt der verefina erzählt. Schon rüstet man sich in Rußland zu den großen Gedenkieiern, die die einzelnen Phasen des welthistorischen Ringens der großen Armee mit dem russischen Riesen der Rachivelt wieder ins Bewußtsein bringen sollen; in Moskau und bei Bo>odino wird man iestlich des großen Jahres gedenken, aber im Mittelpunkt des Interesses steht doch jener kleine Weiler an den Ufern der Beresina, wo das Schicksal der Großen Armee sich endgültig entschied und wo ungezählte Tausende von jungen Menschen, die hoffnungsvoll in den Kamps gezogen waren, in den eisigen Fluten des nun welthistorisch berühmten Flusses ein furchtbares Grab sanden. Noch heute erzählen die Felder itnd Hügel in der Umgegend von Studjänka bisweileit von dem tragischen Geschick des napo- eonis hen Heere-, das sich hier vollendete; immer wieder findet der Bauer, der seinen Pflug über den Acker iührt, verwitterte Fetzen von alten Patronentaschen und Tornistern, gebrochene Klingen und rostige Wasfenresie. Aber diese vereinzelten kleinen Funde sind, wie nachdenklich sie den sinnenden Betrachter auch stimmen mögen, bedeutungslos gegenüber denr, was das Flußbett der Beresina erzählen könnte, iuam mau sich dazu entschlöße, dem Flusse seine Geheimnisse zu entreißen. Ein Fahr nach der Katastrophe, 1813, sind schon einmal Nachforschungen in dieser Richtung vorgenommen worden, man unternahm eine Ausgrabung, die trotz ihres geringen Umfanges ganz außerordetitlich reiche Ergebtiisse halte. Damals entwand »ran den Fluten in dem Grunde der Beresina eine lange Reihe von Koffern, Kästen und Tornistern, die zum Teil den Wassern getrotzt hatten; die Geräte und Uniformstücke waren vollkommen erhalten. Karossen, Wägen und Geschützteile wurden zur Oberfläche geiorderi, ganze Berge von Geivehren, Säbeln und Ausrüstungsiegenständen. Ein ivürttembergischer Arzt, der Augenzeuge jener Ausgrabungen war, berichtet, daß er dabei am liier „eine Menge Gold, Silber und Juwelen" gesehen habe, „goldene Uhren, Schmuckstücke, dir von den bei den Arbeiten beschäiligten Soldaten untereiliander geteilt wurden". Die aus der Umgegend herbeigeeilten Bewohner kauften zu Spottpreisen wahre Schätze, die Unmasse der auf« gefundenen Reliquien raubte dem einzelnen Stücke jeden Wert, und schließlich kaur der Befehl, die Ausgrabungen einzustellen. Doch a.t)l Jahrzehnte später zivang der Zufall die Beresina, wieder von dem großen Iah e 1812 zu erzählen. Eine der Baggermaschinen, die auf dem Oberlauf der Beresina arbeitete i, machte im August 1893 gewnüber von Studjänka fest. Nachdem die obere Schicht des Fliißbettes aiisgebaqgert war, förderte die Maschine einen schwarzen Schlamin zu tage, der sich bei näherer Untersuchung als die lieber- -reste verfallenen Pulvers erwies. Die Vulverjchicht im Flußbette wies eine Dicke von nicht weniger als 35 Ztm. au«. Man fand dann eine Fülle menschlicher Gebeine und Tierskelelte, Gewehre, Säbel, Lan.en. Helme, Sporen; auch Geldstücke und einen Lössel, der religiösen Zwecken gedient hatte; emen russischen Lössel, mit be :t den Gl iubigen der orthodoxen. Kirche die Kommunio!» erteilt wurde. Die au! diese Weise anigeinnbeiien Gegenstände wurden versiegelt nach Petersburg gesandt und fanden im Armeemuseum einen Ehrenplatz. Eingeweihte aber behaupte», daß gerade die ivertvollsteu und besten Stricke dieser Besti>nmung entzogen wurden; jedeniasis sind mehrere Fälle bekannt, in denen Leute a>ts der Umgegend für iveniges.Geld einzelne Kostbarkeiten erlangten; so bezahlte ein Backsteinarbeiter für ein goldenes Opernglas 7 Rubel und ein Neugieriger erstand ohne Mühe ein paar Pistolen. Werin die Ernte damals nicht reicher re ar, so erklärt sich das durch einen Umstand, der einige Jahre zurücklag. Damals ivar der Sommer sehr trocken nnb der Wasserstand der Beresina ungewöhnlich niedrig und zrvei große Baggermaschinen, die flußabwärts trieben, mußten aus Mangel an Wasser bei Studjänka unfreiwillig Halt machen. Sie gerieten auf Grund und zivar an der Stelle, wo in dem Jahre 1812 die beiden Brücken errichtet ivordeu waren. Durch ihr geivaltiges Gewicht preßten sie den Uferschlamnr ziisammeii, während sie gleichzeitig dem in der Strömung herbeitreibenden Sande Widerstand baten. Es entstanden Sandbänke, und so kam es, daß diese beiden Baggermaschinen bem großen Grabe im Flußbett der Beresina sozusagen einen Sargdeckel a>is Sand nnb Schlamm schulen, unter bem jetzt bie Ueberreste der Großen Armee und mit ihr zahllose Reliquien nit jene ivelihistorische Katastrophe geborgen liegen. Eine sy nematische Ausbaggerung jenes Teiles der Beresina ivürde zweifellos diese Zeugnisse einer tragischen Vergangenheit ans Licht fördern. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universikäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Giejen.