Samstag, den 3. August Mf 4 11 Sommerlrutnsnts. Roman von Walter Bloem. Copryght 1910 by Orethlein & Co. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Flamberg schlenderte von einer Gruppe zur andern — ließ sich bald hier, bald dort zu einem kurzen Geplauder nieder und sog die Stimmung der Stunde in sich hinein. — Mit Wonne verfolgte sein geschulter Blick das langentwöhnte Schauspiel, wie sich nun das rötlichgelbe Licht der Kerzen, das tchfe Goldbraun des Sonnenuntergangs, das hellere Gelb der elektrischen Kronleuchter von droben her, der bläuliche Tabaksdunst, der in breiten Schwaden über den Gruppen lagerte, mit dem Blau und Rot der Uniformen, den goldenen Reflexen auf den Monturknöpfen und der satten Sonneufarbe der gebräunten Gesichter verwob. — In seinen Adern glühte der Sekt, schäumte die freudige Hoffnung auf acht Wochen eines neuen, verwandelten Lebens voll farbiger Eindrücke, voll harmlos heiterer Erlebnisse. Aber als nun mit dem Fortschreiten des Gelages die Kehlen immer rauher wurden, die Luft immer dicker — da meinte er den Augenblick gekommen, sich dem Feste zu entziehen und ungetrübt das erschaute Bild Heimzutragen. Nach einer kurzen Wanderung durch die stillen Straßen des Kasernenviertels stand er in der engen Mietbude, deren schäbige, zerschlissene Trivialität so seltsam kontrastierte gegen den künstlerischen Reiz seiner verlassenen Jung- gefellenhüuslichkeit, kontrastierte auch gegen den süßen Hoffnungstraum von einem künftigen Daheim, den er seit Wochen mit seinem Schatz gesponnen. Schwül war die Luft im 'Stübchen — er stieß die Fenster auf — und Vom tiefschwarzen Himmel nieder flammten tausend freundliche Sterne. — Da mußte er von seinem Mädchen träumen — sie hatte ihm das Versprechen abgenommen, allabendlich zum Himmel aufzuschauen und heimwärts zu ihr zu denken — und er dachte heimwärts. Eine große, tiefe Ruhe war in seiner Seele — ein Heimatbewußtsein — das traute Wissen, verankert zu sein im tiefsten Grunde des Erdenseins, in einem Herzen, das nichts als Liebe war für ihn. 3. Kapitel. Um die fünfte Morgenstunde dämmerte Wilhelm Fro- benius mit wüstem Kopf aus schwerem Traum empor. Es hatte erst sanft, dann recht energisch an die Tür geklopft — er fuhr auf, starrte in dem engen Gelaß umher, daß ihn umschloß, und konnte sich nicht enträtseln, wie er eigentlich in diese nüchterne, unbehagliche Umgebung geraten war. Plötzlich fiel's ihm ein: ach, du lieber Himmel — du bist ja in der Garnison — und •— o Schauder — gleich geht's zu Pferd ! „Herr Leu'nant — et is höchste Zeit für uffz'stehn!" mahnte von draußen eine ihm völlig fremde Stimme. Das mußte der Bursche sein. Herrgott, wie der Schädel brummte. Er führ mit be.it dünnen, haarigen Beinen aus der Deck« hervor, fühlte sich geniert durch den ungewohnten Gedanken, nun im Nachthemde vor den fremden jungen Menschen hin- treten zu sollen, zog erst Unterhosen und Strümpfe gn und schlurrte dann zur Tür. Kaunt hatte er sie geöffnet, da schoß mit energischem Ruck ein junger, rotblonder, sommersprossiger Gesell herein, die Feldmütze auf dem Kopf, die Drillichhose schon in den langschäftigen Stiefeln steckend. Er schlug krachend die Absätze zusammen und meldete: „Füselier Schmitz als Bursch bei de Herr Leu'nant kommediert!" „Schön, schön," sagte Frobeüius 'verlegen, „also Sie sind Schmitz, schön, schön. Was gibt's denn heute morgen?" „Sechs Uhr fufzehn Abmarsch in't Jelände zur Ausbildung im Entfernungschätzen!" „Ach ja — ganz richtig — also sehen Sie, da ist mein' Koffer — den packen Sie mal zuerst aus." Und während der Bursche sich anstellig und geräuschlos anschickte, die Habseligkeiten seines neuen Herrn aus dem vorsintflutlichen Reisekoffer zu entwickeln, kühlte Wilhelm Frobenius sein schmerzendes Haupt — immer neue Schwämme drückte er über den Nacken aus, daß das Stübchen schwamm, aber der dumpfe Druck im Schädel wollte nicht weichen — und noch weniger der dumpfe Druck in der Herzgegend — vor seiner Phantasie aber stand das Bild des Augenblicks, wo er das wilde, gefährliche Tier besteigen würde, das dem Menschen n»ch dem Leben trachtet. Herrgott, wie die funkelnagelneuen Reitstiefel drückten — wie der steife Lederbesatz der Reithose die Schenkel scheuerte — wie entsetzlich das war, durch die Stube zu schreiten mit den klirrenden Sporen, die sich immerfort ineinander verfingen! Füsilier Schmitz waltete indessen geräuschlos seines Amtes. Er betreute seinen Herren wie eine erfahrene Kinderwärterin ihren Säugling. Als er seinen Herrn in bett Waffenrock gesteckt hatte, verschwand er auf Zehenspitzen und kam nach wenigen Minuten mit dem Frühstückstablett zurück. Himmel, aber dieser Kaffee! — Mit Wehmut gedachte Wilhelm Frobenius seiner sorgsamen Haushälterin daheim, die ihm denn doch einen ganz andern Morgentrunk kredenzte — und verzehrte knurrend die mit einem Uebermaß von Margarine bestrichene Frühstückssemmel, während Füsilier Schmitz Helm, Feldglas, Säbel und Schützenpfeife zusammensuchte. Zehn Minuten später schritt Frobenius an dem präsentierenden Posten vor dem Kasernenportal vorbei in den Hof hinein und sah schon von weitem die dunkle Masse der in Zugkoloune aufgestellten Königlichen Zweiten. Noch war kein anderer der Offiziere auf dem Platze, und als der 478 Leutnant sich der Kompagnie näherte, kommandierte der Feldwebel mit dröhnender Stimme: „Stillgestanden! — Richt' euch! — Augen gerade — aus! — Die Augen links!--- Kompagnie beim Stw treten!" meldete er dann dem Offizier. „Danke^ danke!" sagte Frobenius und überlegte, was er nun zu tun hätte. Das dauerte ungefähr eine Minute, während deren der Feldwebel regungslos neben ihm stand und ebenso regungslos die Kompagnie mit Augen links. Frobenius verfiel in tiefes Sinnen. Herr Gott, was machte man denn nun jetzt nur? Der Feldwebel kam ihm zu Hilfe: „Gestatten Herr Leutnant, daß ich rühren lasse?" „Bitte, bitte, selbstverständlich — lassen Sie nur rühren!" „Äugen gerade aus — rührt euch!" In diesem Augenblick schollen vom Kasernentor her hallende Pferdehufe, und Hauptmann Goll kam auf seinem riesigen Rappen herangesprengt, gerade auf Frobenius zu. Frobenius riß den Schleppsübel in die Höhe und salutierte seinen Kompagniechef. Der hielt dicht vor ihm, sah ihn von oben bis unten an, staunend, fassungslos. „Na, Herr Leutnant, wollen Sie mir denn nicht freundlichst die Kompagnie melden?" „Zu Befehl, Herr Hauptmann!" Er fuhr herum und schrie mit einer Stimme, als sei er von Mördern überfallen und wolle die Welt um Hilfe zusammenrufeu: „Stillgestanden — Augen links!" Hauptmann Goll sah seinen Untergebenen abermals von Kopf bis zu Füßen an: „Herr Leutnant, Sie scheinen sich mit dem neuen Exerzier-Reglement noch nicht sonderlich beschäftigt zu haben, aber auch Ihre alte Weisheit haben Sie scheinbar einigermaßen verschwitzt, sonst würden Sie wohl die Kompagnie zunächst ausgerichtet haben — und dann heißt das Kommando nach dem neuen Reglement: die Augen links! — Also, bitte, stecken Sie gefälligst die Nase ins Reglement, damit Sie sich nicht vor den Kerlen blamieren — danke Jhüen! — 'Morgen, zweite Kompagnie!" „'Morgen, Herr Hauptmann!" scholl es aus hundertundzwanzig Kehlen zurück, daß die Kasernenwände bebten. „Augen gerade — aus — rührt euch!" Frobenius schielte zur Kompagnie hinüber — ein fröhliches Grinsen lag auf allen Gesichtern. Ja, da wär nichts zu machen — der Respekt war von vornherein zum Teufel. Schon nahte ein neues Schrecknis: ein Füsilier, den Frobenius natürlich nicht kannte, führte einen großen, starkknochigen Goldfuchs mit weißer Stirnblässe und unruhig schielenden Augen heran, der immerfort heftig den Kops in den Nacken warf und von Zeit zu Zeit mit der Hinterhand nervös zusammenfuhr. „Pferd für Herrn Leutnant zur Stelle!" meldete er. Aha, dachte Frobenius, das ist der Bursche vom -Oberleutnant Menshausen, dem muh ich jedenfalls ein Trinkgeld geben. Er suchte in seinem Portemonnaie, fand nur ein Zweimarkstück und drückte das dem Burschen in die Hand, obgleich er sich darüber klar war, daß das viel zu viel sei. „Wollen Herr Leutnant gleich aufsitzen?" „Jawohl!" Der Bursche hielt den rechten Bügel, Frobenius trat an die linke Seite und hob das Bein, aber es gelang ihm nicht, den Steigbügel zu erreichen. Himmel, war das ein Elefant! Der Bursche mußte den Bügel länger schnallen, und nach einigen krampfhaften Anstrengungen saß Frobenius im Sattel. Im selben Augenblick stieg der Gaul hinten und vorne, und der Reiter schwankte hin Und her — wie ein Wrack im Sturm. Zwei Füsiliere sprangen auf Hauptmann Golls Befehl herzu und beruhigten die Bestie. Nun saß Frobenius steif aufgerichtet und wggte nicht, sich zu rühren, aus Furcht, der Gaul möchte wieder unruhig werden. Leutnant Quincke kam und meldete sich beim Kapitän. Sein verkatertes Gesicht war fahl — mit einem unverschämten Grinsen begrüßte er den Reiter und stieß mit der Säbelscheide tote in harmlosem Scherz nach Kunos Flanken. Kuno machte einen mächtigen Satz zur Seite, und auf ein Haar hätte Frobenius das Gleichgewicht verloren. „Donnerwetter — lassen Sie doch biese Scherze, Herr Quincke!" „O, entschuldigen Sie, Herr Frobenius, wer konnte auch! ahnen, daß der Schinder so nervös ist — liegt das an ihm oder an Ihnen?" Zwei andere Gäule würden vorgeführt. Der eine gehörte dem Oberleutnant, der erst im letzten Augenblick heranschoß, sich hastig beim Kompagniechef meldete und wie der Blitz im Sattel saß; den andern, einen zierlichen Apfelschimmel, bestieg Quincke, leicht und elegant, und ließ ihn ein paar kurze Gänge machen. Das begeisterte Herrn Kuno, sich anzuschließen, und so wurde Frobenius unfreiwillig über den Kasernenhof spazieren getragen, bis Hauptmann Goll die Kompagnie formiert hatte. „Bitte, Herr Leutnant Frobenius, reiten Sie bei mir! Die Herren Menshausen Und Quincke nehmen die Queue." Mit Mühe gelang es Frobenius, sich an die Seite seines Kapitäns zu dirigieren. Die Spielleute traten an die Töte, und der Hauptmann kommandierte: „Stillgestanden '— das Gewehr — über! — Gruppen- kolonne rechts erster, zweiter, dritter Zug — Kompagnie — marsch!" Die Spielleute schlugen an. — Beim ersten Klang der Instrumente machte Kuno einen fürchterlichen Satz nach links, raste wie toll in weitem Bogen um den Kaseruenhos, beruhigte sich aber dann und setzte sich wieder neben das Pferd des Hauptmanns.. Die Füsiliere platzten vor Vergnügen. „Kompagnie — halt!" schrie der Kapitän. „Wenn ihr unverschämten Lümmels euch noch -einmal untersteht, beim! Exerzieren die Fresse zu verziehen, so reit' ich euch glicder- weise in den Dreck — verstanden! ? —. Kompagnie — marsch!" Und dann mit vernichtendem Blick zu dem unglücklichen Reiter an seiner Seite: „Herr Leutnant, wenn Sie nicht reiten können, -dann sagen Sie's gefälligst- gleich! und ruinieren Sie mir hier nicht die Disziplin!" „Verzeihen Herr Hauptmann, ich weiß selbst nicht, was das ist >— ich glaube, man hat mir da eine ganz! gefährliche Bestie geschickt — aber ich werde mich schon gewöhnen!" Und so kam es auch. Kuno klebte ganz zufrieden an dem ruhig und sicher schreitenden Rappen des Kapitäns und schien sich in sein Schicksal Und seinen Reiter ergeben zu haben. Zum munteren Spiel der Trommeln und Pfeifen ging's nun durch die stillen Straßen hinaus. — Ab und an schoben sich droben an den Fenstern die Vorhänge auseinander, und! verschlafene Gesichter schauten auf die ausrückende Schar —! hier ein verdrießliches Matronenantlitz, von wirren, grauen Haarsträhnen Überhängen, dort ein freundliches Mädchenköpfchen mit süß verträumten Wangen. — Im Morgen-, sonnenschein blinkten die frisch geputzten Knopfreihen und Helmbeschläge, blinkten wie gleißende Schlangenschuppen die taktmäßig leise pendelnden Gewehrläufe. Die Pferde wieherten lustig in die Dunstschwaden der Frühe hinaus, und Frobenius fing an, sich überaus behaglich zu fühlen — wäre Hauptmaun Goll etwas gesprächiger gewesen, es hätte sehr lustig sein können — aber des Kapitäns Miene dräute Unheil — er würdigte seinen Gefährten keines Wortes. Indessen schließlich — wer war Hauptmann Goll? — Irgendein gleichgültiger Fleck in der spätsommerlichen Morgennatur — ein flüchtiger Schatten auf dem Glück der Stunde —wie konnte so was Bedeutungsloses ihn, Wilhelm Frobenius, um die frische Wonne dieses lustigen FrührMs bringen? Ach, es war doch himmlisch, so auf einem feurigen Roß in die nebeldampfende Landschaft hinaus sich tragen zu lassen! Allerhand literarische Erinnerungen fielen ihm ein H die Hohenstaufenkaiser auf der Fahrt über die Alpen —t Goethes Besuche bei Friederike in Sesenheim: „Es schlug mein Herz: geschwind zu Pferde! Es war getan fast, eh's gedacht." Herrgott, daß man das bloß nicht früher gelernt hatte. — Ja, ja, da war die harte Jugend- gewesen voll einsamen! Schaffens, Grübelns und Sinnens im tabäkdurchwölkten Studierkämmerchen fern von den muntern Kommilitonen, die bei Becher und Schläger ihr Leben auskosteten. Reiten! — Du lieber Himmel — dem Sohn des armen Volksschullehrers Ms dem Westerwalddörfchen war das 479 immer als ein Privileg der Höch droben hausenden Glückserkorenen erschienen. Und nun toto er, nicht fern den Vierzigen, doch noch auf den Klepper gekommen — das Hütte sein ^auftoerf, das hatten die zwunztg Auflagen seines Schiller-Volksbuches zum Jubiläum von 190a zustande gebracht. Ach ja — nun gehörte er selbst zu den Glückserkorenen. ~-i Wie sagte doch das arabische Sprichwort: „Alles Glück der Erde Liegt auf dem Rücken der Pferde In der Gesundheit des Leibes' Und am Herzen des Weibes." Ha zwei von diesen Dingen nannte er nun sein eigen — gesund an Leib und Seele — beim Himmel! das war er — und auf dem Rücken des Pferdes saß er nun ja Gott sei Dank auch. Nun fehlte nur noch das Ruhen am Herzen des Weibes — ja, dazu würde jetzt allerdings allmählich Rat geschafft werden müssen, sonst dürfte Wilhelm Frobenius am Ende doch den Anschluß verfehlen. Indessen —i wenn er so viel erreicht hatte, wenn er zwei Drittel alles Erdenglücks bereits besaß — warum sollte sich nicht auch noch das letzte Drittel erringen lassen? Wilhelm Frobenius meinte, noch niemals eine solche Stunde leichtsinniger Hoffnungswonne — eine solche Stunde Versinkens im Augenblick durchgekostet zu haben. Immer höher reckte sich seine eingefallene Brust — immer kecker warf er die Nase empor, ließ er die Blicke zu den Fenstern der nun schon spärlicher den Weg ein« säumenden Häuser emporschweifen — und als schließlich aus dem ersten Stockwerk eines einsamen Forsthauses am Waldrande gar ein Mädchen hervorlugte, das er mit seinen, durch die großen, goldgefaßten Brillengläser geschärften Äugen für über die Maßen hübsch hielt, da warf er der Schönen im Ueberschwang der Stimmung eine heimliche Kußhand zu, schielte aber gleich darauf erschrocken zu Hauptmann Goll hinüber. Doch der hatte zum Glück nichts gemerkt — verschlafen blinzelten seine stechenden Augen zwischen den Pferdeohren hindurch in den Staub der Landstraße — verständnislos für all die Herrlichkeiten der Morgenfrühe — verständnislos für das süße Lebensglück, das wie ein feuriger jungen Wein durch die Adern seines Gefährten rieselte. (Fortsetzung folgt.) Alsfelder Vaudentmaler. Alsfeld darf sich in 'seinen Sehenswürdigkeiten wohl nicht mit Fritzlar messen, es steht aber unter den hessischen Städten, welche in ihrer Bauweise die alten lteberlieferungen am besten bewahrt haben, in der ersten Reihe. Für das hohe Alter der Stadt, deren Name als Adelsveld, Adelesfeld (d. h. zum Felde des Aval oder Adalo, des Adligen gehörig) znm ersten Mal 1222 urkundlich erscheint, zeugen Neben schriftlichen Ueberlieferungen und Münzen (Geldstücke der Alsfelder Währung sind noch erhalten), ganz besonders das große Jnsiegel der Stadt. Es trägt die Aufschrift „S * sculteti * et * burgiensius * i * Alsfelt“ (Siegel des Schultheißen und der Bürger in Alsfeld) mW stellt den Landgrafen Heinrich das Kind dar. Es wurde der Stadt von dem genannten Fürsten wohl um 1260 verliehen. Daneben aber reden namentlich die noch erhaltenen Baudenkmäler und die Reste der der Zeit zum Opfer gefallenen Bauten eine beredte Sprache für die große Vergangenheit der Stadt. Tie ältesten dieser Zeugen aus einer früheren Zeit dürften wohl die Mauerreste sein, die Ausgrabungen des Alsfelder Geschichtsvereins im Jahre 1903 in der Hahnschen Besitzung, östlich von der Stadt, aufgedeckt haben. Diese Mauern gehörten ivahrschein- lich der Burg an, die sich früher im Osten von Alsfeld erhob. Diese Burg findet sich wohl erst 1461 erwähnt, doch dürfte ihr Alter mindestens bis zu den Anfängen der Stadt zurückreichen. Da nämlich die mittelalterlichen deutschen Städte sich meistens an einem herrschaftlichen Grundhof entwickelten und Alsfeld, wie sein Name beweist, gleichfalls ju dieser Art von urittelalterlichen Städten gehört hat, ist in der Burg wahrscheinlich der Wohnsitz der adeligen Familie zu suchen, aus deren Grund sich die Stadt ansiedelte. Erheblich jünger als die Reste der früheren Burg ist die Walpurgiskirche, deren älteste frühgotische Teile um 1240 entstanden. Rundpfeiler, aus denen achteckige Pfeiler hervorwachsen, scheiden das Mittelschiff von den Seitenschiffen. Diese Pfeiler sind von Diensten (einer Art schlanker Halbsäulen) umgeben, von denen der eine sich als Wandpfeiler an der darüber befindlichen Mauer fortsetzt. In seinem Ende laufen die Rippen des Kreuzgewölbes der Mittelschiffdecke zusammen. Diese Merkmale lassen auf eine frühere bafilikale Anlage des Langhauses schließen (d h. aus einem Mittelschiff und zwei niedrigeren Seitenschiffen bestehend), während die jetzige Kirche ein Hallenbau ist, Tie Aeiten- schrffe, die gegenwärtig die gleiche Höhe wie das Langhaus auf« Wersen, mußten daher früher niedriger gewesen sein. Einen Be- wers dafür können die beiden noch teilweise erhaltenen Fenster in der Mittelschiffwand bilden, die natürlich nur bei einer größeren Höhe des Mittelschiffes gegenüber den Seitenschiffen möglich waren. Als am Ende des 13. Jahrhunderts und im Anfang des 14. Jahrhunderts in Wetter, Grünberg (1841 abgebrochen), Frankenberg, Friedberg i. H. gotische Hallenkirchen entstanden, die sich in ihrer Bauart vornehmlich an die Elisabethkirche in Marburg anlehnten, regte dies auch die kirchliche Bautätigkeit in Alsfeld an und ließ 1393 den einschiffigen, hohen Chor entstehen, dessen Dach über das des Langhauses hinausragt. Den Plan, auch das Langhaus neu zu bauen, durchkreuzte der 1394 erfolgte Einsturz des Turmes, dessen Neubau die Mittel für den Umbau des Langhauses vollkommen erschöpfte. 1472 erst fand dieser Langhausneubau statt, der die Rundpfeiler und die Gewölbe des Mittelschiffes unversehrt ließ, dagegen aber die Wände des Mittelschiffes durchbrach. Das führte zur Entstehung der achteckigen Pfeiler, die jetzt auf den Rundpfeilern ruhen. Der neue Turm (über das Aussehen des alten ist nichts überliefert) lehnte sich an spätgotische Vorbilder an. Er gliedert sich jetzt in vier rechteckige Geschosse, aus denen das achteckige Geschoß des Oberteils hervor- wüchst, besaß aber früher, (bis 1836) über diesem achteckigen noch ein weiteres Stockwerk. Das Ganze krönt eine Barockhaube. Tas Innere wirft etwas nüchtern. Sehenswert sind vornehmlich der romanische Taufstein, der mindestens gleichzeitig mit dem ursprünglichen Basilthabau entstanden sein muß, das barocke Altarkreuz und die Kanzel von 1618. Zu den älteren Bauten gehört auch der Leonhardsturm aus dciu 14. Jahrhundert. Er stellt in seiner Anlage am Eiwe der Fuldergasse dem mittelalterlichen Städtebau das beste Zeugnis aus, weil er diese Straße auf der einen Seite in recht wirkungsvoller Weise abschließt, während an dem anderen Ende der Gasse der Blick einen wohltuenden Ruhepuukt auf den Stadtkirchenturm finden kann. Obwohl der Leonhardsturm außerdem eine bei weitem bedeutendere Höhe als die Häuser der Fuldergasse aufweist, stört er doch nicht den Anblick der schönen Fachwerkbauten der Straße, weil er sich mit seiner wuchtigen Breite dem Straßenbild ohne weiteres anzupassen weiß. Bei den älteren Bauten Alsfelds sind ferner die Reste des Augustinerklosters rechts von dem Mainzer Tor zu erwähnen. Dieses Kloster entstand wahrscheinlich um die Mitte des 13. Jahrhunderts. Tie Klosterkirche, jetzt Treifaltigkeitskirche genannt, und der Kapitelsaal in dem einzigen noch stehenden Klosterbau sind noch erhalten. Tie Kirche ist langgestreckt und einschiffig. Als ihre Entstehungszeit läßt sich mit Sicherheit das 14. Jahrhundert annehmen. Ter Kapitelsaal entstand im 13. Jahrhundert. Er ist ebenso wie die Kirche gotisch. Die anmutige Steinkanzel der letzteren zeigt barocke Formen. Tie Kirche des Klosters, dem die Reformation bereits 1527 die Aufhebung brachte, dient als Gotteshaus, das noch erhaltene Gebäude als Pfründnerheim. Tie nach diesen Bauten ältesten Hervorragenderen Schöpfungen der Stadt leiten in ihrer Entstehungszeit bereits zur Neuzeit über. Sie sind fast sämtlich Fachwerkbauten und zeigen als solche die dem hessischen Fachwerkbau und überhaupt der mitteldeutschen Holzbauweise eigeutümlichen Verzierungen der Balkenköpfe, Eck- und Fensterpfosten, Winkelbänder, Türen, Treppenhäuser und schließlich des Kalkbcwurss der Fachwerkfelder. Neben dem wundervollen spätgotischen Rathaus, das uns vor nicht langer Zeit ein Aufsatz in den „Gießener Familienblättern" geschildert hat, verdankt Alsfeld die Anziehungskraft, die es auf alle wahren Kunstkenner ausübt, ganz besonders feinen zahlreichen, oft sehr kunstvollen Bürgerhäusern in Fachwerkbau. Doch geht keines von ihnen weiter als bis auf das 16. Jahrhundert zurück. Das wahrscheinlich älteste von 1509 erhebt sich an der rechten Ecke der Obergasse und des Marktplatzes und zeigt bereits das Geschick der hessischen Zimmerer und Schreiner auf einer verhältnismäßig hohen Stufe. Die Einflüsse der Renaissance fehlen noch. Sie machen sich in dem Holzbau auch erst sehr spät bemerkbar. Ein schöner Runderker gestaltet den äußeren Eindruck des Hauses, das sonst etwas einförmig erscheinen würde, lebendiger. In der in den Marktplatz auf der rechten Seite einmündenden Rittergasse erhebt sich ein Fachwerkbau, der ungeachtet seiner großen Raumverhältnisse dennoch die meisten Feinheiten der Holzbaukunst aufw eist. Den Eckpfosten des Gebäudes bedecken Verzierungen. Tie unter den (Fenstern des dritten Obergeschosses sichtbaren Kreuzhölzer bringen eine recht willkommene Abwechslung in den Bau. Drei figürliche Malereien an der Schmalseite des 2. Stockwerkes wurden vor kurzem auf das Eingreifen des Denkmalpflegers hin wiederhergestellt. Eine herrliche, nach oben in _ einem Rundbogen schließende Tür, .vermittelt den Ausgang in die Wohnungen, Sie weist in ihrem reichen figürlichen Schmuck auf Vorbilder der Renaissance hin. Zwei jonische Säulen fassen die Pforte ein. Interessant ist auch das geschnitzte Rahmenwerk, das sich um die Fenster über der Tür legt. Das Sandersche Haus, an der Ecke von Markt und Untergasfe, verdankt dem Jahr 1561 fein Entstehen. Das steinerne Erdgeschoß trägt zwei in Holzfach- werk gehaltene Obergeschosse und zwei ebenso ausgeführte Dachgeschosse. Bis 1903 verbarg sich das kunstvolle Fachwerk hinter Putz. Erst die in diesem Jahre vorgenommene Ausbesserung, förderte es zutage. Reiche Schnitzereien an den Eckpfosten und Balkenlagen weist auch das Haus Willst Kloos am Markt auf. Ganz besonders erwähnt sei ferner das Bückingsche Haus am Markt, dessen Fachwerkwand von Schnitzereien und kunstvoll gelegten Hölzern geradezu strotzt. Auch in der Hersfelder Strasse grüßen Fachwerksbauten, deren einzelne Beschreibung zu weit führen würde. Die Besichtigung dieser Häuser lohnt schon allein einen Besuch der Stadt. Wenn auch Alsfeld seinen Ruf als Kunststätte hauptsächlich seinen Fachwerksbauten zuschreiben darf, so besitzt es doch auch einige recht anziehende Steinhäuser. An der Ecke der Baugasse und der Mainzergasse erhebt sich das frühere Hochzeitshaus der Stadt, in dem Feierlichkeiten und die Lustbarkeiten des Bürgertums stattfanden. Derartige Festbauten schuf in Deutschland vor allem die Spätgotik, deren Kunst die höchste Stufe der Vollkommenheit auf diesem Gebiet in dem Artushof zu Danzig erreichte. Das Alsfelder Hochzeitshaus ist eines der späteren Bauten dieser Art. Es entstand von 1565—1571 und zeigt die Eigentümlichkeiten der deutschen Renaissance. Den Blick des Beschauers fesseln vor allem die hohen Giebel, in deren Staffeln konove und konkave Abschlüsse abwechseln. Die Westseite belebt ein Erker, der sich durch zwei Stockwerke fortsetzt und reichen Zierrat aufweist. Weniger durch sein Aeusteres, als durch seine prächtig geschmückte barocke Tür und seinen gleichfalls barocken Erker verdient das v. Minnigeroda-Oyenhausische Steinhaus in der Rittergasse Erwähnung. Einen Besuch lohnt auch das Treppenhaus, dessen Treppe um einen einzigen kunstvoll geschnitzten Treppeupfosten sich windet. Auf der von der Obergasse aus linken Seite des Marktplatzes erhebt sich gleichfalls ein Steinbau, das städtische Weinhaus, das zweite an der gleichen Stelle wie das erstere befindliche Weinhaus Alsfelds ist. In ihm befand sich früher der städtische Weinschank mit einem städtischen Weinschenken, dessen hohe Bürgschaft auf die große Verantwortlichkeit des Amtes schließen lässt. Der abgestufte Giebel des Geländes, dessen Erbauung 1538 erfolgte, zeigt noch die Renaissance im Kampfe mit der erschöpften Kraft der Gotik, also das hervorstechende Merkmal dcudeutschen Frührenaissance. Daß die im 19. Jahrhundert an der Stelle der früheren viereckigen Fenster des Erdgeschosses geschaffenen Ruudbogenfenster den Bau verunstalten, wie manche Kunstfreunde behaupten, leuchtet eigentlich nicht recht ein. Das gleiche findet sich in vielen italienischen Renaissancebauten, namentlich denjenigen Venedigs. Das Gebäude hat jetzt in seinem oberen Stockwerk die schensiverte Sammlung des Alsfelder Geschichtsvereins atligenommen, der untere Teil bient zn Verwaltungszwecken. Jedenfalls verdient Alsfeld die Beachtung aller wahren Freunde der hessischen Kunst, die nur in wenigen Orten des Groß- herzoglums Hessen Bedeutenderes als in dieser Stadt geschaffen hat. —----- H. Die Wche im August. In früheren Jahrzehnten verfügte man im Sommer allein über die länglichen, Weißen sogenannten Nierenkartoffeln; heute hat man schon im Frühling Auswahl in schönen ausländischen, und auch das Inland zieht mehrere Arten trefflicher runder Frühkartoffeln, weiße, blatte und rötliche. Die in der Schale gekochten erkalteten eignen sich in dieser Zeit vorzüglich zu Bratkartoffeln, besonders wenn sie nicht so mehlhaltig sind, denit dann ziehen sie das Fett tiicht so an sich, werden schön kroß und bleiben doch zart im Geschmack. Seit die Tomaten sich mehr und mehr auch in der bürgerlichen Küche ihren Platz erobern, sind sie teurer geworden als früher, wo man zur Hochsommerzeit oft 1 Pfuud für 8 bis 10 Pfg. kaufen konnte. Ein sozusagen neuerfundcnes Gericht ist der Tomatenpudding — sehr zu empfehlen entweder als Zwischen- gang zur Mittagsmahlzeit eines größeren Hauses oder als gutes Äbendgericht für heiße Tage, an denen man gern auf Fleisch und Aufschnitt verzichtet. Man gibt in % Liter kochende Milch, zu der man etwas gute Butter mischte, 375 bis 400 Gramm Mehl und läßt unter beständigem Umrühren davon einen steifen Teig kochen, der sich vom Gefäß ablöst und zum Erkalten in eine Schüssel geschüttet wird. Bon einer beliebigen Anzahl (12—15) abgewisch- 1er, entkernter Tomaten hat man — möglichst ohne Wasser, nur in eigenem Saft — ein steifes Mus gekocht, dies durch ein Sieb gestrichen und gleichfalls zum Erkalten gestellt. Zu der abgekühlten Mehlmasse gibt man 5—6 Eidotter, etwas Salz, etwas geriebene Muskatnuß, löffelweise das Tomatenmus, etwas geriebene Semmel und den steifgeschlagenen Schnee der 5—6 Eiweiße; daun füllt man die gut abgeschmeckte Masse in eine mit Butter ausgestrichene, mit geriebener Semmel bestreute Puddingform, verschließt sie gut und läßt sie im immerfort siedenden Wasserbade IVa Stunden kochen. Der Pudding wird auf eine leicht erwärmte Schüssel gestürzt und mit heißer brauner Butter überfüllt. Mit Hilfe von übriggebliebenen erkalteten in der Schale gekochten Kartoffeln kann man auch Tomatenschnitten backen oder in der Pfanne braten. Auf % Kilogramm recht fein geriebene Kartoffeln rechnet man V/e—2 Obertassen Tomatenmus, 175 Gramm geriebene Semmel, 2—3 ganze Eier, etwas Salz und geriebene Muskatnuß, rührt alles zu ebenem Teig, der gut hält, und formt davon mit Hilfe von geriebener Semmel flache Klößchen oder Schnitten, die man in verquirltem Ei, dann in geriebener Semmel wendet und in hellbraun gemachter Butter auf beiden Seiten schön hellbraun brät oder in Backfett (halb Schmalz, halb Butter) schwimmend ausbäckt, mit dem Schaumlöffel hercms- nimntt, schnell auf Löschpapier entfettet und auf erwärmter Schüssel, mit Petersilie garniert, aufträgt. Eine sehr gute Art, Pfefferlinge — so uns der August be* schert — zuzubereiten, ist folgende: Die gut nachgesehenen, gereinigten Pilze (1/2 Kilogramm) werden mit etwas gehackter Zwiebel in Butter leicht durchgedünstet. Inzwischen hat man ungefähr 1—iy3 Kilogramm neue Kartoffeln in der Schale gar, aber nicht zu weich gekocht, zieht sie nach dem Abgießen und Abdanrpfenl ab und schneidet sie in Scheiben. Eine feuerfeste Steingutform oder Auslaufform wird mit Butter ausgestrichen und mit geriebener Semmel bestreut. Man schichtet eine Lage Kartoffeln hinein, bestreut sie mit Salz, legt eine Schicht Pilze Nebst etwas von ihrem Saft darüber, wieder Kartoffelscheiben, Salz, Pilze, obenauf Kartoffelscheiben. Die Oberfläche bestreut man mit geriebener Semmel, füllt Vs Obertasse dicke, saure Sahne darüber und stellt die Form für Vs Stunde in hen heißen Ofen. (Das Gericht wird in der Form aufgetragcn.) Von Gemüse haben wir eine schöne Auswahl in Bohnen, Schneide-, Brech-, Wachs- und Pusfbohnen. Wachsbohnen werden seltener für Gemüse als für Salate verwendet; als Gemüse aber sind sie besonders wohlschmeckend mit einer Eiersauce. Gurken werden meist noch für Gemüsezwecke, Ragouts usw. verwendet; die echten Schlangen-Einmachgurken pflegen erst mit September richtig zu werden. Aber — durch besonderes Verfahren erzielt die neue saure Gurke ist natürlich bereits vorhanden, und in Lübbenau, dem Mittelpunkt der märkischen Gurkenkammer, finden einige Male wöchentlich große Gurkenmärkte statt, die Unmengen von Gurken nmsetzen. Leider kommen in den Städten, besonders in den Großstädten, nicht so viel Brombeeren zum Verkauf, als man in Anbetracht des feinen aromatischen Geschmackes wohl wünschen möchte. Kühle Brombeersuppen, die auf dieselbe Art bereitet werden wie Blaubcer- oder Kirschsuppen, schmecken vorzüglich und können durch Einlage von Semmel- oder Zwiebackklößchen auch sättigend gestaltet werden. Aber auch Brombeergrütze (mit Haferflocken) ist nicht zu verachten. 500 Gramm gewaschene, abgetropfte Beereir kocht man mit Vs—3Zr Liter Wasser gar und rührt, die Flüssigkeit durch ein Sieb. Daun gibt man sie wieder in die Kasserole, fügt nach Belieben Zncker dazu, auch ein wenig Zitronensaft, läßt den Saft zum Kochen kommen und schüttet unter stetent Rühren zwei kleine Obertassen Haferflocken hinein, kocht über gelindem Feuer, fleißig rührend, damit nichts ansetzt, einen dicklichen Brei, schüttet ihn in mit kaltem Wasser gespülte Schalen oder Formen, läßt die Speise erkalten und gibt sie mit süßer Milch oder mit einfacher Banillesauce. (Wer Haferflocken nicht liebt,. kann die Speise mitMondamin,Kartoffelmehl,Sagomehl oderGries dick kochcn.) In der einfachen Küche dürfte auch eine Mirabcllensuppe noch vielfach unbekannt sein, die sich jedoch den anderen Obstsuppen gleichartig zur Seite stellt: Aitf 500 Gramm gute abgewifchte, in Hälften geschnittene und entsteinte Mirabellen rechnet man 2—3 Liter Wasser und 8—9 Löffel Zucker, kocht sie langsam recht weich, streicht sie durch ein Sieb (oder läßt sie auch uu- durchstrichen), verkocht sie mit 4—5 Teelöffeln Kartoffelmehl seimig, gibt etwas leichten Wein dazu (der aber nach Gefallen auch wegbleiben kann) itnb rührt zuletzt noch etwas süße Sahne und Zucker dazwischen. Die Suppe wird abgekühlt serviert. Wer Gelegenheit hat, am Gestade der See zu weilen, kann jetzt in frischen Räucherfischen schwelgen: Aalen, Schollen, Bücklingen. Von Seefischen stehen Schollen obenan (aber auch Schellfisch und Kabliau); von Süßwasserfischen sind die kleinen, zarten Bachforellen echte Sommerfische, ferner werden Schleien gerne mit Sauce von jungem Tillkraut serviert, und an der Wasserkante schwärmt man von Aalsuppe, die der Binnenländer im allgemeinen jedoch nicht so sehr liebt. A. Burg. ArtthASgriph. 1 3 2 1 6 ein Fisch. 2 6 9 1 10 7 12 ein Philosoph. 3 11 11 3 weiblicher Vorname. 4 2 3 11 ein Metall. 5 3 7 10 9 10 biblischer Name. 6 7 9 ein Gebirge. 7 6 10 11 8 italienischer Bildhauer. Die Anfangs- und Endbuchstaben der gefundenen Wörter be« zeichnen ein erfrischendes Getränk. (Ausl, in nächster Nr.) Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Nummert P B V a e o r r r P a r a g r a p h B e r g g eist Vorre iter a i t p s e h t r Redaktion : I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießetr»