■ k i amj M ---- . I Ufe ' MW DM Miß nun sagen Sie selbst, ist das nicht tausendmal schöner als so trab, trab die Chaussee entlangzuschleichen, bergauf Schritt fahren zu müssen und bergab die Pferde zurückzu- halten, und selbst auf ebener Eroe ihre Kräfte nicht zu überanstrengen?" Sie stimmte ihm bei. Dio schnelle Fahrt hatte ihr lebhaftes Temperament noch mehr erregt, ihre roten Wangen leuchteten durch den dichten Schleier hindurch, und dem Landrat war, als sähe er durch das 'Glas der Schutzbrille ihre leuchtenden Augen. Anders Dagmar. Die konnte das Gefühl der Angst, das sie von Anfang an beherrschte, nicht los werden. Ihre nervöse Unruhe stieg, je schneller der Wagen dahinsauste, und sie, war froh, daß der Schleier und die Brille es nicht verrieten, wie blaß sie sein mußt« und wie ängstlich ihre Augen dreinblickten. Mehr als einmal wollte sie den Landrat bitten: „Halten Sie an —< lassen Sie mich aussteigen und zu Fuß zurückgehen —" beständig lagen ihr die Worte: „Um Gottes willen, nicht so schnell! Langsam, langsam!" auf den Lippen. Aber sie sprach sie nicht aus; sie wäre eher gestorben, als daß sie dem Baron ihre Furcht verraten Hatte. Warum hatte sie sich nur zu dieser Fahrt entschlossen.! Nicht aus eigenem Willen, sondern nur, um dem Baron zu zeigen, daß sie wieder nachgab, lediglich, um ihm zu beweisen, wie gleichgültig er ihr in jeder Hinsicht war. Gr allein war schuld daran, daß ihr Herz beständig vor Angst stehen zu bleiben drohte, to-emt das Automobil haarscharf um eine Ecke bog oder in sausender Fahrt einen steilen Weg hinabglitt — —; der Baron war schuld daran, daß es in ihren: Kopf sauste und brauste, daß sie beständig gegen ein Gefühl der Schwäche Mkämpsen müßte. Wie sie ihn haßte! Wenn sie es nur wenigstens nicht nötig gehabt hätte, seine Nähe und seine Anwesenheit zu ertragen! Er Hatto eine Unterhaltung mit ihr versucht, aber der scharfe Windzug erschwerte das Gespräch, und er sah ja auch, wie sie ihm zu verbergen suchte, was in ihr vorging. Er hatte wirklich Mitleid mit ihr, ein paarmal wollte er ihr sagen, daß er sich Vorwürfe mache, sie zu dieser, Fahrt veranlaßt zu haben, aber er schwieg, um sie in ihrem Stolz, nicht zu verletzen, um nicht zu verraten, daß er wußte, wie sie sich zusammennahm, um nicht zuweilen laut aufznschreien. Endlich war man am Ziel, und halbtot stieg Dagmar aus dem Wagen, itm sich gleich auf einen Stuhl fallen zu lassen. _ _ „War es nicht herrlich?" jubelte Alexa. „So viel weiß ich, Dagmar, von heute an hat Papa keine ruhcge Minute mehr, bis er sich ein Auto gekauft hat. Und wenn er es nicht für sich haben will, dann muß er mir; eins schenken, der Herr Landrat hat mir versprochen, haß er nnr Unterricht im Fahren geben will," Dir von Gründingrn. Roman von Freiherr von Schlicht« (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Was der Landrat da sagte, war ja richtig. Aber Alexa und Dagmar waren im Gewicht fast gleich, und wenn Dagmar neben ihm gesessen hätte, so wäre das genau dasselbe gewesen. Es mußte also doch noch einen anderen Grund haben, daß der Landrat Alexa neben sich haben wollte, und worin der bestand, zeigte der Landrat durch seine Verlegenheit selbst so deutlich, daß auch Alexa ihn erriet. Eine Minute später „hupte" das Auto von dannen,, und aus der offenen Tür des Pferdestalles sah der Kutscher Friedrich ihm mit heimlich geballter Faust nach. „Daß du dir das Genick brichst!" fluchte er ingrimmig in sich hinein. „Aber du allein, — um Gottes willen die Komtessen nicht mit! Und der Baron auch nicht. So was will nun eilt Landrat sein und macht die Landstraßen unsicher! Und so was hat nun die schönsten Pferde im Stall und fährt sie Nicht!" Noch einmal drohte er mit der Faust, dann machte er sich wieder an seine Arbeit. Aber er murmelte dabei vor sich hin: „Infamer Pferdeschinder!" —« Und auch diese freundlichen Worte galten dem Landrat. Denn wer da Pferde hat, soll sie auch bewegen. Läßt er sie immer im Stall stehen, so versündigt er sich an ihnen, denn das Pferd braucht ebenso wie der Mensch Bewegung Nnd frische Luft. Die andern ahnten nichts davon, mit welchen ingrim- tnigen Gedanken Friedrich ihnen nachsah. Und das war auch ganz gut, denn sonst wären die Damen vielleicht noch ängstlicher geworden, als sie es sowieso schon waren. Sobald auf der Chaussee ein Wagen auftauchte, ein Radfahrer sich ihnen näherte oder ein Kind über die Straße lief, dachte Alexa: Um Gotteswillen — das gibt ein Unglück! Wir stoßen zusammen! Aber es gab kein Unglück. Nicht nur der Landrat, sondern auch der Chanffeur, der auf dem Trittbrett des Autos hockte, gaben beständig Warnungssignale, so daß alle beizeiten ausbiegen und sich retten konnten. Und der Landrat erwies sich als ein so tüchtiger und besonnener Fahrer, daß Alexas Augst sich schon nach kurzer Zeit in das Gegenteil verwandelte: „Bitte, noch schneller, Herr Landrat — Gott, ist das schön! Schneller, noch, schneller!" Und da die Landstraße frei war und kein Mensch und kein Fuhrwerk zu sehen, erfüllte er ihren Wunsch. „Nun sollen Sie mal sehen, was mein „Mercedes" laufen kann!" Und sie sausten in einer fast den Atem benehmenden Geschwindigkeit dabin. Endlich mäßigte er wieder das Tempo: „Na, Komtesse, 406 Da erst sah sie DagmarÄ blasses Gesicht, und sie erschrak: „Was hast du? Ist dir nicht wohl?" Und auch oer Landrat erkundigte sich besorgt, was ihr sthle. „Mchts, nichts — ich hatte schon den ganzen Vormittag etwas Kopfschmerzen, — durch das schnelle Fahren sind sie ärger geworden." „Aber um Gottes willen, Komteß," rief der Landrat ganz erschrocken, „Sie hätten doch nur ein Wort zu sagen brauchen, dann hätte ich das Tempo viel langsamer genommen. Ich mache mir die schwersten Vorwürfe, H aber Komteß Alexa bat mich, schnell zu fahren, und ich! glaubte, es mache auch Ihnen Vergnügen." „Gewiß, gewiß, das tat es auch." Sie versuchte den Landrat zu beschwichtigen. „Es geht mir auch schon viel besser — und wenn ich einen Augenblick still sitze, wird es bald ganz vorüber sein. Ich kenne meine Kopfschmerzen ganz genau — die sind ebenso schnell wieder fort, wie sie kommen." Aber Alexa traute diesen Worten nicht recht. Sonst hätte die Schwester wohl schon zu Häufe ein Wort davon gesagt, daß sie sich nicht wohl fühle, und so rief sie denn plötzlich: „Meine Herren, glauben Sie Dagmar nicht. Sie hat Angst gehabt, das ist das Ganze! Angst, ganz gewöhnliche Angst!" Und in vorwurfsvollem Tone setzte sie hinzu: „Wer Dagmar, wie kann man nur?" Die hätte ihre Schwester in diesem Augenblick schlagen können! Eine heftige Entgegnung lag ihr auf den Lippen. Mer noch bevor sie diese aussprechen konnte, sagte der Baron: „Sie tun Ihrem Fräulein Schwester Unrecht, Komtesse, ich habe mich während der ganzen Fahrt mit Komtesse Dagmar auf das lebhafteste unterhalten. Äon irgend welchem Angstgefühl kann bei Komtesse Dagmar niM die Rede fein."' Anstatt ihm für seine Worte zu danken, warf sie ihm einen z-ornsprühenden Blick zu: wie kam er dazu, sie in Schutz zu nehmen? Hätte sie ihn um seine Hilfe gebeten? Und ivas sollte es, daß er von einer „lebhaften Unterhaltung" zwischen ihnen sprach?! Glaubte er, sie hatte sich absichtlich nicht mit ihm unterhalten — und sollten seine Worte nun weiter nichts als Ironie sein? Sie wollte nicht feine Hilfe, sie tvollte sich rächen und ihn bloßstellen, den anderen erklären: der Baron lügt, sie wollte ihre Angst eingestehen, um ihm zu zeigen, daß sie den Mut zur Wahrheit auch dann habe, wenn sie dadurch eine Schwäche einräumen mußte! Mer sie schwieg hoch — es lohnte sich ja gar nicht, erst zu widersprechen —. Der Landrat war beruhigt, und auch Alexa war überzeugt. Sie hielt der Schkvester die Hand hin und bat: „Sei mir nicht bös', Dagmar, daß ich dich für feige hielt!" „Feige ist nicht das richtige Wort, Komtesse," erklärte der Baron. „Selbst wenn Ihr Fräulein .Schwester sich geängstigt hätte — was aber, wie ich nochmals betone,, absolut nicht der Fall war — selbst dann hinge das gar- nicht mit irgend welcher Feigheit zusammen, die man als erwachsener Mensch natürlich überwinden muß und kann, — sondern mit einer Anspannung unserer Nerven, gegen die wir machtlos sind. Alle Energie nützt zum Beispiel nichts gegen die Seekrankheit, und aus unserer Jugendzeit kennen wir ja noch alle das Gefühl in unserem Kopf, wenn wir zu lange Karussell gefahren waren. Nur nm etwas Aehnliches könnte es sich bei Komtesse Dagmar handeln, — wenn sie nicht selbst erklärt hätte, daß sie nur Kopfschmerzen habe." Wieder warf sie ihm einen haßerfüllten Blick zu h abermals lag es ihr aus den Lippen, die Wahrheit zu gestehen. Aber ihr Stolz lehnte sich dagegen auf: sie wußte, sie war verloren, wenn sie ihm ihre Schwäch!« gestand — —. Und sie wußte nicht, daß sie dies durch ihr Schweigen viel mehr tat, als durch ein offenes Bekenntnis! „Aber meine Herren, es lohnt sich wirklich nicht, darüber fo viel Worte zu verlieren — es geht mir schön tausendmal besser. Und wenn ich erst eine Kleinigkeit genossen habe ,wird es ganz fort sein." . Man bestellte einige Erfrischungen und machte dann ernen kurzen Spaziergang nach dem nahegelegenen Mus- stchtspunkt, und das gab dem Baron Veranlassung zu einigen kurzen Bemerkungen über Aussichten im allgemeinen und schöne Aussichten im besonderen. „Ich finde, man ist immer enttäuscht, weil wir unsere Erwartung stets zu hoch schrauben, und Weil die Ansichten über das,, was schön und gewaltig ist, grundverschieden sind. Wem ist es nicht schon auf einer Reise begegnet, daß er irgend einen weiten Umweg macht, nur weil in seinem Reiseführer steht: niemand versäume, sich dort die unvergleichf, liche Aussicht anzusehen! Wie enttäuscht kommt man dann zurück, und man schilt vor sich hin: hätte ich gewußt daß das alles ist, dann hätten mich keine zehn Pferde; dahin gebracht! Man gelobt sich, in Zukunft nie wieder auf so etwas hineinzufallen, Aussicht Aussicht sein zuj lassen, — aber man fällt doch wieder hinein. Wir Deutschen sind in der Hinsicht zu gewissenhaft. Befiehlt es der Reiseführer, dann steigen wir schon am nächsten Tag wieder auf eine Anhöhe, rd um abermals enttäuscht zu werden." „Sie sind ein Spötter, Herr Bäron," rief Alexa, „Sie haben eben keinen Sinn für Naturschönheiten." „Doch!" verteidigte er sich. „Aber die Schönheiten, die allen Menschen gefallen, reizen mich zum Widerspruch. Der Geschmack der großen Menge ist für mich keineswegs maßgebend, weder in der Natur, noch in der Kunst. Ich bin schon oft für „gänzlich ungebildet und unwissend,' gehalten worden, weil ich nicht gegen meine Ueberzeugung demütig meine Knie vor einem Bild oder einer Status beugte, dis ein hochverehrtes Publikum nur deshalb zu lautem Jubel hinriß, weil irgend! ein weiser Mann, der in Wirklichkeit vielleicht garnicht so weise war, einmal erklärt hatte: das ist erhaben, genial und großartig! Und ebenso ergeht es mir mit den Menschen —' — ich finde alle die Leute schrecklich, von denen es heißt: Gott, ist das ein liebenswürdiger, netter Mensch! Die hasse ich sogar, denn kein Wort ist so wahr, tote das': viel Feind/ viel Ehr'. Wenn ich von einem höre, daß er keinen einzigen Feind hat, dann gehe ich chm mit einem großen Bogen aus dem Wege, denn dann ist er wohl ein Mensch weil er zwei Arme und zwei Beine hat und vielleicht auch ganz manierlich mit Messer und Gabel ißt, aber — er ist keine Persönlichkeit, kein Charakter. Nur ein solcher kann ernst genommen werden, nur mit einem solchen lohnt es sich, zu beschäftigen." Die Worte des Barons reizten teils' zum Widerspruch Und auch als man schon zurückgekehrt war und draußen irrt Freien vor dem Restaurant saß, wurde die Debatte fortgesetzt. Schon ein paarmal hatte der Landrat nach der Uhr gesehen; jetzt mahnte er zum Aufbruch: „Wenn wir rechtzeitig zu Hause sein wollen, und wenn ich noch vor Tisch dem Herrn Baron und — wie ich hoffe — auch Jhnen^ meine Damen, meine Pferde zeigen darf, dann wird es langsam Zeit." Er wandte sich an Dagmar: „Ist es Ihnen recht/ Komtesse, daß wir fahren? Oder möchten Sie sich noch etwas erholen? Eine Viertelstunde könnten, wir schließlich noch bleiben." Sie widersprach: „Bitte k-d ich hin bereit. Und wenn wir nachher nicht zu schnell fahren t—/'■ „Sie werden mit Mir zufrieden sein, Komtesse," beruhigte sie der Landrat. Und! er hielt Wort (Fortsetzung folgt.) Die KW im Juli. 'I Von A. Burg. Im vergangenen Jahre hat der reiche Monat Juli -auf Seffl Lebensmittelmarkt enttäuscht, da durch die große Dürre die Gemüseernte stark beeinträchtigt wurde und man für den einfachsten, Kohl später Preise anlegen mußte- die „unerhört" waren. Und diejenigen,, die gleich sagten,, daß alle -.Interpellationen" nichts nützen und di« zahlenden Hmcsfrauen stets die Leidtragenden feirt würden^ .habän recht behalten. Es' kann ja möglich sein, daß hei sehr rcrcher Ernte und sehr fruchtbarer Witterung int Laufe der nächsten Monate Gemüse, Kartoffeln und Obst wohlfeil werden!., Mit eine Kauptsorge der Frauen, deren Wirtschaftsgeld nicht ich ßleichen Maße steigt wie die Preise,, find die Kartoffeln. ,®ie auK> ländischen „neuen", aus Frankreich und Italien, bleiben merkwürdigerweise teurer als sonst, Vs Kg. kostet IQ—15 Pfg., längi- liche von dm kanarischen Inseln sogar 20—25 Pfg. - Doch entschließen sich Manche sparsame Frauen lieber zu diesen NenlmgeN, als daß sie noch alte kaufen- bte vielfach schon keimen und schon! wieder NM IQ Pfg. für 10 Pfund teurer sind. Wenn wir itl anbetracht der großen Wichtigkeit der Kartoffel, di« fast ihren Ruf,- ein billiges Äolksnahruugsmittel zu sein, in bett letzten Jahren — 407 — Bebai es !oi Ein großes Interesse findet die Sommerküche in der ver- ™ ' ' ‘ ~ die uns Garten, ein gebüßt hat, diesem Erzeugnis einige Worte widmeten, so darf dennoch wohl, als zeitgemäße Darbietung, hier der Krebs' folgen, trotzdem er eine Delikatesse (st. Im Juli hat die Krebssaison ihren Höhepunkt erreicht; und wer noch, als Landbewohner, im Besitz Von krebsreichen klaren Bächen ist, der geht bei Tage, noch lieber des Nachts, krebsen. ,. 1 f lieber die Güte eines echten Bachkrebses geht nichts, doch sind auch Flußkrebse sehr wohlschmeckend. Ms weitere >,kaltblütige" Delikatessen des Hochsommers gelten Forellen und Lachs, hie leider ebenfalls nur auf die feine Küche beschrankt bleiben. Forellen waren schon int Mittelalter als besonders feine und teure Fische bekannt; sie galten damals sogar, wie ein altes Haus- Kaltungsbuch mitteilt, als „hochgeschätzte .Präsente an Geistliche Und Landesherren". l Ein großes Interesse findet bte Sommerküche m der verschiedenen Verwendung der mannigfachen Früchte, die uns Garten, Wald und Heide darbieten. Ende Juni beginnen die Johannis- peeren zu reisen, im nördlichen Deutschland allerdings erst Anfang Juli. Die Johannisbeeren sind durch ihre feine aromatische Säure sehr erfrischend und beliebt, als Bestandteil des berühmten nordischen Nationalgerichts, der roten Grütze, besonders in der Mischung mit Himbeeren oder mit Himbeeren und sauren Kirschen. Die Bezeichnung rote Grütze ist vielen Leuten unsympathisch, aber es wird auch gar keine Grütze zu dieser Speise 'verwendet, sondern ein beliebiges, den gesüßten Frnchtsast dickendes Mehlpräparat, g. B. Kartoffelmehl, Maismehl, Gries oder Reismehl. Die Früchte kocht man mit Wasser recht weich und rührte den Saft durch ein Sieb, worauf er gemessen wird. Dann bringt man ihn, nach ^rf und Geschmack gesüßt, wieder aufs- Feuer und,rührt, sobald .acht, das in etwas Wasser klargequirlte Dickmehl hinein, läßt alles unter fortdauerndem Rühren leise gar und dicklich kochen und gießt die Masse in gespülte Schalen, um die Speise dann Mehrere Stunden auf Eis zu stellen. i Aüf 2 Liter Saft rechnet man 270 GramM Reismehl oder 200 Gramm Kartoffelmehl oder 200 Gramm Sagomehl oder 200—210 Gramm Gries, den man nach Belieben gröber oder feiner wählt. Außerdem muß man beachten, daß nicht jedes Kartoffelmehl gleich dickt, und so bedarf es einiger Hebung der Hausfrauen, dieses herzerfrischende Sommergericht auf die ihnen Und ihren Tischgenossen besonders zusagende Art herzustellen. Denn die Grütze beim Kochen allzu stark dicken sollte, und man Flüssigkeit dazufügen müß, so sei erinnert, daß diese Flüssigkeit Mast oder Saft und Wasser) niemals kalt dazu gegeben werden darf. Man muß Saft oder Saft mit Wasser kochendheiß werden lassen und sie dann in die kochende Masse rühren. Johannisbeeren Smben, .gleich den später erscheinenden Preißelbeeren die Eigeit- chast, daß sie leicht zu Gelee werden; man rechnet auf je 500 Gramm Johannisbeeren auch 500 Gramm Hutzucker beim Geleekochen. । , Den Johannisbeeren gleichvertig und in vielen Beziehungen hei geeigneter Mischung sie ergänzend, sich) die Himbeeren, von welchen auch zur Saftbereitung unü für offizielle Zwecke so große Borräte gebraucht werden, daß die Preise, selbst bei reichen Ernten, niemals billig sind. Eine sehr feine Speise aus beiden Sorten stellt man auf folgende Art her: 3A Kg. pon den Stielen gestreifte tote und weiße Johannisbeeren und Vs Kg. Himbeeren werden Nach sorgfältigem Waschen und Abtropfen durch ein Sieb gerührt. Der Saft wird mit 40—45 Gramm in etwas lauem Wasser aufgelöster roter Gelatine und 300—350 Gramm Zucker gut verrührt, worauf man % Liter steifgeschlagene Schlagsahne darunter- tzieht, die Masse in Glasschalen füllt und auf Eis erstarren läßt. Die bei der Verwendung von Gries usw. gesagt, so muß sich die Hausfrau auch die Menge der Gelatine ausproben, je nachdem sie die Creme dicklicher oder loser — schaumiger zu haben wünscht. Denn die reifen Stachelbeeren nicht sehr teuer sind, ist die Bereitung von Stachelbeer-Marmeladen sehr vorteilhaft. Selbstverständlich muß auch der geeignete lustige, kühle Aufbewahrungsraum vorhanden sein. In England, dem Lande, in welchem die Stachelbeere ungleich schöner kultiviert wird als hier, wird die Stachelbeer-Marmelade in Fülle bereitet. Man kann sie von Voten oder grünen Beeren herstellen, sie müssen gut reif, aber Nicht überreif sein, werden mit möglichst wenig Wasser unter stetem Rühren sehr weich gekocht und durch ein Sieb gestrichen. Uns je 500 Gramm Brei nimmt man 400 Gramm Hutzucker, taucht die Stücke schnell in kaltes Wasser, gibt sie in eine Kasserole pnd läutert daraus über gelindem Feuer, den Schaum sorgsam abnehmend, einen klaren, dicken Sirup, zu dem man den Fruchtbrei gibt und beides so lange unter fleißigem Rühren kocht, bis ein Nus einen Porzellanteller geträufelter Tropfen sofort erstarrt. Nachdem die Masse etwas verkühlt ist, füllt man sie in gut vorbereitete Marmeladebüchsen oder Gläser, läßt den Inhalt vollständig erkalten, bedeckt sie mit einem rumgetränkten Papier und Verbindet sie mit Blase oder Pergamentpapier. Nicht in Gärten kultiviert, sondern ein wildes Krnd der deutschen Heide, des deutschen Waldes, stellt sich zur Hochsommer- geit die Heidelbeere, die Blaubeere, ein. Wer sie auf holsteinrscher Heide hat in Fülle reifen sehen, wundert sich nicht, daß sie dort in allen Gestalten: als Mus, gedörrt — eingemacht, zu Saft gekocht, eine so große Rolle spielt. Si« sind dann tot Winter eine beliebte Zugabe zu Pfannkuchen oder Klößen von Buchweizenmehl. Alles, was Hande Yak, pflückt gut Reifezeit tagelätch Beeren. Uebrigens werden $nia> viele Heidelbeeren nach England ausgeführt. Die Verwendung der Beeren zu Suppen, Sauce»/ Kaltschalen, Kompott ist bekannt, weniger zu Gelee, Marmelade und Puddings. Pudding ist vorzüglich und' ein Leckerbissen erste» Ranges. Mrs 1—Ihr Kilogramm verlesener, gewaschener und' abgetropfter Beeren wird mit 150—175 Gramm Zucker, etwas gestoßenem Zimmt und geriebener Zitronenschale ein steifer Brei gekocht, dm man zum Auskühlen auf eine,flache Schüssel schüttet. Dann rührt man 175—200 Gramm Butter gu Sahne, fftäS unter beständigem Rühren »ach und nach 4—5 Eidotter und 150 Gramm Zucker, löffelweise das HeidelbeerMus, 60 Gramm geschälte fein gestoßene süße Mandeln, 6—8 Löffel gestoßenen, lesiebtm, geröstetm Zwieback, eine Spur feinen Zimmt und de» teifgeschlagmen Schnee von 5—6 Eiweißen dazu, füllt die Masse n die mit Butter ausgestrichene, mit geriebmer Semmel betreute Puddingform, die man gut verschließt, und läßt den Pudding m ständig kochendm Wasserbade 1—iy< Stunden tochen, uM hn sofort nach dem Ausstürzm, mit Zucker bestreut, aufzutragen. Aus südlicheren Gegenden gesendet, finden sich auch schon Früchte ein, die wir sonst geneigt sind, als Herbstfrüchte anzusehen: Aprikosen, Pfirsiche, Reineklauden, italienische Birnen und Me- lonm, Aepfel und Pflaumen. Aber int allgemeinen gehört das Interesse noch den Sommerstüchten, besonders auch der sauren Kirsche, deren .Hauptverwendungszeit aber mehr in den August fällt. Hin imb wieder bringt der Juli, neben ausländische» Tomaten, auch schon fleine Erträge deutscher Ernte, und auf bei» Gemüsemarkt rückt die Gurke nach und nach in die erste Stelle,^ wie schützt man seine Wohnung vor Hitze? Die ungewöhnliche Hitzeperiode des vorigen Sommers, die nach den Voraussagungen erfahrener Meteorologen sich in diesem Sommer wiederholen soll, hat dem Problem des Kampfes gegen die Wärme eine besondere Dringlichkeit verliehen und die moderne Hygiene sinnt mehr denn je nach Mitteln tzur Abhilfe. Wie kamt man sich nun im Hochsommer int Hause gegen große Hitze schützen?, Diese Frage beantwortet der bekannte Berliner Hygiene-Professor C. Flügge in einem Aufsatz der Deutschen Revue. 1 Für die Wohnungstemperatur kommt besonders ein Moment in Betracht, das eine ganz bedeutende Abweichung von der Temperatur im Freien bedingt: die Bestrahlung der Mauern durch die Sonne und die durch diese Insolation in die Mauern über- erte Wärme. Während man sich durch den Strähleneinfall! Jalousien, Markisen üsw. schützen kann, werden durch bi« massiven Teile der Wände, besonders durch die fensterlosen Giebel- wändc große, nachhaltige und schwer zu beseittgende Wärme- reservoire geschaffen. Die Wände wirken dann wie ungeheure Steinöfen. Die Höhe der Erhitzung hängt von der Himmelsrichtung ab; am schlimmsten sind Ost- und Westwände, während die Südwände durch die schräg auffallenden Strahlen weniger er* Hitzt werden. Dünne Fachwände erhitzen sich stärker, verliere» aber die Wärme leichter; massive Mauern haben zwar eine niedrigere Temperatur, aber speichern die WärMe sehr lange auf. Bei ihnen ist auch die zeitliche Verschiebung sehr Unangenehm, die die an der Außenfläche erzielte Temperatur bett» Durchgang durch die Mäuer erfährt. Während die Ostwand des massiven Hauses um 9 Uhr abends die Maximaltemperatur an der Innenfläche hat, erreicht die Westwand ihre größte Hltze erst um 3 Uhr morgens, so daß ihre Wärme erst zur Nachtzeit füM* bar wird. Durch diese Wärmereservoire der Mauern erhalt bie Wohnung eine Eigentemperatur, die in der Höhe und dem zeitlichen Verhalten von der Außentemperatur stark abweicht und namentlich in höheren Stockwerken und bei ungünstigen Wohnungsverhältnissen viel höher ist als die Temperatur im Freren. Konnte man doch in Dresdner Kleinwohnungen Höchsttemperaturen beobachten, die bis 33 und 36 Grad gingen und das Temperatur- maximum tot Freien erheblich übertrafen! Unter den Abhilfe- Maßregeln wird gewöhnlich am 'stärksten die Lüftung betont, die ja auch das einfachste Mittel ist. Mer damit wird bet Ueber- wärMung der Wohnung nicht allzu viel erreicht. Nur solange reichliche Mengen kühlerer Lust ins ZimMer dringen, wird die Wärmeabgabe des menschlichen Körpers erleichtert. In den Httze- pevioden ist aber aM Tage die Außenlust so warM, daß thre Em* führung die Temperatur wenig ändert. Künstliche Lüftung, etwa durch elekttisch betriebene Ventilatoren, könnte weit besser wtrstn, namentlich wenn die zugeführte Lust noch durch kaltes Wasser ober kalte Salzlösung und dergleichen gekühlt wird, aber sie ist sehr teuer. Auch einfache Kühlöfen, die von kaltem Lettungs- wasser durchflossen werden, richten wenig aus, Und große „SMte* zentralen", wie sie in verschiedenen amertkamschen StLdten ein* gerichtet worden sind, sind zu kostspielig. Andere billigere MH, lungsmittel für Wohnungen, wie Wasservechunstung und EiH» schmelzen, sind nicht recht wirksam und für Kleinwohnungen gar nicht verwendbar. Das einzige Radikalmittel gegen dte Hoch- sommerhitze besteht to Veränderungen beim Bauder Däuser. Da lassen sich emfache Abhilfen mit wenig Kosten durchführe» i so di« Ausstattung exponierter Fenster auch i» Kleinwohnungen mit guten Jalousien, dann möglichster Ersatz der Küchenherde 408 durch Gasöfen, Isolierung der Mchenkamrne durch einen ManM- raum, in dein Luft zirkuliert und die Wärme fortfuhrt, endlich Vermeiden von Wohnungen direkt unter bem Dach. Dadurch ivirb aber gegen die Wärmeausstrahlung der Mauern noch wemg getan. Es mußten also mehr als bisher Vormauern hergestellt werden, die aus Hol», Rohrgeflecht oder Matten, anr einfachsten aus rankenden Gewachsen bestehen könnten und aus- gezeichneten Schutz gegen die Wärme bieten. . Die wirksamste Abwehr der Hitze aber ward durch eme viel durchgreifendere Wohnungsreform geschaffen, nämlich durch den Bau von kleinen ein- oder zweistöckigen Häusern für die weniger bemittelten Klassen, in der Form von Arbeiterkolonien, Gartenstädten u. n. Freilich wird es aber iioch lange dauern, bevor diese Wvhnungsrefornten allgemein durchgeflihrt sind, und doch ist die Hitze eine schwere Gefahr, der vor allein die Säuglinge ausgesetzt sind. Heiße SomiNer fordern in Berlin fast 2000, in den größeren Städten Deutschlands zusammen mehr als 10 000 Säuglingsleben über die Zahl in kühleren Sommern hinaus zum Opfer. Deshalb regt Prof. Flügge an, daß künstlich ernährte Säuglinge, die schon gewisse Darmstöriingen zeigen und rn extrem heißen Wohnungen leben, die also vor allem gefährdet sind, unbedingt in ein kühleres Milieu gebracht werden müssen.. Dafür wären einfache Erholungsstätten zu errichten, aber auch dre Par- terreräiime von geeignet gelegenen Schulen könnten während der Sommerferien, in die ja die bedenklichsten Hitzeperioden fallen, verwendet werden. (Eilt postkutschen-Jdyü vor hundert Jahren. Wer heute im behaglichen Abteil des Schnellzuges die zweistündige Reise von Jena nach Halle inacht, ahnt nicht, mit was für Beschwerden eine solche Fahrt noch vor hundert Jahren verbunden war. Ein treues Bild von den Annehmlichkeiten einer solchen Reise gibt der schwedische Kammerrat von Ehrenzweig, der im Jahre 1805 mit der Post von Jena nach Halle fuhr. Das Post- kutschen-Jdyll, das er in einem Schreiben ans Hamburg vom 2. November 1805 an den Kurfürsten von Sachsen, Friedrich August, entwirft, dürfte auch den größten Verehrer der vergangenen Reiseromantik von seinem Wahne bekehren. Der Kammerrat schreibt wörtlich folgendes: „Die Zerbrechung meine Reisewagens im Fränkischen veranlaßte mich bei Ermangelung eines Gesellschafters und Reisegefährten mit der ordinairen Post zu gehen. So lange ich Reichs- oder preußische Post hatte, sand ich keine Ursache, meinen gefaßten Entschluß zu bereuen, aber wie erstaunte ich, als man mir in Jena den kursächsischen Wagen, der von Naumburg nach Halle fährt, vorführte. Wie ist es möglich, daß in einem zivilisierte» Staat die Ober-Postdirektion ein solches Unwesen dulden kann. Nicht nur, daß wir von Jena nach Naumburg von 12 bis abends 8 Uhr unterwegs waren und die sächsische Post, unerachtet sie die ganze Nacht durchfuhr, erst den anderen Morgen um 11 Uhr in Halle ankam, nicht genug, daß ein ganzer Hausen sogenannter blinder Passagiere ausgeladen ward, dies sind Kleinigkeiten im Vergleich des Sitze?, des Wagens selbst. Lassen Ew. Churs. Durch- laucht Sich das Fuhrwerk, welches von Jena nach Halle geht, vorzeigen, Sie werden Selbst finden, daß es keinen Stuhl, keinen Sitz, keine Bedeckung, kurz, weder die geringste Bequemlichkeit, Sicherheit, noch Schuh darbietet; man ist in Lebensgefahr auf denrselben besonders zur Nachtzeit, wo so leicht den Reisenden der Schlaf überfällt und er wegen Mangel an Lehnen, an Sih, Stuhl, jeden Augenblick befürchten muß, von, Wagen herunter zu fallen und zwischen den Rädern aus eine schreckliche Art verstüminelt zu werden. Wie ost ereignet cs sich nicht, daß Handwerker, Künstler, Krämer ihren Wohnort verändern und mit ihren Kindern reisen inüssen, diese sind dann der größten Lebensgesahr ausgesetzt, weil sie weit leichter wie alte Leute einschlummern. Hier eine Tatsache: Wir alle, die wir danrals zusammen aus dem Postwagen reisten, hatten in zwei Nächten nicht geschlafen, bei dem langsamen Fahren war es unmöglich, der Ermüdung zu widerstehen; damit nur keiner im Schlummer vom Wagen fiele, kam man überein, wechselseitig zu wachen. Aber die Natur behielt die Oberhand. Es sand sich, daß der die Aufsicht und Wache führende Reisende selbst einschlies, und es mußten daher zwei sich vereinigen, welche zu gleicher Zeit wachten. Es ist doch empörend, wenn man mitten im Deutschen Reiche, in einem seit Jahrhunderten für poliziert gehaltenen Lande wie Sachsen, nicht für sein Geld auf dem öffentlichen Postwagen reisen kann, ohne der offenbaren Gefahr ausgesetzt zu sein, sein Leben zu verlieren oder zum Krüppel zu werden, und es nur gleichsam durch mühsames Nachsinnen dahin bringen kann, sich einigermaßen davor zu sichern/ Nachdem. der Verfasser noch einige Seiten sortgeklagt hat, schließt er endlich seine Eingabe mit der Hoffiumg, daß der Kurfürst »seine Anzeige, mit Vergnügen aufnehme und mit Freuden einen Mißbrauch abändern werde, der Sachsen zur Schande gereiche." vermischter. kk. Ein Maler, der die Straße sperrt. Jetzt ist in allen Großstädten die Zeit der Buddelei. Ueberall wird gebuddelt: Straßen werden ausgerissen, das Pflaster wird erneuert, Rohre werden gelegt usw. Wohin man sieht, da leuchtet einen, das wohlbekannte Schild: „Gesperrt I" entgegen. Ein junger Maler zog in Paris nun aus diesem jedem Großstädter so allbekannten und unvernieidlichen Dilemna eine Lehre. Er machte sich diese Straßensperrlingen zu Nutzen und baute dabei aus die sprichwörtlich gewordene Geduld und Gutmütigkeit seiner Pariser Mitbürger. Er hatte von einein Theater den Auftrag erhalten, einige Kulissen zu malen; aber da sein Atelier klein und die Kulissen groß waren, so ivar guter Rat teuer. Zu Hause arbeiten war unmöglich, und etwa einen begüterten Kollegen, der sich eines größeren Ateliers erfreute, um die Ueberlaffung seiner Raume zu biiten, schien auch nicht ratsan,. Da kam ihm eine „göttliche Eingebung" I Eines guten Morgens leuchtete ihm der Gedanke ein, kurzer Hand die breite Straße zum Atelier zu machen. Er malte zivei schöne Schilder, worauf zu lesen war: „Rue barree!“ (Straße gesperrt!), verschaffte sich kleine Pfosten und ein gehöriges Stück Bindfaden und sperrte so kurzerhand einen Teil der Straße vor seiner Wohnung. Ter erste Kutscher kam, sah das Schild und — kehrte um. Andere folgten. Dasselbe Schauspiel! Unser lieber Maler hatte aber mittlerweile seine Staffelei aufgerichtet und pinselte frisch darauf los, ohne auch nur im geringsten gestört zu werden. Und gar die Hüter des Gesetzes! Die ließen sich erst recht nicht blicken, denn die waren nachgerade an gesperrte Straßen gewöhnt. So gelang es dem Maler, sich aus der Klemme zu ziehen. Er vollendete seine Kulissen und verdiente außerdem noch ein gutes Stück Geld, indem er seine lustige Geschichte Pariser Blättern erzählte. ' D a s L a n d d e r P a r f ü m S. Der Reichtum der Tropen au stark duftenden Blumen und Blütensträuchern ist bekannt; immerhin dürfte es kann, einen zweiten Erdstrich geben, der von ihnen eine solch außerordentliche Menge trägt, wie das Gebiet von Annam i» Jndochina, Dabei sind die meisten der dort vorkom- menden Blüten zur Parfl'nnfabrikation in hohen, Blaße geeignet. Erwähnen mir von den Dutzenden von wohlriechenden Pflanzen einige besonders interessante Sorten, deren Anbau in Plantagen mehr und mehr in die Hand genominen wird. Hier ist zunächst der „Hoalai" zu nennen, eine Art großblütigen Jasmins, dem man in den annamilischen Gärten vielerorts begegnet. Ihm verwandt ist die „Hoaly", eine Liane, die wegen ihres Blumenreichtums beruh»,t ist. Der „Cay Huong ft", der wildwachsende Rosenstrauch des Landes, sowie der „Cay Hoa fi", eine Malvenart, liefern ei» starkes Parfüm. Letztere Blume hat die merkwürdige Eigenschaft, daß ihre weißen Blüten erst zu duften anfangen, wenn sie in einem geschlossenen Geiäß vollständig getrocknet sind. Der „Cay truoc bnu*. der rosenähnliche gelbe Blüten besitzt, sowie der dem Teestrauch gleichende „Cay hoa moi" tragen gleichfalls stark duftende Blumen. Es seien von weiteren ergiebigen „Pariüm- pflanzen" noch genannt: der Apselsinenbaum, der Zitronenbaum (beide unseren europäischen Arten entsprechend), der „thao qua", welcher das ammonium medicum liefert, schließlich der »huong bai", eil, Farnkraut, von dem man nicht die unscheinbaren Blüten, wohl aber die zu Pulver geriebene Wurzel als pikantes Parfüm verwertet. _____________ Rösselsprung. r-i dem bü te al sie bir in / schen ob ler vor ten sich der ob chri ten ber sie got cken lum ter vor ob sten bü pen sich nen km men sich al gen ob pur UN der ler wo sie schmü mit 0 schen woh UN schen sie nen pal die pur sie dan zo ter sind cken ob men men &•. ... Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Namenrätsels in voriger Nummer: Antonie — Jcka — Theresia — Pauline — Martka — Helen» Friderike — Krimhilcke; Adelheid. Redaktion: R. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, ®te»e*