ur. ramrrag oen s. sevruar aRbS 7lE KK m*i Hifi; 'einer banalen Phrase wenigsten wehe tue. Glückslasten. Roman von Hanns von ZobeltiA« (Nachdruck verboten.), (Fortsetzung.) Jäh brach das ganze kunstvolle Gerüst zusammen, das sie sich errichtet hatte. Mit einem Male stand es klar vor ihr: Sophismen waren es! Elendes FlicHverk war's, Scheingründe, auf nichts aufgebaut, als aus der lieben elenden Eitelkeit. Was sie sich selber nie voll zugestanden hatte, jetzt wußte sie es: nur die Aussicht, Prinzessin zu werden, hatte sie gereizt. Nein! Nein! Und wenn es eine Königskrone wäre: Nicht ohne Liebe! Nicht ohne Liebe! Nur mit halbem Bewußtsein hörte sie auf die Worte, die Hoburg sprach. > Wer sie hörte dennoch aus ihnen heraus, daß es ehrlich gemeinte Worte waren. Freilich auch Worte, die gewiß vorher sorgsam überlegt, zusammengestellt und abgewogen waren. Sie waren fast zu gut gewählt. Etwas Mühsames klang ans ihnen. ' Der Prinz sprach von Italien; sprach von der Fürstin, von der ersten Bekanntschaft. Er sprach von dem starken Eindruck, den ihre Persönlichkeit damals schon auf ihn gemacht hätte, sprach von wachsender Neigung, von Liebe, die zur Leidenschaft werde... Und Signe empfand: du darfst ihn nicht weiter reden lassen. Du mußt ihn unterbrechen. Er darf keine Hoffnung en hegen. _ Wer sie konnnte sich noch mcht aufraffen. Zu zah, W gewaltig war der Gedanke noch in ihr: Nicht ohne Liebe? Nicht ohne Liebe! Eine erschütternde Erkenntnis war's, aus der'ein Glücksgefühl keimte: Gott sei gedankt - noch war es an der Zeit! So sprach er weiter. Bon seiner Stellung und von der ihren, in Zukunft. Daß er heut als einen glücklichen Zufall preise, in die dritte Abteilung des Gothaer Almanachs eingereiht zu sein, trotz mehrfacher Proteste. Daß er nur dank dieser Einreihung ihr die volle Ebenbürtigkeit: biete» könnte mit Rang und Würde. Wäre es anders gewesen, so stünde er nicht hier. Und dann klang doch durch diese äußerlichen Erörterungen der heiße Ton: „Ich liebe Sie so sehr, Signe..." Ja ... und nun mußte sie wohl unterbrechen, mußte Mitworten — und ihn gehen heißen — 1 Es wurde ihr schwer, das rechte Wort zu finden. Sie wußte sich sammeln. Nervös strich sie über die Stirn, fühlte jetzt doppelt das Unrecht, daß sie zu spät iprach, daß sie durch ihr Schweigen alle seine Hoffnungen be- stärkt hatte. Fühlte, daß sie ihn mit keiner banalen Phraje abfinden durfte. Und sann schmerzlich, wie sie ihm am sie fast rührte. :de schwer ver- Es war fast, als wollte er sich an ihr „vielleicht' klammern. Er zögerte, sah zu Boden, blickte wieder auf. Und daun sagte er plötzlich — und es klang ihr merkwürdig naiv nach all dem, wie er seine Werbung vorgebracht hatte: „Vielleicht — vielleicht gelingt es mir dennoch, mir Ihr Wohlgefallen zu erringen." „Das haben Sie, Durchlaucht. Nur — „Nein, so meinte ich das nicht. Ich meinte ja mehr. Natürlich. Ich möchte nur bitten: lasse» Sie intr ent kleines Hoffnungsfünkchen." „Ich darf das nicht." „So erlauben Sie mir wenigstens . . . verbieten Sie mir nicht, mich Ihnen weiter näher» zu dürfen. Vielleicht, vielleicht lernen Sie mich besser kennen. Vielleicht habe ich Übereilt gehandelt. Vergessen Sie, was ich heut sprach " „Das geht nicht, Durchlaucht." Es war eine Hartnäckigkeit in ihm, die sie fast rührte. Sie dachte unwillkürlich: „ein anderer würde schwer verletzt gegangen jein. Zumal jemand in seiner Stellung. Und er bittet um Brosamen. Er muß dich doch wirklich sehr lieb haben .. . wett mehr, als du glaubtest., Aber ivar nichts wie immer im Leben, die Wahrheit das beste? , _ , So stand sie mit schnellem Entschluß auf: "Durchlaucht, ich danke Ihnen. Aber — mein Herz weiß nichts von Ihnen. Das Ihnen ganz offen zu sagen, bin ich Ihnen schuldig." Sie sah, wie sein blasses Gesicht sich noch mehr entfärbte, wie es um seine Mundwinkel zuckte. Er schüttelte den Kopf: ,Lch fühlte das — und ich kam dennoch. Ich liebe Sie so sehr, Signe, daß ich Ihre Liebe zu wecken mir zutraue." „Durchlaucht, ich bi» Ihnen volle Offenheit schuldig," gab sie schnell zurück. „Ich wußte, daß Sie kommen wurden, und ich war entschlossen, Ihren Antrag anzunehmen. Auch ich wollte der Zukunft vertrauen. Aber mit einem Male wurde mir Har: ich — so wie ich bin! — ich kann nicht ohne Liebe in die Ehe treten. Es wäre Sünde gegen Sie und gegen mich. Es wäre namenloses Unglück. Verzeihen Sie mir, wenn ich je in Ihne» eine Hoffnung zuließ, die sich nie erfüllen kann. Vergeben Sie mir — wenn Sie können. Ich weiß, worauf ich in diesem Äugenblick verzichte. Wer ich kann nicht anders." Cie standen sich dicht gegenüber. So dicht, daß er den Hauch ihres Atems fühlte. Und Signe sah ihm nun voll in die Augen. „So gehört Ihr Herz — einem andern!" rief er. „Nein, Durchlaucht. Bei Gott: nein! Mein Herz ist ganz frei. Vielleicht — ich weiß es nicht —" ein ganz kleines schmerzliches Lächeln ging über ihr Gesicht — „vielleicht erwacht es nie. Ich denke das bisweilen. Aber ohne Liebe — ohne Liebe kann ich nicht vor de» Altar treten." 74 Da begann er schon wieder: „Seien Sie barmherzig, gnädiges Fräulein. Warum sollten Sie nicht über — über Diese Viertelstunde hinweg die Brücke zu unserem früheren Verkehr wiedersinden können? Vielleicht — aber Sie werden es gewiß banal finden: vielleicht legt die. . . Aussprache, Die wir hatten, sogar den Grund zu freundschaftlicheren Beziehungen zwischen uns beiden." Es war so wie er sagte: sie hatte das billige Angebot der Freundschaft immer für eine sehr banale Ausflucht gehalten, wenn es einen hübsch geflochtenen Korb verkleiden sollte. Für ein artiges Mäntelchen, für eine Ausrede; unter Umständen mochte solch Angebot auch allerlei Gefahren für die Zukunft in sich tragen. Nun erschien ihr solch ein Kompromiß doch in etwas anderem Lichte. Der Ausweg kam ihr nicht ungelegen, half ihr nicht nur über die Peinlichkeiten des Augenblicks hinweg. Sie empfand ihn auch als etwas, das sie nicht versagen durfte. Nicht durfte und nicht konnte. Und eine Gefahr: welche Gefahr hätte für sie daraus erwachsen können? Sv sagte sie — freilich zögernd: „Durchlaucht, ich wüßte nicht, warum zwischen uns nicht altes bleiben könnte wie bisher." Hastig griff er zu: „Dank, gnädiges Fräulein! Innigen Dank! Ich bin ja so froh, daß Sie mich nicht ganz ohne Hoffnung gehen lassen." „Nein! Bitte. . . keine Hoffnung. . ." „Es soll nur ein ganz geheimes, stilles Hoffen sein ... ich schwöre, daß ich Ihnen nie damit lästig fallen werde." Er faßte nach ihrer Hand. Sie ließ sie ihm. Er drückte seine Lippen darauf, vielleicht wärmer, vielleicht eine Spanne länger als üblich. Auch das duldete sie. Und dachte dabei: „wie anders wäre es, wenn mir nicht noch im letzten Augenblick die rettende Erkenntnis gekommen wäre. Gottlob, daß sie kam — Gottlob!" Dann mühten sich beide, sofort den konven iouetlen Ton wieder zu gewinnen. Es gelang nicht recht. Die Erregung zitterte in beiden doch nach. Aber die gesell- sü)astliche Gewöhnung schuf bald neue Möglichkeiten, auch da, wo Frage und Antwort immer noch im Zusammenhang mit dem Ereignis der letzten Stunde standen. „Durchlaucht bleiben in Berlin?" Er suchte in ihren Augen. Wollte sie, daß er reifte, daß er für einige Zeit wenigstens verschwand? „Ich weiß noch nicht recht, gnädiges Fräulein. Die Riviera lockt mich nicht mehr wie ehedem." „Es ist möglich, daß wir für einen Monat, bis zum Beginn der Hofsestlichkeiten, nach Rom gehen. Die Eltern sprachen davon. Aber es ist noch ganz ungewiß. Für mich hat übrigens gerade ein Wintermonat in der Ewigen Stadt wenig Reizvolles. Rom ist kalt und unfreundlich." „Gewiß. Wenn man im Dezember nach Italien geht, muß man schon bis Sizilien herunter. Oder besser, man geht gleich nach Aegypten." Sie konnte schon wieder lächeln: „Oder noch besser man bleibt daheim, wo man wenigstens gut geheizter Zimmer sicher ist. Und bann will man doch auch seinen Weihnachtsbaum haben." Ein paar Worte noch über das deutsche Weihnachtsfest . . . ein paar gleichgültige Worte beim Abschied. Dann doch noch ein Nachklang: „Auf gute Freundjchaft also, tzilädiges Fräulein!" Es war ihr schon zuviel, es weckte ru ihr eine leichte Beklemmung. Sie schüttelte den Kopf. „So nicht, Durchlaucht —" und reichte ihm dann doch noch einmal die Hand. Nun war er endlich gegangen. Er mußte draußen sehr schnell den Pelz umgetan haben, die Schelle der Haiis- pforte flang schon. > Signe stand und sah auf die Mr, die sich hinter ihm» Seschlossen. Nun erleichtert urid froh. Ja — so war es och am besten. Gerade so! Da kam Mutter aus dem Salon hereingestürzt. In heller Aufregung: „Signe, was hast du getan! Signe, dich verstehe ein Mensch! Dein Glück hast du mit Füßen getreten!" Die Tochter wich zurück: „Mein Glück?" sagte sie leise. Und schämte sich der Mutter, die hinter der Tür ge- lMischt hatte, , u l I 8. • , „„Frau Ida konnte nicht schweigen. Trotzdem Signe sie jNMndigst gebeten hatte, über das Erlauschte niemand Mitteilung zu machen — sie fühlte, daß sie Hoburg das schuld big war — unb trotzdem Mutter ihr es feierlichst versprochen hatte, wußten noch am gleichen Tage Vater und Geschwister darum. Freilich hatte jedes Mitglied der Familie Mutter wiederum feierlichst zusagen müssen, zu schweigen, aber Signe empfand doch, wie verschieden die Nachricht in jedem einzelnen nachwirkte. An halben Worten und Anspielungen fehlte es ja nicht. Vater nahm's noch am ruhigsten. Er sagte bei Tisch nur: „Ereignisreicher Tag — dja — hat so seine Pein--' lichkeiten. Na, man kommt schon darüber fort. Wer weiß, wozu es gut war!" Eberhard und Friedel schienen ausnahmsweise einmal einer Meinung- Sie zuckten recht deutlich die Achseln. Mer während Hardi nur auf ein paar Minuten zum Tee gekommen war, eigentlich nur, um von einem neuen Pferdekaus zu sprechen unb Vater dafür zu erwärmen, (bann, flüchtig wie jetzt immer, roieber verschwand, setzte sich Friedel nachher noch mit an den Kamin und machte allerlei boshafte Bemerkungen von der Art, wie er sie liebte: man konnte sie im Notfall auf ganz fern-, stehende Personen beziehen und wußte doch genau, wem sie gelten sollten. „Das diplomatische Schas", nannte ihn Dodo bisweilen. Dodo äußerte sich gar nicht. Nur ihre Augen blickten manchmal zur Schwester hinüber. Dann, man saß noch um den Kamin, ließ sich plötzlich Elly Neumann melden. Sie bat durch den Diener nur um ein paar Minuten, wollte nur mit Dorothee eine Kleinigkeit wegen des Kollegs besprechen. Beide Schwestern erhoben sich sofort, um sie zu begrüße«. „Bringt sie nur herein! Ich lasse sehr bitten!" rief Mutter ihnen nach. Dann gab es draußen ein kleines Jubeln. Karli und' Magda waren mitgekommen, hingen sofort an Signes Kleidern wie die Kletten, und Signe suchte sich mit ihnen ein stilles Eckchen, während Elly , wenigstens auf einen Stipps" mit Dodo in den Salon mutzte. „Ablegen, Fräulein Elly. Anders geht's bei uns nicht. Mama Hacks besonders besohlen, baß ich Sie mit hineinschleppe. Und wenn die Mütter befehlen ।— ua i—i Sie wissen ja." (Fortsetzung folgt.) Das Klccifikder. Humoreske von E r n e st Stoll. Ms Frau Käthe Sörendseu die Karte des Referendars Hugo Strach überreicht wurde, sah sie einen Augenblick sprachlos auf den kleinen viereckigen Karton, dann setzte sie sich kopsschüttelnd und sah ratlos zu dem bemalten Plafond ihres Boudoirs auf. War es zu glauben, daß dieser Mensch sich schon wieder ein» sand! So etwas von zäher Ticksülligkeit war ihr denn doch noch nicht vorgekommen. Gewiß wurde sie seit dem Tode ihres Gatten umworven — kühn und zaghaft, schüchtern und aufdringlich, in allen Arten und Nuancen, mit betten Liebe und auch Berechnung um eine Frau zu werben psl-egen, die selbständig, jung unb reich ist. Daß Frau Käthe auch bildhübsch war, registrierte sie in dieser flüchtigen Erwägung nicht — vielleicht weil sie es für selbstoer- ständlich hielt, vielleicht auch, weil es ihre wirkliche Meinung war, was sie oft und gern zu betonen pflegte: daß nämlich die Schönheit ein Danaergei chenk der Natur sei. Nur das „Unglück der Schönheit" sei schuld, wenn die Frau in den Kämpfen der Zeit eine dem Manne ebenbürtige Stellung noch nicht einnehme. .Sie warf die Karte.auf den nächsten Tisch. „Sagen Sie dem Herrn, daß ich ihn nicht empfangen könne., Ich sei verhindert oder krank — was Sie wollen." „Sehr wohl, gnädige Frau." Die Zofe ging. Frau Käthe ©örenbfen machte eine Bewegung, als wenn sie ihr noch etwas auszutrageu hätte, aber sie beherrsch.e sich.. Einen Moment verharrte die schöne Frau lauschend, als! wenn sie der Erledigung ihres Auftrags durch süits Zimmer solgen könnte. Dann wandte sie sich ab unb trat ans Fenster. Es war gut so! Mochte er wissen, daß sie dieser nun seit Jahren betriebenen Toggenburgerei herzlich überdrüssig war. Aber --vielleicht hätte sie ihn wenigstens empfangen sollen . . . . Die Männer sind ein so seltsames Volk . . . Vielleicht glaubte er gar, daß sie sich por ihm fürchte — daß sie sich nicht stark genu!g suhlte, ihm ins Gesicht zu sagen, was die Abweisung durch den Dienstboten besagen sollte —---- Und mit der ganzen Unsicherheit ihrer kapriziösen Natur begann es ihr schon leid zu tun, Herrn Hugo Strach nicht emp- sangen zu haben, als die Zose zögernd und verlegen abermals das Zimmer betrat. . ^.Jchhabe dem Herrn gesagt, baß die, gnädige Frau krank — 75 — ' ,,Nun und — ?" „'Zaraul hat mir der Herr diese Karte gegeben." ryrau Käthe griff hastig nach dem Blatt, um dann hell auf- ^machen. „Also gut," sagte sie dann, „führen Sie den Herrn in den ßalon." Sichtlich erleichtert, schob sich die Zofe aus' der Tür. Es Wäre auch unrecht gewesen, wenn die Gnädige einen so netten Herrn, der eine einfache Meldung mit einem runden Zehnmark- Slück honorierte, wirklich nicht hätte empfangen wollen. Inzwischen besah Frau Käthe die Karte noch einmal. Und Wieder brach sie in ihr perlendes Lachen aus. Aus dem ,,'Dr. jur. Hugo Strach, Referendar" war in den wenigen Minuten ein >,Dr. med. Hugo Strach, praktischer Arzt" geworden . . . . und diesem gegenüber hatte sie sich krank sagen lassen! Doch gleichviel i— in welcher Gestalt dieser Proteus il)r auch entgegentrat, heute Wollte sie ihm endgültig ihre Meinung sagen. Wenige Sekunden darauf betrat sie den Salon. Hugo Strach machte seine tadelloseste Verbeugung Und überreichte ein paar lose, sehr geschmackvoll gewählte Blumen mit einer so ruhigen Selbstverständlichkeit, daß es einfach unmöglich War, sie zurückzuweisen. Sie dankte und wies auf einen entfernter stehenden Sessel. Hugo Strach hatte aber inzwischen bereits auf einem anderen Platz genommen und entledigte sich gesäKstsmäßig seiner Handschuhe. Sein frisches, von einem starken Schnurrbart und einer Tiefquart pointiertes Gesicht verzog keine Miene, als er schliesslich den Sessel dicht an die Causeuse zog, auf der Frau Käthe Platz genommen, und aufmerksam ihren Puls fühlte. Ehe sie sich noch entscheiden konnte, ob sie lachen oder sich entrüsten sollte, hatte er seine Diagnose beendet. . . wenigstens blickte er sie jetzt mit tiefinnerlichem Verständnis an. „Eigentlich, gnädige Frau, mühten Sie mir jetzt noch die Zunge zeigen. Da ich aber ein empfindlicher und mißtrauischer Mensch bin, so fürchte ich, daß Sie das besonders gern tun würden lunb deshalb--" „Herr Doktor, ich muß bitten —wies ihn Frau Käthe mit schwer bewahrten! Ernst zurück. Hugo Strach ließ sich jedoch nicht im geringsten beirren. Er schob seinen Sessel etwas zurück und hob den goldenen Knopf seines Spazierstockes unter das Kinn. „Ihr Leiden ist unbedenklich, gnädige Frau. Es' ist die alte Geschichte, die ich beobachtete, seit ich die Ehre habe, Sie zu kennen: Mntipathia Strachiana — geflissentlich und unvorsichtig genährt, daher augenblicklich gesteigert; aber — — nicht unheilbar." „Darf ich fragen, Herr Doktor, was Ihnen das Recht gibt, in dieser Weise mit mir zu sprechen?" fragte die schöne Frau, nun Wirklich geärgert! , „'Das ist schwer zu beantworten," erwiderte er mit einem tiefen Ausatmen. Es ist das Recht jedes Menschen, sich zu beklagen, wenn er schlecht behandelt wird. Nun — und Sie werden mir zugeben, daß Sie recht unfreundlich zu mir sind. . . auch heute wieder, wo ich mich so sehr darauf gefreut habe. Ihnen znit einem erfüllten Wunsche unter die Augen zu kommen." „Einem Wunsche — von mir — —?" „Ganz recht. Sie scheinen sich dessen aber .nicht mehr M Mtsinnen — —“ „Allerdings." 'II i - ; „Hm — —" 1 Hugo Strach sah einen Augenblick nachdenklich vor sich hin; dann machte er sein übermütiges und doch so unbewegtes Gesicht und sagte: „In diesem Falle muß ich allerdings etwas werter ausholen, gnädige Frau. Genau ein Jahr, nachdem mein Freund Sörendsen, Ihr Herr Gemahl, das Zeitliche gesegnet, wagte ich zum erstenmal eine Andeutung, daß ich Sie liebe, und daß ich ein unvernünftig glücklicher Mensch werden würde, wenn Sie mir Ihr Hündchen fürs Leben reichen wollten. Sie wiesen mich damals ab . . . und Sie hatten recht. Ich war ein Flaneur, ein Nichtstuer, der dem lieben Herrgott den Tag stahl und das Geld ver- juckte, das er sich nicht verdient, sondern ererbt von seinen Vätern. Aber selbst das habe ich noch nicht einmal richtig verstanden -- denn es war zu viel. Sie sagten mir rund und offen, was ich wert war, und ich habe mir das zu Herzen genommen. Nach drei Jahren angestrengter Arbeit hatte ich meine medizinischen Studien in abgekürztem Verfahren beendet — und als ich h-off- nungsfroh mich Ihnen wieder zu nähern wagte, erklärten Sie mir, daß Ihnen ein Mediziner von Berufs wegen unsympathisch fei. Dabei hatten Sie die Güte, mir anzudeuten, daß die Juristerei Ihnen besser gefalle..." Frau Käthe Sörendsen errötete — und nicht nur unter dem seltsamen Blick ihres Bewerbers, den sie in intimem Kreise als rhr „Fleckfieber" zu bezeichnen pflegte, sondern namentlich auch in Erinnerung daran, daß sie wirklich eine solche, immerhin ermunternde Bemerkung gemacht hatte. „Ich begriff das vollkommen," fuhr Hugo Strach fort. „Ihr Gatte war auch Jurist. In weiteren drei Jahren habe ich nunmehr die erste «Stand zu dem ehrenwerten Stande eines Ministers erklommen, und wenn ich bei dem letzten Examen nicht durchfalle was bei dem Glück, das ich entwickle, so ziemlich ausgeschlossen. ift — dann brauchen Sie nur zu wählen, vb ich meine forensischen Talente vor dem Landgericht I oder II betätigen soll." „Ich habe nicht geglaubt, daß Sie aus einer nichtssagenden Bemerkung derartige Schlüsse ziehen würden," warf Frau Käthe herb ein — und doch schon etwas tiefer berütjrt von dieser ehernen Beharrlichkeit. Ja, es überkam sie eine Art von unverstandenem Bedauern, daß sie diesen Mann in ihren Zirkeln sozusagen als kornische Figur behandelt und sich die Möglichkeit ernster Erwägungen eigentlich abgesckMitten hatte. Ihr Blick war interessiert und nicht ohne Wärme. Hugo Strach bemerkte das nicht. Er zeichnete mit seinem! Stock die Arabesken des Teppichs »ach. Erst nach cicher Pause antwortete er: „Diesen Fehler habe ich ein bißchen spät eingesehen — nämlich erst vor vierzehn Tagen, als ngir Frau Geheimnat Michels erzählte, daß Sie eventuell nur einem Landwirt die Hemd reichen würden--" Wieder eine Pause, die Fhau Käthe Sörendsen gerade-« qualvoll empfand. Jedes Wort wjar eine Ainklage — — uitlti sie mußte stillhalten. Endlich fuhr er fort, indem er sich aus der gebückten Stellung aufrichtete üind sie mit einer eigenartig indifferenten Freundlichkeit ansah. „Tie Erfüllung des Wunsches, mit der ich Sie heute übetoa raschen wollte, ist — — — daß ich seit gestern Landwirt bin.'1 „Herr Doktor —!" Wie mit Purpur übergossen, erhlob sich die schöne Frau'. Auch Hugo Strach stand auf. „Es ist das eigentlich die leichteste und am wenigsten zeitraubende Metamorphose, die Sie mir auserlegten, gnädige Frau," sagte er mit einfacher Verbindlichkeit, „und deshalb glaube ich ein klebriges tun _unb als 'Draufgabe noch einen anderen Wunsch erfüllen zu müssen, den Sie recht häufig geäußert . . . daß nämlich das „Fleckfieber" sich doch endlich verheiraten möchte. Ich bin seit gestern mit Fräulein von Rostberg, der ältesten Dochtes meines Gutsnachbarn, verlobt. . ." Die ttüche im §edruar Von A. Bur g. Auf dem Wildmarkt ist nur noch männliches Dam- und Rohwild vorhanden, aus dem Wildgeckügelmarkt hingegen noch reichlich Fasanen, Birk-, Hasel-, Schneehühner, und ab und zu auch ein Auerhahn. Der junge Auerhahn, die junge Henne geben einen seinen Braten; $in älterer Auerhahn indes ist nur durch längeres Beizen schmackhaft zu machen — und zwar soll die Beize für Auerwild nicht allein aus Essig, sondern möglichst aus mit wenig Essig gemischtem Weißwein bestehen, zu dem man Zitronensaft, eine zerschnittene Zwiebel, Lorbeerblatt, Nelken, Gewürzkörner, Salz, zerschnittenes Suppengrün, Pfeffer, Thymiankraul und Petersilie fügt. Mau macht den Auerhahn, ehe er in die Beize gelegt wird, bratfertig und spickt ihn auf der Brust mit feinen Speckläden, die man in Pfeffer, Salz, gestoßenem Lorbeerblatt und gehackten Thymian- und Petersilienblättern gewendet hat. Nach 5—6 Tagen (wobei der Hahn jeden Tag in der Marinade zweimal umgewendet wurde) legt man ihn aus Speck- und Schinkenscheiben in eine passende Pfanne, besüllt ihn mit zerlassener Butter und einem kleinen Teil der durch ein Sieb gegossenen Beizflüssigkeit und läßt ihn auf dem Feuer oder im Ofen 3—4 Stunden bei fleißigem Begießen dämpfen. Wenn der Auerhahn weich und herausgenommen ist, wird die Brat- brühe entfettet, mit etwas Fleischbrühe verkocht, mit etwas Kartoffelmehl seimig und nach Belieben mit etwas Wein oder Zitronensaft pikant gemacht. Bei jungen Auerhänen, nur in Butter gebraten, kann man zum Schluß, kurz vor dem Anrichten, der Saure etwas Madeira zufügen. Tas nordische Wildgeslügel, die Birk-, Hasel- und Schneehühner aus Rußland und Schweden, werden wie Rebhühner gebraten — ober gebetet und bann gebraten — oder gedämpft. Reste von Birkhuhn geben einen sehr feinen Salat für ein Abendgericht: Man schneidet das von den Knochen gelöste Fleisch in seine Stückchen, Würfel oder Streifen und ordnet sie in der Salatschüssel ans einer Unterlage von gewaschener, abgetropfter Brunnenkresse und Kopfsalatblättern, sowie feinen Scheiben von gekochtem erkalteten Sellerie. Von zwei bis drei rohen Eidottern, 4—5 Eßlöffeln tropfenweise dazugefügtem feinsten Speiseöl, Salz, weißem Pfeffer, Zucker, zwei geriebenen Schalotten, einem Eßlöffel feingehackter Petersilie, etwas Weißwein, Brühe und einer Spur Paprika-Essig ober auch einfachem Essig, rührt man eine ebene Salatsauce und fügt unter beständigem Rühren nach derselben Seite */i Liker geschlagene Sahne (Schlagsahne ohne Zucker) dazu. Die Sauce wird vorsichtig über den Salat gefüllt und muh 1—2 Stunden einziehen, die Scküissel schmückt man mit in Scheiben geschnittenen hartgekochten Eiern und Radieschen oder Kopfsalat ober Rapünzchen. Auf dem Lebensmittelmarkt stellen sich die ersten junge» zartrötlichen Rhabarberstengel ein, von vielen Hausfrauen anS dem Grunde freudig begrünt, weil sie die Herstellung des ersten frischen Kompotts, ermöglichen. Man kann jedoch auch kalte« 76 Siebaktion: «. Sieurath. — Rotauousdruck und Verlag der Vrützl'schen UnwerstiätS-Buch- und Stembruderet, St. Lau««, ®wfcn. Flammeri — eine Art nordischer roter Grütze, die dann^ allerdrngs nicht rot, sondern graugrün aussieht — daraus bereiten oder wie in England — gute Frucht-Marmelade davon kochen, die sich nur, trotz dicken Einkochens mit dem konservierenden Zucker ntch so lange hält wie andere Frucht-Marmelade. Oder aber man stellt etnen Rhabarber-Pudding her, d. h. schn«det einige reckt zarte abgeschälte Rhabarberstengel in Stückchen, so day das ungefähr 350^-500 Gramin Gewicht ausmacht, dunstetsteln sehr wenig Wasser - weil der Rhabarber ment genügend Saft aibt — mit etwas Weißwein, ZitronensckMle und Zucker weuq und stellt sie kühl. (Wer es liebt, mag auch etwas gestoßenen Zimt und eine Handvoll gereinigter Korinthen dazu geben.) 250—300 Gramm gute Butter ivird zu Sahne gerührt, dazu fügt man bei beständigem Rühren 5—6 Eidotter, 2o0—350 Gramm geriebene gesiebte Semmel, 80—100 Gramm Zucker, den g» dünsteten Rhabarber und den steifgeichlagenen Schnee der 5—b Eiweiße, füllt die Masse in die mit Butter ausgestrichene, mit geriebener Semmel bestreute Puddmgform und laßt den Pudding im siedenden Wasserbade l1/*— IV2 Stunden kockM. ®ie]er warme Rhabarberpudding - zuletzt aus eine erwärmte Schussel gestürzt und eine Weinsauce dazu gereicht, bildet eine sehr beliebte saisongemäße Nachspeise. Und da wir gerade von warmen Nachtischspeisen sprechen, die sich mehr und mehr wieder Tisch und Tafel erobern, so sei auch gleich ein Wnn-Auflauf erwähnt, der besonders bei den Herren viel Anklang finden durste, da er doch herzhafter und kräftiger schmeckt als die von vielen gehaßten Wein-Auflkuf zu bereiten, röstet man 300 bis 350 Gramm geriebene gesiebte Semmel über gelindem Feuer in 100—135 Gramm zerlassener Butter gelblich und gießt V» Liter SE Kochgrad gebrachten siedendheißen (sehr guten und starken.) Weißwein darauf, läßt unter Rühren die Masse zu stersem Brei werden und schüttet sie zum Ab kühlen in eine Schussel. Wenn der Brei kalt ist, rührt man 200-^250 Gramm Butter zu Sahne, gibt nach und nach 8—10 Eidotter, etwas Zucker und aus Zucker abgeriebene Zitronenschale, sowie eine Prise seinen Zimt, chne^- weise den mit Wein verkochten Semmelbrei und zuletz die zu steifem Schnee geschlagenen 8—10 Eiweiße dazu, füllt bie Wfie in eine feuerfeste Backform oder AuslauNorm, laßt den Auflauf ungefähr eine Stunde im Ofen backen und bringt ihn sofort in ^en"beliM^E auch ein Reisauflauf mit Burgunder: 300 Gramm Reis werden gespült, abgetropft, zehn Minuten mit kochendem Wasser über dem Feuer abgewellt, wieder abgetropft, dann in genügender Milch ober Sahne nebst Zucker und einem Stückchen Zimt langsam weich geanellt, aber so, baftbei Reis noch körnig bleibt. Sobald er verkühlt ist, gibt man WO Gramm sehr gute zerlassene Butter und 5—b Eidoiter, nach Bedarf noch Zucker dazu, zuletzt den steifgeschlagenen Schnee der Eiweiße, füllt die Masse in eine mit Butter ausgestrichene, mit geriebener Semmel bestreute feuerfeste Form und laßt den Auflauf 1 ,2 Stunden backen. Eine Flasche Burgunderwein kocht man in gut verdeckter Kasserolle mit Zucker, Zimt, Zitronensck)ale und zwe, im Mörser gestoßenen, durch etn Sieb gerührten gerosteten Zwiebacken auf, rührt diese Sauce nochmal durch ein Sieb, .lasst sie vorsichtig wieder heiß werden und gibt den Weinguß in einer Sauciere zu dem Auflauf ober gießt ihn nach und nach langsam über den Auflauf so, baß er tn die gebackene Reismasse einzieht. (Die Speise Muß sofort aufgetragen werden.) Neuerdings verdanken wir deutschen Hausfrauen in den Kolonien, die heimische Gerichte dortigen Produkten anpassen, manche Unregung» den nahrhaften Reis in verschiedenster Art mit Fruchten und Fruchtsaft zu vereinen: wie Reis mit Bananen oder mit Ananassaft: und da die Banane sich jetzt auch einen öauptplatz auf dem deutschen Obstmarkt erorbert hat, ist die Vorschrift zu Bananenreis vielleicht nicht unwillkommen. Der Reis wird nach Spülen und Abwellen mit Milch (ober auch nur mit Wasser und Zucker) fast gar gekocht, die Bananen geschält, in sehr seine Scheiben geschnitten und in den Reis getan, in welchem sie so lange auf heißer tzerdstelle ziehen müssen, bis der Reis weich ist. Man gibt diese Speise warm ober kalt, Ananasreis dagegen stets kalt, wozu man eine ganze ober halbe Ananas frucht schält und in feine Scheiben schneidet, die man mit sehr viel feinem Zucker bestreut, mehrere Stunden stehen läßt, und bann ben Zuckersaft ab füllt. Der Reis wirb gespült, gebrüht unb dreimal, jedesmal zehn Minuten, in siebendem Wasser abgequellt, worauf er — nach dem dritten Mal — halbgar fein wird; bann stellt man ihn nebst dem Ananassaft über sehr schwaches Feuer unb läßt ihn langsam damit vollenbs weichquellen, mischt bte Fruchtstücke zuletzt darunter und stellt bieSpeise kalt. Nach Zucker ist natürlich sorgfältig abzuschmecken, wie sich auch dieses von selbst versteht, daß dieser Ananasreis auch mit kleinen Ananasstreifen ober -scheiben belegt wird. In seiner letzten Hälfte bringt der Februar den Fastnachtstag, unb damit die Hochsaison des Schmalzgebäcks: der Muzen am Rhein, der Karpfen in Süddeutschland, der Pfannkuchen in Norddeutschland, speziell in Berlin, der Hebewecken in Mecklenburg imb an der Wasserkante, der Pförtchen in Holstein. Und natürlich Punsch! Ohne Punsch-kein Fasttmchisfest: selbst irn Kaiserschlotz an der Spree gibt es um Mitternacht beim Fastuachtsdall Pfannkuchen und ben berühmten Schloßpunsch, zu bem ein ganz ve- sonders edler alter Rheinwein verwendet wirb. vermochte». kf. Der Gesangwett st reit engli! cher und ft an« zöstscder Schulkinder Aus Pfinq'ien wird Paris etn grones internationales Mnsikiest Geiern, und die Veranstalter sind auf den Gedanke» gekommen, gleichzeitig einen Sangwettiireit unter ecqui- kindern z» veranstalten. Die Stadt Paris hat eine Einladung an die englischen Schulbehörden ergehen lasten, und so werden denn sranzösische und englische Sctnilkiiider um di« Siegespalme singen. Für die Unlerkunst und alle anderen Vebiirfnisje der Kiemen will Paris sorgen, unb nur das Fahrgelb soll von den englilchen Städten, ans denen die Schulkinder kommen, beiirttteii werden. • Ueberernährung bet Flaf^henftnbertt. Iler in ber Praxis als Arzt oder fonftiuie mit Säuglimien zu tun hat, stößl immer wieder auf die Tatsache, daß eine große 'Anzahl von .Bindern im ersten Lebensjahre überfüttert ober, rote man es gewöhnlich nennt, überernährt wirb, d. h., daß die Rinder, 6"»ä abgesehen von salschen Blilchmischungen unb unrichtigen Ziuatzen (Nährvräparate uiro.), öfters Nahrung und mehr erhallen, als zu- träqlich ist. (Sine Ueberernährung kann burch iitivernimniges hattNges Anleaen auch bei gestillten Kindern öorfommen doch sorgt da bte Natur schon selbst für einen vernünftigen Ausgleich, *nöets bet ber künstlichen (widernatürlichen) ErnäHrnng: ba ist auch tu ^ezuq auf bte Menge ber Nahrung die größte Vorsicht notwendig Wenn irgend möglich, frage man ben21r.it; (Hebammen und Pfleget innen bürien ja, wie bekannt, keine künstliche Ernatzruns, verordnen.) ben Städten unb größeren Gemeinden belieben ubeiaü iin Lmtbe unentgeltliche ärztliche Beratungsu eilen; bereit Rat bewlge matt. — Viele Mütter geben ihren Kindern bte Flasche jedesmal, roetut sie tot eien; sie glauben, bas Schreien wäre ein Zetwen von Hunger. ES kann aber gerade jo gut ein Zeichen öatur sein und iit es oft, daß das Kind zu viel bekommen unb bte nutzere Mahlzeit noch nicht verbaut hat. Wir Erwachteneti bekoinmen doch auch Leibivetz, wenn wir zuviel efien; genau io gebt es deniKiide. Ter erwachsene 'Mensch bebarf regeltnamger Pausen zwis-,eii den einzelnen Mahlzeiten. Wie viel nötiger bat der zarte ütch zu nehmen. Dem Kinde aber, das nachts ans irgend entern Grunde schreit, wirb sehr oättfig gleich die «ckasche tn ben Mund gefteat Dadurch wirb der 'Magen, dem die nächtliche tnebrllundtge Ruhe, pause entaelit, übermäßig angestrengt. Taß diese Arbettsubeilailung für den 'Magen unb die ganze Verdauung nicht gimiitg (em tau«, wird iedermann einieben. - Viele Müller wollen auch ent mog- lichit dickes Kind haben. Bei der Uebern.tierung. bie aus diese,» Wunsche entlieht, erkranken viele Kinder an Verdauungs- unb Eniähriingsstörnngett. 'Ilnbere halten es ans und roerceit sehr btef; aber bte Ersalirung hat gelehrt, bau bteie fetten Slniöer meist nicht bie gefunben l'inb, sondern einer zufälligen Erkrankung hausiaer ei liegen, als bas normal und uernünfiig ernährte Kind. Zebe 'Muller sollle sich also davor düien, ihr Kind »u uberfntteni 'Lebende Käfigvoaei vor den v,cbaufenftern von Vogelhanblungen sind, wenn es nicht allzu kalt ist, auch int butter teine Seltenheit. Wir sahen sogar mitunter bet Warfcin, et gern Wind solche Vögel in ihren Bauern ruhelos hm- unb hersprutgen ober ganz zusammengekauert sitzen. Tie Vogelhandler meinen, die Vögel seien an bte Kälte von bet freien Statur her gewohnt unb brausen bester daran, als brinnen in ben überheizten Raumen. Es ist jedoch ein großer Unterschied, ob etn Bogel in der Freiheit richtig Htn- und Hersliegen unb durch Bewegung sich erwärmen (atm, ober ob er tm schneidenden Winde tu einem engen Rang braunen hängt, wo er nur kur, umhertzopsen kann Ter grelle Abstmtb in bet Temperatur, wenn et aus bem beißen laden tn die Kälte hinaus kommt, ivird dem Vogel gew'i; auch mebt fl*»“«• Wie viele arme Vögel bald sterben ober den Grund eines spateren Leibens durch solche rücksichtslose Behandlung ba ontragen, er abrt „jemand. Jedenfalls würde der Zweck des Hinaushangetts, iiam- (ich das Publikum auf die Vogelhcnidlung aufmerksam zu machen, auch erreicht, wenn ausgesiovfte Vögel tn die Autzenkaiige getan würben. Wir bitten bte Vogelireunde, überall acht zu geben unb auf bte Vogeltzäudlet in bte|em Sinne einzuwirken. Logogripy. Zur Jugendzeit war scharf mein Augenficht, Gleichwie etn Tier mit ,.t“ vermag zu schauen. Jetzt bin ich alt, mit ,t“ Hais im Gesiu-tzt 9)1 ir Chronos' Meißel reichlich eingehauen. Tie greifen Augen werden schwächer täglich j So komm' ich oft zu bem mit ,1" gar kläglich» Auslösung in nächster Nummer» Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer? Die Kunst gebt nach Brot.