Mittwoch den 5. Januar M ![ . Grossh. If Universitaets- 'l k Bibliothek j iiil Glückslasten. Roman von Hanns von Zabeltitz. (Nachdruck verboten.) 1. Es ist doch wirklich beinah, als ob Onkel Reinhard einen kleinen niedlichen Schwipps hätte — Der Major sah durch den dichten Tabaksrauch, der wie eine undurchdringliche Wolke über dem schmalen Kneiptisch lagerte, immer wieder zu dem alten Herrn hinüber, dessen kugelrunder Kopf noch röter als sonst strahlte; rot das lachende Gesicht, rot die wohlgerundete Glatze mit dem gelbweißen Haarkranz. Der hielt sich merkwürdig gut, dieser Haarkranz, grad so wie die Paar vereinzelten Haare mitten über der Stirn. Onkel Reinhards Msmarchhaare, Ivie sie in der Familie hießen und wie er selber' sie gern neunen hörte. Ueberhaupt: der Alte hielt sich famos, war seit zwanzig Jahren so ziemlich unverändert. Und 'einen Schluck hatte er am Leibe — allerhand Achtung. Eigentlich der lebende Beweis gegen alle Theorien der .Abstinenzler. . . „Jawoll. . . ja. . . sagt Olga. . ." Der Alte lachte und legte seine dicke Hand, rot wie der Kopf, Exzellenz Fürdinger schwer auf die Schulter. „So was Gemüt- liches gibt's bei uns in Beroliuo gar nicht. Da muß man schon in so'n liebes kleines Rest kommen. Ganz mein jGenre: vorne der Delikateßladen und hinten, hier, so'n recht verräuchertes Zimmer; etwas für erwachsene Leute. Und so'n schwarzledernes Sofa, wie das hier. Und 'n guter Tropfen. Na, wie ist's denn, Exzellenz — eine Röte genehmigen wir uns doch noch?" Exzellenz Mirdinger wollte eigentlich nach der Uhr sehen, seine gewöhnliche Aufbrnchszeit mußte längst gekommen sein. Aber der alte Herr an seiner Seite auf dem Schwarzledernen hatte etwas gar zu Verlockendes, und dem guten Major drüben, dem Gudarcza, tat man gewiß auch einen Gefallen, wenn man dxe Sitzung noch etwas verlängerte; der arme Kerl kam ja so'selten heraus und zu Emke nun schon gar nicht. „Wenn der Landrat mittut —" „Aber versteht sich, Exzellenz", kam's von der anderen Seite her, wo Breitenhagen in dem tiefen Lehnstuhl mit den Riesenohrenwangen grade beim Einnicken gewesen war. ,;Fritz —rief der Major. „Roch eine Milon —" Während der Lehrling mit der pichenden Lederschürze über Brust und Magen die Flasche brachte, während er selber einschenkte, dachte er daran, daß er wohl anstandshalber die Zeche zahlen müßte; er summierte die leeren Flaschten im Kopf zusammen, die lauf dem Tische standen — eine ganze Reihe, sieben, leicht zu zählen, denn Exzellenz rangierte sie immer wie ein Glied Rekruten. Und der Major zählte in Gedanken fein Geld im Portemonnaie, ob er «uch genug Mgesteckt Mte» „Also es gefällt Ihnen bei uns, Herr. Senator! DaN freut mich. Prosit!" Exzellenz ließ sein Glas an daN des Nachbarn anklingen. „Es ist ja auch nett hier —> überhaupt, nicht nur grade in unserer Giftbude. Im Sommer sogar famos. Aber Berlin bleibt doch Berlin." „Gräßlich!" rief Onkel Reinhard so laut, daß es dem Major ordentlich im Ohre dröhnte. „Gräßlich, sag ich Ihnen, Exzellenz. Eine Häuserwüste, eine Steinsahara Kein ruhiger Platz, keine, ruhige Minute. Wenn ncan über di« Straße geht, ist's der reine Schinderkannesweg zwischen den Droschken und den Elektrischen und den verflixten Fahrrädern und den noch dreimal verflixteren Automoppeln. Ree, meine Herren,, mir kann der Wasserkopf des Deutschen Reichs gestohlen bleiben." „Bravo —" sagte der Land rat und schlug nach einer Fliege, die sich immer wieder den Platz auf seiner Nasenspitze erobern wollte. Grade immer, wenn er die Augen eben geschlossen hatte. „Ja aber, Herr Senator, dann wäre ich an Ihrer Stelle doch nicht nach Berlin gezogen." Onkel Reinhard drehte eine Weile am Glase, tat dann einen tiefen Zug, bis auf den Grund. „Schenk mir noch 'n Tropfen ein, Gudarcza. So — danke. Ja, das sagen Sie so, Exzellenz," meinte-er. „Und eigentlich haben Sie recht. Aber sehen Sie: als ich nach Berlin zog, hatte icü meine Posemuckler bis hierher! Ich war ja so 'ne Art Stadtvater — daher noch der schöne Titel, mit dem Gudarcza mich immer vorreitet, weil er so 'was Hanseatisch-Patrizier- haftes an sich hat: Senator! Ja also, ich war aber auch 'n moderner Mann, und ich hielt schon von Berufs wegen auf Hygiene, als Apotheker nämlich. Na, und meine Schildaer wollten das Schlachthaus nicht, das ich wollte, und da verkrachten wir uns. Ich verkaufte meinen „Goldenen Löwen" an meinen ersten Provisor — und dann saß ich sozusagen auf der Straße mit den Kenntnissen. ' Rach dem Aerger wieder in ’ne Kleinstadt ziehen, nicht um die Welt. So kam ich nach Berlin. Was Berlin aber einmal hak, hält es fest —" „Stimmt brummte der Landrat dazwischen. „Ja. DaS war vor dreißig Jahren, und damals war Berlin auch noch nicht solch Ungeheuer wie jetzt. Die Elektrischen von heute waren gemütliche Pferdebahnen, viele gav's überhaupt noch nicht, und das Auto war noch nicht erfunden. An der Stadtbahn bauten sie erst, und an Untergrund- und Hochbahn dachte niemand. Sehen Sie, meine Herren, damals gefiel mir's fein. Mau war ja auch jung. Bloß: ich mußte doch meine paar Kröten anlegen. Na, es war grade der große Häuserkrach. Niemand wollte kaufen — und da kaufte ich. Wenn ich's heute recht überlege, muß ich's jugendlichen Leichtsinn nennen, und ein paar Mal« war's auch nahe dran an dem alten Wort: sieben Häuser und keine Schlafstelle. Ich. hatte nämlich vorm Halleschen Tor sieben Mietskasernen, alle mit winzigen Anzahlungen gekauft, zrnjd HM Bargeld, wurde mir schließlich WllM "knapp. Aber dann kam der Aufschwung. In einem Jahre verkaufte ich alle sieben Burgen und legte mir dafür tn Charlottenburg Terrains zu, weit draußen, wo sich damals die Füchse gute Nacht sagten —" . Der Major kannte die Geschichte des Reiuhardschen Reichtums schon, denn der Onkel erzählte sie nicht ungern. So hörte er nur mit halbem Ohre zu. Die anderen Herren lauschten, sogar der Landrat. „Merkwürdig, das Gold und wie es sich zusammen findet, hat doch immer Reiz für den Zuhörer," dachte Gudarcza. „Merkwürdiger uoch: für mich eigentlich nicht. Wenn's auch nrauchmal recht knapp war, wir sind ja immer so leidlich durchs Leben gekommen. Was will mau denn mehr? Höchstens der! Kinder wegen. Aber besser ist's vielleicht auch für die, wenn sie sich ihren Weg selber schaufeln müssen." Er dachte auch daran: als er sich verheiratete, hatte er sich ton Berlin nach der Provinz versetzen lassen müssen, denn für Berlin hätte es nicht gelangt. Grad das Kom- mißvermögen hatten sie; er die Hälfte, Ida die Hälfte. Das war ihm höllisch schwer geworden, den silbernen Kragen abzulegeu, und beim Abschiedsessen im alten Regiment waren ihm die Tränen nahe. Aber es >var doch nur ein kleines Opfer für ein großes Glück gewesen. Onkel Reinhard erzählte immer noch weiter. Bon seinen gelungenen Grundstückspekulationen und vom Wachsen und Dehnen Berlins und wie er dann selber seine Grundstücke bebaut, hätte, anstatt sie einer Terrain-Gesellschaft in den Rachen zu iverfen. Dann und wann trank der alte Herr dazwischen, und dann und wann lachte er sein lautes, etwas auf die Nerven fallendes Lachen. „Ja — und so, meine Herren! Der Leib gehört nun mal Berlin, aber das Herz. . . sehen Sie, das Herz, das ist wieder zur Kleinstadt, zu meinem Posemuckelchen, zu meinem Schilda-Buxtehude zurückgekehrt. Aus Neustadt bin ich, und für Neustadt schwärme ich bis zu meinem seligen Ende. Das heißt, 'ne Weile wollen wir das iioch mit ansehen. Wir Alten, Exzellenz — was? Wir sind von gutem Schrot und Korri. Mich schrecken die Achtzig nicht." „Geschonte Jugend —" warf der Landrat dazwischen. „Sehr richtig. Und kalt Wasser außen, und Nöte innen. Das ist mein Rezept, und vom Rezeptieren versteh ich immer noch was. Schon so: keinen Doktor an' Leib lassen. Keinen Troppen Medizin, aber 'n andern guten Trappen zur rechten Zeit. Wissen Sie: der Konditor kann keinen Kuchen essen, der Schlächter rührt keine Wurst an. Sie wissen schon weshalb. Ich hab, seit ich ben „Goldenen Löwen" verkaufte, allen Mixturenfläschchen Valet gesagt. Und es ist mir bekommen — was?" „Famos, Herr Senator." Exzellenz Fürdiuger zog sich den schwarzen Gehrock hinunter. „Nun wird's aber doch Zeit. Was meinen Sie, lieber Gudarcza — wollen wir zahlen? Fritz!" „Unser Anteil —" sagte der Alte mit Betonung und legte die grünseidene Börse vor sich auf den Tisch. Doch der Major hatte sein Geld schon parat gehalten: „Erlaube, lieber Onkel, du bist selbstverständlich mein Gast." „Schönchen —." Onkel Reinhard nickte vergnügt, und bann stampfte er, sehr grab aufgerichtet, nach vorn, aus dem halbounklen Honoratiorenzimmer in ben hellen Laden. Hinten konnten sie, durch die halboffeiie Glastür, deut--» sich hören, wie er einen kleinen energischen Handel mit Herrn! Emke begann: „Also die Wurst, Herr Soundso, und die dicke Braunschweiger da. Wenn sie nämlich garantieren, daß fein Hottehüh drin ist. Dann die große Gänseleberpastete und ein halbes Dutzend Sardinendosen. Alles gleich zu Frau von Gudarcza. Was kost der Kitt?" Dein Major war's schon, wieder peinlich. Er hatte den Kneifer von den kurzsichtigen Augen genommen, wischte an den Gläsern herum, lächelte ein wenig berlegeit. Aber Exzellenz Fürdiuger, der bereits den Zylinder aufhatte — er war einer der wenigen Pensionäre Körlius, die stets int Zylinder gingen — meinte: „Ein prächtiger alter Herr, Gudarcza. Einer von den Originalen, die immer mehr aussterben. Den müssen Sie uns öfter herb ringen. Er wird Sie doch sicher noch ein paar Male besuchen, solange er drüben im Seebad ist?" Da erschien Oitkel Reinhard wieder int Rahmen der Tür, die sein mächtiger Körper fast ganz ausfülltc. Er fuchtelte mit seinem spanischen Rohr in das Zimmer hinein: „Wo bleibst du denn, Otto? Es rasselte grabe -in Droschkong vorbei — hier rasselt's doch noch wirklich auf eurem Pflaster —, ben hat uns ber Proprietair angehalten. Komm nur, Gnrdarcza, sonst wird beine Ida ungnädig." Im Laden stand Herr Emke, hatte sein Käppchen in der Hand und machte den Herren vier tiefe Diener; den! teifsten dem letzten der Vorüberschreitenden, dem Laubrat. Man konnte ja nie wissen, wozu es gut war. Unb bann eilte er hinterdrein, uno half ben Korb mit ben Einkäufen in die Droschke verstauen. „Sollte bas nicht herausge>f schickt werben?" fragte ber Major abwehrend. Aber der Alte erklärte: „Laß nur —" winkte ben beiden anderen Herren, die noch, einen Augenblick vor der Tür stehen geblieben waren, einen Gruß zu, lehnte sich dann, als der Wagen anfuhr, weit zurück unb schien sofort einzuschlaftn. Dia mächtigen Beine hatte er so weit von sich gestreckt, als der enge Raum überhaupt erlaubte, ber rote Kopf mit bem Panamahut sank ganz tief auf die Brust herab. Es war ein ziemlich weiter Weg bis zur Ettsenstraße, wo Gudarcza wohnte, seit er ben blauen Brief erhalten hatte und hierher, in bas billige Nest, gezogen war. Hart an ber Grenze des Städtchens lag fein Haus. Man mußte fast durch die ganze Hauptstraße, und der Major, den alle Welt kannte, sah die vielen Verwunderten und so manches! amüsierte Gesicht. Es mochte ja and} einen komischen Eindruck machen: er bescheiden in die eine Ecke gedrückt, in der anderen der schlafende Hünengreis und zwischen ihnen der große Korb, ber seine Herkunft von Ph. K. Emke & Sohn nur allzudentlich verriet. Peinlich war's. Ueberhaupt, bei aller verwanblschasch lichen Zuneigung, etwas Peinliches hatte solch Besuch immer. Ob das Exzelleuz wohl ganz ehrsich gemeint tjatte,- das vorhin: „Ein prächtiger alter Herr?" Fürdiuger war nicht umsonst persönlicher Adjutant des Herzogs von 'Altena berg gewesen; er hatte immer noch solche Hofluftnotean sich, suchte immer und überall liebenswürdig, verbindliche konziliant zu sein. „Prächtiger alter Herr." Nun ja — ja doch. Wer ein bissel Protz dazu, ober wenigstens eine ausgesprochene Freude am Besitz, um es gelinder auszudrücken. Unb ein Genußmensch von der grobkörnigen Art, ganz aufs Ma-, terteile gestellt. Gudarcza schielte nach rechts auf den schlafenden Riesen. . . . Gottlob, daß man nicht auf den reichen Onkel angewiesen gewesen war. Gutmütig war er ja; geizig war er auch nicht, sogar gebefroh in feiner Art, immer ein wenig an der unrechten Stelle, mit einem Hundertmarkschein ans der Westentasche für die Kinder: da, mein Junge —< Vater braucht davon nichts zu wissen. Das schlugen der Eberhard oder der Friedel dann auf den Kopf, an einem Tage vielleicht, gewöhnten sich alle möglichen unnützen Bedürfnisse an und vergaßen ganz, daß zu Hause eigentlich immer Schmalhans Küchenmeister war. . . . Nein, das doch nicht. Das war übertrieben. Man war bisher mit Anstand durchgekommen. Knapp — ja; aber gelangt hatten die Pension und die paar Zinsen immer noch Daß man sich manches hatte versagen müssen, sich und den Kindern — nun, das schadete am Ende nichts . . . . . Aber komisch war's. Komisch war's doch: tvir machen: an jedem Ersten viernndzwanzig Kassen unb legen in gebe die paar Dittchen. hinein, und mir müssen manchmal! am 20. die eine die andere anpumpen lassen. Und haben dabei einen Onkel, unverheiratet, keinen Verwandten außer uns, mit einem Vermögen, das man auf eine Talermillivu schätzt. . . . Wenn der einmal die Augen zutnt. Es war nur ein ganz, ganz flüchtiger Gedanke, und' Gudarcza schämte sich sofort. Er fühlte förmlich, daß eine feine Röte über sein Gesicht jagte. Daran auch nur zu denken! Aber er dachte doch weiter daran. Mit leichter Wehmut sogar: etwas fiel ja natürlich Jdchen zu. Ein Bruche teil. Mehr kaum. Denn über den Hauptteil seines Ver> mögens verfügte Onkel zugunsten irgend einer Stiftung. Das hatte er oft genug ausgesprochen, aber das Wie, Wieviel, Wofür hüllte er immer in Dunkel. Schade — dachte der Major und schämte sich wieder. Der elende Mammon — als ob der elende Mammon einen glücklicher machen könnte. Pfui Deubel, daß doch jeder Mensch solchen moralischen Schweinehund in sich trägt . . . Na, gottlob, da war ja die Eliseustraße. Und da guckte auch Dodos Pudelkopf zum Fenster hinaus. Ganz gewiß war Ida itngebulbig geworden und hätte das Kind auf Ausschau postiert. (Fortsetzung folgt.) 3 Der junge HofmannsLtzal. Von Dr. Paul L a n d a u. Unsere Zeit strebt danach, zu den Dingen der nächsten Vergangenheit schon einen historischen Standpunkt zu gewinnen. Im raschen Fortschreiten und Durchleben fühlt sie Epochen gegenüber die sie kaum noch durchlaufen, bereits eine objektive Distanz' sie .will sich gleichsam selbst geschichtlich werden, unb so werden es ihr vor allem ihre „representative men". Künstlern, dis noch ini vollen Schaffen stehen, einem Thoma, einem! Lieber- 1«önn, Jefet man ein Denkmal in Gesamtausgaben ihres Werkes al» „Klassikern der Kunst"; Dichter, die kaum des Lebens Mitte uberlchritten, geben in einer Reihe von Bänden einen Ueberblick über ihr Wirken, wollen nicht als Zeitgenossen, sonderii als histomche Perfonlichkeiteu gewertet sein. Wenn solch eine Betrachtung von hoher zeitloser Warte, sub specie aeternitatis bei einer bedeutenden und berühmten Persönlichkeit unserer Tage einen tieferen Sinn hat, dann ist Ges bei Hugo von Hosmamisi- thal der Fall. Die Jugendperiode dieses Poeten ist seit Jahren abgeschlossen; die berauschenden, herrlich entfalteten Blüten seines Dichterfrühlings zieren jene Gärten unserer Poesie, die einst Tieck .in seinem „Zerbino" mit frommtet Scheu entdeckt undi betreten. Welch neuer Reife, welch köstlicher Frucht seine hohe Begabung zustrebt, ist uns heut noch in Dunkel gehüllt. Aber estst gilt, gerade in diesen Tagen, da hinter dem Librettisten des „Rosenkavalier" und llebersetzer des „Königs Oedipus" der Selbstschöpfer ein wenig zurücktritt, daran zu erinnern, daß dieser eben auf der Höhe seiner Mannesjahre angelangte Kiinstler bc- rerts eine Reihe von Werken geschaffen, die ihm in ihrem harmonischen Zulainmenklang einen unverrückbaren Platz in der Geschichte der Literatur sichern. Daran gemahnt die soeben erschienene Volksausgabe der „Gedichte und kleinen Dramen" Hofmannsthal im Insel-Verlag, die alle wichtigen poetischen Schöpfungen seiner ersten Jahre, von 1892 bis 1899 etwa, sammelt und so eine der schönsten Gaben der Dichtung vom Jahrhundert-« ende in edler und bleibender Fassung der Nachwelt aufbewahrt. Wie Athene gewappnet, in Helm und Panzer, aus dem des Zeus sprang, so trat der 18jährige HofmannstM 1892 als ein völlig reifer Dichter mit seinem herrlichen Bruchstück „Der Tod des Tiziait" vor die Oeffentlichkeit. Zwar hatte! schon das Jahr vorher ein gewisser „Theophil Morren" eine dramatische Studie „Gestern" veröffentlicht, die eine wundervolle Süße der Worte und tiefen Wohllaut der Verse besaß. Wer dies früheste Werk des reimenden „Wunderkindes" ist mit Recht aus unserer Sammlung abgeschieden worden, nicht etwa, weil es weniger reif und fertig wäre, in Form und Stimmung, sondern weil es das in blässeren, matteren Tönen sagt, was un „Tod des Tizian" jauchzt und seufzt, im einförmigen Monolog flötet, was dort in brausendem Verein voller Akkorde crt'önt' Eine neue Melodie voll unbekannter Schönheit war hier, ’toie auch in dem entzückenden Prolog zu Schnitzlers „Anatol", zum erstenmal in deutscher Sprache angeschlagen. Ueber die trübe Grau in Grau-Malerei des Naturalismus triumphierten stark leuchtende Farbenfanfaren von tizianischem Gold, über die mühselige Nachahmung der Umgangssprache hymnische Rhythmen edelster Wortkunst. Hermann Bahr, der stets bereite Herold des neuen.Ankömmlings auf dem Parnaß, fragte damals, ob diese Verse nicht die reife Anmut und das mühelose Glück ei nm Geibel und Heyfe hätten, aber er fand in ihnen eine sensiblere! Grazie, ein heißeres Erleben, ein Sßjnen nm die letzten Dinge der Schönheit. Das zauberhafte und scheinbar voranssetzüngslose Auftreten des knabenhaften „Loris" erklärt sich uns heute, zumal wenn tvir ähnliche Ansätze unter den aleichstrebenden Genossen, bei Bahr, Andrian, Dörinann, berücksichtigen, aus einer allgemeinen ästhetischen Stimmung der Zeit, die mit zuletzt die deutsche Literatur ergriff und diesen jugendseligen, aufnahmefähigen Dichter am stärksten durchdrang. Jene Kunst „der halbverwehten Klänge und der unerfahrenen Farben des Verlangens", schimmernd von .„dem Schmelz der ungelebten Dinge, altkluger Weisheit voll und frühen Zweifels", die uns heute als der Ausgangspunkt der Neuromantik erscheint, war damals bereits in Frankreich von Mallarm« begründet, in England von Swin- burne zur höchsten Reife ausgebildet, in Italien von d'Annunzio, in Belgien von Lerberghe und Maeterlinck anfgenommen. Sie hat ettva zur selben Zeit Ivie bei uns ihren größten Vertreten in Rußland in Konstantin Balmont gepinben. Ein Auflösen der ganzen Welt in Schönheit, ein Betrachten alles Geschaffenen unter dem einen Gesichtswinkel des Acste- tischen, das Ivar das Evangelium der reinen Kunst, das der junge Hofmannsthal predigt. Nicht am Leben und an der Natur entzündet sich sein Lebens- und Naturgefühl, sondern am Geschaffenen, an den künstlichen Dingen. Für des Meisters von Cadore begeisterungstrunkene Schüler haben Wolken, Bäume, alle Wunder der Welt nur Seele und Sinn durch ihn und seine Werke. Ans „Gestern" ist der Mensch des Heutigen angckeMt und „ganz vergessener Völker Müdigkeiten" kann er nicht abtun von seinen Lidern. Müde 'von dieser doppelten Last des Vergangenen und der Kunst blickt der Dichter, der Erbe; vieler Geschlechter und Gefühle, auf das Dasein, das ihn ja nur im Bilde, nur durch die Form Gestalt und Wirklichkeit gewinnen kann. Daher sind ihm die Ersiyeinungcn des Lebens Schatten eines Traumes oder einer fieberhaften Vision, Marionetten eines Puppen,piel», bunte sprühende Tropfen eines im ewigen Wechsel und Wandel zerstiebenden Springbrunnenstrahls. Immer stellt er m solchen Gleichnissen sein Erlebnis dar, zunächst in seltsam grübelnden, ahnungsvoll malenden Gedichten, aus denen wie aus fruchtbaren Keimen, die Dramen hervorwachsen, wie aus der Stimmung des „Nox portentis gravida" die schicksalsvoll« Stunde des „Tod des Tizian", aus dem sehnsüchtigen Gesicht des „Erlebnis" Der Tor und der Tod". Mit einer intellektuellen Lust versenkt sich Hofmannsthal in die geistigen Qualen und ubersiimlichen Verzückungen des Menschen seiner Zeit, und dresi unkörperlichen Schwebungen des Gestihls schildert er in möglichst plastischen, von allem Glanz der Erde umwobenen Bildern. Sein glühender Kolorismus hat sich gesättigt an den Gemälden der Farbenineister der Renaissance, seine Phantasie o Aullt von großen Kunstwerken und schaut mühelos in der Landschaft Michelangelos Anghiari-Schlacht oder ein antikes Vasen- bub. Für das Streben, das llnsinnliche sinnlich auszudrücken, M etwa der Gedichtanfang bezeichnend: „Dein Antlitz war mit Traumen ganz beladen. . ." « YAkchr von „allen Zeugen menschlicher Bedürftig-, keit , solche Verachtung des Wirklichen, wie sie der junge Hofmannsthal mit unvergänglicher Intensität und Grazie festgehalten, führte den Dichter zu einem tieferlebteii, tragischen Konflikt, der ebenfalls durchaus in der Müden Seele des „fin de siede" lag und dessen .Typus er im „Claudio" von „Der Tor und der Tod" geschildert hat. Wie dem Pagen im Prolog des „Todes des Lizian" rief er sich selbst zu: „Schauspieler Deiner selbstgeschaffenen TräuMe, Ich weiß mein Freund, daß sie Dich 'nennen Lügner. Der in seine Visionen Eingesponnene, der über allem 'künstlichen Gewiß, die Fähigkeit des Erlebens verliert, belügt sich stets in schaudervoller' Ichsucht, „wie auf der Bühn' ein schlechter Komödiant", und geht so über diese Lebmsbühne hin „ohne Kraft und Wert". Dies erkennt der Claudio des Gedichts, dem der geigende Tod Mutter/ GÄiebte und Freund vorüberführt, die alle ihn geliebt, um ihn gelitten, für ihn gestorben, ohne daß seine in sich felbst ver-, narrte Seele es bemerkt. In dieser ergreifenden Gestalt ist biei Wesenheit einer ganzen Generation festgehalten, ebenso scharf und unvergänglich, wie früher im „Werthcr" oder in Constants „Adolphe". Dramatisch freilich ist weder die lyrische Polyphomek tut „Tod des Tizian", noch die reliefartige Flächenbehandlung im „Tor und Tod". Ein wirkliches Drama zu gestalten, hat der junge Hofmannsthal auch nicht versucht. Zu solchen Aufgaben hak er sich erst in einer späteren Periode und noch nicht mit vollem Gelingen durchgerungen. Mer eben in ihrer ruhigen Formenreinheit, ihrer geschlossenen Größe der plastischen Anschauung find diese Jugendwerke so einzigartig, daß sie heute schon etwas von klassischer und unvergänglicher Schöne haben. Da sind die „Gedichte", deren Rhythmik und blühende Wortpracht an di« Sprachkunst des alten Goethe, an dem westöstlichen Divan und den zweiten Teil des Faust lankmipft, und bald anmutig und leicht klingt wie ein Liedchen der Anthologie, bald rätselhaft und tief wie eine Hymne des Pindars, dann wieder klar und rein wie eine Canzone des „dolce stil nuovo" oder magisch geheimnisvoll wi« ein Gedicht der chinesischen Lyrik. Es folgen di« „Gestalten", die sich als scharfe, ruhig ebenmäßige Reliefs vom Hintergrund der Verse abheben oder wie „das Keine Welttheater" in einem' düster großartigen Fries des Schattenspiel tragischer Wesen vorübergleiten lassen. Die „Prologe und Trauerreden" sind Meisterwerke einer hochgestimmt feierlichen, poetisch hinrauschenden Festdichtung, in den Gedächtnisworten für Mitterwurzer, Herrmann Müller und Kainz, von tiefem Verstehen beseelt für den Genius schauspielerischen Schaffens. Die „Vorspiele" verdanken ebenfalls in ihrem tiefsinnigen Nachdenken und Schauen besonders bedeutsamen Anlässen aus dem Bereich der Bühne ihre Entstehung. Unter den „Kleinen Dramen" hält sich der wundersame Monolog der „Frau im Fenster" dem ,Dod des Tizian" am nächsten; das Visionäre von „Tor und Tod" lebt in dem fiebrig lebcnu digen, purpurn glühenden Trophäen von „Der- Kaiser und di« Hexe" auf, in diesem „weltlichen Weihespiel" in der Art des Calderon, das so reich erfüllt ist von reiner Menschlichkeit. Di« psychologische Vertiefung in dem entzückend graziösen Zwischenspiel „Der weiße Fächer" weist bereits auf ein späteres Werk hin; „Christinas Heimreise". Die mystische Märchcnsliminung im „Bergwerk von Falun" wagt sich an dramatische Steigerungen, die zu dem bisher gewaltigsten Werk des späteren Hofmannsthal zü „Oedipus und die Sphinx" führten. Diese leisen Anfänge neuer Möglichkeiten, die sich hier regen,- sind dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts in jene lange Zeit des Tastens, Versuchens, Verirrens eingemünbet, in der sich Hofmannsthal noch befindet. In mancherlei Verkleidungen kam er, im antiken Pantherfell des Dionysos und im Kleid des Shakespeareepigoneu, im Rokokokostüm und im Biedermeiers rack, stets interessant, voller Verheißungen und einzelner großartiger Züge, aber es fehlte die persönliche, reine vollendete Schönheit der Jugendwcrke. Ter Dichter ähnelt auch in feiner Entwicklung dem einzigen Poeten, dem man sein unerhört reifes Debüt vergleichen kann: Swinburne. Wie der Wiener trat der Engländer 4 mit seinen ersten Dramen und Gedichten als ein ganz Fertiger! auf den Plan, als der verfeinerte Spätling einer milden welkenden Keit, und erst nach langem Ringen und schwerer Läuterung sind ihm die Hellen frischen Töne .einer jungen starken Epoche, die seitdem angebrochen war, geglückt, in seinen Gesängen von Sonnenaufgang und Frühling, vom brausenden Meer und wagemutigen Sport. Wird Hofmannsthal Aehnliches vollbringen? — Vorläufig ist nur die Kunst seiner Jugend ein unverlierbares Gut unserer Poesie; sie gleicht einer jener erzgegossenen, herrlichen Epheoen- statnen der Antike, zart und grazil in der Bewegung und Formung der Glieder, aber zugleich von üppiger Lässigkeit und sehnsüchtiger Träumerei erfüllt; so wird sie aM Eingang stehen zu dein Tempel einer neuen großen Dichtung, den uns erst dre Zukunft erbauen muß. Wchenhygiene. (Aus der Dürer-Bundes-Korvefpondenz.) Paff — paff paff paff — paff paff ..... dasMotorraÄ des Nachbars! Allmorgendlich, ehe die Sonne aufgeht, rast es die Straße entlang — wie heute so gestern und ehegestern. Unfehlbarer als hundertstimmiges Hahnengeschrei weckt es den Tag Und mordet den Schlaf, mordet den Schlaf selbst der wohlbeleibtesten Männer mit glatten Köpfen, die dem großen Cäsar so teuer Ware«. Und nicht wieder schließen sich des Schlummers Pforten: Menschenstimnlen, Hundegebell, Blecheimer, vom Mlchmann auf das Pflaster geschleudert, Türen, die krachend ins Schloß fallen, Peitschcngeknall. Jetzt faucht das erste Lastauto heran, ein zweites 'folgt, prasselnd, heulend', tutend; nun auch die Elektrische nut Schrillen und Quietschen und Klingeln! Ach, wer gibt der Straße den Frieden von ehemals zurück, Preisen wollten wir den Mann und ihn erheben über alle die großen Lärmerfinder zu Wasser und zu Lande und im blauen Aetherraum. Unmutig kleide ich mich an, schlage die Gardine zurück und — spähe nach einer Zielscheibe für die Pfeile meiner grämlichen Morgenstimmung. Da ist sie, drüben an jenem Küchenfenster, wo sich mein Blick verhakt — der willkommene Splitter im Ange des Nächsten ist gesunden. Dort nämlich regt es sich, nachlässig und schlampig gewandet, in fettiger und speckiger, einst rosenroter Jacke, darunter das isabellfarbige Tag- und Nachthemd hervorlugt — das Hemd „Ich hab es getragen sieben Jahr und kann es nicht tragen mehr", wie die Ballade vom Grafen Douglas anhebt, vertont von Löwe. Gerichtsrats „Mädchen für alles" ists, Und im engen Wichengelaß kämmt sie ihr goldenes Haar, kämmt es nicht mit goldenem Kamme, singt auch kein Lied dabei, denn während sie die blonden Strähnen striegelt und säubert, hat sie schaudervoll, höchst schauderooll! — das Frühstück für die Herrschaft zu bereiten. Sie zündet das Feuer an, setzt das Wasser Un den Herd und schüttet die Milch in die Töpfe. Dann — Göttin der Gesundheitspflege verhülle dein Haupt! — beginnt in der Wche die Reinigung der herrschaftlichen Toilette: graue Straßenkotfladen werden von dem Schuhzeug heruntergekratzt, Röcke und Hosen geschüttelt, geklopft, gebürstet. Dichte Staubwolken wirbeln lustig durcheinander und senken sich herab «auf die dampfenden Kessel und auf all das schöne gerichtsrätliche Speise- und Trinkgeschirr. — Heilige Hygiene, Asklepios gnadenreiche Tochter, erbarme dich der ahnungslosen Herrschaft, die aus dieser Sudelkochwerkstatt gespeist werden soll, blase mit deinem göttlichen Odem all diesen fäulnis- und giftgeschwängerten Kot und Dreck zum Fenster hinaus, mitsamt den Parasiten, Mikroben, Diphtheriekeimen und Tuberkelbazillen, die in ihm leben und weben Siehe, dieses „Mädchen für alles" weiß in seiner Einfalt ja nicht, was es tut — und wenn sie es wüßte, wo findet sie denn in dem „gutbürgerlichen" Hause einen Raum, wo Kleid und Schuh gereinigt werden darf? Auf Fluren und Treppen ists verboten und tnt W. C. ists doch gar zu ungemütlich, tzu Lug oder zu dunkel. t r Während solcher Beschwörung ist unten vor dem Hause auf seinem Zweirad der Bäckerjunge eingetroffen. Bon dem schwitzen- Rücken nimmt er den Tragkorb ab, stellt ihn in den Torweg, just in jene dunkle Ecke, wo die Austretenden — es wohnt ein Zahnarzt im Erdgeschoß — auszuspucken und die Hündlein sich zu erleichtern pflegen, ergreift etliche der nackten Brote und Semmeln und will mit ihnen die Stiege hinauf. Jetzt hat er wohl geklingelt, denn es verschwindet oben die Maid und kehrt dann mit der Bückware zurück, die sie, aus dienstbeflissener, aber schweißtriefender Hand empfangen, auf der Tischplatte neben den nunmehr blank geputzten Schuhen aufbaut; diese ab'er werden jetzt zur Seite geschoben, denn es wird Platz gebraucht für die schmutzige Leib- und Tischwäsche, die heute, Samstag, geordnet und gezählt werden muß. Was denn auch alsbald geschieht, wobei das brave „Mädchen für alles" es nicht unterläßt, sich schnell auch der eigenen Strümpfe zu entledigen und sie dem gemeinsamen Bündel, hinzu- zufligeu, — von den Füßchen, welche jene enthüllten, laßt ims schweigen: schneeweiß Waren sie nicht, und ein gläsernes Pantöffelchen hätte wohl niemand gerne diesem Aschenbrödel anprobiert. Wie das Mägdelein übrigens so dasaß, das linke Bein über das rechte Bein geschlagen und versunken in den Anblick ihrer Hühneraugen, erinnerte sie lebhaft an die Gestalt des mhromschen Dorn«, ausziehers auf dem Kapitol zu Rom — Doru oder Leichdorn, das figürliche Motiv bleibt dasselbe! Inzwischen aber, und das ist die Hauptsache, hat das Frühstück den letzten Grad seiner Vollendung erreicht. Da steht es nun bereit: der dampfende Kaffee, das Brot, ldsie Butter und der Honig. Sitte nur zu klingeln, meine Herrschaften, und — gesegnete Mahlzeit. Verehrte Hausfrau, die Sie diese übellaunigen Lamentationen eines unfreiwilligen Frühaufftehers gelesen haben, in Ihrer Küche gehts anders zu, sauberer, appetitlicher, hygienischer^ Wer dennoch, glauben Sie mir, schaden kann es nicht, wenn Sie das eine- oder das anderemal um die Stunde, da die Sonne aufgeht, unerwartet, eine dea ex machina, dort erscheinen. Vielleicht, daß doch nicht alles, was daselbst sich ereignet, Ihren Beifall findet Auch wäre es sehr nützlich und menschenfreundlich, wenn Sie diese morgendliche Gelegenheit ergreifen wollten, auch Ihrerseits etwas für die a l l g e 'm e in e Zebu n g d e s R e i n l ich- keitssinns zu tun, mit dem es trotz aller Aufklärungsarbeit der Aerzte und der Nahrungsmittel-Chemiker. noch recht nbel bestellt ist; wenn Sie zum Beispiel so nebenbei einen Blick tn die Schlafkammer Ihres Mädchens würfen, und nach, den Wasch- gelegenheiten sehen und ob diese auch an dem für sie bestimmten Platz (und nicht etwa in der Küche) Verwendung finden; des- selbigengleicheii auch die Handtücher prüfen, nach Zahl und Beschaffenheit, und die Bettwäsche, wann und ob überhaupt sie gewechselt wird; dann fragen Sie doch auch so nebenbei, es ist wahrlich nicht überflüssig, ob das „Mädchen für alles, außer Ringen und Broschen und Armbändern — das Dekorative versteht sich immer von selbst, wie das Moralische — ob sie auch ein zweites Hemd zum Wechseln ihr eigen nennt ? Und da wir einmal bei diesem intimen Bekleidungsstück angetangt sind, fragen Sie auch — doch Sie verstehen mich schon! Sollten sie bet Ihren Nachforschungen in den Dienstbotenräumen Ihres Hauses wider Erwarten wunderliche Dinge erleben, so bitte schelten Sie nicht, halten Sie ia