llloiitoe, den 2. DsZember Si-VS -1 4 I Uß ä Das Amethyst-Fläschlein. Eine Erzählung von A. K. G r ee it (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Im Hause war alles still. Erst halte inan noch den liblicheu. Lärm vernonlnien, wie.er nach der Trennung einer Gesellschaft zu hören ist, das Gelächter und Geplauder der Mädchen, während sie zu 'Bette gingen- dies währte indes nicht lange, denn die großen Ereignisse des folgenden Morgens erheischten fröhliche Augen und frische Wangen, und dies kann ja nur durch genügenden Schlaf erlangt werden. In diese Stille hinein klangen die Mitternachtsschläge der Standuhr ans der großen Diele; somit war die erste Stunde meines ängstlichen Wachens zu Ende. Ich mußte an Sinclair denken. Er hatte durch kein Anzeichen seine Wache verraten, oder ich. wüßte, daß er lauschend an der Türe saß, des Alarms gewärtig, der, wenn überhaupt etwas Vorfällen sollte, sich in Bälde bemerkbar machen mußte. Aber würde denn überhaupt etwas Vorfällen? Verschwendeten wir nicht unsere Kraft und eine große Aufregung an eine Befürchtung, die in Wirklichkeit einer festen Begründung entbehrte? Wo hatten löte beide für gewöhnlich praktischen, wenn auch empfindlichen Männer unseren Verstand gehabt, als wir einer von diesen zwei Schönen einer konventionellen und gesitteten Gesellschaft den Wunsch andichteten, eine Tat zu begehen, die die Kraft und den Wagemut eines herrischen Naturkinbs beanspruchte? In dieser nüchternen Stunde der Ueberlegung schien wir der Gedanke ganz unhaltbar. Wir waren einem wesenlosen Alpdruck erlegen und würden jetzt aus unserem Traum erwachen. Warum war ich noch aufh Hatte ich irgend etwas vernommen? Doch ja, cüt Knarren, ein schwaches Knarren unten im Gange — wie das langsame, vorsichtige Ocffnen einer Türe, dann ein leiser Schritt — oder hatte ich mir diesen eingebildet? Ich konnte jetzt nichts mehr vernehmen. Ich drückte meine Türe auf uud blickte vorsichtig hinaus. Nur das blasse Antlitz Sinclairs fiel mir ins Auge. Er sah scharf aus der Ecke eines naheliegenden Nebeum.ngs, vom Mondschein umflossen, heraus. Wir gingen schweigend aufeinander zu. In diesem Augenblick schienen imr die einzigen wachen Menschen in dem großen Hause zu sein. Es war mir, als höre ich jemand gehen, flüsterte ich, nachdem ich einen Augenblick anstrengend gelauscht hatte. Wo? Ick» deutete nach dem Teile des Hauses, wo die Gemächer der Damen lagen. Ich habe etwas anderes gehört, widersprach er mir leise, mir war es. als krache der Fußboden dort, wo die kleine Treppe am Ende der Diele bei meinem Zimmer einmündet. Jemand aus der Dienerschaft, mutmaßte ich. Erneu Augenblick blieben wir unentschlossen stehen. Dann lauschten wir wieder halb erstarrt: ein unbestimmter Lärm erhob sich in einem der Zimmer im andern Teil des Hauses; aber alsbald verstummte er wieder und löste sich in ein Gemurmel von unterdrückten Stimmen auf. _ Wo geplaudert wurde, konnte keine Gefahr vorhanden sein, daß das von uns befürchtete Ereignis eintreten würde. Unfere Erleichterung war so groß, daß wir beide lächelten. Im nächsten Angenblick jedoch überzog sich Sinclairs Gesicht — und ich zweifle nicht daran, auch mein eigenes — mit Totenblässe, und Sinclair taumelte gegen die Wand. Ein Schrei hatte das schlafende Haus durchgellt, ein durchdringender, gedehnter Schrei, der uns das Haar zu Berge stehen und das Blut in den Adern gerinnen ließ. 4. Kapitel. Dieser Schrei schien aus dem gleichen Zimmer herzurühren, in dem wir eben Stimmen Vernommen hatten. Rasch entschlossen stürmten wir beide den Gang hinab. Aus einem halben Dutzend rasch aufgerissener Türen tönten uns wilde Fragen entgegen. Brannte es? Waren Einbrecher im Haus? Was war los? Bon wem stammte der fürchterliche Schrei? Und wir von all den Leuten, die auf die Lösuug dieses Rätsels gespannt waren, bangten doch am meisten darnach, es aufgeklärt zu wissen! Wer war cs? Gilbertine oder Dorothea? Gilbertiues Türe erreichten wir zuerst. Auf der Schwelle stand eine kleine schmächtige Gestalt, in ein hastig übergeworfenes Tuch gehüllt; ein weißes Gesichtchen blickte daraus hervor, in dem wir das kleine Fräulein Lane erkannten. , ,, „ Was ist passiert? stotterte sie. Es muß ja em schrecklicher Schrei gewesen sein, daß er alle Leute geweckt hat! Wir dachte« nicht daran, ihr zu antworten. Wo ist Gilbertine? fragte Sinclair und streckte die Hand aus, als wolle er sie beiseite schieben. Da richtete sie sich mit plötzlicher Würde auf. Im Bett, erwiderte sie. Sie sagte mir, daß jemand gerufen habe. Ich bin nicht aufgewacht. Sinclairs Brust entrang sich ein tiefer Seufzer der Erleichterung. c. Sagen Sie ihr, daß wir ausfmdig machen werden, was der Schrei zu bedeuten hat, antwortete er in freundlichem Tone und zog mich mit sich fort. ■ Nunmehr waren auch Herr und Frau Armproug aus den Beinen. Ich hörte den bedächtigen, beinahe zögernden Schritt des Hausherrn im Gange hinter uns. Vorwärts, flüsterte Sinclair. Unsere Augen müssen die ersten sein, die sehen, was htnter der Türe vor sich geht. Ich schauderte. Die von ihm bezeichnete Türe, bte halb geöffnet stand, war die Dorotheas-, Sinclair erreichte sic als erster und stieß sie aus. Ich folgte ihm auf den Fersen und warf einen furchtsamen Blick über seine Schulter. Was wir erblickten, war ein leeres Zimmer. Dorothea war nicht darin. Sinclair den- tetc mit lebhafter Handbewegung auf das Bett: man hatte nicht darin geschlafen, —• und dann aufs Gaslicht, das immer noch brannte. Tas angrenzende Zimmer, in den: Frau Lansing schlief, Ivar ebenfalls beleuchtet, wie wir durch die offene Spalte erkennen konnten, aber es herrschte dieselbe Stille darin, wie in dein kleinen Zimmer, worin ivir uns befanden. Dies fiel uns als der unverständlichste Umstand daran auf. Frau Lansing war nicht eine von den Frauen, die sich durch Lärm nicht im Schlafe stören lassen. Wo befand sie sich dann? Und warum erhob sich ihre Stimme nicht in kreischenden und anzüglichen Tönen, um gegen unser Eindringen lebhaft zu protestieren? Hatte sie ihre. Nichte begleitet, als die ihr Zimmer verließ? Würden wir im nächsten Augenblick ihre gewichtige Persönlichkeit in der kleinen Schar der Gäste entdecken, die, wie wir jetzt hörten, sich uns eilig näherten? Ich hielt es für das beste, uns zurückzuziehen und das Haus nach Dorothea abzusuchen. Aber Sinclair besaß einen richtigeren Instinkt und zog mich über die Schwelle dieses stillen Zimmers. Es war ein Glück für uns, daß wir zusammen eintraten, denn ich weiß nicht, wie einer von uns, geschwächt, wie wir durch unsere düsteren Vorahnungen und die Aufregungen dieser unheilvollen Nacht waren, den Anblick ertragen haben würde, der hier unserer harrte. Auf dem Bett, das rechts vom Eingänge stand, lag eilte Gestalt, die schrecklich beängstigend und unsäglich abstoßend aussah. Ihr regloses Haupt, das auf den Kissen gebettet lag, war von den grauen Haaren vorgeschrittenen Alters umgeben; die Augen, die weitaufgerissen nns an- starrten, schienen aus Glas zu seiu und nicht in eigenem Leben, sondern von toten Lichtreflexen zu glänzen. Dieser starre Blick erklärte das fürchterliche Schweigen int Zimmer. Wir waren in Gegenwart des Todes. Nicht des Todes, den wir vorhergesehen und für den wir in einer gewissen Hinsicht vorbereitet waren; aber dieses Ereignis traf uns ebenso schrecklich. Tas Opfer war nicht Dorothea Camerden oder Gilbertine Murray, sondern die herzlose Tante, die sie beide jvie Sklavinnen behandelt hatte und nun ihre Handlungen ans Erden zu verantworten abberufen worden war. Als ich die fürchterliche Wahrheit x,u begreifen begann, mußte ich mich am Bettpfosten halten, um nicht umzusinken. Vor meinen Augen schien sich das ganze Zimmer zu drehen. Ich bemerkte nur, daß Sinclair sich über das schnell farblos werdende Antlitz beugte, dessen natürliche Röte noch nie jemand zuvor hatte verschwinden sehen. Ich stand noch an meinem Platze, als Herr Armstrong und all die anderen eindrangen. Es ist mir nicht die geringste Erinnerung übriggeblieben, was in diesem Augenblick gesprochen wurde, noch weiß ich,- wie es kam, daß ich.mich plötzlich wieder int Vorzimmer befand. All mein Denken, ja mein ganzes Bewußtsein hatte mich verlassen, und jch erwachte erst ans meiner dumpfen Betäubung, als jemand in meiner Nähe flüsterte: Ein Schlaganfall! Da begann ich, mich umzublicken pnd suchte unter der Menge von .Gesichtern, die mich! von allen Seiten umringten, das eine, das mir meine Selbstbeherrschung wieder zurückgeben konnte. Aber trotzdem ich in den entsetzten Gruppen, die das Zimmer füllten, manch ein Mädchenantlitz gewahrte, konnte ich Dorothea nicht entdecken, und ich war daher nicht sehr erstaunt, als ich einen Augenblick später,bettt Ruf vernahm: Wo ist Fräulein Dorothea? Wo war sie, als ihre Tante starb? Es war niemand da, diese Frage zu beantworten, und diejenigen, die bisher nur von Entsetzen und Schrecken beherrscht gewesen, begannen erstaunt zu sein, und mehr als einer verließ das Zimmer, um nach ihr zu suchen. Ich schloß mich ihnen nicht an. Ich konnte mich nicht von meinem Platze bewegen. Auch Sinclair rührte sich nicht; nur seine'Augen, die bis jetzt unruhig über die Gesichter der Anwesenden geirrt waren, richteten sich jetzt fragend auf die Türe. Wen erwartete er? Gilbertine oder Dorothea? Gilbertine ohne Zweifel, denn fein Antlitz heiterte sich sichtlich auf, als nunmehr feine Braut in einen Morgenrock gekleidet, der sic noch größer erscheinen ließ und ihrer ganzen Gestalt eine ungewohnte Einfachheit verlieh, auf der Schwelle erschien. Sie war pffenbar von dem Ereignis in Kenntnis gesetzt worden, sie, ohne etwas zu sagen, in stummem Entsetzen am Türpfosten lehnte und ihre Augen durch das Zimmer schweifen ließ. Sinclair ging ans sie zu und bot ihr den Arm. Aber sic verriet durch nichts, ihn bemerkt zu haben. Ta sprach er sie an. Nun schien sic zu cr- wachen; sie junrf ihm einen dankbaren Blick zu, aber sie nahm seinen Arm nicht an. Morgen wird Unsere Hochzeit nicht stattfinden, murmelte sie Por sich hin, als rede sie mit sich selber. Die Leute, die fortgegangen waren, Dorothea zu suchen, hatten erst seit ein paar. Minuten das Zimmer verlassen; aber mir kam diese Zeit wie eine Ewigkeit vor. Im Geiste begleitete ich die Leute auf der Suche nach ihr durch das ganze Haus. Wo steckte das Mädchen? Würde sie in irgendeinem Zimmer entdeckt werden, halb tot vor Schreck? Oder harrte unser noch ein weiteres, ein viel schrecklicheres Drama? Ich begann mich zu wundern, warum es mir nicht möglich war, auch nach ihr zu suchen; ich war erstaunt, daß auch Sinclair sich trotz des beruhigenden Er- scheinens Gilbertines nicht von der Stelle rührte. Wußte er denn nicht, was aller Wahrscheinlichkeit nach das gesuchte Mädchen bei sich trug? Erinnerte er sich nicht meiner Leiden während des Abends, dachte er nicht daran, was ich jetzt ausstehen müßet? Ah ! Und was nun? Sie kommt! Ich höre, wie sie mit ihr reden. Gilbertine tritt beiseite, und auf der Schwelle erscheinen ein Herr und eine Dame, Dorothea in ihrer Mitte. Aber wie sieht das Mädchen aus! Jahre könnten sie nicht mehr verändert haben, als es die paar Stunden getan, seit ich sic zum! letzten Male sah! Ihr Aussehen und ihre Bewegungen waren die eines Menschen, der mit dem Leben abgeschlossen hat, jedoch die wenigen Stunden fürchtet, die ihm noch übrig bleiben. Instinktiv traten wir vor ibr zurück; instinktiv verfolgten wir sie mit den Augen, als sie erst an der Türe stehen blieb, wie um Mut zu fassen, dann einen Blick unfaßbaren Schauderns erst auf ihr eigenes Bett, hieraus ans die Gruppe älterer Leute warf, die sie mit ernsten Blicken musterten. Während sic dies tat, bemerkte ich, daß sie immer noch ihr graues Gesellschaftskleid trug, und daß die? Farbe ihrer Wangen und Lippen nicht lebhafter war, als die neutrale Färbung ihres Kleides. (Fortsetzung folgt.) Zur Entstehung unserer ßcmMeünamslk. Der Vorgang der Entstehung unserer Familiennamen ist längst zum Stillstand gekommen. Was da etwa noch von Neuem auftaucht, ist meist künstliches Erzeugnis, nicht natürliches Wachstum. Aber es gibt doch noch Gebiete in unserem Vaterland, wo wir die Entstehung der Familiennamen gleichsam am lebenden Körper studieren können, weil fort und fort solche neu erzeugt werden. Mir, der ich von der Wasserkante in ein oberhessisches Torf verschlagen war, war es höchst auffallend, daß hier die: meisten Familien neben ihren offiziellen Namen, mit denen sie „sich schrieben", noch einen zweiten führten, der zwar in keinem! Standesamts-Register oder Kirchenbuch zu finden war, mit dem sie aber im gewöhnlichen Leben so regelmäßig benannt wurden, daß mancher vom andern kaum wußte, wie er „sich schrieb", sondern nur wie man ihn hieß,. Geriet doch einmal ein Taufvater, der seinen eigenen Schwager als Paten! anmeldete, in große Verlegenheit, als ich ihn fragte, wie sich denn sein Schwager eigentlich schreibe. Auch diese Nenn-Namen vererben stch oft durch Generationen, bis sie durch neue wieder verdrängt werden. Die Ursache dieser Erscheinung mag zum Teil darin zu suchen sein, daß bestimmte Familiennamen in den einzelnen Dörfern außerordentlich häufig Vorkommen. Die oberhessischen Dörser müssen in einer merkwürdigen Abgeschlossenheit gegeneinander gelebt haben. Unterscheiden sich doch bekanntlich heute noch oft die benachbarten Dörfer desselben Tales durch mundartliche Eigentümlichkeiten voneinander, so daß man an der Sprache zu erkennen vermag, aus welchem Dorf der Redende stammt. Diese Abgeschlossenheit äußerte sich natürlich vor allem in einem fortwährenden Jneinanderheiraten innerhalb der Dorfgemeinde. So hat jeder Ort verhältnismäßig mir wenige Familiennamen, und einzelne überaus häufig vorkommende. In meiner früheren Gemeinde heißt tatsächlich jeder vierte Mensch entweder Sommerlad oder Otto oder Lindenstruth!, lind da auch die Auswahl der gebräuchlichen Taufnamen nicht sehr mannigfaltig ist, gibt es eilte große Zahl Leute, die gleichen Taus- und Familiennamen: 755 sichren. Amtlich sind' ja nun Beireichen eingeführt. Aber etwas I Unlebendigeres nnd Beziehnngslvsercs als diese- Beizeichen gibt i es kaum. Es Prägt sich auch schlecht ein, wer nun der Sechste oder I Siebente, Trei- oder Bier-und-Kwanzigste ist. So bleiben unliebsame Verwechselungen nicht aus. Auf diese Weise haben itk z. B. einmal einen ganz anderen, als wir eigentlich wollten, in die Gemeindevertretung gewählt. Wir hatten eben die Beizeichen verwechselt. , Aber wenn auch das Bestreben, die Unterscheidung zu erlerch- ter», Mitwirken mag, dec eigentliche Grund wird sicher das Bedürfnis fein, die Menschen mit Namen zu bezeichnen, die eins deutliche Beziehung zu dem Träger haben. Unsere Famstien- namen sind ja für die große Masse längst tote Worte ohne Sinn geworden, und mau weiß nicht mehr, warum-gerade dieser Mensch diesen Namen trägt. Jede Beziehung zur Person des Trägers ist verwischt. Müller könnte ebensogut Schulze heißen, imtb Meier Schmidt. Wenn ich ein Glied der Familie Lmdenstruth daraus anrede, daß diese aus denr gleichnamigen Dörschen stamme, bekomme ich sicher die Antwort: „Nein, die Familie hat immer hier gewohnt." -Oder wer verbindet einen Sinn mit dem Namen Sommerlad? Tic älteren Leute wissen zwar noch, daß man das Wort Somuierlad wohl für den Schößling eines Sommers an Baum und Strauch gebraucht, die jungen kennen es gar nicht mehr. Aber weder Junge noch Alte denken bei dem Namen an I dies Wort, oder wissen, was diese Familie mit dem Sommer- I schößliug zu tun hat. Vermutlich galt von dem ersten Träger des Namens: üfreht alsam ein sumerlate was sui lip ze mäzen lanc. (Konrad v. Würzburg bei Grimm s. v.) Mer wer weiß das heute? Unsere Familiennamen sind längst Worte ohne Sinn und Bedeutung. So schafft das Volk neue Namen, von denen es- weiß, warum sic die Träger tragen, und bei denen es sich etwas denken kann. Bekanntlich besteht ein großer Teil, wo nicht der größere Teil unserer Familiennamen aus . ursprünglichen Taufnamen, für den Laien freilich in vielen Fällen kaunr mehr kenntlich. Genau so werden auch heute hier noch Vornamen von Vorfahren zu Familiennamen. Wenn ro.tr das Fest der Mctzelsuppe feierten, schickten wir zu Gottfrieds und der Gottfrieds Wilhelm übernahm die Leitung des Festes, -sein Großvater mütterlicherseits führte den Taufnamen Gottfried, und so nannte man feines Vaters Familie Gottfrieds und letzt auch die seine. Sein Bruder freilich hat diesen Namen verloren leit er in das Melchers-Haus hineinheiratctc und heißt rett selber der Melcher, weil seiner Frau Großvater den Taufnamen Melchior trug. Und so gibt es Kasimirs, Kappers (von Kaspar), Kobches (von Jakobh Kodches (von Konrad), Lieroigs (von Ludwig), alle mit den Taufnamen irgend eines Vorfahren Väter- oder mütterlicherseits benannt. , Oder: Zu dem. Spielgefährten unserer Kruder gehört das Schütze-Willemche. Sein Vater heißt weder Schütze, noch ist er cs Aber weil bessert Vater des Flurschützen Tochter heiratete, heißt die Familie noch heute Schütze. So wird also gerade wie bei vielen unserer offiziellen Familiennamen das Gewerbe oder die amtliche Stellung eines Vorfahren zum Nennamen der Familie. Wir haben Schusters, Schmieds, Schlossers, Gellrewers iGeld- erliebersh Scholtheß (Schultheiß) nnd so weiter. Bon, den gegenwärtigen Trägern dieser Namen führt keiner mehr dres Geschart oder dies Amt, aber der Vater, oder Großvater, oder schwieger- vater, oder ein noch früherer Ahne führte es. An den Nennen Scholtheß, der natürlich in vielen Dörfern als Renname vorkommt, ganz wie es zahlreiche Schulzes gibt, knüpft sich übrigens merkwürdigerweise die Vorstellung,. daß er kein Glück bringe. „eine Tante meiner Frau," berichtete mein Gewährsmann, „hatte ern Godckcn, das heiratete in eine so benannte Familie eines andern Dorfes Da sagte die Patin: hätte man mich gesragt, ,ch hatte es nicht gelitten, das bringt kein Glück! Und wirklich sind die Leute verarmt." Und so gebe es viele Bcifpiele. Dem liegt der Gedanke zugrunde, daß in früherer Zeit, wo noch nicht alles ,o von oben herab überwacht sei, die Schultheißen ihre Stellung oft in selbstsüchtiger Weise ausgebcutct hätten, und daß nun Gott die Sünde der Väter strafe am dritten loder vierten Glied. Hinter die Bedeutung des Nam'ens Hamann, den eine hiesige Familie führt, konnte ich zuerst lange nicht kommen.. Der Name sei w alt, sagten mir alte Leute, das wisse mau gar nicht mehr, woher der komme: ich solle aber den nnd den fragen, der sei der Netteste. Und der Aeltestc wußte es. Seine Mutter hatte ihm einmal erzählt, in dem Homauns-Hause habe früher des vop-Haunüvbs Hannjost gewohnt, und der Hop-Hannikob (Johann Jakob) habe so geheißen, weil er von einem der damals hier noch vorhandenen Edelhöfe Ländereien gepachtet habe, Homann ist also hier ab- gefchlifsen aus Hopmann oder Hofmann, wer ja mchc seltene Familennamc Hamann (oder Hohmanii) wird freilich wüst auf einen uutergegaiigenen Taufuameii zurückgefuhrt iso Förstemann. Altdeutsches Namenbuch), doch wird in diesem Falle wohl sicher keine irrige Volksethymologie vorliegen. Zuweilen wird auch eine Verbindung von Berufsbezeichnung und Taufnamen zum Nennamen. In einer Zeit der Madchennot half uns die tüchtige Schneider-Baltzers-Kathrin aus. Ihr Vater hieß nicht Baltzer und war auch nicht Schneider, aber ihr Großvater war Balthasar getauft unb' da er des Schiceiderkappers Tochter heiratete, ward er der Schneiderbaltzcr nnd seine Nachkommen die Schneiderbaltzers. Man vergleiche dazu Familiennamen Ivie Schmitthenncr (--- Schmied-Heinrich). Es ist wohl nur ein Zufall, daß ich nur eine n Fall auffand, in dem der Name des Herkunftsortes eines! Ahnen zum Nennnamen der Familie geworden ist. Unter unfern Familiennamen stellt diese Klasse ja neben den von Taufnamen abgeleiteten das größte Kontingent. Wir 'haben zwar eine ganze Reihe geographischer Namen, aber nur die Pirmasenser haben wirklich einen Vorfahren, der aus Pirmasens stammt. Als ich auf einer Hochzeit einen alten Manu aus einem Nachbardorf traf, der Albach genannt wurde, glaubte ich, ein zweites Beispiel gefunden zu haben. Allein die Sache hing doch anderZ(zusammen. Sein Eller- vatcr hatte in dem nicht weit entfernten Albach ein Mädchen gehabt, zu dem' er ging, und weil es nun, sobald ihn feine Kameraden vergeblich suchten, hieß: Ach der ist wieder in Albach, so wurde er der Mbächer oder kurzweg Albach genannt, und hat diesen Namen auf seine Nachkommen vererbt. Es lebt also des Ellervaters Liebesgeschichte in dem Namen fort. Ueber- hänpt halten gerade die Namen dieser Art manche alte Erinnerung wach. Da sind die Russen. _ Deren Ahn hat 1812 mit den Franzosen nach Rußland gemußt, ist aber heil und gesund wiedergekehrt, und erschien eines guten Tages Plötzlich wieder im Heimatdorf. Man weiß noch den Weg, den er herabkam. Z» dem Namen der Engländer wurde mit .olgendes berichtet: Früher, als die Leute hier noch sehr arm waren, war da ein Mann, dem überließen Leute, die viele Kinder hatten, gegen ein paar Gulden eins ober das andere aus ihrer Schar. Der brachte sie nach England, wo er sie an Seiltänzer ober andere Leute derart „verkaufte", oder sie in London mit Drehorgeln umherzicheu! ließ und so sein Geschäft mit ihnen machte. Manche haben stch von ihm losgemacht, gutes Geld verdient und sind wieder zurück^ gekehrt. So hats auch eine Ahnin der Engländer gemacht, und daher heißt man diese so. Der Vater der Holsteins war 1848 mit in Holstein, unb ber ber Hollands hat in Holland reicheren Verdienst gesucht, als die karge Heimat bot. Dabei ist es beachtenswert, daß sehr häufig der Orts- oder Landesname gauzi unverändert, nicht etwa in adjektivischer Form, znm Nenii- namen wird, also einfach Albach, Holstein, Holland, genau wie das bei unseren Familiennamen zumeist der Fall ist. Auch Eigentümlichkeiten der äußeren Erscheinung der Vorfahren werden Anlaß zur Bildung forterbender Nennamen. Der Rotbart trägt zwar einen stattlichen Bart, doch zeigt dieser keinen Schimmer von roter Farbe. Aber seines Vaters Bart war rot, nnd so wurde er und nach ihm der Sohn der Rotbart gertannt. Dazu vergleiche man die zahllosen Langes und Kurzes, Rothes, Kraushaars, Langhals usw. nsw. unter unfern yamtliennamen. Auch bei dem Nennamen Weibches hat die Körpergestalt enter Ahnin, die ein „klein, niederträchtig Weibchc" gewesen, den Anlaß gegeben. Wieder ein anderer, der ebenfalls' klein von weftalt, dabei aber sehr munteren, beweglichen Wesens war, wurde scherzweise, wohl im Gedanken an den Zaunkönig, der König genannt, und sein Nachkommen heißen noch heute Königs. Hier ist also ein ursprünglicher Scherzname Nenuame der Familie geworden. Ueberhaupt führen hier neben ihrem Schreib- unb Nennamen viele Leute noch als brüten einen llebernamen, bei dem man sie freilich bei Leibe nicht anreben darf. Aber bic harmloseren unter diesen Spottnamen werden doch gelegentlich einmal zu 9iennantcn, wie ja auch unter unfern Familiennamen bic ursprünglichen Nebcruamen nicht selten sind. Da ftnb z. B. die Laabers (= Laubers), deren Großvater sich beim Laubholen im Walde nie genug tun konnte und statt mit einem einfachen Sack wie andere Leute immer gleich mit einem großmächtigen Bett- sack in den Wald zog. Bei den Lehrers forschte ich vergeblich nach einem Boifahren, der den Schulmeisterstab geschwungen, bis ich bedeutet wurde, daß der betreffende MM nicht Kinder, sondern Ochsen gelehrt habe, die er uneingefahren ankaufte, uml sie dann als gründlich ausgebildete Ochsen wieder zu verkaufens So hat auch keiner von den Vorfahren der Parrers, von denen ich ans einem andern Dorf hörte, je auf der Kanzel gestanden. Aber einmal als das Dorf feinen neuen Pfarrer erwartete und auf den Ruf: „Der nau' Pa er er kimmt!" sämtliche Fenster auf- flogen und alle Köpfe herausfuhren, war niemand zu sehen, als eben der Stammvater dieser Familie, der gemach ich und ahmmgs-- los die Torsstraße daherkam. Von da ab trüg er nut den ©einen ■ den Namen Parrers. Nicht eigentlich ein Hebername scheint der Name Paff zu sein, denn des Passe-Konrad Großvater „das alt' Paffemännche" scheint irgendwie nut der Verwaltung des Pfarrautes (Pfaffengntes) zu tun gehabt zu haben. Und auch die Goldmanns sind nicht int Spott so benannt, sondern ihr Vater war wirklich drüben in Kalifornien, hat Gold gegraben unb auch mit heimgebracht _ Wie schon bic angeführten Beispiele erkennen lassen, ist es nichts Seltenes, daß diese Namen nicht aus. der väterlichen, sondern ans der mütterlichen Linie, stammen, und daß der Mann den Nennamen der Familie seiner Fran überkommt, durch den fern eigener verdrängt wirb. Tas ist natürlich vor allem bann der Fall wenn der Mann in das Hans oder den Hof der Fran hinetn- heiratet, weil dann eben seine Zugehörigkeit zu die)er Familie besonders kräftig in die Augen springt. Aber es ist keineswegs. 756 nur dann der Fall. Es stehen freilich diese Namen in einer engen Beziehung zum Hanse. Man spricht vom Homatins-Haus, Schützehaus usw., und sehr ost führt nur die Linie den Namen weiter, die im Hause bleibt. Aber gebunden sind die Namen nicht an die Häuser. Ost genug führen doch auch die nicht im Hause bleibenden den Namen fort, und wie gesagt, auch ein Schwiegersohn, der nie in des Schwiegervaters Hause,gewohnt hat, kann von diesem den Ncnuainen erhalten. Daß übrigens der Name der Frau den des Mannes verdrängt, ist auch bei unfern Familiennamen int Mittelalter eine Erscheinung, die sich hie und da nock nachweisen läßt. Wenn z. B. die Söhne der .Hebele und Sveneke Rode, der beiden Schwestern des Rostocker Ratmannes Johann Rode (f 1351) in den Urkunden stets Rode genannt werden, so haben sie eben sicher den Familiewtamcn der Mutter geführt. Denn daß beide Schwestern zufällig gerade Rodes geheiratet haben sollten, ist «kaum anzunehmen, zumal die Söhne der Hebele noch wieder ans zwei Ehen zu stammen scheinen, und noch wieder ein Schwestersohn der letzteren, von dem wir wissen, das sein Bater Pape hieß, wird wiederholt-Rode genannt. Ebenso sind die beiden Brüder Heinrich und Gerhard Kruse allem Anschein nach S chw e st er föhne des 1348 verstorbenen Ratmannes Ludwig Kruse. Und wenn man hier auch die Möglichkeit zngeben mußte, daß ihr Bater auch von Haus ans schon Kruse geheißen haben kann, so wird doch bei dem _ in weiblicher Lime ebenfalls aus dieser Familie stammenden Giso Haltermann in einer Urkunde ausdrücklich bemerkt, daß er sonst auch Kruse genannt werde. Und wenn der Rostocker Bürger Timmo von Gnoyen, — er kommt 1384—1411 vor, — wiederholt Timmo von Zarmerstorp, einmal auch Timmo von Zarmerstorp von Gnoyen genannt wird, so ist es auch hier wahrscheinlich, daß der mütterliche Familiennamen dem väterlichen den Rang streitig gemacht hat, zumal wenn man beachtet, daß 1343 zwei Familien Gnoyen und Zarmerstorp nachbarlich beieinander wohnen. Ob hier der väterliche oder der mütterliche Name schließlich siegreich blieb, läßt sich nicht entscheiden. Bei den Rodes und Kruses läßt sich übrigens auch noch zeigen, was dem mütterlichen Familiennamen solche Dauerhaftigkeit gab. Man könnte vermuten, daß die Rot- und Kraus-köpfe der Töchtersöhne, diese so nachdrücklich als Rodes und Kruses auswies. Aber der Grund war doch wohl ein anderer. Allem Anschein nach haben diese Männer mit den Brüdern und Brüdersöhnen ihrer Mutter in engster Besitz- und Erwerbsgemeinschaft gestanden, und schon ihre Väter werden bei ihrer Heirat, wie tvir sagen würden, in die Firmen Rode, bezüglich Kruse eingetreten sein. So gehörten sie eben zu den Rodes und Kruses und wurden auch so genannt. Vielleicht gibt uns die Beobachtung, daß bei dm heutigen volkstümlichen Nennamen so Häufig der Name aus der mütterlichen Familie stammt, das Recht, zu vermuten, daß das auch in der Wervezeit unserer Familiennamen noch viel Häufiger der Fall gewesen ist, als sich noch mit Sicherheit Nachweisen läßt. Wie nun die Nennamen oft aus der weiblichen Linie stammen, so können denn auch weibliche Taufnamen zu Familiennenn- namen werden. So haben !vir die Familien Mines und Susanns, Und auch dafür bieten wieder nufere Familiennamen die entsprechenden Beispiele. In den ältesten Rostocker Stadtbuchblättern (um 1260) tritt eine noch längere Zeit blühende Familie Lyse auf. Sie geht zurück ans einen Ratmann Hermannus dominae Lyse, d. h. Sohn der Frau Liese. Ueberhaupt sind in diesen Urkunden aus einer Zeit, wo sich erst in einigen Familien Familiennamen zu festigen beginnen, eine ganze Reihe von Männern dadurch näher bezeichnet, daß ihrem Taufnamen der Name der Mutter, gelegentlich auch wohl der Schwiegermutter hinzugcfügt ist. Und z. B. der Sohn des Johannes Dominae Titbeke (oder Tibbeke-Titbcrga) heißt dann auch Johannes Tibbcken junior. Ebenso werden Familiennamen wie Tilse, Mette, Methke, Wöbbeke oder Wöpke von tveiblichen Taufnamen abzuleiten sein. Denn das sind gangbare Kurz- und Koseformen der Namen Elisabeth, Mechthild und Walburg, von denen namentlich die zwei ersteren außerordentlich häufig, aber auch der dritte sehr beliebt war. Kundige würden diese Beispiele leicht vermehren können. Man würde diesen IFranen, nach deren Namen ihre Nachkommen genannt werden, sehr Unrecht tun, wenn man vermuten wollte, daß ihre Kinder eben keinen Vater gehabt, nach dem sie hätten genannt werden können. Im Gegenteil weiden sie meist Frauen gewesen sein, die nach dem frühen Tode des Mannes tapfer und tatkräftig ihr Hauswesen allein fortgeführt und ihre Kinder groß- gezogen haben, gelegentlich wohl auch einmal solche, die durch ihre überragende Persönlichkeit den noch lebenden Mann etwas in den Schatten stellten. Ich weiß nicht, ob die zünftigen Namenforscher diesen gegenwärtig int Volk immer neu entstehenden Familiennamen viel Beachtung geschenkt haben. Jedenfalls: wie diese heute entstehen, sind einst auch unsere entstanden, wie diese sind auch unsere einst aufgetaucht, von einer Linie in die andere gewandert, hier verdrängt und dort durchgedrungen. Es hat sich wirklich derselbe Prozeß, dessen Ergebnis unsere Familiennamen sind int Gang erhalten, und wer sich überhaupt um diese Dinge kümmert, ist überrascht und gefesselt, wenn ec sich plötzlich mitten hinein- versetzt sieht in einen Vorgang, von dem er glaubte, daß er längst und für immer der Vergangenheit angehöre. Marienschlo ß.§ chm al tz. Vermischtes. k?. Der un verbrenn bare Fil m. Die Feuergefährlich- keit des Zellstoffes, aus dem der Film des Kinematographen besteht, hat die Erfinder zu manchen Versuchen angesvornt. Es ist ein Zelluloid erfunden worben,. das unverbrennbar sein soll, und neuerdings hat man es i'ibcrhauvt durch einen anderen Stoff ersetzen wollen. In London haben dieser Tage in einem Sitte« inalographen-Tbeater Proben stattgefnndcn, bei denen eilt feuerfestes Pavierband verwendet worden ist. Dieses feuerfcsie Pavierband, eine Erfindung des Franzosen Dupuis, ist lichtnndttrchlassig und daher erfolgt dte Projektion der Bilder ettvns anders als sonst. Es wirb nämlich nicht das Licht der Bogenlampe durch den Film hindurchgesandt, sondern der Papierfilm ist mit einer silberartigen Schicht belegt, itttb das Bild erscheint als Spiegelung. Der „Standard", der diese Nachricht bringt, gibt übet den optischen Vorgang keine weiteren Einzelbeilen an, sondern beschränkt sich aus die Mitteilung, die Helligkeit der Bilder sei nicht wesentlich geringer gewesen als beim Zelluloidstlin. Daß der /enerfcfte" Papierfilm" wirklich feuerfest ist, davon hat sich einer seiner Vertreter überzettgt. Stücke des neuen Kinetnatographettvandes wurden ein paar Minuten hindurch der vollen Hitze von Bogenlampen ausgesetzt, aber sie verbrannten nicht, tmb die ganze Einwirkung der Hitze war ein Zusammeuschruinpseu der Oberfläche. Ter einzige schwache Punkt des seuer'esten Papterstlms liegt darin, daß er zum Brüchigwerden neigt. Allein er kann tausendmal zur Bilder- projektiou verwendet werden, ehe er unbrauchbar wird, und außerdem soll der Preis nur ein Viertel des Zelluloidpreises betragen. * Ber da chiige Bereitwilligkeit. „Geld her oder ich schieße!" — „Aber, mein Gutester, ich habe zur Sicherheit das Geld in die Stiesel gesteckt und die kriege ich allein nicht aus: das müssen Sie besorgen." — „Das geht nicht, ich habe ja den geladenen Revolver in der Hand!" — „O, den werde ich Ihnen so lange halten!" Vüchertifch. — Hölderlins Werke in vier Teilen. Heransgegeben, mit Einleitungen und Anmerkungen versehen von Marie Joachimi- Dege. Goldene Klassiker-Bibliothek. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57. — Die Gestalt Friedrich Hölderlins in ihrer fast überirdischen Reinheit übt eine immer wachsende Anziehungskraft auf uns aus, seitdem wir nach llcberwindung 'bcS Naturalismus uns mehr und mehr der Schönheit der Form wieder zitweuden. Niemals war irgend ein Dichter so durch itttb durch Künstler wie Hölderlin. Während er lechzte nach einem Dasein auf den Höhnt der Menschheit, wie -er es in den Großen von Weimar vor Augen fah, trieb ihn sein eigenes Los durch die Erniedrigungen des Haus- lehrerberv.fs. lind als er endlich sein Ideal an Schönheit und Güte in der Geliebten Divtima vertvirklicht fand, da war es die Frau eines anderen, der das Recht hatte, ihn ttach jahrclangetc Demütigungen ans dem Hanse zu weisen. .So brach dieses allzu feine Seelenleben zusammen und dämmerte in vierzigjähriger geistiger Umnachtung dahin. Die Werke des Dichters liegen jetzt in der Goldenen Klassiker-Bibliothek in einer bisher von keiner anderen Ausgabe erreichten Vollständigkeit vor und der Preis beträgt nur 2,50 Mark. . in Austoiuug Reihen gieichlanteitd solgenbes ergeben: 1. Stibametikauische Republik. 2. Tiere aus der Familie der Wieberkätter. 3. Emen Handwerker. nächster Nummer. Meuzrätsel. In die Felder nebensteheuder Figur sind die Buchstaben aaaabbcceeeeeehh iiiilllnnnnnnoopp rrrrsssssstt derart eiuzutragen, daß die senkrechten und ivagerechten Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer: Jommr — Orgelpfeife Havel — Aareitrttp — Niobe — Nepomuk — Elias; Johannes Kepler. Redaktion: K. N e u r a t b. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäis-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.