ii ■ WM i» iß. M $ I ! » Lvmmerleutnsnts. Roman von Walter B l o e m, .Copyright 1910 by Grethlein & Co. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Das Auto Ivar von dannen gerattert... und jählings sank die Nacht... sank die Stille über das ncbelumsponnene Feldlager... Schweigend, fest in ihre Mäntel gehüllt, saßen Branders Und Flamberg änf den umgestürzten Wein- und Menage- kisten vor dem niederen Zelt-- Der kleine Carstanjeu und der Fahnenjunker schnarchten bereits drinnen im Strohs — — Beider Männer Blicke hingen an dem phantastischen Schauspiel der mählich verglimmenden Lagerfeuer, deren rötliches Glosten allein noch die Schwärze der .Nebelnacht durchdrang-- .,. Und beide Männer träumten von Frau Cacilte — — „Sagen Sie, lieber Flamb'erg... mögen Sie mich' ein bißchen leiden?" fragte der Hauptmann auf einmal Mit verschleierter Stimme. „Wie meinen Herr Hauptmann — ?!" „Ob Sie mir ein bißchen gut sind, möcht' ich. gern wissen?!" ' „Herr Hauptmann, ich... ich mochte unter ^hnen tit den Krieg ziehen... mit Ihnen zusammen fechten Und bluten...' dann wollt ich's Ihnen beweisen... 7,Das freut mich zu hören," sagte der Hauptmann, -/das freut mich zu hören..." ,, _ _L._ Einen Augenblick Stille :— tiefe Stille Martin hätte verstanden... , ' r l ... Nein... er durfte ganz rührig fern, der brave, ehrenfeste Mensch da neben ihm... er, Martin, wurde sich!künftig noch mehr zusammennehmen... beim nächsten -mdersehen... seine Augen, seine Stimme noch mehr im Zaum halten... noch mehr als heute... „Na... nun kommen Sie—" t Freundschaftlich Und vertrauensvoll klopfte der Kapitän dem Kameraden auf die Schulter--- „Es ist Zeit... morgen früh um vier wird ab geb aut. • • wollen ins Stroh kriechen...!" ; < 2. Kapitel. . Frau Cäcilie hätte einen bangen Traum. Ein Geläut klang ihr ins Ohr... em tiefes, volltomges Geläut... unregelmäßig, oft wie vom Winde verweht, doch Und^auf Mmäl wußte sie es.. das waren ja die Hochzeitsglocken ... heute machte sie Hochzeit mit Martin Flam- JjfrfiECI... , t , Das Glück wär gekommeii... bas große Glück.dm Hmbensliebe, ppn der sie ei.njt als. WädKen geträumt.»« die Erfüllung, herrlicher, als kühnste Dichterphantasie sitz schilderte. . ‘ Bim, bam, läuteten feierlich die Glocken... die G.ocken des Kölner Doms... und sie beide, sie schritten mitten über den weiten Domplatz... auf das weitgeöffnete Portal des. ragenden Gotteshauses zu... Neben ihr ging der Maler... in Paradeuniform, den schwärzen wehenden Roßhaarbusch auf dem Helm... War sie nicht schon einmal neben einem Manne hmt geschritten, der diese Gewandung trug...?! Ach ... das war lange her... das war gar nicht mehr wahr... , L Rechts und links staute sich das Volk, und sie horte das Flüstern der Menge: Das ist Martin Flamberg, der große Maler, und seine glückliche Braut, die schöne Frau Cäcilie... ,, Einen Blick warf sie dem Verlobten zu, und er erwiderte ihren Blick mit einem jähen verlangenden.Aufleuchten seiner braunen durstigen Künstlerauaen... Unb immerfort... tief und gewaltig... summten dazu die Glocken aus der Höhe... , Nun schritten sie Hand in Hand die hohe, breite Domtreppe hinan... weit offen stand die metallene Pforte... dem Blick erschloß sich das geheimnisdunkle, Weihrauch-, durchduftete Innere des Heiligtums... von rechts her, magisch bunt gefärbt, fiel durch die Glasgemälde der Spitzbogenfenster ein breiter Strahl gedämpften Sonnengoldes hinein... c . ,,, Da — als das Paar die Pforte durchschreiten Wollte... plötzlich stand da eine gräßliche entstellte, bleiche Gestalt in der Wölbung--Fritz —! Er stand uit kotbespritzten Manoveranzug ... ine Feldmütze tief ins blasse Gesicht gezogen... dj,e braunbehandschuhte Linke hatte er fest aufs Herz gedrückt... und unhemmbar floh ein Strom zähen, dunkeln Blutes.zwischen seinen Fingern hindurch... sickerte aus die Stetnfliesen.. .- Da schrie sie auf... und brach! in den Armen des Geliebten zusammen... _ Und erwachte--- ’ _ Erwachte in dem hellen, freundlichen Schmfgemach des Schlößchens Hettstein... in dem messingfunkelnden englischen Bett unterm duftig! lichten Gardinenhimmel... Und neben ihr harrte eine andere, unberührte Lagerstatt, von schimmernder Spitzenspreite bedeckt... : Aber die Glocken... die Glocken läuteten immer noch.. .- Doch nein — das waren ja die Kanonen..die Kanonen des Korpsmanövers ringsum auf den Hunsrückenhohen... Und heute, he fe würden sie kommen... ihre Gäste..-; der Regimentsstab er Niederländer Füsiliere! Und kommen würden auch' die b'eiden Männer, deren einer in Wem Traum an ihrer Seite gegangen war, bis der andere ihnen entgegentrat mit der blutdurchsickerten Linken guf der Brust und dem fahlen, starren Totent ailtlitz... ■ ' ' 646 Gott' seit gedankt, er lebte... Friß lebte.r.! Frau Cäcilie richtete sich! auf.. ! ihre Schläfen brannten ... die Augen flimmerten, als Habe sie die ganze Nacht schlummerlos durchwucht... und ihre Wangen waren kalt von nassen, bangen Tränen... Sie würden kommen... würden sie anschauen... beide ... und in beider Äugen würde sie mit wirrem Streite der Gefühle das Bekenntnis lesen müssen: Ich gehöre dir... meines Lebens Schicksal ruht in deiner Hand...! Das war ein grauenvolles Bewußtsein, also zweier Männer Seele zu beherrschen — und doch von einer geheimen, wilden Süßigkeit... dieses Mächtgefühl... dieses Herrsckevgefühl... Sre sprang aus dem Bette... ging zum Spiegel... schaute lange in ihre Züge... Was ist denn eigentlich so Besonderes dran an dir, du weiße Larve mit den brennenden Augen drin, daß du immerfort durch einen Wall, durch einen Schwall von Huldigungen hinschweben mußt —?! Bum, bum — läuteten droben auf den Bergen ringsum im Kreise die Kanonen, deren Sang ihren Traum wie Hochzeitsglocken durchwandelt... Dort oben stand das ganze rheinische Armeekorps, in zwei Parteien geteilt, in lustiger Friedensschlacht... mehr denn zwauzigtausend rüstige Männer... die Jugendblüte der schönsten und reichsten Provinz des Vaterlandes... Und in ihrer Schar gab es zwei, von denen sie wußte, daß sie mitten im Drang ihrer Pflicht... im sengenden Sonnenbrände... beim Marsch auf staubüberwölkter Landstraße... und beim Ansprung wider den Feind über den Sturzäcker — die Stunden zählten, die sie noch vom Wiedersehen trennten — vom Wiedersehen mit ihr... Dies Wissen war beseligend und fürchterlich. Was würde werden? .Ihre Seele war schwer und glühend von der Ahnung eines Schicksals, einer nahen Entscheidung, einer Entscheidung, der sie wehrlos gegenüberstand, einer Entscheidung, die sie über sich ergehen lassen würde wie ein unabwendbares Elementarereignis, wie einen Wirbelsturm, wie ein erlösendes und zerschmetterns des Gewitter. Ja, machtlos — willenlos fühlte sie fidji gegenüber dem Geschick. Die beiden anderen waren ja die Manner... die mochten Händeln, die mußten entscheiden, was werden sollte. Sie wär das Weib...! Ihrer harrte nur die äußere Pflicht, die Pflicht der Hausfrau, und Gastgeberin — die würde sie erfüllen, korrekt und anmutig... von ihrer Erziehung, ihrem Instinkt unfehlbar geleitet... ohne daß an Willen und Entschluß irgendwelche Anforderungen gestellt wurden. Das andere... das würde kommen von draußen her, unhemmbar, unabwendbar... * Und droben im Turmkäminerchen träumten zwei andere Herzen einem Wiedersehen... träumten ihrem Schicksal entgegen... ein Kinderherzchen, so willenlos wie die reife Frau im Banne dumpfer, triebhafter Gefühle — und ein fester straffer Mädchenwille, der während schlummerloser Nacht in Frische und Resignation über sein Leben beschlossen hatte. <3 Ja, Nelly Sassenbach wußte, was sie wollte...! Heut abend freilich würden die Herren erst spät ins Quartier kommen — es war beschlossen, sie in Ruhe zu lassen. Nur der Regimentsstab, der ohnehin dem Schlosse bestimmt war, würde zur Tafel erscheinen, und natürlich der neue Schloßherr, obwohl er offiziell mit seiner Kom- pagnie drunten im Dörfchen lag. Die Herren der ersten und zweiten Kompagnie würden sich ausschlafen beim Ortsvorsteher und bei den anderen wohlhabenden Bauern, derer: Höfen sie zugewiesen waren, würden mit aller Bequemlichkeit gegen Wend fit der Schenkwirtschaft ihre Mahlzeit einnehmen und um neun zu Bette Wen. Morgen aber ist Rasttag — da werden die Herren gründlich ausgeruht als Gäste der Schloßherrin auf Hett- stein erscheinen — man wird festlich! und fröhliche zusammen dinieren — wird im Park spazieren gehen. Und dann dann wird es geschehen — dann soll es geschehen! Dann wird sie die Braut des Hägern Gelehrten werden, des Schulmeistersohnes vom Westerwald, des' miserabeln Reiters und Tänzers, des Mannes aus dem Froschtümpek, des Entgleisten vom Kasinoparkett. Es wär beschlossen — es würde sich! vollziehen — sie wollte es. Und daß er die gleiche Sehnsucht hatte, das! wußte sie, seit er ihr von seiner Mntter erzählt, im Regen-, biwäk unter der „Marscheider Burr". Jä, viel r- gar viel Resignation steckte in diesem' EM Muß. ' Ganz, ganz anders sah ihr Erwählter aus als die Ge!-i ff altert, die einst durch ihre Madchentränme geschwebt wären. Wer wenn sie seiner gedachte, dann kam ein so tiefes! Ruhegefühl... ein so freudiges Geborgen sein über sie... Ja... er wär doch der Rechte... der, für den das! Schicksal sie aufgespart hatte, das in ihrer Mütter Gestalt so nranchen glänzenden, stattlichen Bewerber aus ihrer eigenen Welt von ihrer Seite gescheucht hatte... Ich danke dir, Mutter — es ist gut gewesen, daß ich den schwarzen Baron Höningen nicht bekommen hab, der jetzt in Amerika Pferde hütet... und nicht den riesigen Bettingen, der nun drunten in Südwestafrika im Wüstensande! liegt... Es ist gut so, Mutter...! Was morgen koinmt, das ist fürs ganze Leben... kein stürmisches Backfischglück wie das, von dem gewiß das blonde Schwesterchen jetzt träumt, das so eigenwillig sein Köpfchen der rosaroten Tapete zukehrt... aber eine frohe Ruhe... eine festlich stille Gewißheit... eine Heimstatt für freudiges! Wirken und Hineiuwachsen in eine helle, lichte Welt, in ein höheres, geistigeres Dasein, als meine Jugend es je geahnt.... Wilhelm Frobenins, du Prachtkerl! — Du sollst es gut haben bei deiner Nelly — hol mich der Teufel! (Fortsetzung folgt.) Da§ Talent der Herrn Zeisig. Skizze von Annette Kispcrt (Berlin). Er sollte eigentlich Theologie studieren. Ein Onkel zahlte ihm zu diesem 'Zweck eine kleine Jahresrente. Aber Bartholomäus Zeisig hatte nicht die geringste Lust, „auf den Pastor zu büffeln". Wohl zeigte er eine große Liebe für Bücher, aber nicht gerade für die Bibel und jene Werke, die zum Studium der Theologie gehören; dagegen war er auf die schöne Literatur direkt versessen: Romane, Novellen, Gedichte. Und für jedes Buch, das er las, begeisterte er sich. Er konnte gar nicht anders; es war ganz einfach sein Talent, sich literarisch zu begeistern. Bei dem einen Autor fesselte ihn die Wucht der Sprache, beim andern der tänzelnde Stil, diesen fand er prachtvoll spannend, jenen so beruhigend, da ergriff ihn das Sentimentale, dort das kraftvoll Brutale; bald schrie er vor Lachen über den erschütternden Humor eines Dichters, bald rühmte er das still-feine Lächeln, das dev Verfasser dem Leser abzwänge. Ueberall fand er int Nu eine gute Seite oder wie er es nannte, die spezielle Begabung des betreffenden Schriftstellers heraus; und er fand sie selbst dort, wo kein anderer Sterblicher auch nur etwas irgendwie Erträgliches! erhaschen konnte, — wie gesagt, das war sein besonderes Talent. Einmal, als ihn wieder ein Roman seelisch aufs heftigste gepackt hatte, und er sich zu einem Freunde darüber aussprach, meinte der scherzend: „Willst du das nicht dem verehrten Autor selbst erzählen ? Er wohnt ganz in der Näh' — nur ’ne Stunde Bahnfahrt von hier." Bartholomäus schwieg, aber die Idee gefiel ihm — die Idee reizte ihn. Zu denken, daß er diesem Dichter, Äug' in Ange, gegenübertreten und mit ihär reden würde, ihm! sagen . . . Konnte das ein Autor Übelnehmen? O, int Gegenteil! Und Bartholomäus fuhr zu denk verehrten Manne! Allerdings, zuerst war er etwas enttäuscht, denn er fand nicht den „Herrgott", von dem er geträumt hätte, sondert: nur einen! kleinen, wohlbeleibten Herrn, der das größte Interesse für eine gute Küche besaß. Aber da die Küche wirklich sehr gut war —•: man forderte Bartholomäus auf, zu Tisch zu bleiben — und der Dichter ein gar liebenswürdiger Mensch, so söhnte sich Barttzolo-! mäns schnell mit der wenig herrgottmäßigen Figur des Künstlers! aus; Und als sein Wirt — tveinselig und gerührt ob des jungen Mannes, der extra eine Reise unternommen, nur um ihn z'N sehen — ihm beim Abschied einen Fünfzigmarkschein aufdrang/ mit einem: „Studenten brauchen immer . . ., und später können Sie mir's, ja. . .", da kehrte Bartholomäus mit der lieber- zeugung heim, daß dieser Dichter seine hochgespannten Erwartungen bei weitem übertroffen habe. , < Dieser Besuch ward entscheidend für Bartholomäus Zeisigs weiteres Leben. Er konnte ttämlich von nun an jein Buch mehr lesen, ohne daß sein Begeisterungsausbruch mit dem Rufe schloß: „Zum Teufel, den Mann muß ich kennen lernen!" So fuhr er bald zu diesem, bald zu jenem'. Und da des! OnkelI Rente nicht für derartige Extratouren hexechnet war/ 547 % Md da nicht jeder Autor von Natur so feinfühlig, und DÄ- ständnisvoll wie jener wohlbeleibte, so war Bartholomäus gezwungen, beim Wschied etwas von „ausgebliebener Geldsendung", ;,momentaner Verlegenheit" zu murmeln. Und fast ein jeder war sogleich bereit . .Mein Gott! Bartholomäus hatte solch liebes offenes Jungengesicht, und er bewunderte so ehrlich, so Von Herzen, und Bewunderung tut so wohl--— na ja, plso. Bartholomäus gefielen diese „Kunstreisen" außerordentlich. Mit der Zeit arrangierte er seine -Touren nach einem richtigen System. Zum Beispiel: Rheinreise, Hinfahrt über Thüringen, Rückfahrt über den Harz. Nun kam die Vorbereitung. Zunächst: welche .Städte kamen in Betracht? Dann: .welche Schriftsteller lebten dort? Wie hießen ihre letzten Werke oder sonst ihre bedeutendsten? Folglich mußte er das und das lesen. Natürlich führte er Buch über die einzelnen „studierten" Werke, denn, wenn auch sein Gedächtnis glänzend war, so hätten doch bei derartiger Massenaufnahme literarischer Erzeugnisse leicht sehr peinliche Verwechslungen bei den späteren Begeisterungsausbrüchen vorkommen können. Es braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß sich Bartholomäus nicht auf den Besuch berühmter und allgemein bekannter Größen beschränkte, denn erstens gab es ja für seine Begeisterung keine Ausnahmen, und zweitens hatte ihn die Erfahrung gelehrt, daß gerade Visiten bei weniger bekannten Schriftstellern durchschnittlich einträglicher waren; so war zum Beispiel der .Clou der Reise meist ein Dichter mit Selbstverlag. Auch hatte sich Bartholomäus angewöhnt, bei seinen Besuchen prinzipiell nicht seinen richtigen Namen anzugeben. Wozu auch? Das konnte diese Künstler ja gar nicht interessieren; für sie war es doch ganz gleich, ob Meyer, Schulze oder Zeisig sie bewunderte. In einen irgendwie dauernden Verkehr hätte er doch nicht mit ihnen treten können — oh nein, an dergleichen dachte er auch gar nicht! — er wollte ja nur die von ihm Bewunderten sehen, sprechen, ihnen die Hand drücken und ... na ja, also wozu da seinen richtigen Namen nennen? — Bartholomäus machte die schönsten Reisen auf diese Art, nicht bloß in Deutschland, nein, er durchquerte auch Oesterreich Und besuchte die Schweiz samt den italienischen Seen. Und er lernte viele interessante Menschen kennen und brachte manch Buch mit eigenhändiger Widmung des Autors heim. Aber dann, eines Tages . . . oh, niemals hätte Bartholomäus so etwas für möglich gehalten! . , Er war gerade mit den Vorbereitungsarbeiten zu einer Tour nach München und Umgebung beschäftigt; das war ein gesegnetes Stück Land Und es war, weiß Gott, keine Kleinigkeit, dort „nichts auszulassen". Am Wend, nach getaner Arbeit, ging Bartholomäus!^ wie immer, in sein Stamm-Cafe, Um die neuesten Tageszeitungen zu lesen. Fröhlich, ahnungslos schlug er die erste beste auf und — was müßte er sehen? \ Was mußten seine bestürzten Augen lesen? Was stand da unter der mächtig fettgedruckten Ueberschrift „Warnung"? „Jeder Schriftsteller möge sich vorsehen — denn ein junger Mann — mal Meyer, mal Schulze, mal so und so — mal ; Student, mal Dr. Phil., mal Seminarist — unter dem Deckmantel eines Bewunderers — erbittet Geld — verspricht Rück- ; fendung — Schwindler — Gauner —Polizei überweisen — -—", Bartholomäus starrte auf das Blatt nieder — er konnte es einfach nicht fassen. Wie? Solche Undankbarkeit sollte möglich sein? Solch schamloses Vorgehen? . . . Und das von Künstlern! Wie hatte er sie doch immer in der höchsten Extase genannt? „Gottbegnadete Seelen!" Und nun? Ha, Krämerseelen waren das, jämmerliche Pfennigfuchser, die eines Zwanzigmarkstücks wegen aufschrien, die. . . Nun ja, gewiß, er hätte versprochen, das Geld zurückzugeben, aber macht ein feiner Mann deshalb solch einen ordinären öffentlichen Spektakel, wenn--? »Unter dem Deckmantel eines. . ." O, das wagten sie zu sagen, sie, die er so ehrlich, so aufrichtig bewundert hatte! Sein Herz zog sich krampflsaft zusammen. Die Tränen traten ihin ins Auge. „Gauner" nannten sie ihn, ihn, der sich all die Zeit im Innersten als eine Art Wohltäter der schriftstellernden Menschheit gefühlt hätte! , '■ ; Und war er es vielleicht nicht?, O, er brauchte nur an den greisen Dichter zU denken, den er in feiner Einsamkeit seiner Berge ausgesucht Hätte, wo er, von aller Welt vergessen, hauste. Wie der gestrahlt hätte, als Bartholomäus ihNi erzählte, daß er immer wieder nach seinen, des Alten, Bücher griffe, wenn er mal herzhaft lachen wolle. Und dann, dieser geschniegelte Familienschriftsteller! W, wie der geschmeichelt sein Köpfchen gewiegt hätte, als Bartholomäus ihm! sagte: „Ihr letzter Roman . . . wirklich, ich müß gestehen, ich, konnte abends nicht einschlafen, wenn ich nicht wenigstens ein Kapitel verschlungen!" Oder jener, dem er erklärt hatte: , „Sie sind der schneidigste Satiriker, den Deutschland je besessen!" Ja, hätte ihn dieser Herr nicht voll stürmischer Freude so an sich gedrückt, daß ferne steife Hemdenbrust einen mächtigen Knacks bekam?- Oder jeher blutjunge Tropf mit der Lisztfrisur! War, der vielleicht auch zur, Polizei gelaufen, ihn anzuzeigen? Er, dem Bartholomäus wohl angemerkt hätte, daß int ganzen Leben noch niemand zu ihm-gekommen'war, um ihn zu bewundern. — Und all die andern, all die vielen, die seine Bewunderung genossen hätten, ja, „genossen".! . . 1 7,Haha!" ■— Bartholomäus schob die 'Zeitung verächtlich bev feite — „Tank vom Haus Habsburg!" - - Von diesem Tage an gab Bartholomäus seine »KunstreiseM auf. Er hatte den Glauben an die Menschen verloren. Abev mcht nur,- daß diese Enttäuschung fein harmloses Knabengemüt aufs furchtbarste erbitterte, auch sein „Talent" ward dadurch höchst seltsam beeinflußt'. Denn von Stund an war es ihm nicht mehr möglich, ein literarisches. Werk — und wenn es das schönste war, das je einer geschrieben — zu bewundern, dagegen konnte er es in einer direkt fabelhäften Weise „herunterreißen". Und da thm sein Onkel plötzlich um diese Zeit die Pastoren-Rente entzog- und Bartholomäus nunmehr gezwungen war, sich ehrlich sein Geld zu verdienen, so beschloß er das mit Hilfe seines -neuen Talentes zu tun und ward Kritiker. Es war allerdings keine »bedeutende" Zeitung, die ihn.beschäftigte, aber sie wußte fein; Talent zu schätzen. - f Und wehe, wehe! wenn ihm einer jener Namen unter die Feder geriet, deren Träger er im Verdacht hätte, daß er damals auch . . , dann lächelte er satanisch und konnte nicht umhin- "bMl-Anbluk der gelungenen Kritik zu sagen: ,,Na, mein Jungchen- gefällt dtr diese Art Heimsuchung besser?" , Marokkanisches heiligen- und Zaubererwesen. Zum Verständnis der Kämpfe unt Marrakesch. Von H. Singer. Marokkos Bevölkerung ist zwar mohammedanisch, aber ihre Hauptmasse, das Berberelement, ist von den Lehren und Vorschriften des Propheten nur ganz oberflächlich gestreift, und die alten heidnischen Sitten und Anschauungen machen sich überall- vor allem bei den Landbewohnern deutlich bemerkbar. Der marokkanische Islam überzieht nur wie ein Schleier die heidnischen Riten, und so bilden diese in ihrer Gesamtheit eine Religion des! Aberglaubens, die sich im Volke größerer Beliebtheit erfreut, als die offizielle Verehrung des Propheten. Tie Sprache des Koran ist arabisch, aber nur wenige Marokkaner verstehen arabisch, und noch weniger können arabisch lesen; wie sollten sie also den Islam völlig in sich aufnehmen? Daraus' erklärt sich das Fehlen jenes religiösen Fanatismus, der sonst nicht selten die Bekenner der Lehre Mohammeds beherrscht. Wenn also gegenwärtig fast ganz Marokko sich gegen die Franzosen erhebt und diese nach dem Auftreten des Gegensultans El-Hiba in eine höchst gefährliche Lage geraten sind, so ist -das keine Folge von Christenhaß, sondern lediglich von F r a n z o s e n h a ß. Tie Liebe zu dem, was sie Freiheit nennt, sitzt der Bergbevölkerung so tief int Blute, daß ihr die Vorstellung, von Fremden beherrscht zU werden, unerträglich erscheint. Gehorsam gegen die Gesetze, Verzicht auf Ungebundensein, Aufhören der geliebten Anarchie, der Zwang zum Steuerzählen — das alles wäre mit dem Einzüge bet französischen Herrschaft unzertrennlich verbunden; all dem aber, möchte man entgehen, und deshalb setzt man sich zur Wehr. Der Islam hat in Marokko eine derartige Verwässerung erfahren, sich den herrschenden Vorstellungen und Sitten in einem Maße anpassen müssen, daß er hier den Vorschriften seines Begründers oft geradezu widerspricht. Tas Verbot des Genusses geistiger Getränke und des Fleisches gewisser Tiere wird häufig mißachtet, weil eben das marokkanische Heidentum von solchen Beschränkungen nichts gewußt hat. Die Berber haben noch eine große Vorliebe für ihren ans vorislamischer Zett stammenden Steinkult. Unermeßlich ist die Zahl der Heiligen, die sich zwar als Jünger Mohammeds betrachten, ihn aber ganz verdunkeln. Tie Sauberer und der Glaube an ihre Künste, wie überhaupt krassester Aberglaube, haben in Marokko eine ebenso große Verbreitung, wie int heidnisches Teil Afrikas. Die marokkanischen Heiligen zerfallen in zwei Hauptklassen. Die eine besteht nach Artbauer ans Leuten, die sich ihren Ruf fetter erworben haben, durch übersrontmen Lebenswandel oder andere Umstände, z. B. auch durch Geistesschwäche. Es ist die! Klasse der Märabuts. In großer Zahl und als freche Bettlet umherziehend, werden sie von den Marokkanern oft als Land- pfage empfunden, aber -doch respektiert. Ihr Segen, die Barakä, ist nicht umfonft tzu haben, und eine Weigerung, den Forderungen des Marabnts nachznkomnten, kann dessen Fluch nach sich ziehen, was immer Unannehmlichkeiten für den Betroffenen hat. Tie Marabnts verschmähen es nicht, auch Christen anzubetteln, weil sie bei diesen mehr Freigebigkeit voraussetzen, wie bei ihren immerhin als knickerig betamtten Glaubensgenossen. Nach ihrem Tode werden den Marabnts Knbbas, weißgetünchte Grabmäler von Würfelform mit Kuppel errichtet, und -diese Kubbas sind int Laufe der Jahrhunderte so zahlreich geworden, daß sie nicht selten einen charakteristischen Zug int marokkanischen Landschasisbtlde darstellen. Manche dieser Grabmäler sind von weil und breit her ausgesuchte Wallfahrtsorte geworden, auf untere achtet ketn Mensclff Mau stößt auch auf weiblichen Heiligen errichtete Grabmäler, was bei der untergeordneten Stellung der Frau in den Ländern des Islam emigermäßen überraschen muß. Jndesseit scheint es heute weibliche Marabnts nicht mehr zu geben. Die zweite Hauptklasse der marokkanischen Heiligen bitten btel Schürfa (Sing-Scheris). Ihr Heiligenschein ist ererbt, und- man nimmt wenig Anstoß daran, wenn sie selbst kein sehr gottgefälliges; Leben führen; sie bilden leine .Art religiösen Adels und find int 648 allgemeinen weit -einflußreicher ustd angesehener al» die MEbuts. Es gibt ganze Familien und sogar ganze Stamme, .tue SchMa sind; sie leiten ihre Herkunft alle von Prvpheten her, meist ^erlich ohne Berechtigung. Zu ihnen gehört neben der lehrgen Sul- tansfainilie u. tt. das berühmte Ge,chlecht^der deren Häupter sich manchmal den Luxus emer recht sundMten Ausführung gestattet haben, und deren tetztg-er Großschettf rnsol^e übermäßigen Haschischs und OpiuMgenusses getstesgestort üt. He^ ligenadel sind ferner die Schingeti, deren jetziger Chef der natürlich ebenfalls heilige Gegensultan El-Hiba ist. Ware er das nicht/ so hätte' er kaum seine großen politischen Erfolge erzielt. Dw Schürfa werden in Familiengruften betgesetzt, tn deren Umgebung 'Bethäuser, Schulen, Wohnungen für die hunger, Pilgerherbergen entstehen, und so bilden sich dort die „Saums", oft reiche Kloster von großer geistlicher und weltlicher Macht, in denen verfolgte, m selbst Verbrecher unverletzlich und dem Arm' d er m Marokko allerdings recht zweifelhaften Gerechtigkeit unerreichbar sind. . Von El-Hiba, der jetzt seinen Einzug tn Marrakesch ge» halten hat, werden ebenso wie von seinem berühmten Vater und Todfeinde der Franzosen Ma-el-Aimn allerlei seltsame Wunder erzählt nud geglaubt. Solche werden eben von emem Heiligen in Marokko, ivo der altheidnische Aberglaube noch tn, schönster Blüte steht, erwartet. Der Zauberer höheren und niedrigeren! Ranges gibt es im Scherifenlande in fabelhafter Menge. IS« marokkanische Zauberer beschwört, sagt wahr,.deutet aus Und suggeriert, er kennt und enthüllt die Geheimnisse d« Erde, des Himmels und der Hölle. Er gebietet sogar dem Schicksal, obgleich es doch nach Mohammeds Lehre für reden Sterblichen von Anfang an feststeht. Der Zauberer wird zum Mitschuldigen an manchen Uebeltaten, verteidigt aber auch die Menschheit gegen, die vereinigten Teufel. Er findet vergrabene Schätze, diagnostiziert und heilt die Krankheiten, ist also gleichzeitig Arzt. Um das Verträum des naiven Volkes in seiner Macht zn stärken, bAmßtgt er sich eines richigen und etwas seltsamen Benehmens. Man steht, die Welt will überall betrogen werden, nicht nur im hochztvtltsterten ^Ur^n dem Buche des in Marrakesch ermordeten französischen Arztes Manchantps über die Zauberei in Marokko wird berichtet, daß man dort eine große Zahl von Formeln und Veschworungs- tzeremonien für den Abwehr- und Angriffszauber kennt, so gegen den Bösen Blick, Zwistigkeiten zwischen Liebenden, Unglück, Aufstände; andererseits solche, mit den-m man bet seinem Feuide das Ausfallen der Haare, der Zähste, den Wahnsinn Hervorrufen, kurz sich rächen kann. Dafür ein Beispiel: Man fängt in der zweiten Hälfte eines Monats einen Fuchs und schneidet ihm den Hals durch. Dabei spricht man: „Sn, der du das lisstgste aller Tiere bist und mir deinen Fang so schwer gemacht hast, ich will, daß der und der gefangen werde, wie du, daß die Leute ihn melden, daß er seine Stellung einbüßt und von jedermann verabscheut werde. Wie der Rabe weiß zur Welt kommt (nämlich als Ei) und nachher schwarz wird, so möchte ich, daß die Zukunft dieses Menschen ebenso schwarz' werde." 'Der Beschwörende nimmt alsdann Herz, Lungen und Magen heraus' und verschafft sich ein Stück bon der Kleidmig eines Zauberers. Hierauf sammelt et die Exkremente eines ■ schwarzen Hundes, einer schwarzen Katze, einer Eule, einer Schwalbe und eines' Raben, mischt sie mit einem! Lorbeerzweig durch und bestreut mit der Mischung Herz, Lungest und Magen des Fuchses. Schließlich macht er ein Bündel daraus/ trägt es zum Bäcker und läßt es an der Außenmauer des Back- pfens, gegen die das Fener zieht, befestigen. Solange nun das! Büstdel an der Mauer hangt, wird der Feind unter dm erwähnten bösen Wünschen zu leiden habm. Will man sich aber seiner ganz entledigen, so befestigt man das Bündel.unmittelbar über dem Feuer, bis 'es verbrannt ist; dann erfolgt allmählich der Tod des Die Magier, Zauberer, Wunderdoktoren, Propheten und Heiligen, sagt der Bekannte Marokkoforscher Marquis de Segoncac, blühen und Gedeihen in Marokko, und' der mit ihnen getriebene! Kult artet inaiichntal in wahre Menschenanbetung aus. Die beamtete Geistlichkeit ist auf dm Dienst in den Moscheen der Städte beschränkt; draußen ruht die religiöse Versorgung in dm Händen der Schürfa, Warabuts, geistlichen Brüderschaften und Saujas, VermischLes. kf. Eine Zugverspätung von drei Jahren „Donnerwetter! schon wieder hat der Zug füns Minuten Verspätung 1" Wein wäre dieser Ausruf nicht schon entflogen I Da muß es denn beruhigend auf seine Nerven wirken, wenn er von einer Zugverspätung von drei — sage und schreibe drei Jahren — hört. Und dabei hatte das „Zügle" nur 65 Meilen zurückzulegen. Gerade wie es damals int schönsten Galopp war, geriet es in eine Sandhose, die es zum Entgleisen brachte und Die Wagen und Passagiere verschüttete. Die Passagiere wurden ausgegraben, die Wagen blieben liegen. Den Verlust konnte die Eisenbahnverwaltung nicht überwinden: sie ging bankrott, und wo ehemals das schnaubende Dampfroß „vorübergesaust" war, da herrschte wieder ländliche Stille. Doch einigen Schlauköpfen gelang es, die Bahn wieder „gesund zu machen"; es sanden sich Leute, die ihr Geld „hereinbutterten"; die Wagen wurden ausgegraben, wieder instand gebracht und auf die Schienen gesetzt. Und nach drei Jahren fuhr das „Zügle" unter dem Jubel der Bevölkerung aus der Station ein, die mittlerweile in einen kläglichen Zustand geraten war. Also geschehen im 20. Jahrhundert int Wunderlande Amerika, dessen Wahljpruch lautet: „Zeit ist Geld." * Guteb R at. Dame (zum' Nervenarzt/ M bett sie schost eine Mässe Fragen -gerichtet hat):! .■ . T und stochAus, lieber Professor/ was soll ich tun, wenn mir die Füße eistschlafen? s=a Professor: >-,'Sanit machen Sie einfach die Hühneraugen zu. ' * Da hat fies! Wirtin: -„Wie findest Sie das Fletsch heute.?" ----- Stammgast: (brummend): r,Äur mit der SrtKe.1 j An die Zither an meiner wohnungrtüre. Von Alfred Freiherr von Berges f. ' Das Hamburger :Fremdenblatt erinnert daräst/ daß Alfred y. Berger vor Jahren für eine Wohltätigkeitsfeier im Deutsches Schauspielhaus nachstehende Verse schrieb: Zither an der Türe du/ Geht die Türe auf und zst/ Klinge, leise klinge! Alle Tag' in meinem Haus Geh'n viel Gäste ein und aus, Freud' und Leid' und Lieb und Haß Heute dies und morgen has/ Gut' und böse Dinge; 'Jeden grüße, ob er was ■ Hole oder bringe. Schleicht ins Haus die Sprge sich Drückt das Herz mir nieder/ Leise klinge, leise sprich: In der Ferne irgendwo Lacht das Leben hell und froh/ Klingen lnst'ge Lieder; Eh' ein Stündlein nur verstrich/ Singst du selber wieder. Stürmt die Freud' mit Saus Und BrastZ Jubelnd mir in Herz und Hans/ Zither, sage leise: Ausgeklungen und verhaut Ist die laute Freude bald. Ruhig, Herz, und weife! Wenn mein Lieb mit leichtem' Schrift Lächelnd in die Türe tritt, Zither, hell erklinge. Als ob an dem Himmelstor Unsichtbarer Englein Chor Geigend sie empfinge; Sage Heimlich ihr ins Ohr Tausend holde Dinge, Tragen sie mich einst hinauf Aus dem Leben, ans dem HäM Zither, an der Türe du, EH" die Tür für immer zu. Ein Ade mir bringe: Wenn ihm auch nicht viel gelang/ War es doch eist reiner Klang! So bei meinem letzten Gang Klinge und verklinge. Anagramm. Aus je zwei der nachfolgenden Wörter soll durch Umstellung der Zeichen ein neues Wort gebildet werden. Sind alle Bedeutungen richtig gesunden, so ergeben die Anfangsbuchstaben der neuen Wörter ein Sprichwort. den — esche, eine Stadt, fein — dich, schlechte Eigenschaft, esel — dich, findet man am Wagen, er — die, ein Fluß, ale — gern, militärische Rangstufe, nun — arg, ein Land, tau — betit, eine Frucht, rad — iinfe, männlicher Voename, nil — sabos, eine Stadt, bilse — the, weiblicher Vroname, see — deich, ein Tier, ruhe — schmach, ein Handwerker, Hund — steige, hohes Gut, weg — unrein, berühmter Wein, an — tinte, Göttergeschlecht. , ' s.; Auflösung in nächster AummNi Auflösung des Acherzrätsels ist voriger WustMWt Die Schere. Redaktion: K. Neuratb, — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Langt, Gießen,