Sonnerstag, den August i «äMT UWW Mül o KWWß kiMK UW Sommerirutnsnts. Roman von Walter Bloem. Copryght 1910 by Orethlein & Co. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Weniger heiter sah es in der Gruppe der Königlichen Zweiten aus: Herr Leutnant der Landwehr Frobenius sah stumm und einsilbig zwischen dem stummen und einsilbigen Kompagniechef, dem Hauptmann Goll, und dem Oberleutnant Mens- hausen, dem Kasinovorstand, während ihnen gegenüber als dritter Offizier der Kompagnie der Leutnant Quincke saß, ein junger, blasierter Bursch mit glattrasiertem Gesicht — verlebten Zügen — die Scherbe ins rechte Auge geklemmt. Menshausen und Quincke nahmen von dem Kameraden der Landwehr kaum Notiz — unterhielten sich über den Tisch hinüber geflissentlich über Personen und Fragen, an denen der eingezogene Herr nicht das geringste Interesse nehmen konnte. Und der Hauptmann, ein finsterer Junggesell mit starrem, schwarzem Haar und struppigem Schnurr- und Vollbart, sprach überhaupt nichts, füllte nur zuweilen die Gläser seiner Untergebenen und trank dem Gaste schweigend zu. Als Frobenius gemerkt hatte, daß man ihn schlecht behandeln wolle, tat er instinktiv das einzige, was in dieser Situation für ihn möglich war — er schwieg nämlich ebenfalls vollständig und machte nicht den leisesten Versuch, die Zurückhaltung der aktiven Herren durch entgegenkommende Liebenswürdigkeit zu überwinden. Schließlich bemerkte der Oberleutnant, daß die rücksichtslose Nichtachtung, mit der die aktiven Herren den Gast behandelten, dessen Hilflosigkeit immerhin ein gewisses Mitleid erregte, allgemein auffiel, und ließ sich nunmehr herab, ein Gespräch mit ihm zu beginnen. „Sagen Sie mal, Herr Leutnant Frobenius," Hub er an, „was sind Sie denn eigentlich im Zivilverhältnis?" „Ich bin Privatdozent an der Universität Bonn." „Hm — was dozieren Sie denn also privat?" „Ich lese deutsche Literaturgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts -bis zur Gegenwart." „Aha," — sagte Menshaufeu, „ich kann mir zwar dabei nichts Rechtes denken — aber es ist ja jedenfalls was sehr Gelehrtes! Nun sagen Sie mal, was wollen ©je denn nun eigentlich bei uns? Macht Ihnen denn das wirklich Vergnügen, hier so acht Wochen lang in Uniformen von vor fünfzehn Jahren herumzulausen und sich mit Ihrer Unkenntnis des neuen Exerzierreglements vor hundertzwanzig Bauernlümmels und Fabrikarbeitern lächerlich zu machen?" Frobenius richtete sich ein wenig aus: „Herr Oberleutnant Menshausen — ich bin Mir wohl bewußt, daß ich hierherkomme, um zu lernen — ich habe aber auf der i andern Seite während meiner früheren Uebungen die Beobachtung gemacht, daß Bauernjungens und Fabrikarbeiter ein ziemlich seines Mefühl dafür haben, wer vor ihnen steht, — und 'hinter 5er vielleicht etwas veralteten Uniform und der mangelhaften Dienstkenntnis des Landwehroffiziers die überlegene Intelligenz respektieren, die ihnen in der Person eines Mannes der Wissenschaft gegenübertritt. Diese einfachen Leute wissen sehr wohl zu unterscheiden zwischen der formgewandten Nullität und dem Geist, der sich im Notfall — daß heißt im Falle der wirklichen Not, meins ich — von selbst die Form' schafft, die der Augenblick verlangt." „Ja, verzeihen Sie, Herr Leutnant Frobenius," sagte der Oberleutnant, „Sie drücken sich so gewählt aus, daß ich nicht zu folgen vermag — was wollen Sie eigentlich mit Ihrem Erguß sagen?" „Ich ivill versuchen, mich Ihnen deutlich zu machen", erklärte Frobenius. „Wir Landwehroffiziere sind, das erkenne ich ja an, im Frieden scheinbar ein wenig deplaziert inmitten der jungen, dienstkundigen aktiven Herren — aber wir sind anch gar nicht hier, um in Ihrer Mitte gute Figur zu machen — wir wollen lernen — lernen einzig und allein für den Krieg — und glauben Sie mir, Herr Oberleutnant, im Kriege, kommt es weder auf gutsitzende Uniform noch auf die Kenntnis jeder neuesten Phase der Taktik der Saison an — da entscheiden ganz andere Faktoren. Da möchte vielleicht plötzlich mit dem Mobilmachungstage eine Umwertung der Werte stattfinden, und diesem Tage entgegen bewegt sich alle Hoffnung, die ich mit meinem Aufenthalt im Kreise des Regiments Prinz Heinrich der Niederlande verbinde." „Ah so," sagte Menshausen, „ich verstehe — Sie haben militärischen Ehrgeiz — wollen womöglich noch gar Hauptmann der Landwehr werden?" „Allerdings will ich das," erwiderte Frobenius ruhig, „zurzeit übe ich auf Beförderung zum Oberleutnant." „Allen Respekt!" meinte Menshausen, „das hätt ich Ihnen nun nicht angesehen — können Sie denn auch reiten?" „Gewiß kann ich reiten," erklärte der Privatdozeut. „Ich meine, das versteht sich wohl von selber, da ich Ihnen sagte, daß ich die Beförderungsübung zum Oberleutnant mache." Aber er konnte nicht wehren, daß ihm bei der Erwähnung des Reitens selber ein wenig bänglich zumute wurde. Er hatte erst im Frühjahr mit Zittern und Zagen zum ersten Male einen Gaul bestiegen, war beim ersten Antraben vom Woilach heruntergel'ugelt wie eine Klammer von der Wäscheleine und hatte sich das Schultergelenk dermaßen ausgerenkt, daß er den linken Arm drei Wochen lang hatte in der Binde tragen müssen. Nach Ablauf dieser drei Wochen hatte er mit noch hörbarerem Zähneklappern den Reitunterricht wieder ausgenommen, und seine Scheu vor dem wilden, gefährlichen Tier, das dem Menschen nach dem 474 Leben trachtet, endlich soweit überwunden, daß er mit der Zeit in der Reitbahn sich wenigstens ans den aller frommsten Kleppern hatte halten können. Ja, in den etzten ^mt)en vor der Hebung hatte er sogar tn Gesellschaft desReck- lehrcrs und einiger Damen der Bonner Gesellschaft emrge Ausritte ins Gelände unternommen und war stets mit Herler Hant davongekommen, mit Ausnahme einer unangenehmen Beaeanuna, die er mit einem vorüberbransenden Etfenoahn- ruae gehabt hatte, und nach deren Verlauf er sich mit zer- schundenem Gesicht, zerbeultem Hut und zerschlagenen Knochen in einem Chausseegraben wiedergefnnden^hatte, während seine Rosinante ohne seine Leitung ihre Futterstelle wiedergefunden hatte. c Der Gedanke also, demnächst hoch zu Roß vor der Front auftauchen zu müssen, erfüllte ihn mit einem Unbehagen, das zu überwinden er seines ganzen Mannesmuts bedurfte. Wenn aber etwas noch gefehlt hätte, um ihn in dieser Hinsicht zu äußerster Energie aufziistacheln, dann waren es die spöttischen Blicke und Redensarten des Kasinovorstande-?. Er beschloß in diesem Augenblick, allen Gefahren küyn- lich zu trotzen und zu Pferde zu steigen mit der ruhigen Selbstverständlichkeit, mit der er sonst alle Morgen aus seinen Katheder kletterte, um seinen Hörern die Geheimniffe des zweiten Teils von Goethes Faust zu erklären. Oberleutnant Menshausen bemerkte mit Vergnügen, daß der Landwehronkel bei der Erwähnung des Reitens, trotz seiner heroischen Worte, still und um einige Schattierungen blässer geworden war. lieber den Kameraden hinweg fragte er den Hauptmann Goll: „Gestatten Herr Hauptmann eine Frage: Ist nicht morgen früh Ausbildung der Mannschaften im Entfernungsschätzen?" „Allerdings!" grunzte Hauptmann Goll, „was gibt's dann dabei?" „Ich wollte Herrn Hauptmann nur fragen, ob uns nicht gestattet wäre, die Uebnng zu Pferde mitzumachen — wie ich soeben von Herrn Leutnant Frobenius höre, legt er ebenfalls Wert darauf, morgen früh zu reiten, iind da ich für meine Person im Manöver als Ordonnanzoffizier zum Regiment komme und meinen neuen Gaul gern ein wenig an die Truppe gewöhnen möchte, so würde ich Herrn Haupt- niann dankbar sein, wenn Herr Hauptmann uns gestatten wollten zu reiten!? — Meines Wissens reiten Sie ja auch momentan dem Obersten sein Handpferd zu, Quincke, nicht wahr?" . . Leutnant Quincke hatte der Hnterhaltung zugehort und bejahte mit perfidem Grinsen: „Gewiß — wenn Herr Hauptmann gestatten, komm auch ich hoch zu Roß!" „Na schön," sagte Goll, „ich hab nichts dagegen!" Frobenius fühlte bei dieser Unterhaltung, wie die wenigen Haare, die seinen Schädel umsäumten, sich einzeln zu Berge sträubten. — Herr Gott im Himmel — schon morgen früh! — Was war da zu machen — Schicksal, nimm deinen ,',Wo wollen Sie denn Ihren Gaul herbekommen, Herr Frobenius?" fragte Menshausen unbarmherzig weiter, „haben Sie sich einen mitgebracht oder wollen Sie sich einen leihen?" „Ich habe mich nach den Verhältnissen noch nicht erkundigt," erklärte Frobenius, „ich denke, man bekommt in der Reitbahn passende Gäule geliehen, wie?" „Selbstverständlich," sagte der Oberleutnant, „wenn's Ihnen recht ist, stelle ich Ihnen meinen Burschen zur Verfügung — der kann ja morgen früh vor dem Dienst zur Reitbahn gehen und Ihnen ein Pferd besorgen." Frobenius ahnte Böses; doch er hatte sich nun einmal vorgenommen, jeder Gefahr die Stirn zu bieten, und so nahm er mit verbindlichem Lächeln das Anerbieten des Oberleutnants an. Als im nächsten Augenblick Hauptmann Goll wieder einmal wortlos dem Landwehroffizier zutrauk, beugte sich Menshausen zu Quincke hinüber und flüsterte ihm zu: „Sie, Quincke, ich werde meinen Burschen instruieren, daß er „Kuno den Schrecklichen" besorgt! — Kennen Sie den Schinder?" „Na ob!" grinste Quincke, „das ist ja das verrittenste Pferd in der ganzen Garnison. — Na, wenn der Landwehr- onkel auf Kuno überhaupt aus dem Kasernenhof 'rauskommt, dann garantier ich jedenfalls: 'rein kommt er reicht Redai In diesem Augenblick hob Major von Sassenbach die söl auf, und alsbald empfahlen sich die Vizefeldwebel der Reserve und die Avantageure, indeNr sie in die Mitte des Hufeisens traten und erst vor dem Tischältesten Front machten, dann nach rechts und links desgleichen; dabei schlugen die Hacken zusammen, daß es nur so krachte. Und nun schwirrten die Ordonnanzen von allen Seiten mit den brennenden Lichtern herein, und das gelbe Flimmern der flackernden Flämmchen vermählte sich mit dem dunklern Gelbgold der Abendsonne, die gebrochen durch die leise sich wiegenden Kronen der Bäume des Kasinogartens in die hohen Bogenfenster strahlte. Bald kräuselten sich bläuliche Tabakwölkchen hinein — und noch ungezwungener rauschte nun das Geplauder, noch lebhafter wogte das Hinüber und Herüber der Scherze — des Zutrunks — und bald war den Offizieren der Reserveiwieder zumute, als seien die Monate und Jahre „im schlichten Gewände der Bürgerlichkeit", die seit dem letzten Abschiedstrunk im Kasmo verflossen waren, nur ein Traum gewesen, und als fei dies Leben im bunten Rock ihre eigentliche Existenz, —■ als sei die Schar der Kameraden, in deren Mitte sie nun wieder eingetreten waren, das Milieu ihres Lebens. Sie waren rieftg vergnügt, die Herren des Beurlaubten- 'tandes. Der geschniegelte'und pomadisierte Leutnant der Reserve Klocke schwamm in Seligkeit. Herr Kamerad hier, Herr Kamerad dort, so schmetterte das nach allen Richtungen hinüber und herüber — als trüge er eine Sprungfeder im Leibe, so schnellte er jedesmal empor, wenn ein Vorgesetzter ihm zutrank, und leerte mit Begeisterung seinen Kelch, nur daß im Laufe der Zeit seine Augen immer stierer, sein Gesicht immer röter, seine Bewegungen immer unsicherer und die Scherze, die er zum besten gab, immer gewagter wurden und je länger je mehr nach dem Coupe dritter Klasse schmeckten. Ihm schräg gegenüber saß irrt Kreise seiner zukünftigen Kompagniekameraden der Referendar Dormagen. Als Sohn eines rasch reichgewordenen Industriellen hatte er heute das Gefühl, daß es eigentlich ein Skandal sei, daß er nicht: Kavallerist geworden. Wer vor sechs Fahren, als er einjährig diente, hatte sein Vater noch nicht den großen Schlag mit dem neuerfundenen Trockenelement gemacht, und erst in den letzten Jähren — leider — waren die Verhältnisse seiner Fantilie so plötzlich emporgeschnellt. Nun blieb mchts übrig, als in der Mitte der Fußfanteristen wenigstens nach Kräften mit seinem Gelbe zu imponieren. So ließ er denn eine Flasche Pommery nach der andern anfahren, und allmählich sarnmelte sich, um ihn eine Grnppe von jüngern Offizieren, die, mit nicht allzu reichlichem Zuschuß gesegnet, einen Freitrunk sich tiicht gern entgehen lassen mochten. In ihrer Mitte markierte Dormagen nun den großmütigen Gastgeber, wogegen seine Gäste sich verpflichtet fühlten, andachtsvoll seinen Schwadronierereien zu lauschen und ihm eifrig zuzutrinken. 'Sein Kompagniechef hatte sich bereits unmittelbar nach Aufhebung der Tafel, peinlich berührt durch des jungen Herrn siegesgewisses Auftreten- an den mittlerett Tisch des Hufeisens zurückgezogen, wo sich nun allmählich die älteren Herren bei Kaffee und MüM chener Bier konzentrierten. Inmitten dieser älteren Herren saß auch der Oberleutnant der Reserve Brassert, ein behäbiger Süddeutscher, und freute sich königlich, daß er der Pflicht entronnen war, den rüpelhaften Primanern die Geheimnisse des Aeschylos zu erschließen. Er übte seit einem Dezennium nahezu Jahr um Jahr, teils weil es für ihn, den Beamten, dessen Gehalt während der Hebung weiterlief, eine überaus billige Sommerfrische war, teils weil sein immer mehr anschwellendes Bäuchlein die scharfe Entfettungskur dieser acht Wochen sehr notwendige brauchte. Die Hauptleute waren seine Altersgenossen und überdies auch von gleichem Dienstalter wie er, und so fühlte er sich in ihrer Mitte behaglicher als zwischen den jungen Dächsen von Leutnants, deren Charge er teilte, die ihn aber zu peinlich an seine kaum verlassenen! Primaner erinnerten. Behaglich schmunzelnd und kräftig qualmend saß er inmitten der älteren Offiziere. Den Kragen seines Heberrocks, der übrigens mit Rücksicht auf sein gewaltiges Doppelkinn ohnehin nicht mehr denn Fingersbreite hatte, trug er aufgeknöpft, ebeitso wie die obersten vier Knöpfe seines Heberrocks, und bedauerte nur im stillen, daß er den Rock nicht ganz ausziehen konnte, wie auf der heimatlichen Kegelbahn im Kreife seiner Kollegen. An einzelnen Tischen waren indessen allmählich große Lücken entstanden — manche der Herren hätten sich erhoben« 475 > e quittiert,. (Fortsetzung folgt.) t t n er t r t t >ck m T ße m« er r- n te X ;e ■n c, s ir [t Ehre habe es gefordert, daß zuerst einmal Blut geflossen sei. Das hätte doch viel zweckmäßiger und aussichtsvoller von Lauterbach aus geschehen können, wo die Bundestruppen in der Flanke der preußischen Truppen standen. Tas Blutvergießen bei Frohnhofen war wie allgemein an- I erkannt, vollständig zweck- und aussichtslos. Obwohl die Erzählung von den Gegenvorstellungen des Hauptmanns Königer sehr unwahrscheinlich lautet, da sie absolut disziplinwidrig gewesen wären, so habe ich sie neuerdings wieder bestätigen hören und zwar durch einen zur Kompagnie des Hauptmanns Königer gehörigen Soldaten, der bei dieser Gelegenheit, kurz nach dessen Tode einen Schuß durch das Bein erhielt, und ferner mittelbar durch die noch lebende Witwe des Hauptmanns Königer. Viel zweckentsprechender war das Gefecht her preußischen Truppen am 14. Juli mit der Division Hahn, welche den lieber» gang über- den Main bei Aschaffenburg verteidigte. Wo sich an diesem Tage die hessische Division befand, ist mir nicht bekannt geworden. Nur ein kleiner Teil der hessischen Truppen hat an denl Gefecht teilgenommen. Wie anders hätte es kommen können, wenn die hessische Division noch intakt bei Aschaffenburg gestanden hätte! Ueber die Aktion im Vogelsberg habe ich nur noch zu berichten, daß als Etappenkommandant der Großh. Kreisrat Trapp zu Friedberg fungierte, daß aber die Etappe in keiner Weise besetzt war. Wie er mir (ein Verwandter), mitteilte, sei von einer Anzahl von Depeschen infolge der Kreuz- und Querzüge des Hauptquartiers nur eine dort richtig angelangt, durch welche dem Prinzen Ludwig, späteren Großherzog Ludwig IV., mitgeteilt wurde, daß seine Gemahlin ihm eine Tochter geboren habe. Nach dem Einzug des Generals Vogel von Falkenstein in Frankfurt a. M. wurde eine kleine Kolonne abgesandt, um Darmstadt zu besetzen. Unser Großherzog befand sich damals in Nhmphenburg, wohin er sich nach dem Abmarsch der Truppen unter Prinz Alexander, und nachdem er sich vorher von dieser in felddienstmäßiger Ausrüstung verabschiedet, zurückgezogen hatte. Er entging hierdurch dem' Schicksal des Kurfürsten von Hessen. Tie preußische Kolonne nahm von der Eisenbahn, dem Schlosse sowie dem Zeughaus Besitz. Es wurde erzählt, daß der damalige Kommandant von Darmstadt sich gerade in der vereinigten Gesellschaft befunden habe, als ihm die Nachricht überbracht wurde, daß die Preußen das Zeughaus besetzt hätten. „Das ist nicht möglich," soll er gesagt haben, „i ch ha b e j a d en S chl ü s s e l in der Tasch e." Wenn es nicht wahr ist, ist es jedenfalls gut erfunden und entspricht der Situation. Truppen, die zu bekämpfen gewesen wären, befanden sich in Darmstadt nicht. Die hessische Division hatte sich weiter nach Südosten zurückgezogen. Tie Besetzung von Darmstadt war die letzte feindliche Aktion, die Preußen gegen Hessen unternahm. Am 17. September 1866 wurde der Frieden zwischen Hessen und Preußen geschlossen, welcher unserem Land die kaum erworbene Landgrasschaft Hessen-Homburg und das Hinterland mit seiner tüchtigen Bevölkerung und seinen prächtigen Wäldern kostete, dazu eine Kriegsentschädigung von 3 000 000 Gulden. Diese Summe entsprach ungefähr den Ersparnissen, die unser Land in der letzten Finanzperiode gemacht. Damals gab es bei uns noch Ueberschüsse. Natürlich kostete uns der Feldzug selbst auch noch zirka 3 000 000 Gulden. Das war außer den 500 Toten und Verwundeten das Ergebnis unseres Kriegs mit Preußen. Wir mußten froh sein, daß uns die Provinz Oberhessen wenigstens zum größten Teile gelassen wurde. Es soll dies eigentlich nicht iit der Absicht Bismarcks gelegen haben. Was sollte Preußen auch mit der hessischen Enklave? Der Einfluß ,des Zaren, des Schwagers unseres Großherzogs, hat diese Konzession bewirkt. So wurde gesagt. — Tatsache ist, daß Hessen-Darmstadt nur mit der Provinz Oberhessen zum Norddeutschen Bund gehörte, bis das Jahr 1870/71 dieses Mißverhältnis ausglich. Wie ich. mitteilte, gründete sich meine Erzählung der Ereignisse vom 2.—14. Juli auf eigene Erlebnisse oder Mitteilung direkter Beteiligter. — Sie befindet sich daher auch im ganzen in llebereinstimmung mit der nach authentischen Quellen wieder- gegebenen Darstellungen von preußischer und Hessischer, Seite. Ich meine hierbei die Darlegungen in,der Schrift: Tie Operationen des VIII. Deutschen Bundeskorps im Feldzug des Jahres 1866, Darmstadt uni) Leipzig, bei Eduard Zernin 1868 in Vergleich, ferner die Auszüge ans dem Kriegsfonrnal des, Prinzen Alexander von Hessen (Zernin 1867) sowie die Geschichte des Kriegs in Deutschland von 1866, heransgegeben von dem preußischen Generalstab. „ Danach ist aber nirgends festgestellt, daß am 5. Juli auf der Hardthöhe bei Gießen in Wirklichkeit preußische Truppen erschienen sind, und daß infolge davon die Badener auf der Lahn- brücke und dem Rodberg Artillerie auffahren ließen. Dagegen steht fest, daß dick Badener am 5. Juli in der Tat nicht wußten und kaum wissen konnten, daß das Hauptquartier des Prinzen Alexander ohne Zwischenverbinduiig 14 Stunden östlich stand. Erinnerungen aus dem Krieg zwischen Hessen und preutzen 1866. Von Justizrat Fr. Krafts (Büdingen). (Schluß.) Am 13. Juli nachmittags wurden dann unser drittes und viertes 'Regiment in das Tefile von Frohnhofen und Laufach vorbeordert. Tie Höhen, welche tags vorher von unseren Truppen hätten besetzt werden können, waren jetzt in Händen der preußischen Truppen. Ter Angriff wurde befohlen. Einer unserer tüchtigsten Offiziere, Hauptmann Königer) wagte, dem Kommandaiiten der hessischen Division, Generalleutnant v. Perglas, Gegenvorstellungen zu machen, da der Angriff den reinen Mord bedeute, wurde aber brüsk znrückgewiesen. Er setzte sich an die Spitze seiner Kompagnie und fiel als einer der ersten Opfer des Gefechts. Ein Herr, mit dem ich zufällig später in der Eisenbahn zusammentraf, Hatte als Reserveoffizier das Gefecht mitgemacht. Er war Augenzeuge von Königers Tod. Er erzählte, daß man 'preußischerseits den Offizier mit seinen Leuten bedauert und daher mit dem Befehl zu feuern zurückgehalten habe. Schließlich habe die eigene Sicherheit dazu gezwungen. Der Offizier sei dann bei den ersten Salven gefallen und mit ihm ein Teil der Konrpägnie, ohne daß auf preußischer Seite an dieser Stelle nur ein Mann verwundet worden wäre. Im ganzen sind preußischerseits in den Gefechten des 13. Jul: nur fünt Soldaten getötet worden. Von Offizieren wurde nur einer verwundet. Man muß nur bedenken, daß die preußischen Truppen sich in gedeckter Stellung befanden und bereits mit dem Zündnadel- gewehr bewaffnet waren (während die Bundesstaaten nur Hinterlader hatten). Erst nachdem' 700 Mannschaften außer Gefecht gesetzt worden waren, wurde der Befehl zum Rückzug gegeben. Welchen Zweck dieses Blutvergießen hatte, war dem Laien- perstand unbegreiflich. Es wurde mir gesagt, die militärische ft'nt sich ins Spielzimmer znm Skat zu setzen —. manch!ej hatten auch die unangenehme Pflicht, noch eine späte Jn- struktionsstunde abzuhalten. Eine kompakte Gruppe hockte indessen noch um das Ende des linken Hufeisentisches zusammen, wo der Leutnant der Reserve und Forstassessor Troisdorf mit Leutnant von Finette zusammensaß. Die beiden Niederrheinländer sprachen seit zwei Stunden nur noch kölnisch-platt und erzählten einander die haarsträubendsten Anekdoten von Kölner Marktweibern und „Rheinkadetten", den lungernden Lastträgern des kölnischen Rheinhafens. Von hier scholl immerzu schmetterndes Gelächter in den Saal hinein, so daß ab und zu einer oder der andere der Hauptleute herantrat und ein Weilchen zuhörte. Auf die Dauer war indessen eine solche Flut von mehr oder weniger unappetitlichen Scherzen nur für Leutnantsmägen erträglich. Immer schneller, fast unbemerkt, entflohen den Zechenden und Plaudernden die Stunden. Der Major von Sassenbach hatte seit längerer Zeit be- vbachtet, daß der hilflose .Landwehroffizier, der mit seiner riesigen, goldenen Brille und seinem langen, braunroten Bart so gar nicht in die militärische Umgebung zu passen schien, das wehrlose Opfer der Scherze des Oberleutnants Menshausen und des Leutnants Quincke war. Sassenbach liebte die beiden Herren nicht — ihm, dem schlichten Haudegen, waren die kalten Spötter und Monokelträger zuwider — er rief zu der Gruppe hinüber: „Herr Leutnant Frobenius, wollen Sie mir das Vergnügen machen, noch eine Flasche mit mir zu trinken?" Frobenius war seelenvergnügt — er fuhr diensteifrig in die Höhe, wobei er den hochlehntgen, gotischen Stuhl umwarf, und schob mit etwas unsicherem Gange zu seinem Bataillonskommandeur hinüber. — Bald waren beide in ein herzliches Geplauder vertieft. „Aha," schnarrte Menshausen zu Quincke hinüber, „sehn Sie woll — ein neuer Schwiegersohü ist auf der Bildfläche erschienen, der muß gleich festgenagelt werden — ja, ja, man mutz sich dazu halten. Nelly ist sechsundzwanzig und Molly neunzehn — und der Landwehrfritze macht 'nen kolossal heiratsfähigen Eindruck." Hauptmann von Brandeis hatte sich schon seit geraumer Zeit empfohlen. Die Mlichen Scherze hatten den Aufbruch des jungen Ehemannes begleitet, und schmunzelnd hatte er 476 und daß die Tivision in der kritischen Zeit vom 3. auf den 6. Juli keine Befehle aus dem Hauptquartier hatte. Ter letzte Befehl an die Badener mar von Grünberg aus am 2. Juli ergangen, zu einer Zeit, als die Trup-en noch nicht bis nach Gießen gekommen waren. Nach diesem Befehl hatte die Tivision am 3. Juli bei Gießen und Wetzlar Stellung zu 3. Juli stand das Hauptquartier des Korps in Ulrichstein: dort wurde auf Nachrichten aus dem Hauptquartier der A r m c c in der Nacht vom 3./4. Juli der direkte Vormarsch des VIII. Armeekorps auf Fulda für den 5. Juli angeordnet, um die dort stehenden sechs bayerischen Reiterregimenter zu decken und so die Verbindung mit dem 7. Korps über Brückenau -Kissür- gen herzustellen. (Wenn dieser Befehl ausgeführt worden wäre, würde, das VIII. Armeekorps sich weitere 18 bis 24 Stunden von seinem linken Flügel entfernt haben). Zunächst wurde, dem Befehl entsprechend, der Vormarsch des Korps auf Fulda inhibiert und beschlossen, das Korps über Crainfeld bei ,S ch l ü chtern, das 5 Stunden von Brückenau entfernt ist,^z'u konzentrieren. In Crainfeld, wohin das Hauptquartier nm 6. Juli verlegt worden war, wurde dann aber der Rückzug über den Vogelsberg nach dem Main beschlossen. Von allem dem hatte man natürlich bei der badischen Division keine Kenntnis. Ich konnte wenigstens mitteilen, daß an dem für alle Entscheidungen kritischen Tage, dem 5. Juli, das Hauptquartier bei Rixfeld stand. Tatsache ist, daß am 5.,Juli seitens des Kommandos der badischen Tivision der Entschluß gefaßt wurde, zurückzugehen und daß ein Generalstabsoffizier nach dem Hauptquartier in Rixfeld entsandt wurde, um dies dem Prinzen Alexander mitzuteilen. Ter Rückmarsch wurde, wie oben bemerkt, am 6. Juli früh an- getreten; am Nachmittag dieses Tages kam der badische Offizier im Hauptquartier in Crainfeld an, welches 2i/z Stunden südlich von Rixfeld, 15 Stunden von Gießen liegt. Ich mußte annehmen, daß die weite Entfernung von dem Hauptquartier und die Tatsache, daß auf der Hardthöhe bet Gießen preußische Truppen gesichtet wurden, die nächste Veranlassung zu dem Rückzug gegeben haben. Ich wollte mit den vorstehenden Ausführungen dartun, daß nach Lage der Tinge man dem Kommando der badischen Division wegen des Rückzugs nicht einen beabsichtigten Verrat zur Last legen konnte, wie dieses in der Broschüre „Der badische Verrat" geschehen ist. Tie Ereignisse haben auch bestätigt, daß die Bewegung der badischen Division nicht unzweckmäßig war, denn wenn die Weiterbewegung des VIII. Korps nach Osten ausgeführt worden wäre, würde die badische Division v o l l st ä n d i g isoliert gewesen sein, während die Nachricht von der Schlacht bei Königgrätz in Ber- bindung mit der bereits am 29. Juli erfolgten Kapitulation der hannoverschen Truppen und der Mangel jeder Nachricht aus dem Hauptquartier eher darauf schließen ließ, daß die Bewegung des Korps nach Osten nicht fortgesetzt worden sei. Ter am 6. Juli ergangene Korpsbefehl entsprach denn auch zufällig der wirklichen Situation, daß nämlich die badische Division an diesem Tage in Vilbel stand und am 7. wieder bis Friedberg vorgerückt war, ohne von diesem Korpsbefehl Kenntnis erhalten zu haben. Dabei ist zu bedenken, daß Frankfurt und das vorliegende Vilbel kaum weiter von Fulda entfernt ist, als Gießen, daß man also von Frankfurt aus gerade so gut den Rücken des Korps decken konnte wie von Gießen aus, so daß man nicht sagen konnte, die Division hätte die Rückendeckung preisgegeben. Tie Broschüre „Der Badische Verrat" (Wien 1866) ist denn auch trotz gerühmter Sachkunde so oberflächlich geschrieben, daß sie den am 5. Juli an die badische Division entsendeten hessischen Major Kraus zu einem badischen Sous-Chef des Generalstabs stempelt. Bezüglich der weiteren Bewegung der badischen Division enthalte ich mich jeden Urteils, da ein solches abzugeben meine Sache nicht ist und es weit über den Rahmen der gegenwärtigen Mitteilungen hinausgehen würde, die nur den Zweck haben, die Lage bei Gießen in der Beziehung zum 8. Korps aus den Tagen vom 4.—6. Juli und das Gefecht bei Frohnhofen zn schildern. Was die zur Reservereiterei gehörigen beiden Regimenter, welche am 5. Juli bei Neustadt an der Main-Weser-Bahn standen, anlangt, so ist nirgends in ben authentischen Berichten festgestellt, daß sie dort auf preußische Truppen, oder diese auf die Reiter-Regimenter stießen. Auch preußischerseits fehlen die Berichte. In der .Schrift: Tie Operationen des VIII. deutschen Bundeskorps ist vom 6. Juli gesagt, daß aus dem Hauptquartier Crainfeld, nachdem die Nachricht von dem Rückzug der badischen Division eingelangt, die drei Regimenter der Reservereiterei in einem Gewaltmarsch am 7. Juli bis Hungen und E ch zell vorgeschoben w o r d e n seien. Ties steht im Widerspruch mit der Tatsache, daß der Gewaltmarf'ch be- reits am 6. stattgefunden hatte, während der Rückzug des Prinzen nach dem Main erst an diesem Tage beschlossen wurde. Es ist viel eher anzunehmen, daß die beiden Regimenter Nachricht von dem Rückzug dec badischen Division erhalten hatte und daraufhin bis in die Nähe von Friedberg zurückritten. Bezüglich des Gefechts von Frohnhofen und Laufach am 13. hat sich allerdings die Mitteilung als irrig erwiesen, daß die erste hessische Brigade ckm 12. bereits die Höhen bei den genannten Orten besetzt gehabt hätten. Diese irrtümliche Erzählung hatte wahrscheinlich darin ihren Grund, daß die erste Brigade am 12. abends Biwaks östlich von Aschaffenburg, mithin nach dem Defrls von Frohnhofen—Lausach hin, bezog, und daß am 13. das erste und zweite Regiment in ein Gefecht verwickelt, dann aber zurückgezogen worden war. Der Vormarsch des dritten und vierten Regiments sowie deren Angriff auf die Defila von Frohnhofen und Laufach fand erst abends gegen 6 Uhr statt. Im übrigen ist das, was ich erzählt habe, richtig und stimmt mit dem Generalstabsbericht überein. (Daß die preußischen Truppen sich in gedeckter Stellung befanden und verhältnismäßig äußerst geringe Verluste hatten). Was aber diese Gefechte der hessischen Division beinahe zu einem Verbrechen stempelte, ist die Tatsache, das Prinz Alexander durch Befehl vom 13. angeordnet hatte: Das Divisions- kommando wird sich heute noch in kein ernstliches Gefecht einlassen," daß also namentlich der blutige Angriff am Abend, der die meisten Opfer kostete, direkt dem Befehl des Prinzen entgegen unternommen wurde. Vergleiche Feldzugsjournal des Prinzen Seite 12 und 13. Dadurch wurde danu für den Hauptzweck, nämlich Aschaffenburg und den Mainübergang zn sichern, eine vollständig verfehlte und ungünstige Situation geschaffen. vermischtes. * Mücken und Mttsik. Musik sänitigt die Sitten, so sagt ein bekanntes Wort. Aber nut die Mücken scheint das keine Anwendung tzu finden. Ein Engländer, Roß, hat in Indien darüber Studien angestellt, ivie sich die Mosquitos der Welt der Töne gegenüber verhalten. 13 Jahre hat er in dem kleinen Orte Patna gelebt, und in häufigen Versuchet: erkannt, daß nichts eine solche Anziehnngs- krall atü die schlimmen Stechmücken hat, ivie das Violinspiel, die dadurch sogar zum Gebrauch ihrer Stacheln besonders angeregt werden. „Die Mosquitos", erzählt er, „sammelten sich in dichtesten Hauien um die Violine und um mich; sie gerieten geradezu in Verzückung und quälten mich so furchtbar, daß ich mein geltebtes Violinspiel völlig nutgebeii mußte." Solche Wirkung üben auf die Mücken augenscheinlich nur die Saiteninstrtnncnte' aus; Klavierspiel schien die Tiere gleichgültig zu lassen: jedenfalls kamen sie zn diesen Klängen nicht in Schwärmen herbeigeflogen. Wichtiger als diese Feststellungen mürbe es wohl allgemein empfunden tuorben sein, wenn der englische Beobachter ein Instrument angeben könnte, durch das die Mücken nicht angelockt, sondern vertrieben werben. * Ein Rechtsanwalt in New Uork eröffnete ein Bureau in einem Parterreraum, den bislang ein Flickschuster innegehabt hatte. Er ärgerte sich nicht wenig über die vielen Besuche, die seinem Vorgänger galten, während er selbst nur wenige Klienten fand. Eines Tages trat ein Irländer ins Zimmer. „Der Schuster ist weggezogen, wie ich sehe," sprach er. „Scheint so," entgegnete der Anwalt. — „Und was verkaufen Sie denn?" fragte der Besucher mit einem Blick auf den einsamen Tisch und die paar Gesetzbücher. — „Schafsköpfe," antwortete der Anwalt. — „Begorra," versetzte der Irländer. „Ihr Geschäft muß gut gehen — Sie haben ja nur noch einen übrig !" * Einziges Mittel. A.: „Zankt Ihr Weib, wenn Sie spät aus dem Gasthause kommen?" — B.: „Nein, keineswegs." — A. (erstaunt): „Wie stellen Sie das an?" — B.: „Ich habe keins," _____________ Nreuzriitsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaaabbeeeeeeggg hhiii oopppprrrri rrrrrssttttvv derart einzutragen, daß die senkrechten und wagerechten Reihen gleichlatttend folgendes ergeben: 1. Einen Gesetzesabschnitt. 2. Sagenhaftes Wesen. 3. Einer aus den: hohen Psexde. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Alster, Laster, Aster, Alter. Redaktion: I. B.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen-