•! MM A^M sRV 3$| M M A-. I ü— Die von Gründingrn. Roman von Freiherr von Schlichs (Nachdruck verbotcir.) (Fortsetzung.) Noch während man beim Luncheon saß, kam der Land- rat „angehupt". Sobald das „Töfftöff" draußen ertönte, warf der Baron Alexa einen Blick zu, und wieder sah er sie erröten. z,9cci ja, also," sagte er sich, „d i e Sache wenigstens ist in schönster Ordnung, die entwickelt sich ganz logisch und prvgrammäßig, da brauchte ich nicht zu helfen, und das ist ein wahres Glück, denn ich habe mit Hans mehr zu tun, als mir lieb ist, und nun erst — mit mir selbst!" i—f Seit seinem ersten Besuche nach der Rückkehr von seinem Urlaub war der Landrat schon zu wiederholten Malen dagewesen, und selbst im strömenden Regen hatte er sich einmal mit seinem Auto durch aufgeweichte Wege hindurchgearbeitet, wie er sagte: lediglich, um sich selbst zu beweisen, daß ein gutes Fahrzeug auf jedem Wege, bei jedem Wind und Wetter vorwärts käme. Seine Verlegenheit aber verriet, daß er doch auch noch andere Gründe gehabt hatte. — I Und etwas verlegen war er auch jetzt, als er das Eßzimmer betrat, in dem man noch bei Tisch saß. Gr mochte es wohl selbst fühlen, daß er etwas sehr häufig tarn, — aber heute hatte er wenigstens einen Vorwand. Aus der geplanten Autofahrt war bisher noch nichts geworden. An dem dafür verabredeten Tage hatte eine geschäftliche Abhaltung den Landrat verhindert, dann war ein starker Regen gekommen und hatte die Wege aufgeweicht, — heute war zum ersten Male wieder ein Prachtvoller Sonnentag, man konnte es sich gar nicht schöner Und als er Platz genommen hatte, entwickelte er beim Kaffee und Kognak seinen Plan: man wollte eine lange, weite Fahrt machen, er nannte das Ziel. Mer da fahren wir ja wenigstens sechs Stunden," rief'Alexa, „da kommen wir erst morgen wieder nach Cs |// „Wir fahren doch Auto," rief der Landrat vorwurfsvoll. ' „Mit unseren Pferden würden wir vielleicht so lange 'gebrauchen, so fahren toir allerhöchstens zwei Stunden, bleiben dann eine kleine halbe Stunde in dem Restau- xant, und kehren auf einem anderen Wege zurück. — Und nun kommt meine Hauptbitte. Im Anschluß an die Auffahrt kommen dann die Herrschaften alle zu nur. -licht nur ich, sondern auch meine Schwester totrb sich sehr freuen, Sie zum Diner bei uns M sehen, und auch m ihrem Namen bitte ich um Ihr Kommen. Selbstverständlich rechne ich mit Sicherheit darauf, daß auch ©te, Frau Gräfin, und Mp,. Herr Graf, mir keinen Korb geben. Gerade diese Sicherheit, mit der der Landrat spracht lieh zuerst in der Gräfin einen Widerspruch aufkommen. Sie war doch die Gräfin, und seine neue Nobrlitrerung gab ihm doch nicht das Recht, sie gewissermaßen tote seinesgleichen zu behandeln. Früher sprach er anders, da kannte er genau die Grenzen, die sie trennten, da nahm er es nicht als selbstverständlich an, daß sie so ohne werteres ja und Amen jagen würde, da bat er ?,ergebenjt und „untertänigst", daß sie ihm „die Ehre ihres Besuches schenken möge. Sie erkannte mit Schrecken, haft bte Erhebung in den Adelsstand ihn nicht zu seinem Vorterl verändert habe. • . Aber Frauen sind unberechenbar, und sre wechseln ihre Ansichten ebenso schnell, wie das Chamäleon die Farbe, Während sie noch so ausweichend antwortete, sah- sie den Landrat prüfend an. Und was ihr eben noch an ihm mißfallen hatte, gefiel ihr plötzlich: die Ruhe und bte gewisse Selbstherrlichkeit, mit der er dasaß. Ste wußte, der war genau so stolz auf seinen Adel, tote sie aus den ihrigen. Gewiß hatte .auch der Bürger das Recht und,, wie der Baron es ihr zu betoeisen versucht hatte, auch die Pflicht, aus seinen Namen stolz zu sein, — aber tote« titel mehr hatte es dann nicht erst der Wel! Und lich: sie selbst erkannte ja auch niemand als höherstehend an, sie trug in Gegenwart einer Durchlaucht und einer Fürstin ihren Kopf genau so hoch, tote jetzt, ste gestanhi sich auch nicht: „btt bist mehr gls ich," obgletch jte ttt der offiziellen Welsrangliste unter ihr rangierte. Und wie sollte da der Landrat, der noch dazu ein Mann toar, dazu kommen, freiwillig einen höheren Wel als den fet- ni gett . für höher und besser anzusehen? ANzu sfichhalüg waren die Gründe ja nicht, die sie plötzlich zu seinen Gunsten anführte, aber sie selbst merkte das nicht. Der Landrat gefiel ihr mit einem Male, und so sagte sie Henn: „Ich habe es mir eben überlegt — so unaufschiebbar sind die Briefe doch nicht, die ich zu schret- ben habe. Also, wenn Sie uns wirklich bei sich sehen wollen, Herr Landrat, nicht wahr, Eduard, du hast auch nichts Besonderes vor?" Was sollte der wohl Vorhaben! Das Korn wuchs ja ganz von selbst. Nach dem erfrischenden Regen der hetzten Tage und vet dem Hellen Sonnenschein da draußen, der voraussichiltch auch noch in der nächsten Zeit anhalten würde, wuchs es jo gar erst recht ohne sein Zutun. Für die übrigen Sachen war ja der Verwalter da, und dem tat es sogar sehr gut, wenn er öfters allein toar, da gewann er seine Selbständigkeit vielleicht wieder zurück. Nein, er hatte nichts Besonderes vor. Trotzdem hrelt er es doch für besser, seine Zustimmung nicht allzu freut big und nicht allzu schnell zu geben; auch seine Fräst hatte ja daniit etwas gezögert, sie muhte wohl ihre Gründe gehabt haben.. Und daß er die nicht kannte durst« ihn nicht abhflten, Men beizusfimmen. Als Ehemann 402 War es seine ritterliche Pflicht, auf die Seite seiner Frau zu treten. Auch >arm, wenn sie unrecht hatte. Und wer wußte, ob dies jetzt der Fall war? „Ich hatte mir allerdings um fünf Uhr den Verwalter zu einem langen Vortrag befohlen — unglücklicherweise sind gerade heute ein paar wichtige Fragen zu erledigen. Aber da wir ja doch erst später fahren, könnte, ich den vielleicht noch vorher sprechen. Allerdings ist der Verwalter gerade jetzt .nach der Ziegelei geritten, und ich weiß nicht, wie viel Stunden er da zu tun hat, — immerhin denke ich--" „— Du wirst es schon einrichteu können, Eduard," unterbrach seine Frau ihn. Sie begriff gar nicht, was er noch so viel zu überlegen hatte. Wenn s i e ihre Bedenken überwunden hatte, brauchte e r doch auch keine mehr zu haben. Denn daß die Konferenz mit dem Verwalter nur in seiner Phantasie bestand, wußte sie selbst ganz genau. Sie begriff ihn nicht. Fühlte er denn gar nicht, daß diese zögernde Einwilligung nicht gerade sehr höflich war, daß sie'den Gast leicht verletzen könnte? „Du hast recht, Konstanze. Ich werde es schon einrichten können. Vielleicht sogar leichter, als es mir im Augenblick erscheint." So Ivurde denn alles verabredet. Fetzt war es gleich einhalb zwei; wenn man um drei abfnhr, konnte man bequem um fünf zu Hause sein. Dann wollte der Landrat dem Baron seinen Stall und seine Pferde zeigen. Und präzise sechs Uhr sollte diniert werden. Der Graf und Die Gräfin würden pünktlich zur Stelle sein. Und während diese am Abend mit dem Wagen zurückfuhren, würde der Landrat sich erlauben, die anderen Herrschaften wieder mit dem Auto zurückzubringen. „Kinder, das wird herrlich," rief Alexa lebhaft. „Wir wollen uns schnell umziehen." Aber im Begriff, fortzueilen, machte sie nochmals Halt: „Aber um Gotteswillen, wie machen wir denn das — wir können doch nicht im Straßenkleid zum Diner kommen — und in der Diner- toilette können wir doch nicht Automobil fahren! Da müssen wir uns erst wieder umziehen." Aber der Landrat widersprach: „Daran habe ich natürlich auch gedacht und darüber mit meiner Schwester gesprochen. Aber die bittet, ebenso wie ich, daß die Damen so bleiben, wie sie sind. Es handelt sich ja auch um keine große Festlichkeit, sondern um ein ganz zwangloses, gewissermaßen völlig improvisiertes Zusammensein. So etwas pflegt ja meistens am luftigsten zu werden." Die Damen stimmten ihrn schließlich bei und gingen, um sich zurecht zu machen. Alexa war Feuer und Flamme, und in ihrer Aufregung konnte sie zuerst beim Ankleiden nichts von den Sachen finden, die sie suchte und brauchte. Endlich aber stand sie doch fertig da. „Wie weit bist du, Dagmar? Freust du dich nicht auch schrecklich?" „Ob nun gerade „schrecklich", weiß ich nicht — immerhin kann der Tag vielleicht ganz nett werden. Wenn nur noch ein paar andere Herren bei dem Diner wären. Man sitzt sicher zwei Stunden bei Tisch, denn die improvisierten Diners des Landrats sind bei den Feinschmeckern poch beliebter, als die anderen. Und wieder nur mit dem Baron zusammen zu sein, — —" „Was hast du denn nur gegen ihn? Er ist so nett tote nur einer, klug und gebildet--." „Und ist in seinem Zivilberuf Pferdehändler und Bereiter. Denn ich weiß ganz genau, daß er auch Pferde kauft und verkauft." „Und Papa verkauft Ochsen und Schweine. Hat er nicht vielleicht im vorigen Jahre seine beiden Traber verkauft und sich riesig über das gute Geschäft gefreut, das er dabei machte?" „Das ist doch ganz etwas anderes." „Dassist genau dasselbe," verteidigte Alexa den Baron, „denn daß er nicht das ist, was man im allgemeinen unter einem Pferdehändler versteht, weißt du genau so gut wie ich. Und ich sinde es viel ehrenhafter, daß er Geld verdient, anstatt daß er sich von reichen Verwandten unterstützen ließe oder Schulden machte." Dagmar musterte sich nochmals im Spiegel. „In dem letzten Punkt stimme ich dir natürlich bei — wenigstens insofern, als es sich um das Schuldenmachen handelt, aber sonst gehen unsere Ansichten doch sehr auseinander. Aber es lohnt, sich nicht, darüber zu sprechen. Ich- finde es' Nur langweilig, immer denselben Tischherrn zu haben." „Freu' dich doch, daß du wenigstens den Baron hast! Und wenn er dir so unangenehm ist, werde ich mich ausschließlich mit ihm unterhalten. Ich habe ihn sehr gern und will nicht, daß du ihn ärgerst oder gar beleidigst." „Du bist wirklich ein Kind, Alexa." Sie wollte noch hinzusetzen: im übrigen wird dich der Landrat so mit Beschlag belegen, daß du gar keine Zeit hast, dich! um jemand anders zu kümmern. —• Denn auch ihr war die Veränderuitg in seinem Benehmen nicht entgangen, sie hatte schnell erraten, daß er sich Hoffnungen auf Alexa machte, und sie glaubte auch zu wissen, daß diese jetzt anders über ihn dachte als früher. Wenn sie trotzdem mit Alexa nicht darüber sprach und auch jetzt die Aeußerung, die ihr auf der Zunge lag, unterdrückte, so tat sie das nicht aus Gleichgültigkeit gegen ihre Schwester, sondern im Gegenteil aus dem Gefühl schwesterlicher Liebe heraus: sie wollte durch unnütze und vor allem voreilige Fragen diese nicht verlegen machen und die etwa in Alexas innerstem Herzen aufkeimende und aufsprießende Liebe nicht indiskret ans Tageslicht ziehen. Endlich traten sie aus den Schloßhof, wo die Herren sie bereits erwarteten. „Aber Baron — wie schien Sie denn aus?!" rief Alexa, während Dagmar die mit ihm vorgegangene Metamorphose gar nicht zu bemerken schien. „Der Herr Landrat hat mich eben automobilmäßig angezogen. Warten Sie es nur ab, Komtesse, — JhNen steht die gleiche Verschönerung bevor." „Um Gottes willen nicht!" Erschrocken hob sie die Hände, als der Landrat sich ihr mit einer Autobrille, einem dunklen, blauen Schleier und einem langen Staub- mantel näherte. Denn. in richtiger Erwartung, daß die Ausfahrt stattfiirde, hatte er die Sachen gleich mitgebracht. Aber schließlich gab sie doch nach und ließ sich von dem Landrat helfen, während der Baron Dagmar behilflich war. Einen Augenblick scherzte man noch über die Verkleidung, dann bat der Landrat, einzusteigen: „Vielleicht setzen Sic, Herr Baron, sich mit Komteß Dagmar auf die beiden hinteren Plätze, und Komtesse Alexa setzt sich vorn zu mir. Das wird besser sein wegen der 'Gewichtsverteilung, die bei dem Auto eine viel größere Rolle spielt, als man glaubt." „Gewiß," stimmte der Baron ihm bei. (Fortsetzung folgt.) Die Reformation und Gegenreformation in yerMn und den ehemals lemögraslichen und ritterfchAWHen Grten der östlichen und südöstlichen vogeisvergs. Von Pfarrer Zinn in Herbstein. (Fortsetzung.) Zum Glück sind wir in der Lage, die verdächtigen Lücken ist der Kompschen Darstellung durch zwei unverdächtige Zeugen ausfüllen ,zu können. Beim Durchsuchen des ehemaligen fuldischen Archivs int Staatsarchiv zu Marburg, fanden wir nämlich nebM dem oben mitgeteilten bedeutsamen Religionscdikt Balthasars noch zwei andere wichtige Aktenstücke, die uns Auskunft geben über die Durchführung dieses Ediktes gerade in Herbstein. Das eine Aktenstück ist ein Bericht des fuldischen Schultheißen Konrad Leinberger zu Herbstein vom 22. März 1604 an den „hochwürdigen in götts. fürsten und"hern, Hern Bälthasarn erwählten und bestettigten üvt des stiefts .Fulda ufw." Der Beicht, der inhaltlich für sich selber spricht und keiner weiteren Erklärung bedarf, lautet: „Euer fürstlichen gnaden befel, deren restanden, so sich noch zur zeit euwren fürstlichen Mandat und befel, sich zur comwunion nicht ingestelt, einen iden nach dem andern insonderheit in beiseiü des psarherns Vorbescheiden und befragen, ob sie -sich auf österliche zeit zur beicht und hochwurtigem sacrament des altars uraltem! catholischem brauch nach gehorsamlich instellen wollen oder nicht- wessen sich Han ein ider insonderheit erklert, e. f. g. in schröfsten widerumb underthenisch berichten, habe ich empfangen, demselben underthenigs nach gesetzt, was dan ein ider ausgeredt, werden e. f. gnaden nachfolgents zu ersehen haben. So viel nun an- belangt einen schnormacher Michael Kroschen genant, bericht, das er sich mrder e. s. g. overkett in catholischer religion lenger zsttz bleiben nicht gesinnet sei. Den schmidt Hans Stock belanget- bericht, das .er mit Weib sampt den lindern under e. f. 8- oberfeit als ein armer ackoriamer undxrthaner sich gern vxr- 403 Aalten und bleiben toott, hab auch an der catholischen religiös ganz und gar keinen mangel, wie dann sich seine Hausfrauen albereit ingestelt, so tunte er bei uns getzölz halben sein Handwerk nicht breiten, wie er dann albereit dasselbig bei den land- grasfischen kaufen mus. SSermeint, Wau ihm nun dasselbig unter ander Herrschaft abgewogen werd, wüste er nicht wo ans oder wo Kn. 1 Timodius Kleinschmidt, welcher ein bUrger und gemeiner stabt weinwirt ist, aber doch tefr gleich andern bürgern ihn e. f. g. holdung und pflichtgelobnus steht. Dieweil aber der edel und Wohlgeborner her Heinrich Hermann freiher zum Wilmersdorfs') einen Hofs mit edlicheM gesell unter e. f. g. gebot verbott zue Herbstein leigen haben, von deut ^inkominwns Timodius! Kleinschmidt Von deut frühern zne einent diener, seine zins ßüe H'vL- stein inzusameln, angenommen, gibt Timodius Kleinschmidt zur antwort, das er hietevv-r von unserni pfarher sowoll als! andere sich inzuestellen, vorgenommen worden sei. Darauf er seinem fl. Hern von Wilmersdorfs ersucht, habe er der freiher int den Hescheld geben, wann er ferners und weiders zur catholischen religion vermant werd, soll er sich ganz und gar in nichts inlassen, ohne sein des freiherns vvrwißen. Dessen to|oll er sich gehalten. Anlanget nun edlich, so sich bies dahero Hinderhalten, sagen, das sie sich in der österliche zeit nach lautende e. f. g. verlesene Mandats gehorsamlich instellen wollen. Ich kann auch e. f. g. underthenigs nicht verhalten, das ein Weib oder drei, welche sich von anfang widerspeunisch gehalten und auch noch, ich aber dieselbige nicht porsenommen. Was aber euwer fürstlichen gnaden in allem ferners befehlente, will ich unbertheniger gehorsamlich verrichten. Euwere fürstliche gnaden zne langwurtige sonderliche leibs gesuntheit wünschende. Datum Herbstein den 22. Martti 1604. E. f. g. undertheuiger gehorsamer Diener Conradus Leinberger schultheissen zu Herbsteiuu." Tas zweite Aktenstück ist ein Einspruch des Heinrich Hermann Areiherrn zu Burgmilchling gegen die getoamutige Rekatholi- fierung Herbsteins durch den Fürstabt mit Berufung auf den Augsburger Religionsfrieden Und den noch ant Reichskammergericht schwebenden Prozeß wegen der beiderseitigen Rechte zu Herbstein. Zum besseren Verständnis dieses Einspruchs sei folgendes vorausgeschickt. Im Jahre 1558 war Kaspar Schutzpar, genannt von Milchling, Hauptmann zu Gießen, von seinem Bruder, dem Abte Wolfgang Schutzpar von Milchling, wie es scheint aus besonderer brüderlicher Gunst, mit ter dem Stifte Fulda eigentümlichen Stadt Herbstein Mit samt dem dortigen Cent- und Landgericht, allem Ein- und Zugehörnngen und Gerechtigkeiten belehnt worden, nachdem er schon Vorher zwei Drittel dieser Gerechtsame von den Fischbornschen Erben, wellte sie von Fulda zum Pfände hatten, käuflich erworben hatte. Damit war Kaspar Schutzpar von Milchling Gebieter von Herbstein geworden und im tatsächlichen Besitz aller fuldischen Hoheitsrechte und Besitzungen in Herbstein. Sogar bezüglich des Kirchsatzes (Besetzungsrecht ter Pfarrstelle) scheint der Fürstabt in weitgehendster brüderlicher Liebe keinerlei Vorbehalt gemacht zu haben. Denn schon in bcmf eiten Jahre 1558 zog, wie wir sahen, offenbar unter dem Protektorate Kaspar von Milchlings Valentin Eckhardt in Herbstein als erster evangelischer Pfarrer auf. Wegen dieses Rechtszustanbes, der den nachfolgenden Webten ein Aergernis war, waren nun auch Fürstabt Balthasar und die interimistische kaiserliche Administration des Stifts zunächst nicht in der Lage, an dem evangelischen Charakter bet Stadt und Pfarrei Herbstein etwas zu ändern. Man begnügte sich deshalb zunächst damit, alle noch viorhandenen übrigen ritterschaftlichen Guter und Gerechtsame zu Herbstein von den Herrn von Merlau, Rabenau und Münch von Buseck usw. aufzukaufen und auf Grund dieser Neuerwerbungen einen gewissen Konrad Leinberger als fuldischen , Diener und Laubschultheißen" zu Herbstein auzustellen. Im Jahre 1588 starb Kaspar Schutzpar von Milchling kinderlos. Sein Bruder Heinrich Hermann Schutzpar, Freiherr zu Burg- milchliug und Wilmersdorf, und Jorg Schutzpar, genannt Milchling, AMpttnann zu Fürsteneck, betrachteten sich als rechtmäßige Erben Kaspars und beantragten Neubelehnung mit Herbstein. Wer die .Regentschaft des Stifts erklärte das von Kaspar inne gehabte Lehen für ein „Neulehen", das nicht weitererbe und nach dem Tode des Inhabers wieber an das Stift als LehenA- Herrn zurück zu fallen habe. Wie sie schon früher ihre Zustimmung versagt hatte, als Kaspar sein Lehen an die Riedesel 'verkaufen und bann an seine Brüder echteren wollte, obgleich Kaiser Rudolf VI. sich für Cession an Heinrich Hermann von Burgmilchliug ausgesprochen hatte, so weigerte sie sich auch jetzt, die Ansprüche der Brüder Milchling anzuerkennen und sie mit Herbstein zu belehnen. Noch ehe der Tote recht kalt mar,* * 6) schickte die Regentschaft des Stifts einen ©etretär nach Herbstein, liefe erklären, daß das Lehen, das Kaspar inne gehabt, wieder an das Stift Fulda gesetzmäßig zurückgefallen sei, und nötigte die Bürgerschaft und den Magistrat, dem kaiferticheu Administrator des Stifts Erzherzog Maximilian eidlich zu huldigen. Auch dem °) Gemeint ist Heinrich Hermann, Freiherr zu Burgmilchling, Eer in Herbstein sehr begütert war und viele Linsleute hatte. 61 Ausspruch Heinrich Hermanns. seitherigen BUVgmilchlingschen Schultheiß AsmuS Gutwein Wurde bedeutet, daß er als nunmehriger einfacher Bürger dem Stifte den Huldigungseid zn leisten und in seinen ferneren Funktionen als Milchlingscher Schultheiß sich bloß noch auf die von den .Fischbornschen Erben erkauften Milchlingschen Güter und damit zusammenhängenden Rechte zu beschränken habe. Die fo ans Herbstein verdrängten Brüder dachten einen Augenblick dran, Reiter zu werben und sich mit Gewalt in den Besitz Herbsteins zu setzen; aber da der fürstliche Anrtmann zu Herbstein auf der Hut war, entschlossen sie sich, lieber den ordentlichen Rechtsweg zu betreten und ihre Ansprüche auf Herbstein durch einen Prozeß vvr dem Reichskammergericht zu verfechten. Dieser Prozeß schwebte noch/ als Balthasar Herbstein rekatholisierte, und er wurde erst 1613 beigelegt dadurch, daß die Milchling alle ihre Güter und Rechte in Herbstein an das Stift Fulda für 6300 Gülten verkauften. Auf diesen noch schwebenden Rechtsstreit „wegen ter ganzen Stadt Herbstein" und seine dort beanspruchten Rechte und Frem heften bezieht sich nun Heinrich Hermann Von Burgmilchling in seinem vorerwähnten Einspruch gegen die Unterdrückung ter Evangelischen in Herbstein und in seiner Berufung auf den Augsburger Religionsfrieden von 1555. Bekanntlich gewährte dieser Friede nur Reichs st Luden, nicht aber den einzelnen Untertanen Religionsfreiheit. Den Untertanen wurde bloß kon- zediert, daß alle, welche der Religion ihres Herrn und Gebieters sich nicht anbequemen wollten, das Recht der Auswanderung haben sollten. Wenn nun trotzdem Milchling behauptet, daß kein eignet Untertan von seinem Herrn in dem heiligen römischen Reich zu einer oder der andern Religion gezwungen werden, dürfe, so kann er dabei nur die schon erwähnte Nebendeklaration Kömg Ferdinands zum Augsburger Religionsfrieden int Auge gehabt haben, auf die die EvangelifcheU in der Abtei Fulda sich immer wieder gegenüber dem Abte beriefen, die aber immer wieder von der Gegenseite als gar nicht vorhanden bezw. zu Recht bestehend hingestellt wurde. Nach dieser historischen Einleitung lassen wir nun den Worte laut unseres zweiten AMnstückes folgen. >,Hochwürdiger Fürst. Euer Fürstlichen Gnaden jeinbt mein vuderthenig willig dienst jederzeit zuvor. Gnediger Herr! Ich werde von meinem Schnldheyßen zu Herberstein so berichtet, welcher gestallt Euer Fürstlichen gnaden nicht allein den daselbst viel lange iar gemeßenen Ev angelisch en Pfarrer abgeschafst, sonder auch gern eiben schuldtheißen, vnd andere Jnuwohner eben dergleichen aus schaffens B t». tröhen Laßen, da dießelbige von der Augspurgischen Con- fession, deren Sie jederzeit beypftichftg gemeßen, nicht abweichen vno zu der Römischen Catholischen Religion sich solten begeben wöllen. Nun wißen aber Ewer Fürstliche gnatett sich gnädig zu entsinnen, das beeterley Religion in dem heyligen Manschen Reich freygelaßen vnd billig niemandt zu einer oder ter andern gezwungen, viel weniger inn seinem gewißen bestrickt werden soll. So ist auch Ewer Fürstlichen gnaden unverborgen, was deshalb in des heiligen Reichs constitutionibus, insonderheit dem hochverpenten Religionfrieden versehen, und darumb daun nicht zu hoffen, das Ewer Fürstlichen gnaden angeregten Reichs eonsti- tutiouibus zuwider icmandts zu beschweren, vnd wider sein wißen vnd Religion zu tringen beharrlich gemeint sein werden. Bevor ab dergleichen Personen, so derselben mit aller Subiection nicht vnderworffen, und deren wegen, wie dann dießes gantzen Stetleins Herberstein Halter, Ich zuvorhin am Keyserlichen Kammergericht mit deroselben' in vnteörter Rechtfertigung stehe vnd vmb so viel desto mehr dergleichen atteutata vnderlaßen werden solten. Daun so vermög angezognen Religionsfridens auch die Jenigen vnderthonen so mit aller Subiection zugethan, wider ihre gewißen nicht beschwert, noch zu einer andern Religion von ihren herrschafften gezwungen werden sollen, wie viel wenig kahu solches gegen den Jenigen geschehen, die einem andern Herrn mit Botte meßigkeit, dienerschafft vnd in andere weg zugethan. Gelangt demnach au Ewer Fürstliche Gnaden mein vuderthenig fleißiges bitten, solches alles inn gebürliche ermegung zu nemen vnd der armen Leut mit dergleichen hochbeschwerlichen nemerungen gnädig zu verschonen, damit in Verbleibung testen ich nicht vrsach haben möchte, mich der Burgerschafst vnd meines bienerS. anzunehmen, vnd vfs gebürliche mittel zu gebenden, dadurch dieselbigen bey ihrer alten Religion erhalten vnd in gewißen? fachen unbeschwert verbleiben möchten. So ich ater viel lieber entubriget sein vnd Ewer Fürstlichen gnaden vnd dero stifst angeneme behagliche dienst barfür erzeigen wolle, wie ich auch jederzeit darzu erbietig vnd Ewer Fürstlichen Gnaden mich damit zu gnabeit willen an- benehlen thue. Datum Burkmilchliug den 6. April anno 1604a Ewer Fürst!. Gnaden Underthenig williger Heinnrich Herman Freyherr zu Burgmilchling." Adresse auf der Rückseite: Dem Hochwürdigen Surften vnd Herrn Herrn Baltasarn Abbaten des Stiffts Fulda und Römischer Kaißern Ertz Cantzler durch Germaniaur vnd Galliam, Primat, meinem* gnebigefn Herrn. Aus: Staatsarchiv Marburg, .Abteilung Fulda, Südsaal, Gefach 642. 404 Auf Grund der oben beigebrachten Zeugnisse ergibt sich uns nun folgeirdes Bild von dem Verlauf der Gegenreformation in Herbstein. Unser Bild trägt etwas andere, im ganzen schmerz- bewegter Züge als das von Komp gezeichnete, aber wir sind gewiß, daß es der geschichtlichen Wirklichkeit näher kommt als jenes. (Fortsetzung folgt.) Das französische Heer in der Nacht nach viouville. Der französische Historiker und Biograph des Marschall Can- rvbert, Germain Bapst zeichnet im neuesten Heft der Deutschen Revue (Deutsche Verlags-Anstalt) auf Grund umfassender Quellenstudien Bilder von der Nacht des 16. zum 17. August 1870, als das französische Heer nach dem blutigen Kanrpf von Vionville in Ungewißheit über den Ausgang der Schlacht unruhig hin und herwogte und schließlich durch den Befehl Bazaines zum Abbrechen des Gefechts und zum Rückzug auf Metz gezwungen wurde. Der Seelenuistand der Truppen war verschieden. „Nach dem Getümmel einer großen Schlacht," so schrieb noch ani Abend des 16. August einer der Kämpfenden, „macht die Stille, die sich über das iwch eben so lärmende Schlachtfeld breitet, die ruhige, heitere Erhabenheit des gestirnten Himniels, der einen ergreifend«! Gegensatz zu der Bewegtheit der vorangegangenenl Augenblicke bildet, einen tiefen Eindruck und zwingt Zeinen zum Nachdenken . . ." Während die einen glaubten, Sieger geblieben zu sein, zzoeifelten die anderen am Erfolg, ja glanbtenl ihn verloren. Bazaine meldete dem Gouverneur von Metz, er habe eben „eine glückliche Schlacht" geliefert. Marschall Leboeuf empfing seine Offiziere mit den Worten: „Wir sind Sieger". Dagegen war der General Deligny wütend, weil Bazaine über den größten Teil seiner Division verfügt hatte, ohne ihn davon zu benachrichtigen. AlS zwei Voltigeure auf der Suche müh ihren Tornistern vorübcrkmnen und ihre Befriedigung über den glücklichen Ausgang aussprachen, rief er ihnen zu: „So? Ihr seid zufrieden? Nun, ich finde, daß es nicht schlimmer hätte gehen können." In den Divisionen des dritten Korps, dis nicht ins Feuer gekonrmen waren, sprach man wohl vom Sieg, aber doch waren Generäle und Stabsoffiziere niedergedrückt. „Wir hatten den Eindruck," schrieb einer von ihnen am selben Abend, „daß wir nichts getan hatten, daß wir etwas hätten tun können und rechneten darauf, daß wir bei Tagesanbruch eine Verfolgung beginne,; könnten. Gegen elf Uhr wurde ein gefangener Unter-, offizier der weißen Kürassiere zu den Stabsoffizieren des Generals Lafont de VillierS geführt.' Hauptmann Thsfeure fragte ihn aus. Der, Mann sagte, daß in dem Augenblick, too er in Gefangeipi schäft geraten sei, nur das 3. deutsche Armeekorps nebst mehreren Aavalleriedivisioncn am Kampf beteiligt gewesen sei. So bestimmt er auch sprach, wollte ihm doch niemand Glauben schenken: alle wäre, fest überzeugt, gegen eine, wenn nicht gar gegen zwei deutsche Armeen gekämpft zu haben. Unter den Gefangenen, die gegen ein Uhr morgens dem 2. Grenadierr-egiment zugeführt wurden, befand sich ein sehr junger französisch sprechender Einjahrig-Freiwilliger, der auf alle Fragen ohne Prahlerei im Tone natürlicher Ueberzengung antwortete: „Wir werden vorzüglich geführt, und ich bin sicher, daß wir in vierzehn Tagen vor Paris stehen werden." Völlig niedergebrochen von dem Mißerfolge war General Bourbaki, Wohl der glänzendste Befehlshaber der ganzen Armee, der die französischen Truppen immer siegreich gesehen, fest an ihre Unübertvindlichkeit geglaubt hatte und einer der leidenschaftlichsten Verfechter des Krieges gewesen war. Er drang gegen ein Uhr morgens zum Marschall Canrobert, der sich im Zentrum der Armee, bei Rezonville, in einer Hütte niederqelegt hatte, Ungestüm ein Und sagte: „Herr Marschall, wir sind „futsch!" Drc beste französische Armee hat die preußischen Reservisten nicht schlagen können." Dabei fing er an zu weinen. In dieses Chaos der Meinungen brach nun wie ein Donnerschlag der Befehl Bazaine s herein, sich nach Metz zurückzuzieherr. Beim 3. Korps Wurde die Nachricht gegen dreieinhalb Uhr bekannt. General Chang erntet ließ den Befehl zweimal vorlesen und machte vor allen Offizieren offen seinem Acrger Lust; General Deligny geriet dadurch in die schrecklichsten Zornesausbrüche; General de M ontaudo n nahm an, daß ein Berschen vorliege und mußte sich erst durch eine Anfrage bei General Jarra traurige Gewißheit verschaffen. c „Die Verblüffung zu schildern," so schrieb einer der Offiziere des 2 Korps, „die sich aller bemächtigte, als sie einen derartigen Befehl vornahmen, ist unmöglich." „Wir waren alle wie nieder- geschmettert von dieser Nachricht." Man vermutete, daß Bazaine schlechte Nachrichten erhalten habe, die er verheimlichte, aber.davon war mchts der Fall. Der Grund, daß inan sich neu verproviantieren müsse, erschien allen sinnlos. Der Rückzug des 4 Korps war übrigens schon vorher durch General de Ladmiraulh auf eigene Initiative hin angeordnet worden. Das Mißvergnügen und die Wut der Offiziere und Soldaten wurde gesteigert, fiP aus den Angaben der Gefangenen erfuhr, daß die deutschen m la,nr9e, uuht so zahlreich waren wie man annahm. Die ^te französischen Schildwachen auf dem Schlacht- felde Lichter kommen und gehen: es war, als ob Hunderte von Leuchtkäfern über den Boden hin- und h'erhuschten. Die Preußeq suchten beim Schein dieser Lichter ihre Veitzvundeten, und hie ganze Nacht über hörte man in den vordersten Reihen der Fran-, zosen rufen und schreien: „Meine Mutter . . ,. Meine Mutter." Aehnliche furchtbare Wehrufe zerrissen das Dmikel der Nacht auf der großen Wiese nördlich vor Gravelotte, wo das französische Feldlager aufgeschlagen >oar. Mehr als 5000 Verwundete lagen auf dem zerstampften Rasen oder auf der nackten Erde. Alle diese Unglücklichen wurden vom Durst gemartert und schrien- nach Wasser. Im Inneren der großen Zelte operierten hie Aerzte beim Schein flackernden Lichts und ohne Chloroform: die entsetzlichsten Klagelaute, Flüche und Lästerungen tönten darauf hervor. „Die ganze Bodenfläche ist mit Verwundeten gepflastert," erzählte ein Leutnant von bett Gardejägern, der eine Kugel int Rücken stecken hatte, „mehrere Tausende schreiender Unglückliche^ liegen da beisammen. Neben mir ist ein Artillerieoffizier niedergelegt worden, der phantasiert und mit dem Tode ringt. Ep stirbt in der Nacht. Ein junger Soldat vom 70. Regiment, der am Arm verwundet ist, liegt auf der anderen Seite. Er stützt mir den Rücken; denn ich bin nicht imstande, zu atmen; ich habe eine furchtbare Beklemmung, er steht bei mir und pflegt mich) ich suche ihm den Arm hochzuhalten, und wir verbringen die NaM damit, uns gegenseitig zu helfen: er teilt feine Decke mit mir, benrt es ist kalt. . ." Vie SiMmerpstanzen und ihre pflege. Woche vom 2. bis 8. Juli. Amaryllis vittata zum Antrieb für Winterblüte in divolle Sonne! Wenn die Blätter ganz ausgebildet sind, wird siä ganz trocken gehalten und macht dann, kühl und schattig gestellt/ eine Ruhezeit von 3 Monaten durch, ohne aus den Töpfen herauf genommenn zu werden. — Als ausdauernde Staude für die größeren Balkonkästen empfehlen !vir die N a ch t k e r z e (Oenothera missouriensis), die man während des Sommers aussüt (auch zu dieser Zeit durch leicht wachsende Stecklinge vermeßen kann) und in denselben KefLßen kalt überwintert; sie fallen vom 2. Jahre an mit ihren groß«: leuchtend-schwefelgelben Blüten überall auf; nur muß man sich im Frühjahr vorsehen, daß inan die zarten roten Spitzen der netten Triebe beim Jäten nicht verletzt; sie sind erst spät zu sehen und der vorjährige Stengel stirbt ab bis zum Wurzelstock. — Wenn man, waS zwar unnatürlich, aber doch mitunter erwünscht ist, bei dem Chrysanthemum (Herbst-und Winterastern) statt vieler kleineren Blüten je eine RiesenLlum« ziehen möchte, so muß man, wenn die Knospen etwa erbsengroß sind, an jedem Trieb alle bis auf eine (stärkste) auskneifen. M Entwicklung aller Knospen ist aber der Schönheit der ganzen Pflanze förderlicher. Das Anskneifen der Knospen und außerdem starkes Einstutzen der Nebentriebe macht sich auch notwendig, wenn man/ wie z. B. von Heliotrop und Fuchsien Hochstämme ziehen will. Die Haupttriebe bei diesen Blumen ebenso wie bei beut Chrysanthemum werden aufgebunden. Mit der Verinehrung unserer Blumen durch Stecklinge fahren wir fort. Für alle, die man überhaupt auf diese Art vermehren kann, ist jetzt die beste Zeit. Die früheren Stecklinge werden, wenn bewurzelt, einzeln in Töpfe versetzt und nach 2—4 Wochen ent- spitzt, wenn man sie buschig ziehen will (so z. B. die Justitia! c a r n e a). Wir wollen auch nicht vergessen, jetzt, wo atieS ist schönster Blüte steht, Pläne für das nächste Jahr zu machen; vor allem, wer einen kleinen Vorgarten hat oder einen recht geräumigen Balkon. Auch ist es interessattter, von Zeit zu Zeiß die Blumen, die man kennt, auszuwechseln gegen neue. Der Schatz der Blüten- und Blattpflanzen für Zimmer und Balkon ist unendlich groß; und sehr bedauerlich ist, daß hier überall eilte so große Einförmigkeit herrscht. Man kaust jetzt billig vom Gärtner Stecklinge; bemühe man sich doch, daß darunter auch Pflanzenarten vertreten sind, die nicht zu den ewig wiederkehrendeil Geranien, Pelargonien und Petunien gehören! Wer kennt z. B. die echte oberbayerische Gebirgs-Hängenelke, die eine der schönster: und anspruchslosesten Hängepflanzen ist? Namenrätsel. Antonie — Friderike — Helene — Ida — Krimhilde — Martha — Pauline — Theresia. Die vorstehenden Mädchennamen sollen derart geordnet werden, daß der erste Buchstabe des ersten Namens, der ziveite des zweiten, der dritte des dritten usw. wiederum einen Mädchennamen ergeben. Auflösung in nächster Nummer. t Auflösung des Diamant-Rätsels ist voriger Nummer: B Eos T a s s o Rosalie Iller Eis e Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang», «eßt»